Philosophie

Existeth

Existentialistische Ethik

Existentialistische Ethik nennt man die Richtung in der Ethik, die von einer existentialistischen Philosophie ausgeht.

Da die existentielle Entscheidung sich auch auf nichtmenschliche Aspekte beziehen kann, muss sie nicht anthropozentrisch hervortreten, sondern kann auch pathozentrisch ausgeführt sein.

Epizykl

Epizyklentheorie

Die Epizyklentheorie wurde durch Apollonios von Perge begründet. Später brachte sie Hipparchos von Nikaia in die Planetentheorie ein. Diese Theorie erlangte bei Klaudios Ptolemaios dann eine große Bedeutung.

Epizyklentheorie Der betrachtete Planet P bewegt sich im Kreis um den Punkt M. Dabei wird M auf den Deferenten um die Erde E herumgetragen, so dass sich die kräftig ausgezogene beobachtete Schleifenbahn des Planeten um die Erde ergibt, die als Epizykloide bezeichnet wird.

Erfolg

Erfolgsbedingungen von Sprechakten

E. Rolf hat den Erfüllungsbedingungen und den Gelingensbedingungen von Sprechakten die Erfolgsbedingung hinzugefügt, um die Frage nach dem Warum eines Tuns, nach der intendiert zu unterstellenden Wirkung des Tuns beantworten zu können [1].

Im Unterschied zur Erfüllungsbedingung einer Behauptung ist deren Erfolgsbedingung erfüllt, wenn die Behauptung vom Hörer für wahr gehalten wird.


[1] Rolf, E.: Illokutionäre Kräfte. Grundbegriffe der Illokutionslogik. Opladen 1997, 19 f.

Erfuell

Erfüllensbedingungen von Sprechakten

In der Sprechakttheorie unterscheidet man die Gelingensbedingungen und die Erfüllungsbedingungen eines Sprechaktes. Mitunter wird diesen Bedingungen noch die Erfolgsbedingung hinzugestellt. Eine Sprechakt kann gelingen, ohne erfüllt zu sein.

Die Erfüllungsbedingung einer Aufforderung besteht in derjenigen Handlung, die der Adressat der Aufforderung zufolge ausführen soll [1].

Ob die Aufforderung vollzogen wird, ob der Aufgeforderte der Aufforderung nachkommt, ist eine Frage, die unabhängig von dem Gelingen der Aufforderung ist. Eine Aufforderung kann gelingen, auch wenn sie nicht erfüllt wird.

Die Erfüllungsbedingung eines Versprechens besteht in derjenigen Handlung, auf die sich der Sprecher durch das Versprechen festlegt [2].

Bei Searle und Vanderveken wird die Erfüllungsbedingung von Behauptungen und Festlegungen als Wahrheitsbedingung bezeichnet. Die Behauptung ist erfüllt, wenn der propositionale Gehalt dem Weltzustand entspricht [3].

Eine Bitte ist erfüllt, wenn der propositionale Gehalt durch den zukünftigen Weltzustand wahr gemacht wird [4].

Expressiva haben den Sprechakttheoretikern zufolge keine Erfüllungsbedingungen.


[1] Rolf, E.: Illokutionäre Kräfte. Grundbegriffe der Illokutionslogik. Opladen 1997, 15
[2] Rolf, E.: Illokutionäre Kräfte. Grundbegriffe der Illokutionslogik. Opladen 1997, 16
[3] Rolf, E.: Illokutionäre Kräfte. Grundbegriffe der Illokutionslogik. Opladen 1997, 16
[4] Rolf, E.: Illokutionäre Kräfte. Grundbegriffe der Illokutionslogik. Opladen 1997, 17

Erfurt

Erfurter Humanistenkreis

Als Erfurter Humanistenkreis bezeichnet man eine Gemeinschaft humanistisch Gesinnter Intellektueller gegen Ende des 15. und in den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts.

Unter den Frühhumanisten trat besonders N. Marschalk hervor. Bis etwa 1515 galt dann Conradus Mutianus Rufus als das Haupt des Kreises.

Der Kreis brachte die Dunkelmännerbriefe hervor.

M. Luther hatte in seiner Erfurter Zeit nähere Kontakte zum Erfurter Humanistenkreis.

1514 trat H. e. Hessus für etwa 12 Jahre an die Spitze eines neuen Erfurter Kreises. Hessus erhielt 1517 die Professur für lateinische Sprache an der Erfurter Universität.

Zum Erfurter Humanistenkreis gehörten u. a. der Naturwissenschaftler und Arzt E. Cordus, der Satiriker C. Rubeanus und auch J. Camerarius.

Der Kreis hattte 1519 mit Interesse die Leipziger Disputation verfolgt. Er unterhielt vielfätige Kontake mit Erasmus von Rotterdam.

Die bekannteste Tagungsstätte war die Engelsburg. Dieses Gebäde befand sich im Besitz humanistisch gesinnter Erfurter Bürger. So gehörte es seit 1519 dem Arzt Georg Sturtz, einem Freund Luthers.

Erkl Urt

Erklärendes Urteil

Erklärende Urteile sind – nach WundtUrteile, die einen Gegenstand des Denkens auf bekannte Begriffe zurückführen.

Erlebnis

Erlebnis

Als Erlebnis bezeichnet man sowohl ein Geschehnis oder Ereignis, durch das jemand stark beeindruckt wurde, als auch jedes von jemandem miterlebte Geschehen.

In der Psychologie bezeichnet Erlebnis entweder den Inhalt des Erlebens, das was erlebt wird, oder das Innewerden von Inhalten des Bewußtseins.

Dem Erlebnis werden folgende Eigenschaften zugesprochen:

  1. es ist durch seinen Inhalt bestimmt,
  2. es ist unmittelbar, d. h. nicht durch Begriffe vermittelt,
  3. es ist an die Perspektive des erlebenden Subjekts gebunden, es ist also immer Selbsterlebtes,
  4. es ist für das Ganze des Lebenszusammenhangs eines Subjektes bedeutsam.

Für die Philosophie ist das Erlebnis ein bedeutsamer Begriff, wegen der Unmittelbarkeit, in der sich ein Subjekt im Erlebnis sein Leben erschließt.

Die Diskussion des Begriffs Erlebnis durch Natorp, Husserl sowie in der Lebensphilosophie und durch Dilthey hat Aporien freigelegt, die in dem Begriff enthalten sind, wenn man ihn im Zusammenhang mit der Frage nach dem Selbstbewusstsein diskutiert. Diese Aporien drehen sich um die Frage, wie das Subjekt von seinem Erleben wissen kann.

In der Bewußtseinsindustrie wird die Diskussion um den Erlebnisbegriff an der Frage diskutiert, ob und, wenn ja, wie Erlebnisse im Rahmen einer naturalistischen Konzeption der Philosophie beschrieben werden künnen.

Gegen eine naturalistische Position wird eingewendet, dass das Erleben aufgrund seiner Gebundenheit an die Perspektive des erlebenden Subjekts, aufgrund seiner Unmittelbarkeit und Nicht-vollständigen Mitteilbarkeit, sich notwendigerweise einer objektiven Beschreibung entziehe.

Erwlogik

Erworbene Logik

Pjotr Dmitrijewitsch Lodi unterschied die erworbene Logik, die er auch gelehrte Logik oder künstliche Logik nennt, von der natürlichen Logik.

Die erworbene Logik ist die Fähigkeit, zu folgerichtigem Denken, die bei Beachtung bestimmter Regeln allmählich anwächst.

Eselsbr

Eselsbrücke

Eselsbrücke (lat. pons asinorum) nennt man eine Lernhilfe zum Behalten von Lehrsätzen.

Die Scholastiker bezeichneten als Eselsbrücke zunächst das Diagramm, das die aristotelische Lehre zur Auffindung des Mittelbegriffs zum Beweis der verschiedenen Schlusssätze im Syllogismus veranschaulichen sollte.

Diese logische Figur geht auf Petrus Tartaretus zurück und wird mitunter fälschlicherweise auf Buridian zurückgeführt.

Die Bezeichnung wurde verallgemeinert und bereits im Mittelalter auch auf Regeln angewendet, die so einfach waren, dass sie selbst ein Dummkopf lernen konnte.


Empfind

Empfindung

Als Empfindung (lat. sensation, sensio; engl. sensation) oder Sinnesempfindung werden entweder Sinnesdaten oder die Perzeption bezeichnet.

Unter Empfindungen stellt man sich in der Regel elementare Bestandteile oder Inhalte der Sinneswahrnehmung, des Bewußtseins oder des Erlebens vor, die in einem Subjekt durch (meistens äußere) Reize veranlaßt werden.

Zu den Bestimmungen von Empfindungen gehören vor allem die Qualität, die Intensität sowie die Dauer.

Empfindungen können nach den betroffenen Sinnen eingeteilt werden (Gesichts-, Gehör-, Tastempfinden …). Außerdem lassen sich Empfindungen nach dem einteilen, was empfunden wird bzw. welche Qualität die Empfindung hat (Farb-, Klang-, Temperaturempfindung …).

Descartes unterscheidet zwischen der Innenwelt der Empfindungen und der Außenwelt der realen Gegenstände. Die Empfindungen sind die Bewußtseinsinhalte, aus denen die Existenz der äußeren Realität erschlossen wird.

Kant unterscheidet zwischen den Empfindungen als subjektive Erscheinungen oder Anschauungen und den Verstandesbegriffen. Indem sich die Verstandesbegriffe auf die Anschauung beziehen, entsteht eine gegenständliche Auffassung.

Wie Wittgenstein zu zeigen versucht hat, sind Empfindungen in keinem Sinn privat, insbesondere nicht im Sinn eines bevorzugten Zugangs.