Lexika

Keyserl

Hermann Keyserling (1880 – 1946)

Hermann Keyserling, geboren in Koenno (Livland), ist ein von Platon, Kant und der Romantik beeinflußter Vertreter einer idealistischen, teleologisch-organischen Position.

In der Welt besteht ein Analogen mathematischer Verhältnisse.

Das Ich ist das Gesetz des Menschengeistes, seine platonische Idee. Die Idee überhaupt ist das Gesetz der Erscheinung.

Die Kraft ist die Möglichkeit zur Bewegung. Sie ist eine Potenz, deren Wesen in der Kontinuität liegt.

Das unpersönliche, überpersönliche, ewige Leben, die allem zugrunde liegende göttliche Kraft, ist unsterblich.


Jungius

Joachim Jungius (1587 – 1657)

Der deutsche Mathematiker, Physiker und Philosoph Joachim Jungius bezeichnet die Logik als die Kunst, die das Denken im Prozeß der Unterscheidung von wahr und falsch lenkt.

Von Jungius stammt die Idee, die Logik mit Methoden aufzuubauen, die den mathematischen Methoden entsprechen.

Jungius untersuchte insbesondere mittelbare Schlüsse mit Relationsurteilen.


Jerus Fw

Johann Friedrich Wilhelm Jerusalem (1709 – 1789)

Johann Friedrich Wilhelm Jerusalem ist ein Vertreter der Wolffschen Schule.


Jerusal

Wilhelm Jerusalem (geb. 1854)

Nach Wilhelm Jerusalem soll die Philosophie dem Leben dienen und als kritischer Empirismus und kritischer Realismus der Auffassung des gesunden Menschenverstandes gerecht werden.

Jerusalem ist ein entschiedener Gegner von Brentano, des erkenntnistheoretischen Idealismus und der reinen Logik. Er bekennt sich zum Psychologismus und betont das Genetische.

Die psychischen Vorgänge sind ein reines, substratloses Geschehen (Aktualismus). Psychische und physische Vorgänge stehen in Wechselwirkung.

Aufgabe der Logik ist die Erforschung der allgemeinen Bedingungen objektiver Gewißheit und Wahrscheinlichkeit.

Die Logik soll untersuchen, wieviel allgemeine und bewährte Erfahrung in jeder einzelnen Erfahrung enthalten ist. Die Logik kann keine apriorischen Gesetze aufstellen, da nur das in der Erfahrung Bewährte logische Gültigkeit hat.

Auch die Denkgesetze sind empirischen Ursprungs.

Eine wichtige Rolle in Jerusalems Philosophie spielt das Prinzip der Denkökonomie.

Jerusalem vertritt eine pragmatische Wahrheitstheorie. Absolute Wahrheiten (Wahrheiten an sich) gibt es nicht. Ein Urteil ist wahr, wenn es zweckentsprechende Maßnahmen zur Folge hat. Wahrheit heißt hier also Förderlichkeit der Maßnahmen.

Die Ethik muss die Entwicklung der sittlichen Anschauungen untersuchen, psychologische Analyse treiben und Normen aufstellen. Sie ist Philosophie des Wollens.

Das soziale Gewissen geht auf die Menschenpflicht, das indivduelle Gewissen auf die Menschenwürde zurück.

Gegenstand der Soziologie ist die zur Einheit zusammengeschlossene Menschengruppe.


Jevons

William Stanley Jevons (1835 – 1882)

Der englische Logiker, Methodologe und Ökonom William Stanley Jevons bezeichnete die Logik als die Wissenschaft von den natürlichen Gesetzen des Denkens, deren Nichtbefolgung unmöglich ist. Die Logik befasst sich nach Jevons mit der Entdeckung und Beschreibung allgemeiner Formen des Denkens, die man immer verwenden muss, wenn man korrekt schließen will.

In der Logik werden Termini, Sätze und Syllogismen behandelt. Diesen Bestandteilen der Logik entsprechen die Arten des Denkens: Begriff, Urteil und Schluss.

Das Urteil ist nach Jevons eine Verstandesoperation, die aus dem Vergleich zweier Begriffe gegebener Ideen besteht.

Das Urteil, is interpretierte Jevons als Identitätsbeziehung zwischen Subjekt und Prädikat. Die Identität kann einfach, partikulär oder begrenzt sein. Die Kopula ist bzw. sind werden in Jevons‘ mathematischer Logik, eine Weiterentwicklung der logischen Algebra, durch das Gleichheitszeichen = ersetzt.

Den Satz vom Widerspruch symbolisiert Jevons durch Aa = 0, wobei A eine beliebige Klasse bedeutet, a die Verneinung der Klasse A und 0 die Leerklasse. Die Gleichung besagt also, dass zwei entgegengesetzte Gedanken nicht gleichzeitig wahr sein können.

Als Syllogismus bezeichnet Jevons den mittelbaren Schluss. Er unterscheidet ihn vom unmittelbaren Schluss, der ohne einen Mittelbegriff erfolgt.

Die Deduktion ist – so Jevons – ein Verfahren, mit dem der Verstand alle Materialien des Wissens erlangt und analysiert. Nach Jevons führt die Induktion zur Entdeckung allgemeiner Gesetze, zur Entdeckung der Beziehungen von Ursache und Wirkung, zur Entdeckung aller allgemeinen Wahrheiten. Daher ist die Induktion wichtiger als Traduktion und Deduktion. Den Induktionsurteilen kommt nur Wahrscheinlichkeit zu.

Die Induktion ist ein Spezialfall des Wahrscheinlichkeitsschlusses.

Die Deduktion ist ein Prozeß, durch den das mit der Induktion erlangte Wissen nutzbar gemacht wird.

Jevons konstruierte einen logischen Abakus und eine logische Maschine.

Auf Jevons geht der Terminus Boolesche Funktion zurück.


Joachim

Harold H. Joachim (1868 – 1938)

Harold H. Joachim ist ein Vertreter des absoluten Idealismus.

Anders als Bradley identifizierte Joachim das Absolute und Gott.


Joecher

Christian Gottlieb Jöcher

Christian Gottlieb Jöcher gehört als Philosoph zur Wolffschen Schule.

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Joergens

Jørgen Jørgensen (1894 – 1969)

Der dänische Philosoph und Logiker Jørgen Jørgensen war Professor an der Universität Kopenhagen. Er ist einer der führenden Vertreter des logischen Positivismus.

Jørgensen knüpft an die Marburger Schule an. Er hatte enge Beziehung zum Wiener Kreis.

Seine erkenntnistheoretische Position nannte Jørgensen epistemologischer Neutralismus.

In späteren Jahren nahm er die Existenz einer vom Subjekt unabhängigen Realität an und interpretierte die Naturgesetze als Kopien der Beziehungen zwischen den Objekten.


Jahn

Max Jahn (geb. 1853)

Max Jahn, geboren in Ronneburg, war Schuldirektor in Leipzig.

Jahn ist Herbartianer. Er versucht aber die experimentelle Psychologie zu nutzen.

Die Psychologie untersucht nach Jahn

  • die Erscheinungen unserer inneren Natur,
  • den gesetzmäßigen Verlauf der Erscheinungen,
  • zuletzt die Grundlage oder das Substrat der Erscheinungen


Johann I

Johannes Italus (Ende des 11. Jh.)

Der byzantinische Philosoph Johannes Italus ist ein Nachfolger von Michael Psellos.