Alex H

Alexander von Hales (gest. 1245)

Alexander von Hales lehrte in Paris. Er ist der erste Scholastiker, der die gesamte Philosophie des Aristoteles und einen Teil seiner Kommentatoren (Avicenna, Ghazali) gekannt hat. Er benutzte sie zur Begründung der Dogmen.

Alexander von Halen ist Realist. Vor den Dingen sind die Universalien im göttlichen Geiste. Alles Geschaffene besteht aus Materie und Form.


Anaxarch

Anaxarch

Anaxarch zog mit Pyrrhon von Elis nach Indien. Diogenes Laërtios rühmt seine innere Unangefochtenheit, Anspruchslosigkeit und Zufriedenheit sowie das Selbstbewusstsein, mit dem er gegenüber Alexander dem Großen auftrat.

Anaxarch steht in der Tradition des Metrodor von Chios.

Als Anaxarch einmal in einen Sumpf gefallen sei, ging sein Schüer Pyrrhon weiter, ohne sich um ihn zu kümmern. Das brachte Pyrrhon Tadel ein, aber Anaxarch selbst lobte sein gleichgültiges und teilnamsloses Verhalten.

Alembert

Jean Lerond d’Alembert (1717 – 1783)

Der französische Physiker und Philosoph Jean Lereond d’Alembert war gemeinsam mit Diderot Herausgeber der Enzyklopädie und gehört damit zu den Enzyklopädisten.

D’Alembert verfasste die Einleitung dieses Werkes. d’Alembert ist Skeptiker und Empirist.

Wissen wird bei d’Alembert in seinem Essai sur les élements de philosophie als sicherer Schluss aus Vernunftgründen interpretiert, der mehr als nur Wahrscheinlichkeit hat.


Apelt

Ernst Friedrich Apelt (1815 – 1859)

Ernst Friedrich Apelt, geboren in Reichenau (Sachsen) war Professor in Jena.

Apelt ist ein Anhänger von Fries.

Die formale Apperzeption ist die Quelle des apriorischen. Die metaphysischen Grundsätze entspringen aus der Verbindung von Kategorie und Schema.

Nach Apelt ist die Induktion formell ein disjunktiver Vernunftschluß. Sie gründet sich auf einen angeborenen Hang der Vernunft nach Einheit und Zusammenhang ihrer Erkenntnisse. Die Allgemeingültigkeit der durch Induktion gewonnenen Gesetze beruht auf apriorischen Prinzipien.


Apel

Karl-Otto Apel

Karl-Otto Apel (* 15. März 1922 in Düsseldorf) ist ein deutscher Philosoph. Er ist ein Vertreter der Diskursethik sowie einer sprachpragmatischen, intersubjektiven Transzendentalphilosophie (Transzendentalpragmatik).

Apels Philosophie ist zum einen durch eine Verbindung von sprachanalytischer (Wittgenstein, Peirce) und hermeneutischer Philosophie (Heidegger) gekennzeichnet und ist zum anderen durch die Abwehr relativistischer Positionen, insbesondere in der Ethik geprägt.

Transformation der Transzendentalphilosophie und Letztbegründung

Apel strebt eine Transformation der Philosophie (so der Titel eines Werkes) an, will aber zugleich den grundsätzlichen Standpunkt der Transzendentalphilosophie beibehalten: der Ausgang vom Subjekt müsse zugunsten einer intersubjektiven Perspektive überwunden werden, ohne dass die von Immanuel Kant gewonnenen Einsichten in die unhintergehbaren Konstituionsbedingungen der Objektivität verloren gehen sollen.

Anstelle der bei Kant in der subjektiven Vernunft verwurzelten apriorischen Annahmen geht Apel vom Apriori der Kommunikationsgemeischaft aus: In der Reflexion auf die in jeder Diskurssituation immer schon vorausgesetzten Diskursbedingungen zeige sich ein auch für die philosophische Debatte unhintergehbares Apriori. Diese Voraussetzungen lassen sich nach Apels Ansicht als letztbegründete Diskursnormen betrachten: Jeder Versuch, sie explizit zu bestreiten, setzt sie implizit voraus.

