Tindal

Matthew Tindal

Der englische Philosoph Matthew Tindal (* ca. 1656 in Bear-Ferri, † 1733 in Oxford) studierte in Oxford. Er ist ein Hauptvertreter des Deismus und insbesondere als Vertreter einer Vernunftreligion bekannt.

Sein Hauptwerk Christianity as Old as the Creation (1730) wird mitunter auch als Bibel des Deismus bezeichnet. Wir der Titel nahelegt, vertritt er die These, dass das Christentum so alt wie die Schöpfung ist.

Für die richtige Einsicht in die christliche Religion ist Gewissensfreiheit notwendig.

Werke

  • Christianity as old as the creation. 1730

Literatur

  • Jöcher, Christian Gottlieb: Allgemeines Gelehrten-Lexicon, Bd. 4, 1215 – 1217

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Toland

John Toland

Der englische Philosoph John Toland (* 30. November 1670 in Redcastle (Irland), † 11. März 1722 in Putney bei London) ist ein Vertreter der englischen Aufklärung, Deist und Freidenker.

Toland studierte in Glasgowm Edinburg und Leiden.

In seiner Abhandlung Clidophorus bemerkt er, dass die alten Philosophen häufig eine exoterische Lehre für das große Publikum und eine esoterische Lehre für den eingeweihten Schülerkreis aufstellten.

Er vertritt eine pantheistische Position. Von Toland stammt auch die Bezeichnung Pantheist.

Sein Gott ist das All, aus dem alles geboren wird und in das alles zurückkehrt. Das All ist an Ausdehnung und Kraft unendlich. Die höchsten Güter sind Wahrheit, Freiheit und Gesundheit.

Seine Letters to Serena richten sich an Sophie Charlotte von Preußen, die mit Leibniz befreundet war.

In einem der Briefe hält er dem System Spinozas entgegem. dass es die Bewegung und die Mannigfaltigkeit der Welt nicht erklären könne.

Nach Toland iost kein Körper in absoluter Ruhe. Aktivität und Passivität, Ruhe und Bewegung sind nach Toland relative Begriffe: „Jede Bewegung ist passiv in Beziehung auf den Körper, welcher sie gibt, und aktiv in Beziehung auf den Körper, welchen sie demnächst bestimmt.“, schreibt er in den Letters to Serena. Die Größe der Bewegung im All ist konstant.

Werke

  • Christianity not mysterious. 1696
  • Clidophorus
  • Letters to Serena. 1702
  • Pantheisticon. 1705
  • Adeisidaemon. 1709
  • Nazarenus. 1718

Literatur

  • Jöcher, Christian Gottlieb: Allgemeines Gelehrten-Lexicon, Bd. 4, 1233 – 1236

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Topitsch

Ernst Topitsch

Der österreichische Philosoph und Soziologoe Ernst Topitsch (* 20. März 1919 in Wien, † 26. Januar 2003 in Graz) ist ein Vertreter des Kritischen Rationalismus.

Topitsch studierte in Wien Klassische Philologie, Philosophie (u.a. bei Victor Kraft), Geschichte und Soziologie. Schon in seinen frühen Arbeiten findet sich das zentrale Grundmotiv seines späteren Werkes: die Ideologiekritik.

Topitsch knüpft bei Hans Kelsen und Karl Popper an. Insbesondere Kelsens Methode logische Widersprüche, Leerformeln und Projektionen aufzuzeigen, finden sich auch bei Topitsch.

Von 1962 bis 1969 Ernst Topitsch in Heidelberg, danach bis zu seinem Tod in Graz.

Die Methode der Dialektik (Hegel, Marxismus) knüpft nach Topitsch methodisch nicht direkt am klassischen Verfahren zentraler Leerformeln an. Sie mache anstelle zunächst schlicht leerer Aussagen zwei nicht leere, aber einander widersprechende Aussagen (These und Antithese) zum Ausgangspunkt und mache deren Synthese zum methodischen Grundprinzip. Mit der Synthese werde der logische Widerspruch zur Methode. Logisch Widersprüchliches sei inhaltsleer und die Dialektik damit ebenfalls in die Kategorie der Leerformeln einzuordnen.

