271. Thorn aus einer Eiche

271. Thorn aus einer Eiche

Da, wo jetzt Thorn steht, stand in den alten Heidenzeiten die vierte der berühmtesten heiligen Eichen im Lande Preußen, darunter ehrten Priester und Volk die drei ersten Gottheiten des Landes, Perkunos, Pikollos und Potrimpos, und die drei nachfolgenden Götter und auch alle andern geringeren. Die Eiche war von übermächtigem Umfange und auch hoch wie eine Warte.

Da kam der erste Landmeister, Hermann von Balke, in das Preußenland, der vertrieb die Heiden und eroberte ihre heilige Stätte und benutzte deren Befestigung. Er war viel klüger als alle die Eiferer, welche die heiligen Eichen umhieben, er ließ die eroberte stehen und machte sie zu einem festen Turme, baute Brustwehren auf sie und wehrte von ihr den Feind trefflich ab. Da nannte man die Eiche Thorn, das ist Turm, und Hernachmals baute sich alldort ein Ort an, der ward auch Thorn genannt, bald aber wieder verlassen und eine Meile weiter wieder angebaut wegen allzu häufiger Überschwemmung, und das wurde das heutige Thorn. An jener alten Götterstätte aber finden sich noch Trümmer, und sie ist ein gemiedener Ort, denn es soll dort nicht geheuer sein von Gespenstern und Geistern. Und lautet diese Sage ungleich glaubhafter und deutscher als jene andere, die Thorn von einem Römer Thorandus gründen läßt oder vorgibt, die Eiche sei ein dem Gotte Thor der skandinavischen Mythe geheiligter Baum gewesen, weil Thor und Perkunos, jeder als Donnergott gedacht, gleichsam ein und derselbe ist. Perkunos war aber im altheidnischen Mythus der Preußen die oberste Gottheit und Thor im skandinavischen nicht die oberste, welches wohl zu unterscheiden.

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272. Ein Dieb rettet Thorn

272. Ein Dieb rettet Thorn

Im Dreißigjährigen Kriege, der seine verderblichen Heereswogen auch über das alte Preußenland wälzte, rückte der schwedische Obrist Helmold Wrangel, insgemein der tolle Helm genannt, in Eile vor Thorn und wollte nach seiner tollen Art die Stadt überrumpeln und einnehmen. Solches wäre ihm auch fast geglückt, aber er hatte keinen guten Tag und keine günstige Stunde gewählt, denn zufällig traf es sich, daß die Thorner einen Dieb hängen wollten, und wie der Dieb auf der Leiter stand und ihm schon die Schlinge um den Hals gelegt werden sollte, schaute er in das weite Feld hinaus und sahe die feindlichen Heerhaufen daherziehen, schrie deshalb überlaut: Der Feind, der Feind! Da liefen die Leute nach der Stadt, und das Amt lief, und die Schergen liefen, und der Henker ließ den Dieb von der Leiter fallen und lief, und der Dieb lief auch, und drinnen in Thorn stürmten sie mit den Glocken und griffen zu den Waffen, den Feind abzuwehren, und wie der tolle Helm ans Tor kam, da war es zu, und von der Mauer herab knallte böser Gruß entgegen, da mußte der Obrist Helmold von Wrangel wieder umkehren und der Stadt Thorn den Rücken zeigen. Dem armen Dieb, der seines Leibes vor dem Tore keinen Rat gewußt und auch wieder mit in die Stadt hineingelaufen war, wurde gern das Leben geschenkt.