Apel kennzeichnet sein Letztbegründungskonzept wie folgt: Sätze sind letztbegründet, wenn sie a) nicht bewiesen werden können, ohne selbst vorausgesetzt zu werden und sie b) nicht bestritten werden können, ohne zugleich als gültig angesehen zu werden. Durch diese zweite Bedingung, der Vermeidung eines performativen Widerspruches liege in jenem Argument kein Zirkelschluss vor. Zugleich sei jener Widerspruch performativer oder pragmatischer Natur, er stamme nicht aus dem subjektiven Denken, sondern aus dem Akt des intersubjektiven Gesprächs, so dass sich für Apel die Intersubjektivität als unhintergehbare Bestimmung menschlichen Denken und Handelns ergibt.

Diskursethik

Apel versucht mit diesem Letztbegründungs-Kriterium grundlegende Diskursnormen zu rechtfertigen und somit eine Diskursethik zu entwickeln, wie sie in abgeschwächter Form – d. h. ohne Letztbegründungsanspruch – auch von Jürgen Habermas vertreten wird. Die ethischen Prinzipien sollen dabei nach Apel aus den in jeder Diskussion um jede Ethik, ja auch um den ethischen Nihilismus immer schon vorausgesetzten Annahmen gewonnen werden.

Jeder philosophische und ethische Ansatz appelliere an das Kriterium der objektiven Verbindlichkeit und Wahrheit der eigenen Aussage, so dass die Verbindlichkeitsanforderung und die Wahrheitsfähigkeit nach Apel nicht vernünftig in Frage gestellt werden können. Ziel Apels ist hierbei die Abwehr des ethischen Nihilismus und die Rückkehr zu einer objektiven und rationalen Ethik, die das Paradoxon der Gegenwart überwinden soll. Apel sieht in der Trennung zwischen objektivem Faktenwissen der Einzelwissenschaften und der Privatheit und Beliebigkeit ethischer Überzeugungen eines der Hauptprobleme der Moderne, aus dem die Diskursethik einen Ausweg darstellen soll.

Hermeneutik und Sprachkritik

Apel kann als einer der ersten deutschen Philosophen gelten, die die bis dahin getrennten und gegensätzlichen Strömungen der an Heidegger anknüpfenden hermeneutischen Philosophie und der sprachanalytischen Philosophie im Gefolge Wittgensteins verbunden haben. Apel versucht durch eine Kritik sowohl an Heidegger, dem er Logosvergessenheit vorwirft, als an Wittgenstein, dessen Tractatus er als selbstwidersprüchliche Grenzziehung der Vernunft ansieht, nicht nur die Unterschiede, sondern die Gemeinsamkeiten beider Strömungen zu erfassen. So sei sowohl Heideggers als auch Wittgensteins Philosophie durch eine Überwindung oder Verwindung der Metaphysik gekennzeichnet. Beide Richtungen zielen auf die pragmatische Lebenswelt, wie dies bei Heidegger durch den Vorrang der Zuhandenheit über die theoretische Vorhandenheit zum Ausdruck kommt.

In eben jene Richtung gehe auch die Sprachspielanalyse Wittgensteins. Indem die Pragmatik und die Sprache als intersubjektive Struktur bei beiden Denkern eine zentrale Rolle spielen, sei der Übergang zur Philosophie der Gegenwart als Philosophie der Intersubjektivität in beiden Fällen vollzogen.

Ausgehend von einer Auseinandersetzung mit diesen beiden philosophischen Richtungen versucht Apel in seiner transzendentalen Hermeneutik zwischen den Modellen des Welterklärens der Naturwissenschaften und des Weltverstehens der Geisteswissenschaften zu vermitteln.

