Verbdef
Verbaldefinition
Definition, die nur in der Erklärung einer Wortbedeutung oder einem Ersetzen einer komplizierten Beschreibung durch einfachere Ausdrücke besteht. Die lateinische Bezeichnung für die Verbaldefinition ist: definitio verbalis.
Die lateinische Bezeichnung für die Verbaldefinition ist: definitio verbalis.
Von vereinbaren Begriffen sind unvereinbare Begriffe zu unterscheiden.
Die vereinigte Methode von Ähnlichkeit und Unterschied ist eine Form der ausscheidenden Induktion.
Utilitarismus (engl. utilitarianism, von lat. utilitas, Nutzen) nennt man die ethische Position, die eine Handlung danach bewertet, ob sie im Vergleich mit anderen Handlungsalternativen die größte Anzahl positiver, nicht-moralischer Werte, z. B. Glück, Reichtum, Gesundheit, Schönheit, Einsicht usw., hervorbringt. Der Utilitarismus wird der konsequentialistischen Ethik und dem Eudämonismus zugerechnet und ist eine altruistische Ethik.
Früher wurde der Utilitarismus auch Utilismus genannt.
Im Hinblick auf die jeweils vorausgesetzte Werttheorie – zwischen hedonistischem und ideellem Utilitarismus (auch: idealistischer Utilitarismus) unterschieden.
In seiner klassischen Formulierung findet sich der hedonistische Utilitarismus bei Bentham; er anerkennt nur eine Form von positivem (nicht-ethischem) Wert, das Erleben von Lust (pleasure). Dabei identifiziert er Erleben von Lust mit Glück und dieses mit Nutzen. Sein Hedonismus ist wegen der Gleichsetzung von Lust und Glück gleichzeitig ein Eudämonismus.
Bentham formuliert das Nutzenprinzip so: Jene Handlung muss als ethisch wertvollste beurteilt werden, die das größtmögliche Glück für die größtmögliche Anzahl Menschen erzielt.
Der individuelle Gratifikationswert einer Handlungsfolge bemißt sich nach Bentham:
Bentham war der Ansicht, dass man für jeden einzelnen den individuellen Lustgewinn errechnen und von dem individuellen Gratifikationswert auf den kollektiven Gratifikationswert schließen könne.
Als rational im Sinne des utilitaristischen Prinzips ist die Wahl jener Handlung zu werten, deren kollektiver Gratifikationswert größer ist als der jeder anderen Handlungsalternative.
Durch die Verknüpfung von hedonistischem Prinzip und Universalisierung unterstellt Bentham ein Subjekt, das aus aufgeklärtem Eigeninteresse heraus urteilt und handelt und nicht nur sein individuelles Glück erstrebt.
J. S. Mill differenziert im Unterschied zu Bentham zwischen den Formen von Lust und argumentiert, dass selbst eine geringe geistige Freude (z. B. an Wissensgewinn) einem größeren leiblichen Lustempfinden vorzuziehen sei (vgl. seinen Satz Lieber ein unzufriedener Sokrates als ein glückliches Schwein).
In Principia Ethica (1903) entwirft G. E. Moore einen idealen Utilitarismus, in dem neben Lusterlebnissen auch Erkenntnis, Weisheit, Liebe und Selbstentwicklung zu positiven Werten erklärt werden.
Man unterscheidet analog zur Unterscheidung von Handlungs- und Regelkonsequentialismus zwischen Handlungsutilitarismus (auch: Aktutilitarismus) und Regelutilitarismus.
Im Handlungsutilitarismus wird die einzelne Handlung direkt nach den aus ihr folgenden (zu erwartenden) Konsequenzen und ohne Rücksicht darauf beurteilt, welche Art Handlung jeweils vorliegt; so kann z. B. ein Vertrauensbruch je nach den möglichen Konsequenzen als besser beurteilt werden als Treue.
Beim Regelutilitarismus (Urmson, Brandt) ist die Beurteilung der einzelnen Handlung von ihrer Übereinstimmung mit Handlungsregeln abhängig, z. B. mit der Regel: Es ist falsch, sein Versprechen zu brechen. Eine Handlung ist richtig, wenn sie einer Handlungsregel entspringt, deren Befolgung im Vergleich zu anderen Handlungsregeln die nützlichsten Folgen hat.
Eine der modernen Varianten des Utilitarismus ist der Präferenzutilitarismus.
Nach dem Präferenzutilitarismus ist eine Handlung, die der Präferenz irgendeines Wesens entgegensteht, ohne dass diese Präferenz durch entgegengesetzte Präferenzen ausgeglichen wird, moralisch falsch.