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264. Die heilige Dorothea

264. Die heilige Dorothea

Es war im Preußenlande eine fromme Wundertäterin Dorothea; die Gabe der Weissagung war ihr verliehen, und sie hat auch den Fall des Deutschen Ordens vorausgesagt. Als sie unzählige Wunder getan und viele Wallfahrten verrichtet hatte, verschloß sie sich in eine Bußzelle am Dom zu Marienwerder, und als sie ihr Ende herannahen fühlte, ließ sie den Domherrn Johannes von Marienwerder rufen, daß er ihre letzte Beichte höre. Als die Mitternachtstunde kam, umwogte eine himmlische Helle das enge Gemach der frommen Büßerin, und Engelstimmen erklangen in harmonischen Chören zwei Stunden lang um ihre Zelle. Währenddessen ward Dorotheas Seele zu Gott enttragen, und es fingen des Domes Glocken von selbst zu läuten an, und das dauerte so lange, bis jener himmlische Gesang zu Ende ging. Im kleinen Chor der Domkirche zu Marienwerder wurde Dorothea beigesetzt, und noch an ihrem Grabe geschahen große Wunder, und Scharen frommer Pilger wallten zu demselben. Das Volk sprach sie heilig, wenn auch nicht der Papst zu Rom. Denn die römische Kirche hatte schon eine Heilige dieses Namens, die unter Diokletian ihr Martyrium empfing.

Eine zweite Heilige des gleichen Namens wurde unter Kaiser Nero enthauptet samt ihrer Schwester Euphemia, und eine dritte litt dieselbe Strafe ihrer Glaubenstreue zu Cäsarea in Kappadozien.

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265. Die Geister auf der Christburg

265. Die Geister auf der Christburg

Da, wo heute die Stadt Christburg liegt, war eine Heidenfeste, welche der Marienorden lange belagert hielt. Endlich in einer heiligen Christnacht ward die Feste von dem Orden erobert und von da an besessen und empfing von dem Tage an den Namen Christburg. Das Schloß wurde neu erbaut und mehr und mehr befestigt und war lange Jahre ein starkes und unüberwindliches Bollwerk gegen das Heidentum. Da kam die Zeit, daß sich der Orden beriet, Krieg zu führen gegen den tapferen Polenkönig Jagiello, da war ein Komtur auf Christburg, der hieß Otto von Sangerwitz, der sah dieses Krieges unglückseliges Ende voraus und widerriet ihn. Allein er wurde überstimmt und mußte mit ausziehen. Da nun der Auszug begann, so fragte ein Chorherr den Komtur: Wem willst du nun dieses Schloß anvertrauen? – und darauf antwortete Otto von Sangerwitz ganz heftig: Dir und allen bösen Geistern, die zu diesem Kriege geraten haben! – Über diese harte Antwort erschrak der Chorherr heftig, fiel in ein hitziges Fieber, und andern Tages war er tot. Von Stund an mußte sein Geist im Schlosse zu Christburg spuken. Als nun die unglückliche Schlacht am Tannenberge geschlagen war, in welcher unter so vielen anderen tapfern Streitern auch der Komtur von Christburg fiel, kehrten die Geister aller Kreuzherrn, die zu diesem verderblichen Kriege geraten hatten, der den Orden fast ganz aufrieb, auf das Schloß Christburg zurück und spukten dort greulich. Kein Mensch hatte Ruhe vor ihnen, es ging alles darunter und darüber. Die Pferde standen unversehens in der Küche, wenn der Koch an sein Geschäft gehen wollte, und wenn die Knechte auf den Boden gingen, Futter für die Pferde zu holen, lagen die Weinfässer droben; der Kellermeister, wenn er in den Keller kam, fand einen Brunnentrog und Wasserkübel. Ein neuer Komtur des Namens von Frauenburg konnte es nicht auf dem verwünschten Schlosse aushalten; die Geister hingen ihn im Brunnen auf, setzten ihn auf den First des höchsten Daches, zündeten ihm seinen Bart an, daß er brannte wie ein Strohwisch – bis er von dannen zog, und blieb kein Ritter mehr dort, ward also das Schloß verlassen und verfiel. Da kam einstmals nach ein paar Jahren ein Schmied aus Christburg von einer Wallfahrt heim und hörte von dem Spuk, wie es zugehe da droben auf dem Schlosse, daß die Ordensritter, wenn sie essen wollten, die Schüsseln voll Blut gefunden hätten, und wenn sie hätten beten wollen, hätten sie Kartenspiele in den Händen gehabt statt der Breviere, und da dachte der Schmied, er wolle doch auch einmal sich hinaufmachen auf das wüste Schloß, ging aber weislich nicht abends, sondern am hellen Mittag hinauf. Und wie er auf die Brücke kam, da traf er gleich einen Bekannten, der sein Gevatter war, und hatte ihm ein Kind aus der Taufe gehoben, und war der Bruder des Komturs Otto von Sangerwitz. Den schrie der Schmied fröhlich an und freute sich, ihn wiederzusehen – sei ihm doch, als habe er gehört, der Herr Gevatter sei auch in der Tannenberger Schlacht geblieben. Und wie es komme, daß die Leute drunten in der Stadt sich so wunderliche Dinge von dem Schloß erzählten? Der Ritter sprach: Folge mir, ich will dir zeigen, wie das alles kommt. Und führte ihn über Wendelstiegen und durch Säle und Hallen und zeigte ihm des Unfuges und des Greuels so viel, daß dem Schmied die Haare sich zu Berge hoben. Dann gingen sie wieder aus dem Schlosse, und hinter ihnen schallte ein Heulen und Wehklagen wie das Heulen der Verdammten, und konnte nicht entsetzlicher und schrecklicher sein in der untersten Hölle. Und da sprach der Ritter zu dem Schmied: Gehe hin und sage dem neuen Hochmeister an, was du hier gehört und gesehen, denn so war unser Leben, und so ist nun unser ewiger Jammer; und sage ihm, er solle den Orden bessern. Und als diese Worte gesprochen waren, verschwand die Gestalt des Komturs vor des Schmiedes sichtlichen Augen, und es grauste ihn, denn nun erst nahm er wahr, daß er mit einem Geiste es zu tun gehabt, und allerdings war auch dieser Bruder in der Tannenberger Schlacht geblieben.