Werke

  • Auseinandersetzungen in Erprobung des transzentendalpragmatischen Ansatzes, Frankfurt am Main 1998
  • Diskurs und Verantwortung. Das Problem des Übergangs zur postkonventionellen Moral, Frankfurt am Main 1997
  • Die Erklären: Verstehen-Kontroverse in transzentendalpragmatischer Sicht, Frankfurt am Main 1979
  • Transformation der Philosophie, Frankfurt am Main 1994

Literatur

  • Vittorio Hösle: Die Krise der Gegenwart und die Verantwortung der Philosophie. Transzendentalpragmatik, Letztbegründung, Ethik, München 1990
  • Walter Reese-Schäfer, Karl-Otto Apel zur Einführung. Mit einem Nachwort von Jürgen Habermas, Hamburg
  • Gerhard Schönrich: Bei Gelegenheit Diskurs. Von den Grenzen der Diskursethik und dem Preis der Letztbegründung. Frankfurt am Main 1994

Weblinks


Antonowi

Maxim Alexejewitsch Antonowitsch (1835 – 1918)

Der russische Philosoph, Literaturkritiker und Publizist Maxim Alexejewitsch Antonowitsch kritisierte als einer der ersten in Rußland den Agnostizismus von Kant.

Erkenntnis beginnt nach Antonowitsch mit der Empfindung.

Wahrheitskriterium ist die Erfahrung.

Begriffe sind nicht angeboren, sondern das Produkt der Verarbeitung von Daten, die durch Wahrnehmungen und Empfindungen gewonnen wurden.

Agric R

Rodolphus Agricola (1442/4 – 1485)

Der Humanist Rodolphus Agricola, eigentlich Rolef Huysman, ist in die Geschichte der Wissenschaft als Kritiker der mittelalterlichen Philosophie eingegangen.

R. Agricola war Anhänger einer freien Entwicklung des wissenschaftlichen Denkens und der aristotelischen Logik in einer von scholastischen Interpretationen gereinigten Form. Das Wesen der Dinge ist nach seiner Auffassung nicht völlig erkennbar.

Er beeinflusste insbesondere Desiderius Erasmus.


Adam

Adam of Balsham (Parvipontanus) (12. Jh.)

Adam of Balsham, in England geboren, lehrte in Paris an der Petit Pont das Trivium (Grammatik, Rhetorik, Dialektik). Von ihm stammt eine Kommentierung und Überarbeitung der Ersten Analytik des Aristo
Bei ihm findet sich bereits 1132 das Lügnerparadoxon. Er befasste sich auch mit dem Problem der Definition einer Menge. Adam of Balsham antizipierte die Idee Cantors von der Möglichkeit der Existenz einer Menge von Dingen, die eine echte Teilmenge besitzt, welche in definiertem Sinne der Größe nach dieser Menge selbst gleich ist.

Adam of Balsham nahm auch die Idee von Dedekind vorweg, dass eine endliche Menge nicht umkehrbar eindeutig auf eine ihrer echten Teilmengen abgebildet werden kann.

Agnesi

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Maria Gaetana Agnesi (1718 – 1799)

Maria Gaetana Agnesi wurde 1718 als älteste von insgesamt 21 Kindern. Ihr Vater war ein wohlhabender Textilkaufmann in Mailand, der vor allem mit Seide handelte.

Nach dem Tod ihrer Mutter im Jahre 1732 war Maria als älteste Tochter zunächst für ihre zwanzig Geschwister und den Haushalt zuständig. Sie entschloss sich, ins Kloster zu gehen. Ihre Lehrer und der Vater stimmten sie jedoch um. Neben dem Unterricht ihrer Brüder konzentrierte sie sich auf Mathematikstudien.

Aus den Diskussionen mit Gelehrten im Salon Agnesi ging ihre mit zwanzig Jahren veröffentlichte Schrift Propositiones philosophicae hervor.

Es enthält 191 Thesen, die Maria Agnesi in Streitgesprächen mit gelehrten Zeitgenossen verteidigt hatte. Die Schrift enthält einen erkenntnistheoretischen Teil. Der naturwissenschaftliche Teil ist in einen allgemeinen Teil (vor allem Mechanik, Akustik, Optik) und einen besonderen Teil (Astronomie, Meteorologie, Geologie, Chemie, Biologie, Physiologie) unterteilt.

Diese Gliederung verdeutlicht, dass Maria Gaetana Agnesi die sinnlichen Phänomene aus den primären Qualitäten Ausdehnung und Kraft ableiten will.

Agnesi will das mechanistisch-dynamische Paradigma der Physik auf die Chemie und die Biologie übertragen. Dabei will sie jedoch das Tier nicht auf eine seelenlose Maschine reduzieren.

