Philosophie Wörterbuch

E Praed

Epistemisches Prädikat

Mit epistemischen Prädikaten wird ausgedrückt, in welcher Weise Aussagen bzw. Aussagensätzen Wahrheitswerte zugeordnet werden. Dabei ist das Zuordnen von Wahrheitswerten von dem Zukommen von Wahrheitswerten zu unterscheiden.

Um die Bezüge der Zuorndung angeben zu können, benötigen wir mehrstellige epistemische Prädikate, die beispielsweise auf die betroffenen epistemischen Subjekte und auf die Zeitintervalle der Zuschreibung von Wahrheitswerten Rücksicht nehmen.

Da nicht für alle epistemischen Prädikate die gleichen Bezüge relevant sind, können epistemische Prädikate unterschiedliche Stellenzahlen haben.

Bezüglich der Frage, ob epistemische Subjekte in einem epistemischen Prädikat vorkommen unterscheidet Wuttich nichtmodale epistemische Prädikate und modale epistemische Prädikate.

Dianoi

Dianoilogik

Als Dianoilogik bezeichnet Lambert die Lehre von der logischen Form.

E

e

Das Symbol e ist in der traditionellen Logik das Zeichen für ein allgemein verneinendes Urteil. So wird Alle S sind nicht P oder Kein S ist P durch SeP abgekürzt. Das Symbol kommt von dem Wort nego = ich verneine.

Diatribe

Diatribe

Diatribe (griech. Zeitvertreib, Unterricht) ist eine von hellinistischen Philosophen (bes. den Kynikern) im 3. Jh. v. u. Z. geschaffene Form moralphilosophischer Rede, die sich in augelockertem, oft volkstümlichem Ton an ein breites Laienpublikum wendet, um es durch unterhaltsame Belehrung zu erziehen. Ihre bedeutendsten Vertreter waren Horaz, Seneca, Persius, Iuvenalis, Musonius, Dion von Prusa, Epiktetos und Maximus Tyros.

Dichotom

Dichotomie

Die dichotomische Einteilung (dicha und tome griech., Schnitt in zwei Teile) ist die Einteilung des Begriffsumfanges in zwei zueinander komplementäre Artbegriffe: Ein Begriff A wird in zwei Begriffe B und Nicht-B eingeteilt, die den Umfang des einzuteilenden Begriffes vollständig umfassen.

Die Grundlage einer dichotomischen Einteilung der Begriffsumfänge ist nicht die Änderung eines Merkmals, sondern sein Vorhandensein oder sein Nichtvorhandensein.

Die dichotomische Einteilung wurde bereits bewusst von Platon verwendet. Aus seinen Werken kann man folgendes Beispiel anführen: Der Mensch ist ein Lebewesen; Lebewesen können sich bewegen oder ruhig verhalten; hieraus folgt mit Notwendigkeit, dass der Mensch sich entweder ruhig verhalten kann oder sich bewegt; aber es ist nicht notwendig, dass er sich ruhig verhält.

Bei einer dichotomischen Einteilung ist der Fehler der unangemessenen Einteilung ausgeschlossen. Tatsächlich erschöpfen zwei einander komplementäre Begriffe den Umfang eines einzuteilenden Begriffes völlig. Bei der Dichotomie gibt es also weder eine unvollständige Einteilung noch eine überschneidende Einteilung. Die Vereinigung der Umfänge der Arten ist dem Umfang des einzuteilenden Gattungsbegriffes gleich.

Die dichotomische Einteilung ist aber auch nicht ohne Mängel. Hat man einen Begriffsumfang in zwei einander komplementäre Begriffe eingeteilt, so bleibt der Teil des Umfanges des eingeteilten Begriffes, der durch die Partikel nicht bezeichnet ist, meist weitgehend unbestimmt.

Allgemein kann aber die dichotomische Einteilung gut als Hilfsmittel bei einer Vorausplanung einer Klassifikation verwendet werden.