Seinen Auftrag zu vollziehen, ging der Schmied zum neuen Hochmeister und sagte ihm treulich alles an, dieser aber ergrimmte über solchen Bericht, als wolle der Schmied seinen hochwürdigen Orden schänden, ließ ihn greifen und verurteilte ihn zum Tode des Ersäufens.

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266. Der Irrgarten

266. Der Irrgarten

Als die Lust und Neigung, gen Jerusalem zu ziehen und die Heilige Stadt gegen den Feind zu schirmen und zu verteidigen oder wieder einzunehmen, wenn sie in Feindes Händen sei, was des Deutschen Ordens erster Zweck und erste Aufgabe war, bei dem Orden in Abnahme kamen, ward ein Ausweg ersonnen, das Gelübde scheinbar zu erfüllen. Es wurden in der Nähe der befestigten Schlösser Irrgänge mit Gräben und Verschanzungen angelegt, diese stellten die Heilige Stadt vor und wurden Jerusalem genannt, dann wurden Kriegsübungen vorgenommen mit Angriff und Verteidigung. Eine Zeitlang mochte es damit den Rittern ernst sein, bald aber wurde ein Schimpfspiel daraus, eine Kurzweil, die den schwelgerischen Gelagen folgte. Auch bei Riesenburg war ein solcher Irrgarten und in ihm ein großes Kreuz gegraben, da ist es nun geschehen, daß die Ritter, welche den Ernst der Eroberung Jerusalems zum Schimpfspiel verdreht hatten, durch die Irrgänge spuken mußten zu ihrer großen Qual, aber in das Kreuz kamen und durften die Geister nicht hinein. Hatten sie früher ihre Knechte durch den Irrgang gejagt und getrieben, so trieben nun die Knechte die Ritter und wurden hinwiederum von Teufeln getrieben, ein toller Spuk, der durch die Nächte bis zum ersten Hahnschrei währte.

