Janich

Peter Janich

Der Philosoph Peter Janich (* 1942) ist ist Mitbegründer und Vertreter des Methodischen Kulturalismus, eine Weiterführung des Erlanger Konstruktivismus.

Er entwickelte mit Paul Lorenzen und Rüdiger Inhetveen die Protophysik.

Janich lehrt in Marburg eine pragmatische und operationalistische Wissenschaftstheorie, die sich besonders mit den Grundlagen der Naturwissenschaften: Mathematik, Informatik, Biologie, Chemie und Psychologie beschäftigt.

Wissenschaft entsteht, gemäß Janich, durch Hochstilisierung von Lebenspraxen. Die Beurteilungsinstanz liegt dabei im Gelingen und im Erfolg des Handelns.

Werke

  • Die Protophysik der Zeit, 1969, Frankfurt 1980
  • Logisch-pragmatische Propädeutik, Weilerswist 2001
  • Das Maß der Dinge – Protophysik von Raum, Zeit und Materie, Frankfurt am Main 2002
  • Dirk Hartmann, Peter Janich: Methodischer Kulturalismus, Frankfurt am Main 2002
  • Peter Janich, Michael Weingarten: Wissenschaftstheorie der Biologie, Stuttgart 1999
  • Peter Janich: Kultur und Methode. Philosophie in einer wissenschaftliche geprägten Welt, Frankfurt am Main 2006

Weblinks


Janowsk

Sof’ja Aleksandrovna Janovskaja (1896 – 1966)

Die Mathematikerin und Logikerin S. A. Janovskaja (geb. Neimark) wurde im polnischen Pruzhany (heute Kobrin, Belorußland) geboren.

Sie beschäftigte sich mit der Geschichte, Methodologie und Philosophie der Mathematik und der mathematischen Logik.

Sie war Professorin für Mathematik an der Moskauer Staatsuniversität und wurde 1959 die erste Leiterin des neugegründeten Departments für mathematische Logik an dieser Universität.

Sie veranlaßte die Übersetzung grundlegender Werke der mathematischen Logik in die russische Sprache (Kleene, Church, Hilbert/ Ackermann, Tarski u. a.) In der Geschichte der Mathematik arbeitete sie über die ägyptische Mathematik, Zenon von Elea’s Paradoxa, Rolle, Descartes’s Geometrie und Lobachevsky’s Arbeiten zur nicht-euklidischen Geometrie.


Jars

Marie le Jars de Gournay (1565 – 1645)

Die französische Philosophin wurde als älteste von sechs Kindern der Familie de Jars in Paris geboren, wo sie auch die meiste Zeit ihres Lebens verbrachte.

Mit besonderer Begeisterung befasste sich die Heranwachsende mit Montaignes philosophischen Essays.

Im Alter von 23 Jahren arrangierte sie ein Treffen mit ihm. Der 55-jährige Gelehrte ging gerne auf das Gespräch mit ihr ein und war über ihre Kommentare erstaunt. Er nahm sie als fille d’alliance in sein Leben und sein Umfeld auf.

Er stellte ihr viele Gelehrte und Schriftstellern vor. So stand sie auch später noch im Briefwechsel mit Saint Francois de Sales, Chapelain, Justus Lipius, La Mothe le Vayer, Abbé de Marolles, Claude de l’Etoile, Richelieu und Anna Maria van Schurmann.

Montaige spielte Zeit ihres Lebens eine große Rolle fü die Philosophin. Sie bearbeitete nach seinem Tode seinen Nachlaß und schrieb ein ausführliches Vorwort zu den Esseis.

Als ihr Vater 1577 starb, war die Familie bereits verarmt und zog sich ganz auf ein Landgut in der Picardie zurück. Bedingt durch den Tod der Mutter 1591 musste sie sich plötzlich um die jüngeren Geschwister kümmern. Ihr finanziellen Verhältnisse spitzten sich zu.

Marie le Jars de Gournay publizierte ihr Werk 1626 selbst unter dem Titel L’Ombre de la Damoiselle de Gournay. Bereits 1634 veröffentlichte sie eine überarbeitete Fassung unter dem Titel Les Advis ou Les Presens de la Demoiselle de Gournay.

Der Band enthält Gedichte, Satiren, Abhandlungen und Essays zu den verschiedensten Themen: Kindererziehung, die französische Sprache, das Leben bei Hof, die Gleichheit der Frauen, Moral, Religion, Philosophie u.a.

