Couturat

Louis Couturat (1868 – 1914)

Der französische Philosoph und Logiker ist ein Schüler von Russell.

Couturat ist einer der Begründer der modernen Logik. Er findet Anfänge des Logikkalküls in unveröffentlichten Schriften von Leibniz. Couturat gab Schriften von Leibniz heraus.

David D

David von Dinant (gest. um 1200)

David von Dinant, ein Vertreter der Schule von Chartres vertritt unter dem Einfluss von Avencebrol und Johannes Scotus Eriugena einen Pantheismus. Gott, Geist, Materie sind dem Wesen nach eins. Die Körper bestehen aus der Materie (Hyle), die Seelen aus dem Geist (nous, Noys). In den ewigen Substanzen ist das primum indivisibile Gott. Die Formen sind nur sinnliche Erscheinungen der einen, materiellen und zugleich geistigen und göttlichen Substanz.

Cremon

Caesar Cremonius (1550 – 1631)

Der italienische Philosoph und Naturforscher Caesar Cremonius ist der letzte Vertreter der Paduaner Schule. Er ist Nachfolger von Zabarella. Da er mit Galilei befreundet war, kam er zeitweise in Konflikt mit der Inquisition.

Cremonius war 1573 bis 1590 Professor für Philosophie in Ferrara und dann Professor für Philosophie und Medizin in Padua.

Im Mittelpunkt seiner Naturphilosophie stand die Betonung der Selbständigkeit der Physik als Wissenschaft im aristotelischen Sinne.

Da Gott nicht als bewegende Ursache der Welt begriffen wird, bedarf die Erforschung der Welt auch keine Gotteserkenntnis.

Für den Bereich der unerschaffenen Welt behielt er das finalistische Bewegungskonzept bei.

David

David der Armenier (5. – 6. Jh.)

Der armenische Philosoph und Logiker David der Armenier (auch: David Anacht oder David der Unbesiegbare) studierte in Konstantinopel, Athen und Alexandria.

Er übersetzte mit seinen Schülern die Kategorien und De interpratione von Aristoteles ins Armenische und kommentierte diese Schriften. Er übersetzte und kommentierte auch die Einführung in die Kategorien des Aristoteles von Porphyrios. David der Armenier übersetzte u. a. auch Werke von Platon.

David der Armenier befasste sich intensiv mit Definitionen, wobei er insbesondere die Wechselbeziehung zwischen Bezeichnung und Definition, die Genese der Definitionen, ihre Arten, besonders die genetische Definition – und die Grundlagen untersucht, auf denen sie beruhen.

David der Armenier fordert die Vollständigkeit einer Definition, betont ihre gnoseologische Bedeutung und betrachtet die Beziehung zwischen Definition und Verfahren, die sie ersetzen können.

David der Armenier behandelt die Beziehungen zwischen den Regeln des deduktiven Schließens und induktiven Schließens sowie die Analogieschlüsse.

Die Erkenntnis selbst unterteilte David der Armenier in fünf Stufen: Empfindung, empirisches Wissen, Kunst, wissenschaftliches Wissen und Philosophie.

Die Philosophie ist die höchste Erkenntnisstufe. Sie operiert mit ewigen und unbestreitbaren Wahrheiten.


Cohen P

Paul Joseph Cohen

Der US-amerikanischer Logiker und Mathematiker Paul Joseph Cohen (* 2. April 1934 in Long Branch, New Jersey) besuchte bis 1950 die Stuyvesant High School in New York City.

Im Alter von 29 Jahren entwickelte Cohen 1963 ein Verfahren, mit dem sich für wenige und spezielle Sätze feststellen lässt, ob diese entscheidbar sind oder nicht. Cohen fand mit diesem Verfahren die ersten tatsächlich unentscheidbaren Aussagen, deren Existenz Kurt Gödel bewiesen hatte.

Zu den Problemen, von denen Cohen ihre Unentscheidbarkeit auf Grundlage der Zermelo-Fraenkel-Mengenlehre beweisen konnte, gehören die Kontinuumshypothese und das Auswahlaxiom.


Cohen

Hermann Cohen (1842 – 1918)

Der deutsche Philosoph und Logiker Hermann Cohen ist einer der Gründer der Marburger Schule.

Einziger Sinn der Philosophie ist für Cohen die Untersuchung der transzendentalen Grundlagen des reinen Bewußtseins als eines logischen, sittlichen und ästhetischen Bewußtseins.

Jeder Rückgriff auf vorhandene Wirklichkeit ist in der Philosophie unerlaubt. Eine metaphysische Grundlage der Wirklichkeit gibt es nicht.

Nach Cohen ist die Logik erkenntnistheoretisch und antipsychologisch. Die Logik ist Logik des Urteils. Sie erzeugt formal aus dem Urteil die Kategorien als Voraussetzungen der Wissenschaft. Aufgabe der Logik ist es, der Wissenschaft ihren Weg bewusst zu machen. Die Logik ist Lehre von der Methode. Das Denken der Logik ist das Denken der Wissenschaft. Die Logik ist zugleich die Metaphysik.

