Diogen B

Diogenes von Babylon

Das bekannteste Ereignis aus dem Leben des Stoikers Diogenes von Babylon ist sein Auftritt im Jahr 155 in Rom. Athen hatte die attische Küstenstadt Oropos überfallen und geplündert. Die Bürger wandten sich an Rom mit der Bitte um Beistand, und das von Rom zum Schiedsrichter eingesetzte Sikyon (norwestlich von Korinth) verhängte 500 Taler Strafe über Athen. Daraufhin schickten die Athener die drei bekanntesten Philosophen, Karneades, Diogenes von Babylon und Kritolaos, nach Rom. Sie erreichten, dass die Strafe auf 100 Talente herabgesetzt wurde [1].


[1] Pausanias VII 11, Ciceor, De orat. II 155

Derrida

Jacques Derrida (geb. 1930)

Der französische Philosoph Jacques Derrida, in El Biar (Algerien) geboren, studierte 1952 – 1956 an der École Normale Supérieure in Paris.

Von 1960 bis 1964 war er Lehrer für Philosophie an der Sorbonne in Paris und ab 1964 Lehrer für Philosophiegeschichte an der École Normale Supérieure. Seit Ende der 60er Jahre war Derrida häufig Gastprofessor in den USA.

An Heidegger anknüpfend, entwirft Derrida ein Programm der Dekonstruktion der abendländischen metaphysischen Tradition seit Platon.

Er formuliert das Problem, wie sich etwas von der Tradition Verschiedenes denken lässt, wenn das Denken selbst durch diese Tradition geprägt ist. Ein Angriff auf die Metaphysik von außen macht keinen Sinn, weil es keinen Standpunkt außerhalb geben kann.


Diogen L

Diogenes Laërtios (3. Jh. u. Z.)

Diogenes Laërtios ist ein griechischer Schriftsteller. Sein 10 Bücher umfassendes Werk Leben und Meinungen berühmter Philosophen ist systematisch nach der Abfolge von Schulhäuptern und Lehrmeinungen der Philosophie angelegt. Es ist eine wichtige, allerdings unkritische philosophiegeschichtlich-doxographische Quelle.

Curry

Haskell Brooks Curry

Der amerikanische Mathematiker und Logiker (* 12. September 1900 in Millis, Massachusetts, USA, † 1. September 1982 in State College, Pennsylvania, USA) ist der Begründer der kombinatorischen Logik, die auf Ideen von Schönfinkel beruht.

Daneben arbeitete er zu zahlreichen anderen logischen Problemen.

Weblinks


Cusanus

Nikolaus Krebs von Kues (1401 – 1464)

Der deutsche Theologe und Philosoph Nikolaus Krebs von Kues (auch: Nikolaus von Kues, Nicolaus Cusanus, Nikolaus Chrypfs von Kues) wurde 1448 Kardinal.

Cusanus fasste das Verhältnis von Gott und Welt als das Verhältnis von Urbildlichem und Abbildlichem. Gott geht über alles Endliche als Vollendung hinaus, wie die Kugel das unendliche Vielecke, die Gerade das minimal Ungerade ist.

Die These, dass dass zwischen Endlichem und Unendlichem, Gott und Welt kein in endlichen Stufen zu denkendes Verhätnis bestehe, führt Cusanus auf das Prinzip universeller Relativität alles Endlichen und entband die Erkennntis von theologischen Voraussetzungen.

Nach Cusanus gelangen wir zur Erkenntnis eines Gegenstands a durch Vergleiche, in denen festgestellt wird, dass a etwas anderes ist als b, c usw. (oder kompliziertere Beziehungen zu b, c usw. hat). Arithmetische Proportionen stellen ein gutes Modell für das Erkennbare dar: Wir können ein Netzwerk von Beziehungen erkennen, nicht aber das Wesen der Dinge. Das Ziel unseres Strebens nach Wissen muss daher eine erweiterte Erkenntnis dessen sein, was die Dinge nicht sind, eine aufgeklärte Unwissenheit (De docta ignorantia, 1440).

Die Unbegrenztheit Gottes macht es uns unmöglich, ein a zu finden, das sich von einem b unterscheidet, und Vergleiche anzustellen: In Gott fallen die Gegensätze zusammen (coincidentia oppositorum), und der Satz vom Widerspruch verliert seine Geltung.