Agnesi verlangt für Wissen, das mit einem Wahrheitsanspruch auftritt, eine Begründung. Ebenso müssen nach ihrer Ansicht die Grundbegriffe und Methoden der Naturwissenschaft erkenntnistheoretisch reflektiert werden. Dazu verknüpft sie die Newtonsche Physik mit der Metaphysik von Melabranche.

Sie übernimmt u.a. die okkasionalistische Annahme, dass Gott die unmittelbare Ursache allen Naturgeschehens ist. Da die Naturgesetze vom Willen Gottes abhängig sind, gewinnt im Erkenntnisprozeß die Erfahrung an Bedeutung, die von Agnesi schließlich als einziger ausschlaggebender Faktor angesehen wird.

Auf den Einfluss von Ramppinelli ist es wahrscheinlich zurückzuführen, dass sie beschloß, ein Lehrbuch der Analysis des Endlichen und Unendlichen auszuarbeiten.

Ihr wichtigstes mathematisches Werk Instituzioni analitiche ad Uso della Gioventù Italiana (Lehrbuch der Analysis für die italienische Jugend), veröffentlichte sie 1748. Diese Arbeit systematisierte die mathematischen Erkenntnisse der Zeit und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. 1748 wurde Maria wegen dieses Werkes in die Akademie der Wissenschaften von Bologna aufgenommen.

1750 berief sie der Papst Benedikt XIV. zur Professorin der Universität in Bologna, wo sie den Lehrstuhl für Mathematik inne hatte. Sie hat allerdings nie tatsächlich in Bologna Mathematik unterrichtet.

Nach dem Tode ihres Vaters 1752 verließ sie die Familie, um Alte und Kranke unterbringen und pflegen zu können. Sie brach die mathematische Karriere, studierte Theologie und kümmerte sich um Arme und Kranke. Erst lebte sie noch im Hause ihrer Eltern, später jedoch mietete sie ein Haus, wo sie Obdachlosen Unterkunft gewährte.

1771 übernahm sie die Leitung eines Altersheims für Frauen.

Literatur

Weblinks

Abaelard – Ayer| Baader – Burski| Cabanis – Czeżowski | Dacqué- Durkheim | Ebbinghaus- Ewald | Faber- Fritzsche | Galenos- Gunsun Lun | Häberlin- Hypatia | Iamblichos- Iulianus | Jacoby- Juschkewitsch | Kaila- Kurylowicz | LaMettrie – Lykon | Maass- Myia | Nalbandjan- Nyman | Ockham- Owen | Palágyi- Pythagoras | Queccius- Quine | Radischtschew- Ryle | Saarnio- Szumowski | Taine- Tyrsenis | Uphues| Valla- Vorländer | Wahl- Wwedenski | Xeniades- Xenophon | Zadeh- Zoilos

Ackerm

Wilhelm Ackermann (1896 – 1962)

Der Mathematiker und Logiker Wilhelm Ackermann ist ein Schüler von Hilbert. 1925 promovierte Ackermann mit einer Arbeit zur Begründung des tertium non datur. Er versuchte in dieser Arbeit zu zeigen, dass die induktionsfreie Arithmetik konsistent ist.

Ackermann arbeitete zum Epsilon-Kalkül, der von Hilbert gefunden worden war. Dieser Kalkül bildete die Grundlage für Bourbaki’s Logik und Mengenlehre.

1928 gab er ein aus Vorlesungen von Hilbert hervorgegangenes klassisches Werk der Logik, die Grundzüge der theoretischen Logik, heraus. Von 1928 (andere Quellen nennen 1927 oder 1929) bis 1961 war Ackermann in Gymnasien in Burgsteinfeld und in Lüdenscheid tätig.

1953 wurde er Honorarprofessor an der Universität Münster.

Ackermann arbeitete u. a. zur Konsistenz der axiomatischen Mengenlehre, der elementaren Arithmetik und der typfreien Logik, zur strengen Implikation, zum Entscheidungsproblem der Prädikatenlogik und zur Axiomatisierung der Mengentheorie.

Literatur: