Demorgan

Augustus de Morgan (1806 – 1871)

Der schottische Mathematiker und Logiker Augustus de Morgan ist der Begründer der logischen Theorie der Relationen. Er befasste sich sowohl mit einfachen, der einstelligen Subjekt-Prädikat-Verbindung der Urteile der traditionellen Logik, als auch mit mehrstelligen Relationen.

De Morgan formulierte wichtige Zusammenhänge der Aussagen- und der Klassenlogik.

Er arbeitete die Relationenalgebra aus, in der er vor allem die Summe, das Produkt und die Komposition von Relationen untersuchte und sich zudem intensiver mit der Transitivität von Relationen beschäftigte.

Nach de Morgan sind die de Morganschen Regeln benannt worden, die allerdings schon im 16. Jahrhundert vom indischen Logiker Siroman Raghunatha angewendet wurden.

Weblinks


Diogen A

Diogenes von Apollonia (499/98 – 428/27)

Der griechische Diogenes von Apollonia (Phrygien oder Kreta?) ist durch Anaximenes beeinflußt.

Nach ihm durchdringt die Luft als Grundstoff alles und erzeugt als Seele Leben, Bewegung und Denken. Sie ist, dem Nus des Anaxagoras verwandt, der ordnende, alles beherrschende, ungewordene, unbegrenzte, vernünftige Wesen. Durch Verdünnung und Verdichtung entstehen die Dinge aus der Luft; aus dem Schlamm gehen Lebewesen hervor.

Diogenes von Apollonia nahm eine unendliche Reihe von Welten an. Er genoß auch als Arzt hohes Ansehen, wurde wahrscheinlich als Gottesleugner verfolgt.


Dempf

Alois Dempf (geb. 1891)

Alois Dempf ist ein Vertreter des Neothomismus.


Diogen B

Diogenes von Babylon

Das bekannteste Ereignis aus dem Leben des Stoikers Diogenes von Babylon ist sein Auftritt im Jahr 155 in Rom. Athen hatte die attische Küstenstadt Oropos überfallen und geplündert. Die Bürger wandten sich an Rom mit der Bitte um Beistand, und das von Rom zum Schiedsrichter eingesetzte Sikyon (norwestlich von Korinth) verhängte 500 Taler Strafe über Athen. Daraufhin schickten die Athener die drei bekanntesten Philosophen, Karneades, Diogenes von Babylon und Kritolaos, nach Rom. Sie erreichten, dass die Strafe auf 100 Talente herabgesetzt wurde [1].


[1] Pausanias VII 11, Ciceor, De orat. II 155

Derrida

Jacques Derrida (geb. 1930)

Der französische Philosoph Jacques Derrida, in El Biar (Algerien) geboren, studierte 1952 – 1956 an der École Normale Supérieure in Paris.

Von 1960 bis 1964 war er Lehrer für Philosophie an der Sorbonne in Paris und ab 1964 Lehrer für Philosophiegeschichte an der École Normale Supérieure. Seit Ende der 60er Jahre war Derrida häufig Gastprofessor in den USA.

An Heidegger anknüpfend, entwirft Derrida ein Programm der Dekonstruktion der abendländischen metaphysischen Tradition seit Platon.

Er formuliert das Problem, wie sich etwas von der Tradition Verschiedenes denken lässt, wenn das Denken selbst durch diese Tradition geprägt ist. Ein Angriff auf die Metaphysik von außen macht keinen Sinn, weil es keinen Standpunkt außerhalb geben kann.


Diogen L

Diogenes Laërtios (3. Jh. u. Z.)

Diogenes Laërtios ist ein griechischer Schriftsteller. Sein 10 Bücher umfassendes Werk Leben und Meinungen berühmter Philosophen ist systematisch nach der Abfolge von Schulhäuptern und Lehrmeinungen der Philosophie angelegt. Es ist eine wichtige, allerdings unkritische philosophiegeschichtlich-doxographische Quelle.

