Lexika

Bernh C2

Bernhard von Clairvaux (1091 – 1153)

Bernhard von Clairvaux war ab 1115 Abt des Klosters Clairvaux. Bekannt ist er u. a. als Gegner von Abaelard.

Er ist der Begründer der christlich-orthodoxen Mystik und bekämpft den Wissensdünkel, die Dialektik sowie die Schätzung des Wissens um seiner selbst willen. Das Höchste ist die Liebe zu Gott.


Bocvar

Dmitri Analtoljewitsch Bocvar

Der Logiker D. A. Bocvar befasste sich vor allem mit dem Problem der Paradoxa, das von ihm auf der terminologischen Ebene eines erweiterten Prädikatenkalküls gelöst wird.

Ein zentrales Ergebnis der mehrwertigen Logik ist seine Anwendung dreiwertiger Systeme auf die Diskussion der Antinomien, wobei der dritte Wahrheitswert als sinnlos gedeutet wurde [1].

Bei Bocvar geht es um die Analyse logischer und semantischer Antinomien, die in Logiken höherer Stufen bei unkritischem Gebrauch des Komprehensionsprinzips bzw. von metalogischen Begriffen auftreten können. Deswegen interpretierte er in seinen dreiwertigen Systemen den zusätzlichen Wahrheitswert als sinnlos, paradox, bedeutungslos, unsinnig. Er interpretiert die Quasiwahrheitswerte 1, 0 als die Wahrheitswerte W, F. 1 ist der einzige ausgezeichnete Quasiwahrheitswert.

Bocvar unterscheidet zwischen inneren Wahrheitswertfunktionen und äußeren Wahrheitswertfunktionen.


[1] Bocvar, D. A.: Ob odnom trechznacnom iscislenii i ego primenenii ik analizu paradoksov klassiceskogo rasširennogo funkcional’nogo iscislenija. Matematiceskij Sbornik 46 (1938) 12, 287 – 308

Belinski

Wissarion Grigorewitsch Belinskij (1811 – 1848)

Der russische Demokrat, Philosoph, Literaturkritiker und Publizist Wisarion Grigorewitsch Belinskij wurde als Sohn eines Militärarztes geboren. Er besuchte 1825 bis 1829 das Gymnasium in Pensa, studierte anschließend an der Moskauer Universität.

1832 wurde er als führender Kopf der studentischen Bewegung von der Universität verwiesen.

Anschließend arbeitete er für verschiedene Zeitschriften.

Tuberkulose, materielle Not und strenge Überwachung durch die zaristische Geheimpolizei und die Zensur überschatteten seine letzten Lebensjahre.

Die Quelle der Vorstellungen und Begriffe ist die Einwirkung der Außenwelt. Empfindungen, die durch die Einwirkung der Gegenstände auf die Sinnesorgane erhalten wurden, sind der Anfang der Erkenntnis.


Abaelard – Ayer| Baader – Burski| Cabanis – Czezowski |

Baur

Ludwig Baur (geb. 1871)

Ludwig Baur ist ein Vertreter des Neothomismus.


Beecher

Catherine Esther Beecher (1800 – 1878)

Beecher wurde am 6. September 1800 auf Long Island (USA) geboren. Sie war die Tochter des calvinistischen Theologen Lyman Beecher und dessen Frau Roxana. Die Mutter starb früh und ihr Vater heiratete seine zweite Frau, Harriet Porter.

1822 eröffnete sie, zusammen mit ihrer Schwester Harriet, eine Schule in Connecticut. Sie führten die Schule 10 Jahre. Da sie die vorhandenen Lehrbücher für ungeeignet hielt, verfaß Beecher selbst Schulbücher für Arithmetik, Theologie und Moralphilosophie.

1832 ging sie mit ihrem Vater nach Cincinnati und eröffnete dort ein Frauenseminar. Sie gründete 1847 mit William Stach The National Board of Popular Education und 1852 die American Women’s Educational Assoiation, das Quincy College in Illinois und das Milwaukee Female Institute in Wisconsin.