Eine Person zu töten, die es vorzieht, weiterzuleben, ist daher, gleiche Umstände vorausgesetzt, unrecht. Daß die Opfer nach der Ermordung nicht mehr da sind, um sich darüber zu beklagen, dass ihre Präferenzen nicht beachtet worden sind, ist unerheblich.
Für Präferenzutilitaristen ist die Tötung einer Person in der Regel schlimmer als die Tötung eines anderen Wesens, weil Personen in ihren zukunftsorientierte Präferenzen haben.
Für die Annahme von Präferenzen wird zum Teil ein Maß an Rationalität vorausgesetzt, das nur Menschen zugeschrieben wird. In diesem Fall läuft der Präferenzutilitarismus auf eine anthropozentrische Position hinaus. Man kann allerdings den Präferenzutilitarismus auch schwächer definieren und würde dann zu pathozentrischen Ansätzen gelangen.
Einige Paradoxien lassen sich vermeiden, wenn man nicht die Totalansicht, sondern die Vorherige-Existenz-Ansicht einnimmt.
Bei der Totalansicht ist es unerheblich, ob die Vermehrung der Gesamtsumme von Lust (oder die Verminderung der Gesamtsumme von Schmerz) durch die Vermehrung der Lust existierender Wesen geschieht oder durch die Vermehrung der Zahl von Wesen, die existieren.
Bei der Vorherigen-Existenz-Ansicht werden nur Wesen berücksichtigt, die bereits vor der Entscheidung existieren oder zumindest unabhängig von der Entscheidung existieren werden.
Eine dritte Position ist es, davon auszugehen, dass das durchschnittliche Glück aller Menschen maximiert werden soll.
Diese Position kommt allerdings in Schwierigkeiten. Nicht alle Menschen sind in der gleichen Lage Glück zu empfinden. Sollen wir also alle töten, die diesbezüglich unterm Durchschnitt liegen? Wohl kaum. Und daher ist diese Position wenig brauchbar. Klar ist natürlich, dass diese Position entwickelt wurde, um das Gleichheitspinzip, die Verpflichtung der Reichen, den Armen abzugeben begründen zu können und um die Fehler der Totalansicht zu überwinden. Die makaberen Folgen sprechen aber eine deutliche Sprache gegen diese Position.
Die Totalansicht führt zu einer ethischen Pflicht der Kindeszeugung, solange – grob gesprochen – das Glück, der gezeugten Kinder ihr Unglück über die Dauer ihres Lebens gerechnet überwiegt. Die Vorherige-Existenz-Ansicht vermeidet diese irritierende Pflicht ebenso wie die letztgenannte Ansicht.
Leslie Stephen schrieb im 19. Jahrhundert einmal:
Derek Parfit hat Beispiele vorgetragen in denen das Ersetzbarkeitsargument zu gelten scheint. Eines dieser Beispiele:
Man stelle sich vor, dass eine Frau schon drei Monate schwanger ist, als ihr der Arzt eine schlechte und eine gute Nachricht mitteilt. Die schlechte lautet, dass der Fötus, den sie in sich trägt, so geschädigt ist, dass die Lebensqualität des zukünftigen Kindes beträchtlich verringert wird, wenn gleich nicht so schlimm, dass das Leben des Kindes ganz und gar elend wäre. Die gute Nachricht ist, dass diese Schädigung leicht zu behandeln ist. Die Frau braucht nur eine Tablette zu nehmen, die keine Nebenwirkungen hat, und das zukünftige Kind wird nicht geschädigt werden. In dieser Situation würden die meisten darin übereinstimmen, dass die Frau die Tablette nehmen solle.
Diese Position entspricht sowohl der Vorherige-Existenz-Ansicht als auch der Totalansicht.
Derek Parfit beschreibt folgende Situation:
Eine Frau geht zum Arzt, bevor sie schwanger ist und teilt ihm mit, dass sie die Verhütungsmittel absetzen will. Sie erhält vom Arzt eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte ist, dass sie sich in einem Gesundheitszustand befindet, der zur Folge hat, dass sie ein sehr stark behindertes Kind bekäme falls sie in den nächsten drei Monaten ein Kind bekäme. Hier sind wohl die meisten der Meinung, dass die Frau warten sollte. Aber vorausgesetzt, die Frau bekommt doch das behinderte Kind und dieses beschwert sich später bei der Mutter, dass sie nicht gewartet hat, könnte die Mutter dem Kind sagen, dass es froh sein solle, dass sie es bekommen hat, denn sonst gäbe es es nicht (das später gezeugte wäre ein anderes Kind).
