693. Der Nachtjäger im Butzenreut

693. Der Nachtjäger im Butzenreut

Zwischen Wunsiedel und Redwitz ist ein Bergwald gelegen, der heißt der Bugen- oder Butzenreut, das ist ein echtes rechtes Jagdrevier des, nach dem es heißt, des jagenden Waldschrats und Höllenbutzen, darinnen – wie auch im Zeitelmoos, über den hohen Steinwaldberg über Reckwitz und über das ganze Fichtelgebirge, auch über die Hundsbrücke – er gar wild und toll jagt, von seinem Butzenheer begleitet, und mag wohl der Name des Waldes hier nicht von reuten, ausroden kommen, wie unzählige Ortsnamen dieser Gegend, sondern von reiten, weil der Butz dort reitet als Nachtjäger, Spuk und arger Pötz auf seinem dreibeinigen Roß und von seinen Höllenhunden umklifft und umklafft. Namentlich hat der Jägerbutz mit seinem wütenden Heer auch den Zug über die Heidenstadt in der sogenannten fränkischen Schweiz, und ist dortselbst wegen seiner des Nachts nicht gar sicher zu reisen.

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685. Die schwarze Schule zu Budecz

685. Die schwarze Schule zu Budecz

Der Teufel hat zu allen Zeiten und überall seine Studenten und Kandidaten gehabt, in und außer Deutschland, zu Salamanka, zu Toledo, zu Krakau wie in Nordfriesland, und auch in Böhmen zu Budecz. Alldort war ohne Zweifel dieser Teufelsseminare das älteste, denn es geht die Sage, daß daselbst auf dieser Schule aller Zauberei und Teufelskünste schon Libussa mit ihren Schwestern und ihren Mägden, welche letztere hernach ganz des Teufels wurden und den blutigen Mägdekrieg anspannen, studiert habe, hernachmals ist zu Budecz auch eine christliche löbliche Akademie, lange vor Aufrichtung der Hochschule zu Prag, welches damals ja noch gar nicht gegründet war, gewesen, und sind alldorten zuerst in Böhmen die lateinischen Buchstaben gelehrt worden. Dieses Budecz ist seit lange nichts mehr als ein Steinhaufen mit etlichen verworfenen Gräben; es hat selbiges gelegen zwischen Prag und Welwarn, einem Städtlein, das auch bereits im Jahr 996 erbaut worden.

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686. Geisterheer vor Saaz

686. Geisterheer vor Saaz

Im Jahre 1201 hat es sich begeben, daß die Bürger von Saaz um Mitternacht durch Waffenrasseln und Trompetengeschmetter aus dem Schlafe geschreckt wurden, also daß sie schnell zu den Waffen griffen und alle Mauern und Wälle besetzten. Sie sahen auch ein unermeßliches Heer am Fuße der Höhe, worauf die Stadt erbaut ist, wogen und in geschlossenen Reihen heranstürmen, Wurfgeschütze richten, Springgräben graben und Sturmleitern anlegen. Die Bürger von Saaz sandten einen Hagel von Pfeilen, Bolzen und Steinen dem angreifenden Feind entgegen, waren aber doch in großer Angst und Sorge, weil sie der Übermacht zu erliegen fürchten mußten. Während nun die Greise, Weiber und Kinder in den Gotteshäusern betend auf den Knieen lagen und die streitfähigen Männer wacker kämpften, dämmerte der Morgen herauf, und siehe – da war weit und breit außer denen der Stadt auf den Mauern kein Bewaffneter zu sehen. Ausgesandte Kundschafter fanden keine Spur eines dagewesenen Feindes, nur mit den Pfeilen und Bolzen der Bürger war der Boden besäet. Man mußte daher glauben, daß es ein Geisterheer gewesen, das die guten Bürger habe äffen und ihren Mut erproben wollen. Diese zogen nun vor die Stadt hinaus und lasen ihre Pfeile und Bolzen wieder zusammen.

