Kapitel 14

 

14

 

Dr. Warden hatte Hurley Brown den Inhalt des Telefongesprächs mitgeteilt, und innerhalb von zehn Minuten waren die beiden in Braymore House. Im Treppenhaus trafen sie auf zwei Polizisten, die sich mit dem Hausmeister und dem leichenblassen, zitternden Miller unterhielten.

 

»Gott sei Dank, daß Sie kommen, Herr Doktor«, rief der Diener. »Als ich nach Hause kam, klopfte ich noch einmal bei Mr. Louba, um ihn zu fragen, ob er noch etwas von mir brauche. Er antwortete nicht, und ich dachte, er wäre vielleicht ausgegangen. Zufälligerweise drückte ich dann aber doch auf die Türklinke – die Tür gab nach, ich ging in das Zimmer, knipste das Licht an, und sah über der Lehne eines Stuhls den Morgenrock Mr. Loubas – er war voller roter Flecken. Erschrocken rannte ich in das Schlafzimmer. Auf dem Bett lag der Herr … voller Blut … Ich war so entsetzt, daß ich sofort zum Portier rannte und die Polizei anrief.«

 

»Das war ganz in Ordnung. Beruhigen Sie sich jetzt«, sagte Hurley Brown zu dem verstörten Miller. »Einer von Ihnen«, wandte er sich dann an die Beamten, »kommt mit hinauf, der andere bleibt am besten hier. Ich bin Kommissar Brown von Scotland Yard.«

 

Während sie im Aufzug hinauffuhren, fragte Hurley Brown den Diener, wann er in die Wohnung zurückgekehrt sei.

 

»Um halb elf, Sir. Es schlug gerade halb auf der Uhr, als ich zur Türe hereinkam.«

 

»Um neun Uhr fünfzig war er bestimmt noch am Leben. Um halb elf hörten Sie keinen Laut mehr …«, murmelte Brown nachdenklich, als sie die Wohnung betraten.

 

Gleich darauf standen sie in dem großen, luxuriös ausgestatteten Herrenzimmer. Tiefe Ledersessel standen umher, der Boden war mit einem prachtvollen türkischen Teppich bedeckt, der ein Vermögen gekostet haben mußte.

 

»Hier, Herr Kommissar!« Der Polizist deutete auf einen Morgenrock, der über einem Stuhl hing. Brown hielt das Kleidungsstück hoch – Miller hatte recht gehabt, die Vorderseite und die Ärmel waren voller nasser roter Flecken.

 

»Nicht anrühren«, sagte Brown und legte ihn vorsichtig wieder über den Stuhl. »Vorsichtig, Doktor. Auf dem Fußboden ist noch mehr Blut.«

 

An der einen Wand war ein großer Kamin. Der Rost war leer bis auf einige schwarze Aschenhäufchen. Links davon befand sich eine Tür, auf die Miller mit zitternden Händen deutete.

 

»Dort ist das Schlafzimmer«, sagte er.

 

Hurley Brown stieß die angelehnte Tür auf und ging hinein.

 

Die Deckenbeleuchtung brannte noch. Auf dem Bett lag lang ausgestreckt Louba. Der Doktor schritt auf ihn zu, aber er brauchte ihn nicht sehr genau zu untersuchen, der Kopf des Mannes war schrecklich zugerichtet. »Das Fenster ist offen«, sagte Hurley Brown. Er durchquerte das Zimmer und blickte hinaus. »Aha, eine Feuerleiter … Sergeant, gehen Sie hinunter zu Ihrem Kameraden und sagen Sie ihm, er soll den Garten sorgfältig absuchen. Der Mann, der den Mord beging, nahm sicher diesen Weg. Nur so konnte er ungesehen in die Wohnung gelangen – ohne am Portier vorbei zu müssen und ohne einen Wohnungsschlüssel zu benötigen.«

 

Er ging zum Telefon und wählte eine Nummer. Gleich darauf kehrte er in das Schlafzimmer zurück.

 

»Ich habe eben Scotland Yard angerufen und lasse einen unserer besten Männer kommen – Inspektor Trainor. Diesen Fall möchte ich nicht gerne selbst bearbeiten. Seit meiner Militärzeit auf Malta habe ich ein Vorurteil gegen Louba … Besser, jemand anders nimmt die Sache in die Hand. – Sie sahen niemand, als Sie das letztemal hier waren, Doktor?«

 

Dr. Warden erinnerte sich der flüchtigen Begegnung im Nebel, schüttelte aber den Kopf.

 

»Niemand außer dem Portier.«

 

»Wie lange ist Louba schon tot, Warden?«

 

Der Doktor schaute die Leiche nachdenklich an.

 

»Seit einer Stunde – vielleicht sogar weniger als eine Stunde«, sagte er. »Er wurde mit einem sehr schweren Gegenstand niedergeschlagen.«

 

»Vielleicht finden wir das Ding«, brummte Brown.

