Allain

Alanus ab insulis (Allain de Lille) (1120/8 – 1203)

Alanus ab insulis (Allain de Lille), ein Vertreter der Schule von Chartres, stand unter Einfluss von Aristoteles, Boëthius, Gilbertus Porretanus und Thierry von Chartres.

Die Schrift De arte fidei catholicae ähnelt methodisch der Ethik Spinozas (Definitionen, Postulate, Axiome). Er hat mit dieser Methode den Versuch unternommen, ein streng deduktives System für den christianisierten Aristotelismus zu erarbeiten.

Im Lehrgedicht Anti-Claudianus fasst er das zeitgenössische Wissen zusammen.

Die Schrift De planctu naturae enthält naturphilosophische Positionen. Gott ist die Ursache des Formalen und Materiellen der Dinge. Gott wirkt in den Dingen und ist eine Einheit (monas).


Anscombe

Elisabeth Gertrude Margaret Anscombe (1919 – 2001)

Die englische Philosophin studierte klassische Philologie und Philosophie am St. Hugh’s College in Oxford, wo sie 1941 ihr Studium abschloß. Nach ihrer Heirat mit Peter T. Geach, mit dem sie sieben Kinder hatte, erhielt sie einen Forschungsauftrag in Oxford, später am Newnham College in Cambridge, wo sie Bekanntschaft mit Ludwig Wittgenstein machte. 1946-70 war sie Mitglied des Somverville College in Oxford, anschließend wurde sie Professorin für Philosophie in Cambridge.

1957 veröffentlichte sie mit Intention einen wichtigen Beitrag zur Handlungsphilosophie, vor allem mit der Analyse der Begriffe Absicht und Absichtlichkeit.

Anscombe nimmt den aristotelischen Vorschlag des praktischen Syllogismus zur teleologischen Erklärung in dritter Person des Agens der Handlung wieder auf.

Mit diesem Werk hat sie ein Feld zur Reflexion über das menschliche Handeln eröffnet, das von Philosophen wie von Wright, Donald Davidson und Georg Meggle fortgesetzt wurde.

Sie hat den Begriff der absichtlichen Handlung auch in ihrer Analyse der moralischen Probleme, wie zum Beispiel im Krieg oder in der Empfängnisverütung, die sie aus einer katholischen Perspektive betrachtet, verwendet.

In ihrer Einführung zu Wittgensteins Tractatus Logico-Philosophicus, An introduction to Wittgenstein’s Traktatus, analysiert sie vor allem den früen Wittgenstein im Kontext seiner logischen Grundlagen und weist vielen seiner Kritiker Fehlschlüsse in ihren Interpretationen nach.

Im Vordergrund ihrer Untersuchung steht Wittgensteins Sprachtheorie sowie seine Methode, die Bedeutung einzelner Satzteile, bzw. deren Fehlen, aufzuzeigen.

Weblinks


Anniker

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Annikeris von Kyrene (4. Jh. v. u. Z.)

Der griechische Philosoph ist ein später Vertreter der kyrenaischen Schule.

Er entschärfte deren Prinzipien und näherte sie den üblichen Lebensansichten an.

Annikeris vertrat wie die anderen Vertreter dieser Schule die Position, dass der Zweck jeder Handlung in der Lust liegt und ist damit ein Vertreter des Hedonismus.

Er fasste jedoch nicht nur den sinnlichen Genuß, sondern auch den Verkehr mit anderen Menschen, Freundschaft, Liebe zu Verwandten und zum Vaterland, selbst wenn sie nur wenig eigenen Genußgewinn ergäben.

Apoll T

Apollonius von Tyana (1. Jh. u. Z.)

Apollonius, ein pythagoreischer Asket, war als Zauberer und Magier bekannt und gründete eine religiöse Gemeinschaft, die nach strengen Regeln lebte und ide pythagoreischen Lehren tradierte.

Apollonius glaubte an die Unsterblichkeit der menschlichen Seele und an einen Schöpfergott, dem nicht geopfert werden darf.

Er entwickelte ethische Grundsätze, nach denen der Einzelne und die Gemeinschaft leben sollten.

Anitschk

Dmitri Sergejewitsch Anitschkow (1733 – 1783)

Der Philosoph und Mathematiker Dmitri Sergejewitsch Anitschkow, ein Vertreter der russischen Aufklärung wirkte als Professor für Logik an der Moskauer Universität.

Er knüpft an Wolff, Baumeister und Descartes an.

Aufgabe der Logik ist es nach Anitschkow, Regeln zum Erkennen von Irrtümern zu geben und Wege zur Beseitigung von Irrtümern zu erläutern.

Anitschkow kritisierte die Lehre von den angeborenen Ideen.

Er betrachtete die Empfindungen als Erkenntnisquelle. Die Empfindungen geben nur trübe Kenntnisse und können in die Irre führen. Wahres Wissen wird durch die Bearbeitung von Ergebnissen erreicht, die in der Empfindung und durch theoretisches Denken gewonnen werden. Auf dieser Stufe bilden sich Begriffe und Urteile, aus denen Schlussfolgerungen aufgebaut werden.

