Aidesios

Aidesios von Kappadokien (gest. ca. 335 u. Z.)

Aidesios aus Kappadokien ist ein Schüler von Iamblichos, lehrte in Pergamos an einer Schule, die er gemeinsam mit Sosipatra gegründet hat und gilt als Vertreter der pergamenischen Schule des Neuplatonismus.

Er ist u. a. Lehrer des Neuplatonikers Eusebius Myndius aus Myndos in Karien. (Stob. 4, 28-74,41).

Adorno

Theodor Wiesengrund Adorno (1903 – 1969)

Der Philosoph und Soziologe Theodor W. Adorno ist Mitbegründer der Frankfurter Schule.

Er studierte Komposition (bei Bernhard Sekles und Alban Berg), Philosophie, Musikwissenschaft, Psychologie und Klavier (Eduard Steuermann). 1924 promovierte er seiner Arbeit Die Transzendenz des Dinglichen und Noematischen in Husserls Phänomenologie. Adorno habilitierte sich 1931 bei Paul Tillich mit der Arbeit "Kierkegaard, Konstruktion des Ästhetischen" .

Nach Entzug der Lehrerlaubnis im September 1933 ging er als advanced student ans Merton College in Oxford (England). Da seine deutschen Titel in England nicht anerkannt wurden promovierte er in Oxford erneut mit einer Arbeit über Husserl.

1938 ging Adorno auf Einladung Horkheimers nach New York und wird offizielles Mitglied des dorthin übergesiedelten Instituts für Sozialforschung. 1941 geht Adorno nach Los Angeles, um dort zusammen mit Max Horkheimer an der Dialektik der Aufklärung zu arbeiten. Diese Arbeit erschien jedoch erst 1947.

Ab 1944 nahm er am Berkeley Project on the Nature and Extent of Antisemitism teil, aus dem die 1950 erschienene Studie The Authoritarian Personality hervorging.

1949 kehrte Adorno nach Deutschland zurück. Er erhält 1950 eine außerplanmäßige Professur für Philosophie und Musiksoziologie an der Universität Frankfurt/Main. Parallel dazu leitet er gemeinsam mit Horkheimer das wiedereingerichtete Institut für Sozialforschung in Frankfurt/Main.

1951 erscheint die Minima Moralia und die Philosophie der neuen Musik. 1956 erschienen Drei Studien über Hegel.

Ausgehend von Referaten Poppers und Adornos auf dem Sozilogentag 1961 in Tübingen zu Methodenproblemen der Sozialwissenschaften entwickelte sich der Positivismusstreit.

1964 erscheint der Jargon der Eigentlichkeit und 1966 seine Negative Dialektik.

In seinen Arbeiten wendet sich Adorno gegen alle systematische Philosophie. Man kann – so Adorno – die Gesamtheit nicht mit wenigen einfachen Prinzipien oder Kategorien erfassen. Versucht man es, so verbirgt sich in der Philosophie ein Herrschaftsanspruch.

Die Aufdeckung von Herrschaftsansprüchen ist ein Leitmotiv seines Denkens. Er fragt immer wieder nach dem, was nicht sein soll und setzt damit einen Kontrapunkt zu einem Philosophieverständnis, nach dem die Philosophie und die Sozialwissenschaften nach dem fragen, was sein soll. Insofern die Philosophie oder die Sozialwissenschaften nach dem fragen, was nicht sein soll, sind sie kritisch. Was nicht sein soll lässt sich schwerlich empirisch ermitteln und so ist der Positivismusstreit eine folgerichtige Konsequenz seines Denkens.

