Lexika

Benussi

Vittorio Benussi (1878 – 1927)

Der Psychologe Vittorio Benussi ist Schüler Meinongs und ein Vertreter der Grazer Schule.

Er habilitierte 1905 in Philosophie.

Im März/April 1913 konstruierte Vittorio Benussi einen Apparat, der die Atmungsphasen und den Puls registriert und an dem angelesen werden kann, ob die Versuchsperson lügt – einen Lügendetektor.

Benussi arbeitete als Bibliothekar an der Universität Graz und als Mitarbeiter Meinongs im Psychologischen Laboratorium.

Nach dem Tode von Stephan Witasek im Jahre 1915 übernahm Benussi die Leitung des Laboratoriums, bis er im Herbst 1918 aus Graz wegging.

Ab 1918 war Vittorio Benussi Professor in Padua.

Weblinks


Baumg Sj

Siegmund Jakob Baumgarten (1706 – 1757)

Siegmund Jakob Baumgarten ist ein Vertreter der Wolffschen Schule.


Benth G

George Bentham (1800 – 1884)

Der englische Botaniker George Bentham beschäftigte sich im Zusammenhang mit Problemen des Aufbaus einer wissenschaftlichen Klassifikation der Pflanzen mit der Logik.

In seiner Arbeit Entwurf eines neuen Systems der Logik (1827) untersucht er die Arten der Identität zwischen Gegenständen und legt eine eigene Klassifizierung der Formen der einfachen Urteile dar.


Berdjaj

Nikolaj Alexandrowitsch Berdjajew (1874 – 1948)

Nikolaj Alexandrowitsch Berdjajew ist ein Vertreter des Katholischen Existentialismus.


Becker

Oskar Becker (1889 – 1964)

Der deutsche Mathematiker, Philosoph und Logiker wirkte ab 1927 als außerordentlicher Professor in Freiburg und ab 1931 als ordentlicher Professor in Bonn.

Becker befasste sich unter anderem mit Fragen der Modalitätenlogik, wobei er sich im Anschluß an Leibniz um eine statistische und eine normative Deutung der Modalitäten bemüht.

Er diskutiert, ob man den modallogischen Begriff notwendig als logische, physikalische oder ontologische Notwendigkeit auffassen muss.

Als Philosoph wird er der Phänomenologie zugerechnet.


Benth J

Jeremy Bentham (1748 – 1832)

Der englische Philosoph und Jurist ging mit 13 Jahren an die Universität Oxford und erwarb 1764 den Bachelor of Arts. Er wurde 1772 Advokat, gab diesen Beruf aber bald auf.

Bentham,Sohn eines vermögenden Rechtsanwalts, unternahm Studienreisen, ohne einer festen Erwerbstätigkeit nachzugehen.

In seinem wirtschaftswissenschaftlichen Essay In defense of Usury (1787) geht er von der These aus, dass jeder am besten beurteilen kann, was für ihn am nützlichsten ist.

In Principles of Morals and Legislation (jeweils in geringer Auflage 1780 und 1789 veröffentlicht) begreift er Leid und Freude als Konstanten der menschlichen Natur, die bei der Bestimmung des Glücks eine entscheidende Rolle spielen.

Er formuliert in dieser Arbeit das Prinzip der Nützlichkeit, erörtert das Problem der Beweisbarkeit dieses Prinzips und diskutiert die Prinzipien, die mit dem Utilitarismus konkurrieren.

Bentham verweist auf vier Quellen von Freude und Schmerz und skizziert einen hedonistischen Kalkül bzw. Nutzenkalkül, der es erlauben soll, alle erdenklichen Empfindungen von Freude und Leide, selbst die heterogener Natur, gegeneinander aufzurechnen und eine Gesamtbilanz des menschlichen Glücks aufzustellen.

Wie Smith sah Bentham keinen Gegensatz zwischen persönlichem und allgemeinem Wohlergehen. Das fundamentale Prinzip ist dan Bentham das größtmögliche Glück der größtmöglichen Zahl von Menschen.

