Wesentl

Wesentliche Ursache

Wesentliche Ursachen nennt man jene mitwirkende Ursachen, die eine notwendige Bedingung (oder evtl. eine INUS-Bedingung) der Wirkung ist.

Widerdef

Widersprüchlichkeit der Definition

Eine Definition ist widersprüchlich, wenn aus ihr ein widersprüchliches Paar von Sätzen folgt, d. h. Sätze, von denen der eine bestreitet, was der andere behauptet.

Betrachten wir ein Beispiel. Den elementaren Begriff der Quadratwurzel einer Zahl beschreibt man in der Schule häufig folgendermaßßen: Die Quadratwurzel einer Zahl x ist eine solche Zahl y, deren Quadrat der Zahl x gleicht, d. h. sqrt(x) = y genau dann, wenn y2 = x. Diese Definiton bestimmt den Begriff der Quadratwurzel für beliebige Zahlen x und y. Durch Einsetzen von 4 für x und 2 bzw. -2 für y erhalten wir:

4 = 2 genau dann, wenn 22 = 4
4 = -2 genau dann, wenn (-2)2 = 4

Aus den Sätzen folgt 4=2 und 4 = -2 und damit 2 = -2. Widerspruch.

In dieser Weise haben wir gezeigt, dass die Einführung der Definition der Quadratwurzel in der genannten Art zu Widersprüchen führt. Wir müssen die angegebene Definition daher als widersprüchlich ablehnen.

Widerleg

Widerlegung

Als Widerlegung (lat.: refutatio) bezeichnet man den Nachweis der Falschheit oder Unhaltbarkeit einer Behauptung in Gestalt einer Aussage oder eines Aussagensystems.

Die Widerlegung einer Aussage p ist im Rahmen der klassischen zweiwertigen Logik identisch mit dem Beweis von &;p. Bei der Reduktion der Widerlegung von p auf den Beweis von &;p wird der Satz vom ausgeschlossenen Dritten benutzt. Man nennt diese Methode auch die direkte Methode zur Widerlegung von Urteilen.

Komplizierter gestaltet sich das Problem der Widerlegung in der intuitionistischen und den parakonsonstenten Logiken.

Im praktischen wissenschaftlichen Nachweis der Falschheit einer Aussage erhalten wir eine Revision einer auf reduktivem Weg gewonnenen Allaussage, nachdem eine Tatsache bekannt geworden ist, die dieser logisch widerspricht.

Es stehen sich also gegenüber:

&;(x) P(x) und &;(x)&;P(x)

Rein logisch gesehen, stehen die beiden Aussagen im Verhältnis des aussagenlogischen Dritten zueinander.

Ist die Allaussage durch umfassendes Tatsachenmaterial bestätigt, so besteht das praktische Verfahren der Wissenschaft darin, diese Hypothese nicht einfach für falsch zu erklären, sondern sie so zu ändern, dass die geänderte Hypothese sowohl das bisher bekannte Tatsachenmaterial erklären kann als auch mit der alten Hypothese widersprechenden Aussage verträglich ist.

Häufig werden auch Argumente einer Kritik unterzogen, die von einem Opponenten zur Begründung einer These aufgestellt werden. Man muss in diesem Fall jedoch berücksichtigen, dass die Widerlegung der Argumente nicht schon eine Widerlegung der These des Opponenten liefert und auch keineswegs die Wahrheit einer eigenen These beweist. Die These des Opponenten kann durchaus bessere Argumente für sich haben als die widerlegten. Darum muss man zur endgültigen Widerlegung einer fremden These nicht nur die Haltlosigkeit der vorgebrachten Argumente beweisen, sondern auch die Haltlosigkeit der These selbst.


Wiederg

Wiedergutmachungsimperativ

Als Wiedergutmachungsimperativ (contrary-to-duty-imperative) bezeichnet man einen Imperativ der besagt, was zu tun sei, wenn eine Pflicht verletzt worden ist.

Wiedergutmachungsimperative sind die Grundlage der Paradoxie von Chisholm.

