Aisara

Aisara von Lukanien

Aisara lebte in Unteritalien. Ihr Name könnte sich von ihrem Geburtsort an dem Fluss Aisarus ableiten.

Das von Aisara erhaltene Fragment aus ihrem Werk Über die menschliche Natur wird gelegentlich auch dem Pythagoreer Aresas zugeschrieben.

Aisaras Schrift beinhaltet eine Naturgesetztheorie der dreigeteilten menschlichen Seele; der Maßstab für Gesetz und Gerechtigkeit ist in der menschlichen Natur gelegt. Nach rationalem göttlichen Plan verfügt der Mensch

  1. über den Seelenteil der herrschenden Vernunft, der Urteilsfähigkeit und Denken ermöglicht,
  2. über den Seelenteil des Mutes, der herrscht und von der Vernunft beherrscht wird und der Kraft/Tapferkeit sowie Geschicklichkeit gewährt, und
  3. über den Seelenteil des Begehrens/Verlangens, der durch Vernunft und Mut beherrscht wird und die Fähigkeit zu Liebe und Freundschaft gibt.

Die Seelenteile stehen in einem angemessenen Verhältnis zueinander, wie es den Anforderungen des Lebens entspricht. Sie sind zweckorientiert angelegt, und zwar sowohl zum Zwecke des guten persönlichen als auch des guten öffentlichen Lebens, die bei Aisara als gleichwertig betrachten werden.

Ein geordnetes harmonisches Zusammenspiel der inneren Kräfte befähigt zu einem ebensolchen Leben; durch Erziehung und Tugend wird der Mensch liebenswert.

Literatur

  • Nühlen, Maria: Aisara von Lukanien. In: Philosophinnen-Lexikon. (ed. Meyer, Ursula I.; Bennent-Vahle, Heidemarie. Leipzig: Reclam 1994, 16 f.

Weblinks


Ainesid

Ainesidemos aus Knossos (1. Jh. v. u. Z.)

Der Skeptiker Ainesidemos aus Knossos lehrte um 70 u. Z. in Alexandria. Ein sicheres Wissen ist – so Ainesidemos – weder durch Sinneswahrnehmung noch durch das Denken zu gewinnen.

Er formulierte 10 Tropen:

  1. Die Verschiedenheit der Lebewesen und ihres Werdens.
  2. Die Verschiedenheit der Lebewesen und ihre Besonderheiten.
  3. Die Verschiedenheit der Sinnesorgane.
  4. Die Verschiedenheit der Zustände
  5. Die Verschiedenheit der Lagen und Entfernungen.
  6. Das Vermischtsein des
  7. Die Verschiedenheit der Erscheinungen je nach der Art der Verbindung.
  8. Die Relativität überhaupt.
  9. Die durch die Anzahl der Erlebnisse
  10. Die durch Bildung, Sitten, Gesetze, usw. bedingte Verschiedenheit


Achillin

Alessandro Achillini (1463 – 1512)

Der italienische Philosoph und Anatom Alessandro Achillini lehrte in Bologna und Padua Philosophie sowie später auch Medizin.

In seiner Philosophie vertrat Achillini die averroistische Position des Renaissancearistotelismus.

Er nahm die Existenz natürlicher Universalien an, wobei Universalien Formen in der Materie sind, die von der Natur selbst angestrebt werden.

Die Begriffe der Substanz und des Geistes sind keine natürlichen Universalien, sondern analogische.

Anders als Averroës bestritt er die Lehre von der Einheit des Intellektes.


Ahlwardt

Peter Ahlwardt (1710 – 1791)

Peter Ahlwardt war ab 1752 Professor für Logikund Metaphysik an der Universität Greifswald.

Ahlwardt stand in der Tradition der WolffschenSchule. Er trat für eine vorurteilsfreie Auseinandersetzung mit Spinozaein.

Bekannt wurde z. B. die 1735 veröffentlichte Abhandlung Überdie Unsterblichkeit der Seele und über die Freiheit Gottes.

Nach Ahlwardt sollte die Wissenschaft nicht nur an ihren Sätzen,sondern auch an den Begründungen gemessen werden.

Die Logik verstander als die Lehre vom Denken. Sie ist ein rationales Mittel zum Verständnisder auf der Erfahrung oder Empfindungzurückgeführten Denkinhalte.

Der Begriff ist nachAhlwardt ein sachlich richtige und gewisseVorstellung.

Das Urteil wird als Empfindungder Übereinstimmung oder Verschiedenheit der Begriffe .

Der Schluss ist dieVorstellung Wahrheiteines Urteils, sofern die Wahrheit aus der Wahrheit eines anderen Urteilsfolgt.

Literatur:

  • Wolfes, Matthias:Ahlwardt, Peter. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon.Bd. XVII, Herzberg: Bautz 2001, 18 – 23


Abaelard – Ayer| Baader – Burski| Cabanis – Czezowski |

Abbt

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Thomas Abbt (1738 – 1766)

Thomas Abbt ist ein Vertreter der Popularphilosophie. Er wirkte 1761 – 1762 in Berlin und hatte dort u. a. Verbindungen zu Mendelssohn, der ihm die Schrift Phaedon oder über die Unsterblichkeit der Seele widmete.