Durch Leerformeln und intentionale Projektionen vermeintlich gewonnene Erkenntnisse und Argumente sind laut Topitsch nicht vom Willen zur Wahrheit, sondern von Wünschen geleitet (intentional, final).

Topitsch nutzte seine Methodik zur Analyse verschiedenster politischer Strömungen. Dabei vertrat er u. a. die politisch wirre Position, dass Hitlers Krieg ein Präventionskrieg gegen Moskaus Griff nach der Weltherrschaft gewesen. Stalin habe die deutschen Truppen nur als Trick bis kurz vor Moskau vordringen lassen, um später als Angegriffener in der moralisch besseren Position zu stehen.

Werke

  • Vom Ursprung und Ende der Metaphysik. Wien 1958
  • Die Sozialphilosophie Hegels als Heilslehre und Herrschaftsideologie, Neuwied 1967
  • Gottwerdung und Revolution. München 1973
  • Erkenntnis und Illusion. Hamburg 1979
  • Die Voraussetzungen der Transzendentalphilosophie: Kant in weltanschauungskritischer Beleuchtung. Hamburg 1979
  • Heil und Zeit. Ein Kapitel zur Weltanschauungsanalyse, Tübingen 1990
  • Stalins Krieg. Moskaus Griff nach der Weltherrschaft. Herford 1998
  • Im Irrgarten der Zeitgeschichte: Ausgewählte Aufsätze, Berlin 2003

Literatur

  • Kahl, Joachim: Positivismus als Konservatismus. Eine philosophische Studie zu Struktur und Funktion der positivistischen Denkweise am Beispiel Ernst Topitsch. Köln 1976

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Trapezun

Georgios Trapezuntios

Der italienische Grieche Georgios Trapezuntios (dt.: Georg von Trapezunt, engl.: George of Trebizond, lat.: Georgius Trapezuntius, * 4. April 1396 auf Kreta, † 1484 in Rom) ist bekannt durch seine Arbeiten über das logische Schließen. Er übersetzte die Rhetorik des Aristoteles.

In der Methodologie war Trapezuntios christianisierter Aristoteliker.

Literatur

  • Jöcher, Christian Gottlieb: Allgemeines Gelehrten-Lexicon, Bd. 2, 933 f.

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Theognis

Theognis

Theognis (ca. 3. Jh. v. u. Z.) ist Tochter des Diodoros Chronos und Schwester von Argia, Artemisia, Pantakleia sowie Menexene. Sie wird der dialektischen Schule zugerechnet.

Hieronymus schreibt: "Der Sokratiker Diodoros hat gesagt, dass er fünf Töchter von auffallender Tugendhaftigkeit habe, die Dialektikerinnen seien. Über diese hat Philo, der Lehrer des Karneades, eine vollständige Geschichte geschrieben."


Thiel

Christian Thiel

Der deutsche Philosoph und Wissenschaftstheoretiker Christian Thiel (* 12. Juni 1937 in Neusalz/Oder) ist ein Vertreter des methodischen Konstruktivismus.

Thiel studierte ab 1956 Mathematik, Philosophie, Psychologie und Soziologie an der Universität in Erlangen sowie Kunsterziehung an der Akademie der Bildenden Künste in München. 1965 promovierte er sich in Erlangen bei Rudolf Zocher über Sinn und Bedeutung in der Logik Gottlob Freges. 1966/67 verbrachte er ein akademisches Jahr an der Universität Texas in Austin als Postdoctoral Fellow sowie dann auch als Assistant Professor. Schließlich habilitierte er sich 1970 bei Paul Lorenzen mit seiner Arbeit Grundlagenkrise und Grundlagenstreit über die Grundlagen der Mathematik und Sozialwissenschaft.

