Crousaz

Jean Pierre de Crousaz (1663 – 1748)

Der Philosoph Jean Pierre de Crousaz, Erzieher des Prinzen Friedrich von Hessen-Kassel, war Professor in Lausanne und Gröningen.

Als Gegner der Popularphilosophie bekämpft er die Monadologie und die Lehre von der prästabilierten Harmonie.

In der Ästhetik betont de Crousaz die Einheit in der Mannigfaltigkeit.

Nach de Crousaz gibt es keine unbewussten Vorstellungen.


Crusius

Christian August Crusius (1712 – 1775)

Christian August Crusius, geboren in Leuna, war Professor in Leipzig.

Er ist vor allem von Rüdiger beeinflußt und ein Gegner der LeibnizWolffschen Philosophie.

In seinem Bemühen, Wissen und Glauben sowie Philosophie und Theologie zu vereinbaren, hat er Kant beeinflußt.

Crusius bekämpft des Satzes vom zureichenden Grunde in der üblichen Formulierung. Es folgen nicht alle Wirkungen notwendig aus ihren Ursachen. Crusius unterscheidet zwischen Erkenntnisgrund und Realgrund.

Die Denkgesetze sind nach Crusius: der Satz des Widerspruchs, der Satz des nicht zu Trennenden und der Satz des nicht zu Verbindenden. Wahrheitskriterium ist die Denkbarkeit. Wahr ist, was sich nicht anders denken lässt.

Die Metaphysik hat es mit absoluten Vernunftwahrheiten zu tun. Alles Endliche ist in Raum und Zeit. Raum und Zeit sind Abstraktionen.

Crusius bekämpft die Lehre von der prästabilierten Harmonie, den Satz von der Erhaltung der bewegenden Kraft, den Determinismus, den strengen Mechanismus und den Optimismus. Die Welt ist relativ gut, aber nicht die beste der möglichen.

Die Seelen streben ewigen Zielen zu und sind unsterblich. Der Wille ist frei, motiviert, aber nicht determiniert. Die Sittlichkeit ist objektiv zu begründen. Sie besteht in der Befolgung des göttlichen Willens.


Csato

Edward Csató

Der Theaterkritiker und -historiker Edward Csató (* 1920, † 1968) ist ein Vertreter der Lwow-Warschau-Schule.

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Cudwor D

Damaris Cudworth Masham (1659 – 1708)

Die englische Philosophin wurde am 18. Januar 1659 in Cambridge geboren. Sei war die Tochter von Ralph Cudworth. 1682 lernte sie John Locke kennen, mit dem sie nach einer kurzen Zeit der Verliebtheit, aus der noch Liebesbriefe erhalten sind, eine langjährige Freundschaft verband.

1685 heiratete sie Sir Francis Masham. Sie hatten einen Sohn bei dem sie das von Locke entwickelte Erziehungssystem anwandte.

Ihr Kontakt zu Locke blieb bis zu dessen Tod sehr eng. Er lebte ab 1691 in ihrem Haus in Essex, wo er 1704 starb.

Durch den Aufenthalt Lockes machte sie auch die Bekanntschaft von Newton, van Helmont und Anne Finch Conway.

Ihr Werk umfasst neben der Korrespondenz mit Locke und einem Briefwechsel mit Leibniz auch die Werke A Discourse Concerning the Love of God (1696) und Occasional Thoughts in Reference to a Virtuous or Christian Life (1705).

Mit Leibniz korrespondiert sie vor allem über philosophische Themen, schickte ihm aber auch das unvollendete Werk ihres Vaters The True Intellectual System if the Universe zur Begutachtung.

In Occasional Thoughts stellt sie die Verbindung von Vernunft und Glauben her, Sie argumentiert gegen die Ansicht, das Christentum sei Fanatismus oder Skeptizismus und definiert Religion als Unterstützung für die Tugend auf einer göttlichen Grundlage. Religion ist das Wissen, Gott zu gefallen. Die christlichen Gebote subd moralische Normen, die von der Vernunft bestimmt werden und Menschen helfen sollen, sich nicht von ihren Leidenschaften überwältigen zu lassen.

Ihr Buch A Discourse Concerning the Love of God ist in erster Linie eine Erwiderung auf John Norris Practical Discourse, der wiederum auf den Principles von Malebranche basiert.

Sie kritisiert die These von John Norris, man müsse nicht alle Kreaturen lieben, da dies nicht mit der Liebe zu Gott zu vereinbaren wäre und sieht genau umgekehrt in der Liebe zu den Kreaturen die Voraussetzung für die Liebe zu Gott. Er solle nicht nur als Schöpfer geliebt werden, sondern als das Gute schlechthin und als Quelle menschlicher Glückseligkeit.

Damaris Cudworth Masham starb am 20. April 1708.

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Chatelet

Gabrielle-Emilie du Châtelet-Lomont (1706 – 1749)

Die französische Mathematikerin und Philosophin wurde 1706 in eine aristokratische Familie hineingeboren.

1733 lernte sie ihren späteren Freund Voltaire kennen, mit dem sie von 1734 bis 1748 auf Schloß Virey in der Champagne zusammenlebte.

Zwischen beiden entwickelte sich in der intellektuellen Atmosphäre von Cirey eine enge Zusammenarbeit in vielen Bereichen, die sich in den dieser Zeit verfassten Schriften von beiden widerspiegelt.

Sie war maßgeblich an der Ausarbeitung der Elements de la philosophie de Newton Voltaires beteiligt (1738).