Willkuer

Willkür

Willkürlich ist eine Handlung, der keine intersubjektive Regel und keine subjektiv und intersubjektiv verbindlichen, über eine konkrete Situation hinausreichenden Normen zugrundeliegen.

Willkürlichen Handlungen liegen daher weder äußeren Ursachen noch die begründete Wahl zwischen alternativen Möglichkeiten zugrunde.

Eine unbegründete Wahl, die lediglich Ausdruck des rational unbegründeten Handelns des Subjekts ist, ist damit eine spezielle Form der Willkür.

Kant unterschied zwei Formen der Willkür:

  1. die Willkür, die durch die sinnliche Affizierung angetrieben ist [KrV A 534];
  2. der vernünftige Wille des Menschen, d. h. die Willkür, der ein Vermögen des Menschen innewohnt, sich unabhängig von der Nötigung durch sinnliche Antriebe selbst zu bestimmen.

Nach Kuno Fischer gibt es zwei Willensarten: die Willkür, die durch Erkenntnis geleitet ist, und das allem Erkennen und bewussten Handeln vorausgehende, unbewusste Wollen.


Wirkung

Wirkung

Wirkung (engl. effect; franz. effet; lat. effectus) nennt man eine Erscheinung, die auf eine andere Erscheinung, die Ursache, folgt und durch diese hervorgerufen wird.

Untersucht wird der Wirkungsbegriff in der Kausaltheorie.

Wissen R

Reines Wissen

Als reines Wissen bezeichnet Hegel das Wissen, dessen Gegenstand das in seiner Vielfalt zu bestimmende Wissen selber ist. Das System der Wissenschaften ist nach Hegel eine Darstellung des reinen Wissens.

Wertfr E

Externe Wertfreiheit

In der Diskussion der Wertfreiheit der Wissenschaft wurde die interne Wertfreiheit von der externen Wertfreiheit unterschieden.

Eine Theorie ist extern wertfrei, wenn sie keinen bestimmten Interessen dient.

Es ist weitgehend Konsens, dass es kaum wissenschaftliche Theorien gibt, die extern wertfrei sind.

Wahrnehm

Wahrnehmung, Sinneserfahrung

Wahrnehmung bzw. Sinneserfahrung, ist eine Erfahrung, die auf der Sinnlichkeit beruht.

Aristoteles unterschied die sinnliche Wahrnehmung (aisthesis, sensus) und die geistige Wahrnehmung (noesis, intellectus, einsichtiges Erfassen).

Die sinnliche Wahrnehmung ist, da in ihr die materialen sinnfälligen Dinge unmittelbar empirisch gegeben sind, Grundlage der geistigen Wahrnehmung, in welcher diese mit Hilfe der Vorstellung (phantasia) in ihrer intelligiblen Form und ihrem Wesen (ohne ihre Materie) erfaßt werden.

Die Vorstellung ist dabei dasjenige Medium, welches das Wahrgenommene in seiner qualitativen, nicht mehr in seiner stofflichen Natur, unabhängig von seiner tatsächlichen Präsenz oder Existenz, in sich aufnimmt und der geistigen Wahrnehmung zur (passiven) Rezeption und (aktiven, reflexiven) Apperzeption präsentiert.

Die Differenz von sinnlicher und geistiger Wahrnehmung hat Leibniz durch die Unterscheidung von Perzeption und Apperzeption verdeutlicht.

In der empirischen, experimentellen Wahrnehmungspsychologie werden u. a. Aufbau, Prozesse und Leistungen sinnesphysiologischer Systeme in Hinsicht auf das Wahrgenommene untersucht. Dabei gelten Sinnesdaten, Empfindungen, Vorstellungen und Gedächtnisinhalte nicht als isoliert gedachte Faktoren, sondern als das komplexe Ganze des Wahrnehmungserlebnisses konstituierende subsystemartige, leistungsfähige Teilinhalte. Sie sind die Grundlage dafür, dass ein außerpsychischer Gegenstand als sinnvoll, gestalthaft und geordnet erscheint.

Stimmungslagen, Interessen, Erwartungen und Aufmerksamkeit sind Faktoren, die den Wahrnehmungsprozeß auf etwas spezifisch ausrichten.

