Lexika

F Disj

Falsche Disjunktion

Als falsche Disjunktion bezeichnet man einen logischen Fehlschluß, der in einem disjunktiven Syllogismus besteht, der falsch ist, weil im Obersatz nicht alle Alternativen aufgeführt werden.

Beispiel: Jeder Winkel ist entweder ein rechter oder ein spitzer Winkel. Der gegebene Winkel ist nicht spitz. Daraus folgt: Der gegebene Winkel ist ein rechter Winkel.

Dieser Schluss ist falsch, denn aus der Angabe, dass der gegebene Winkel nicht spitz ist, kann man noch nicht schließen, dass er ein rechter Winkel ist, weil es noch die Möglichkeit gibt, dass der Winkel stumpf ist.

Essendi

causa essendi

Die Scholastik unterscheidet streng zwischen der causa essendi (Ursache des Seins) und der causa cognoscendi. Die causa essendi ist die Ursache dafür ist, dass ein Seiendes ist, wie es ist.

Ethik

Ethik

Die Ethik oder Moralphilosophie befasst sich mit Aussagen über moralische Werte und moralische Handlungsnormen.

Es lassen sich drei Richtungen innerhalb der Ethik unterscheiden:

  1. Die normative oder präskriptive Ethik untersucht die Richtigkeit und Korrektheit der Aussagen über moralischer Werte und Handlungsnormen.
  2. Die deskriptive Ethik untersucht die psychologischen, biologischen, sozialen und historischen Grundlagen derartiger Urteile.
  3. Die Metaethik befasst sich mit der normativen oder deskriptiven Ethik und fragt nach der Abgrenzung der moralischen von den nicht-moralischen Werten und Handlungsnormen sowie nach den erkenntnistheoretischen, sprachphilosophischen und ontologischen Grundlagen der Aussagen über Werte und Handlungsnormen.

Hare unterschied zwei Ebenen des moralischen Denkens: die intuitive und die kritische Ebene.

Wer theoretisch die möglichen Umstände betrachtet, unter denen man moralisch handelt und auch hypothetische Fälle betrachtet, befindet sich auf der kritischen Ebene.

Wer alltägliche Entscheidungen trifft, kann bei seinen moralischen Überlegungen nicht alle Alternativen und Folgen berücksichtigen. Das alltägliche moralische Denken muss daher vorwiegend intuitiv sein. Hare spricht von moralischem Denken auf intuititiver Ebene. Aus diesen Gründen schlägt Hare vor, wir sollten für unser alltägliches Moralleben einige weitgefaßte moralische Prinzipien übernehmen und nicht von ihnen abweichen. Zu solchen Prinzipien gehören etablierte Moralprinzipien (nicht lügen, Versprechen halten, nicht töten usw.). Es ist sinnvoll sich an solche Prinzipien zu halten, auch wenn man auf kritischer Ebene bisweilen bessere Lösungen finden wird.

Konsequentialisten sehen die Handlungsfolgen, Deontologen die befolgten Regeln als grundlegend für die Betrachtung moralischer Urteile an. Absichtstheoretiker zählen nur die Absichten.

Die angewandte oder praktische Ethik diskutiert die praktischen Fragen, die sich einzelnen Menschen oder Gruppen (Institutionen, Organisationen) in alltäglichen Entscheidungssituationen stellen, unter moralischem Aspekt.

Die Fragestellungen der angewandten Ethik betreffen bevorzugt solche Entscheidungen, in denen öffentliche und politische Handlungsoptionen eine Rolle spielen.

Zur angewandten Ethik gehören u. a. die Bioethik, Wirtschaftsethik, Wissenschaftsethik, Computerethik, Medienethik, Friedensethik, und Sportethik.

In der ethischen Diskussion sind moralische Einstellungen, wie Neid, Schadenfreude usw. weitgehend unberücksichtigt geblieben.

In den verschiedensten ethischen Gebieten (z. B. in der Tierethik, Genethik, und der Umweltethik) werden anthropozentrische, pathozentrische, biozentrische, physiozentrische und holistische Ansätze unterschieden.

