Lexika

Brondow

Bronislaw Brondowski (1879 – 1914)


Bronislaw Brondowski ist ein Vertreter der Lwow-Warschau-Schule.

Boltzm

Ludwig Boltzmann (1844 – 1906)

Ludwig Boltzmann war Professor der Physik in Wien.

Atome sind nach Boltzmann als Denkmittel notwendig. Er wendet sich damit gegen die rein phänomenologische Physik. Die Außenwelt existiert unabhängig von uns.

Bolzano

Bernard Bolzano (1781 – 1848)

Der böhmische Philosoph, Logiker, Mathematiker, Religionswissenschaftler und utopische Sozialist studierte katholische Theologie, Philosophie und Mathematik. Danach erhielt er die Priesterweihe und wurde Professor für philosophische Religionslehre in Prag.

Wegen seiner Vorlesung Propaganda für das Freidenkertum wurde er 1819 aus der Universität entlassen und zeitweilig unter Polizeiaufsicht gestellt. Er zog sich aus dem politischen Leben zurück und konzentrierte sich auf die wissenschaftliche Arbeit.

Bolzano trennte scharf zwischen den psychologischen Erkenntnisprozessen und deren logischem Inhalt.

Bolzano war stark von Leibniz beeinflußt und ist wie dieser Wegbereiter der modernen Logik.

Bolzano betont die Unabhängigkeit der Logik von der Psychologie. Die Logik – so Bolzano – beschäftigt sich nicht mit psychischen Vorgängen, sondern ausschließlich mit "Vorstellungen und Sätzen an sich". Sie existieren nach Bolzano unabhängig vom tatsächlichen menschlichen Denken und sind in der Sprache nur repräsentiert. Die Logik hat es nicht mit den seelischen Vorgängen des Urteilens und Fürwahrhaltens zu tun, sondern mit den zeit- und raumlosen Wahrheiten, Vorstellungen oder Sätzen an sich, den im logischen Urteil gemeinten ideellen Gegenständen.

Mit dieser Unterscheidung gewann Bolzano Einfluss auf Brentano, Husserl u.a.

In seinem Hauptwerk, der 1837 erschienenen Wissenschaftslehre vertritt der die Auffassung, dass der Satz an sich, die Vorstellung an sich und die Wahrheit an sich unabhängig von unserem Denken existieren.

Bolzanos Wissenschaftslehre nahm wichtige Teile der modernen Logik vorweg, z. B. die Begriffe der logischen Folgerung und der logischen Form. In seiener Logik versuchte er raum- und zeitlose Wahrheiten zu begründen.

Er entwickelte eine Methode der Variation der Vorstelllungen, die die Möglichkeit gibt, die Vereinbarkeit von Sätzen und ihre gegenseitige Ableitbarkeit zu erklären. Diese Methode kann als früher Versuch einer Modelltheorie interpretiert werden.

Bolzano ist einer der Wegbereiter einer axiomatischen Logik. Er benutzt in seinen Arbeiten rechteckige Diagramme für Beziehungen zwischen logischen Klassen. Er wies daraufhin, dass die vier klassischen Urteilsarten keine einheitlichen Gebilde seien, sondern vielmehr die Zusammenfassung mehrerer Möglichkeiten von Umfangsverhältnissen der Begriffe darstellen. Diese veranschaulichte er graphisch durch ein System von parallelen durchgezogenen bzw. punktierten Strecken.

Alle Begriffe versuchte Bolzano durch eine anatomische Analyse auf einfachste, nicht definierbare Grundbegriffe zurückzuführen wie z. B. Existenz, Bewußtsein, Wollen, Dauer, Ausdehnung, Kraft, Beweglichkeit, Einheit und Identität.

In der Mathematik lieferte er wichtige Beiträge zur Grundlegung der Analysis und versuchte eine Theorie der reellen Zahlen zu begründen. Er formulierte Sätze, die K. Weierstraß später zur Theorie der Funktionen ausarbeitete.

Bolzano war ein Wegbereiter der Mengenlehre. In seiner 1851 posthum erschienenen Arbeit Paradoxien des Unendlichen lenkte er die Aufmerksamkeit auf die Tatsache, dass eine unendliche Menge zu gewissen ihrer echten Teilmengen gleichmächtig ist.

Weblinks


Bonald

Louis Vicomte de Bonald (1754 – 1840)

Louis Vicomte de Bonald gehört zu der theologischen Schule der Traditionalisten.

Ohne die Sprache – so de Bonald – kann der Mensch nicht denken. Der Mensch ist ein soziales Wesen. Gesellschaft, Staat und Gesetze sind göttlichen Ursprungs und der Religion sowie der Kirche untergeordnet.


Bonavent

Bonaventura (1221 – 1274)

Der italienische Franziskaner, Philosoph und Theologe Bonaventura (John von Fidanza) war mit Thomas von Aquin befreundet. Er knüpfte an Augustinus an.

