Treue
Treue
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Wie dem Wanderer in Träumen, Daß er still im Schlafe weint, Zwischen goldnen Wolkensäumen Seine Heimat wohl erscheint: So durch dieses Frühlings Blühen Und mit wunderbaren Wellen |
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Wie dem Wanderer in Träumen, Daß er still im Schlafe weint, Zwischen goldnen Wolkensäumen Seine Heimat wohl erscheint: So durch dieses Frühlings Blühen Und mit wunderbaren Wellen |
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Wer hat dich, du schöner Wald, Aufgebaut so hoch da droben? Wohl den Meister will ich loben, So lang noch mein Stimm erschallt. Lebe wohl, Lebe wohl, du schöner Wald! Tief die Welt verworren schallt, Banner, der so kühle wallt! Was wir still gelobt im Wald, |
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Vergangen ist der lichte Tag, Von ferne kommt der Glocken Schlag; So reist die Zeit die ganze Nacht, Nimmt manchen mit, ders nicht gedacht. Wo ist nun hin die bunte Lust, Da’s nun so stille auf der Welt, Wie weit die falsche Welt auch sei, Frisch auf denn, liebe Nachtigall, |
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Es hat die Nacht geregnet, Es zog noch grau ins Tal, Und ruhten still gesegnet Die Felder überall; Von Lüften kaum gefächelt, Durchs ungewisse Blau Die Sonne verschlafen lächelt‘ Wie eine wunderschöne Frau. Nun sah ich auch sich heben |
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Bin ein Feuer hell, das lodert Von dem grünen Felsenkranz, Seewind ist mein Buhl und fodert Mich zum lustgen Wirbeltanz, Kommt und wechselt unbeständig. Steigend wild, Neigend mild, Meine schlanken Lohen wend ich: Komm nicht nah mir, ich verbrenn dich! Wo die wilden Bäche rauschen Bin ein Vöglein in den Lüften, |
Joseph von Eichendorff
Der Wintermorgen glänzt so klar,
Ein Wandrer kommt von ferne,
Ihn schüttelt Frost, es starrt sein Haar,
Ihm log die schöne Ferne,
Nun endlich will er rasten hier,
Er klopft an seines Vaters Tür.
Doch tot sind, die sonst aufgetan,
Verwandelt Hof und Habe,
Und fremde Leute sehn ihn an,
Als käm er aus dem Grabe;
Ihn schauert tief im Herzensgrund,
Ins Feld eilt er zur selben Stund.
Da sang kein Vöglein weit und breit,
Er lehnt‘ an einem Baume,
Der schöne Garten lag verschneit,
Es war ihm wie im Traume,
Und wie die Morgenglocke klingt,
Im stillen Feld er niedersinkt.
Und als er aufsteht vom Gebet,
Nicht weiß, wohin sich wenden,
Ein schöner Jüngling bei ihm steht,
Faßt mild ihn bei den Händen:
»Komm mit, sollst ruhn nach kurzem Gang.« –
Er folgt, ihn rührt der Stimme Klang.
Nun durch die Bergeseinsamkeit
Sie wie zum Himmel steigen,
Kein Glockenklang mehr reicht so weit,
Sie sehn im öden Schweigen
Die Länder hinter sich verblühn,
Schon Sterne durch die Wipfel glühn.
Der Führer jetzt die Fackel sacht
Erhebt und schweigend schreitet,
Bei ihrem Schein die stille Nacht
Gleichwie ein Dom sich weitet,
Wo unsichtbare Hände baun –
Den Wandrer faßt ein heimlich Graun.
Er sprach: Was bringt der Wind herauf
So fremden Laut getragen,
Als hört ich ferner Ströme Lauf,
Dazwischen Glocken schlagen?
»Das ist des Nachtgesanges Wehn,
Sie loben Gott in stillen Höhn.«
Der Wandrer drauf: Ich kann nicht mehr –
Ists Morgen, der so blendet?
Was leuchten dort für Länder her? –
Sein Freund die Fackel wendet:
»Nun ruh zum letzten Male aus,
Wenn du erwachst, sind wir zu Haus.«
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Vergeht mir der Himmel Vor Staube schier, Herr, im Getümmel Zeig Dein Panier! Wie schwank ich sündlich, |
| Wenn die Wogen unten toben, Menschenwitz zu Schanden wird, Weist mit feurgen Zügen droben Heimwärts dich der Wogen Hirt. Sollst nach keinem andern fragen, Nicht zurückschaun nach dem Land, Faß das Steuer, laß das Zagen! Aufgerollt hat Gottes Hand Diese Wogen zum Befahren Und die Sterne, dich zu wahren. |
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O wunderbares, tiefes Schweigen, Wie einsam ists noch auf der Welt! Die Wälder nur sich leise neigen, Als ging‘ der Herr durchs stille Feld. Ich fühl mich recht wie neu geschaffen, Die Welt mit ihrem Gram und Glücke Und buhlt mein Lied, auf Weltgunst lauernd, |
Es wandelt was wir schauen,
Tag sinkt ins Abendrot,
die Lust hat eignes Grauen,
und alles hat den Tod.
Ins Leben schleicht das Leiden
Sich heimlich wie ein Dieb,
wir alle müssen scheiden
von allem was uns lieb.
Was gäb‘ es doch auf Erden,
wer hielt den Jammer aus,
wer möchte geboren werden,
hieltst du nicht droben haus!
Du bist’s, der , was wir bauen,
mild über uns zerbricht,
daß wir den Himmel schauen –
darum so klag‘ ich nicht.
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Hörst du nicht die Bäume rauschen Draußen durch die stille Rund? Lockts dich nicht, hinabzulauschen Von dem Söller in den Grund, Wo die vielen Bäche gehen Wunderbar im Mondenschein Und die stillen Schlösser sehen In den Fluß vom hohen Stein? Kennst du noch die irren Lieder |
Für alle muß vor Freuden
Mein treues Herze glühn,
Für alle muß ich leiden,
Für alle muß ich blühn,
Und wenn die Blüten Früchte haben,
Da haben sie mich längst begraben.
(Joseph von Eichendorff)