 

Sie brauchten nicht lange zu suchen.

 

Ein schwerer Silberleuchter lag in der Ecke des Speisezimmers. Er war verbogen und blutbefleckt – ohne Zweifel die Mordwaffe.

 

Bald danach kam Inspektor Trainor an, ein kleiner, drahtiger Mann mit energischem Gesicht, der sofort die weitere Untersuchung in die Hand nahm. Wie ein gut dressierter Hund ging er von Zimmer zu Zimmer, betrachtete genauestens jedes Möbelstück, zog die Vorhänge zurück und kletterte schließlich durch das offenstehende Fenster hinaus und die Feuerleiter hinunter.

 

»Nichts zu finden«, murmelte er nach seiner Rückkehr. Er betrachtete den Toten und biß sich auf die Lippen.

 

»Auf diesem Bett wurde er nicht ermordet«, erklärte er dann bestimmt. »Die Blutflecken führen ganz deutlich vom Wohnzimmer hier herein. Jemand muß ihn getragen oder geschleift haben, und dieser Jemand war ein ziemlich starker Mann … Noch etwas Merkwürdiges – haben Sie bemerkt, Herr Kommissar, daß der Ermordete keine Krawatte umhat? Sie liegt im Wohnzimmer im Papierkorb.«

 

»Habe nichts gesehen«, sagte Brown kurz.

 

»Auch das Telefon ist ziemlich wichtig«, fuhr Trainor fort. »Es müßte Fingerabdrücke aufweisen. Wer hat es zuletzt angefaßt?«

 

»Ich fürchte, das war ich«, entgegnete Hurley Brown. »Warum?«

 

»Weil das Telefon nach der Ermordung Loubas vom Schreibtisch heruntergenommen wurde. Die Schnur, die ziemlich lang ist, muß dem Mann, der den Körper transportierte, im Weg gewesen sein. Louba wurde rechts vom Schreibtisch niedergeschlagen … Die Blutspur führte ohne Unterbrechung zwischen dem Schreibtisch und dem Fenster durch – hätte die Telefonschnur dort gelegen, müßte man an ihr bestimmt auch Blut sehen, da sie wegen ihrer Länge auf dem Teppich mehrere Schleifen bildet.«

 

»Dieser Schluß scheint mir etwas voreilig zu sein«, meinte der Doktor ziemlich skeptisch. »Halten Sie ihn nicht auch für etwas zu konstruiert? Übrigens, warum wurde dem Toten wohl der Morgenrock ausgezogen?«

 

Trainor antwortete nicht. Er betrachtete gerade eine große Truhe, die in einer Ecke stand. Neben ihr lagen ein Stück Seidentapete und ein golddurchwirktes orientalisches Gewand am Boden.

 

»Was ist das?« fragte er Miller. »Lag das immer so herum?«

 

»Nein, Herr Inspektor«, erwiderte Miller. »Die Tapete lag sonst immer über dem Deckel der Truhe, damit die Politur nicht beschädigt wird, und das Gewand lag, soviel ich weiß, in der Truhe drin.«

 

»War sie immer verschlossen?« fragte Trainor und versuchte vergeblich, den schweren Deckel hochzuheben. »Wo ist das Schloß?«

 

»Es ist nur ein Schnappschloß da, Sir, das durch eine Feder geöffnet wird. Sehen Sie, so …«

 

Miller drückte eine der Holzverzierungen, die an der Truhe angebracht waren, zur Seite, und hob den Deckel an.

 

Im Innern lag ein Durcheinander von Raritäten, dazwischen ein Stück Tapete und ein Streifen feiner Stickerei. »Das lag immer obenauf!« rief Miller. »Jemand hat alles durcheinandergebracht.«

 

»Und das Gewand? Sind Sie sicher, daß es auch in der Truhe war?«

 

»In der letzten Zeit war es ganz bestimmt dort. Früher zog es der Herr manchmal an, aber jetzt habe ich es beim Aufräumen schon lange nicht mehr gesehen.«

 

»Sie könnten nicht genau angeben, was alles in der Truhe aufbewahrt wurde?« fragte Hurley Brown.

 

»Nein, Sir, ich habe ein paar von diesen Sachen schon gesehen, aber ich weiß nicht, ob etwas fehlt.«

 

»Schade«, murmelte Trainor und kramte in der Truhe herum. »Einige dieser Sachen scheinen ziemlich wertvoll zu sein. Falls es sich um einen Diebstahl handelt und falls wir die fehlenden Stücke feststellen könnten … hm.«

 

Er blickte im Zimmer umher.