Zur Unterstützung dieser Abhandlung schrieb Châtelet-Lomont eine anonyme Rezension Lettre sur les élements de la philosophie de Newton (1738).

Von 1745-1749 übersetzte sie Newton’s Hauptwerk Philosophiae naturalis principia mathematica aus dem Lateinischen und ergänzte sie durch zwei längere Kommentare.

In ihren Institutions physiques (1740) favorisiert sie den Leibnizschen Kraftbegriff und proklamiert das Prinzip der mechanischen Energieerhaltung. Dadurch und durch ihre Replik auf Mairans Stellungnahme zu ihrer Position beteiligte sie sich an der sog. vis-viva-Kontroverse.

In ihrer der Wissenschaftstheorie bemüht sie sich, dem Zusammenhang von Theorie und Experiment gerecht zu werden, indem sie die Leibnizschen Erkenntnisprinzipien zur Begründung der Newtonschen und der Leibnizschen Physik heranzieht, aber auch die Rolle der Erfahrung betont.

Nachdem Voltaire und Châtelet-Lomont auseinandergelebt hatten, begann sie 1748 eine Liebesbeziehung zu dem Armeeoffizier Saint-Lambert. Als sie 1749 erneut schwanger wurde, befürchtete sie, die Geburt des Kindes nicht zu überleben. Tatsächlich starb sie im gleichen Jahr am Kindbettfieber.

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Coleridg

Samuel Tylor Coleridge (1772 – 1834)

Samuel Tylor Coleridge ist ein Philosoph der Romantik. Seine anfängliche Begeisterung für die Französische Revolution weicht seit der Jakobinerdiktatur einer entschiedenen Ablehnung, die sich auch auf alle Folgeerscheinungen der Revolution erstreckt.

Cheiloni

Cheilonis

Cheilonis ist die Tochter des Lakedaimoniers Cheilon. Iamblichos erwähnt Cheilonis in seiner Aufzählung der 17 Pythagoreerinnen. Die Textstelle mit der Aufzählung lautet: " bedeutendsten Pythagoreerinnen: Timycha, die Frau des Myllias von Kroton, Philtys, die Tochter des Theophris von Kroton, Schwester des Byndakos, Okkelo und Ekkelo, die Schwestern der Lukaner Okkelos und Okkilos, Cheilonis, die Tochter des Lakedaimoniers Cheilon, die Lakonerin Kratesikleia, die Frau des Lakedaimoniers Kleanor, Theano, die Frau des Metapontiers Brotinos, Myia, die Frau des Milon von Kroton, Lasthenia aus Arkadien, Habroteleia, die Tochter des Habroteles von Tarent, Echekrateia von Phlius, Tyrsenis aus Sybaris, Peisirrhode aus Tarent, Theadusa aus Lakedaimon, Boio aus Argos, Babelyka aus Argos, Kleaichma, die Schwester des Lakedaimoniers Autocharidas. Insgesamt: 17." (Iamblichos: Pythagoras, 1963, 267)

Collins

John Anthony Collins (1676 – 1729)

Der Engländer John Anthony Collins ist als Vertreter des Deismus bekannt.

Cherbury

Herbert von Cherbury (1581 – 1648)

Herbert von Cherbury ist als Vertreter des Deismus und insbesondere als Vertreter einer Vernunftreligion bekannt.


Comnena

Anna Comnena (1083 – 1148)

Die byzantinische Gelehrte Anna Comnena wurde am 1. Dezember 1083 geboren und war die Lieblingstochter des Kaisers Alexius I.

Bereits mit jungen Jahren wurde sie mit Constantine Doukas verlobt, der jedoch vor der Heirat starb. Sie heiratete dann den Adligen Nicephorus Bryennius.

Einige Zeit nahm sie intensiv an den Intrigen des byzantinischen Hofes teil, den sie aber später verließ, um sich der Literatur und der Philosophie zu widmen.

Nach dem Tod ihres Mannes 1137 zog sie sich in ein Kloster zurück. Anna Comnena’s Hauptwerk ist die in griechischer Sprache geschriebene Alexiade, eine aus 15 Büchern bestehende Geschichte der Regierung ihres Vaters mit dem Titel Annae Comnenae Alexiadis Libri.

Die Alexiade enthält neben historischen Darstellungen auch Informationen zu zeitgenössischen Philosophen.

So beschreibt sie im 5. Buch Johannes Italos, Schüler von Michael Psellos, der über Platon, Porphyrios, Iamblichos und Psellos schrieb, und Kommentare zu den Topics und De Interpretione von Aristoteles verfasste.

Ein Mitglied des Kreises um Anna Comnena war der neuplatonische Kommentator der Nikomachischen Ethik, Euratius aus Nicea, den sie in der Alexiade erwähnt, weil er Alexis mit seinen Argumenten gegen die Manchiäer aus Philoppopolis unterstützt haben soll.

Andere Mitglieder des Kreises waren Michael aus Italien, George und Demetrio Tornikes, Johannes von Venedig, und Irene und ihr Mann Bryennius. Eines der wichtigsten Mitglieder war Michael von Ephesus, ein Schüer des Psellos. Durch ihn wurden zwei aristotelische Werke, Bewegung und Progression der Tiere, im Abendland bekannt.

Anna Comnena hatte auch religiöse Interessen und unterstützte den christlichen Aristotelismus, der auch neuplatonische Züge hatte.

Sie forschte außerdem im Bereich der Medizin, leitete ein Krankenhaus in Konstantinople und schrieb ein Traktat über die Gicht.

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