Nach Vertretungen in Konstanz und Kiel erhielt er 1972 den neugeschaffenen Lehrstuhl für Philosophie und Wissenschaftstheorie an der Technische Hochschule in Aachen. 1982 wurde er zum Nachfolger von Lorenzen an der Universität Erlangen sowie zum geschäftsführenden Vorstand des von Lorenzen gegründeten Interdisziplinären Instituts für Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsgeschichte (IIWW) berufen.

Seine Forschungsschwerpunkte sind die neuzeitliche Wissenschaftsgeschichte, insbesondere die der Logik des 19. und 20. Jahrhundertes sowie das Werk von Gottlob Frege.

Publikationen

  • Sinn und Bedeutung in der Logik Gottlob Freges. Meisenheim am Glan 1965
  • Grundlagenkrise und Grundlagenstreit. Studie über das normative Fundament der Wissenschaften am Beispiel von Mathematik und Sozialwissenschaft. Meisenheim am Glan 1972
  • Frege und die moderne Grundlagenforschung. Meisenheim am Glan 1975
  • Erkenntnistheoretische Grundlagen der Mathematik. Hildesheim 1982
  • Philosophie und Mathematik. Eine Einführung in ihre Wechselwirkungen und in die Philosophie der Mathematik. Darmstadt 1995

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Thierry2

Thierry von Chartres

Thierry von Chartres (auch: Theodoricus Carnotensis oder Theodoricus Brito, * ca. 1085, † 1150), Bruder von Bernhard von Chartres, lehrte um 1140 in Paris und wurde 1141 Kanzler in Chartres.

Thierry von Chartres ist ein Vertreter der der Schule von Chartres.

Grundbegriffe seiner Philosophie sind das Eine und die Zahl. Das Eine ist identisch mit Gott. Es ist ewig und unwandelbar.

Die Zahl ist veränderlich. Wie alle Zahlen aus der Eins hervorgehen, so geht auch die Welt aus Gott hervor.

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Thomas C

Christian Thomasius

Der deutsche Jurist und Philosoph Christian Thomasius (eigentlich: Christian Thomas, * 1. Januar 1655 in Leipzig, † 23. September 1728 in Halle) ist Sohn von Jakob Thomasius.

Er ist Vertreter des Naturrechts und stark von Pufendorf beeinflusst.

Werke

  • Lehrbuch des Naturrechtes. 1687
  • Institutiones iurisprudentiae divinae. 1688
  • Summarischer Entwurf der Grundregeln, die einem studioso juris zu wissen nöthig. 1699
  • De crimine magiae. 1701
  • Fundamenta iuris naturae et gentium. 1705
  • Selecta Feudalia. 1708

Literatur

  • Jöcher, Christian Gottlieb: Allgemeines Gelehrten-Lexicon, Bd. 4, 1258 – 1262

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Thomas J

Jakob Thomasius

Jakob Thomasius (eigentlich: Jakob Thomas, * 15. Aufgust 1622 in Leipzig, † 1684), der Vater von Christian Thomasius, war in Leipzig Professor und Rektor. Zu seinen Schülern gehört Leibniz.

Literatur

  • Jöcher, Christian Gottlieb: Allgemeines Gelehrten-Lexicon, Bd. 4, 1163 – 1165

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Thomas

Thomas von Aquin

Thomas von Aquin (* um 1225 auf Schloss Roccasecca bei Neapel in Italien, †  7. März 1274 in Fossanova) gehört zu den bedeutendsten katholischen Kirchenlehrern und einer der Hauptvertreter der Philosophie des Mittelalters.

Leben

Thomas von Aquin, auch "Thomas Aquinas" oder kurz der "Aquinat" oder "Thomas" genannt, wurde als siebter Sohn des Herzogs Landulf aus dem feudalen Hochadel von Aquino geboren. Mit fünf Jahren wurde er in das Kloster Monte Cassino geschickt. 1244 trat er gegen den Willen seiner Verwandten in Neapel in den Dominikanerorden ein.