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Jaskowsk

Stanislaw Jaskowski


Der polnische Mathematiker und Logiker Stanislaw Jaskowski (* 1906, †  1965) wirkte vor allem in Torun.

Er wird der Lwow-Warschau-Schule zugerechnet.

Er arbeitete insbesondere über verschiedene Systeme des Aussagenkalküls.

1936 lieferte er als erster eine adäquate Interpretation des intuitionistischen Aussagenkalküs, indem er eine geeignete unendlichwertige logische Matrix angab. Jaskowski ist einer der Pioniere der parakonsistenten Logik.

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Jaspers

Karl Jaspers (1883 – 1969)

Der deutsche Philosoph, Arzt und Psychiater Karl Jaspers studierte ab 1903 in Berlin, Göttingen und Heidelberg Medizin. Er promovierte 1909 mit der Dissertation Heimweh und Verbrechen. Von 1908 bis 1915 arbeitete Jaspers beim Hirnhistologen Nissl an der psychatrischen Klinik in Heidelberg.

Jaspers arbeitete zu theoretischen Fragen der Psychopathologie und habilitierte sich 1913 bei Windelband im Fach Psychologie.

1919 erschien Jaspers Pychologie der Weltanschauungen, die als grüheste Schrift des Existentialismus gilt.

1922 wurde Jaspers trotz des Widerstandes von Rickert Professor der Philosophie in Heidelberg.

1932 erschien Jaspers dreibändiges Hauptwerk, die Philosophie.

Unter der Naziherrschaft war Jaspers starken Repressalien ausgesetzt, so durfte er ab 1937 nicht mehr lehren und ab 1938 auch nicht mehr publizieren.

Nach der Zerschlagung des deutschen Faschismus wirkte Jaspers zunächst wieder in Heidelberg. Ab 1948 arbeitete er als Professor für Philosophie in Basel.

Jaspers bestimmt die Philosophie in Abgrenzung zu Wissenschaft, Kunst und Religion. Die Wissenschaft erhebt etwas zum Gegenstand ihrer Untersuchung, indem sie nach dessen allgemeinen Merkmalen fragt. Die Philosophie interessiert sich dagegen für die Grenzsituationen (wie Kampf, Schuld und Tod), durch die sich der einzelne Mensch als einmaliges, selbständiges Individuum erfährt.

In der Kunst ist dem einzelnen zwar ein unmittelbares Erlebnis von Schönheit möglich, aber ohne jene echte Entscheidung, nach der die Philosophie strebt. Die Religion schließlich erhebt den Anspruch, mittels theologischer Dogmatik und den Formen des Kultus das einzig wirkliche Verhältnis zum Absoluten herzustellen. Die Philosophie hält dagegen viele Zugänge zum Absoluten für möglich.

Eine allgemeine Definition des Worts Existenz gibt es nach Jaspers nicht. Die philosophische Existenzerhellung darf sich nicht wissenschaftlich allgemeingültiger Aussagen bedienen.

Die Philosophie arbeitet mit paradoxen Formulierungen und existentiellen Zeichen (Existenz, Freiheit usw.).

Nach Jaspers soll jeder Mensch seine eigene Existenz in existentieller Kommunikation mit anderen Menschen entwickeln. Diese Entwicklung ist nie abgeschlossen, sondern jeden Augenblick zu wiederholen – sie ist Ausdruck der Geschichtlichkeit der Existenz.

In Die Schuldfrage (1946) kommentierte Jaspers den 2. Weltkrieg.


Jaxa Byk

Ludwuk Jaxa-Bykowski (1881 – 1948)

Ludwuk Jaxa-Bykowski ist ein Vertreter der Lwow-Warschau-Schule.

Jerus Fw

Johann Friedrich Wilhelm Jerusalem (1709 – 1789)

Johann Friedrich Wilhelm Jerusalem ist ein Vertreter der Wolffschen Schule.


Jerusal

Wilhelm Jerusalem (geb. 1854)

Nach Wilhelm Jerusalem soll die Philosophie dem Leben dienen und als kritischer Empirismus und kritischer Realismus der Auffassung des gesunden Menschenverstandes gerecht werden.

