Sigwart2

Christoph Wilhelm von Sigwart

Der Logiker und Philosoph Heinrich Christoph Wilhelm von Sigwart (* 31. August 1789 in Remmingsheim, † 16. November 1844 in Stuttgart) war Professor der Philosophie in Tübingen.

Christoph von Sigwart ist sein Sohn.

Werke

  • Über den Zusammenhang des Spinozismus mit der Cartesianischen Philosophie. Tübingen 1816
  • Handbuch der theoretischen Philosophie. Tübingen 1820
  • Handbuch zu Vorlesungen über die Logik. 1818
  • Grundzüge der Anthropologie. Tübingen 1827
  • Der Spinozismus. Tübingen 1839
  • Das Problem von der Freiheit und Unfreiheit des menschlichen Willens. 1839
  • Über das Problem des Bösen oder die Theodizee. 1840
  • Geschichte der Philosophie. Tübingen 1844 (3 Bde.)

Weblinks


Simmel G

Gertrud Simmel

Die Philosophin Gertrud Simmel (geb.: Gertrud Kinel, Pseudonym: Marie Luise Enckendorff, * 1864, † 1938) veröffentlichte 1906 ihr erstes Buch Vom Sein und Haben der Seele.

In ihrer Abhandlung Realität und Gesetzlichkeit im Geschlechtsleben mit dem Verhältnis von Mann und Frau in der Ehe.

Gertrud Simmel war mit Georg Simmel verheiratet.

Werke

  • Vom Sein und Haben der Seele. 1906
  • Realität und Gesetzlichkeit im Geschlechtsleben. 1910
  • Über das Religiöse. 1919
  • Kindschaft zur Welt. 1927

Weblinks


Schroed

Ernst Schröder (1841 – 1902)

Der Mathematiker und Logiker Ernst Schröder systematisierte die Resultate der Booleschen Algebra.

Im Unterschied zu Boole, der seinen Kalkül maßgeblich auf der Identität von Klassen aufbaute, geht Schröder von der Inklusion der Klassen aus.

Schröder entwickelte außerdem die Relationenalgebra, er führte den Begriff der Normalform ein und entdeckte das Dualitätsprinzip in der Klassenlogik.

Außerdem löste Schröder einige Spezialfälle des Entscheidungsproblems durch Elimination der Quantoren.

Weblinks


Simmel

Georg Simmel

Der Soziologe und Philosoph Georg Simmel (* 1. März 1858 in Berlin, † 28. September 1918 in Straßburg) ist ein führender Vertreter der Lebensphilosophie. Er studierte Simmel in Berlin Philosophie und Geschichte.

Die Bildung von Begriffen ist nach Simmel von praktischen Interessen beeinflusst und beruht auf Wertungen. [Einl. in d. Moralphilosophie. Bd. II, 82 ff.]

Nach Simmel ist der Altruismus ein vererbter Instinct [Einl. in d. Moralphilosophie. Bd. I, 92] und Gruppenegoismus [Einl. in d. Moralphilosophie. Bd. I, 113].

Simmel versteht normative Wissenschaften wie Logik, Ethik und Ästhetik als Wissenschaften vom Normativen. Sie normieren nicht, sondern sie erklären Normen und ihre Zusammenhänge. [Einl. in d. Moralphilosophie. Bd. I, 321].

Georg Simmel war mit Gertrud Simmel verheiratet.

