Owen

Robert Owen (1771 – 1858)

Robert Owen, Fabrikant, gründete in New-Lanark eine Arbeiterkolonie mit Selbstverwaltung auf kommunistischer Produktions- und Erwerbsgrundlage.

Während dieser Versuch erfolgreich war, mißlangen die von Owen in Amerika gemachten sozialistischen Versuche.

Owen betrachtet den Menschen als Produkt seiner ererbten Organisation und der Umwelt und verlangt eine natürliche Gesellschaftsordnung mit gemeinsamer Produktion und Güterverteilung.


Pachymer

Georgius Pachymeres (um 1260)

Georgius Pachymeres wirkte in Konstantinopel. Er ist von Aristoteles stark beeinflußt.


Palagyi

Palágyi Menyhért

Der ungarische Philosoph Palágyi Menyhért, der sich in seinen deutschsprachigen Publikationen Melchior Palágyi nannte, erwog 1902 die Möglichkeit bei Meinong zu habilitieren.

Er bemühte sich die Philosophie Brentanos und Husserls zu widerlegen und war dabei durch Humboldt, Herder, Max Müller und vielleicht auch durch Nietzsche beeinflußt.

Palágyis logisch-erkenntnistheoretische Argumente entwickelten sich in der Auseinandersetzung mit der Brentano-Schule. Die beiden 1902 erschienen Büchern Kant und Bolzano und Der Streit der Psychologisten und Formalisten in der modernen Logik, verfasste er unter dem Eindruck des 1. Bandes von Husserls Logischen Untersuchungen.

1903 erschien seine Arbeit Die Logik auf dem Scheidewege und 1904 eine Weiterführung dieses Buches Az ismerettan alapvetése (Grundlegung der Erkenntnislehre).

Er konfrontiert Bolzano mit Kant und befreit sich dadurch von Kants Psychologismus. Er konfrontiert Brentano mit Bolzano und Husserl und erkennt, dass Inhalte reale Denkakte voraussetzen. Er konfrontiert Bolzano mit Husserl und meint, dass Husserls Gedankengänge häufig unklar sind, weil er sich nicht der Terminologie von Bolzano anschließt.

Nach Palágyi kann der Sinn eines Satzes als selbständige, psychische Erscheinung im menschlichen Bewußtsein nicht bestehen, eine logische Urteilstätigkeit in unserem Geiste nicht stattfinden, ohne dass sinnliche Symbole hervorgebracht werden. Außersprachlisches Denken ist unmöglich.

Nach Palágyi hat die Logik die Aufgabe, durch die Untersuchung der Erkenntnistätigkeit unser Wissen von der Wahrheit zu befördern. Hauptproblem der Logik ist die Frage nach dem Wesen des Urteils. Logik und Psychologie bedingen sich wechselseitig.

Palágyi lehrt eine monistische Logik, die dynamische Urteilslogik ist. Die spezielle Logik gliedert er in Metageometrie, Metadynamik und Metabiologie. Die impressionistische und die symbolische Logik müssen miteinander vermittelt werden.

Literatur

  • Nyíri, J. C.: Palágyis Kritik an der Gegenstandstheorie. In: Meinong und die Gegenstandstheorie. Meinong and the theory of objects. (Hrsg.: R. Haller), Amsterdam 1996, 603 – 613


Ockham

William von Ockham (1285 – 1349)

Der englische Philosoph und Logiker William von Ockham (auch Occam) war ein extremer Nominalist.

Nach Ockham ist die Logik neben Rhetorik und Grammatik eine echte Anleitung zur Erkenntnis, die den Intellekt und seine Tätigkeit lenkt. Die Logik befasst sich mit der Analyse von Zeichen.

Neben den beiden Modalitäten wahr und falsch nahm Ockham einen dritten Wert unbestimmt an. Man kann seine Theorie daher als Vorläufer für mehrwertige Logiken betrachten.

Ockham lehnte die Meinung der Realisten ab, dass Universalien geistige Wesenheiten sind und bezeichente sie als Termini, die Klassen von Objekten und Relationen bezeichnen.

Die Welt besteht nach Ockham aus einzelnen Dingen. Verborgene Qualitäten habe man nirgends erkennen können.

In diesem Zusammenhang formulierte er ein wichtiges Prinzip: Wesenheiten soll man nicht über Gebühr vermehren (entia non sunt multiplicanda praeter necessitatem), denn Es ist eitel, etwas mit mehr zu erreichen, was mit weniger zu erreichen möglich ist (frustra fit per plura, quod fierit potest per pauceriora). Man nennt dieses Prinzip Ockhamsches Rasiermesser, weil es dazu dient Platons Bart abzuschneiden.

