Antioch

Antiochos von Askalon (gest. ca. 68 v. u. Z.)

Antiochos von Askalon ist Schüler des Philon von Larissa und leitete ca. 88 – 68 v. u. Z. die Akademie. Als Eklektiker war Antiochos stark von der Stoa beeinflußt. Mit ihm begann deren eklektische Phase der Akademie. Antiochos war 79 – 78 v. u. Z. Lehrer von Cicero.


Amalrich

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Amalrich von Bena (Amaury de Bennes) (gest. 1207)

Amalrich von Bena (Amaury de Bennes) lehrte in Paris. Seine Schüler heißen Amalricaner.

Amalrich von Bena lehrt unter dem Einflusse von Johannes Scotus Eriugena einen Pantheismus. Gott ist das Wesen aller Dinge und ihr einheitliches Sein. Die Ideen sind geschaffen und schaffen selbst.

Alle Dinge kehren schließlich zur göttlichen Einheit zurück und bleiben unveränderlich in ihm.

Nach Amalrich von Bena ist Gott Urheber unseres (guten oder schlechten) Willens.


Anselm

Anselm von Canterbury (1033 – 1109)

Der Theologe, Philosoph und Logiker Anselm von Canterbury war wurde im Jahre 1093 Erzbischof von Canterbury.

Er ist Anhänger eines extremen Realismus und behauptete, dass die Begriffe (darunter auch die Universalien) den Einzeldingen vorausgehen, unabhängig von diesen existieren und ihr Wesen ausmachen.

Anselm von Canterbury kritisierte die Nominalisten und untersuchte Sätze die solche modalen Funktoren wir bekannt, zweifelhaft, möglich, notwendig enthalten, sowie Funktoren des Typs es ist verboten, es ist obligat. Er ist damit ein Vorläufer der deontischen Logik.

Im göttlichen Denken, sagt Anselm von Canterbury, sind Urbilder aller Dinge als ewige und unveränderliche göttliche Ideen gegeben. Er versuchte die Glaubensdogmen rational begründen. Berühmt ist sein Satz Credo, ut intelligam (ich glaube, um zu erkennen).

Die in sich selbst ruhende, eigentliche Wahrheit ist mit Gott identisch. Erkenntnis des Wahren ist Wirkung der Wahrheit.

Bekannt geworden ist Anselm von Canterbury durch seinen ontologischen Gottesbeweis.

Althaus

Johannes Althusius (1557 – 1638)

Der deutsche Staatstheoretiker Joachim Althusius (auch: Joachim Althaus) ist ein Vertreter des kalvinistischen Naturrechtes. Grundgedanke seiner Lehre ist der Begriff der Volkssouveränität.

Die Souveränität und Mejestät kommen allein dem Volk zu und ist untreenbar von diesem. Die Souveränität kann nicht veräußert werden. Nur die Verwaltung ist übertragbar.

Jedem Staat liegt ein stillschweigender oder ausdrücklicher Vertrag oder Sozialkontrakt zugrunde. Die Vollmacht, das Mandat durch das Volk, ist die einzige Legitimation, auf der die Herrschaft beruhen kann. Das Volk kann aber nur einen widerrufbaren Auftrag erteilen.

Höher als die Souveränität des Volkes steht jedoch die göttliche Gewalt. Die vertragliche Verpflichtung des Herrschers besteht in der Sorge um das Volkswohl, wozu auch die Förderung der Religion gehört. Kommt er seinen Verpflichtunge nicht nach, darf das Volk den Vertrag kündigen. In diesem Fall ist der Widerstand gegen den Herrscher rechtens.

Aufgabe der Politik ist es, unter Zugrundelegung von Philosophie und Theologie den sozialen Körper zweckmäßig zu gestalten.

Allain

Alanus ab insulis (Allain de Lille) (1120/8 – 1203)

Alanus ab insulis (Allain de Lille), ein Vertreter der Schule von Chartres, stand unter Einfluss von Aristoteles, Boëthius, Gilbertus Porretanus und Thierry von Chartres.

Die Schrift De arte fidei catholicae ähnelt methodisch der Ethik Spinozas (Definitionen, Postulate, Axiome). Er hat mit dieser Methode den Versuch unternommen, ein streng deduktives System für den christianisierten Aristotelismus zu erarbeiten.

Im Lehrgedicht Anti-Claudianus fasst er das zeitgenössische Wissen zusammen.

Die Schrift De planctu naturae enthält naturphilosophische Positionen. Gott ist die Ursache des Formalen und Materiellen der Dinge. Gott wirkt in den Dingen und ist eine Einheit (monas).


Anscombe

Elisabeth Gertrude Margaret Anscombe (1919 – 2001)

Die englische Philosophin studierte klassische Philologie und Philosophie am St. Hugh’s College in Oxford, wo sie 1941 ihr Studium abschloß. Nach ihrer Heirat mit Peter T. Geach, mit dem sie sieben Kinder hatte, erhielt sie einen Forschungsauftrag in Oxford, später am Newnham College in Cambridge, wo sie Bekanntschaft mit Ludwig Wittgenstein machte. 1946-70 war sie Mitglied des Somverville College in Oxford, anschließend wurde sie Professorin für Philosophie in Cambridge.

1957 veröffentlichte sie mit Intention einen wichtigen Beitrag zur Handlungsphilosophie, vor allem mit der Analyse der Begriffe Absicht und Absichtlichkeit.

Anscombe nimmt den aristotelischen Vorschlag des praktischen Syllogismus zur teleologischen Erklärung in dritter Person des Agens der Handlung wieder auf.

Mit diesem Werk hat sie ein Feld zur Reflexion über das menschliche Handeln eröffnet, das von Philosophen wie von Wright, Donald Davidson und Georg Meggle fortgesetzt wurde.

