Kontrbeg

Konträre Begriffe

Konträre Begriff (lat.: notiones contrariae) nennt man unvereinbare Begriffe, zu denen Zwischenbegriffe existieren, Begriffe, die sich zwar gegenseitig ausschließen, aber Raum für weitere Möglichkeiten lassen, z. B. das Begriffspaar weiß – schwarz. Jeder Begriff des Paares weiß – schwarz geht in den Umfang des Begriffes Farbe ein, zusammen füllen sie ihn aber nicht voll aus.

Zwei einander konträre Begriffe können, wenn man sie über ein und dieselbe Klasse von Gegenständen, zu ein und derselben Zeit und in in ein und derselben Beziehung nimmt, nicht gleichzeitig wahr sein. So kann ein Gegenstand nicht zugleich weiß und schwarz sein.

Zwei einander konträre Begriffe können sich jedoch, wenn man sie über ein und dieselbe Klasse von Gegenständen, zu ein und derselben Zeit und in ein und derselben Beziehung nimmt, durchaus beide falsch sein. Dies erklärt sich daraus, dass konträre Begriffe Raum für weitere Möglichkeiten lassen. Eine rote Rose ist z. B. weder weiß noch schwarz.

Von konträren Begriffen sind kontradiktorische Begriffe zu unterscheiden.

Intereth

Interessenethik

Interessenethik nennt man die Richtung in der Ethik, die behauptet, Handlungen seien ausschließlich danach zu beurteilen, welche Interessen sie berühren.

In Abhängigkeit davon wie man Interessen näher bestimmt gelangt man zu anthropozentrischen oder pathozentrischen Ansätzen.

Kohaer

Kohärenztheorie

Der Kohärenzbegriff spielt in der Philosophie eine zentrale Rolle, wobei der Begriff allerdings häufig sehr vage benutzt wird.

Kohärenz ist eine Form des Zusammenhanges. In erster Näherung kann man Kohärenz als eine Eigenschaft einer Menge von Elementen (z. B. Propositionen, Begriffe, Theorien, Normen) verstehen, die gut zusammenhalten.

In der Philosophie sind u. a. Kohärenztheorien der Wahrheit, der Rechtfertigung und der Ethik diskutiert worden.

Williams hat die systematische Kohärenz von der relationalen Kohärenz unterschieden. Bartelborth hat der systematische Kohärenz die (systematische) Inkohärenz gegenübergestellt.

Konkurrenztheorien zur erkenntnistheoretischen Kohärenztheorie sind der erkenntnistheoretische Fundamentalismus, der Erkenntnisskeptizismus und der erkenntnistheoretische Kontextualismus. Eine Position, die kohärentistische und fundamentalistische Positionen vereint wird als Foundherentismus bezeichnet.

Thagard hat konnexktionistische Modelle entwickelt, um Kohärenzüberlegungen zu modellieren. Andere Computermodelle stammen von Daniel Schoch und Uwe Wiedemann.

Intern

Innere Ursache

Innere Ursache (auch: interne Ursache) nennt man Ursachen, die entweder causa materialis oder causa formalis sind.

Kolldist

Schluss von der Kollektivbedeutung zur Distributivbedeutung

Als Schluss von der Kollektivbedeutung zur Distributivbedeutung (lat. fallacia a sensu composito ad sensum divisum) bezeichnet man einen Fehlschluß infolge des sprachlichen Ausdrucks.

Vom jedem Einzelnen wird behauptet, was für das Ganze zutrifft.

Wird z. B. gesagt, dass eine Bibliothek gut ist, so wird gefolgert, dass jedes einzelne Buch dieser Bibliothek gut ist.

Ein anderes Beispiel stammt von Jevons: Er sagt, dass die Minister, die im Staatsrat sitzen, wahrscheinlich zu vernünftigen Entscheidungen in einer wichtigen Frage kommen werden. Daraus folgt dem Fehlschluß von der Kollektivbedeutung zur Distributivbedeutung, dass jeder von ihnen für sich genommen zu einer vernünftigen Entscheidung kommt.

Intethik

Absichtstheorie

Als Absichtstheorie bezeichnet man die ethische Theorie, die sich bei der Bewertung von Handlungen ausschließlich auf die Absichten bezieht. Man könnte die Theorie auf die Formel Nur die Absicht zählt bringen.


Intrbess

intrinsisch besser

Der Begriff intrinsisch besser ist einer der zentralen Begriffe der Philosophie von Chisholm.

Er führt den Begriff auf den Begriff der Erfordernis (requirement) zurück: Ein Zustand ist intrinisch besser als ein anderer, wenn die Betrachtung beider es erfordert, den einen dem anderen vorzuziehen.

Aus dem Begriff des intrinsisch besseren leitet Chisholm den Begriff epistemisch besser ab.