Weblinks


Oelzelt

Anton Oelzelt-Newin (gest. 1925)

Der Philosoph Anton Oelzelt-Newin war Privatdozent für Philosophie in Bern. Er gehört zu den Schülern von Alexius Meinong in dessen Wiener Zeit.

Seine Habilitation für Philosophie 1888 wurde – wie Meinong – berichtet von der Unterrichtsbehörde aus formellen Gründen nicht bestätigt [1].

Mit seiner Spende von Apparaten im Jahre 1893 legte er die Grundlage für das 1894 von Meinong begründe psychologische Laboratorium der Universität Graz [2].

Anton Oelzelt-Newin ist ein Vertreter der Grazer Schule.


[1] Meinong, A. In: Philosophie der Gegenwart in Selbstdarstellungen. Leipzig 21923, 105
[2] Meinong, A. In: Philosophie der Gegenwart in Selbstdarstellungen. Leipzig 21923, 105

Oetinger

Friedrich Christoph Oetinger (1702 – 1782)

Friedrich Christoph Oetinger ist ein Vertreter des Pietismus. Er ist stark von Böhme, Malebranche und Swedenborg beeinflußt.

Oetinger betont die Zusammengehörigkeit von Geist und Materie, sowie von Licht und Finsternis. Die Tinktur ist ein Mittelding zwischen Geist und Materie.

Das Leben geht nach Oetinger dem Denken und Sein voran.

In allen Dingen ist Lebensgeist (spiritus rector). Der Raum ist die wahre Substanz als Ort der Geister.

Der Wille zur Selbstoffenbarung ist der erste Trieb der Seele. Dieser Wille geht dem Verstand voran.

Neurath

Otto Neurath

Otto Neurath (* 10. Dezember 1882 in Wien, &dagger, 22. Dezember 1945 in Oxford) war ein österreichischer Philosoph, Soziologe und Ökonom.

Er studierte zuerst in Wien, dann in Berlin Mathematik, Ökonomie, Geschichte und Philosophie. Er promovierte 1907 in Berlin, war zwischenzeitlich im österreichischen Kriegsministerium in der Wirtschaftsabteilung tätig und habilitierte sich 1917 in Heidelberg.

In der Münchner Räterepublik war er Präsident des Zentralwirtschaftsamtes, wurde aber nach deren Ende wegen Hochverrats zu eineinhalb Jahren Haft verurteilt. Er wurde allerdings vorzeitig entlassen und nach Wien abgeschoben.

Er gehörte dem linken Flügel des Wiener Kreis an und vertrat einen pragmatischen wissenschaftstheoretischen Ansatzes.

Zusammen mit dem Graphiker Gerd Arntz entwickelte er die Isotype, die Wiener Methode der Bildstatistik.

Nach den Ereignissen des 12. Februar 1934 und der Errichtung des Ständestaates emigrierte er zunächst in die Niederlande nach Den Haag, musste aber 1940 weiter nach England flüchten, um seine Arbeit fortzusetzen.

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Newton

Isaac Newton (1642 – 1727)

Der englische Physiker, Astronom und Mathematiker Issac Newton entdeckte das Gravitationsgesetz und die drei Bewegungsgesetze: das Trägheitsgesetz, das Gesetz der Proportionalität von Kraft und Beschleunigung und das Gesetz der Gleichheit von Wirkung und Gegenwirkung.

Newton formulierte gleichzeitig mit Leibniz und unabhänig von diesem die Grundthesen der Differential- und Integralrechnung. Er wies auf auf den wechselseitig umkehrbaren Charakter der Operationen des Integrierens und Differenzierens hin.

Auf dem Gebiet der Logik war Newton Anhänger der induktiven Methode und riet, sich vor allem auf die Erfahrung zu stützen.

Von Newton stammt der Satz hypotheses non fingo (ich denke mir keine Hypothesen aus). Hieraus wurde voreilig der Schluss gezogen, dass Newton die Hypothesenbildung generell ablehne. Er lehnte jedoch nur Hypothesen ab, die von der Empirie, vom Experiment losgelöst sind.

Newton beschäftigte sich viel mit Raum und Zeit. Er nahm einen absoluten Raum an, der an sich existiere und immer und überall gleich und unbeweglich ist.

Weblinks


Nicolai

Christoph Friedrich Nicolai (1733 – 1811)

Christoph Friedrich Nicolai hat sich um die Aufklärung große Verdienste erworben.


Nicole

Pierre Nicole (1625 – 1695)

Der französische Theologe, Grammatiker, Philosoph und Logiker Pierre Nicole schrieb gemeinsam mit Arnauld 1662 das Buch La logique ou l’art de penserm das unter dem Namen Logik von Port Royal bekannt wurde.

In diesem Buch wird die Logik als Kunst definiert, den Verstand richtig bei der Erkenntnis der Dinge anzuwenden.

Nicole ist stark von Descartes und Pascal beeinflußt.