Die Biozentrik (A. Schweitzer, G. M. Teutsch, T. Regan) fordert eine Gesinnung der Ehrfurcht vor dem Leben. Diese Position kommt allerdings selten als philosophische Theorie, sondern eher als Glaubensbekenntnis daher.

Physiozentrische Ethiken beziehen alle Entitäten ein.

Die Analyse pathozentrischer, biozentrischer, physiozentrischer und holistischer Ansätze ist sehr undifferenziert und sollte analog zu den anthropozentrischen Ansätzen ausdifferenziert werden.

Wichtige ethische Positionen sind die subjektive Wertethik, die Tugendethik, die deontologische Ethiken, die Mitleidsethik, der egoistische Subjektivismus, die Diskursethik, die Ethik des realen Vertrages, der Präferenzutilitarismus, die Interessenethik, die Kantische Ethik, die teleologische Ethik, die existentialistische Ethik, die Glücksethik, die Verantwortungsethik, die Liebesethik, die Wohlwollensethik, die Ethik des fiktionalen Vertrags, die kommunitaristische Ethik, der Intuitionismus und die Güterethik.

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Etymolog

Etymologie

Die Lehre von der Herkunft der Wörter.

Euklid

Wahrheitskriterium des Euklid

Wahrheitskriterium des Euklid nennt man ein Beweisverfahren, das man symbolisch mit Hilfe der aussagenlogischen Tautologie (&;A &;A) &;A) ausdrücken kann. D. h.: wenn unter der Annahme der Negation &;A einer Aussage A ableitbar ist, dass A wahr ist, so ist A tatsächlich wahr.

Euthanas

Euthanasie

Der Begriff Euthanasie

Die Euthanasie-Problematik ist ein wichtiger Gegenstand der gegenwärtigen medizinischen Ethik.

Euthanasie-Handlungen sind Tötungshandlungen, die zugunsten bzw. im Interesse desjenigen ausgeführt werden, der sterben soll.

Evident

evident

Als evident bezeichnet man eine Überzeugung, die ausreichend gerechtfertigt ist.

Exfalso

Ex falso quodlibet

Der Grundsatz ex falso quodlibet, aus Falschem folgt alles, was beliebt, wird in der Aussagenlogik durch die Formel

~A -> (A -> B)

ausgedrückt.

Wenn A falsch und folglich ~A wahr ist, so impliziert A jede beliebige Aussage.

Dieser Satz der in der klassischen Aussagenlogik wahr ist, wird in der Relevanzlogik und in den meisten parakonsistenten Logiken zurückgewiesen.

Existeth

Existentialistische Ethik

Existentialistische Ethik nennt man die Richtung in der Ethik, die von einer existentialistischen Philosophie ausgeht.

Da die existentielle Entscheidung sich auch auf nichtmenschliche Aspekte beziehen kann, muss sie nicht anthropozentrisch hervortreten, sondern kann auch pathozentrisch ausgeführt sein.

Expcruc

experimentum crucis

Als experimentum crucis (lat. Experiment des Kreuzes) bezeichnet man ein Experiment, dessen Ausgang eine Hypothese entweder bestätigt oder widerlegt.

Die Bezeichnung geht auf F. Bacon zurück.

Nur in seltenen Fällen ergibt sich in der Forschung eine Situation, bei der ein experimentum crucis möglich ist. Im allgemeinen erhöht der Ausgang eines Experiments nur den Bestätigungsgrad einer Hypothese oder setzt ihn herab. Nach der Duhem-Quine-These ist die Bestimmung einzelner Sätze als experimentum crucis für eine Theorie nicht möglich.

Die Entdeckung des Planeten Neptun 1846 hat annähernd den Charakter eines experimentum crucis. Die Planeten Uranus und Saturn wiesen Störungen auf, die nur zwei Möglichkeiten offen ließen: Entweder gelten die Keplerschen Gesetze und die Gravitationsgesetze in großer Entfernung von der Sonne nicht mehr in der bisherigen Form, oder es musste sich ein großer Planet außerhalb der Bahnen der bisher bekannten Planeten befinden, wobei sich der hypothetische Ort dieses Planeten für das Jahr 1846 mathematisch errechnen ließ. Der Planet Neptun wurde in unmittelbarer Nähe der errechneten Position aufgefunden.