Philosophie

Logik T

Transzendentale Logik

Die transzendentale Logik (transcendere lat. – überschreiten) ist nach Kant die philosophische Disziplin, die die Beschränktheit der allgemeinen Logik von den Formen des Denkens überwinden soll.

Die transzendentale Logik betrachtet nach Kant die Bedingungen, die dem Wissen einen apriorischen Charakter verleihen und damit allumfassende und unbedingt notwendige Wahrheiten gewährleisten.

Die transzendentale Logik hat es nach Kant ausschließlich mit Gesetzen des Verstandes und der Vernunft zu tun, insofern diese sich nicht apriori auf Gegenstände beziehen.

Wenn als Gegenstand des logischen Denkens Erscheinungen der Erfahrung auftreten, kann nach Kant das Wissen allumfassend und notwendig sein. Sobald das logische Denken die Grenzen der sinnlichen Erfahrung, die Grenze der vom Denken zu ordnenden Welt der Erscheinungen zu überschreiten versucht und gesicherte Kenntnisse von den Dingen an sich zu gewinnen trachtet, gerät es unvermeidlich in Widerspruch mit sich selbst, und dann wird eine Begründung sowohl für eine These als auch für ihre Antithese möglich. Nach Kant entstehen vier Antinomien der kosmologischen Idee von der Vernunft.

Die transzendentale Logik zerfällt nach Kant in die transzendentale Analytik und die transzendentale Dialektik.


L Subj

Logisches Subjekt

Als logisches Subjekt bezeichnet man in der traditionellen Logik den Gegenstand eines kategorischen Urteils.

Heute spricht man von einem logischen Subjekt zumeist, um darauf hinzuweisen, dass sich die grammatische Form eines Satzes in vielen Fällen von dessen logischer Form unterscheidet.

L Symbol

Logisches Symbol

Logische Symbole nennt man Ausdruckselemente formaler Sprachen. Dazu gehören Namen, Variablen für Individuen und Urteile, logische Konstanten.

Aus diesen Bausteinen werden die wohlgeformten Formeln einer Sprache konstruiert.

L Sytax

Logische Syntax

In der Philosophie unterscheidet man zwischen der Oberflächensyntax (oder Oberflächengrammatik) von Ausdrücken, d. h. dem scheinbaren Aufbau von Ausdrücken aus einfacheren Ausdrücken, und der logischen Syntax von Ausdrücken, die die logische Form der Ausdrücke wiedergibt und daher ihre Semantik widerspiegelt.

Langue

Langue und Parole

Mit langue (franz. Sprache) bezeichnet Saussure die Sprache als ein System.

Parole (franz., Wort, Äußerung, Rede) nennt Saussure im Gegensatz zur langue die gesprochene Sprache.

Leid

Leid

Leid (auch Leiden, Erleiden nennt man ein quälendes subjektives Empfinden in der Erfahrung des körperlichen Ausgeliefertsein (dauerhafter Schmerz, Krankheit) oder das seelische Ausgeliefertsein (Gewalt, Versagung von Bedürfnissen und Wünschen).

Leid ist stark vom Bewußtsein der Einschränkung oder des Scheiterns von Lebenserwartungen oder Zielstellungen geprägt.

Für eudämonistische und hedonistische Lehren ist Leid ein Übel.

Von metaphysischem Leiden am Sein redet man, wenn das endliche menschliche Leben insgesamt als leidvoll betrachtet wird. Insofern ist die buddhistische Lehre von den vier edlen Wahrheiten eine Position des metaphysischen Leidens.

Die Erkenntnis, das Leiden nicht generell vermeidbar ist, hat in der christlichen Theologie zu der Frage geführt, wie man Gott als Schöpfer der Welt betrachten kann.

Vom Begriff des Leidens geht die Ethik von Hans Driesch aus.

Bei Jaspers ist Leiden eine Grenzsituation, die den Menschen aus der Geborgenheit im Dasein wirft und ihn vor sein Selbstseinkönnen stellt.