Er studierte in Paris und trat 1248 als Lehrer der Philosophie mit solchem Beifall auf, dass er den Beinamen eines Doctor universalis und Doctor angelicus erhielt.

In den Jahren 1248 bis 1252 war er Schüler des Albertus Magnus in Köln. Nach weiteren Vorlesungen in Paris von 1256 bis 1259 lehrte er in Rom, Viterbo und Orvieto. Ab 1269 war er als Studienpräfekt seines Ordens in Neapel tätig, wo er 1272 eine Dominikanerschule aufbaute.

Metaphysik und Ontologie

Die Argumentationen von Thomas stützen sich zu einem großen Teil auf die Lehre des Aristoteles, die von ihm – nicht zuletzt mit Hinsicht auf die der Antike unbekannten theologischen Einsichten bzw. Lehren – ausgebaut wurde.

Ein Kernelement der thomistischen Ontologie ist die Lehre von der Analogia entis. Diese besagt, dass der Begriff des Seins nicht eindeutig, sondern analog ist, also das Wort Sein einen unterschiedlichen Sinn besitzt, der davon abhängt, auf welche Gegenstände es bezogen wird. Danach hat alles, was ist, das Sein und ist durch das Sein, aber es hat das Sein in verschiedener Weise. In höchster und eigentlicher Weise kommt es nur Gott zu: Nur er ist Sein. Alles andere Sein hat nur Teil am Sein und zwar entsprechend seines Wesens. In allen geschaffenen Dingen muss also Wesen (essentia) und Existenz (existentia) unterschieden werden; einzig bei Gott fallen diese zusammen.

Auch die Unterscheidung von Substanz und Akzidenz ist für das System von Thomas bedeutend. Hierzu heißt es: Accidentis esse est inesse, also Für ein Akzidenz bedeutet zu sein, an etwas zu sein. In die gleiche Richtung geht sein Accidens non est ens sed entis, also Ein Akzidenz ist kein Seiendes, sondern ein zu etwas Seiendem gehörendes.

Eine weitere wichtige Unterscheidung bei Thomas ist die von Materie und Form. Einzeldinge entstehen demnach dadurch, dass die Materie durch die Form bestimmt wird (siehe Hylemorphismus). Die Grundformen Raum und Zeit haften untrennbar an der Materie. Die höchste Form ist Gott als Verursacher (causa efficiens) und als Endzweck (causa finalis) der Welt. Die ungeformte Urmaterie, d. h. der erste Stoff, ist die materia prima.

Um die mit dem Werden der Dinge zusammenhängenden Probleme zu lösen, greift Thomas auf die von Aristoteles geprägten Begriffe Akt und Potenz zurück, siehe dazu auch den Artikel Akt-Potenz. Weil es in Gott keine (substanzielle) Veränderung gibt, ist er actus purus, also reine Wirklichkeit.

Erkenntnistheorie

Zu den besonders folgenreichen Aussagen der thomistischen Erkenntnistheorie gehört seine Wahrheitsdefinition der adaequatio rei et intellecto, d. h. der Übereinstimmung von Gegenstand und Verstand.

Thomas unterscheidet zwischen dem tätigen Verstand (intellectus agens) und dem rezeptiven Verstand (intellectus possibilis). Der tätige Verstand zeichnet sich vor allem durch die Fähigkeit aus, aus Sinneserfahrungen (sowie bereits geistig Erkanntem) universale Ideen bzw. allgemeingültige (Wesens-)Erkenntnisse zu formen. Dagegen ist es der rezeptive Verstand, der die Eindrücke und Erkenntnisse aufnimmt und ’speichert‘. Hintergrund ist die auf Platon zurückgehende Lehre, dass die konkreten Dinge ihr Sein und vor allem ihr Wesen den Ideen (ideae) verdanken, die diese bestimmen (vgl. Ideenlehre). Der Verstand kann nun durch Abstraktion diese idea bilden, d.h. geistig nachformen. Als letzte bzw. erste Ursache des Seins und Soseins der Dinge erkennt der menschliche Geist Gott (s.u.), in dessen Geist die ewigen Ideen die Vorbilder für die abbildhaften Formen (formae) der Dinge sind.

