Behauptung

Das Behaupten ist in der Sprechakttheorie ein zentraler Gegenstand der Analyse und wird dort zu den assertiven Äußerungen gezählt.

Bei Searle und Vanderveken wird die Erfüllungsbedingung von Behauptungen und Festlegungen als Wahrheitsbedingung bezeichnet. Die Behauptung ist erfüllt, wenn der propositionale Gehalt dem Weltzustand entspricht [1], d. h. wenn die ausgedrückte Proposition, das Behauptete, der Inhalt der Behauptung wahr ist.

Im Unterschied zur Erfüllungsbedingung einer Behauptung ist deren Erfolgsbedingung erfüllt, wenn die Behauptung vom Hörer für wahr gehalten wird.

Eine Behauptung kann gelingen, ohne erfüllt zu sein, nämlich dann, wenn sich das Behauptete als falsch erweist [2].

Ein Behauptung kann gelingen und erfüllt (wahr) sein, ohne erfolgreich zu sein, wenn der mit ihr erhobene Wahrheitsanspruch von seiten des Hörers anerkannt wird, der Sprecher sich jedoch irrt [3].

Eine Behauptung, die sich auf die Zukunft bezieht, ist eine Vorhersage oder eine Prognose.


[1] Rolf, E.: Illokutionäre Kräfte. Grundbegriffe der Illokutionslogik. Opladen 1997, 16
[2] Rolf, E.: Illokutionäre Kräfte. Grundbegriffe der Illokutionslogik. Opladen 1997, 21
[3] Rolf, E.: Illokutionäre Kräfte. Grundbegriffe der Illokutionslogik. Opladen 1997, 21