Werke

  • The Nature of Matter According to Kant’s Physical Monadology. 1881
  • Über sociale Differenzierung. 1890
  • Zur Psychologie der Frau, Zeitschr. f. Völkerpsychol. 1890
  • Die Probleme der Geschichtsphilosophie. 1892
  • Einleitung in die Moralwissenschaft. Eine Kritik der ethischen Grundbegriffe. 2 Bde. 1892 f.
  • Philosophie des Geldes. 1892
  • Über die Grundfrage des Pessimismus, Zeitschr. f. Philos. Bd. 90
  • Das Problem der Soziologie, Schmollers Jahrbücher 18(1894)
  • Über eine Beziehung der Selectionslehre zur Erkenntnis, Archiv für system. Philosophie 1895
  • Brücke und Tor. Essays des Philosophischen zur Geschichte, Religion, Kunst und Gesellschaft. 1903
  • Vorlesungen über Kant. 1904
  • Die Religion. 1906
  • Nietzsche und Kant. 1906
  • Schopenhauer und Nietzsche. Leipzig 1907
  • Soziologie. Leipzig 1908
  • Hauptprobleme der Philosophie. 1910
  • Goethe. 1913
  • Grundfragen der Soziologie. 1917
  • Der Konflikt der modernen Kultur. 1918
  • Beitrag zur Erkenntnistheorie der Religion, Z. f. Philosophie 118.
  • Skizze einer Willenstheorie, Zeitschr. für Psychologie d. Sinnesorgane. Bd. IX

Online-Texte

Weblinks


Schubert

Richard von Schubert-Soldern (1852 – 1935)

Richard von Schubert-Soldern, geboren in Prag, war außerordentlicher Professor in Leipzig und dann Gymnasialprofessor in Görz.

Er ist ein Vertreter der Immanenzphilosophie. Er formuliert sie als erkenntnistheoretischen Solipsismus.

Der Solipsismus ist theoretisch unwiderlegbar, da auch jedes fremdes Ich nur als mein Bewußtseinsinhalt gegeben ist. Das Ich ist der Zusammenhang aller Bewußtseinsinhalte, aus dessen Gesamtzusammhang wir nicht heraus können.

Die Objekte sind Teile des vorstellenden Ichs. Das Ding besteht nicht außerhalb aller Denkbeziehungen, sondern nur aus Wahrnehmungs- und Vorstellungsbeziehungen, die in einem empirischen Subjekt zur Einheit verbunden sind.

Nach Schubert-Soldern beruht die Evidenz der mathematischen Axiome auf der Undenkbarkeit des Gegenteils.

Das Allgemeine kann nicht nur durch Induktion gefunden werden.

Die formelle Logik ist eine Logik der Sprachformen.

Altruistisches Verhalten ist sittlich.


Schuppe

Wilhelm Schuppe (1836 – 1913)

Der Philosoph Wilhelm Schuppe ist Haupt der Immanenzschule sowie Anhänger der erkenntnistheoretischen Logik. In seinem Buch Erkenntnistheoretische Logik (1878) begründete Schuppe die Einheit von Logik und Erkenntnistheorie damit, dass beide sich mit der Bestimmung von wahr und falsch befassen.

Schuppe fordert, die reinen Gedankenelemente von der sprachlichen Einkleidung zu unterscheiden. Das Denken muss in seiner Arbeit belauscht werden. Die Logik lehrt keine subjektive Verfahrungsweise des bloßen Denkens (ohne Objekte), sondern gibt inhaltliche Erkenntnisse allgemeinster Art vom Seienden überhaupt und seinen obersten Arten. Die Logik ist die Wissenschaft von dem objektiv gültigen Denken.

Begriff und Schluss sind nach Schuppe Gesamtheiten von Urteilen.

Schuppe verhielt sich skeptisch zur Induktion. Er erkannte ihr keinen selbständigen Wert als Form des Schließens zu. Die Induktion ist formal ein Syllogismus mit disjunktivem Obersatz. Dabei wird der Begriff der Kausalität oder des Zusammengehörens vorausgesetzt.

Er sieht den Grund der Evidenz der mathematischen Axiome in deren Anschaulichkeit.

Schuppe schloß das Sein in das Bewußtsein als etwas dem Bewußsein innerlich Eigenes ein.


Schwarz

Hermann Schwarz (geb. 1864)

Hermann Schwarz wirkte in Greifswald.