 

»Was halten Sie davon, Mr. Brown?« fragte er dann und deutete auf einen kleinen Schreibtisch am Fenster. »Rühren Sie es nicht an«, setzte er hinzu. »Vielleicht findet man einen Fingerabdruck.«

 

Auf der grünen Schreibunterlage lag ein Blatt von Loubas vornehmem Briefpapier, ein einzelner Buchstabe stand darauf – der Buchstabe R.

 

»Derjenige, der das schrieb, wurde unterbrochen«, sagte Trainor. »Schauen Sie nur, wie zittrig die Schrift ist und wie unvermittelt sie abbricht.«

 

»Haben Sie eine Vermutung?« fragte Brown.

 

Aber Trainor war nicht dazu aufgelegt, seine Theorie, wenn er eine hatte, zu entwickeln.

 

»Es ist möglich, daß der Betreffende sich nach dem Tod Loubas hinsetzte, um irgendeine Botschaft aufzuschreiben, und daß ihm dann doch die Nerven versagten. Daß die Niederschrift nach der Mordtat erfolgte, halte ich durch die Aufregung des Schreibers für bewiesen.«

 

»Louba kann es wohl nicht selbst noch geschrieben haben?«

 

Dr. Warden schüttelte entschieden verneinend den Kopf.

 

»Ganz ausgeschlossen«, sagte er mit Nachdruck. »Der Tod muß nach dem Schlag so gut wie sofort eingetreten sein.«

 

Trainor untersuchte den Schreibtisch ein zweites Mal und zog den dazugehörigen Stuhl heran.

 

»Er saß hier und hatte anscheinend den Morgenrock angezogen. Das erscheint ganz plausibel, denn es ist eine kühle Nacht, und er hatte kein Feuer.«

 

»Das erinnert mich daran, daß ich etwas auf dem Kaminrost bemerkte, als ich hereinkam«, entgegnete Brown, und Trainor machte sich sofort auf die Suche.

 

»Tatsächlich«, frohlockte er. »Ein verkohltes Stück Papier … Moment…«

 

Behutsam schob der Inspektor ein Blatt Papier, das er von Loubas Schreibtisch nahm, unter das Häufchen halbverbrannter Asche und trug es, wie es war, auf den Tisch. Ein anscheinend von einem Notizblock abgerissenes Blatt war noch deutlich zu erkennen. Es war zwar völlig verkohlt, gegen das stumpfe Schwarz des verbrannten Papiers hoben sich aber deutlich mehrere Reihen hellerer Schriftzüge ab.

 

»Man kann es noch lesen«, sagte Trainor. »Nur hier ist eine Ecke abgerissen, falls sie nicht im Feuer ganz zerfallen ist.«

 

Er untersuchte die übrige Asche sorgfältig.

 

»Ich glaube, daß die Ecke schon vorher abgerissen wurde wahrscheinlich stand die Adresse darauf.«

 

»Die Adresse?« wiederholte Hurley Brown nachdenklich. »Sie meinen den Absender – die Adresse des Briefschreibers?«

 

»Ganz richtig. Würden Sie sich bitte notieren, was ich entziffere?« sagte Trainor und beugte sich über das halbverkohlte Papier.

 

»›Nur Du bist imstande, mich zu retten. Du weißt, was ich für ein Leben führe mit … ‹ Jemand, dessen Namen ich nicht lesen kann. … ›und Du weißt auch, was Du mir schuldig bist, Emil, Du weißt … ‹« Die Unterschrift lautet … Ich kann es nicht genau lesen – es sieht aus wie ein K, es kann aber auch ein R sein oder ein B. Ich würde eine Menge Geld drum geben, wenn ich die Adresse hätte.«

 

Kapitel 1

 

1

 

Ein Schuß zerriß die Stille. Captain Hurley Brown fuhr herum – er wußte sofort, was geschehen war.

 

Reggie Weldrake! Der junge Mann war mit verstörtem Gesicht an ihm vorbei in sein Zimmer gerannt und hatte die Tür hinter sich zugeschlagen. Hätte er ihn nur aufgehalten …

 

Hurley Brown hatte einen solchen Gesichtsausdruck schon einmal bei einem Menschen gesehen. Auch jener Mann – genau wie Reggie Weldrake ein junger Offizier – war eben von einer letzten Unterredung mit Emil Louba zurückgekommen … Auch damals fiel gleich darauf ein Schuß.

 

Nachdem der Captain vorher Reggie gesehen hatte, war er voll Unruhe im Gang stehengeblieben und hatte eine Zigarette nach der anderen gepafft, unschlüssig, ob er sein eigenes Quartier aufsuchen sollte. Unentwegt mußte er an das verzerrte Gesicht Weldrakes denken. Als der Captain sich eben entschloß, doch an der Tür seines Kameraden zu klopfen, krachte der Schuß. Mit zwei Sätzen war Brown an der Tür und rüttelte an der Klinke.