Descart

René Descartes (1596 – 1650)

Der französische Philosoph und Mathematiker René Descartes (lat. Renatus Cartesius) Descart wurde an der Jesuitenschule in La Flèche ausgebildet.

Nachdem Descartes einige Jahre mit juristischen und medizinischen Studien verbracht hatte, ging er 1618 auf Reisen und beschäftigte sich mit den Arbeiten Galileis. 1618 trat er in den Militärdienst ein, der ihn auch nach Deutschland führte. Hier fasste er den Entschluß, eine einheitliche Naturwissenschaft auf mathematischer Basis zu errichten. Descartes gab 1621 den Kriegsdienst auf und reiste in den folgenden acht Jahren durch Europa, um Forschungen zu betreiben und mit den verschiedensten Gelehrten zu diskutieren.

Er entwickelte seine Philosophie in Konfrontation mit der mittelalterlichen Philosophie. Er forderte die Gelehrten auf, sich von vorgefassten und überlieferten Ansichten, vom Glauben an die Autorität zu befreien.

Der Erkenntnisprozeß muss nach Descartes mit dem Zweifel, mit der kritischen Prüfung des Erreichten beginnen, aber man darf nicht an der Tatsache des Zweifels selbst zweifeln. Cognito, ergo sum (ich denke, also bin ich), sagte Descartes.

Der Zweifel ist nach Descartes ein Verfahren zur Ermittlung von unbestreitbaren Wissenselementen.

In der aristotelischen Logik sah Descartes viele gute Regeln. Aber an ihnen haftet, so Descartes, Schädliches und Überflüssiges. So erklärt der Syllogismus seiner Ansicht nach eher das, was wir bereits wissen, als das, was wir wissen müsste n.

Anstelle der großen Anzahl von Regeln der Logik schlug Descartes vier Regeln vor:

  1. das Evidente als wahr nehmen,
  2. das Ganze in Teile zerlegen,
  3. die Untersuchung mit dem Einfachsten und Kleinsten beginnen und
  4. nichts auslassen

Klarheit und Zerlegbarkeit, das sind nach Descartes die Wahrheitskriterien, und zur Wahrheit führen Intuition, Deduktion, Induktion, Komparation und Analogie.

Online-Texte

  • Meditations on First Philosophy (engl., PDF)
  • Discourse on the Method (engl., PDF)

Weblinks


Deschamp

Léger-Marie Deschamps (1716 – 1774)

Léger-Marie Deschamps ist Hylozoist, Pantheist und utopischer Kommunist.

Nach ihm sind die Dinge Erscheinungen des mit Vernunft begabten Alls sind.

Deschamps fordert die Gütergemeinschaft.


Destutt

Antoine Louis Claude Destutt de Tracy (1754 – 1836)

Antoine Louis Claude Destutt de Tracy war Mitglied der Konstituierenden. Er lebte dann auf seinem Gute bei Auteuil, wo sich die Ideologen versammelten.

Destutt de Tracy ist u. a. von Locke, Condillac und Cabanis beeinflußt. Er begründete die Ideologie als die Wissenschaft von den Ideen.

Von Einfluss auf Maine de Biran u. a. wurde die Betonung der gewollten Bewegung und des empfundenen Widerstandes, den sie erleidet, als Kern des Außenweltbewusstseins. Der Wille in uns ist ein den Empfindungen überlegenes Aktivitätsprinzip.

Das Urteil besteht in der Erfassung der Beziehung einer Vorstellung zur andern. Die Sprache ist als Zeichensystem eine Bedingung der Erkenntnis.

Die Sittlichkeit beruht auf dem Prinzip des wohlverstandenen Interesses.


Dacque

E. Dacqué

E. Dacqué ist ein Vertreter des methodischen Holismus.

Anknüpfend an Lamarck vertritt er den Standpunkt, dass sowohl die niederen als auch die höheren Lebewesen im Grunde genommen verfehlte Versuche sind, die in der Idee des Menschen vollendete Ganzheit hervorzubringen. Die Entwicklung kann – so Dacqué – folglich nicht als Evolution von niederen zu höheren Formen betrachtet werden.