Zu bedenken was nicht sein soll, was nicht wahr ist, was nicht gerechtfertigt, was nicht schön, dass sind provokative und vorantreibende Fragen auch für heutiges Philshilosophie

Literatur:

  • Müller, Olaf: Theodor W. Adorno. In: Philosophie der Gegenwart in Einzeldarstellungen. Von Adorno bis v. Wright. Stuttgart: Kröner 1991, 1 – 9
  • Scheible, Hartmut: Theodor W. Adorno. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1989


Ahrens

Heinrich Ahrens (1805 – 1874)

Heinrich Ahrens, geboren zu Kniestedt (Hannover), studierte in Göttingen. Er war in Göttingen Dozent, ging dann nach Brüssel und Paris, wo er Vorlesungen hielt. 1834 wurde er Professor Graz und 1860 in Leipzig. Ahrens starb in Salzgitter.

Ahrens ist Schüler von Krause. Durch ihn ist Krause in Spanien bekannt geworden, was dazu geführt hat, dass Krause heute in spanischsprachigen Ländern bekannter ist als im deutschsprachigen Raum.

Das Recht ist nach Ahrens das organische Ganze der von der Willenstätigkeit abhängigen Bedingungen zur Verwirklichung der Gesamtbestimmung und der darin enthaltenen wesentlichen Lebenszwecke.

Adler M

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Max Adler (1873 – 1937)

Max Adler ist wie O. Bauer ein Vertreter des Austromarxismus.

Max verbindet den Marxismus mit dem Kantischen Idealismus und Hegels Dialektik.

Adler stellte eine sozialistische Lebens- und Kulturlehre auf, in der er den Begriff des "Neuen Menschen" prägte. Er fragt nach den Voraussetzungen des sozialen Bewusstseins und findet, dass das individuelle Denken von vornherein auf artgleiches Denken bezogen ist. Der gesellschaftliche Charakter ist also schon im Zustande jedes Einzelwesens gegeben.

Gegenstand der Sozialwissenschaft sind Willenshandlungen und Zwecksetzungen. Die soziologische Methode ist die kausale. Ideen sind bewusst gewordene Wirkungen.

Adler hat auch zu Stirner gearbeitet.

Literatur:


Albert

Hans Albert (geb. 1921)

Hans Albert ist ein Vertreter des Kritischen Rationalismus.

Albert setzt sich mit der analytischen, hermeneutischen und dialektischen Methode auseinander und will auf der Basis von Gesetzmäßigkeiten des menschlichen Verhaltens entstehende soziale Mechanismen unter verschiedenen Bedingungen erklären.

Abaelard

Pierre Abaelard (1079 – 1142)

Der französische Philosoph,Theologe und Logikerlehrte am Lehrstuhl von Saint-Christophe in Paris Dialektik und Theologie.

Abaelard ist u. a. Schüler von seinem späteren GegnerRoscelin von Compiègne, vonWilhelm von Champeaux und eventuellauch von Thierry von Chartres, Ulgervon Angers und Marbod von Rennes.

Abaelard trat für das Primat der Vernunft auch in Glaubensfragen ein.

Seine dialektisch-logischen Werke brachten ihm den Beinamen PeripateticusPalatinus (Peripatetiker aus Le Pallet) ein.

Abaelard verfasst 1102/1103 die Commentaria minora zuPorphyrius,Boëthius und den Logik-Schriften desAristoteles.

In Saint-Victor hört Abaelard 1109/10 die Rhetorik-Vorlesung Wilhelms vonChampeaux. Es kommt zum sog. Universalienstreit über die Natur derAllgemeinbegriffe.Wilhelm von Champeaux vertritt denRealismusund steht so demextremen Nominalismus von Roscelin von Compiègne gegenüber. Abaelardentwirft eine zwischen den Extrempunkten vermittelnde Theorie, diespäter alsKonzeptualismusbezeichnet wurde.

Die Universalien sind bei AbaelardBedeutungen von Wörtern, die zur Klasse derGegenständegehören.

Abaelard untersuchte die Rolle der Kopula imUrteil, analysierte denSyllogismus,die Mittel derBegriffsbestimmungund der Einteilung desBegriffsumfangs,verwendete in logischen Operationen bestimmte Regeln und Benutzung derImplikation und behandelte eine Reihe von Problemen der modalen Logik.

