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Champeau

Wilhelm von Champeaux

Der französische Bischof und Philosoph Wilhelm von Champeaux (auch Guillaume de Champeaux, Guglielmus de Campellis, * um 1070 in Champeaux, Frankreich; †  1121 in Châlons-sur-Marne) war Schüler von Manegold von Lautenbach und Roscelin von Compiègne. Er lehrte an der Kathedralschule von Notre Dame in Paris. Wilhelm zog sich im Jahr 1108 in die Abtei von Saint Victor zurück, wo er Rhetorik, Logik und Theologie lehrte.

Wilhelm war aktiv am Universalienstreit der frühen Scholastik beteiligt. Von seinen Werken sind lediglich theologische überliefert. Seinen philosophischen Ansichten kennen wissen wir nur aus den Erwiderungen seiner Gegner, darunter inbesondere von seinem ehemaligen Schüler Abaelard.

Universalien behandelte Wilhelm so, als ob sie reale Substanzen wären. Da man jeder Substanz Akzidenzien zuordnete, musste Individualität aus den verschiedenen Akzidenzien hervorgehen. Das Universale wurde auf eine einzige identische Substanz zurückgeführt. Daraus wiederum ergab sich logisch die Indifferenz des Universalen (Indifferenztheorie).

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Caerell

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Charron

Pierre Charron (1541 – 1603)

Der französische Geistliche und Philosoph Pierre Charron systematisierte in seinem Werk De la sagesse (1601) den von M. de Monatigne begründeten Skeptizismus.

Charron zweifelte an der Möglichkeit sicheren theoretischen Wissens und metaphysischer Erkenntnis, weil die menschliche Intelligenz dafür nicht ausreiche.

Mit Montaigne ging er von der Selbstbeobachtung und Selbsterkenntnis aus, die dem Menschen zwar seine Schäche und Unkenntnis vorführt, aber auch die nötige Demut lehrt, die für das sittliche Leben ausreichend ist.

In der Urteilsenthaltung wurzelt die Freiheit des Geistes.

Trotz seines Skeptizismus verfasste Charron die theologische Streitschrift Trois vérités contre tous les athéesm idolâtres, juifs, Mohamétans, hérétiques et schismatiques (1593), in der er behauptete, dass es Gott, einen wahren Glauben, eine wahre Religion (die christlische) und eine wahre Kirche (die katholische) gäbe.

Der Skeptizismus von Charron stützt sich auch auf die Stoiker, Epikureer und die römische Popularphilosophie.


Caesalp

Andrea Cesalpino (1519 – 1603)

Der italienische Mediziner, Botaniker und Philosoph Andrea Cesalpino (auch: Andreas Caesalpinus) studierte an der Universität Pisa Philosophie und Medizin. Er wurde 1555 in Pisa Professor der Medizin und Direktor des botanischen Gartens.

1592 gibg er als Arzt des Papstes Clemens VIII. und wurde gleichzeitig Professor an der Sapienza in Rom.

Als Philosoph versuchte er, obwohl Anhänger des Aristoteles, einen Ausgleich verschiedener Richtungen seiner Zeit vor allem mit dem platonischen Pantheismus.

Die Philosophie war Grundlage für seine naturwissenschaftlichen Untersuchungen.

Ausgangspunkt der Erkenntnis sind nach Cesalpino allgemeine Verstandessätze oder induktiv gewonnene Vorstellungen. Die Erkenntnis muss die Angabe der allgemeinen Gattung und des besonderen Unterschiedes enthalten.

Dies erfolgt durch Bestimmung der Materie und der besonderen Formen. Beide besitzen im Begriff der Substanz ihre Einheit.

Die Hierarchie der Substanzen endet mit einer obersten Zweckursache als Prinzip des Lebens.

Der Kosmos ist allbelebt und ein Zwecke realisierender Organismus. Die finalistische Erklärung wird durch die Betrachtung von Mitursachen ergänzt.

Caird E

Edward Caird (1835 – 1908)

Edward Caird arbeitete als Professor in Oxford. Er ist ein Vertreter des absoluten Idealismus.

Bekannt geworden ist Edward Caird durch seine Studien zu Kant und Hegel. In seinen philosophiehistorischen Arbeiten versucht er die Autoren immer aus sich selbst zu verstehen. Daher diskutiert er eher am Rande die Schwierigkeiten der einzelnen Positionen.