Cusanus unterschied vier Stufen der Erkentnis:

  1. sinnliche Wahnehmung (sensus), die das nichtk klar widerspiegelt, was auf der Oberfläche der Dinge liegt;
  2. Verstand (ratio), der Gegensätzliches gegenüberstellt,
  3. Vernunft (intellectus) die Gegensätzliches vereint,
  4. Intuition (animus) durch die eine völlige Einheit des Gegensätzlichen erreicht wird.

Cusanus ist für seine geometrischen Darstellungen dieser Verbindung der Gegensätze bekannt. Meistens stützen sie sich auf die Idee einer Geraden als Grenzfall einer ständig flacheren Kurve oder eines ständig stumpferen Winkels sowie auf das Prinzip, dass jedes unendliche, unbegrenzte Ding mit jedem anderen identisch ist.

Weblinks

  • Ökumenisches Heiligenlexikon


Czezow

Tadeusz Czezowski


Der polnische Philosoph Tadeusz Czezowski (* 1889, †  1981) war in Lwow Doktorand bei Kazimierz Twardowski und gehört zur Lwow-Warschau-Schule.

Er arbeitete vorwiegend zur Ontologie und entwickelte eine Theorie der Transzendentalien und eine Metatheorie der Metaphysik. Außerdem entwickelte er die Methode der analytischen Beschreibung (method of analytic description).

Die Ethik ist nach Czezowski eine empirische Wissenschaft.

Online-Texte

Literatur

  • L. Gumanski: Tadeusz Czezowski – Our Knowledge though Uncertain is Probable. In: Polish Philosophers of Science and Nature in the 20th Century. (Ed. by Wladyslaw Krajewski) Amsterdam-Atlanta 2000

Weblinks


Dacque

E. Dacqué

E. Dacqué ist ein Vertreter des methodischen Holismus.

Anknüpfend an Lamarck vertritt er den Standpunkt, dass sowohl die niederen als auch die höheren Lebewesen im Grunde genommen verfehlte Versuche sind, die in der Idee des Menschen vollendete Ganzheit hervorzubringen. Die Entwicklung kann – so Dacqué – folglich nicht als Evolution von niederen zu höheren Formen betrachtet werden.


Dambska

Izydora Dambska

Die Logikerin Izydora Dambska (* 1904, †  1983) ist Schülerin von Twardowski und eine Vertreterin der Lwow-Warschau-Schule. Sie arbeitete vor allem zur Erkenntistheorie.

Literatur

  • J. Wolenski: Izydora Dambska – Between Conventionalism and Realism. In: Polish Philosophers of Science and Nature in the 20th Century. (Ed. by Wladyslaw Krajewski) Amsterdam-Atlanta 2000

Weblinks


Damo

Damo (ca. 500 v. u. Z.)

Damo war Tochter der Theano von Kroton und des Pythagoras sowie Schwester von Arignote, Myia, Telauges und Mnesarchos. Sie ist Mutter der Pythagoreerin Bitale.

Einem Brief des Lysis zufolge vertraute Pythagoras seine Aufzeichnungen seiner Tochter Damo zur Aufbewahrung an, mit der Bitte, die Niederschriften "niemandem zu übergeben, der nicht zum Hause gehöre" (Diog. Laërtius, Leben und Meinungen berühmter Philosophen, VIII 42).

Damo gab die pythagoreischen Aufzeichnungen ihrer Tochter Bitale weiter.

Weblinks


Coornh

Dirck Volkertsen Coornhert (1522 – 1590)

Der niederländische Schriftsteller, Übersetzer, Graveur und Philosoph Dirck Volkertsen Coornhert ist Sohn eines Tuchhändlers.

Cornhert schrieb gegen den Dogmatismus und die Herrschsucht der Kirche. Er kämpfte gegen Intoleranz und religiösen Autoritätsglauben.

Sein Werk Zedekunst, dat is wellevenskunste (1586) ist eine untheologische Ethik, die die menschliche Vernunft zur Richtschnur sittlichen Handelns macht.

Coornhert ist damit ein Vertreter des Deismus und insbesondere der Vernunftreligion.

Er geriet wegen seiner humanistischen Ansichten mit der spanischen Inquisition, später auch mit dem Kalvinismus in Konflikt musste daher mehrmals nach Deutschland fliehen.

1572 wurde er Staatssekretär von Holland, 1577/1578 Notar in Haarlem. Später lebte er in Den Haag, Delft und Gouda.