Bertalan

Ludwig von Bertalanffy (geb. 1901)

Der Biologe Ludwig von Bertalanffy ist ein Vertreter des Organizismus, einer Richtung des Kritischen Realismus, und Vorläfer des methodischen Holismus.

Beth

Everett Willem Beth (1908 – 1964)

Der niederländische Mathematiker und Logiker Everett Willem Beth befasste sich vor allem mit logisch-philosophische Fragen der Mathematik. Insbesondere untersuchte er Fragen der semantischen Interpreation der intuitionistischen Logik.

Von Beth stammt die Methode des semantischen Tableaus. Er untersuchte die Vollständigkeitsproblematik des zweiwertigen Prädikatenkalküls und fand eine topologische Beweisvariante für das Gödel-Malzew-Theorem.

Beth forschte auch zur Geschichte der Logik.


Bias

Bias von Priene (600 – 540 v. u. Z.)

Der griechische Philosoph ist nach Platon einer der sieben Weisen Griechenlands.


Biester

Johann Erich Biester (1749 – 1816)

Johann Erich Biester ist ein Vertreter der Popularphilosophie.


Bilfing

Georg Bernhard Bilfinger (1693 – 1750)

Georg Bernhard Bilfinger (auch: Bülffinger) war Professor in Petersburg und Tübingen.

Bilfinger ist Anhänger von Leibniz und Wolff. Von ihm stammt der Ausdruck Leibniz-Wolffische Philosophie.

Die Monaden, die er wie Leibniz annimmt, sind nicht alle vorstellend, sondern zum Teil nur mit bewegenden Kräften begabt.

Die prästabilierte Harmonie besteht darin, dass die inneren Zustände in den vorstellenden und nicht vorstellenden Monaden einander entsprechen.

Die Sphäre des Vorstellens der Seelenmonaden ist beschränkt. Die Grundtätigkeiten der Seele sind Vorstellen und Begehren, die miteinander in Wechselwirkung stehen, so dass die Vorstellungen aus Begehrungen entspringen und umgekehrt. Es besteht eine Willensfreiheit, wenn auch das Wollen nie ohne zureichende Gründe erfolgt.


Binswang

Ludwig Binswanger (geb. 1881)

Ludwig Binswanger ist ein Vertreter der philosophischen Anthropologie.


Beecher

Catherine Esther Beecher (1800 – 1878)

Beecher wurde am 6. September 1800 auf Long Island (USA) geboren. Sie war die Tochter des calvinistischen Theologen Lyman Beecher und dessen Frau Roxana. Die Mutter starb früh und ihr Vater heiratete seine zweite Frau, Harriet Porter.

1822 eröffnete sie, zusammen mit ihrer Schwester Harriet, eine Schule in Connecticut. Sie führten die Schule 10 Jahre. Da sie die vorhandenen Lehrbücher für ungeeignet hielt, verfaß Beecher selbst Schulbücher für Arithmetik, Theologie und Moralphilosophie.

1832 ging sie mit ihrem Vater nach Cincinnati und eröffnete dort ein Frauenseminar. Sie gründete 1847 mit William Stach The National Board of Popular Education und 1852 die American Women’s Educational Assoiation, das Quincy College in Illinois und das Milwaukee Female Institute in Wisconsin.

Ihr Ansatz basiert auf einer Revision der puritanischen Ethik und auf dem moralpsychologischen Ansatz der Common-Sense-Philosophie von Thomas Reid. Sie verbindet die Einflüsse der schottischen Common-Sense-Philosophy mit puritanischen Themen wie Selbstverleugnung und Opferbereitschaft.

Da die puritanischen Tugenden Unterwerfung, Selbstverleugnung und Opferbereitschaft immer als typisch weiblich definiert werden, plärt sie in ihrer Arbeit The Elements of Mental and Moral Philosophy, founded upon Experience, Reason, and the Bible dafür, diese Tugenden für beide Geschlechter zur Zielsetzung zu erklären. Besonders wichtig sei dies für gesellschaftliche Führungspersonen.

Nur indem man die Tugenden in den anderen fördere, könne man die Entwicklung der sozialen Gleichberechtigung beschleunigen.

In dem Werk Common Sense Applied to Religion, or the Bible and the People, befasst sie sich kritisch mit dem Thema der Sünde bei Augustinus.

In An Appeal to the People on Behalf of their Rights as Authorized Interpreters of the Bible verbindet Beecher ihre soziale und politische Philosophie mit ihren moralischen und religiösen Vorstellungen.

Es ist die Pflicht das zu tun, was für die meisten den meisten Nutzen bringt. Sie meint, dass nicht nur der Calvinismus und die utilitaristische Philosophie das moralische Handeln der Menschen beeinflussen, sondern auch religiöse Grundsätze, wie Gutherzigkeit in das Handeln einfließen sollten. Dieses Prinzip nennt sie Redlichkeit.

