Lexika

Lamennai

Hugues Félicité Robert de Lamennais (1782 – 1854)

Hugues Félicité Robert de Lamennais wurde katholischer Geistlicher. Er trat für die Freiheit der Kirche und für ein demokratisches Papsttum ein. Nachdem seine Paroles d’un croyant (1834) den schon begonnenen Bruch mit der Kirche vollendet hatten, wandte sich de Lamennais einem Rationalismus zu und verkündete das Evangelium der Freiheit und Brüderlichkeit.

Er ist ein Vertreter des katholischen Traditionalismus, wurde jedoch von der Kirche verdammt.

Beeinflußt ist de Lamennais von Platon, Plotin und Leibniz.

Die allgemeine Menschenvernunft ist die Quelle von Wahrheiten, welche die Kirche uns aufzeigt. Gott muss, um zu sein, Kraft sein. Um etwas Bestimmtes zu sein, muss Gott eine Form (Geist) und außerdem Leben oder Liebe sein.

Alles Endliche besteht aus Materie und Geist. Die Körper haben sich aus dem Äther entfaltet.


Kritias

Kritias (ca. 460 – 403 v. u. Z.)

Kritias aus Athen betätigte sich als Dichter und Philosoph.Der Onkel des Platons, ist zwar selbst nicht alsSophist aufgetreten, aberseine Gedanken entsprechen den sophistischen Auffassungen.

411 und 404 beteiligte er sich als Oligarch am Verfassungsumsturz inAthen und war der Führer der Dreißig Tyrannen. Seinen gemäßtenParteigänger Theramenes beseitigte er, um ungehindert eine Willkürherrschafterrichten zu können.

Als Thrasybulos als Führer der Demokraten die oligarchische Ordnungstürzte, fiel Kritias in Munichia (einem der Häfen von Athen).

In Platons Dialogen tritt Kritias öfter als Gesprächslpartnerauf.

Ein Alterswerk Platons ist Kritias betitelt.

Lamettr

Julien Offray de La Mettrie (1709 – 1751)

Der französische Philosoph vertrat einen radikalen Materialismus und Atheismus. Er ist Vertreter des Merismus.

Nach seiner Entlassung als Militärarzt wurde er von Friedrich II. in Preußen aufgenommen.

La Mettrie übertrug die cartesianische Vorstellung von Tieren als Automaten auf den Menschen. Er vertrat eine hedonistische Ethik.


Kritol

Kritolaos (ca. 150 v. u. Z.)

Der griechische Philosoph Kritolaos leitete die ältere peripatetische Schule.

Das bekannteste Ereignis aus dem Leben des Kritolaos ist sein Auftritt im Jahr 155 in Rom. Athen hatte die attische Küstenstadt Oropos überfallen und geplündert. Die Bürger wandten sich an Rom mit der Bitte um Beistand, und das von Rom zum Schiedsrichter eingesetzte Sikyon (norwestlich von Korinth) verhängte 500 Talente Strafe über Athen. Daraufhin schickten die Athener die drei bekanntesten Philosophen, Karneades, den Stoiker Diogenes von Babylon und Kritolaos, nach Rom. Sie erreichten, dass die Strafe auf 100 Talente herabgesetzt wurde [1].

Kritolaos scheint vor allem die aristotelische Philosophie gegen Angriffe der Stoa und der Platoniker verteidigt zu haben.


[1] Pausanias VII 11, Ciceor, De orat. II 155


Kroneck

Leopold Kronecker (1823 – 1891)

Der Mathematiker Leopold Kronecker gilt als Vorläufer der intuitionistischen Richtung in der Mathematik und der Logik.

Kronecker erkannte nur dann die Existenz eines mathematischen Objektes an, wenn ein Konstruktionsverfahren für dieses angegeben werden kann. Er lehnt daher den Begriff des aktual Unendlichen ab.

Kronecker war ein entschiedener Gegner der von Cantor begründeten transfiniten Mengenlehre.

Kroner

Richard Kroner (geb. 1844)

Richard Kroner ist ein Vertreter der Südwestdeutsche Schule des Neukantianismus. Er knüpft aber auch an Hegel an.