In diesem Beispiel können wir scheinbar unser Gefühl, dass die Frau warten soll nur aus der Perspektive der Totalansicht, nicht aber so leicht aus der Vorherige-Existenz-Perspektive begründen.
Ein stets wiederkehrendes Problem für utilitaristische Werttheorien (und auch der meisten anderen Axiologien) ergibt sich bei der Frage, wie die verschiedenen Wertvorstellungen zu vergleichen seien. Die mangelnde Kommensurabilität scheint eine vollständige Beurteilung der Konsequenzen einer Handlung unmöglich zu machen; genau dies ist aber Voraussetzung einer utilitaristischen Wertung. Wenn z. B. die Ausstrahlung eines Fußballspiels im Fernsehen einer großen Anzahl von Menschen gute Unterhaltung bringt, während die Alternative – in derselben Sendezeit ein Schauspiel von Ibsen auszustrahlen – einer kleineren Anzahl einen dauerhaften Erkenntnisgewinn vermittelt, muss die utilitaristische Werttheorie diese zu erwartenden Güter vergleichbar machen. Es geht demnach darum, einen gemeinsamen Maßstab zu finden, aufgrund dessen die verschiedenen Werttypen beurteilt werden können.
Auch wenn die Werte (wie bei J. S. Mill) in eine Rangordnung gebracht werden, bleibt das Problem, angeben zu müssen, ob und wann ein kleines Quantum eines höheren Werts einem relativ größeren Quantum eines geringeren Werts zu weichen hat.
Die meisten Vertreter des Utilitarismus waren ethische Naturalisten, von Ausnahmen wie G. E. Moore abgesehen. Ihnen wurde vorgeworfen, den sog. Naturalistischen Fehlschluß zu begehen.
Allgemein hat man gegen den Utilitarismus eingewandt, er widerspreche akzeptierten moralischen Auffassungen, die sich etwa mit dem ethisch zentralen Begriff der Gerechtigkeit verbinden. Insbesondere vermißt man beim Utilitarismus in seiner klassischen Form eine theoretische Begründung für den Grundsatz der gerechten Behandlung jedes einzelnen Menschen. Z. B. bietet der Utilitarismus keine Grundlage, den Mord an einem möglicherweise unschuldigen Menschen zu verurteilen, falls diese Tat für möglichst viele Menschen ein möglichst hohes Gut gewährt.
Judith Jarvis Thomson hat im Zusammenhang mit der Abtreibung folgendes Beispiel vorgestellt:
Stell dir vor – so Thomson – du wachst eines Morgens auf und befindest dich in einem Krankenhausbett, und im Bett neben dir liegt ein bewusstloser Mann, an den du irgendwie angeschlossen bist. Man erzählt dir, dieser Mann sei ein bekannter Geiger mit einem Nierenleiden. Er könne nur überleben, wenn sein Kreislauf an das Kreislaufsystem eines anderen Menschen mit derselben Blutgruppe angeschlossen werde, und du bist die einzige Person, deren Blut geeignet ist. Deshalb hat dich eine Gesellschaft von Musikliebhabern gekidnappt, die Operation des Ankoppelns vollziehen lassen, und da bist du nun. Da es sich um ein renommiertes Krankenhaus handelt, könntest du jetzt, wenn du dich dafür entscheidest, einen Arzt herbeirufen, um dich von dem Geiger abkoppeln zu lassen; aber der Geiger wird dann mit Sicherheit sterben. Wenn du dagegen für neun Monate mit dem Geiger verbunden bleibst, wird er genesen, und du kannst von ihm abgekoppelt werden, ohne ihn zu gefährden.
Nach der utilitaristischen Position muss ist das Kidnapping in Ordnung, da die Gesamtsumme des Glücks gemehrt wird. Die meisten würden jedoch solch ein Verfahren zurückweisen. Ich nenne diesen Widerspruch Thomson-Paradoxon.
Das Bevormundungs-Paradoxon ist, wenn man so will eine Verallgemeinerung des Thomson-Paradoxons. Angenommen die Handlung einer Person X hat nur Auswirkungen für die Person X. Dann darf X diese Handlung nur tun, wenn sie sein eigenes Glück maximiert. Und dies auch für sehr alltägliche Angelegenheiten. Eine Ethik die den Einzelnen derart bevormundet, kann doch nicht okay sein, oder?
