Lexika

Paradoxa

Paradoxon

Ein Paradoxon (auch: eine Paradoxie) ist eine wohlbegründete, bisweilen korrekte Behauptung, die mit der gängigen Meinung nicht übereinstimmt. Auch ein unfaßbarer Gedanke wird als Paradoxon bezeichnet. So nennt Kierkegaard das wahre Christentum, das auf dem Glauben an das Unfaßbare beruht, dass der ewige Gott in der Zeit in Jesus Mensch wurde, paradoxe Religiosität. Oft wird das Paradoxon auch mit der Antinomie gleichgesetzt.

Zu den interessantesten Paradoxa zählen:


Paralogi

Paralogismus

Als Paralogismus bezeichnet man einen unbeabsichtigten Fehlschluß.

Im Gegensatz zum Paralogismus steht der Sophismus.

Param

Parameter

Eine Individuenart heißt Parameter eines Prädikates, wenn diese Individuenart bei der Bestimmung des Wahrheitswertes des Prädikates berücksichtigt werden muss.

So ist das epistemische Subjekt ein Parameter nichtmodaler epistemischer Prädikate.

Nach dem Kritrium, ob der Wahrheitswert des Prädikates von der Belegung dieser Individuenart auch tatsächlich abhängt, unterscheiden wir relative Parameter und absolute Parameter.


Pathoeth

Pathozentrische Ethik

Für die Vertreter der Pathozentrik ist die Leidensfähigkeit das entscheidende Kriterium. Diese Position ist häufig mit einem Utilitarismus verbunden und insbesondere als Grundlegung der Tierethik verbreitet. Die Vertreter pathozentrischer Ethiken gehen im Anschluß an Benthams These von Einbezug auch der Tiere aufgrund ihrer Leidensfähigkeit in Interessenabwägungen aus. Schwierig zu bestimmen sind jedoch empirische Kriterien für tierisches Leiden.

Moderne pathozentrische Ethik beruft sich auf das Bewußtsein von Tieren und ihre Interessen. Von vielen Pathozentrikern wird der Unterschied im Bewußtseinsleben von Tier und Mensch als nur graduell und nicht als wesensmäßig eingeschätzt. Sie fordern daher eine weitgehende Gleichheit von Mensch und Tier.

Die Analyse pathozentrischer ist sehr undifferenziert und sollte analog zu den anthropozentrischen Ansätzen ausdifferenziert werden.


Peano

Giuseppe Peano (1858 – 1932)

Der italienische Mathemaiker und Logiker Giuseppe Peano entwickelte, an die Algebra der Logik von Boole, Jevons, Schröder, Porezki anknüpfend, die mathematische Logik weiter.

Von Peano stammt ein bekanntes und noch heute verwendetes Axiomensystem für die natürlichen Zahlen, das von R. Dedekind vorweggenommen worden war.

Die Axiome lauten:

  1. 0 ist eine natürliche Zahl.
  2. Für alle x gilt, dass, wenn x eine natürliche Zahl ist, auch die auf x folgende Zahl eine natürliche Zahl ist.
  3. Wenn auf zwei Zahlen dieselbe Zahl folgt, sind sie identisch.
  4. 0 kann nicht auf eine natürliche Zahl folgen.
  5. (Das Induktionsaxiom:) Wenn 0 eine Eigenschaft hat, und wenn jede auf eine natürliche Zahl folgende Zahl die Eigenschaft besitzt, sofern die Zahl selbst die Eigenschaft hat, dann haben alle natürlichen Zahlen die betreffende Eigenschaft.

Peano versuchte auch die Logik zu axiomatisieren. Maßgeblich hat er auf die Symbolik der Mengenlehre gewirkt.


Occasio

Gelegenheitsursache

Die causa occasionalis (Gelegenheitsursache) ist bei Malebranche die Bezeichnung für ein Ereignis, das selber keine Wirkung hat, sondern nur die Gelegenheit (lat. occasio) dafür abgibt, dass Gott eine Wirkung erzeugt.

Nach Malebranche sind z. B. körperliche Zustände die causa occasionalis für Bewußtseinszustände und umgekehrt.

Oekoeth

Umweltethik

Die Umweltethik bzw. ökologische Ethik ist Teil der praktischen Ethik, der die begründete moralische Stellungnahme zu Eingriffen des Menschen in die nichtmenschliche Natur untersucht. Sie gehört damit zu Bioethik.

Die verschiedenen Ansätze der Umweltethik unterscheiden sich vor allem in Hinsicht darauf, welchen Naturwesen sie einen eigenen, intrinsischen moralischen Wert zuschreiben.

Umstritten ist z. B., ob auch Tiere, Pflanzen, biologische Arten, Ökosysteme, Landschaften oder die Natur als Ganze moralische Ansprüche oder (moralische bzw. juristische) Werte besitzen.

Klar ist jedoch, dass sich auch aus anthropozentrischer Perspektive die Vermeidung vieler Umweltprobleme ableiten lässt, solange sie mit dem menschlichen Wohlergehen zusammenhängen.

Zu den anthropozentrischen Argumenten gehören sicherlich auch ästhetische Argumente, Argumente der Schönheit der Natur.

Ogden3

Ogdensches Dreieck

Ogdensches Dreieck, heiß ein von Charles Kay Ogden eingeführtes Diagramm zur Veranschaulichung der Dreiteilung Ausdruck – Sinn – Bedeutung.


Oxymoron

Oxymoron

Als Oxymoron bezeichnet man eine Stilfigur, die durch Kombination von Bezeichnungen mit gegensätzlicher Bedeutung entsteht. Das Oxymoron ist eine Unterart der Antithese.

Es gibt drei charakteristische Strukturen des Oxymoron:

  1. Kombination von sich zwei ausschließenden Eigenschaften, z. B. Er hat ein rundes, eckiges Gesicht.
  2. Kombination von Eigenschaften und Eigenschaftsträgern, die einander ausschließen, z. B. rundes Quadrat, vertraute Fremdheit;
  3. Ein paradox formulierter Satz, z. B. Der Satz ist falsch und vielleicht auch wahr.


P Indukt

Primäre Induktion

Nach dem Charakter des Ergebnisses unterscheidet man bei den Induktionen die primäre Induktion von der sekundären Induktion.

Das Ergebnis der primären Induktion ist eine allgemeine Aussage (Hypothese oder Gesetz). Aus einzelnen Fakten (Beobachtungen, Experimenten usw.), die durch Einzelaussagen erfaßt sind, wird der allgemeine Satz erschlossen.