Ihr Ansatz basiert auf einer Revision der puritanischen Ethik und auf dem moralpsychologischen Ansatz der Common-Sense-Philosophie von Thomas Reid. Sie verbindet die Einflüsse der schottischen Common-Sense-Philosophy mit puritanischen Themen wie Selbstverleugnung und Opferbereitschaft.

Da die puritanischen Tugenden Unterwerfung, Selbstverleugnung und Opferbereitschaft immer als typisch weiblich definiert werden, plärt sie in ihrer Arbeit The Elements of Mental and Moral Philosophy, founded upon Experience, Reason, and the Bible dafür, diese Tugenden für beide Geschlechter zur Zielsetzung zu erklären. Besonders wichtig sei dies für gesellschaftliche Führungspersonen.

Nur indem man die Tugenden in den anderen fördere, könne man die Entwicklung der sozialen Gleichberechtigung beschleunigen.

In dem Werk Common Sense Applied to Religion, or the Bible and the People, befasst sie sich kritisch mit dem Thema der Sünde bei Augustinus.

In An Appeal to the People on Behalf of their Rights as Authorized Interpreters of the Bible verbindet Beecher ihre soziale und politische Philosophie mit ihren moralischen und religiösen Vorstellungen.

Es ist die Pflicht das zu tun, was für die meisten den meisten Nutzen bringt. Sie meint, dass nicht nur der Calvinismus und die utilitaristische Philosophie das moralische Handeln der Menschen beeinflussen, sondern auch religiöse Grundsätze, wie Gutherzigkeit in das Handeln einfließen sollten. Dieses Prinzip nennt sie Redlichkeit.

Unter Redlichkeit versteht sie persönliche Opfer für das Wohl der anderen, die verbunden sind mit dem Bestreben, soziale Fehler zu berichtigen und soziale Gerechtigkeit zu leben.

In ihrer Schrift An Essay on Slavery and Abolitionism with Reference to the Duty of American Females formuliert sie zwei moralische Prämissen: eine Handlung ist dann moralisch richtig, wenn die moralische Führung die Tugenden der anderen fördert, ein moralische Führung muss falsch Handelnde mit Sorge anleiten und diejenigen Tugenden herausstellen, die mißachtet wurden.

Am 12. Mai 1878 starb sie in Elmira (New York).

Weblinks


Beneke

Friedrich Eduard Beneke (1798 – 1854)

Der deutsche Philosoph und Psychologe Friedrich Eduard Beneke interpretierte die Logik als angewandte Psychologie.

Erkennbar sind nach Beneke psychische Erscheinungen. Die Logik und alle übrigen Wissenschaften helfen, die Prozesse der inneren Erfahrungen zu verwirklichen.

Berengar

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Benussi

Vittorio Benussi (1878 – 1927)

Der Psychologe Vittorio Benussi ist Schüler Meinongs und ein Vertreter der Grazer Schule.

Er habilitierte 1905 in Philosophie.

Im März/April 1913 konstruierte Vittorio Benussi einen Apparat, der die Atmungsphasen und den Puls registriert und an dem angelesen werden kann, ob die Versuchsperson lügt – einen Lügendetektor.

Benussi arbeitete als Bibliothekar an der Universität Graz und als Mitarbeiter Meinongs im Psychologischen Laboratorium.

Nach dem Tode von Stephan Witasek im Jahre 1915 übernahm Benussi die Leitung des Laboratoriums, bis er im Herbst 1918 aus Graz wegging.

Ab 1918 war Vittorio Benussi Professor in Padua.

Weblinks


Baumg Sj

Siegmund Jakob Baumgarten (1706 – 1757)

Siegmund Jakob Baumgarten ist ein Vertreter der Wolffschen Schule.


Benth G

George Bentham (1800 – 1884)

Der englische Botaniker George Bentham beschäftigte sich im Zusammenhang mit Problemen des Aufbaus einer wissenschaftlichen Klassifikation der Pflanzen mit der Logik.

In seiner Arbeit Entwurf eines neuen Systems der Logik (1827) untersucht er die Arten der Identität zwischen Gegenständen und legt eine eigene Klassifizierung der Formen der einfachen Urteile dar.