David D

David von Dinant (gest. um 1200)

David von Dinant, ein Vertreter der Schule von Chartres vertritt unter dem Einfluss von Avencebrol und Johannes Scotus Eriugena einen Pantheismus. Gott, Geist, Materie sind dem Wesen nach eins. Die Körper bestehen aus der Materie (Hyle), die Seelen aus dem Geist (nous, Noys). In den ewigen Substanzen ist das primum indivisibile Gott. Die Formen sind nur sinnliche Erscheinungen der einen, materiellen und zugleich geistigen und göttlichen Substanz.

Cremon

Caesar Cremonius (1550 – 1631)

Der italienische Philosoph und Naturforscher Caesar Cremonius ist der letzte Vertreter der Paduaner Schule. Er ist Nachfolger von Zabarella. Da er mit Galilei befreundet war, kam er zeitweise in Konflikt mit der Inquisition.

Cremonius war 1573 bis 1590 Professor für Philosophie in Ferrara und dann Professor für Philosophie und Medizin in Padua.

Im Mittelpunkt seiner Naturphilosophie stand die Betonung der Selbständigkeit der Physik als Wissenschaft im aristotelischen Sinne.

Da Gott nicht als bewegende Ursache der Welt begriffen wird, bedarf die Erforschung der Welt auch keine Gotteserkenntnis.

Für den Bereich der unerschaffenen Welt behielt er das finalistische Bewegungskonzept bei.

David

David der Armenier (5. – 6. Jh.)

Der armenische Philosoph und Logiker David der Armenier (auch: David Anacht oder David der Unbesiegbare) studierte in Konstantinopel, Athen und Alexandria.

Er übersetzte mit seinen Schülern die Kategorien und De interpratione von Aristoteles ins Armenische und kommentierte diese Schriften. Er übersetzte und kommentierte auch die Einführung in die Kategorien des Aristoteles von Porphyrios. David der Armenier übersetzte u. a. auch Werke von Platon.

David der Armenier befasste sich intensiv mit Definitionen, wobei er insbesondere die Wechselbeziehung zwischen Bezeichnung und Definition, die Genese der Definitionen, ihre Arten, besonders die genetische Definition – und die Grundlagen untersucht, auf denen sie beruhen.

David der Armenier fordert die Vollständigkeit einer Definition, betont ihre gnoseologische Bedeutung und betrachtet die Beziehung zwischen Definition und Verfahren, die sie ersetzen können.

David der Armenier behandelt die Beziehungen zwischen den Regeln des deduktiven Schließens und induktiven Schließens sowie die Analogieschlüsse.

Die Erkenntnis selbst unterteilte David der Armenier in fünf Stufen: Empfindung, empirisches Wissen, Kunst, wissenschaftliches Wissen und Philosophie.

Die Philosophie ist die höchste Erkenntnisstufe. Sie operiert mit ewigen und unbestreitbaren Wahrheiten.


Crousaz

Jean Pierre de Crousaz (1663 – 1748)

Der Philosoph Jean Pierre de Crousaz, Erzieher des Prinzen Friedrich von Hessen-Kassel, war Professor in Lausanne und Gröningen.

Als Gegner der Popularphilosophie bekämpft er die Monadologie und die Lehre von der prästabilierten Harmonie.

In der Ästhetik betont de Crousaz die Einheit in der Mannigfaltigkeit.

Nach de Crousaz gibt es keine unbewussten Vorstellungen.


Crusius

Christian August Crusius (1712 – 1775)

Christian August Crusius, geboren in Leuna, war Professor in Leipzig.

Er ist vor allem von Rüdiger beeinflußt und ein Gegner der LeibnizWolffschen Philosophie.

In seinem Bemühen, Wissen und Glauben sowie Philosophie und Theologie zu vereinbaren, hat er Kant beeinflußt.

Crusius bekämpft des Satzes vom zureichenden Grunde in der üblichen Formulierung. Es folgen nicht alle Wirkungen notwendig aus ihren Ursachen. Crusius unterscheidet zwischen Erkenntnisgrund und Realgrund.

Die Denkgesetze sind nach Crusius: der Satz des Widerspruchs, der Satz des nicht zu Trennenden und der Satz des nicht zu Verbindenden. Wahrheitskriterium ist die Denkbarkeit. Wahr ist, was sich nicht anders denken lässt.

Die Metaphysik hat es mit absoluten Vernunftwahrheiten zu tun. Alles Endliche ist in Raum und Zeit. Raum und Zeit sind Abstraktionen.

Crusius bekämpft die Lehre von der prästabilierten Harmonie, den Satz von der Erhaltung der bewegenden Kraft, den Determinismus, den strengen Mechanismus und den Optimismus. Die Welt ist relativ gut, aber nicht die beste der möglichen.

Die Seelen streben ewigen Zielen zu und sind unsterblich. Der Wille ist frei, motiviert, aber nicht determiniert. Die Sittlichkeit ist objektiv zu begründen. Sie besteht in der Befolgung des göttlichen Willens.


Csato

Edward Csató

Der Theaterkritiker und -historiker Edward Csató (* 1920, † 1968) ist ein Vertreter der Lwow-Warschau-Schule.

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Cudwor D

Damaris Cudworth Masham (1659 – 1708)

Die englische Philosophin wurde am 18. Januar 1659 in Cambridge geboren. Sei war die Tochter von Ralph Cudworth. 1682 lernte sie John Locke kennen, mit dem sie nach einer kurzen Zeit der Verliebtheit, aus der noch Liebesbriefe erhalten sind, eine langjährige Freundschaft verband.