 

Es war abgeschlossen, und obwohl er mit aller Kraft gegen die Tür hämmerte und laut rief, kam keine Antwort – er erwartete auch keine. Mit seinen schweren Schuhen trat er gegen das Schloß und hatte es schon beinahe zertrümmert, als McElvie, Weldrakes Bursche, und ein paar Offiziere und Diener die Treppe heraufstürzten. Ihren vereinten Kräften gab das Schloß so plötzlich nach, daß sie alle miteinander einige Schritte in das Zimmer hineintaumelten.

 

Reggie Weldrake aufzurichten, ihm zu helfen, war sinnlos. Schon ein oberflächlicher Blick genügte, um festzustellen, daß er tot war. Den Raum durchzog ein beißender Geruch; Weldrakes Finger hielten immer noch krampfhaft den Armeerevolver umspannt.

 

»Dieser verfluchte Louba, der Teufel soll ihn holen!« Brown brach als erster das unheimliche Schweigen, und die anderen stimmten mit kräftigen Verwünschungen ein.

 

»Wenn sich doch jemand finden würde, der diesen Dreckskerl umlegt. Malta wäre bedeutend sauberer«, erklärte McElvie grimmig. Kein Mensch war anderer Meinung. Es war jedem ganz klar, daß Louba die Ursache dieser Tragödie war. Schließlich war es kein Einzelfall!

 

Captain Brown haßte Louba besonders. Schon zu oft hatte er es miterlebt, wie nette, ein wenig leichtsinnige Burschen durch ihn und seinesgleichen ruiniert wurden. Er hatte auch längst den Entschluß gefaßt, diesen Louba aus Malta hinauszubefördern. Sein erster Schritt war es deswegen gewesen, sich mit seinen Vorgesetzten auf der Militärbehörde in Verbindung zu setzen – mit allem Nachdruck hatte er sie auf den schlimmen Einfluß aufmerksam gemacht, den Loubas Unternehmen auf die Truppen der Insel ausübte.

 

Brown hatte das Unheil, dem Reggie Weldrake entgegensteuerte, kommen sehen. Hätte der Junge nur ein wenig mehr Vertrauen zu ihm gehabt – aber alle seine Versuche, ihn zu warnen, waren fehlgeschlagen. Wahrscheinlich hatte Reggie schon zu tief in der Sache dringesteckt, als daß er sich noch hätte frei machen können.

 

Der Captain strich sich mit der Hand über die Stirn und riß sich zusammen. Die andern harten inzwischen den Toten aufs Bett gelegt – sie überließen ihn jetzt seiner Einsamkeit. Mit einem kurzen Entschluß trennte sich Brown von den Kameraden und ging quer über die Straße; dorthin, wo eine grell aufflammende Reklameschrift den Eingang zu Loubas Lokal kennzeichnete.

 

Das Kabarett, das er betrat, war nur eine prunkvolle Attrappe für den anderen, bedeutend wichtigeren Teil des Unternehmens. Nach einigen Schritten blieb er stehen – irgend etwas Außergewöhnliches mußte passiert sein.

 

Das Lärmen der Jazz-Musik war verstummt, die allgemeine Unterhaltung wie abgestorben. Auf den Tischen standen die Gläser unberührt, und alle Augen starrten neugierig nach einer Richtung. Auf der niedrigen Bühne im Hintergrund des Saales schien zwischen einem der Gäste und der Sängerin der Jazz-Band eine Auseinandersetzung im Gang zu sein. Der Mann, mit dem sich das Mädchen zankte, war sehr dick. Er hatte ein volles, hochrotes Gesicht, und neben der aufdringlichen Eleganz seiner Kleidung schien ihn vor allem seine Zungenfertigkeit auszuzeichnen.

 

Brown näherte sich langsam der Tür zu den Spielsälen. Im gleichen Moment wurden die verdeckenden Vorhänge davor beiseite geschoben, und Emil Louba trat ein.

 

»Gut, daß du kommst«, unterbrach der beleibte Herr seinen Redefluß.

 

»Ah, da Costa – mein Freund da Costa! Schau mal einer an …«, ließ sich Louba mit einer geradezu katzenschnurrenden Sanftmut vernehmen.

 

»Hat sich was von wegen Freund – dein Ruin werde ich sein!« brüllte da Costa aufgeregt. Gegen den großen, breitschultrigen Louba erschien er recht klein, und als der andere ihn grinsend von oben herab betrachtete und nur ein wenig mit seinem schwarzen Schnurrbart zuckte, schrie da Costa in einem neuen Wutanfall: »Schon wieder hast du dich in meine Angelegenheiten eingemischt! Wann wirst du das endlich unterlassen?«

 

»In der Liebe und im Geschäft ist alles fair, mein Bester verstanden? Deswegen können wir trotzdem gute Freunde bleiben … Aber komm, wir stören den Betrieb.«

 

