Holism O

Ontischer Holismus

Als ontischen bzw. ontologischen Holismus bezeichnet man die holistische Position, gemäß der die Welt ein Ganzes ist, das nicht aus Teilen besteht.

Zum ontischen Holismus ist die antike Theorie der All-Einheit zu zählen, die u. a. von Parmenides vertreten wurde.

Von seinen Nachfolgern wird der ontische Holismus aufgegeben, indem dem All-Einen ein zweites Prinzip gegenübergestellt wird.

Spinoza betrachtet alles was existiert als Existensweise genau einer Substanz. Diese Substanz identifiziert er mit Gott und der Natur.

Hegel nimmt das antike Konzept der All-Einheit auf und denkt alles, was es gibt, als Moment der dialektischen Entwicklung eines Geistes, der mit der Welt identisch ist.


Holism S

Semantischer Holismus

Als semantischen Holismus bezeichnet man die holistische Position, gemäß der jede Sprache ein Ganzes ist.

Die Bedeutung eines Wortes oder Satzes kann nicht isoliert verstanden werden, sondern nur im Kontext der gesamten Sprache.

Vertreter des semantischen Holismus sind Quine, und Davidson.

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Ethischer Holismus

Als ethischen Holismus oder holistische Ethik bezeichnet man die holistische Position, gemäß der die Erklärung ethischer Prinzipien von der Natur als Ganzes auszugehen hat.

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Soziologischer Holismus

Als soziologischern Holismus bezeichnet man die holistische Position, gemäß der historische und gesellschaftliche Phänomene nicht auf die Beschreibung und Erklärung des Verhaltens von Individuen reduziert werden kann.

So gibt es Durkheim zufolge irreduzible, soziale Ganzheiten mit besonderen Eigenschaften.

Der soziologische Holismus hat den methodologischen Holismus zur Folge, aber nicht umgekehrt.

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Methodologischer Holismus

Als methodologischen Holismus bezeichnet man die holistische Position, gemäß der Ganzheiten als soziale Ganzheiten untersucht werden sollen und nicht auf individuelle Besonderheiten, z. B. auf Handlungen von Einzelpersonen, reduziert werden (Nagel, Mandelbaum, Goldstein) sollen.

Der methodlologische Holismus ist eine Konsequenz des soziologischen Holismus, aber nicht umgekehrt.

Gewissh

Gewißheit

Der Anspruch von Gewißheit wird danach unterschieden, ob damit ein gesichertes Wissen (objektive Gewißheit) oder Sicherheit in der Überzeugung (subjektive Gewißheit) gemeint ist. Gewißheit meint entweder die objektive Wahrheitsfindung, d. h. ein Sachverhalt ist verfügbar, oder die subjektive Form der Wahrheitsanerkennung, d. h. das Verfügen über einen Sachverhalt oder alternativ die Ungewißheit bezüglich dieses Sachverhaltes.

Den Zustand der Ungewißheit nennt man Zweifel.

Descartes beanspruchte auf der Grundlage seines methodischen Zweifels, die Selbstgewißheit des Denkenden als objektive Gewißheit ausgewiesen zu haben.

Bei Hegel stellt die sinnliche Gewißheit ein erstes unmittelbares Wissen dar.

Es gibt nach Milhaud eine mathematisch-logische Gewißheit, die um so weniger objektiv ist, desto strenger sie ist. Die logische Gewißheit beruht auf dem Satze des Widerspruches Sie hat nichts mit der Wirklichkeit zu tun. Die mathematische Gewißheit ist subjektiver Art, da sie auf Schöpfungen des Geistes zu Zwecken der Exaktheit beruht. Sie basiert auf (empirisch beeinflußten) fiktiven Begriffen oder Symbolen von Selektionswert, welche die Wissenschaft fördern.


Glueck

Glück

Glück ist in der Alltagssprache zunächst das Eintreffen eines zwar erhofften, aber unwahrscheinlichen günstigen Ereignisses.

Die Glückseligkeit ist der Zustand vollkommener Befriedigung, vollkommener Wunschlosigkeit, ein Ideal, dessen Verwirklichung durch sinnvolles Wirken und Zusammenwirken erstrebbar ist.

