Lexika

Disperkl

Dispositionserklärung

In der Dispositionserklärung (von engl. disposition, Neigung, Anlage) wird ein Ereignis aus einer Eigenschaft bzw. Anlage (oder Disposition) für das Eintreten eines Ereignisses dieser Art heraus erklärt. Dies ist z. B. der Fall, wenn wir sagen, dass das Glas zerbrochen ist, weil es zerbrechlich war.

Distkoll

Schluss von der Distributivbedeutung zur Kollektivbedeutung

Als Schluss von der Distributivbedeutung zur Kollektivbedeutung (lat.: fallacia a sensu diviso ad sensum compositum) bezeichnet man den Fehlschluß infolge des sprachlichen Ausdruck, bei dem vom zusammengesetzten Ganzen das behauptet wird, was für jedes seiner Teile einzeln zutrifft.

Z. B. schließt ein Kranker, der jedes der Symptome seiner Krankheit für sich genommen für ungefährlich hält, dass alle Symptome zusammengenommen ebenfalls ungefährlich sind. Tatsächlich können alle Symptome für sich genommen ungefährlich sein, ihre Gesamtheit sich aber als sehr gefährlich erweisen.

Dn Erkl

Deduktiv-nomologische Erklärung

Die deduktiv-nomologische Erklärung (von lat. deductio, Ableitung, und griech. nomos, Gesetz) erklärt ein Ereignis, in dem sie zeigt, dass das Ereignis aus einem allgemeinen Gesetz und einer Reihe spezieller Umstände (Anfangsbedingungen) gefolgert werden kann. Eine solche Erklärung hat folgende Struktur:

allgemeines Gesetz: Falls die Ereignisse a des Typus A, b des Typus B… und n des Typus N eintreten, dann wird ein Ereignis x des Typus X eintreten.

Initialbedingungen: Es treten die Ereignisse a des Typus A, b des Typus B… und n des Typus N ein. Es tritt ein Ereignis x des Typus X ein.

Da die Erklärung darin besteht zu zeigen, dass eine Reihe von Ereignissen a, b… n mit einem anderen Ereignis x verbunden sind, weil das Verbindungsglied ein Gesetz ist, das die Ereignisse des entsprechenden Dings deckt (engl. covers), spricht man auch vom covering-law model für Erklärung. Der Begriff covering-law model wird häufig mit Subsumtionsmodell der Erklärung übersetzt. Schließlich wird es nach Vertretern dieser Theorie (Hempel, Oppenheim, Popper) das Hempel-Oppenheim-Schema oder Hempel-Popper-Schema genannt.

Dogma

Dogma

Als Dogma (griech. dogma, Meinung, Lehre) bezeichnet man einen Lehrsatz, der ohne kritische Prüfung als unwiderlegbare Wahrheit genommen wird.

In der Bedeutung als Behauptung, die sich zwar in einer bestimmten Tradition eingebürgert hat, aber eigentlich zweifelhaft ist, wird der Begriff Dogma häufig herabsetzend gemeint.

Kant versteht unter Dogma einen direkt synthetischen Satz aus Begriffen.

Die christlichen Dogmen sind die begrifflich formulierten christlichen Glaubenslehren, welche die Erkenntnis Gottes, der Welt und der Heilsveranstaltungen Gottes zu ihrem Inhalte haben. In diesen Dogmen sind neben christlich-jüdischen auch Elemente der griechischen Philosophie zu finden.

Doppelt

Doppelte Wahrheit

Lehre einiger Vertreter der mittelalterlichen Philosophie, z. B. von Ibn Sina, Ibn Ruschd, Duns Scotus, Siger von Brabant und William von Ockham, dass Wissenschaft und Religion voneinander unabhängig sind und jede ihre eigene bestimmte Wirkungssphäre hat; die Wissenschaft darf sich nicht in die Angelegenheiten der Religion einmischen und die Religion nicht in den Bereich des wissenschaftlichen Wissens. Auch Francis Bacon vertrat diese Auffassung.

In letzter Zeit habe ich auch eine Logik der zwei Wahrheiten entwickelt.

Dschluss

Direkter Schluss

Der direkte Schluss ist nach Carnap einer der Haupttypen des Induktionsschlusses.

Es wird von einer Grundgesamtheit auf eine Stichprobe, d. h. auf eine endliche Klasse von Einzelfällen, die Gesamtheit geschlossen.

Duhemqu

Duhem-Quine-These

Die Duhem-Quine-These, nach der eine wissenschaftliche Hypothese nie isoliert überprüft werden kann, ist nach Duhem und Quine, benannt. Diese These verlangt, dass experimentelle Ergebnisse immer mit der vorhandenen Theorie als ganzer konfrontiert werden müssen. Nach der Duhem-Quine-These sind stets alternative theoretische Erklärungen eines gegebenen Datensatzes angebbar.

Dystel

Dysteleologie

Als Dysteleologie bezeichnet Haeckel sowohl die partielle Unzweckmäßigkeit der Natur als auch die Ablehnung jeder Art teleologischer Betrachtung der Natur.

Deontol

Deontologische Ethik

Die deontologische Ethik ist diejenige Richtung der Ethik, die die Ansicht vertritt, dass die Erwägungen entscheidend sind, die einer Handlung zugrunde liegen und nicht nur die Folgen. Sie unterscheiden sich damit von der konsequentialistischen Ethik.

Beispiele für deontologische Ethiken sind die Gesinnungsethik, die Pflichtethik und die Gewissensethik.

Entsprechend der Unterscheidung von Regel- und Handlungskonsequentialismus lassen sich auch in der deontologischen Ethik zwei Richtungen unterscheiden. Der Behauptung, die Pflichten ließen sich in allgemeine Regeln fassen (Kant), steht z. B. die Behauptung entgegen, die Pflicht zeige sich erst in der einzelnen Handlungssituation (A. Smith).

Deontologische Ethiken sind zumeist, aber nicht zwingend, anthropozentrisch.

E Logik

Epistemische Logik

Die epistemische Logik versucht, die zentralen Begriffe der Erkenntnistheorie logisch zu rekonstruieren. Sie untersucht nicht die Frage, ob oder unter welchen Bedingungen eine Aussage wahr ist, sondern wann eine Aussage bewiesen ist, geglaubt, behauptet oder gewusst wird, was es heißt, zu lügen, zu irren …