Kratylos

Kratylos (4. Jh. v. u. Z.)

Der griechische Philosoph Kratylos war ein an Heraklit anknüpfender erster Vertreter des Relativismus, ein Lehrer Platons Heraklits Erkenntnis, dass man nicht zweimal in gleichen Fluss steigen kann, da sich inzwischen dessen Wasser und auch unser Körper verändert hat, spitzte er zu der Behauptung zu, dass das auch nicht einmal geschehen könnte. Diese Leugnung der relativen Ruhe entspricht der Verneinung der Möglichkeit, überhaupt zu Urteilen zu gelangen (damit ist er ein Vorläufer der Skepsis).

Auf sprachphilosophischem Gebiet vertrat Kratylos die Auffassung, dass jedem Ding von Natur die richtige Bezeichnung anhafte, die nichts zu tun habe mit der auf Konvention beruhenden.

Kratylos interpretiert die Lehre von Heraklit über die allumfassende Bewegung, über die Erneuerung und Vergänglichkeit der Dinge relativistisch. Er schlußfolgerte, dass die in der Natur zu beobachtenden Erscheinungen jeder qualitativen Definiertheit beraubt sind un der Mensch daher keinerlei Urteil formulieren kann, weil man über etwas, das sich absolut und ununterbrochen verändert, nichts Konkretes aussagen kann.


Kraus

Christian Jakob Kraus (1753 – 1807)

Christian Jakob Kraus widmete sich in Königsberg und Berlin, später in Göttingen humanistischen, mathematischen und philosophischen Studien.

Kraus war mehrere Jahre in Göttingen als Hauslehrer tätig und wurde 1780 Professor der praktischen Philosophie und Kameralwissenschaft in Königsberg.

Kraus war ein Anhänger von Smith und mit Kant befreundet. Von ihm stammt eine deutsche Übersetzung der politischen Essays von Hume (1800).


Krause

Carl Christian Friedrich Krause (1781 – 1832)

Carl Christian Friedrich Krause, geboren 6. Mai 1781 in Eisenberg als Sohn eines Lehrers, besuchte die Schulen zu Donndorf und Altenburg. Er studierte 1797 – 1800 in Jena Theologie, Mathematik und Philosophie (u. a. bei Fichte und Schelling).

Krause vertrat schuf ein System des Panentheismus (der All-in-Gott-Lehre), welcher den Gegensatz von Pantheismus und Theismus überwinden soll.

Beeinflußt ist er, besonders von Kant, Fichte, Schelling und Hegel.

Schüler von Krause sind u. a. Ahrens, Tiberghien, Lindemann, Hohlfeld, von Leonhardi, Altmeyer, Oppermann, Röder, Mönnich, Bouchitté, Schliephake und del Rio.


Kreczmar

Jerzy Kreczmar

Jerzy Kreczmar (* 1902, † 1985) ist ein Vertreter der Lwow-Warschau-Schule.

Weblinks


Kokoszyn

Maria Kokoszynska-Lutmanowa


Maria Kokoszynska-Lutmanowa (* 1905, †  1981) ist eine Vertreterin der Lwow-Warschau-Schule.

Literatur

  • M. Talasiewicz: Maria Kokoszynska-Lutmanowa – Methodology, Semantics, Truth. In: Polish Philosophers of Science and Nature in the 20th Century. (Ed. by Wladyslaw Krajewski) Amsterdam-Atlanta 2000


Kopernik

Nikolaus Kopernikus (1473 – 1543)

Der polnische Astronom Nikolaus Kopernikus (eigentlich: Nikolaus Koppernigk) wurde nach dem Tod seines Vaters durch deinen Onkel erzogen. Er studierte1491/95 an der Krakauer Universität und hörte dort astronomische Vorlesungen. Ab 1496 studierte er in Bologna Rechtswissenschaft.

Nach Polen zurückgekehrt, arbeitete er in der eigenen Sternwarte in Frauenburg. Dort beobachtete er am 9.3.1497 die Bedeckung des Sternes Aldebaran durch den Mond und zweifelte daraufhin an der bisherigen Theorie der Bewegung der Himmelskörper um die Erde.

1501 ging er erneut nach Italien. Er studierte Medizin in Padua und promovierte in Ferrara zum Dr. jur. utr.

Nach seiner Rückkehr war er 1504 – 1512 Sekretär und Leibarzt seines Onkels. Ab 1510 war er Domherr in Frauenburg. Kopernikus praktizierte in Frauenburg auch als Arzt. In Frauenburg führte er astronomische Beobachtung durch. 1543 erschien sein Werk De Revolutionibus Orbium Coelestium, in dem er sein heliozentrisches Weltbild darstellte. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einer kopernikanischen Wende des Weltbildes.