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255. Die Allensteiner Zwergmännlein

255. Die Allensteiner Zwergmännlein

Höher hinauf an der Alle liegt das Städtchen Allenstein, dem sie ebenso den Namen verlieh wie dem tiefer abwärtsliegenden Allenburg. In Allenstein hausen Zwergmännlein in großer Zahl. Eines reichen Ratsmannes Frau namens Schellendorf saß eines Abends allein in ihrer Stube; die Mägde waren im Hause beschäftigt, die Frau feierte und hatte kein Licht. Sie hing ihren Gedanken nach. Da öffnete sich die Stubentüre ganz weit, und in die Stube wimmelten die kleinen Männlein, jedes trug einen spitzen Hut und ein Laternchen mit blau brennendem Licht, auch führte jedes ein Zwergenfrauchen oder Jungfräulein im besten Putz. Die Frau Schellendorf erschrak und schlug die Hände vor die Augen, blinzelte aber durch die Finger und sah, daß sich die Pärlein zum Reigen stellten und solchen auch alsbald gar zierlich begannen. Da trat plötzlich ein Männlein aus dem Kreis vor die Frau und rief mit grölzender Stimme: Was blinzelst du? Du sollst nicht blinzeln! Mache deine Augen ganz zu! – Die Frau tat es nicht, sie äugelte ferner durch die Finger. Da sprach das Männlein wieder: Laß dir raten, Frau, und mache deine Augen zu! Sie aber tat es dennoch nicht. Darauf sprach das Zwergmännlein zu einem andern: Verschließe die Fenster! Und gleich trat dieses andere Männlein vor die Frau und blies ihr in die Augen. Vom Augenblicke sah sie keinen Stich mehr und ist blind geblieben all ihre Lebetage.

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256. Die weißen Tauben

256. Die weißen Tauben

Als der Deutsche Ritterorden im Jahre 1325 nötig fand, die von ihm bis jetzt behaupteten Landstrecken zu schützen und feste Punkte zu haben, wurden im Lande Galindien das Schloß Wartenburg (auch an der Alle) und im Bartenlande das Schloß Gerdauen gegründet und erbaut, um welche Schlösser sich hernachmals Städtlein anbauten. Da nun der priesterliche Ritterorden diese beiden neuen Schlösser mit feierlichem Hochamt und Messe einweihete, da flog über dem Schlosse Wartenberg eine ganz weiße Haustaube, über Gerdauen aber flogen zwei, und das war das erstemal, daß in dieser Gegend Haustauben erblickt wurden, denn damals war das meiste Land umher nur noch eine öde weite Wildnis, von düstern Föhrenwaldungen unterbrochen, in denen nur die wilde Taube heimisch war.

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257. Die Barstukken

257. Die Barstukken

In der Stadt Rastenburg und bei derselben gibt es auch Zwergmännlein, die führen dort den seltsamen Namen Barstukken, auch Fingerlinge, und die sind nicht so böse als die andern, die weiter nordwärts hausen. Sie wohnen vornehmlich in einem Hügel bei dem Dorfe Heiligelinde, wo in den Heidenzeiten eine übergroße Linde gestanden haben soll, unter welcher nach dem Volksbrauch die Götter verehrt wurden.

Die Barstukken erscheinen als gute und hülfreiche Hausgeister, welche bei Kranken wachen, wenn die Wächter schlummern, besonders bei Mondschein. Denen sie gütig gesinnt sind, denen schleppen sie zu, was sie von denen nehmen, die sich nicht hold gegen sie beweisen. Man mußte ihnen ein sauberes Tischchen decken und darauf einfache Kost stellen, Brot, Butter, Käse, Bier, Milch, damit waren sie zufrieden und verzehrten es. Blieb alles unberührt, so war das kein gutes Zeichen, dann wollten die Barstukken nichts mehr von dem Hausbesitzer wissen und taten für das Gesinde keine Arbeit mehr. Die Barstukken, auch Berstuken genannt, hatten einen Gott über sich, der hieß Puschkait. Seine und ihre Wohnung war unter Holunderbüschen.

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258. Heiligelinde

258. Heiligelinde

Als die Götterstätte in der Nähe von Rastenburg zerstört war, blieb doch dem Volke, obschon es zum Christentum bekehrt war, die Stelle lieb und wert, und es wurde auf jenem Hügel eine junge Linde gepflanzt. Nun saß einmal vor vielen hundert Jahren ein Missetäter zu Rastenburg auf den Tod gefangen, dem erschien, weil er reuig war, am Tage vor seiner anberaumten Hinrichtung die heilige Jungfrau, die sprach ihm tröstlich zu und gab ihm ein Messer und ein Stück Holz und sagte: Schnitze aus dem Holz, wozu du Lust hast, und setze das Bild dann auf eine Linde. Solches tat er und begann zu schnitzen, und am andern Morgen war es die kostbarste Schnitzerei geworden, ein übervortreffliches Marienbild mit dem Jesusknaben auf dem Arm, und nun erzählte der Gefangene von der Wundererscheinung. Darauf wollte ein Rat zu Rastenburg den Gefangenen nicht richten, sondern gab ihn frei, damit er Mariens Befehl vollziehe. Darauf ist der Mann aus Rastenburg gegangen gen Rössel zu, aber er ist vier Tage herumgeirrt, bis er eine Linde fand, und das war auf dem alten Götterhügel, darauf stellte er sein Bild. Es war aber der Ort gar nicht weit von Rastenburg und noch näher bei Rössel gelegen und führt jetzt die Straße von einem Ort zum andern dort vorbei. Als das Bild auf der Linde stand, blieb die Linde Sommer und Winter grünen, und das Bild begann Wunder zu üben, wie jenes wundertätige Holzbild der heiligen Jungfrau mit dem Kinde unter der Linde zu Grimmenthal, die noch heute steht. Ein Blinder ward vorbeigeführt, der sah einen hellen Schein, dem ging er nach, und als seine Hand die Linde berührte, wurden seine Augen aufgetan, und er sah zuerst vor allem das Bild und betete dankend an. Das Vieh, das am Baume vorbeigetragen wurde, beugte die Kniee vor dem Bilde. Da nun die zu Rastenburg von dem Bilde hörten, wollten sie es bei sich verehren und in gute Obhut nehmen, stellten daher eine große Prozession an und zogen über Poswangen und Pötschendorf nach dem Hügel und holten das Bild; allein am andern Morgen war es fort und wieder an der alten Stelle. Da haben die Rastenburger eine noch größere Prozession angestellt und sind wieder hingezogen und haben das Bild geholt, es ging ihnen aber wieder ebenso – das Bild kehrte zu seiner Linde zurück, wo es stehen wollte. Und nun wurde dort eine Kapelle gebaut und entstand eine große Wallfahrt, und ein Ort baute sich an, der wurde Heiligelinde genannt. Alle Bäume in der Gegend zwischen den vier Dörfern Pötschendorf, Beeslack, Kattmedien und Rabowen, deren genauen Mittelpunkt Heiligelinde bildet, neigen ihre Wipfel jener Kapelle zu.

Gleiche Wanderung eines Marienbildes, von welcher die Sagen häufig melden, wird auch von Kulm erzählt, allwo das Bild immer wieder aus der Kirche auf die Stadtmauer wich.

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25. Die Würfelwiese

25. Die Würfelwiese

Ganz nahe der Stadt Baden im Aargau liegt eine Wiese, welche die Würfelwiese genannt wird. Darauf soll oft der Teufel sein Spiel haben. Seit undenklichen Jahren werden auf ihr Würfel gefunden, viele Tausende, und keiner weiß, wo sie herkommen, ob Römer hier eine Würfelfabrik gehabt oder ob Meister Urian diese seine Lieblinge hier im Erdreich wachsen läßt, genug, sie kommen hervor, als ob sie quillten, mit jedem Maulwurfshaufen, und ist die Ursache noch niemals zu ergründen gewesen.

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