Er packte da Costas Arm und versuchte, ihn außer Sicht und Hörweite der gaffenden Menge zu zerren. Da Costa fiel jedoch nicht auf sein freundliches Lächeln herein und schrie energisch:

 

»Ich will den Betrieb stören! Das Mädchen da hat einen Vertrag mit mir … Ich zahle ihr dreimal soviel Gage, wie sie wert ist …, ich habe sie ausgebildet, und mir verdankt sie alles …!«

 

»Sie lügen!« kreischte das Mädchen in kräftigem Diskant dazwischen. »Sie haben mir überhaupt nichts zu sagen – ich kann hingehen, wohin ich will, und …«

 

»Und die Dame zieht eben Malta diesem erbärmlichen Tripolis vor«, schaltete sich Louba wieder ein. »Das ist es.«

 

»Wenn das alles wäre – aber es ist noch lange nicht alles, du hast bei mir noch viel mehr auf dem Kerbholz!« explodierte da Costa. »Habe ich irgendwo eine gute Sache eingefädelt, dann kommst sofort du und machst mir Konkurrenz. Oder du machst mir meine besten Künstler abspenstig, oder …«

 

»Oder ich beweise auf andere Art, daß ich der Tüchtigere von uns beiden bin«, sekundierte ihm Louba grinsend. »Geschäft ist ein feines Spiel, da Costa – wenn man zu spielen versteht. Und jetzt komm! Du hast den Betrieb lange genug gestört.«

 

Seine Finger gruben sich noch ein wenig tiefer in da Costas fetten Arm, und er zerrte ihn wieder ein oder zwei Schritte nach der vorhangverhängten Tür.

 

»Undankbares Frauenzimmer! Du kommst sofort mit nach Tripolis zurück oder bezahlst mir den Kontraktbruch«, drohte da Costa, indem er sich losriß und auf die Frau zusprang.

 

Er fuchtelte ihr mit der Faust vor dem Gesicht herum, aber sie war seinen Beschimpfungen durchaus gewachsen – in einem halben Dutzend Sprachen schrie sie ihn an, bis Louba dazwischentrat.

 

»Ruhig jetzt und weitergearbeitet!« kommandierte er und schob sie zur Bühne.

 

Er gab den Musikern ein Zeichen, winkte zwei Kellnern, und als ob es überhaupt keine Unterbrechung gegeben hätte, spielte die Kapelle weiter. Das Mädchen zauberte sofort ein verführerisches Lächeln auf ihr Gesicht und begann mit mehr heiserer als dunkler Stimme den neuesten Schlager der Saison. Gleichzeitig packten die zwei Kellner da Costa und zerrten ihn quer durch den Saal auf die Straße, wo sie sich noch einige Zeit mit ihm herumbalgten.

 

Louba verbeugte sich vor den Gästen; sein glattes, schwarzes Haar schimmerte in der Saalbeleuchtung.

 

»Bitte tausendmal um Entschuldigung« meinte er geschmeidig. »Wenn man ein so erstklassiges Etablissement hat wie ich, muß man eben mit dem Neid der Konkurrenz rechnen.«

 

Er wollte gerade wieder hinter der Portiere verschwinden, als Hurley Brown auf ihn zutrat.

 

»Ah, Captain Brown!« Louba verneigte sich mit spöttischer Übertreibung. »Reizend von Ihnen! Welch seltenes Vergnügen … Ihr junger Freund, Leutnant Weldrake, ist ein häufigerer Gast.«

 

»Das ist vorbei«, lautete die grimmige Antwort.

 

»Wirklich?« Louba grinste. »Nun, wir werden ja sehen. Wenn er, bevor er geht, seinen Verpflichtungen nachkommt, kann mir das ja gleich sein … Verläßt er uns tatsächlich?«

 

»Er hat uns schon verlassen. Genau wie Sie uns verlassen werden, Louba, und wenn ich Ihnen dazu einen Stein an den Hals hängen und Sie ins Meer werfen müßte.«

 

»Was soll das heißen ›Er hat uns schon verlassen?‹ Es ist kaum eine Stunde her, seit ich ihn an seine Verpflichtungen mir gegenüber erinnert habe – mit Vorhaltungen wie britischer Offiziers ›Ehrenmann‹ und so weiter.«

 

»Louba«, sagte Hurley Brown heiser. »Ich weiß wirklich nicht, warum ich Ihnen keine Ohrfeige gebe.«

 

»Vielleicht weil Sie wissen, daß Sie hinausfliegen, bevor Sie mich nur angerührt haben, werter Freund.«

 

»Sie …!«

 

Captain Browns Arm wurde geschickt abgefangen, als er zuschlagen wollte.