Im Tractatus de Intellectibus unterscheidet Abaelard sechs Zustandformender Seele:

  • Sinneseindruck (sensus)
  • innere Vorstellung (imaginatio)
  • Einschätzung (existimatio)
  • Wissen (scientia)
  • Vernunft (ratio)
  • Einsicht (intellectus)

Der Sinneseindruck bedarf des körperlichen Organs (Auge, Ohren …).Die Einsicht hat das körperliche Organ jedoch nicht nötig. Wirkönnen uns nämlich auch an die Vergangenheit erinnern, die Zukunftvoraussagen oder etwas ausdenken, das es nicht wirklich gibt (eineChimäre, einen Bockshirsch, Sirenen). Sinneseindrücke haben auchvernunftlose Lebewesen.

Abaelard unterscheidet Vernunftbegabung und Vernunft. Vernunftbegabung hatjedes Wesen, das Unterscheidungsvermögen hat. Vernunft setzt aberEinsicht voraus.

Die innere Vorstellung ist eine Art Erinnerung an den Sinneseindruck. Dieinnere Vorstellung beinhaltet aber keine Überlegung. Sie ersetzt denSinneseindruck, wo dieser nicht vorliegt.

Die Einschätzung identifiziert er mit dem Glauben, Wissen ist dieGewissheit des Geistes. Wissen dauert auch dann an, wennEinschätzung und Einsicht fehlen. Wissen geht im Schlaf nichtverloren.

1119/20 vollendet Abaelard seine Theologia Summi Boni mitdem Traktat De Unitate Et Trinitate Divina.

1121 auf der Synode von Soissons und 1141 auf der Synode von Senswurden seine Schriften durch die Kirche verurteilt.

Auch später hatte Abaelard zwar viele Schüler, aber aucheinflussreiche Gegner.

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Literatur


Ajdukiew

Kasimierz Ajdukiewicz

Kasimierz Ajdukiewicz (* 12. December 1890 in Tarnopol (heute Ternopil, Ukraine), † 12. April 1963 in Warschau) studierte Philosophie, Mathematik und Physik in Lwow und Göttingen und gehört zur Lwow-Warschau-Schule gerechnet. Seine Lehrer waren Twardowski, &;ukasiewicz, Sierpinski, Smoluchowski, Hilbert und Husserl.

1921 habilitierte er sich in Warschau mit einer Abhandlung über die Methodologie der deduktiven Wissenschaften. Er lehrte 1922 – 1928 in Warschau, 1928 – 1939 in Lwow, 1945 – 1955 in Poznan und 1955 – 1963 wieder in Warschau.

Ajdukiewicz arbeitete vorzugsweise auf dem Gebiet der Sprachsemantik. Er unterscheidet drei Arten von Sinnregeln:

  1. axiomatische Sinnregeln,
  2. deduktive Sinnregeln und
  3. empirische Sinnregeln.

In seinen Arbeiten zur Theorie der syntaktischen Kategorien knüpfte Ajdukiewicz an Husserl und Le&;niewski an. Er entwickelte ein algorithmisches Verfahren, nach dem man feststellen kann, ob ein sprachlicher Ausdruck syntaktisch richtig gebildet ist und zu welcher syntaktischen Kategorie er gehört.

