Lexika

Menedem

Menedemos aus Eretria (gest. ca. 278 v. u. Z.)

Menedemos aus Eretria war Anhänger Platons, des Stilpon und Mitglied der von Phaidon aus Elis begründeten elisch-eretischen Schule. Er wirkte in Eretria.

Menedemos ist als Vertreter der Dialektik (Eristik) bekannt. Er stellte verschiedene logische Paradoxa auf.

Es gibt nach ihm nur eine Tugend, nämlich die vernünftige Einsicht verbunden mit dem rechten Willen.


Menexene

Menexene (ca. 3. Jh. v. u. Z.)

Tochter des Diodoros Chronos und Schwester von Argia, Theognis, Artemisia sowie Pantakleia. Sie wird der dialektischen Schule zugerechnet.

Hieronymus schreibt: "Der Sokratiker Diodoros hat gesagt, dass er fünf Töchter von auffallender Tugendhaftigkeit habe, die Dialektikerinnen seien. Über diese hat Philo, der Lehrer des Karneades, eine vollständige Geschichte geschrieben."


Markow

Andrej Andrejewitsch Markow (1903 – 1979)

Der Mathematiker und Logiker wurde vor allem durch seine Arbeiten zur Algorithmentheorie bekannt.

1946 konstruierte er unabhängig von Post eine Halbgruppe mit rekursiv unlösbarem Wortproblem.

In der Logik ist Markow Begründer einer konstruktiven Richtung in Mathematik und Logik.


Martinak

Eduard Martinak (1859 – 1943)

Eduard Martinak wirkte als Gymnasiallehrer in Loeben und Graz. Er ist ein Schüler Meinongs und Vertreter der Grazer Schule.

Er habilitierte 1895 in Philosophie.

1918 übernahm Ernst Mally seine pädagogische Lehrkanzel.

Literatur

  • Meinong, A.: Aus Martinaks Leben und Wirken. In: Meinong, A. (Hrsg.): Beiträge zur Pädagogik und Dispositionstheorie. Prag 1919


Marty

Anton Marty

Anton Marty (* 1847 in Schwyz, † 1914) wirkte in Prag. Er knüpft vor allem an Brentano und Aristoteles an.

Werke

  • Über den Ursprung der Sprache. 1876
  • Die Frage nach der geschichtlichen Entwicklung des Farbensinns. 1879
  • Über subjectlose Sätze und das Verhältnis der Grammatik zur Logik und Psychologie. Vierteljahrsschrift für wissensch. Philosophie. 8(1884), 18(1894), 19(1895)
  • Über das Verhältnis von Grammatik und Logik. Symbolae Pragenses 1893
  • Was ist Philosophie? 1897
  • Über Sprachreflex, Nativismus und absichtliche Sprachbildung, Vierteljarsschrift für wissensch. Philosophiie. 8(1884) ff.
  • Über Annahmen. 1905
  • Untersuchungen zur Srachphilosophie und Grammatik. 1908
  • Zur Sprachphilosophie. 1910

Literatur

  • Eisler, R.: Philosophen-Lexikon, 455f.

Weblinks


Marx

Karl Marx

Karl Marx (* 5. Mai 1818 in Trier, † 14. März 1883 in London) war ein Ökonom, Politiker und Journalist, der viele Denker und Politiker stark beeinflusst und mit dessen Positionen sich sehr verschiedene politische Systeme legitimierten.

Marx gilt als Vordenker der frühen Arbeiterbewegung. In seinem Hauptwerk Das Kapital, einer empirisch mathematischen Wirtschaftstheorie, analysiert Marx die allgemeinen Grundgesetze der kapitalistischen Produktionsweise, der Warenzirkulation, der Geldzirkulation und der Akkumulation des Kapitals. In seiner Analyse versucht er die grundlegenden Abhängigkeiten und Machtverhältnisse der Gesellschaftsmitglieder in einer kapitalistischen Gesellschaft aufzuzeigen.

Heute ist auch die Schrift Die Deutsche Ideologie, gemeinsam mit Engels verfasst, von Bedeutung. Da das Werk vor allem für die Verständigung der Autoren untereinander verfasst war, wurde es erst 1932 veröffentlicht. Obwohl in weiten Strecken eine Polemik, kann es als das philosophische Hauptwerk von Marx gelten.

Zu den bekanntesten Marx-Kritikern lässt sich Karl Popper zählen. Popper Anders als viele andere Kritiker greift Popper bei seiner Kritik auch philosophische Aspekte der Theorie von Marx auf.

Werke

Literatur

  • Franz Mehring: Karl Marx – Geschichte seines Lebens. Berlin 1918
  • Maximilien Rubel: Marx-Chronik. Daten zu Leben und Werk. München 1968
  • Richard Friedenthal: Karl Marx. Sein Leben und seine Zeit. München 1981
  • Francis Wheen: Karl Marx. Bertelsmann Stiftung Verlag, München 2001
  • Iring Fetscher: Marx. Freiburg/Basel/Wien 1999
  • Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. Stuttgart
  • Ossip K. Flechtheim, Hans-Martin Lohmann: Marx zur Einführung.
  • Wal Buchenberg: Karl-Marx-Lexikon. Von Abfall bis Zusammenbruch. Berlin 2005.
  • Alex Callinicos: Die revolutionären Ideen von Karl Marx. Frankfurt am Main 2005
  • Helmut Fleischer: Marx und Engels. Die philosophischen Grundlinien ihres Denkens. Freiburg/München 21974
  • Predrag Vranicki: Geschichte des Marxismus. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1974
  • Wolfdietrich Schmied-Kowarzik: Die Dialektik der gesellschaftlichen Praxis. Zur Genesis und Kernstruktur der Marxschen Theorie. Freiburg/München 1981

Weblinks


Maupert

Pierre Louis Moreau de Maupertuis (1698 – 1759)

Der Mathematiker, Physiker und Philosoph Pierre Louis Moreau de Maupertuis ist Hylozoist, d. h. er schreibt allen Elementen der Materie Empfindung (sensation et perception) zu.

Von ihm stammt das Gesetz des kleinsten Kraftaufwandes.

Schon vor Jeremy Bentham unternimmt de Maupertuis einen Lust– und Unlust-Kalkül, wobei er die Unlust als überwiegend findet und den Vorzug der geistigen Lust betont.

Gott ist der erste Beweger der Dinge und überweltlich. Die Wissenschaft aber muss alle Vorgänge aus ihren nächsten Ursachen erklären.


Maxim G

Maxim, der Grieche (ca. 1470 – 1556)

Der Philosoph Maxim der Grieche wurde in Art, im heutigen Albanien geboren. Er studierte in Italien.

1518 kam er nach Moskau an den Hof des Fürsten Wassili III.

Da Maxim die russische Sprache nicht beherrschte, übersetzte er aus dem Griechischen ins Lateinische. Aus dem lateinischen ins Russische übersetzten dann andere.

Maxim hielt die aristotelische Syllogistik für unvereinbar mit der katholischen Dogmatik. U. a. verwendete er die Mittel der syllogistischen Argumentation zur Widerlegung des Glaubens der Katholiken an das Fegefeuer.

Wegen Ketzerei und Verrat am Zaren angeklagt, war Maxim von 1531 bis 1556 eingekerkert.


Maximus

Orosius Maximus Confessor (580 – 662)

Der Mönch und Abd Orosius Maximus Confessor ist ein Gegner der Monotheleten. Er ist besonders von Gregor von Nyssa beeinflußt. Maximus Confessor betont den Gedanken der Einigung des Menschen und alles Geschaffenen mit Gott und dem Logos, als dem Endziel aller Schöpfung. Er kommentierte u. a. die Schriften von Pseudo-Dionysios.


Mccoll

Hugh McColl (1761 – 1808)

Hugh McColl ist einer der Wegbereiter der algebraischen Logik. Er entwickelte eine algebraisch aufgebaute Aussagenlogik in der Modalitäten vorkommen. Seine Logik kann auch als Vorläuferin der mehrwertigen Logik betrachtet werden. Sein Ansatz ist keine Interpretation der Algebra der Logik, sondern eine eigenständige Logik.