Viele ethische Theorien, insbesondere viele pathozentrische Tierethiken gehen davon aus, dass auch Tiere leiden können und dass unser Verhalten auf die Minimierung des Gesamtleidens hin, optimiert werden soll.

So ist nach Singer [1], die Fähigkeit zu leiden Voraussetzung für die Fähigkeit, Interessen haben zu können.


[1] Singer, P.: Praktische Ethik. Neuausgabe. Stuttgart 21994, 83

Liebeth

Liebesethik

Liebesethik nennt man die Richtung in der Ethik, die das Streben nach Liebe zum Zentrum ihrer Überlegungen macht.

Da die Liebesethiken sich sowohl auf menschliche als auch auf die Liebe nichtmenschlicher Entitäten beziehen kann, lässt sich die Liebesethik sowohl anthropozentrisch als auch pathozentrisch ausführen.

Die Liebesethik ist eng mit der Wohlwollensethik verwandt.

Lingu

Strukturelle Linguistik

Die strukturelle Linguistik untersucht die Sprache als ein System von Zeichen, die durch die zwischen ihnen bestehenden Differenzen und Abhängigkeiten bestimmt sind. Sie hebt den Charakter des Sprachzeichens als Unterscheidungsmerkmal hervor. Das einzelne Zeichen ist nichts in sich selbst. Es wird erst durch die Unterschiede zu anderen Zeichen der Sprache gebildet.

Die Sprache stellt in dieser Weise ein durch Differenzen zusammenhängendes Ganzes dar. Saussure gebraucht hierfür die Bezeichnung System.

Nach Saussure beginnt die Prager Schule (N. S. Trubetzkoy, Roman Jakobson) von der Struktur eines Systems zu sprechen, wobei Struktur den Charakter der Sprache als System hervorheben soll.

Struktur meint Ordnungszusammenhang zwischen den Elementen in der Sprache. Schließlich wird die Bezeichnung strukturell für die Methode selbst verwendet. Im Gegensatz zu Richtungen, die die Elemente der Sprache je für sich untersuchen, geht es der strukturelle Linguistik um die Beziehungen zwischen den Elementen.

Nach Saussure wurde die strukturelle Linguistik vor allem von der Prager Schule und der sogenannten Kopenhagener Schule um L. Hjelmslev weiterentwickelt. Während Hjelmslev an den Unterscheidungen Saussures im wesentlichen festhält (besonders langue, und parole), will Roman Jakobson sie überwinden, um zu einem Ganzheitskriterium der Sprache zu gelangen.

Logform

Logische Form

Zwei Ausdrücke haben genau dann die gleiche logische Form, wenn der eine aus dem anderen durch Austausch (Substitution) seiner nicht-logischen Wörter durch andere nicht-logische Wörter zustande kommt.

Der Austausch eines nicht-logischen Wortes muss universell, d. h. immer möglich sein und mit Hilfe von Wörtern der gleichen logischen Kategorie geschehen, d. h. singulare Ausdrücke müssen durch andere singulare Ausdrücke ersetzt werden.

Die Lehre von der logischen Form wird bisweilen auch als Dianoilogik bezeichnet.

Logik A

Angewandte Logik

Die Unterteilung der Logik in reine Logik und angewandte Logik findet sich bereits bei al-Farabi. Er spricht von logica docens und logica utens.

Nach Gassendi unterscheidet die abiuncta a rebus (reine Logik) und die coniuncta cum rebus (angewandte Logik).

Auch Kant unterscheidet reine Logik und angewandte Logik. Die angewandte Logik ist "eine Vorstellung des Verstandes und der Regeln seines notwendigen Gebrauchs in concreto".

Die angewandte Logik betrachtet nach Maass das Denken in gewissen, bestimmten denkenden Wesen.

Lodi kritisierte Kants Unterteilung in reine und angewandte Logik.