Philosophie Wörterbuch

U Schied

Methode des Unterschiedes

Die Methode des Unterschiedes (auch: Methode des einzigen Unterschiedes) ist eine der Methoden zur Untersuchung kausaler Zusammenhänge. Diese Methode wurde von F. Bacon erwähnt und von Mill ausgearbeitet.

Sie geht davon aus, dass wenn ein Fall, in dem die zu untersuchende Erscheinung auftritt, und ein Fall, in dem sie nicht auftritt, in allen Umständen außer in einem, der nur im ersteren Falle anzutreffen ist, ähnlich sind, der alleinige Umstand, in dem sich diese beiden Fälle unterscheiden, Folge oder Ursache der Erscheinung ist.

Die Methode des Unterschiedes gibt wahrscheinlicheres Wissen über die Ursachen als die Methode der Ähnlichkeit, da der Forscher das Experiment anwenden muss, um alle Unterschiede außer einem einzigen auszuschließen. Trotzdem ist der Schluss der der Methode des Unterschiedes zugrunde liegt ein Wahrscheinlichkeitsschluß.

Die Methode des Unterschiedes ist eine Form der ausscheidenden Induktion.

Ueberich

Über-Ich

Als Über-Ich bezeichnet Freud eine Instanz der Persönlichkeit, die die Gefühle, Gedanken und Handlungen des Ich beurteilt.

Der Begriff des Über-Ich unterscheidet sich vom Gewissen, da er auch unbewuße Gebote und Verbote einschließt.

Umfangbe

Umfangsgleiche Begriffe

Begriffe, die denselben Begriffsumfang haben, heißen äquipollent, umfangsgleich, identisch oder extensional gleich und werden bei logischen Untersuchungen häufig miteinander identifiziert (Extensionalitätsprinzip).

Die umfangsgleichen Begriffe gehören zu den vereinbaren Begriffen.

Eine wichtige Teilklasse der umfangsgleichen Begriffe sind die reziproken Begriffe.

Unabhbew

Unabhängigkeitsbeweis

In einem Unabhängigkeitsbeweis für ein formales System mit den Axiomen A1 … An wird für jedes einzelne Axiom bewiesen, dass weder das Axiom noch seine Negation von den übrigen Axiomen abgeleitet werden können. Auch für Schlussfolgerungsregeln könenn Unabhängigkeitsbeweise geführt werden.

Durch den Unabhängigkeitsbeweis wird gezeigt, dass keines der Axiome (keine der Schlussfolgerungsregeln) überflüssig ist.

Das wichtigste Verfahren für Unabhängigkeitsbeweise hat Bernays gefunden.

Undefbeg

Undefinierter Begriff

Undefiniert nennt man Begriffe, die in einem Axiomensystem als Ausgangsbegriff auftreten und die sich nicht mit Hilfe anderer Begriffe dieses Axiomensystems definieren lassen. Undefinierte Begriffe sind also Begriffe, die durch axiomatische Definition eingeführt werden.

Univok

Univoke Begriffe

Als univok bezeichnet man Begriffe, die nur eine Bedeutung haben können. So ist eine Birne nicht univok, da sie sowohl eine Frucht als auch eine Glühbirne sein kann.

Univoke Begriffe sind von äquivoken Begriffen zu unterscheiden.

Unm Schl

Unmittelbarer Schluss

Als unmittelbaren Schluss bezeichnet man einen Schluss, in dem neues Wissen aus nur einer Prämisse abgeleitet wird. Aristoteles betrachtete die unmittelbaren Schlüsse als logische Hilfsmittel.

Man kann folgende unmittelbaren Schlüsse unterscheiden:

  • Schluss von der Falschheit bzw. der Wahrheit eines Urteils auf die Wahrheit bzw. Falschheit eines kontradiktorischen Urteils,
  • Schluss von der Wahrheit eines Urteils auf die Falschheit eines konträren Urteils,
  • Schluss von der Wahrheit eines subordinierenden Urteils auf die Wahrheit eines subordinierten Urteils und von der Falschheit eines subordinierten Urteils auf die Falschheit eines subordinierenden Urteils,
  • Konversion und Obversion und
  • Kontraposition.


Unterbeg

Unterbegriff

Synonyme Bezeichnung für den Artbegriff.

Untergeo

Untergeordneter Begriff

Andere Bezeichnung für subordinierte Begriffe.

Unvbegr

Unvollständiger Begriff

Begriff der die Eigenschaften einer endlichen zählbaren Menge von Gegenständen widerspiegelt, z. B. Planet des Sonnensystems. Unvollständige Begriffe werden auch registrierende Begriffe genannt.