Die Sonne – so Kopernikus – steht im Mittelpunkt der Welt, die Erde aber und die Planeten bewegen sich in Kreisbahnen um die Sonne. Die scheinbare tägliche Bewegung der Gestirne sei durch die Drehung der Erde um ihre Achse verursacht. Die scheinbare Bewegung der Planeten relativ zu den Sternen ei Folge der Bewegung der Erde und der Planeten auf ihren Bahnen. Da die mathematischen Berechnungen nicht mit den Beobachtungen übereinstimmten, musste Kopernikus eine exzentrische Lage der Sonne in den Kreisbahnen und zusätzliche Epizyklenbewegungen annehmen, worunter die Einfachheit der Theorie litt.

In den folgenden Jahren arbeitete Kopernikus an einer Münzreform, arbeitete zur Mathematik, insbesondere zur Trigonometrie, und arbeitete seine Theorie der Himmelskörper weiter aus.


Korcik

Antoni Korcik (1892 – 1969)

Pater und Logiker Antoni Korcik gehörte sowohl zur Lwow-Warschau-Schule als auch zum Krakower Kreis.

Er arbeitete vor allem zur Geschichte der Logik und lieferte eine Theorie der Konversion kategorischer Aussagen sowie eine Analyse der syllogistischen Logik.


Koselski

Jakow Pawlowitsch Kozelskij (ca. 1728 – nach 1793)

Der russische Philosoph und Mathematiker Jakow Pawlowitsch Kozelskij, ein Vertreter der russischen Aufklärung, betrachtete die Logik als einen Teil der Philosophie. Er bezeichnet die Logik als Wissenschaft des Verstandes.

Die Logik unterteilt Kozelskij in zwei Abschnitte:

  1. die Regeln von den drei Kräften der menschlichen Seele, d. h. von der Wahrnehmung, von der Überlegung oder dem Urteilen und vom Folgern,
  2. die Regeln zur Verwendung dieser Kräfte bei der ermittlung der Wahrheit.

Als Wahrheit bezeichnet er die Ähnlichkeit der Gedanken mit den Dingen.

Die Erkenntnis beginnt mit der sinnlichen Wahrnehmung, die unter dem Einfluss des materiellen Gegenstandes auf die Sinnesorgane entsteht. Wir erkennen die Dinge nur über die Sinne. Das ist daraus ersichtlich, dass wir mit geschlossenen Augen nichts sehen und mit geschlossenen Ohren nichts hören, sondern uns nur das Gesehene oder Gehörte einbilden.

Als Begriff bezeichnet Kozelskij die Vorstellung eines Dinges in unserem Denken. Er teilt die Begriffe in klare und dunkle, in deutliche und undeutliche, in vollständige und unvollständige sowie in einzelne, besondere und allgemeine ein.

Das Urteil ist nach Kozelskij eine Anhäufung oder Trennung von Begriffen. Der Schluss – so Kozelskij ist die Ableitung eines dritten Satzes aus zwei vorausgehenden.


Kotarb J

Janina Kotarbinska


Die Logikerin Janina Kotarbinska (* 1901, †  1997) gehörte zur Lwow-Warschau-Schule. Sie war mit Tadeusz Kotarbinski verheiratet.

Literatur

  • W. Krajewski: Janina Kotarbinska – Logical Methodology and Semantic. In: Polish Philosophers of Science and Nature in the 20th Century. (Ed. by Wladyslaw Krajewski) Amsterdam-Atlanta 2000

Weblinks


Kotarbin

Tadeusz Kotarbinski


Der Logiker Tadeusz Kotarbinski (* 31. März 1886, † 3. Oktober 1981) gehörte zur Lwow-Warschau-Schule. Er war mit Janina Kotarbinska verheiratet.

Die Logik nennt Kotarbinski eine allgemeinbildende Disziplin, die unmittelbar mit dem Leben zusammenhängt und Fragen der Erkenntnistheorie, der Semantik der natürlichen Sprache und auch Probleme der Methodologie und Didaktik umfasst.

Zunächst bezeichnete Kotarbi&;ski seine philosophische Lehre als Reismus (res lat. Ding). Nach dieser Theorie existieren nur Dinge, die der Mensch erkennt. Da keine allgemeinen Gegenstände existieren, sondern nur eine unbegrenzte Anzahl konkreter Körper, bezeichnete er seine Theorie auch als Konkretismus.

Online-Texte

Literatur

  • J. Wolenski: Tadeusz Kotarbinski – Reism and Science. In: Polish Philosophers of Science and Nature in the 20th Century. (Ed. by Wladyslaw Krajewski) Amsterdam-Atlanta 2000

Weblinks