Während in der nicht introspektiven Wahrnehmungspsychologie die Erforschung des phänomenal Wahrgenommenen im Vordergrund steht, wird in der philosophischen Psychologie und der Phänomenologie die Rezeptivität und Produktivität der Wahrnehmungsdakte untersucht. Damit rückt, neben dem Objekt der Wahrnehmung, insbesondere das Subjekt der Wahrnehmung in den Vordergrund.

Wahrnehmung zeigt sich introspektiv als komplexes Phänomen, denn sie weist intentional auf etwas außer sich als ihrem primären Gegenstand hin und hat sich zugleich selbst zum sekundären Gegenstand.

Der außerpsychische Gegenstand der Wahrnehmung kann, aber muss nicht existieren.

In phänomenologischer Einstellung kann (Brentano, Meinong) bzw. muss (Husserl) von ihm in Epoché abgesehen werden, nicht aber vom erlebten Inhalt bzw. dem immanenten Objekt oder dem inneren Gegenstand bzw. dem einwohnenden Datum der inneren Wahrnehmung, dem Wahrgenommenen oder Gedachtem als solchem, das den äußeren Gegenstand repräsentiert.

Nach Meinongs gegenstandstheoretischer Version ist es nicht der wirkliche Kirchturm, über dessen Dasein uns die innere Wahrnehmung Auskunft gibt, sondern nur der vorgestellte Krichturm.

Es bleibt strittig, ob dieser Kirchturm als lediglich vorgestellter und damit nicht real, sondern modifiziert präsent ist (Meinong) oder ob eine reale Kirchturmvorstellung als Grundlage der inneren Wahrnehmung fungiert (Brentano) oder ob es sich dabei um ein ideales Datum am Horizont des Mitgemeinten handelt (Husserl).

Unabhängig davon wird die Hereinnahme eines Objektes durch seine ursprüngliche Vorstellung ins Psychische, den Kompetenzbereich der inneren Wahrnehmung konstatiert. Desweiteren wird darauf verwiesen, dass eine Vorstellungstätigkeit als fundiertes Moment der Wahrnehmung generell wahrnehmungsimplizit ist. Der immanente Inhalt der Wahrnehmung kann nach den Weisen analysiert werden, wie er der Wahrnehmung gegeben ist. Die Gegebenheitsweisen in der Wahrnehmung werden im Moment des Erfassens evident erlebt. Sie können daher kategorisiert und beschrieben werden. Wahrnehmung kann mithin als mit dem Wahrgenommenen gleichzeitiges, evidentes urteilsartiges, für-wahr-nehmendes Ereignis charakterisiert werden.

Die Wahrnehmung der höheren Denkvorgänge wurde vor allem durch die Würzburger Denkpsychologie introspektiv erfaßt und experimentell bestätigt und schriftlich fixiert.

Husserl hat die Würzburger Denkpsychologie kritisiert. Eine wissenschaftliche Psychologie der Wahrnehmung hat nach Husserl deren Leistungscharakter nicht durch experimentelle und psychophysische und sonstige Außenpsychologie, sondern qua intentionaler Innenpsychologie in ihrem apriorischen Wesen universal (die Allheit möglichen Bewußtseins überhaupt, bezogen auf die Allheit möglicher Gegenstände überhaupt zu eruieren.

Husserl weist jede herkömmliche, natürliche-naive, positive Wahrnehmungsauffassung zurück. So wird auch die introspektive Wahrnehmungspsychologie durch Watsons Behaviorismus der sich als naturwissenschaftlicher Ansatz versteht abgelehnt.

In der Philosophie des Geistes wird Wahrnehmung in der Bedeutung referentiellen, propositionalen und selbstreferentiellen Wissens verwendet.

In Russells Position des logischen Atomismus stellen die Sinnesdaten das Fundament der Wahrnehmung dar. Den Sinnesdaten korrespondieren die atomaren Sätze.

Im Phänomenalismus gilt das Sinnesdatum als unmittelbarer Wahrnehmungsgegenstand und als Grundlage der Erkenntis.