 

»Durch Gewalt erreichen Sie wirklich nichts«, sagte Louba. »Außerdem schickt sich so was nicht, wie? – Was soll das ganze Gerede, daß der junge Mann fort ist, bedeuten?«

 

»Er wurde soeben ermordet.«

 

»Ermordet? Von wem?«

 

»Von Ihnen, Louba.«

 

»Oho …! Ach so«, sagte Louba nach kurzem Besinnen. »So steht die Sache. Und was wollen Sie dann hier, wenn ich fragen darf?«

 

»Ihnen nur sagen, daß ich selbst Sie mit einem Fußtritt aus Malta hinausbefördere, falls die Behörden Sie nicht hinauswerfen. Wir haben uns ja schon früher getroffen, Louba, und ich muß sagen – je länger Sie leben, desto gemeingefährlicher werden Sie.«

 

»Blödsinn! Ich begegne nur immer häufiger solchen Narren wie Sie einer sind. Und was Ihre Behörde betrifft – das habe ich für sie übrig!« Er schnippte mit den Fingern. »Man kann mich doch nicht für jeden dummen Jungen verantwortlich machen!«

 

Grinsend verzog er das Gesicht.

 

»Eines Tages«, sagte Hurley Brown, »ist das Maß Ihrer Frechheiten voll.«

 

»Wenn das eine Drohung sein soll«, entgegnete Louba höhnisch, »kann ich nur lachen. Ich gehe meinen Weg und zertrete das, was mir im Wege ist. Oder ich gehe darüber hinweg. Die anderen können entscheiden, ob ich sie zertreten soll oder nicht.«

 

Captain Brown murmelte einen Fluch und ließ den Mann stehen.

 

Er drängte sich durch die Menge der Gäste, die gerade laut Beifall für die Sängerin klatschten.

 

Natürlich hatte er gleich gewußt, daß es sinnlos war, in dieses Lokal zu gehen – aber trotzdem war es schmählich, jetzt an Reggie Weldrake denken zu müssen, der steif und still auf seinem schmalen Bett lag, während Emil Louba in aller Gemütsruhe seinen schmutzigen Geschäften nachging.

 

Er fuhr zusammen, als eine wütende Stimme von der andern Straßenseite herüber an sein Ohr drang.

 

»Das wirst du mir noch büßen! Und wenn ich zwanzig Jahre warten muß!«

 

Es war da Costa, der mit der Faust nach dem Lokal Loubas drohte.

 

Kapitel 10

 

10

 

Am nächsten Vormittag ging Frank Leamington zu Beryl. Er hatte immer noch die Hoffnung, daß sie vielleicht doch ihren Entschluß geändert hätte.

 

Beryl führte ihn in ein Zimmer, wo sie ungestört miteinander sprechen konnten.

 

»Frank, du hättest nicht mehr kommen sollen. Wirklich … Es hat doch keinen Sinn.« Niedergeschlagen sank sie auf einen Stuhl.

 

»O nein, Beryl, so schnell gebe ich nicht auf. Selbst wenn du unsere Verlobung löst – solange ich lebe, wirst du diesen Mann bestimmt nicht heiraten!«

 

Sie schaute ihn besorgt an.

 

»Frank«, fragte sie, »was hast du vor?«

 

»Nichts wird mich dazu bewegen, zuzuschauen, wie du Louba heiratest. Du weißt nicht, wer er ist!«

 

»Ich will es auch gar nicht wissen –. ich werde ihn heiraten …«

 

»Du tust es nur, weil du ihm Geld schuldest, nicht wahr?«

 

Sie preßte die Lippen zusammen.

 

»Gut, du brauchst mir nicht zu antworten, ich kann raten. Aber trotzdem … Hättest du nicht zu mir kommen können, Beryl?«

 

»Nein, Frank. Ich darf für meine Dummheiten weder dich noch Mutter strafen … Was ich mir eingebrockt habe, muß ich wohl selber auslöffeln … Und ich glaube auch gar nicht, daß du die Summe bezahlen könntest, selbst wenn ich damit einverstanden wäre. Und wenn du es könntest, wärst du für dein ganzes Leben ruiniert. Noch schlimmer ist es, an Mutter zu denken – du weißt, wie furchtbar ihr jede Aufregung schadet … Und Louba will nicht warten, nicht einen Tag lang. Außerdem, Frank, habe ich mein Versprechen gegeben.«

 

»Ist das dein letztes Wort?« fragte er. »Ist es damit aus zwischen uns?«

 

»Ja«, flüsterte sie schwach. »Du wirst vergessen, Frank … In kurzer Zeit … Vielleicht mit jemand anders glücklich werden.«

 

Er lachte rauh.