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687. Das Heidengrab auf dem Suatabor

687. Das Heidengrab auf dem Suatabor

Ohnweit der Stadt Schüttenhofen im Prachiner Kreise erhebt sich der Suatabor, ein hoher Berg mit einem Heilquell und einem umfriedeten Raum, der wird das Heidengrab genannt. Unten rollt das Flüßchen Wottawa seine Wellen der Moldau zu und führt Gold und gute Perlen in seinem Sande; diese machten vorzeiten die Einwohner von Schüttenhofen reich, welches schon im Jahre 790 erbaut worden sein will. Als die Mugeln (Mongolen, Tataren) in das Land fielen, verriet ihnen der Umwohner Neid und Bosheit Schüttenhofens Reichtum, und ein Heerhaufen derselben zog alsbald heran, sich aller Schätze zu bemächtigen. Wie groß aber dazumal auch die Furcht und der Schrecken waren und förmlich entmannend wirkten, so erhob sich doch ein Tapferer, sammelte um sich her eine mutige Schar, legte sich am Suatabor in einen Hinterhalt und begrüßte dermaßen herzhaft den Mugelnhaufen, daß nichts übrigblieb, als alle Erschlagenen zu begraben. Entronnen war keiner. Da ließ der Held die Heiden in eine Grube werfen und türmte ihnen den Hügel auf. Die Sage geht, daß sich dieses Heidengrab alle Jahre dem Heilbrunnen um eine Daumensbreite nähere; wann es dem Quellbrunnen ganz nahe sein wird, wird im Königreiche Böhmen eine große weitumgreifende Veränderung vor sich gehen.

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688. Brotschuhe und Semmelschuhe

688. Brotschuhe und Semmelschuhe

Einer Mutter in Böhmen starb ihr Kind, ihr einziges und herzliebstes, und sie schmückte es im Sarg auf das allerschönste, und tat ihm das beste Kleidchen an, und setzt‘ ihm das seinste Kränzelein auf, und zog ihm Strümpfchen an, so weiß wie Schnee, und neue rote Schühlein – aber die Schühlein, die waren doch zu hart, die deuchten ihr nicht zart genug für des Kindes Füßchen, und sie wußte etwas Weicheres. Vom feinsten Brotmehl nahm sie, machte Teig und formte Schuhe daraus und buk sie, doch nicht zu hart, und da hatte das Tote neue braune Schuhe an statt der roten, darin ward es begraben. Aber um Mitternacht kam das bleiche Kind in seinem Kränzelein und weißen Kleidchen, und sah so jammerig aus, und hielt der Mutter das Füßchen hin, daß sie den einen Schuh ausziehen sollte und dann den andern; sie aber verstand es nicht, und das Kindlein verschwand wieder. So kam es zum zweiten- und zum drittenmal und deutete auf die Schuhe und ließ der Mutter keine Ruhe, und da verstand diese endlich, was es wollte, und ließ das Särglein wieder ausgraben, zog dem Kinde die Brotschuhe aus und die roten Schuhe an und ließ es wieder einsenken unter heißen Tränen. Und von da an hatte sie Ruhe, soviel eine Mutter Ruhe haben kann, der ihr einziges und herzliebstes Kind im Grabe liegt.

So hat sich auch etwas Wunderbares, nur in ganz anderer Weise, zugetragen mit dem Schlosse auf dem Hradekberge nicht weit vom Dorfe Oberkamenzen im Klattauer Kreise, eine Stunde von Stankau. Der Ritter, der auf dem Hradek saß, ließ eine Brücke bis Stankau bauen, damit er einen guten Kirchweg habe, sintemal die Wege dortiger gebirgigen Gegenden und durch das Radbazatal noch heute nicht die besten. Aber da man vor alters die Brücken zu pflastern pflegte, so war der neue Kirchenweg nicht weich zu gehen und der stolzen und zärtlichen Tochter des Burgherrn also unliebsam, daß sie Semmeln nahm, aushöhlte und statt Schuhsocken anzog, damit zur Kirche zu gehen. Solchen Mißbrauch des lieben Brotes aber nahm der Himmel ihr noch viel übler als jener Mutter, die nur im heiligen Schmerz übergroßer Liebe ihrem toten Kindlein die Brotschuhe anzog – und als das stolze Fräulein aus dem Schlosse trat, da krachte es hinter ihr und vor ihr, und Schloß und Brücke versank, und sie selbst versank auch mit, und blieb nichts von ihr zu sehen übrig als ihre Fußtapfe in einer Brückenstufe.