Locke unterscheidet zwischen dem sinnlict.self.status=’http://sternchenland.com/lexika-startseite/philosophen-lexikon/fracast.htm‘;return true“ >G. Fracastoro – ist das abstrahierende logische Ordnungsvermögen, das allgemeine Sätze gestattet.

Die radikalen Aprioristen (z. B. Platon) meinen, dass die Sinneswahrnehmung zu keiner wahren Erkrenntnis führen kann und deshalb keine entscheidende Bedeutung hat. Wahre Erkenntnis beruht allein auf der Vernunft.

Für Émile Meyerson liegt die entscheidende Forderung an eine wissenschaftliche Erklärung darin, dass sie die zugrundeliegenden Kausalverhältnisse in ihrer Gesetzmäßigkeit klärt. Das Hauptinteresse liegt daristoteliker schufen eine Theorie des subnotio. Diese Theorie lehrt ein nichtempirisches, aber an empirische Wahrnehmung gebundenes Vermögen im Subjekt zur logischen Ordnung der Gegenstände, die das Nebeneinander der Vorstellungen in eine notwendige Struktur verwandeln. Die subnotio – so G. Fracastoro – ist das abstrahierende logische Ordnungsvermögen, das allgemeine Sätze gestattet.

Die radikalen Aprioristen (z. B. Platon) meinen, dass die Sinneswahrnehmung zu keiner wahren Erkrenntnis führen kann und deshalb keine entscheidende Bedeutung hat. Wahre Erkenntnis beruht allein auf der Vernunft.

Für Émile Meyerson liegt die entscheidende Forderung an eine wissenschaftliche Erklärung darin, dass sie die zugrundeliegenden Kausalverhältnisse in ihrer Gesetzmäßigkeit klärt. Das Hauptinteresse liegt darin, zu wissen, warum dem immer so ist. Die Antwort bezieht, d. h. auf Teile der Wirklichkeit, die sich unserer unmittelbar gegebenen (positiven) Sinneswahrnehmung entziehen.

Alkmaion lehrte, "sämtliche Sinnesvermögen irgendwie mit dem Gehirn zusammenhängen. Daher litten sie auch Schaden, wenn dieses erschüttert wurde und seine Lage verändere. Denn er ziehe ‚die Poren‘ in Mitleidenschaft, durch die die Sinnesvermögen (vermittelt würden)" [Theophrast: Von den Sinneswahrnehmungen 26 = DK, 24 A 5]

Alkmaion hat gesagt, " sich der Mensch von den übrigen Wesen dadurch unterscheide, dass er allein denkt, während die anderen Wesen zwar Sinneswahrnehmungen haben, aber nicht denken." [Theophrast: Von den Sinneswahrnehungen 25 = fr. 1a].

Umstritten ist, ob es eine reine Wahrnehmung (d.h. eine theoriefreie, ungedeutete Wahrnehmung) gibt oder ob alle Wahrnehmung bereits vorstrukturierte Sinneserfahrung von etwas als etwas ist.


Wahrsch

Wahrscheinlichkeit

Wahrscheinlichkeit ist ein Grad der Gewißheit, wobei die Gewißheit unterschiedliche Gründe haben kann.

Nach Platon ergibt bloße Wahrnehmung nicht Wahrheit, sondern Wahrscheinlichkeit (Tim. 78).

Arkesilaos hält die Erkennten der Wahrscheinlichkeit für möglich. Sie soll insbesondere für das Handeln maßgebend sein.

Ebenso wie Arkesilaos hielt Karneades Erkenntnis der Wahrheit für unmöglich, räumte aber ein, dass es Wahrscheinlichkeiten gebe.

Karneades unterschied drei Grade der Wahrscheinlichkeit:

  1. das einfach Wahrscheinliche
  2. das Wahrscheinliche und Widerspruchsfreie
  3. das Wahrscheinliche, Widerspruchsfreie und Prüfbare

Aristoteles studierte bereits Syllogismen mit wahrscheinlichen Urteilen.