1685 heiratete sie Sir Francis Masham. Sie hatten einen Sohn bei dem sie das von Locke entwickelte Erziehungssystem anwandte.

Ihr Kontakt zu Locke blieb bis zu dessen Tod sehr eng. Er lebte ab 1691 in ihrem Haus in Essex, wo er 1704 starb.

Durch den Aufenthalt Lockes machte sie auch die Bekanntschaft von Newton, van Helmont und Anne Finch Conway.

Ihr Werk umfasst neben der Korrespondenz mit Locke und einem Briefwechsel mit Leibniz auch die Werke A Discourse Concerning the Love of God (1696) und Occasional Thoughts in Reference to a Virtuous or Christian Life (1705).

Mit Leibniz korrespondiert sie vor allem über philosophische Themen, schickte ihm aber auch das unvollendete Werk ihres Vaters The True Intellectual System if the Universe zur Begutachtung.

In Occasional Thoughts stellt sie die Verbindung von Vernunft und Glauben her, Sie argumentiert gegen die Ansicht, das Christentum sei Fanatismus oder Skeptizismus und definiert Religion als Unterstützung für die Tugend auf einer göttlichen Grundlage. Religion ist das Wissen, Gott zu gefallen. Die christlichen Gebote subd moralische Normen, die von der Vernunft bestimmt werden und Menschen helfen sollen, sich nicht von ihren Leidenschaften überwältigen zu lassen.

Ihr Buch A Discourse Concerning the Love of God ist in erster Linie eine Erwiderung auf John Norris Practical Discourse, der wiederum auf den Principles von Malebranche basiert.

Sie kritisiert die These von John Norris, man müsse nicht alle Kreaturen lieben, da dies nicht mit der Liebe zu Gott zu vereinbaren wäre und sieht genau umgekehrt in der Liebe zu den Kreaturen die Voraussetzung für die Liebe zu Gott. Er solle nicht nur als Schöpfer geliebt werden, sondern als das Gute schlechthin und als Quelle menschlicher Glückseligkeit.

Damaris Cudworth Masham starb am 20. April 1708.

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Cudwor R

Ralph Cudworth (1617 – 1688)

Ralph Cudworth, der Vater von Damaris Cudworth Masham, war ein bekanntes Mitglied der Cambridge Platonist School.

Cudworth vertrat einen christianisierenden Platonismus. Er leitet die Sittlichkeit aus angeborenen, absolut gültigen sittlichen Ideen her.

Nach Ralph Cudworth steht hinter jeder Erscheinung der Körperwelt eine bildende Natur geistiger Art.

Curry

Haskell Brooks Curry

Der amerikanische Mathematiker und Logiker (* 12. September 1900 in Millis, Massachusetts, USA, † 1. September 1982 in State College, Pennsylvania, USA) ist der Begründer der kombinatorischen Logik, die auf Ideen von Schönfinkel beruht.

Daneben arbeitete er zu zahlreichen anderen logischen Problemen.

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Cusanus

Nikolaus Krebs von Kues (1401 – 1464)

Der deutsche Theologe und Philosoph Nikolaus Krebs von Kues (auch: Nikolaus von Kues, Nicolaus Cusanus, Nikolaus Chrypfs von Kues) wurde 1448 Kardinal.

Cusanus fasste das Verhältnis von Gott und Welt als das Verhältnis von Urbildlichem und Abbildlichem. Gott geht über alles Endliche als Vollendung hinaus, wie die Kugel das unendliche Vielecke, die Gerade das minimal Ungerade ist.

Die These, dass dass zwischen Endlichem und Unendlichem, Gott und Welt kein in endlichen Stufen zu denkendes Verhätnis bestehe, führt Cusanus auf das Prinzip universeller Relativität alles Endlichen und entband die Erkennntis von theologischen Voraussetzungen.

Nach Cusanus gelangen wir zur Erkenntnis eines Gegenstands a durch Vergleiche, in denen festgestellt wird, dass a etwas anderes ist als b, c usw. (oder kompliziertere Beziehungen zu b, c usw. hat). Arithmetische Proportionen stellen ein gutes Modell für das Erkennbare dar: Wir können ein Netzwerk von Beziehungen erkennen, nicht aber das Wesen der Dinge. Das Ziel unseres Strebens nach Wissen muss daher eine erweiterte Erkenntnis dessen sein, was die Dinge nicht sind, eine aufgeklärte Unwissenheit (De docta ignorantia, 1440).

Die Unbegrenztheit Gottes macht es uns unmöglich, ein a zu finden, das sich von einem b unterscheidet, und Vergleiche anzustellen: In Gott fallen die Gegensätze zusammen (coincidentia oppositorum), und der Satz vom Widerspruch verliert seine Geltung.

Cusanus unterschied vier Stufen der Erkentnis:

  1. sinnliche Wahnehmung (sensus), die das nichtk klar widerspiegelt, was auf der Oberfläche der Dinge liegt;
  2. Verstand (ratio), der Gegensätzliches gegenüberstellt,
  3. Vernunft (intellectus) die Gegensätzliches vereint,
  4. Intuition (animus) durch die eine völlige Einheit des Gegensätzlichen erreicht wird.

Cusanus ist für seine geometrischen Darstellungen dieser Verbindung der Gegensätze bekannt. Meistens stützen sie sich auf die Idee einer Geraden als Grenzfall einer ständig flacheren Kurve oder eines ständig stumpferen Winkels sowie auf das Prinzip, dass jedes unendliche, unbegrenzte Ding mit jedem anderen identisch ist.

Weblinks

  • Ökumenisches Heiligenlexikon