Eines der ernstzunehmendsten Einwände gegen den Utilitarismus sind die externen Vorlieben.
Das utilitaristische Argument, dass eine Entscheidung gerechtfertigt ist, wenn sie insgesamt mehr Vorlieben (Interessen, Lust, Nutzen) befriedigt, scheint auf den ersten Blick egalitär.
Dieses Urteil zerbricht jedoch schnell, wenn wir die Vorlieben untersuchen, die die Individuen tatsächlich haben.
Es lassen sich mehrere Arten von Vorlieben unterscheiden,
Schon Mill hat sich mit dem Einwand auseinandergesetzt, dass die Utilitaristen zu hohe Forderungen an das einzelne Individuum stellen.
Mill schreibt noch:
[1] Dworkin, R.: Bürgerrechte ernstgenommen. Frankfurt a. M. 1984, 382
[2] Dworkin, R.: Bürgerrechte ernstgenommen. Frankfurt a. M. 1984, 382
[3] Dworkin, R.: Bürgerrechte ernstgenommen. Frankfurt a. M. 1984, 382
[4] Dworkin, R.: Bürgerrechte ernstgenommen. Frankfurt a. M. 1984, 383
[5] Dworkin, R.: Bürgerrechte ernstgenommen. Frankfurt a. M. 1984, 383
[6] Dworkin, R.: Bürgerrechte ernstgenommen. Frankfurt a. M. 1984, 385
[7] Mill, J. S.: Der Utilitarismus. Stuttgart 1976, 31f.]
[8] Mill, J. S.: Der Utilitarismus. Stuttgart 1976, 32]
[9] Mill, J. S.: Der Utilitarismus. Stuttgart 1976, 32]
[10] Mill, J. S.: Der Utilitarismus. Stuttgart 1976, 33]
Der Begriff Utopie wird heute zumindest in zwei verschiedenen Bedeutungen verwendet: (1) als Bezeichnung für den Entwurf einer künftigen Gesellschaft und (2) als Bezeichnung für einen nicht verwirklichbaren Entwurf einer künftigen Gesellschaftsordnung.
Beispiel: Aus den Sätze Kein Apfel ist eine Pflaume und Eine Birne ist kein Apfel lässt sich nichts schließen.
Durch vollständige Induktion beweist man, dass eine bestimmte Eigenschaft auf jede natürliche Zahl n zutrifft, indem man zeigt:
Dieses Prinzip der vollständigen Induktion ist eines der Axiome im Axiomensystem der natürlichen Zahlen von Peano.
Mitunter wird die Induktion durch vollständige Aufzählung auch als vollständige Induktion bezeichnet.
Die Vernunft gilt als höchste Richterin in Glaubensdingen. Gegen die Vernunft braucht nicht geglaubt zu werden. Obwohl die Deisten die personale Existenz Gottes nicht bestreiten, behaupten sie, dass nach der Schöpfung die Welt sich nach ihren eigenen Gesetzen bewege und entwickle. Offenbarungs- und Wunderglaube werden abgelehnt.
Vertreter dieser Position waren Coornhert, H. von Cherbury, Blount, Tindal, Bolingbroke, Voltaire, Rousseau, Reimarus, Edelmann und Toland.
Aristoteles, der die Induktion durch vollständige Aufzälung entdeckt hat, nennt diese Induktionssyllogismus.
Nehmen wir an, eine Klasse K habe die Elemente a, b, c. Wissen wir, dass die Eigenschaft F auf das Element a zutrifft, und stellen dann fest, dass sie auch auf das Element b und das Element c zutrifft, dann können wir den Schluss ziehen, dass alle Elemente dieser Klasse die genannte Eigenschaft haben.
Einige Logiker vertreten die Ansicht, dass die Induktion durch vollständige Aufzählung der Form nach dem Darapti entspricht, andere betrachten die vollständige Induktion als distributiven Syllogismus.
Eine Begriff ist ein vager Begriff, wenn es wenigstens ein Objekt aus dessen Grundbereich gibt, für den nicht feststellbar ist, ob er zur Extensionalität des Begriffes gehört. Dabei muss das Unvermögen aus dem Begriff und nicht aus subjektiven Gründen resultieren.
Eine Aussage ist eine vage Aussage, wenn nicht für alle Situationen feststellbar ist, ob die Aussage wahr ist. Die Vagheit einer Aussage macht es unmöglich, Situationen auf die sie zutrifft von Situationen zu unterscheiden, auf die sie nicht zutrifft.