Dilemma

Dilemma

In der Alltagssprache bezeichnet ein Dilemma (griech.: zweigliedrige Annahme) eine schwierige oder ausweglose Situation, in der man sich befindet. Es gibt zwei Wahlmöglichkeiten, von denen eine ergriffen werden muss, beide aber zu einem unerwünschten Resultat führen. Dilemmata werden daher oft als paradox empfunden. Beispiel sind das Gefangenendilemma, das Admetos-Dilemma und das Problem des Kriteriums.

In der Logik ist ein Dilemma eine bestimmte Argumentationsform.

Ein positives oder konstruktives Dilemma hat die Form: Wenn p, dann q; wenn r, dann q; entweder p oder r; daher q.

Ein negatives oder destruktives D. hat die Form: Wenn p, dann q; wenn p, dann r; entweder nicht-q oder nicht-r; daher nicht-p.

Bisweilen wird eine Dilemma auch syllogismus cornutus genannt.

Disketh

Diskursethik

Als Diskursethik bezeichnet man ethische Theorien, die den Diskurs als zentrales ethisches Kriterium heranziehen.

Wird der faktische Diskurs zum Kriterium, so können dies nach den meisten dieser Theorien Menschen erfüllen, da nur sie sprachfähig sind. Solche Theorien laufen auf anthropozentrischen Positionen hinaus.

Lediglich, wenn man Sprache nicht als Voraussetzung für Diskurs voraussetzt und z. B. lediglich die Fähigkeit zu intentionalen Handlungen fordert, können sich auch pathozentrische Ansätze ergeben.

In der Diskursethik geistern immer noch Theorien herum (Habermas), die von fiktionalen Argumentationen ausgehen und damit Normalitätsforderungen an die Subjekte und deontische Logik verwechseln. Auch diese Theorien laufen wegen der fehlenden fiktionalen Sprachfähigkeit der Tiere auf anthropozentrische Positionen hinaus.


Dispbegr

Disparate Begriffe

Andere Bezeichnung für nichtvergleichbare Begriffe.

Defsetz

Festsetzende Definition

Eine Definition des Ausdrucks A nennen wir festsetzend in der Sprache S, wenn der Ausdruck A in der Sprache S vor der Einführung der Definition ungebräuchlich war, oder wenn sie für den Ausdruck A einen neuen Sinn festsetzt, ohne sich um den bereits festgestellten Sinn dieses Ausdrucks zu kümmern.

Die Anwendung der festsetzenden Definition auf einen bereits vorhandenen Terminus hat manchmal zum Ziel, die wissenschaftliche Verwendbarkeit eines Begriffes wiederherzustellen.

In anderen Fällen wird man dagegen mit Hilfe der festsetzenden Definition einigen Ausdrücken der Umgangssprache ein emotionales Potential verleihen oder ändern, um diese Termini zum Zweck der Überredung und zur Formung emotionaler Einstellungen der Menschen benutzen zu können (persuasive Definition).

Eine festsetzende Definition ist von einer feststellenden Definition und von einer regulierenden Definition zu unterscheiden.

Defstell

Feststellende Definition

Wir bilden eine feststellende Definition eines Audrucks A der Sprache S, wenn wir uns in dieser Definition bemühen, den Sinn, den dieser Ausdruck in der Sprache S besitzt, getreu wiederzugeben.

Eine feststellende Definition ist von einer festsetzenden Definition und von einer regulierenden Definition zu unterscheiden.

Es gelingt nicht immer, eine feststellende Definition zu konstruieren. In einigen Fällen sogar ist diese Aufgabe nicht zu bewältigen. Grund der Schwierigkeiten sind die Vagheit der Extensionen und die Unbestimmtheiten sowie Schwankungen im Sinn sehr vieler Ausdrücke, vor allem derjenigen, die in weniger exakten Kontexten auftreten – in der Alltagssprache, in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Eine getreue Rekonstruktion des Sinns dieser fehlerhaften Ausdrücke in einer feststellenden Definition ist nicht möglich, denn was rekonstruiert werden soll, ist zu unbestimmt und zu unklar.