Jerusalem ist ein entschiedener Gegner von Brentano, des erkenntnistheoretischen Idealismus und der reinen Logik. Er bekennt sich zum Psychologismus und betont das Genetische.

Die psychischen Vorgänge sind ein reines, substratloses Geschehen (Aktualismus). Psychische und physische Vorgänge stehen in Wechselwirkung.

Aufgabe der Logik ist die Erforschung der allgemeinen Bedingungen objektiver Gewißheit und Wahrscheinlichkeit.

Die Logik soll untersuchen, wieviel allgemeine und bewährte Erfahrung in jeder einzelnen Erfahrung enthalten ist. Die Logik kann keine apriorischen Gesetze aufstellen, da nur das in der Erfahrung Bewährte logische Gültigkeit hat.

Auch die Denkgesetze sind empirischen Ursprungs.

Eine wichtige Rolle in Jerusalems Philosophie spielt das Prinzip der Denkökonomie.

Jerusalem vertritt eine pragmatische Wahrheitstheorie. Absolute Wahrheiten (Wahrheiten an sich) gibt es nicht. Ein Urteil ist wahr, wenn es zweckentsprechende Maßnahmen zur Folge hat. Wahrheit heißt hier also Förderlichkeit der Maßnahmen.

Die Ethik muss die Entwicklung der sittlichen Anschauungen untersuchen, psychologische Analyse treiben und Normen aufstellen. Sie ist Philosophie des Wollens.

Das soziale Gewissen geht auf die Menschenpflicht, das indivduelle Gewissen auf die Menschenwürde zurück.

Gegenstand der Soziologie ist die zur Einheit zusammengeschlossene Menschengruppe.


Jevons

William Stanley Jevons (1835 – 1882)

Der englische Logiker, Methodologe und Ökonom William Stanley Jevons bezeichnete die Logik als die Wissenschaft von den natürlichen Gesetzen des Denkens, deren Nichtbefolgung unmöglich ist. Die Logik befasst sich nach Jevons mit der Entdeckung und Beschreibung allgemeiner Formen des Denkens, die man immer verwenden muss, wenn man korrekt schließen will.

In der Logik werden Termini, Sätze und Syllogismen behandelt. Diesen Bestandteilen der Logik entsprechen die Arten des Denkens: Begriff, Urteil und Schluss.

Das Urteil ist nach Jevons eine Verstandesoperation, die aus dem Vergleich zweier Begriffe gegebener Ideen besteht.

Das Urteil, is interpretierte Jevons als Identitätsbeziehung zwischen Subjekt und Prädikat. Die Identität kann einfach, partikulär oder begrenzt sein. Die Kopula ist bzw. sind werden in Jevons‘ mathematischer Logik, eine Weiterentwicklung der logischen Algebra, durch das Gleichheitszeichen = ersetzt.

Den Satz vom Widerspruch symbolisiert Jevons durch Aa = 0, wobei A eine beliebige Klasse bedeutet, a die Verneinung der Klasse A und 0 die Leerklasse. Die Gleichung besagt also, dass zwei entgegengesetzte Gedanken nicht gleichzeitig wahr sein können.

Als Syllogismus bezeichnet Jevons den mittelbaren Schluss. Er unterscheidet ihn vom unmittelbaren Schluss, der ohne einen Mittelbegriff erfolgt.

Die Deduktion ist – so Jevons – ein Verfahren, mit dem der Verstand alle Materialien des Wissens erlangt und analysiert. Nach Jevons führt die Induktion zur Entdeckung allgemeiner Gesetze, zur Entdeckung der Beziehungen von Ursache und Wirkung, zur Entdeckung aller allgemeinen Wahrheiten. Daher ist die Induktion wichtiger als Traduktion und Deduktion. Den Induktionsurteilen kommt nur Wahrscheinlichkeit zu.

Die Induktion ist ein Spezialfall des Wahrscheinlichkeitsschlusses.

Die Deduktion ist ein Prozeß, durch den das mit der Induktion erlangte Wissen nutzbar gemacht wird.

Jevons konstruierte einen logischen Abakus und eine logische Maschine.

Auf Jevons geht der Terminus Boolesche Funktion zurück.


Joachim

Harold H. Joachim (1868 – 1938)

Harold H. Joachim ist ein Vertreter des absoluten Idealismus.

Anders als Bradley identifizierte Joachim das Absolute und Gott.