Anthropologie

Die Anthropologie von Thomas weist dem Menschen als leib-geistiges Vernunftwesen einen Platz zwischen den Engeln und den Tieren zu. Gestützt auf die Schrift De Anima von Aristoteles zeigt Thomas die geistige Seele, d. h. den Geist des Menschen als dessen – einzige – Form auf: Anima forma corporis. Weil der Geist eine einfache, also nicht zusammengesetzte Substanz ist, kann er auch nicht zerstört werden und ist somit unsterblich. Der Geist kann auch nach der Trennung vom Leib seinen Haupttätigkeiten, dem Denken und Wollen nachkommen. Die nach der Auferstehung zu erwartende Wiedervereinigung mit einem neuen Leib kann zwar nicht philosophisch, wohl aber theologisch erwiesen werden.

Ethik

In der Ethik verbindet Thomas die Aristotelische Tugendlehre mit den christlich-augustinischen Erkenntnissen. Die Tugenden bestehen demnach im rechten Maß bzw. dem Ausgleich vernunftwidriger Gegensätze. Das ethische Verhalten zeichnet sich durch das Einhalten der Vernunftordnung aus (siehe Naturrecht bzw. Natürliches Sittengesetz) und entspricht damit auch dem göttlichen Gesetzeswillen. Thomas ergänzte die vier klassischen Kardinaltugenden durch die drei christlichen Tugenden Glaube, Liebe und Hoffnung.

Das höchste Gut ist die ewige Glückseligkeit, die – im jenseitigen Leben – durch die unmittelbare Anschauung Gottes erreicht werden kann. Es zeigt sich daran der Primat der Erkenntnis vor dem Wollen.

Politische Philosophie

Thomas von Aquin war einer der einflussreichsten Theoretiker für das mittelalterliche Staatsdenken. Dabei sah er den Menschen als ein soziales Wesen, das in einer Gemeinschaft leben muss. In dieser Gemeinschaft tauscht er sich mit seinen Artgenossen aus und es kommt zu einer Arbeitsteilung.

Für den Staat empfiehlt er die Monarchie als beste Regierungsform, denn ein Alleinherrscher, der mit sich selbst eins ist, kann mehr Einheit bewirken als eine aristokratische Elite. Hier müssen sich mehrere einigen, was immer nur zu einem Kompromiss, also einer Angleichung, einer Anpassung, einer Aufgabe seiner eigenen Meinung und Überzeugung führt. Daher sieht er es als zweckmäßiger an, wenn nur einer allein herrscht. Außerdem ist immer dasjenige am Besten, was der Natur entspricht und in der Natur haben alle Dinge nur ein Höchstes.

Thomas stellt der Monarchie, die demnach für ihn die beste aller möglichen Regierungsformen war, die Tyrannenherrschaft als die schlechteste gegenüber. Dabei merkt er an, dass aus der Aristokratie leichter eine solche entstehen kann als aus einer Monarchie.

Um die Tyrannei zu verhindern, muss die Gewalt des Alleinherrschers eingeschränkt sein. Ist jedoch eine Tyrannis eingetreten, so ist sie zunächst zu ertragen, denn es könnte ja auch noch schlimmer kommen (z. B. Anarchie). Der Tyrannenmord ist laut der Lehre der Apostel jedenfalls keine Heldentat:

Denn es ist eine Gnade, wenn jemand deswegen (der Tyrannis) Kränkungen erträgt und zu Unrecht leidet, weil er sich in seinem Gewissen nach Gott richtet (1. Petrusbrief 2, 19). So schlussfolgert Thomas, dass es besser ist, gegen eine Bedrückung nur nach allgemeinem Beschluss vorzugehen.

