Lexika

Ebbingh

Hermann Ebbinghaus (1850 – 1909)

Hermann Ebbinghaus wirkte in Berlin (1880 – 1893), Breslau (1894 – 1905) und Halle (1905 – 1908).

Er nimmt in der Psychologie einen vermittelnden Standpunkt ein. Ohne Anhänger des psychologischen Atomismus zu sein, hält er die Zerlegung des Bewußtseins in Elemente für notwendig.

Es gibt keine einfachen Willensakte, sondern nur Kombinationen von Empfindung bzw. Vorstellung und Gefühl.

Für das Gedächtnis gilt folgendes Gesetz: Die Quotienten aus Behaltenem und Vergessenem verhalten sich etwa umgekehrt wie die Logarithmen der verstrichenen Zeit.

Es besteht ein psychophysischer Parallelismus, keine Wechselwirkung zwischen Seele und Leib.


Echekrat

Echekrateia von Phlius

Iamblichos erwähnt Echekrateia in seiner Aufzählung der 17 Pythagoreerinnen.

Die Textstelle mit der Aufzählung lautet: " bedeutendsten Pythagoreerinnen: Timycha, die Frau des Myllias von Kroton, Philtys, die Tochter des Theophris von Kroton, Schwester des Byndakos, Okkelo und Ekkelo, die Schwestern der Lukaner Okkelos und Okkilos, Cheilonis, die Tochter des Lakedaimoniers Cheilon, die Lakonerin Kratesikleia, die Frau des Lakedaimoniers Kleanor, Theano, die Frau des Metapontiers Brotinos, Myia, die Frau des Milon von Kroton, Lasthenia aus Arkadien, Habroteleia, die Tochter des Habroteles von Tarent, Echekrateia von Phlius, Tyrsenis aus Sybaris, Peisirrhode aus Tarent, Theadusa aus Lakedaimon, Boio aus Argos, Babelyka aus Argos, Kleaichma, die Schwester des Lakedaimoniers Autocharidas. Insgesamt: 17." (Iamblichos: Pythagoras, 1963, 267)


Eckhart

Johannes Eckhart (um 1260 – 1327)

Der Dominikaner Johannes Eckhart wurde Dominikaner und studierte in Köln und Paris. Er lehrte in Paris und in verschiedenen Städten Deutschlands. 1307 wurde er Generalvikar. Eckhart wurde wegen seiner Lehren von der Kirche verfolgt.

Eckhart ist der bedeutendste christliche Mystiker. Er wurde u. a. vom Neuplatonismus, von Augustinus, Dionysius Areopagita und der Scholastik beeinflußt.

Das Höchste ist ihm die Vereinigung der Seele mit Gott. Unser Erkennen Gottes ist Selbsterkenntnis Gottes in uns, welche erfolgt, wenn wir uns von aller Vielheit und Körperlichkeit abscheiden, um in der Schauung Gottes zu ruhen.

Weblinks

  • Ökumenisches Heiligenlexikon


Diogen O

Diogenes von Oinoanda

Diogenes von Oinoanda war ein Anhänger des Epikur.

Edelmann

Johann Christian Edelmann (1698 – 1767)

Johann Christian Edelmann ist als Vertreter des Deismus und insbesondere als Vertreter einer Vernunftreligion bekannt.


Diogen S

Diogenes von Sinope (ca. 412 – 323 v. u. Z.)

Der kynische Philosoph Diogenes von Sinope lebte in Korinth. Er ist der bekannteste und populärste Schüler des Antisthenes.

Diogenes von Sinope ist in die Geschichte vor allem als Verächter der Kultur eingegangen (Diogenes in der Tonne). Diogenes führte trotz vornehmer Herkunft ein Bettlerdasein (daher erhielt er den verächtlich machenden Beinamen Kyon (griech. "der Hund"). Er wirkte mehr durch seine Lebensweise als durch seine Lehren. Er forderte die Aufhebung der Ehe, befürwortete in Übersteigerung der sokratischen Selbstgenügsamkeit äußerste Bedürfnislosigkeit, verachtete alle Konventionen und bezeichnete sich als Weltbürger. Die Erziehung und Stählung soll diesen Prinzipien entsprechen. Demjenigen, der nichts besitzt und der keine Bedürfnisse hat, kann nichts genommen werden. Daher kann nur ein solcher Mensch glücklich sein.

Es ist die Anekdote überliefert, dass er Alexander den Großen, als dieser ihn besuchte und versprach ihm ein Bitte zu erfüllen, bat, aus der Sonne zu gehen.

Diogenes von Sinope soll auch mittags auf dem Markt von Athen mit der Laterne nach Menschen gesucht haben.

Nietzsches, Satz von der "Umwertung der Werte" geht auf Diogenes von Sinope zurück.

Literatur

  • Jöcher, Christian Gottlieb: Allgemeines Gelehrten-Lexicon, Bd. 2, 135


Ehrenf

Christian Freiherr von Ehrenfels (1859 – 1932)

Christian von Ehrenfels ist ein Schüler begründete die Gestalpsychologie und wird selbst der Grazer Schule zugerechnet.

Christian von Ehrenfels studierte zunächst in Wien, u. a. bei Brentano und Meinong, wechselte er nach Meinongs Berufung nach Graz im Spätherbst 1882 nach Graz und promovierte 1885 an der Grazer Universität.