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68. Des Königs Weihnacht

68. Des Königs Weihnacht

Wo jetzt der Dom zu Frankfurt steht, stand schon zu König Ludwig des Deutschen Zeiten eine Kapelle, die hieß der Rudtlint, wie auch später zu St. Salvator, und war der heiligen Jungfrau Maria und Karl dem Großen geweiht. Ludwig der Deutsche feierte das Weihnachtfest in seiner Pfalz zu Frankfurt am Main und berief dorthin eine Reichsversammlung. Da geschah es, daß der Teufel in Gestalt eines Priesters und guten Geistes zu Ludwigs Sohne, Karl, trat und zu ihm sagte: Siehe, du bist der Jüngste unter deinen Brüdern, und dein Vater will das Reich deinem Bruder Karlmann geben, das doch dir von Gott bestimmt ist, und will dich verderben, solches will Gott nicht leiden. Karl aber entsetzte sich vor der Versuchung und eilte in die Kapelle, indem er rief: Hebe dich weg, Versucher! Du bist kein Bote von oben! Der Teufel aber folgte ihm in die Kirche nach und sprach: Wäre ich nicht ein Bote von oben, wie dürft‘ ich mit dir eintreten in dieses Gotteshaus? Wie dürft‘ ich das Sakrament des Altars, das heilige Meßopfer, vollziehen? – Und so betörte er Karls Sinn mit dem Trug der Hölle, und las die Messe, und reichte ihm die gebenedeite Hostie, und mit der Hostie fuhr er in ihn und besaß ihn.

Da nun die Reichsversammlung war, redete Karl unsinnig in ihr, riß sich das Wehrgehenk von der Seite, schleuderte es samt dem Schwerte mitten in den Saal, riß den Gürtel sich ab und die Gewände vom Leibe und ward heftig hin und her gerüttelt, so daß alle Anwesenden sich entsetzten. Die Bischöfe aber ergriffen den vom bösen Feind Besessenen und führten ihn in die Kapelle, und der Erzbischof begann die Messe über ihn zu singen. Da begann Karl laut zu klagen und Weh über Weh zu schreien in einem fort, bis die Messe zu Ende war, aber die Priester ließen nicht ab mit Gebet, bis der Feind wieder von dem Königssohne wich und Karl durch Gottes Barmherzigkeit geheilt ward. Hielt also König Ludwig gar eine trübe Weihnacht zu Frankfurt. Aber was des Teufels Bosheit des Königs Sohn eingeflüstert, erfüllte sich später dennoch, denn Karlmann und Ludwig starben beide vor ihm, und Karl erhielt des Deutschen Reiches Krone, wenn auch nur auf kurze Zeit, denn er fiel in Schwermut und gab sich ganz in die Hände der Pfaffen. Da entsetzten ihn die Fürsten des Reiches und gaben das an Arnulf, einen natürlichen Sohn seines Bruders Karlmann.

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689. Der verwünschte Burggraf