Werke

  • Z metodologii nauk dedukcyjnych. 1921
  • Glówne kierunki filozofii. 1923
  • Glówne zasady metodologii nauk i logiki formalnej. 1928
  • O znaczeniu wyrazen. 1931
  • Logiczne podstawy nauczania. 1934
  • Propedeutyka filozofii. 1938
  • Epistemologia i semantyka. 1948
  • Zagadnienia i kierunki filozofii. 1949
  • Zarys logiki. 1952
  • Zagadnienia empiryzmu a koncepcja znaczenia. 1964
  • Logika pragmatyczna. 1965

Literatur

  • A method of eliminating intensional sentences and sentencial formulas, in AA.VV., Atti del XII congresso di Filosofia (Venezia, 12-16 settembre 1958), vol. V: Logica, gnoseologia gnoseologia, filosofia della scienza, filosofia del linguaggio, Sansoni, Firenze 1960, pp. 17-24.
  • Kokoszyska, M., Kazimierz Ajdukiewicz. In: Klibanski, R. (ed.), Contemporary Philosophy. A Survey, La Nuova Italia, Firenze 1968.
  • A. Jedynak: Kazimierz Ajdukiewicz – From Radical Conventionalism to Radical Empiricism. In: Polish Philosophers of Science and Nature in the 20th Century. (Ed. by Wladyslaw Krajewski) Amsterdam-Atlanta 2000

Online-Texte

Weblinks


Aischin

Aischines aus Neapel (ca. 200 v. u. Z.)

Aischines aus Neapel ist ein Vertreter der Athenischen Schule des Neuplatonismus.


Aisara

Aisara von Lukanien

Aisara lebte in Unteritalien. Ihr Name könnte sich von ihrem Geburtsort an dem Fluss Aisarus ableiten.

Das von Aisara erhaltene Fragment aus ihrem Werk Über die menschliche Natur wird gelegentlich auch dem Pythagoreer Aresas zugeschrieben.

Aisaras Schrift beinhaltet eine Naturgesetztheorie der dreigeteilten menschlichen Seele; der Maßstab für Gesetz und Gerechtigkeit ist in der menschlichen Natur gelegt. Nach rationalem göttlichen Plan verfügt der Mensch

  1. über den Seelenteil der herrschenden Vernunft, der Urteilsfähigkeit und Denken ermöglicht,
  2. über den Seelenteil des Mutes, der herrscht und von der Vernunft beherrscht wird und der Kraft/Tapferkeit sowie Geschicklichkeit gewährt, und
  3. über den Seelenteil des Begehrens/Verlangens, der durch Vernunft und Mut beherrscht wird und die Fähigkeit zu Liebe und Freundschaft gibt.

Die Seelenteile stehen in einem angemessenen Verhältnis zueinander, wie es den Anforderungen des Lebens entspricht. Sie sind zweckorientiert angelegt, und zwar sowohl zum Zwecke des guten persönlichen als auch des guten öffentlichen Lebens, die bei Aisara als gleichwertig betrachten werden.

Ein geordnetes harmonisches Zusammenspiel der inneren Kräfte befähigt zu einem ebensolchen Leben; durch Erziehung und Tugend wird der Mensch liebenswert.

Literatur

  • Nühlen, Maria: Aisara von Lukanien. In: Philosophinnen-Lexikon. (ed. Meyer, Ursula I.; Bennent-Vahle, Heidemarie. Leipzig: Reclam 1994, 16 f.

Weblinks


Ainesid

Ainesidemos aus Knossos (1. Jh. v. u. Z.)

Der Skeptiker Ainesidemos aus Knossos lehrte um 70 u. Z. in Alexandria. Ein sicheres Wissen ist – so Ainesidemos – weder durch Sinneswahrnehmung noch durch das Denken zu gewinnen.

Er formulierte 10 Tropen:

  1. Die Verschiedenheit der Lebewesen und ihres Werdens.
  2. Die Verschiedenheit der Lebewesen und ihre Besonderheiten.
  3. Die Verschiedenheit der Sinnesorgane.
  4. Die Verschiedenheit der Zustände
  5. Die Verschiedenheit der Lagen und Entfernungen.
  6. Das Vermischtsein des
  7. Die Verschiedenheit der Erscheinungen je nach der Art der Verbindung.
  8. Die Relativität überhaupt.
  9. Die durch die Anzahl der Erlebnisse
  10. Die durch Bildung, Sitten, Gesetze, usw. bedingte Verschiedenheit