 

»Kümmere dich nicht darum, was aus mir wird, Beryl. Eines verspreche ich dir – du wirst diese Kreatur nicht heiraten. Wenn du kein Ende machen willst, dann mache ich ein Ende.«

 

»Frank, was willst du tun?« rief sie und rannte ihm nach, als er zur Tür ging. »Du willst doch nicht etwa zu Louba?«

 

»Dorthin gehe ich!«

 

»Frank?« Sie starrte entsetzt auf sein kalkweißes Gesicht. »Du willst ihn doch nicht … Du willst ihn doch nicht …«

 

»Ich will ihn umbringen!« schrie er heftig, »und ich werde es tun, verlaß dich darauf. Bevor ich zusehe, wie du diesen unsauberen Halunken heiratest, bringe ich ihn um.«

 

Er stürzte aus dem Zimmer, während sie die Hände vors Gesicht schlug und weinend auf einen Stuhl sank.

 

Leamington ging geradewegs zum Braymore House. Kurz bevor er sein Ziel erreicht hatte, begegnete ihm ein Taxi, hinter dessen Glasscheiben er Emil Louba erkannte. Frank zögerte einen Moment und setzte dann seinen Weg fort.

 

In Braymore House angekommen, läutete er beim Hausmeister, den er noch aus der Zeit her kannte, in der er als Architekt beim Bau dieses Häuserblocks mitgearbeitet hatte. Der Mann begrüßte ihn sehr freundlich, und Frank trug ihm sein Anliegen vor, als ob es die selbstverständlichste Sache von der Welt wäre.

 

»Es handelt sich um die Feuertreppe, die ich bei diesem Gebäude hier angelegt habe und die ich jetzt auch an einem Haus anbringen will, das ich gerade in Arbeit habe«, sagte er. »Ich hätte mich gern noch einmal davon überzeugt, wie hier die Leitungen gelegt sind, die den Einbrecheralarm auslösen. Kann ich mir die Sache schnell ansehen?«

 

»Aber selbstverständlich, Mr. Leamington. Sie wissen doch, wie die Vorrichtung funktioniert?«

 

»Ja, ich weiß. Die Klingel läutet, wenn jemand die kleine eiserne Leiter herunterzieht, um zur Plattform hinaufzukommen, an der die eigentliche Nottreppe beginnt. Dürfte ich mir jetzt schnell anschauen, wie ich damals die Drähte verlegt habe?«

 

»Kommen Sie, Sir … Oder, wissen Sie was, untersuchen Sie das, was Sie wissen wollen, doch allein und in Ruhe. Ich habe gerade viel zu tun, und Sie kennen sich hier ja gut aus.«

 

Der Portier war stolz darauf, dem bekannten jungen Architekten eine kleine Gefälligkeit erweisen zu können. Leamington drückte ihm ein beachtliches Trinkgeld in die Hand und schlenderte mit freundlichem Kopfnicken in den Hof.

 

An der Feuerleiter angekommen, prüfte er mit anscheinend angespannter Aufmerksamkeit eine ganze Zeitlang die Lage der Drähte und das Funktionieren des Mechanismus. Aus den Augenwinkeln überzeugte er sich dabei, daß ihn niemand beobachtete. Aber selbst wenn ihm jemand zugesehen hätte, würde der Betreffende kaum gemerkt haben, was das Hantieren Franks mit dem Taschenmesser in Wirklichkeit bezweckte.

 

Der Schnitt durch einen der Leitungsdrähte, die die Verbindung zu der Alarmklingel herstellten, war im Bruchteil einer Sekunde ausgeführt …

 

11

11


Hurley Brown streckte seine Beine so aus, daß sie mehr von der Wärme abbekamen, die der offene Kamin im Rauchzimmer ausstrahlte; gedankenvoll betrachtete er seine elegant polierten Schuhe.


»Ihre Ansichten sind von Grund auf unmoralisch, Louba, das heißt, daß Ihr Sinn für Recht und Unrecht von normalen Gepflogenheiten in jeder Beziehung abweicht.«


Emil Louba kicherte. Seine große, breitschultrige Figur, sein massiver Körperbau, verbunden mit den groben Gesichtszügen, boten einen erstaunlichen Kontrast zu der eleganten, sportlichen Erscheinung seines Gegenübers. Beide Männer hatten sich seit der Zeit, in der sie sich zum erstenmal begegnet waren, kaum verändert – nur daß ihnen damals der gesellschaftliche Kodex eines englischen Clubs noch keine solche Zurückhaltung auferlegt hatte.


Für Louba war es ein Triumph, in demselben Club zu verkehren wie dieser Mann, der ihn einst so verächtlich behandelt hatte. Außerdem freute er sich darüber, daß ihre gemeinsame Bekanntschaft mit Dr. John Warden den Captain zu einer Zuvorkommenheit verpflichtete, die sehr verschieden von seinem Louba gegenüber früher zur Schau getragenen Benehmen war.


»Ansichtssache«, antwortete Louba und paffte ruhig an seiner Zigarre. »Stimmt, ich habe Menschen ruiniert, weil das der einzige Weg war, um reich zu werden. Um Geld zu bekommen, ist es notwendig, zu verletzen. Ich brauche Geld deshalb verletze ich. Verstehen Sie, bester Captain?«


»Ich verstehe«, sagte Captain Brown ohne Überzeugung.