Wie Wallace und sein Bruder John Caird wollte er Hegels Philosophie vor allem nutzen, um das Christentum zu verteidigen. Er entwickelt einen Ansatz der Religionsphilosophie, der die Entwicklung in der Religion berücksichtigt.

Als Bewußtsein einer den Gegensatz von Subjekt und Objekt überwindenden Einheit ist das Religiöse ein Faktor alles Bewußtseins.

Das Unendliche offenbart sich in den Dingen und ist zugleich der alles Endliche überragende göttliche Geist.


Caird J

John Caird (1820 – 1898)

John Caird ist ein Vertreter des absoluten Idealismus.

Wie Wallace und sein Bruder Edward Caird wollte er Hegels Philosophie vor allem nutzen, um das Christentum zu verteidigen.


Calker

Friedrich van Calker (1790 – 1870)

Friedrich van Calker war Professor in Bonn. Er ist Anhänger von Fries.

Die Philosophie ist nach van Calker Selbsterkenntnis des Geistes, in welchem wir die Urgesetze des Wahren, Guten und Schönen finden.

Camerar

Joachim Camerarius (1500 – 1574)

Der deutsche Universalgelehrte und Dichter Joachim Camerarius (eigentlich Joachim Kammermeister) studierte ab 1513 in Leipzig.

Er erlangte 1514 das Baacalauret und widmete sich in den folgenden Jahren besonders der griechischen Sprache. 1518 setzte er sein Studium in Erfurt fort und gesellte sich dort zum Erfurter Humanistenkreis um C. Mutianus Rufus.

1521 wurde Camerarius Magister und begann, Griechisch zu unterrichten.

Noch 1521 ging er nach Wittenberg und war dort mit Melanchthon befreundet. 1526 übernahm er die Leitung des Gymnasiums in Nürnberg. 1535 folgte er einem Ruf als Gräzist an die Tübinger Universität. Von 1541 bis zu seinem Tode wirkte er als Professor der lateinischen Sprachein Leipzig.

Camerarius editierte Werke von antiken Autoren, wie z. B. Äsop, Herodot, Homer, Quintilian, Sophokles, Theokrit, Theophrast und Thukydides. Zu zahlreichen Schriften, u. a. von Cäsar und Cicero, verfasste er Kommentare.

Seine Übersetzungen von Demosthenes, Euklid, Herodot, Homer, Xenophon u. a. sind für ihre Originaltreue und sprachliche Gewandtheit bekannt.

Neben Lehrbüchern der antiken Sprache schrieb er historische, theologische, pädagogische, mathematische und astronomische Abhandlungen.


Campanel

Tommaso Campanella (1568 – 1639)

Der italienische Philosoph und Sozialutopist Tommaso Campanella (auch: Thomas Campanella) wurde von der spanischen Herrschaft in großen Teilen Süditaliens beeinflußt. Mit 15 Jahren trat er dem Dominikanerordern bei und studierte Theologie sowie Philosophie.

Den Ausschlag für seine Verurteilung zu lebenslänglischer Haft gab wohl die Anklage wegen seiner führenden Rolle bei der Verschwörung gegen die spanische Fremdherrschaft während des Kalabresischen Aufstandes 1598/1599. Ab 1603 verbrachte Campanella viele Jahre im Kerker. Erst 1634 konnte der inzwischen 60jährige auf Verwendung von dem mit Frankreich gegen Spanien paktierenden Papst Urban VIII. die Freiheit erlangen und ging nach Paris ins Asyl.

Schon in seiner Jugend entstanden Texte, in denen Campanella an die senualistische Erkenntnistheorie von Telesio anknüpfte.

Alles Denken, logische Schließen, Vorstellen und Erinnern ist lediglich variiertes Empfinden. Nur aus der unmittelbaren Erfahrung, aus der Befindlichkeit des Subjektes, bestimmt sich die fundamentale Wahrheit, die Selbstgewißheit.

Camapanella unterscheidet drei Wesenskräfte (Primalitäten) bzw. Verhaltensstrukturen: Können, Wissen und Wollen. Diesen entsprechen Macht, Weisheit und Liebe.

