Philosophie Wörterbuch

K Zeich

Künstliche Zeichen, willkürliche Zeichen, konventionelle Zeichen

Als künstliche, willkürliche bzw. konventionelle Zeichen bezeichnen wir Zeichen, die auf Vereinbarung oder freie Wahl beruhen.

Bereits Ockham unterscheidet natürliche Zeichen und konventionelle Zeichen, wobei Begriffe natürliche Zeichen und Worte konventionelle Zeichen sind.

Wolff definiert: "Wir pflegen auch nach Gefallen zwei Dinge miteinander an einen Ort zu bringen, die sonst vor sich nicht würden zusammenkommen, und machen das eine zum Zeichen des andern. Dergleichen Zeichen werden willkürliche Zeichen genennet" (Vernünftige Gedanken I, § 294).

K

K

In der polnischen Notation bezeichnet der Buchstabe K die Konjunktionsfunktion.

Kette

Kausalkette

Kausalkette (auch: kausaler Zusammenhang, Kausalzusammenhang) heißt jenes Netz von Ursache und Wirkung, in die ein Ereignis eingeflochten ist. Die Kausalkette ist eine Form des Zusammenhanges.

Die Kausalreihe ist ein Spezialfall der Kausalkette.

Der Begriff Kausalkette wird in der Kausaltheorie untersucht.

Kfaufw

Gesetz des kleinsten Kraftaufwandes

Das Gesetz des kleinsten Kraftaufwandes ist ein von Pierre Louis Moreau de Maupertuis formuliertes Gesetz, wonach bei allen Naturveränderungen das ökonomische Prinzip der kleinsten Wirkung (minima quantitas actionis) herrscht.


Klarheit

Klarheit der Definition

Forderung an eine Definition, die darin besteht, dass sie in verständlichen und bekannten Wörtern ausgedrückt werden muß, die eine Mehrdeutigkeit ausschließen.

Die lateinische Bezeichnung für die Klarheit der Definition ist: claritas definitionis.

Kognit

Kognitivismus

Derjenige Zweig der Metaethik, der die Frage, ob ein moralisches Urteil überhaupt objektive Gültigkeit besitzen kann, mit ja beantwortet.

Der Kognitivismus ist vom Nonkognitivismus zu unterscheiden.

Für den Kognitivismus gleichen moralische Urteile gewöhnlichen Urteilen (wie Die Erde ist rund), die wahr oder falsch sein und also Erkenntnis ausdrücken können.

Dann stellt sich allerdings die Frage, woher die moralischen Urteile ihre Qualität, wahr oder falsch zu sein, haben. Die Nonnaturalisten bzw. Intuitionist antworten, dass wahre moralische Urteile besondere moralische Tatsachen wiedergeben, die sich von allen anderen Formen von Tatsachen unterscheiden (Moore, Ross). Es ist daher nicht möglich, moralische Urteile aus Aussagen abzuleiten, die ihrerseits kein moralisches Urteil enthalten.

Für die Naturalisten (Searle, Foot, Toulmin) ist es sehr wohl möglich, mit Hilfe von Aussagen ohne moralische Wertung eine hinreichende Begründung moralischer Urteile zu geben.

Kohaer S

Substantielle Kohärenztheorie

In Analogie zu der Unterscheidung des formalen Fundamentalismus vom substantiellen Fundamentalismus hat Thomas Bartelborth formale Kohärenztheorie und substantielle Kohärenztheorie eingeführt [1].

Der substantielle Kohärenztheorie fügt der formalen Kohärenztheorie Aussagen darüber hinzu, wie inferentielle Rechtfertigungen aussehen und worin Kohärenz besteht.


[1] Bartelborth, T.: Begründungsstrategien. Ein Weg durch die analytische Erkenntnistheorie. Berlin1996, 109

Intereth

Interessenethik

Interessenethik nennt man die Richtung in der Ethik, die behauptet, Handlungen seien ausschließlich danach zu beurteilen, welche Interessen sie berühren.

In Abhängigkeit davon wie man Interessen näher bestimmt gelangt man zu anthropozentrischen oder pathozentrischen Ansätzen.

Kohaer

Kohärenztheorie

Der Kohärenzbegriff spielt in der Philosophie eine zentrale Rolle, wobei der Begriff allerdings häufig sehr vage benutzt wird.

Kohärenz ist eine Form des Zusammenhanges. In erster Näherung kann man Kohärenz als eine Eigenschaft einer Menge von Elementen (z. B. Propositionen, Begriffe, Theorien, Normen) verstehen, die gut zusammenhalten.

In der Philosophie sind u. a. Kohärenztheorien der Wahrheit, der Rechtfertigung und der Ethik diskutiert worden.

Williams hat die systematische Kohärenz von der relationalen Kohärenz unterschieden. Bartelborth hat der systematische Kohärenz die (systematische) Inkohärenz gegenübergestellt.

Konkurrenztheorien zur erkenntnistheoretischen Kohärenztheorie sind der erkenntnistheoretische Fundamentalismus, der Erkenntnisskeptizismus und der erkenntnistheoretische Kontextualismus. Eine Position, die kohärentistische und fundamentalistische Positionen vereint wird als Foundherentismus bezeichnet.

Thagard hat konnexktionistische Modelle entwickelt, um Kohärenzüberlegungen zu modellieren. Andere Computermodelle stammen von Daniel Schoch und Uwe Wiedemann.

Index V

Index V 
Vagheit | Vaiseshika | Vedanta | vel-Funktion | velatus | Venn-Diagramm | Verallgemeinerung, induktive | Verantwortung | Verantwortungsethik | Verb, assertives | Verb, performatives | Verb, repräsentionales | Verbaldefinition | Verfahren, kompositives | Verfahren, resolutives | Verhüllter | Vermengung vieler Fragen zu einer | Vernunft, Autonomie der | Vernunftbegriff | Vernünftigkeit | Vernunft, instrumentelle | Vernunft, kommunikative | Vernunft, kosmische | Vernunft, kosmologische | Vernunft, metaphysische | Vernunft, praktische | Vernunft, reine | Vernunftreligion | Vernunft, theoretische | Vernunftwahrheit | Versprechen | vera rerum vocabula | Verstand | Verstand, gemeiner | Verstand, gesunder | Verursachung, transeunte | Vier-Phasen-Lehre | Vollständigkeit, funktionale | Voraussageschluß | Vorlieben, externe | Vorstellung | Vulgärmaterialismus