Cohen bestimmte die Wahrheit eines Urteils als die Übereinstimmung mit logischen Kategorien und betrachtete das Sein insgesamt als Verflechtung logischer Beziehungen.

Er kritisierte Kant, weil jener die Existenz eines Ding an sich außerhalb und unabhängig vom Bewußtsein zuließ. Das Ding an sich – so Hermann Cohen – ist kein materielles Objekt, sondern eine besondere Idee, die das menschliche Denken lenkt.

Cohen bestimmt die Induktion als Hinführung auf die allgemeinen Gesetze der Kausalität und des Systems.

In seinen letzten Lebensjahren nährte sich die Philosophie von Cohen der jüdischen Religion.


Cohn G

Georg Cohn (1887 – 1956)

Der Däne Georg Cohn ist ein Vertreter des Neukantianismus.

Seine neue Denkweise besteht darin, dass er Begriffe, Regeln und Gesetze als Untersuchungsgegenstand der Rechtsphilosophie ablehnt und dafür das an den Augenblick gebundene Recht aus einer Beurteilung der konkreten Gesamtlage allein rechtsdogmatisch begründet.


Chateau

François René Chateaubriand (1768 – 1848)

François René Chateaubriand ist ein Philosoph der Romantik. Er ist überzeugter Royalist und Katholik.


Cohn

Jonas Cohn (1869 – 1947)

Jonas Cohn, in Görlitz geboren, ist ein Vertreter der Südwestdeutsche Schule des Neukantianismus. Er arbeitete als Professor in Freiburg in Br.

Die Ästhetik ist nach Cohn eine kritische Wertwissenschaft. Die Psychologie ist nur eine Hilfswissenschaft der Ästhetik.

Der ästhetische Wert hat Forderungscharakter. Er will allgemeingültig sein. Das Schöne tritt da auf, wo der Ausdruck sich gänzlich in der Form offenbart.

Logik und Erkenntnistheorie sind nicht auf Psychologie zu basieren. Die Grundsätze des Erkennens sind von Werten und Zielen abhängig.

Der Satz der Immanenz besagt, dass alles, was erkannt werden soll, unter den Bedingungen der Erkenntnisformen stehen muss.

Es handelt sich hier nicht um das psychologische, individuelle Ich, sondern um das reine Erkenntnissubjekt, um ein ideales Ich, welches Norm und Ziel des Erkennens ist. Es will sich auf den Standpunkt des überindividuellen Ich erheben, welches nie bloßes Objekt sein kann, sondern als Einheit der Formen alles zu Erkennenden vorausgesetzt wird.

Ziel des Erkennens ist stets ein Zusammenhang. Reines Erkenntnisziel ist ein Urteilszusammenhang.

Chatelet

Gabrielle-Emilie du Châtelet-Lomont (1706 – 1749)

Die französische Mathematikerin und Philosophin wurde 1706 in eine aristokratische Familie hineingeboren.

1733 lernte sie ihren späteren Freund Voltaire kennen, mit dem sie von 1734 bis 1748 auf Schloß Virey in der Champagne zusammenlebte.

Zwischen beiden entwickelte sich in der intellektuellen Atmosphäre von Cirey eine enge Zusammenarbeit in vielen Bereichen, die sich in den dieser Zeit verfassten Schriften von beiden widerspiegelt.

Sie war maßgeblich an der Ausarbeitung der Elements de la philosophie de Newton Voltaires beteiligt (1738).

Zur Unterstützung dieser Abhandlung schrieb Châtelet-Lomont eine anonyme Rezension Lettre sur les élements de la philosophie de Newton (1738).

Von 1745-1749 übersetzte sie Newton’s Hauptwerk Philosophiae naturalis principia mathematica aus dem Lateinischen und ergänzte sie durch zwei längere Kommentare.

In ihren Institutions physiques (1740) favorisiert sie den Leibnizschen Kraftbegriff und proklamiert das Prinzip der mechanischen Energieerhaltung. Dadurch und durch ihre Replik auf Mairans Stellungnahme zu ihrer Position beteiligte sie sich an der sog. vis-viva-Kontroverse.

In ihrer der Wissenschaftstheorie bemüht sie sich, dem Zusammenhang von Theorie und Experiment gerecht zu werden, indem sie die Leibnizschen Erkenntnisprinzipien zur Begründung der Newtonschen und der Leibnizschen Physik heranzieht, aber auch die Rolle der Erfahrung betont.

Nachdem Voltaire und Châtelet-Lomont auseinandergelebt hatten, begann sie 1748 eine Liebesbeziehung zu dem Armeeoffizier Saint-Lambert. Als sie 1749 erneut schwanger wurde, befürchtete sie, die Geburt des Kindes nicht zu überleben. Tatsächlich starb sie im gleichen Jahr am Kindbettfieber.

Weblinks