Albert

Hans Albert (geb. 1921)

Hans Albert ist ein Vertreter des Kritischen Rationalismus.

Albert setzt sich mit der analytischen, hermeneutischen und dialektischen Methode auseinander und will auf der Basis von Gesetzmäßigkeiten des menschlichen Verhaltens entstehende soziale Mechanismen unter verschiedenen Bedingungen erklären.

Abaelard

Pierre Abaelard (1079 – 1142)

Der französische Philosoph,Theologe und Logikerlehrte am Lehrstuhl von Saint-Christophe in Paris Dialektik und Theologie.

Abaelard ist u. a. Schüler von seinem späteren GegnerRoscelin von Compiègne, vonWilhelm von Champeaux und eventuellauch von Thierry von Chartres, Ulgervon Angers und Marbod von Rennes.

Abaelard trat für das Primat der Vernunft auch in Glaubensfragen ein.

Seine dialektisch-logischen Werke brachten ihm den Beinamen PeripateticusPalatinus (Peripatetiker aus Le Pallet) ein.

Abaelard verfasst 1102/1103 die Commentaria minora zuPorphyrius,Boëthius und den Logik-Schriften desAristoteles.

In Saint-Victor hört Abaelard 1109/10 die Rhetorik-Vorlesung Wilhelms vonChampeaux. Es kommt zum sog. Universalienstreit über die Natur derAllgemeinbegriffe.Wilhelm von Champeaux vertritt denRealismusund steht so demextremen Nominalismus von Roscelin von Compiègne gegenüber. Abaelardentwirft eine zwischen den Extrempunkten vermittelnde Theorie, diespäter alsKonzeptualismusbezeichnet wurde.

Die Universalien sind bei AbaelardBedeutungen von Wörtern, die zur Klasse derGegenständegehören.

Abaelard untersuchte die Rolle der Kopula imUrteil, analysierte denSyllogismus,die Mittel derBegriffsbestimmungund der Einteilung desBegriffsumfangs,verwendete in logischen Operationen bestimmte Regeln und Benutzung derImplikation und behandelte eine Reihe von Problemen der modalen Logik.

Im Tractatus de Intellectibus unterscheidet Abaelard sechs Zustandformender Seele:

  • Sinneseindruck (sensus)
  • innere Vorstellung (imaginatio)
  • Einschätzung (existimatio)
  • Wissen (scientia)
  • Vernunft (ratio)
  • Einsicht (intellectus)

Der Sinneseindruck bedarf des körperlichen Organs (Auge, Ohren …).Die Einsicht hat das körperliche Organ jedoch nicht nötig. Wirkönnen uns nämlich auch an die Vergangenheit erinnern, die Zukunftvoraussagen oder etwas ausdenken, das es nicht wirklich gibt (eineChimäre, einen Bockshirsch, Sirenen). Sinneseindrücke haben auchvernunftlose Lebewesen.

Abaelard unterscheidet Vernunftbegabung und Vernunft. Vernunftbegabung hatjedes Wesen, das Unterscheidungsvermögen hat. Vernunft setzt aberEinsicht voraus.

Die innere Vorstellung ist eine Art Erinnerung an den Sinneseindruck. Dieinnere Vorstellung beinhaltet aber keine Überlegung. Sie ersetzt denSinneseindruck, wo dieser nicht vorliegt.

Die Einschätzung identifiziert er mit dem Glauben, Wissen ist dieGewissheit des Geistes. Wissen dauert auch dann an, wennEinschätzung und Einsicht fehlen. Wissen geht im Schlaf nichtverloren.

1119/20 vollendet Abaelard seine Theologia Summi Boni mitdem Traktat De Unitate Et Trinitate Divina.

1121 auf der Synode von Soissons und 1141 auf der Synode von Senswurden seine Schriften durch die Kirche verurteilt.

Auch später hatte Abaelard zwar viele Schüler, aber aucheinflussreiche Gegner.

Online-Texte

Literatur


Ajdukiew

Kasimierz Ajdukiewicz

Kasimierz Ajdukiewicz (* 12. December 1890 in Tarnopol (heute Ternopil, Ukraine), † 12. April 1963 in Warschau) studierte Philosophie, Mathematik und Physik in Lwow und Göttingen und gehört zur Lwow-Warschau-Schule gerechnet. Seine Lehrer waren Twardowski, &;ukasiewicz, Sierpinski, Smoluchowski, Hilbert und Husserl.