Krueger

Felix Krueger (1874 – 1948)

Felix Krueger ist der Begründer der Leipziger Schule. Er nannte seine Theorie Strukturpsychologie.

Er hat großen Einfluss auf die Herausbildung der Gestaltpsychologie gehabt.

Krug

Wilhelm Traugott Krug (1770 – 1842)

Wilhelm Traugott Krug, geboren in Radis (bei Wittenberg), wurde 1805 Professor in Königsberg und 1809 in Leipzig.

Krug der die Berücksichtigung des gesunden Menschenverstandes forderte, ist stark von Kant, zum Teil aber auch von Fichte und Schelling beeinflußt, die er in den zwei ersten Schriften noch angriff.

Die Philosophie ist eine Art Beschauung seiner selbst. Sie ist Urwissenschaft und hat ein praktisches Ziel (Friede in und mit sich selbst, Harmonie im Denken, Wollen, Erkennen und Handeln).

Die obersten Gesetze des Denkens und Erkennens sind Gesetze der Tätigkeit des reinen oder absoluten Ich, welches eins mit der reinen Menschheit ist. Die apriorischen Formen sind gesetzmäßige Handlungsweisen des Subjekts. Das a priori ist das Ursprüngliche im Ich, welches Bedingung aller Erfahrung ist.

Räumlichkeit und Zeitlichkeit sind Kategorien der Sinnlichkeit. Die Kategorien des Verstandes sind transzendentale Begriffe, welche die ursprüngliche Denkform selbst ausdrücken.

Im Ich sind Wissen und Sein synthetisch geeint. Die Philosophie muss von dieser Einigung ausgehen.

Die allgemeinste Bewußtseinstatsache ist: Ich bin tätig. Das oberste Formalprinzip ist: Ich suche absolute Harmonie in aller meiner Tätigkeit.

Das Subjekt muss, indem es einen Gegenstand auffasst, den ihm dargebotenen Erkenntnisstoff nach seiner eigentümlichen Tätigkeitsart gestalten und dadurch Erkenntnis erzeugen.

Nach Krug ist die Logik die "Wissenschaft von der ursprünglichen Gesetzmäßigkeit unseres Geistes in Ansehung des bloßen Denkens". Sie ist "eine Denklehre.".

Kuelpe

Oswald Külpe (1862 – 1915)

Oswald Külpe ist Neukantianer und wird dem Neokritizismus zugerechnet.

Die Philosophie hat eine dreifache Aufgabe:

  • die wissenschaftliche Ausbildung einer Weltansicht,
  • die Untersuchung der Voraussetzungen aller Wissenschaft,
  • die Vorbereitung neuer Einzelwissenschaften.

Die Erkenntnistheorie ist die Lehre von den Grundbegriffen und Grundsätzen als den materialen Voraussetzungen aller besonderen Wissenschaften.

Es gibt eine vom Bewußtsein unabhängige Realität, welche Gegenstand der Naturwissenschaft ist. Eine kritische Metaphysik ist möglich.

Die Logik ist nach Külpe die Wissenschaft von den formalen Principien der Erkenntnis. Sie ist eine Kunstlehre des Denkens. Die Logik ist nicht psychologisch aufzufassen, sondern eine normative Wissenschaft. Damit wendet sich Külpe gegen den Psychologismus.

Külpe ist Dualist und vertritt die Annahme einer substantiellen Seele, die in Wechselwirkung mit dem Leib steht. Die Seele ist eine Substanz als einheitliches Subjekt, der Erlebnisse.

Die Psychologie ist die Wissenschaft von den Erlebnissen in deren Abhängigkeit von erlebenden Individuen.

Die Ethik hat eine empirisch-genetische und eine apriorisch-normative Aufgabe. Der Gesamtwille ist eine reale sittliche Macht.


Krates T

Krates von Theben (Ende 4. Jh. v. u. Z.)

Der griechische Kyniker Krates von Theben ist Schüler des Diogenes von Sinope und Lehrer des Zenon von Kition. Er war hochgebildet und führte mit seiner Frau Hipparchia, die aus vornehmen Hause stammte und ebenfalls der kynischen Schule als wandernde Sittenprädigerin angehörte, ein Bettlerdasein. Im Gegensatz zum Volksglauben vertrat er einen monotheistischen Standpunkt.