Euthymia (griech. Freude, Frohsinn) nennt Demokrit die wahre Glückseligkeit.

Die Glücksfähigkeit ist den Persönlichkeitswerten zuzurechnen, denn der Glücksfähige erhöht durch sein Beispiel den Wert des Lebens und die Bereitschaft, ethische Werte als solche zu erkennen und zu verwirklichen.

Eine Ethik, die die Glückseligkeit als Ziel und Motiv alles Strebens betrachtet, heißt Eudämonismus. Der Eudämonismus ist eng mit dem Hedonismus verwandt.

Einen Eudämonismus vertreten Sokrates, Epikur, Spinoza, Leibniz, Shaftesbury, Feuerbach, Strauß, Sigwart, Dühring, Bentham, Sidgwick, Becher, Spencer u. a.

Der Utilitarismus kann dem Eudämonismus zugerechnet werden.

Häufig ist der Eudämonismus mit einem Hedonismus verbunden.

Dies hat unter anderem dazu geführt, dass man ein Paradoxon des Eudämonismus als Paradoxon des Hedonismus bezeichnet. Es besagt, dass diejenigen, die um des Glückes willen nach Glück streben, es oft verfehlen, während andere es bei der Beschäftigung mit ganz anderen Zielen finden.

Die griechische Ethik unterschied zwischen Eutychia, der Gunst der Umstände und des Schicksals, und Eudaimonia, dem Empfinden dieser Gunst, dem Glücksgefühl.

Das Glücksgefühl hängt nicht von den erreichten Glücksgütern ab, sondern von der eigenen Glücksfähigkeit.

Glueeth

Glücksethik

Glücksethik nennt man die Richtung in der Ethik, die das Streben nach Glück zum Zentrum ihrer Überlegungen macht.

Da die Glücksethiken sich sowohl auf menschliches als auch auf das Glück nichtmenschlicher Entitäten beziehen kann, lässt sich die Glücksethik sowohl anthropozentrisch als auch pathozentrisch ausführen.

Gott

Gott

Überlegungen über Gott (engl. god; franz. dieu; griech. theos; hebräisch elohim; lat. deus) waren immer wieder Gegenstand philosophischer Überlegungen, obwohl sie eigentlich Gegenstand der Theologie sind.

Es ist hier nicht der Ort diesen Mißbrauch der Philosophie zu diskutieren.

Wird Gott selbst als der letzte Grund, Erklärungsprinzip oder Ursache der Wirklichkeit verstanden, dann stellt sich die Frage nach des Existenz Gottes und nach einem Gottesbeweis.

Häufig wurde im Rahmen der Philosophie auch das theologische Problem des Verhätnisses von Gott zur Welt debattiert.

Die Antworten auf die Frage nach dem Verhältnis zwischen Gott und der Welt lassen sich wie folgt unterscheiden:

  1. Gott schuf die Welt als geordnete, indem er wie ein Baumeister (Demiurg) im Blick auf die Ideen Ordnung in die vorgegebene Materie brachte (Platon).
  2. Gott ist die Zweckursache der Welt (Aristoteles).
  3. Die Welt ist eine Manifestation (Emanation) von Gott (Neuplatonismus).
  4. Gott schuf die Welt aus dem Nichts (jüdisch-christliche Tradition).


Grazer

Grazer Schule

Der österreichische Philosoph Alexius Meinong, selbst Schüler von Brentano, begründete mit seiner Entwicklung der Gegenstandstheorie eine philosophische Schule, die unter dem Namen Grazer Schule bekannt geworden ist.

Zur Grazer Schule gehörten: R. Ameseder, Vittorio Benussi, W. Benussi-Liel, Christan von Ehrenfels A. Faist, A. Fischer, W. A. Frankl, Alois Höfler, Ernst Mally, Eduard Martinak, Anton Oelzelt-Newin, H. Pichler R. Saxinger, E. Schwarz, O. Tumlirz, France Veber, Ferdinand Weinhandl, Stephan Witasek und Konrad Zindler.

Richard Hönigswald, Schüler von Meinong in dessen Grazer Zeit, wird dieser Schule gewöhnlich nicht zugerechnet.