Locke unterteilt die Erkenntnisse in Wissen und in wahrscheinliche Kenntnisse. Wissen liegt vor, wenn die Verbindung zweier Ideen nachgewiesen werden kann. Wenn der Zusammenhang zwischen Ideen nur ungenau nachgewiesen werden kann und erst durch Argumente beschrieben werden muss, haben die Kenntnisse nur einen höheren oder niedrigen Grad der Wahrscheinlichkeit.

Hume versteht unter probability den Grad der Gewißheit, dem noch Ungewißheit anhaftet. Hume unterscheidet:

  1. die Wahrscheinlichkeitserkenntnis, die sich auf die Betrachtung des Zufalls gründet, und
  2. die Wahrscheinlichkeitserkenntnis aus Ursachen.

Leibniz betrachtete das Fehlen einer Abstufung der Wahrheit nach Wahrscheinlichkeiten als einen Fehler der klassischen Logik. Für ihn ist die Wahrscheinlichkeit ein Maß für die Kenntnis eines Objektes.

Als klassische Wahrscheinlichkeit bezeichnet man die auf Laplace zurückgehende Definition der Wahrscheinlichkeit als Quotient aus der Anzahl der günstigen Fälle und der Anzahl aller möglichen Fälle.

Die statistische Wahrscheinlichkeit entstammt der Erfahrung. Zählt man bei häufiger Wiederholung eines Experimentes, wie oft ein bestimmtes Versuchsergebnis eintritt, und teilt diese Zahl durch die Anzahl der Versuche, so erhält man die relative Häufigkeit des Ereignisses.

Kiesewetter bezeichnet die klassische Wahrscheinlichkeit als logische Wahrscheinlichkeit, Fries und Bernoulli nennen sie mathematische Wahrscheinlichkeit, Windelband nennt sie wissenschaftliche Wahrscheinlichkeit.

Die statistische Wahrscheinlichkeit nennt Kiesewetter reale Wahrscheinlichkeit. Bernoulli nennt sie empirische Wahrscheinlichkeit.

Die philosophische Wahrscheinlichkeit geht nach Fries von allgemeinen Grundsatz aus, die schon aus einem einzigen Fall einen Induktionsschluß ermöglichen. Eine philosophische Wahrscheinlichkeit besteht darin, dass wir eine Behauptung mit ihren Gründen vergleichen und, ohne diese vollständig erhalten zu können, doch überwiegende Gründe dafür haben.

Für die Kohärenztheorie scheint der Wahrscheinlichkeitsbegriff von Volkmann von besonderem Interesse. Er schreibt: "Wir halten für wahr, wovon wir vollkommen überzeugt sind. Kommt kein Prädicat zu diesem absoluten Vorzug, nimmt aber gleichwohl eines von ihnen den übrigen gegenüber den relativ höchsten Klarheitsgrad dauernd ein, dann nennen wir das Urteil, das dieses Prädicat dem Subjecte beilegt, wahrscheinlich" (Lehrb. d. Psychol. II 4, 297). Damit entspricht der Wahrscheinlichkeitsbegriff weitgehend meinem Begriff der Rechtfertigung.

Diesen beiden objektiven Begriffe der Wahrscheinlichkeit (mathematische und statistische Wahrscheinlichkeit) steht die subjektive Wahrscheinlichkeit, d. h. der Grad der Neigung, etwas für wahr zu halten, gegenüber.

Die Unterscheidung von objektiver und subjektiver Wahrscheinlichkeit geht wahrscheinlich auf Hofbauer zurück (Logik, § 419).

Insbesondere Mill vertritt einen subjektiven Wahrscheinlichkeitsbegriff. Für ihn ist Wahrscheinlichkeit "nicht eine Eigenschaft des Ereignisses selbst, sondern ein bloßer Name für die Stärke des Grundes, wonach wir dasselbe erwarten" (Logik II, 67).

In der heutigen Wahrscheinlichkeitstheorie verwendet man heute gewöhnlich keine expliziten Definitionen, sondern Axiomensysteme.

Carnap unterscheidet zwei Begriffe der Wahrscheinlichkeit:

  1. der Grad der Bestätigung einer Hypothese durch Tatsachenaussagen,
  2. die statistisch ermittelte durchschnittliche Häufigkeit mit der ein bestimmter Fall eintritt.