1921 habilitierte er sich in Warschau mit einer Abhandlung über die Methodologie der deduktiven Wissenschaften. Er lehrte 1922 – 1928 in Warschau, 1928 – 1939 in Lwow, 1945 – 1955 in Poznan und 1955 – 1963 wieder in Warschau.

Ajdukiewicz arbeitete vorzugsweise auf dem Gebiet der Sprachsemantik. Er unterscheidet drei Arten von Sinnregeln:

  1. axiomatische Sinnregeln,
  2. deduktive Sinnregeln und
  3. empirische Sinnregeln.

In seinen Arbeiten zur Theorie der syntaktischen Kategorien knüpfte Ajdukiewicz an Husserl und Le&;niewski an. Er entwickelte ein algorithmisches Verfahren, nach dem man feststellen kann, ob ein sprachlicher Ausdruck syntaktisch richtig gebildet ist und zu welcher syntaktischen Kategorie er gehört.

Werke

  • Z metodologii nauk dedukcyjnych. 1921
  • Glówne kierunki filozofii. 1923
  • Glówne zasady metodologii nauk i logiki formalnej. 1928
  • O znaczeniu wyrazen. 1931
  • Logiczne podstawy nauczania. 1934
  • Propedeutyka filozofii. 1938
  • Epistemologia i semantyka. 1948
  • Zagadnienia i kierunki filozofii. 1949
  • Zarys logiki. 1952
  • Zagadnienia empiryzmu a koncepcja znaczenia. 1964
  • Logika pragmatyczna. 1965

Literatur

  • A method of eliminating intensional sentences and sentencial formulas, in AA.VV., Atti del XII congresso di Filosofia (Venezia, 12-16 settembre 1958), vol. V: Logica, gnoseologia gnoseologia, filosofia della scienza, filosofia del linguaggio, Sansoni, Firenze 1960, pp. 17-24.
  • Kokoszyska, M., Kazimierz Ajdukiewicz. In: Klibanski, R. (ed.), Contemporary Philosophy. A Survey, La Nuova Italia, Firenze 1968.
  • A. Jedynak: Kazimierz Ajdukiewicz – From Radical Conventionalism to Radical Empiricism. In: Polish Philosophers of Science and Nature in the 20th Century. (Ed. by Wladyslaw Krajewski) Amsterdam-Atlanta 2000

Online-Texte

Weblinks


Aischin

Aischines aus Neapel (ca. 200 v. u. Z.)

Aischines aus Neapel ist ein Vertreter der Athenischen Schule des Neuplatonismus.


Aisara

Aisara von Lukanien

Aisara lebte in Unteritalien. Ihr Name könnte sich von ihrem Geburtsort an dem Fluss Aisarus ableiten.

Das von Aisara erhaltene Fragment aus ihrem Werk Über die menschliche Natur wird gelegentlich auch dem Pythagoreer Aresas zugeschrieben.

Aisaras Schrift beinhaltet eine Naturgesetztheorie der dreigeteilten menschlichen Seele; der Maßstab für Gesetz und Gerechtigkeit ist in der menschlichen Natur gelegt. Nach rationalem göttlichen Plan verfügt der Mensch

  1. über den Seelenteil der herrschenden Vernunft, der Urteilsfähigkeit und Denken ermöglicht,
  2. über den Seelenteil des Mutes, der herrscht und von der Vernunft beherrscht wird und der Kraft/Tapferkeit sowie Geschicklichkeit gewährt, und
  3. über den Seelenteil des Begehrens/Verlangens, der durch Vernunft und Mut beherrscht wird und die Fähigkeit zu Liebe und Freundschaft gibt.

Die Seelenteile stehen in einem angemessenen Verhältnis zueinander, wie es den Anforderungen des Lebens entspricht. Sie sind zweckorientiert angelegt, und zwar sowohl zum Zwecke des guten persönlichen als auch des guten öffentlichen Lebens, die bei Aisara als gleichwertig betrachten werden.

Ein geordnetes harmonisches Zusammenspiel der inneren Kräfte befähigt zu einem ebensolchen Leben; durch Erziehung und Tugend wird der Mensch liebenswert.

Literatur

  • Nühlen, Maria: Aisara von Lukanien. In: Philosophinnen-Lexikon. (ed. Meyer, Ursula I.; Bennent-Vahle, Heidemarie. Leipzig: Reclam 1994, 16 f.

Weblinks


Ainesid

Ainesidemos aus Knossos (1. Jh. v. u. Z.)

Der Skeptiker Ainesidemos aus Knossos lehrte um 70 u. Z. in Alexandria. Ein sicheres Wissen ist – so Ainesidemos – weder durch Sinneswahrnehmung noch durch das Denken zu gewinnen.