Er vertritt einen kritischen Realismus und ist teilweise von Uphues beeinflußt.

Dinge können so sein, wie wir sie erkennen. Die Seele ist immateriell und steht mit dem Leib in Wechselwirkung.

Nach Schwarz ist die Logik "die Lehre von den Bedingungen, unter denen wir unsere Denkinhalte für wahr oder falsch halten, sowie von den Mitteln, zu wahren Denkinhalten zu gelangen".

Die Ethik von Schwarz beruht auf der Psychologie des Willens. Dabei unterscheidet Schweiz das Begehren und den eigentlichen Willen.

Dem voluntaristischen Apriorismus von Schwarz gemäß walten im Willensgebiet nicht die apriorischen Regeln der Vernunft, sondern eigene apriorische Normen, die Normen des analytischen und synthetischen Vorziehens.

Das Vorziehen (Lieberwollen, Wählen) ist ein Urphänomen mit eigener Gesetzlichkeit.

Analytisch ist das Vorziehen, wenn es sich nach dem Verhältnis von solchem Bessern und Schlechtem richtet, das schon vorher anderweitig geprägt ist. Synthetisch ist dasjenige Vorziehen, das erst durch einen eigenen Akt anzeigt, wo in einem gegebenen Falle das Bessere liegt.

Gefallen und Mißfallen sind von den Lust- und Unlustgefühlen verschiedene, ursprüngliche Willensregungen, welche Unterschiede der Sättigung zulassen.

Gefallen ist die Reaktion der wollenden Seele, wenn die Gegenstände, von denen sie bewegt wird, genossen, besessen bzw. verwirklicht sind.

Nach dem Zentrierungsgesetz wirken alle Regungen des ungesättigten Gefallens und des Mißfallens zentrierend auf das Vorstellen. Sie haben die Tendenz Vorstellungen um sich zu scharen, durch deren Inhalt das Gefallen mehr und mehr gesättigt wird.

Gewissen und Pflichttrieb sind im Menschen ursprünglich angelegt, entwickeln sich aber psychologisch. Die sittlichen Gefühle sind Sympathie mit selbstlosen und Antipathie gegen egoistische Handlungen.

Salisbur

John von Salisbury (um 1120 – 1180)

Der englische Theologe und Philosophie John von Salisbury studierte bei Abaelard in Paris. Er arbeitete als Sekretär für Thomas Becket und wurde 1176 zum Bischof von Chartres ernannt.

John von Salisbury schrieb über Politik und Logik.

Im Universalienstreit näherte er sich den Auffassungen von Aristoteles. Universalien haben keine selbständige Existenz, sondern sind mentale Vorstellungen von wirklichen Gattungen. Seine Position in diesem Streit ist der Konzeptualismus.

John von Salisbury studierte auch die unbestimmten Urteile und die modalen Kategorien gründlich.


Sallust

Sallustius (gest. 370 u. Z.)

Sallustius (auch: Sallust) ist ein Neuplatoniker. Er war wie sein Freund Iulianus Apostata Mitglied der pergamenischen Schule.

In seinem Werk über Götter und Welt bekämpft Sallustius das Christentum und befürwortet statt dessen den Polytheismus.


Sanchez

François Sanchez (vor 1552 – 1632)

Der Mediziner und Philosoph François Sanchez ist von portugiesischer Herkunft, lebte aber von Jugend an in Frankreich.

In seinem 1581 erschienenen Hauptwerk legte er seinen Skeptizismus dar. Dieser wendet sich sowohl gegen den scholastischen Aristotelismus als auch gegen die Naturphilosophie der Renaissance

Wissenschaft habe sich auf die Dinge zu richten, aber weder seien die Dinge noch das Erkenntnisvermögen so beschaffen, dass sie die Erkenntnis der Dinge ermöglichen.

Ein gewisses Wissen ist nach Sanchez jedoch durch Beobachtung, Versuch und Urteil erreichbar.