Sie hat den Begriff der absichtlichen Handlung auch in ihrer Analyse der moralischen Probleme, wie zum Beispiel im Krieg oder in der Empfängnisverütung, die sie aus einer katholischen Perspektive betrachtet, verwendet.

In ihrer Einführung zu Wittgensteins Tractatus Logico-Philosophicus, An introduction to Wittgenstein’s Traktatus, analysiert sie vor allem den früen Wittgenstein im Kontext seiner logischen Grundlagen und weist vielen seiner Kritiker Fehlschlüsse in ihren Interpretationen nach.

Im Vordergrund ihrer Untersuchung steht Wittgensteins Sprachtheorie sowie seine Methode, die Bedeutung einzelner Satzteile, bzw. deren Fehlen, aufzuzeigen.

Weblinks


Aisara

Aisara von Lukanien

Aisara lebte in Unteritalien. Ihr Name könnte sich von ihrem Geburtsort an dem Fluss Aisarus ableiten.

Das von Aisara erhaltene Fragment aus ihrem Werk Über die menschliche Natur wird gelegentlich auch dem Pythagoreer Aresas zugeschrieben.

Aisaras Schrift beinhaltet eine Naturgesetztheorie der dreigeteilten menschlichen Seele; der Maßstab für Gesetz und Gerechtigkeit ist in der menschlichen Natur gelegt. Nach rationalem göttlichen Plan verfügt der Mensch

  1. über den Seelenteil der herrschenden Vernunft, der Urteilsfähigkeit und Denken ermöglicht,
  2. über den Seelenteil des Mutes, der herrscht und von der Vernunft beherrscht wird und der Kraft/Tapferkeit sowie Geschicklichkeit gewährt, und
  3. über den Seelenteil des Begehrens/Verlangens, der durch Vernunft und Mut beherrscht wird und die Fähigkeit zu Liebe und Freundschaft gibt.

Die Seelenteile stehen in einem angemessenen Verhältnis zueinander, wie es den Anforderungen des Lebens entspricht. Sie sind zweckorientiert angelegt, und zwar sowohl zum Zwecke des guten persönlichen als auch des guten öffentlichen Lebens, die bei Aisara als gleichwertig betrachten werden.

Ein geordnetes harmonisches Zusammenspiel der inneren Kräfte befähigt zu einem ebensolchen Leben; durch Erziehung und Tugend wird der Mensch liebenswert.

Literatur

  • Nühlen, Maria: Aisara von Lukanien. In: Philosophinnen-Lexikon. (ed. Meyer, Ursula I.; Bennent-Vahle, Heidemarie. Leipzig: Reclam 1994, 16 f.

Weblinks


Ainesid

Ainesidemos aus Knossos (1. Jh. v. u. Z.)

Der Skeptiker Ainesidemos aus Knossos lehrte um 70 u. Z. in Alexandria. Ein sicheres Wissen ist – so Ainesidemos – weder durch Sinneswahrnehmung noch durch das Denken zu gewinnen.

Er formulierte 10 Tropen:

  1. Die Verschiedenheit der Lebewesen und ihres Werdens.
  2. Die Verschiedenheit der Lebewesen und ihre Besonderheiten.
  3. Die Verschiedenheit der Sinnesorgane.
  4. Die Verschiedenheit der Zustände
  5. Die Verschiedenheit der Lagen und Entfernungen.
  6. Das Vermischtsein des
  7. Die Verschiedenheit der Erscheinungen je nach der Art der Verbindung.
  8. Die Relativität überhaupt.
  9. Die durch die Anzahl der Erlebnisse
  10. Die durch Bildung, Sitten, Gesetze, usw. bedingte Verschiedenheit


Achillin

Alessandro Achillini (1463 – 1512)

Der italienische Philosoph und Anatom Alessandro Achillini lehrte in Bologna und Padua Philosophie sowie später auch Medizin.

In seiner Philosophie vertrat Achillini die averroistische Position des Renaissancearistotelismus.

Er nahm die Existenz natürlicher Universalien an, wobei Universalien Formen in der Materie sind, die von der Natur selbst angestrebt werden.

Die Begriffe der Substanz und des Geistes sind keine natürlichen Universalien, sondern analogische.

Anders als Averroës bestritt er die Lehre von der Einheit des Intellektes.


Ahlwardt

Peter Ahlwardt (1710 – 1791)

Peter Ahlwardt war ab 1752 Professor für Logikund Metaphysik an der Universität Greifswald.

Ahlwardt stand in der Tradition der WolffschenSchule. Er trat für eine vorurteilsfreie Auseinandersetzung mit Spinozaein.

Bekannt wurde z. B. die 1735 veröffentlichte Abhandlung Überdie Unsterblichkeit der Seele und über die Freiheit Gottes.

Nach Ahlwardt sollte die Wissenschaft nicht nur an ihren Sätzen,sondern auch an den Begründungen gemessen werden.

Die Logik verstander als die Lehre vom Denken. Sie ist ein rationales Mittel zum Verständnisder auf der Erfahrung oder Empfindungzurückgeführten Denkinhalte.

Der Begriff ist nachAhlwardt ein sachlich richtige und gewisseVorstellung.

Das Urteil wird als Empfindungder Übereinstimmung oder Verschiedenheit der Begriffe .

Der Schluss ist dieVorstellung Wahrheiteines Urteils, sofern die Wahrheit aus der Wahrheit eines anderen Urteilsfolgt.

Literatur:

  • Wolfes, Matthias:Ahlwardt, Peter. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon.Bd. XVII, Herzberg: Bautz 2001, 18 – 23


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