Dieses Prinzip verband er mit dem demokratischen Prinzip Jeder hat für einen, niemand für mehr als einen zu gelten.

Nicht der Rückgriff auf irgendwelche Autoritäten, sondern das menschliche Streben nach Glück bildet die Grundlage menschlicher Sittlichkeit.

Bentham sah in seinem Ansatz eine rationale, praktische Orientierungshilfe in Gestalt des hedonistischen Kalküls. Danach lässt sich die mit dem Handlungserfolg verbundene Lust bemessen nach Stärke und Dauer, im Hinblick auf die Wahrscheinlichkeit ihres Eintretens und auf die möglichen Nebenfolgen und nicht zuletzt im Hinblick auf die Anzahl der an ihr beteiligten Personen.

Im Sinne des wohlverstandenen Interesses erweist sich der reine Egoismus als falsch berechnet, weil er über den individuellen Augenblick der Lust die lange Dauer des Gesamtnutzens übersieht.

Bentham ist mit seiner Theorie der Nutzenpsychologie für verschiedene Grenznutzentheoretiker (z. B. Menger, Jevons, Gossen) Anknüpfungspunkt geworden.

In der Philosophie wirkte Benthams Utilitarismus insbesondere auf die Philosophie von Mill, Sidgwick und James.

Online-Texte


Beccio

Giorgio Del Beccio (geb. 1878)

Giorgio Del Beccio wurde 1904 ordentlicher Professor in Ferrara, 1906 in Sassari, 1909 in Messina, 1911 in Bologna und 1929 in Rom.

Del Beccio wollte die Philosophie des Rechts auf kritischer Grundlage erneuern. Del Beccio arbeitete an der Lösung der Fragen des Verhältnisses zwischen Staat und Moral und zwischen Staat und Recht.


Berenike

Berenike (* 28 u. Z.)

Die römische Philosophin wird von Photius in sewiner Bibliotheca als Philosophin erwähnt. Sie ist eine Tochterdes Agrippa I von Judäa.

Weblinks


Beattie

James Beattie (1735 – 1803)

James Beattie ist ein Vertreter der Schottischen Schule. Er gehört zu den Gegnern der Philosophie von Hume, die er wegen ihrer skeptischen Konsequenzen ablehnte.

Bergm J

Julius Bergmann

Der Philosoph Julius Bergmann (* 1840, † 1904) wirkte in Königsberg und Marburg.Er ist stark von Fichte beeinflußt.

Die Außenwelt ist unabhängig vom erkennenden Subjekt.

Nach Bergmann hat Gegenstand der Logik "das Denken hinsichtlich seiner Angemessenheit zu dem im Erkennen und Wissen bestehenden Zwecke" [Die Grundprobleme der Logik 21895, 2]

Auf Bergmann geht wahrscheinlich der Begriff Sachverhalt als eigenständiger philosophischer Terminus zurück. Allerdings findet sich bereits vorher, z. B. im Reallexikon von Lossius [1805, Bd. 3, 626] der verwandte Begriff Sachheit.

Werke

  • Erste Probleme der Ontologie. 1865
  • Grundlinien einer Theorie des Bewußtseins. 1870
  • Reine Logik. Berlin 1879
  • Sein und Erkennen. 1880
  • Das Ziel der Geschichte. 1881
  • Die Grundprobleme der Logik. 1882, 21895
  • Materialismus und Monismus. 1882
  • Über das Richtige. 1883
  • Übver den Utilitarismus. 1883
  • Vorlesungen über Metaphysik. 1886
  • Über das Schöne. 1887
  • Geschichte der Philosophie. 1892 f.
  • Der Begriff des Daseins. Archiv f. Philosophie. Bd. II, 1896
  • Untersuchungen über Hauptpunkte der Philosophie. 1900
  • System des objectiven Idealismus. 1903

Literatur

  • Eisler, R.: Philosophen-Lexikon, 150 f.

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