Abbt studierte ab 1756 in Halle Theologie, Philosophie und Mathematik. Nach dem Magisterexamen war er kurz Zeit Privatdozent, dann ab 1760 außerordentlicher Professor der Philosophie in Frankfurt/Oder und ab 1761 Professor der Mathematik an der Universität Rinteln. Bekannt wurde er mit der Arbeit Vom Tode fürs Vaterland (1760), in dem er das Verhältnis von Bürger und Staat diskutiert und den Begriff der politischen Tugend stark macht. Politische Tugend besteht für ihn im gefühlsmäßigen und geistigen Bekenntnis zu einer vernünftigen Staatsform.

Seine Position in diesem Werk ähnelt in vielem der Position von Georg Zimmermann. Abbts Hauptwerk Vom Verdienste erschien 1765 im Verlag von Nicolai.

Literatur:


Agrippa

Agrippa (2. Jh. u. Z.)

Agrippa gehört zu der von Ainesidemos begründeten Schule der antiken Skepsis.

Agrippa gibt fünf skeptische Tropen an:

  1. Der Widerstreit der Meinungen.
  2. Das Hinauslaufen des Beweises ins Unendliche, zu immer neuen Beweisen.
  3. Relativität und Subjektivität der Erkenntnis.
  4. Unbewiesene Voraussetzungen.
  5. Zirkelbeweis.

Agrippas Trilemma ist nach Agrippa benannt.

Alcuinus

Albinius Alcuinus (735 – 804)

Albinius Alcuinus lehrte ab 782 am Hofe Karls des Großen an der Hochschule. Abt von Tours. Bekannt wurde er durch die Gründung von Klosterschulen. Alcuinus über Dialektik, Rhetorik und Psychologie. Seine Psychologie ist von Augustinus beeinflusst. Die Seele ist – so Alcuinus unsterblich und mit freiem Willen begabt.

Adelard

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Adelard von Bath (1075 – 1160)

Der englische Scholastiker Adelard von Bath ist ein Vertreter der Schule von Chartres. Er studierte in Tours und wirkte in Salerno, Sizilien, Silizien (heute Türkei) und Bath.

Seine philosophischen Arbeiten basierten vor allem auf Platons Philosophie. Adelard vertrat die Indifferenzlehre.

Adelard übersetzte Euklids Elemente ins Lateinische.

Literatur:

Abaelard – Ayer| Baader – Burski| Cabanis – Czeżowski | Dacqué- Durkheim | Ebbinghaus- Ewald | Faber- Fritzsche | Galenos- Gunsun Lun | Häberlin- Hypatia | Iamblichos- Iulianus | Jacoby- Juschkewitsch | Kaila- Kurylowicz | LaMettrie – Lykon | Maass- Myia | Nalbandjan- Nyman | Ockham- Owen | Palágyi- Pythagoras | Queccius- Quine | Radischtschew- Ryle | Saarnio- Szumowski | Taine- Tyrsenis | Uphues| Valla- Vorländer | Wahl- Wwedenski | Xeniades- Xenophon | Zadeh- Zoilos

Agripp N

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Agrippa von Nettesheim (1486 – 1535)

Der deutsche Wundarzt, Jurist, Theologe, Philosoph und Magier Agrippa von Nettesheim (eigentlich Heinrich Cornelius) verband den Neuplatonismus, die Kabbelistik, die lullische Kunst, die Magie und den Okkultismus zu seiner geheimen Philosophie (De occulta occulta philosophia, 1510, gedruckt 1533).

Er postuliert eine allgemeine Belebtheit der Welt als Grundlage einer universellen einander freundlich oder feindlich.

Die Erkenntnis dieses inneren Beziehungsgefüges gibt die Grundlage für die wahre Magie.

In seinem Werk Declamatio de incertitudine et vanitate scientiarum et artium griff er die falsche Magie, die Astrologie, die Wissenschaften sowie Missstände in Staat und Kirche an.

Literatur

  • Grey, Francis W.: Heinrich Cornelius Agrippa of Nettesheim In: Catholic Encyclopedia


Albertus

Albertus Magnus (1206 – 1280)

Der deutsche dominikanische Philosoph Albertus Magnus (Albert von Bollstädt, Albert der Große, Albertus Teutonicus) wurde wegen der Breite seines philosophischen Wissens doctor universalis genannt.

Er stand unter methodologischem Einfluss des Philosophen Ibn Rushd. Heute kennen wir ihn vor allem als Lehrer Thomas von Aquin, der diesen dazu brachte, die Argumente des Aristoteles in das christliche Denken einzubeziehen.

Er selbst schrieb Kommentare zu Aristoteles und untersuchte die Syllogismen und Ableitungsprozesse von Folgerungen aus Prämissen.

Die Logik nannte Albertus Magnus eine Wissenschaft, welche Regeln lehrt, wie man vom Bekannten zum Erkennen des Unbekannten kommt. In ihr sah er ein Mittel der Erkenntnis.

Die Universalien hielt Albertus Magnus für ewige Urbilder der Dinge, die durch den göttlichen Geist hervorgebracht werden.