In seiner Lehre von der Modalität von Urteilen unterschied er vier Arten von Urteilen: notwendige, unmögliche, mögliche und nichtnotwendige.

Anitschkow ging von der Unsterblichkeit der Seele aus und vertrat deistische Thesen.

Apoll P

Apollonios von Perge

Apollonios war ein bedeutender hellinistischer Geometer und Astronom. Er studierte als Schüler des Eukleides in Alexandreia am Museion und wirkte hauptsächlich in Pergamon.

In seinem 8 Bücher zählenden Hauptwerk Konnika fasste er die Ergebnisse der antiken Kegelschnittlehre zusammen und führte sie in eigenen Forschungen weiter. Buch I-IV sind griechisch, Buch V-VII (über irrationale Zahlen) sind arabisch erhalten. Buch VIII ist nur als Rekonstruktion bekannt.

  Als Astronom war Apollonios der Begründer der Epizykeltheorie, die Hipparch später in die Planetentheorie einbrachte und die bei Klaudios Ptolemaios dann eine große Rolle spielte.


Achillin

Alessandro Achillini (1463 – 1512)

Der italienische Philosoph und Anatom Alessandro Achillini lehrte in Bologna und Padua Philosophie sowie später auch Medizin.

In seiner Philosophie vertrat Achillini die averroistische Position des Renaissancearistotelismus.

Er nahm die Existenz natürlicher Universalien an, wobei Universalien Formen in der Materie sind, die von der Natur selbst angestrebt werden.

Die Begriffe der Substanz und des Geistes sind keine natürlichen Universalien, sondern analogische.

Anders als Averroës bestritt er die Lehre von der Einheit des Intellektes.


Ahlwardt

Peter Ahlwardt (1710 – 1791)

Peter Ahlwardt war ab 1752 Professor für Logikund Metaphysik an der Universität Greifswald.

Ahlwardt stand in der Tradition der WolffschenSchule. Er trat für eine vorurteilsfreie Auseinandersetzung mit Spinozaein.

Bekannt wurde z. B. die 1735 veröffentlichte Abhandlung Überdie Unsterblichkeit der Seele und über die Freiheit Gottes.

Nach Ahlwardt sollte die Wissenschaft nicht nur an ihren Sätzen,sondern auch an den Begründungen gemessen werden.

Die Logik verstander als die Lehre vom Denken. Sie ist ein rationales Mittel zum Verständnisder auf der Erfahrung oder Empfindungzurückgeführten Denkinhalte.

Der Begriff ist nachAhlwardt ein sachlich richtige und gewisseVorstellung.

Das Urteil wird als Empfindungder Übereinstimmung oder Verschiedenheit der Begriffe .

Der Schluss ist dieVorstellung Wahrheiteines Urteils, sofern die Wahrheit aus der Wahrheit eines anderen Urteilsfolgt.

Literatur:

  • Wolfes, Matthias:Ahlwardt, Peter. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon.Bd. XVII, Herzberg: Bautz 2001, 18 – 23


Abaelard – Ayer| Baader – Burski| Cabanis – Czezowski |

Abbt

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Thomas Abbt (1738 – 1766)

Thomas Abbt ist ein Vertreter der Popularphilosophie. Er wirkte 1761 – 1762 in Berlin und hatte dort u. a. Verbindungen zu Mendelssohn, der ihm die Schrift Phaedon oder über die Unsterblichkeit der Seele widmete.

Abbt studierte ab 1756 in Halle Theologie, Philosophie und Mathematik. Nach dem Magisterexamen war er kurz Zeit Privatdozent, dann ab 1760 außerordentlicher Professor der Philosophie in Frankfurt/Oder und ab 1761 Professor der Mathematik an der Universität Rinteln. Bekannt wurde er mit der Arbeit Vom Tode fürs Vaterland (1760), in dem er das Verhältnis von Bürger und Staat diskutiert und den Begriff der politischen Tugend stark macht. Politische Tugend besteht für ihn im gefühlsmäßigen und geistigen Bekenntnis zu einer vernünftigen Staatsform.

Seine Position in diesem Werk ähnelt in vielem der Position von Georg Zimmermann. Abbts Hauptwerk Vom Verdienste erschien 1765 im Verlag von Nicolai.

Literatur:


Agrippa

Agrippa (2. Jh. u. Z.)

Agrippa gehört zu der von Ainesidemos begründeten Schule der antiken Skepsis.

Agrippa gibt fünf skeptische Tropen an:

  1. Der Widerstreit der Meinungen.
  2. Das Hinauslaufen des Beweises ins Unendliche, zu immer neuen Beweisen.
  3. Relativität und Subjektivität der Erkenntnis.
  4. Unbewiesene Voraussetzungen.
  5. Zirkelbeweis.

Agrippas Trilemma ist nach Agrippa benannt.