Unter Redlichkeit versteht sie persönliche Opfer für das Wohl der anderen, die verbunden sind mit dem Bestreben, soziale Fehler zu berichtigen und soziale Gerechtigkeit zu leben.

In ihrer Schrift An Essay on Slavery and Abolitionism with Reference to the Duty of American Females formuliert sie zwei moralische Prämissen: eine Handlung ist dann moralisch richtig, wenn die moralische Führung die Tugenden der anderen fördert, ein moralische Führung muss falsch Handelnde mit Sorge anleiten und diejenigen Tugenden herausstellen, die mißachtet wurden.

Am 12. Mai 1878 starb sie in Elmira (New York).

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Benussi

Vittorio Benussi (1878 – 1927)

Der Psychologe Vittorio Benussi ist Schüler Meinongs und ein Vertreter der Grazer Schule.

Er habilitierte 1905 in Philosophie.

Im März/April 1913 konstruierte Vittorio Benussi einen Apparat, der die Atmungsphasen und den Puls registriert und an dem angelesen werden kann, ob die Versuchsperson lügt – einen Lügendetektor.

Benussi arbeitete als Bibliothekar an der Universität Graz und als Mitarbeiter Meinongs im Psychologischen Laboratorium.

Nach dem Tode von Stephan Witasek im Jahre 1915 übernahm Benussi die Leitung des Laboratoriums, bis er im Herbst 1918 aus Graz wegging.

Ab 1918 war Vittorio Benussi Professor in Padua.

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Becher

Erich Becher (1882 – 1929)

Erich Becher studiert ab 1901 in Bonn Mathematik, Physik, Nationalökonomie und Philosophie. Er ist Schüer von B. Erdmann. Außerdem hörte er Philosophie bei Baeumker, Dyroff und Freytag.

1903/04 schrieb er eine Dissertation bei B. Erdmann zur Psychologie des Lesens. Er wurde Assistent im philosophischen Seminar von B. Erdmann und führte vor allem die experimentell-psychologischen übung durch.

Er wurde stark durch die Lektüre von Mill und Fechner beeinflußt und wurde wir er es selbst nennt überzeugter Parallelist.

Er lehrte, dass im Weltgeschehen und im menschlichen Dasein von den primitiven Anfängen bis zu den höchsten Leistungen der Kultur ein überindividuell Seelisches sich auswirkt.

In seinem Wissenschaftssystem teilt er die Wissenschaften, die er nach Gegenständen, Methoden und Grundlagen betrachtet, in Idealwissenschaften und Realwissenschaften ein. Die Realwissenschaften teilt er in Natur- und Geisteswissenschaften. Die Geisteswissenschaften gliedern sich nach Becher in Psychologie und Kulturwissenschaften.

Seine Ethik wird dem Eudämonismus zugerechnet.

Literatur

  • Erich Becher. In: Die Philosophie der Gegenwart in Selbstdarstellungen. Leipzig 21923, 21 – 46


Bergm J

Julius Bergmann

Der Philosoph Julius Bergmann (* 1840, † 1904) wirkte in Königsberg und Marburg.Er ist stark von Fichte beeinflußt.

Die Außenwelt ist unabhängig vom erkennenden Subjekt.

Nach Bergmann hat Gegenstand der Logik "das Denken hinsichtlich seiner Angemessenheit zu dem im Erkennen und Wissen bestehenden Zwecke" [Die Grundprobleme der Logik 21895, 2]

Auf Bergmann geht wahrscheinlich der Begriff Sachverhalt als eigenständiger philosophischer Terminus zurück. Allerdings findet sich bereits vorher, z. B. im Reallexikon von Lossius [1805, Bd. 3, 626] der verwandte Begriff Sachheit.

Werke

  • Erste Probleme der Ontologie. 1865
  • Grundlinien einer Theorie des Bewußtseins. 1870
  • Reine Logik. Berlin 1879
  • Sein und Erkennen. 1880
  • Das Ziel der Geschichte. 1881
  • Die Grundprobleme der Logik. 1882, 21895
  • Materialismus und Monismus. 1882
  • Über das Richtige. 1883
  • Übver den Utilitarismus. 1883
  • Vorlesungen über Metaphysik. 1886
  • Über das Schöne. 1887
  • Geschichte der Philosophie. 1892 f.
  • Der Begriff des Daseins. Archiv f. Philosophie. Bd. II, 1896
  • Untersuchungen über Hauptpunkte der Philosophie. 1900
  • System des objectiven Idealismus. 1903

Literatur

  • Eisler, R.: Philosophen-Lexikon, 150 f.

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