Wie viele Staatsdenker des Mittelalters zieht auch Thomas von Aquin den organischen Vergleich zum Staatsgebilde heran. Hierbei sieht er den König, als Vertreter Gottes im Staat als Herz des Körpers, dessen Glieder und Organe die Bevölkerung darstellen. Ihre Erfüllung findet jedes einzelne Glied in der Tugendhaftigkeit (angelehnt an Aristoteles). Dennoch sieht er das Priestertum über dem Königtum, der Papst als Oberhaupt der katholischen Kirche steht also in Glaubens- und Sittenfragen über dem König.

Werke

  • Quaestiones quodlibetales
  • Quaestiones disputatae
  • Über die Wahrheit
  • Über Seiendes und Wesenheit
  • zur Logik
  • zur Physik
  • zu De caelo et mundi
  • zu De generatione et corruptione
  • zu Meteora
  • zu De anima
  • zu De sensu et sensato
  • zur Ethik
  • zur Politik
  • zur Metaphysik
  • Dionysius Areopagita, De divinis nominibus
  • Liber de causis
  • Boëthius, De trinitate
  • Boëthius, De hebdomadibus
  • Über das Böse
  • Über Lüge und Irrtum
  • Über die Vollkommenheit des geistlichen Lebens
  • Über die Einheit des Intellekts gegen die Averoisten
  • Compendium theologiae
  • Summa contra gentiles
  • Summa theologica
  • Zu Hiob
  • Zu Psalmen (Psalm 1 – 51)
  • Zu Jeremia
  • Zu den Klageliedern Jeremias
  • Zu Jesaja
  • Vorlesungen zu Matthäus und Johannes
  • Vorlesungen zu den Briefen des Apostels Paulus
  • Die Summa contra gentiles
  • Summa theologica

Online-Texte

Literatur

  • Jöcher, Christian Gottlieb: Allgemeines Gelehrten-Lexicon, Bd. 1, 490 f.
  • Marie-Dominique Chenu: Thomas von Aquin. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. 6. Aufl. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1992
  • Rolf Schönberger: Thomas von Aquin zur Einführung. 2. Aufl. Junius, Hamburg
  • David Berger: Thomas von Aquin begegnen. Sankt-Ulrich, Augsburg 2002
  • G. K. Chesterton: Der stumme Ochse. Über Thomas von Aquin. Herder, Freiburg u.a. 1960.
  • Martin Grabmann: Thomas von Aquin. Persönlichkeit und Gedankenwelt. Eine Einführung. 8. Aufl. Kösel, München 1949.
  • Hans Meyer: Thomas von Aquin. Sein System und seine geistesgeschichtliche Stellung. 2. Aufl. Schöningh, Paderborn 1961.
  • Josef Pieper: Thomas von Aquin – Leben und Werk. 4. Aufl. Kösel, München 1990
  • Walter Patt: Metaphysik bei Thomas von Aquin. Eine Einführung. Turnshare, London 2004
  • Wolfgang Kluxen: Philosophische Ethik bei Thomas von Aquin. 3. Aufl. Meiner, Hamburg 1998
  • Otto Hermann Pesch: Thomas von Aquin. Grenze und Größe mittelalterlicher Theologie. Eine Einführung. 3. Aufl. Matthias-Grünewald, Mainz 1995
  • Horst Seidl (Hrsg.): Thomas von Aquin: Die Gottesbeweise in der Summe gegen die Heiden und der Summe der Theologie. Text mit Übersetzung, Einleitung und Kommentar. 3. Aufl. Meiner, Hamburg 1996
  • Bernhard Lakebrink: Hegels dialektische Ontologie und die thomistische Analektik. Henn, Ratingen b. Düsseldorf 1968.
  • David Berger: In der Schule des hl. Thomas von Aquin. Studien zur Geschichte des Thomismus. Nova & vetera, Bonn 2005

Weblinks


Dieser Artikel basiert auf verschiedenen Informationsquellen, unter anderem auch auf dem Artikel Thomas von Aquin (Stand: 19. Januar 2006 ) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Dieser Text steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Eine Liste der früheren Autoren ist hier verfügbar.