Der Begriff der Gestalt bzw. der Gestaltqualität wurde von Ehrenfels (1890) zuerst formuliert und am Beispiel einer Verlaufsgestalt, der Melodie, demonstriert.

Eine solche Gestalt kann nach Ehrenfels nicht als Summe der sie konstituierenden Töne interpretiert werden, da sie transportierbar sei, wobei die Qualität des Ganzen erhalten bleibe.

Diese beiden Merkmale – Übersummativität und Transponierbarkeit – seien konstituierend für alle echten Gestalten (Ehrenfelskriterien).

Weblinks


Dion

Dion von Prusa (Chrysostomos) (ca. 40 – 120)

Der griechische Stoiker Dion von Prusa (Bithynien) wurde Dion Chrysostomos (Goldmund) genannt. Er stammt aus wohlhabendem Hause. Dion Chrysostomos wurde unter Domitianus (82 – 96) aus Bithynien und Italien verbannt. Er führte ein ärmliches Wanderleben.

Auch nach seiner Restituierung predigte er die Rückkehr zur Natur und zum einfachen Leben. Neben sozialen Fragen widmete er sich ethischen (Ablehnung des Genußlebens, ehrbare Lebensführung), philosophischen und politischen Themen.


Dewey

John Dewey

Der US-amerikanische Philosoph und Pädagoge John Dewey (* 20. Oktober 1859 in Burlington, Vermont, † 1. Juni 1952 in New York) graduierte 1879 an der Universität von Vermont und arbeitete danach zwei Jahre als Highschool-Lehrer, bevor er an die Johns-Hopkins-Universität ging, an der er 1884 promovierte. Zu seinen Lehrern gehörten G. Stanley Hall, ein Begründer der experimentellen Psychology, und Charles Sanders Peirce. Dewey unterrichtete Philosophie an den Universitäten von Michigan (1884-88 und 1889-1894) und Minnesota (1888). 1894 wurde er Vorsitzender des Departments für Philosophie, Psychologie und Pädagogik an der gerade vier Jahre alten Universität Chicago. Ab 1904 war er Professor an der Columbia-Universität New York wo er 1930 emeritierte.

Dewey war (1899-1900) Präsident der American Psychological Association und (1905-?) der American Philosophical Association. Zwischen 1919 und 1921 unternahm er Vortragsreisen nach Japan und in die Republik China, 1928 besichtigte er Schulen in der Sowjetunion.

Dewey war eines der Gründungsmitglieder der American Civil Liberties Union. Mitte der 1930er Jahre wirkte er in einer Kommission mit, die die im Moskauer Schauprozess gegen Trotzki erhobenen Vorwürfe überprüfte; 1940 setzte er sich für den Verbleib Bertrand Russells im Lehramt ein.

Philosophie

Deweys philosophische Bemühungen galten in erster Linie der Epistemologie und sollten eine Theorie der Forschung oder des Wissens („theory of inquiry“, „theory of knowledge“) oder experimentelle Logik („experimental logic“) begründen. Sein Ausgangspunkt war bis in die 1890er Jahre der Hegelsche Idealismus. In Chicago erfolgte die Wende zu einer empirischen Philosophie. Dazu trugen mehrere Einflüsse bei:

  • Die damals in den Anfängen stehende experimentelle Psychologie zeigte, dass sich die experimentelle Methode über die Naturwissenschaften hinaus einsetzen lässt.
  • Der durch William James popularisierte Pragmatismus, namentlich die Principles of Psychology von 1891.
  • Die Evolutionstheorie Darwins.

Um eine Theorie des Wissens naturalistisch zu begründen, fragt Dewey, wie menschliches Wissen in der Evolution entsteht, und schließt: dadurch, dass Wissen instrumentell eingesetzt wird. Deshalb läuft Deweys Philosophie unter dem Etikett Instrumentalismus.

Werke

  • My Pedagogic Creed (1897)
  • The School and Society (1900)
  • Child and the Curriculum (1902)
  • Democracy and Education: An Introduction to the Philosophy of Education (1916)
  • The Public and its Problems (1927)
  • How We Think: A Restatement of the Relation of Reflective Thinking to the Educative Process (1933)
  • Art as Experience (1934)
  • Experience and Education (1938)
  • Problems of Men (1946)
  • Demokratie und Erziehung. Eine Einleitung in die philosophische Pädagogik Hrsg. v. Jürgen Oelkers, Weinheim und Basel 1993
  • Die Öffentlichkeit und ihre Probleme Hrsg. v.: Hans-Peter Krüger, Bodenheim 1996
  • Philosophie und Zivilisation. Hrsg. und übersetzt von Martin Suhr. Frankfurt am Main 2004
  • Erfahrung, Erkenntnis und Wert. Hrsg. und übersetzt von Martin Suhr. Frankfurt am Main 2004

Online-Texte

Literatur

  • Martin Suhr, John Dewey zur Einführung, Hamburg 2005.
  • Richard Bernstein, John Dewey (Ridgeway, 1981)
  • George Dykhuizen, The Life and Mind of John Dewey (1973)
  • Himmelmann, Gerhard: John Dewey (1859-1952) – Begründer der amerikanischen Reformpädagogik. In: Kaiser, A./Pech, D. (Hrsg.): Geschichte und historische Konzeptionen des Sachunterrichts. Baltmannsweiler 2004, S. 98 – 101

Weblinks


Dexippos

Dexippos (ca. 330 u. Z.)

Der Neuplatoniker Dexippos war ein Vertreter der pergamenischen Schule.