Solange die Primalitäten im Endlichen befangen sind, wird ihr jeweiliges Gegenteil (Ohnmacht, Torheit, Haß) ebenfalls wirksam.

In der gewöhnlich und begrenzt erfahrenen Wirklichkeit wohnt demnach dem Seienden das Nichtseiende bei. Erst bei ihrem Vordringen ins Unendliche schwinden die negativen Seiten von Können, Wissen und Liebe. Der elementare Dualismus wird aufgehoben.

Auf höherer Bestimmungsebene entsprechen den drei Primalitäten die drei Kategorien Kausalität (necessitas), die den Vorgängen in der Welt notwendig zugrunde liegt, das gute Geschick (fatum), das zur Liebe führt, und die gefügte Ordnung (harmonia), die aus der Liebe entsteht.

Den Kausalitäten wird der Zufall (contingentia) gegenübergestellt, dem Geschick der Einzelfall (casus) und der Ordnung der unverdiente Glücksfall (fortuna). All dies sind Einwirkungen des Nichts.

Die unbedingt auf Empfindung gründende Erkenntnis steigt in fünf Stufen auf. Zuerst erfährt der Mensch den mundus situalis, d. h. die Welt in ihren unmittelbaren Situationsbedingungen. Dann erfährt er den mundus temporalis et corporalis, d. h. die Welt in den Koordinaten von Raum und Zeit.

Es folgt der mundus sempiternus, die ewiggütige Welt der Mathematik und Geometrie. Dann folgt der mundus mentalis, die Welt der Kategorien. Und schließlich kommt der mundus archetypus, die Welt der Urbilder, die zugleich die Späre der unendlichen Vielfalt möglicher Welten und der Ursprung der Offenbarung ist.

Symbol für das Ein-und-Alles, für Gott-und-Welt ist die Sonne.

In seinem Werk Civitas solis entwirft Campanella ein Gesellschaftssystem, das Abglanz einer solargöttlichen Ordnung sein soll und Züge einer aktuellen Vorstellung von einer Universalmonarchie nach spanischem Herkunftsmuster trägt.

Campanelas Sonnenstaat ist ein Gemeinwesen ohne Privateigentum. Es gilt die Arbeitspflicht für alle.Das Gemeinwesen soll der vollen Entfaltung menschlicher Fähigkeiten insbesondere zum Zwecke neuer Erfindungen und Anwendungen auf technischem Gebiet dienen. Er will mit der aus Platons Staat entlehnten Weibergemeinschaft ernst machen, die sich gegen die Besitzideologie richtet, Geschlechtsbeziehungen und den Zeitpunkt von Zeugung und Geburt nach astronomischen Berechnungen regelt.

Das Prinzip für alle Vorgänge ist die Ordnung (harmonia). Das Leben wird nach Maßgabe der drei Primalitäten geregelt. Es gibt zahlreiche Einrichtungen zur Vermeidung von Zufall, Ausnahmefall und Glücksfall, um die Anmaßund und die Privilegien abzuwehren.

Die störenden Einflüsse des Nichts sollen im Sonnenstaat keinen Platz mehr haben.

Cantor

Georg Cantor (1845 – 1918)

Der deutsche Mathematiker Georg Cantor gilt als Begründer der Mengenlehre. Er war von 1879 bis 1913 Professor in Halle.

Cantor formulierte wichtige Begriffe der Mengenlehre (Äquivalenz, Mächtigkeit von Mengen), auf die sich die von ihm geschaffene Theorie der Kardinalzahlen stützt.

Cantor bewies, dass die Menge der algebraischen Zahlen abzählbar ist, dagegen die Menge der reellen Zahlen nicht.

Zum Beweis, dass diese Menge überabzählbar ist, verwendete er das heute nach ihm benannte Diagonalverfahren, das inzwischen zu einem wichtigen Beweisprinzip in vielen Gebieten der Mathematik geworden ist.

Eine 1895 von Cantor entdeckte und 1897 von Burali-Forti, veröffentlichte Antinomie, heute Burali-Forti’s Antinomie genannt, führte zur axiomatischen Begründung der Mengenlehre.

Seine Theorie bezeichnete Cantor selbst als philosophische, d. h. als eine metaphysische Theorie über aktual unendliche Größen.