Es war ein nebliger Samstagnachmittag im Dezember, und im Rauchzimmer des Elect Club befand sich niemand außer den beiden und Dr. Warden, dem berühmten Arzt, der wegen einer Operation in der Stadt aufgehalten worden war. Der Doktor klebte eben einen Brief zu, den er gerade beendigt hatte, übergab ihn einem Clubdiener zum Einwerfen und schlenderte dann zu ihnen, beim Näherkommen seine Pfeife stopfend.


»Wären Sie doch schon vorher dagewesen, Dr. Warden. Der Mann hier hat soeben seine Lebensanschauung entwickelt.« »Die Ihnen natürlich unangenehm war, Captain«, antwortete der Doktor schmunzelnd. »Ich habe nie so richtig herausbekommen, ob nun Louba wirklich der schlechte Kerl ist, der er zu sein vorgibt, oder ob seine Ansichten nur dazu da sind, bei anderen Leuten Anstoß zu erregen.«


»Na, um mich zu schockieren, bedarf es allerhand«, meinte Hurley Brown trocken. »Selbst Scotland Yard und die kriminalistische Arbeit haben das nicht fertiggebracht.«


Louba grinste.


»Dennoch könnte ich Ihnen Dinge erzählen, Dinge … Ich habe mein Geld in der Levante gemacht, wie Sie vielleicht wissen«, sagte er unverfroren, mit einem Seitenblick auf Browns unbewegliches Gesicht. »Ja – ich könnte Ihnen Dinge erzählen!«


»Lieber nicht«, brummte der Doktor gemütlich. »Erzählen Sie uns statt dessen was Nettes. Ich habe drei Stunden lang Chloroform und alle möglichen Antiseptika eingeatmet und möchte etwas zur Beruhigung hören.«


Louba verzog das Gesicht.


»Entsetzlich«, sagte er. »Doktor, das erinnert mich an meine Schmerzen. Hier …« Er zeigte auf eine Stelle oberhalb der Leistengegend. »Sie müssen mich nächstens einmal untersuchen – leider habe ich Angst davor. Wenn es etwas Schlimmes ist, möchte ich es gar nicht wissen!«


Dr. Warden lachte gutmütig.


»Ich komme heute noch bei Ihnen vorbei, Louba. Habe zufälligerweise sowieso nichts anderes vor. Wahrscheinlich werden Sie lediglich zu fett! – Bleiben Sie übers Wochenende in der Stadt, Brown?«


Hurley Brown nickte.


»Wir sind gerade mit der Aufklärung des Juwelendiebstahls vom Berkeley Square beschäftigt, und ich werde in der Angelegenheit heute nacht wahrscheinlich eine Verhaftung vornehmen müssen. Genial angelegt, die ganze Sache … muß ein schlauer Kopf gewesen sein – aber das haben Sie ja sicher alles in der Zeitung gelesen.«


Louba schaute auf die Uhr und erhob sich gemächlich.


»Ich erwarte Sie gegen 7 Uhr, Doktor.«


»In Ordnung, werde um diese Zeit bei Ihnen sein.«


Als Louba gegangen war, schaute Hurley Brown den Arzt an und verzog ein wenig das Gesicht.


»Ich kann den Menschen nicht ausstehen, John!«


»Nicht?« sagte der Doktor lässig. »Ich glaube, daß er gar nicht so schlimm ist, wie er tut. Vor allem ist er ungewöhnlich reich und ungewöhnlich orientalisch. Seine Mutter war eine Türkin, der Vater Malteser und wiederum der Sohn eines Griechen und einer Frau aus Smyrna.«


»Kennen Sie ihn eigentlich schon lange?« fragte Brown.


»Na, eine ganze Reihe von Jahren. Er ist wirklich gar nicht so schlimm. Und einmal hat er mir sogar sehr beigestanden, als ich in einer äußerst kritischen Lage war – das vergesse ich ihm nie.«


»Wissen Sie, daß Louba heiratet?«


Der Doktor blinzelte erstaunt. »Im Ernst?«


»Ja, er heiratet Beryl Martin, ein wirklich hübsches Mädel.«


»Ist Miss Martin nicht mit dem jungen Leamington verlobt?«


»Der Meinung war ich auch, Doktor. Aber anscheinend ist die Verlobung gelöst worden. Louba heiratet auf Grund einer Sondererlaubnis schon am nächsten Mittwoch, und anschließend will das glückliche Paar die Flitterwochen in Paris verbringen.«


Der Arzt kratzte sich gedankenvoll am Kinn.


»Sonderbar«, meinte er schließlich. »Hätte nie gedacht, daß Louba jemals heiratet.«