689. Der verwünschte Burggraf

Im Rathause zu Ellbogen wird ein metallner Klumpen von der Größe eines Pferdekopfes gezeigt, den die Inwohner den verwünschten Burggrafen nennen. Vor langer Zeit hauste auf dem Schlosse ein Ritter, der gar ein hartherziger, grausamer Mann war. Wenn ein Pilger aus fernen Landen kam und das Gastrecht in Anspruch nehmen wollte, trieb er ihn mit harten Worten, auch wohl mit tätlicher Mißhandlung hinweg, und seine Untertanen seufzten unter der Strenge seiner Geißel. Da kam einst auch ein müder Pilgersmann, der aber ein Nekromant war und in geheimen Dingen wohl erfahren, vor des Schlosses Pforte und erbat Obdach für die Nacht, aber als ihn darauf der Burgherr hart anließ und von dannen wies, so hat der Nekromant ihn verflucht, ewiglich hart zu bleiben. Alsbald wurde der Burggraf von Ellbogen zu besagtem Klumpen, welcher ganz schwarz ist und wie Metall klinget. Der kaiserliche General Johann von Werth hat ihn heimlich in den Schloßbrunnen werfen lassen, nach vielen Jahren ist er aber wieder herausgezogen worden. Man hat schon oft versucht, durch Feuer oder Schlagen die Bestandteile des rätselhaften Metallklumpens zu erforschen, hat ihn aber nie zerschmelzen oder im mindesten verletzen können. Manch schwacher Mensch hat ihn mit leichter Mühe aufgehoben und getragen, wogegen ihn starke Personen kaum von der Stelle rühren konnten, und wer mit einer Todsünde behaftet und befleckt ist, vermag ihn gar nicht zu erheben.

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690. Junker Ludwig

690. Junker Ludwig

Nahe bei der Stadt Eger liegt ein Feldstück, darauf ist es nicht geheuer; ein Gespenst hat dort seinen Umgang, von mittlerer Mannesgröße, das heißt im Volke der Junker Ludwig. Es war derselbe einer von den unredlichen Grenzsteinversetzern, die zur Strafe nach ihrem Tode umgehen müssen rainab und rainauf, wo sie die Grenzsteine versetzt haben, bald fahl, bald feurig, bald zu Fuß, bald auch zu Roß. Es ist nicht gut, ihnen zu begegnen. Einem Mädchen, das abends vor dem Tore spazierenging und jenem Felde zu nahe kam, trat der Junker Ludwig nahe und tatschte ihr, wie er im Leben den Dirnen gern mochte getan haben, nach der Brust. Seine Hand war feuerheiß, das Mädchen kreischte auf vor Schmerz, der Junker verschwand. Als die Maid nach Hause kam, war ihre Brust schwarz, wie verbrannt, sie ächzte und sagte: Ich hab‘ mein Teil! Drei Tage darauf war sie tot.

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677. Die Teufelssäule auf dem Wischerad

677. Die Teufelssäule auf dem Wischerad

Vor der Kirche St. Peter und Paul auf dem Wischerad liegt ein starkes Säulenfragment, welches als ein Wahrzeichen den Fremden gezeigt wird. Davon geht folgende Sage.

Ein Priester am Wischerad machte ein Bündnis mit dem Teufel und verschrieb ihm seine Seele, doch unter der Bedingung, daß der Böse während eines Meßopfers eine Säule aus der Kirche des Vatikans zu Rom hole und auf den Wischerad bringe.

Satanas ging den Pakt ein, glaubte ein leichtes Spiel zu haben, fuhr jählings gen Rom, holte die Säule und fuhr geraden Weges wieder zurück. Als er aber über den Venetianischen Meerbusen flog, fühlte er von unsichtbarer Hand auf seinem Rücken so grausamharte Geißelstreiche, daß er sich vor Schmerz krümmte und die Säule fallen ließ. Schnell tauchte er unter und fischte die Säule aus der Flut, aber wieder fühlte er Streiche, wieder ließ er die Säule fallen und so auch noch zum dritten Male. Als er nun eintraf, sprach der Priester soeben das Ite! Missa est. Da warf der Teufel voller Zorn die Säule auf das Kirchendach, daß sie in drei Stücken zersprang und das Dach durchschlug. Lange hat man auch noch die beiden andern Stücke in den Kapellen St. Francisci und St. Pauli Bekehrung zur linken Seite des Eingangs der St. Peter- und Paulskirche auf Wischerad gezeigt. Der Teufel soll gesagt haben, daß er wohl zeitig genug mit seiner Säule angelangt wäre, wenn ihn nicht der heilige Petrus, als Patron der Wischerader Hauptkirche, gezwungen, jene dreimal in die nasse Pfütze, den Venetianischen Meerbusen, fallen zu lassen.