Invitro

In-Vitro-Fertilisation

Entscheidungen, die mit der In-Vitro-Fertilisation zusammenhängen, gehören zum Gegenstand der medizinischen Ethik.

1978 wurde mit der Geburt von Louise Brown zum ersten Mal ein Mensch geboren, der außerhalb eines menschlichen Körpers befruchtet worden war. Damit gelang es Robert Edwards und Patrick Steptoe, die Möglichkeit der In-Vitro-Fertilisation (IVF) zu zeigen.

Um dies zu ermöglichen mussten Experimente mit menschlichen Embryonen gemacht werden.

Inzwischen hat die IVF sich durchgesetzt. Mehr noch: Embryonen werden eingefroren um sie über mehrere Jahre aufzuheben und sie dann wiederum Frauen einzusetzen.

Weil das IVF-Verfahren oft mehr Embryonen produziert, als sich auf sicherem Wege in den Uterus der Frau zurückgefürt werden können, gibt es viele eingefrorene Embryonen, die niemals gebraucht, vermutlich zerstört oder der Forschung zur Verfügung gestellt werden oder an andere unfruchtbare Paare weitergegeben werden.

Die Vernichtung der Embryonen führt zu ähnlichen Problemen, wie denen, die im Umfeld mit der Abtreibung diskutiert werden.

Die Anworten können jedoch nicht einfach übertragen werden. So gilt das Argument, dass die Frau einen Anspruch darauf hat über ihren eigenen Körper zu bestimmen hier nicht.

Andere haben in Analogie zur Abtreibungsdebatte ausgeführt, dass der Embryo einen Schutzanspruch hat, weil er ein (a) menschliches Wesen bzw. (b) ein potentielles menschliches Wesen ist.

Ist es schon bei Föten äußerst schwierig, zu zeigen, dass sie Autonomie besitzen, so erst recht bei Embryonen. So gilt es zu bedenken, dass Embryonen im Frühstadium noch keine Individuen sind, da sich bis zu 14 Tagen nach der Befruchtung das Embryo noch jederzeit in zwei oder mehr genetisch identische Embronen aufspalten kann. Außerdem gilt ein Embryo den meisten Philosophen nicht als Person, sondern höchstens als Quasi-Person.

Kompliziert ist auch das Argument, dass das Embryo ein potentielles menschliches Wesen ist. Das liegt daran, dass in vitro befruchtete Eizellen eine relativ geringe Wahrscheinlichkeit haben, dass sie sich im Uterus auch wirklich einnisten (10-20%).

Im Zusammenhang mit der In-Vitro-Fertilisation sind einige neue Probeleme der personalen Identität aufgetaucht.

Bis zu vierzehn Tage nach der Befruchtung kann sich der Embryo jederzeit in zwei oder mehr genetisch identische Embryonen aufspalten. Ist ein Embryo vor dieser Spaltung personal identisch mit dem späteren Kind? Und wie ist es, wenn eine solche Spaltung nicht stattfindet, wir dies aber noch nicht wissen?

Ischluss

Inverser Schluss

Der inverse Schluss ist nach Carnap einer der Haupttypen des Induktionsschlusses.

Es wird von einer Stichprobe auf die Gesamtheit geschlossen.

Isosthen

Isosthenie

Isosthenie (griech. isostheneia), d. h. gleichwertiger Widerstreit, ist ein Schlüsselbegriff der pyrrhonischen Skepsis.

Isosthenie der Argumente liegt vor, wenn für ein Urteil und für dessen Negation gleich überzeugende Argumente beigebracht werden können.

In der pyrrhonischen Skepsis wird mit Hilfe ausgefeilter Argumentationstechniken Isosthenie angestrebt.

Die Pyrrhoneer verweisen z. B. auf den Widerstreit der philosophischen Systeme, deren jedes für seine Anhänger evident sei, während nur eines von ihnen wahr sein könne, die übrigen also falsch sind.

Die Neuplatoniker haben diese Kritik zurückgewiesen. Die Argumentation kann die Unmöglichkeit der Evidenz nicht zeigen, da sie voraussetzt, dass einmal eine falsche Vorstellung evident war. Um die Evidenz einer falschen Vorstellung zu belegen, muss man erkennen können, wie die Dinge an sich sind, um sagen zu können, dass die Vorstellung nicht mit ihnen übereinstimmt. So stellten die Neuakademiker nicht in Frage, dass Wahnvorstellungen falsche Vorstellungen seien, und ebensowenig bezweifelten sie, dass von zwei einander widersprechenden Systemen notwendig eines falsch sein müsse, was bedeutet, dass sie den Satz vom Widerspruch nicht nur als Argumentationsregel akzeptierten, sondern seine Wahrheit für erkennbar hielten.