Tollpons

modus tollendo ponens

Als modus tollendo ponens bezeichnet man die Art des distributiv-kategorischen Schlusses, in dem der Obersatz ein distributives Urteil ist und der Untersatz eines der Glieder des distributiven Urteils verneint. Der Schlusssatz bejaht ein anderes Glied des distributiven Urteils.

Dieser Modus heißt auch negativ-bejahend.

Der Schluss hat folgende Form

A ist entweder B oder C
A ist nicht C
———————–
A ist B

In der heutigen Symbolik wird der Schluss auch durch die Regel

A &; B, &;B
————
B


Tolltoll

modus tollendo tollens

Der Name modus tollendo tollens (auch kurz: modus tollens) ist die lateinische Bezeichnung für die zweite Form des hypothetischen Syllogismus, der durch die Formel:

Wenn A ein B ist, so ist C ein D
C ist kein D
——————————–
A ist kein B

ausgedrückt wird. Die vorliegende Form des hypothetischen Syllogismus heißt negative Form des hypothetischen Syllogismus oder destruktiver Syllogismus. Sie ist eine Form des bedingten kategorischen Schlusses. Bei diesem Syllogismus ist eine der Prämissen ein bedingtes Urteil und eine andere ein einfaches kategorisches Urteil, das die Folge des bedingten Urteils verneint. Im Schlusssatz wird der Grund des bedingten Urteils verneint.

Der modus tollens wird auch durch

A &; B, &;B
————
&;A

beschrieben, wobei A und B irgendwelche Aussagen sind.

Die Regel der doppelten Negation unterstellt, ist dieser Schluss äquivalent mit

&;A &; B, &;B
————-
A


Totumdiv

Totum dividendum

Lateinische Bezeichnung für den einzuteilenden Begriff.

Tradukt

Traduktion, traduktiver Schluss

Als Traduktion oder traduktiven Schluss bezeichnet L. W. Rutkowski den Schluss aufgrund der Ähnlichkeit, der Identität und der bedingten Abhängigkeit.

Transeu

transeunt

Man nennt etwas transeunt, wenn es über einen Begriff, ein Ding oder eine Tätigkeitssphäre hinausgeht. Insbesondere spricht man in solchen Fällen von transeunter Kausalität oder transeunter Verursachung.

Spinoza schreibt z. B.: "Deus est omnium rerum causa immanens, non vero transiens" (Spinoza: Eth. I, prop. XVIII).

Chisholm spricht von transeunter Verursachung, wenn Handlungen durch Kausalbeziehungen von Ereignissen erklärt werden und setzt dem die Personenkausalität entgegen.

Triade

Triade

Triade ist eine von Hegel verwendete Bezeichnung für die Dreistufigkeit eines jeden Entwicklungsprozesses.

Für die Entwicklung von Ideen und Begriffen besteht die Triade aus These, Antithese und Synthese.

Die Antithese, das Neue, negiert die These das Alte, während das auf der folgenden Stufe entstehende Neue, die Synthese, einerseits die Antithese negiert und andererseits sich als das Positive, das der These und der Antithese eigen war, bewahrt.

Der Entwicklungsprozeß endet aber damit nicht, da die Synthese die Basis einer folgenden Triade ist.

Trichot

Trichotomie

Trichotomie nennt man die Einteilung eines Begriffsumfanges in drei Glieder. Beispiel ist die Einteilung des Begriffes Dreieck in spitzwinklig, rechtwinklig und stumpfwinklig oder die Einteilung der Substantive in männliche, weibliche und sächliche.

Tu Test

Turing-Test

Der Turing-Test ist ein Test, der von Alan Turing am Ende der 1940er Jahre vorgeschlagen wurde, um zu entscheiden, ob ein Computerprogramm Intelligenz hat. Es gibt verschiedene Programme, die Intelligenz simulieren sollen. Das bekannteste ist ELIZA. 1950 fragte Turing in dem Artikel Computing Machinery and Intelligence which in der Zeitschrift Mind , ob es eine denkende Maschinen geben kann. Er fragte, wie wir entscheiden können, ob ein Programm denkt. Turings Vorschlag ist: Wenn wir die Antworten eines Computers von den Antworten eines Menschen nicht unterscheiden können, dann können wir sagen, dass der Computer denkt.

Der Turing-Test, von Turing als "imitation game" bezeichnet, geht wie folgt: Jemand sitzt an einem Terminal und unterhält sich über eine Computerverbindung mit einem Menschen und einem Computer-Programm. Das Programm wird als intelligent bezeichnet, wenn die Person nicht sagen kann, wer der Mensch ist.

Einige Programme konnten den Turing-Test bestehen, wenn man die Themen des Chats beschränkt (z. B. auf Schach oder auf das Kochen).

1991 stiftete Hugh Gene Loebner einen jährlichen Preis von 1500 Dollar für das beste Programm, das den Test in einem beschränkten Gebiet besteht und einen anderen Preis von 100.000 Dollar für ein Programm, dass den Test in einer allgemeinen Konversation besteht.

Bei Turing war allerdings gefordert, dass der Test auf eine lange Zeit bestanden wird.

Ein Kritikpunkt am Turing-Test ist, dass die Kommunikation nicht nur im Austausch von Worten besteht, sondern auch Freundschaft, Sympathie und Antipathie kommuniziert werden.

Ein anderes Argument gegen den Turing-Test ist Ned Block’s Machine.

Tautdef

Tautologie in der Definition

Von einer Tautologie in der Definition spricht man, wenn in einer Definition das Definiens nur eine einfache Wiederholung dessen ist, was im Definiendum enthalten ist. Die Tautologie in der Definition ist ein Spezialfall des unmittelbaren Zirkel. Die lateinische Bezeichnung für die Tautologie in der Definition ist: idem per idem.

Teleol

Teleologische Ethik

Telologische Ethik nennt man die Richtung in der konsequentialistischen Ethik, die behauptet, Handlungen seien ausschließlich danach zu beurteilen, welche Handlungsziele mit ihnen verbunden sind bzw. welche Folgen mit ihnen intendiert werden.

Man unterscheidet die Teleologen danach, welche Art von intendierten Folgen sie beurteilen wollen: die der einzelnen Handlung oder die allgemeiner Handlungsregeln.

Wenn man z. B. in einer gegebenen Situation überlegt, ob eine Lüge angemessen ist, kann man entweder auf die intendierten Folgen dieses konkreten Falls von Lüge achten oder auf die intendierten Folgen des Verstoßes gegen die allgemeine Regel, dass Lügen verwerflich ist.

Wer allein die intendierten Folgen der einzelnen Handlung gelten lassen will, steht der Handlungsteleologie (oder Aktteleologie) nahe; wer die Folgen der Regelverletzung zum Maßstab nimmt, wird Regelteleologe genannt.

Ein Telos kann auch Tieren und Pflanzen zugeschrieben werden, wie dies z. B. Aristoteles gemacht hat. Zu einer anthropozentrischen Ethik kommt man, wenn man lediglich das menschliche Telos berücksichtigt.