Viele haben ausgesagt, daß die römische Kirchensäule nicht aus der Peterskirche, wo keine fehle, sondern aus der Kirche St. Mariä jenseit der Tiber stamme. Ein frommer Ratsherr aus Prag hat hoch beteuert, daß er in Rom gewesen und mit eigenen Augen gesehen, daß in der Marienkirche trans680. Adamiten in Böhmen Tiberim eine Säule mangele, an deren Stelle ein Kruzifix stehe, und daß die übrigen Säulen der zersprungenen auf dem Wischerad ganz gleich seien.

Einst lebte in Rom ein Schweizer, der war von Kindheit an von vielen Teufeln besessen, die unterschiedliche Namen hatten. Ein Exorzist beschwur einen derselben namens Zardan und setzte dem Besessenen das runde Kästchen mit Reliquien des heiligen Ignatius auf den Kopf; da schrie der Teufel Zardan: Heiß! Heiß! Es brennt! O weh! weh!

Lieber wollt‘ ich einen Mühlstein tragen oder eine Säule nach St. Peter! Ja, einst mußte ich eine Säule gen Prag tragen, die fiel mir dreimal in die große Lache!

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678. Die Säule der Drahomira

678. Die Säule der Drahomira

An dem Orte, wo sonst die Kirche St. Matthäi auf dem Hradschin zu Prag gestanden hat und jetzt das Haus zur güldnen Kugel steht, wird eine alte Denksäule gezeigt, an welche sich eine Sage aus dem grauen Altertume knüpft.

Der zwölfte Herzog Böhmens hatte ein Weib namens Drahomira, welche noch dem Heidentume anhing, während ihr Sohn sich bereits zum Christenglauben bekannte. Als nun Wratislaw, der Herzog, starb und seine Söhne, Wenzeslaw und Boleslaw, noch unmündig waren, eignete sich Drahomira das Regiment zu und ließ die Christen von ihrem heidnischen Anhange grausam verfolgen, wovon viel zu erzählen wäre. Als aber ihr Sohn Wenzeslaw heranwuchs, schirmte er kräftig das Christentum. Darüber erzürnte sie sich eines Tages so heftig, daß sie einen Eid schwur, von dannen und nach ihres Vaters Grabe nach Saaz zu fahren und dort den alten Göttern zu opfern. Wie nun der Wagen an der Kirche zu St. Matthäi vorbeifuhr, hörte der Kutscher drinnen im Gotteshause das Meßglöcklein, sprang, weil er ein Christ war, vom Wagen, warf die Peitsche von sich und fiel auf die Kniee. Darüber begann das böse Heidenweib über alle Maßen wütend zu lästern und zu toben, Gott und Christum zu verfluchen und alle Heiligen – und siehe, da tat sich unter Blitzen und Donnerkrachen der Erdboden auf und schlang Drahomira samt Rossen und Wagen in einen unermeßlich tiefen Abgrund hinunter. Aus dem Abgrunde aber schlugen Rauch und Feuerflammen, und ein entsetzlicher Gestank verpestete die Luft; dann schloß sich die Kluft, und nur des Kutschers Peitsche blieb außen, der nun Gott inbrünstig dankte. Als die Priester und die Schar der Andächtigen aus der Kirche traten, hörten sie in der Tiefe der Erde noch ein zeterndes Heulen. Lange Zeit ist hernach dieser Ort mit einem Zaune umgeben gewesen, wobei sich das Sonderbare zutrug, daß, wer über den Zaun schritt, an demselben Menschen wurde des Tages ein Zeichen des Fluchs gespürt, oder er fiel in eine weltliche Schande, so daß man später die Stelle mit einer Mauer umgab. Auch stellte man zum ewigen Gedächtnis eine Säule dorthin, nahe dem Wirtshaus zum Weidenhof, und schrieb an diese die Kunde von dem Strafgericht des erzürnten Himmels. – Aus diesem Schlosse Hradschin wurden im Jahre 1618 die Abgeordneten des Kaisers zum Fenster herausgeworfen, was den Anstoß gab zu dem blutigen Dreißigjährigen Kriege.

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