Als Vertreter des Realismus definierte er die Universalien als göttliche Prototypen der Dinge. Wahres Wissen ist nach Bonaventura nur im Ergebnis übernatürlicher ekstatischer Kontemplation möglich.

Nikolaus von Kues antizipierend, führte Bonaventura den in der Logik des Neuplatonismus wichtigen Terminus docta ignorantia (gelehrte Unwissenheit) ein, der für das durch das Wissen gewonnene Nichtwissen steht.


Bonnet

Charles Bonnet (1720 – 1793)

Charles Bonnet wurde aufgrund seiner naturwissenschaftlichen Beobachtungen schon früh Mitglied gelehrter Gesellschaften.

Bonnet ist ein von Locke beeinflußter Empirist.

Er betont in der Psychologie die Verbindung der psychischen Vorgänge mit den Nervenprozessen (Vorgängen in den Fibern). Dabei stellt er die Reaktivität und Aktivität der Seele heraus, die nach ihm eine immaterielle Substanz ist.

Die Psychologie beruht auf Beobachtung und Erfahrung. Die Bewegungen der Nervenfibern sind natürliche Zeichen der Bewußtseinsvorgänge.

Die Vorstellungen entspringen teils aus den Sinnen, teils aus der Reflexion. Vor aller Erfahrung hat die Seele keine Vorstellungen. Dies verdeutlicht Bonnet durch Vergleich des Menschen mit einer Bildsäule.

Die Verbindungen der Vorstellungen (Assoziation), die Reproduktion usw. hängt von den Verbindungen der Nervenbewegungen ab. Die Aufmerksamkeit ist eine Reaktion der Seele auf ihre Eindrücke, wodurch sie schwächere Eindrücke verstärken kann. Die Seele besitzt einen ätherartigen Leib als unverlierbares Organ, welches die Erinnerungen des Erdenlebens aufbewahrt. Mit diesem Ätherleib geht sie in andere Körper ein, worauf die Palingenesie folgt.

Die organischen Keime bestehen auf der Erde von Anfang an und entwickeln sich im Sinne der Präformation.

Bonnet beeinflußte einige deutsche Psychologen (Feder, Hissmann, v. Irwing).


Boole

George Boole (1815 – 1864)

Der englische Mathematiker und Logiker George Boole arbeitete sich in seiner Jugend als Autodidakt in die Mathematik ein. Er war zunächst als Lehrer tätig, wurde aber aufgrund seiner wissenschaftlichen Arbeiten 1848 Mathematikprofessor am Queens College in Cork (Irland). Dort wirkte er bis zu seinem Tode.

1854 publizierte Boole An investigation into the Laws of Thought, on Which are founded the Mathematical Theories of Logic and Probabilities. Boole reduzierte die Logik auf neue Weise auf eine Algebra, die sogenannte Algebra der Logik und verband so die Logik mit der Mathematik.

Werke

Weblinks

  • Peckhaus, Volker: Leibniz und die britischen Logiker des 19. Jahrhunderts (PDF)
  • Boole and de Morgan (engl.)


Borkenau

Franz Borkenau (geb. 1900)

Franz Borkenau ist ein Vertreter der Frankfurter Schule.


Borowski

Marian Borowski

Marian Borowski (* 1879, †  1938) ist ein Vertreter der Lwow-Warschau-Schule. Er hat u. a. die Gegenstandstheorie Meinongs weiterentwickelt und vertrat wie &;ukasiewicz, Ajdukiewicz und Bochenski nominalistische Positionen.

Bodin

Jean Bodin (1529/1530 – 1596)

Der französische Staatsrechtler und Philosoph Jean Bodin neigte zunächst dem hugenottischen Standpunkt zu. Mit zunehmender Zerrüttung des Staatswesens durch die Religionskriege zum Theoretiker des Absolutismus.

Hauptkategorie der Staatslehre von Jean Bodin ist die Souveränität.

Er bestimmte die Souveränität aks die höchste, dauernde, eigene, von Gesetzen entbundene Gewalt über den Untertanen.

Der Monarch ist in seiner Souveränität nicht eingeschränkt. Der Monarch farf jedoch nicht zum Tyrannen werden. D. h. er muss die Rechtssicherheit für den Bürger, seine Eigentum, die Gewissensfreiheit und die Toleranz garantieren. Der Monarch darf das göttliche Recht nicht verletzen.

Kommt der Monarch diesen Verpflichtungen nicht nach, sind Bürger und Beamte zum passiven Ungehorsam berechtigt.

In Aristokratien kommt die Souveränität den Optimaten und in Demokratien der Gesamtheit des Volkes zu.

Jean Bodin erarbeitete eine atomistische Naturphilosphie.