Er formulierte 10 Tropen:

  1. Die Verschiedenheit der Lebewesen und ihres Werdens.
  2. Die Verschiedenheit der Lebewesen und ihre Besonderheiten.
  3. Die Verschiedenheit der Sinnesorgane.
  4. Die Verschiedenheit der Zustände
  5. Die Verschiedenheit der Lagen und Entfernungen.
  6. Das Vermischtsein des
  7. Die Verschiedenheit der Erscheinungen je nach der Art der Verbindung.
  8. Die Relativität überhaupt.
  9. Die durch die Anzahl der Erlebnisse
  10. Die durch Bildung, Sitten, Gesetze, usw. bedingte Verschiedenheit


Achillin

Alessandro Achillini (1463 – 1512)

Der italienische Philosoph und Anatom Alessandro Achillini lehrte in Bologna und Padua Philosophie sowie später auch Medizin.

In seiner Philosophie vertrat Achillini die averroistische Position des Renaissancearistotelismus.

Er nahm die Existenz natürlicher Universalien an, wobei Universalien Formen in der Materie sind, die von der Natur selbst angestrebt werden.

Die Begriffe der Substanz und des Geistes sind keine natürlichen Universalien, sondern analogische.

Anders als Averroës bestritt er die Lehre von der Einheit des Intellektes.


Ahlwardt

Peter Ahlwardt (1710 – 1791)

Peter Ahlwardt war ab 1752 Professor für Logikund Metaphysik an der Universität Greifswald.

Ahlwardt stand in der Tradition der WolffschenSchule. Er trat für eine vorurteilsfreie Auseinandersetzung mit Spinozaein.

Bekannt wurde z. B. die 1735 veröffentlichte Abhandlung Überdie Unsterblichkeit der Seele und über die Freiheit Gottes.

Nach Ahlwardt sollte die Wissenschaft nicht nur an ihren Sätzen,sondern auch an den Begründungen gemessen werden.

Die Logik verstander als die Lehre vom Denken. Sie ist ein rationales Mittel zum Verständnisder auf der Erfahrung oder Empfindungzurückgeführten Denkinhalte.

Der Begriff ist nachAhlwardt ein sachlich richtige und gewisseVorstellung.

Das Urteil wird als Empfindungder Übereinstimmung oder Verschiedenheit der Begriffe .

Der Schluss ist dieVorstellung Wahrheiteines Urteils, sofern die Wahrheit aus der Wahrheit eines anderen Urteilsfolgt.

Literatur:

  • Wolfes, Matthias:Ahlwardt, Peter. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon.Bd. XVII, Herzberg: Bautz 2001, 18 – 23


Abaelard – Ayer| Baader – Burski| Cabanis – Czezowski |

Abbt

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Thomas Abbt (1738 – 1766)

Thomas Abbt ist ein Vertreter der Popularphilosophie. Er wirkte 1761 – 1762 in Berlin und hatte dort u. a. Verbindungen zu Mendelssohn, der ihm die Schrift Phaedon oder über die Unsterblichkeit der Seele widmete.

Abbt studierte ab 1756 in Halle Theologie, Philosophie und Mathematik. Nach dem Magisterexamen war er kurz Zeit Privatdozent, dann ab 1760 außerordentlicher Professor der Philosophie in Frankfurt/Oder und ab 1761 Professor der Mathematik an der Universität Rinteln. Bekannt wurde er mit der Arbeit Vom Tode fürs Vaterland (1760), in dem er das Verhältnis von Bürger und Staat diskutiert und den Begriff der politischen Tugend stark macht. Politische Tugend besteht für ihn im gefühlsmäßigen und geistigen Bekenntnis zu einer vernünftigen Staatsform.

Seine Position in diesem Werk ähnelt in vielem der Position von Georg Zimmermann. Abbts Hauptwerk Vom Verdienste erschien 1765 im Verlag von Nicolai.

Literatur:


Agrippa

Agrippa (2. Jh. u. Z.)

Agrippa gehört zu der von Ainesidemos begründeten Schule der antiken Skepsis.

Agrippa gibt fünf skeptische Tropen an:

  1. Der Widerstreit der Meinungen.
  2. Das Hinauslaufen des Beweises ins Unendliche, zu immer neuen Beweisen.
  3. Relativität und Subjektivität der Erkenntnis.
  4. Unbewiesene Voraussetzungen.
  5. Zirkelbeweis.

Agrippas Trilemma ist nach Agrippa benannt.