Monthly Archives: Januar 2012

Georges Bizet – Carmen

Georges Bizet

Carmen

Oper in vier Akten

Personen

Carmen

Don José, Sergeant

Escamillo, Stierfechter

Zuniga, Leutnant

Moralès, Sergeant

Micaëla, ein Bauernmädchen

Dancaïro,

Remendado, Schmuggler

Frasquita,

Mercédès, Zigeunermädchen

Soldaten

Strassenjungen

Cigarrenarbeiterinnen

Zigeuner

Zigeunerinnen

Schmuggler

Volk

Ort und Zeit der Handlung: Spanien 1820.

Erster Akt.

Ein Platz in Sevilla.

Nr. 1. Präludium.

Nr. 2. Scene und Chor.

CHOR DER SOLDATEN.

Diese Menge, im Gedränge!

Wie das kommt, geht und bleibt,

Närrisches Volk umher sich treibt.

MORALÈS.

Müssig hier vor der Wache Halle,

Dass die Zeit geht hin,

Raucht man und schwatzt und mustert alle,

Die vorüberziehn.

CHOR.

Diese Menge, im Gedränge usw.

MORALÈS.

Doch seht, da kommt mit bangem Zagen

Ein Mädchen zu uns – irr ich nicht;

Sie blickt umher, scheint zu zögern und zu fragen.

CHOR.

Ihr beizustehn ist unsre Pflicht.

MORALÈS.

Was suchst du, hübsche Kleine?

MICAËLA.

Ich? ich such einen Sergeant.

MORALÈS.

Sieh ihn hier – in mir!

MICAËLA.

Nein, Ihr seid der nicht, den ich meine,

Don José – so wird er genannt.

MORALÈS.

Don José – ist uns wohl bekannt.

MICAËLA.

Gewiss? So find ich ihn hier? Sie verzeihen!

MORALÈS.

Sergeant ist er, ganz recht, doch nicht in unsern Reihen.

MICAËLA.

Nicht hier? Ich dachte ja.

MORALÈS.

Mein holdes Mädchen, er ist nicht da.

Doch warte hier und sei nicht bang,

Er kommt hierher, ‘s dau’rt nicht lang.

Er kommt hierher, wenn wir die Runde machen

Und werden abgelöst durch neue Wachen.

CHOR.

Er kommt hierher usw.

MORALÈS.

Willst du auf dem Platz da bleiben,

Liebes Kind, so zart und fein,

Langeweile zu vertreiben,

Komm unterdes zu uns herein.

MICAËLA.

Zu euch?

CHOR.

Zu uns!

MICAËLA.

Nein, nein, nein, nein,

Ihr Herrn Soldaten, das kann nicht sein.

MORALÈS.

Komm herein nur ohne Bangen,

Ich verspreche dir bestimmt,

Freundlich wirst du hier empfangen,

In allen Ehren, wie sich’s geziemt.

MICAËLA.

Ich weiss wohl zu schätzen diese Ehr,

Doch meine ich, ‘s wird besser sein, ich komm hierher

Wieder zurück, wenn Sie die Runde machen

Und werden abgelöst durch neue Wachen.

MORALÈS UND CHOR.

Bleibe doch hier, bis wir die Runde machen

Und werden abgelöst durch neue Wachen.

Bleibe doch da!

MICAËLA.

Nein, nein, nein –

Das kann nicht sein.

MORALÈS UND CHOR.

Bleibe doch da!

MICAËLA.

Auf Wiedersehn, ihr Herrn Soldaten –

Das kann nicht sein –

MORALÈS.

Seht hin sie eilen;

Wir müssen weilen.

Freunde, kommt, lasst uns wieder sehn

Nach Leuten, die vorübergehn.

CHOR.

Diese Menge, im Gedränge usw.

Nr. 3. Chor der Strassenjungen.

Schnell herbeigestürmt wie’s Wetter,

‘s kommen die Soldaten ja,

Hört der Trompete Geschmetter:

Trateratatata!

Wenn die Wachen aufmarschieren,

Gehn wir wie Soldaten mit,

Lasst voran uns defilieren:

Eins! Zwei! im gleichen Schritt.

Brust heraus, den Kopf nach oben,

Und die Arme ziehet an;

Rasch! nun die Füsse gehoben,

So marschier’n wir Mann für Mann!

Wir sind da! Tratateratatata!

Nr. 3 a. Rezitativ.

MORALÈS. Ein junges Mädchen, voll Liebreiz in ihrem ganzen Wesen, fragte uns nach dir. Blaues Kleidchen und blonde Zöpfe.

JOSÉ. Das war sie, Micaëla!

ZUNIGA. Ist nicht dort die Fabrik unsrer köstlichen Cigaretten, die beschäftigt so viele Mädchen?

JOSÉ. So ist’s, mein Offizier! Doch glaubet mir, nirgends findet Ihr mehr so flatterhafte Mädchen.

ZUNIGA. Mag’s drum sein, wenn sie nur schön sind.

JOSÉ. Ach, davon weiss ich wahrlich nichts, denn wenig kümmert mich wohl diese Gattung Mädchen.

ZUNIGA. Was dich bekümmert, Freund, ich weiss es wohl! ‘s ist ein junges, reizendes Mädchen, Micaëla, so nennt sie sich. Blaues Kleidchen und blonde Zöpfe. Nun, Freundchen, gesteh, hab ich recht?

JOSÉ. Ich gestehe, ‘s ist wahr, dass ich sie liebe. Doch wie gerufen kommen von dort die Mädchen der Fabrik. Sehet selbst und urteilt, ob sie Euch gefallen.

Nr. 4. Chor.

JUNGE LEUTE.

Eilen wir herbei mit der Glocke Tönen,

Auf die Mädchen hier warten wir am Ort –

Gehn wir ihnen nach, diesen braunen Schönen,

Flüstern ihnen zu manches süsse Wort!

CHOR DER SOLDATEN.

Seht sie da! wie keck ohne Scheu, diese Koketten,

Kommen lachend, rauchen dabei ihre Cigaretten.

CHOR DER CIGARRENARBEITERINNEN.

Seht, wie Raucheswolken ziehn

In die Lüfte

Kräuselnd dahin

Und verbreiten holde Düfte.

Sanft betäubet, schlürft den Rauch

Mit den Lippen,

Und wie im Hauch

Lasst uns süsse Wonne nippen.

Ist so ein Mann Liebe zu schwören bereit,

Das ist Hauch –

Sagt er, dass uns ist sein Leben geweiht,

Leicht wie Rauch –

Ein treues Herz in der Brust

Ist nur Hauch –

O süsser Schmerz, Liebeslust,

Das ist ein Hauch,

So leicht wie Rauch!

Seht, wie Raucheswolken ziehn

Dahin durch die Lüfte;

Ach! Sie verbreiten die lieblichen Düfte

Und ziehn sanft sich kräuselnd dahin. –

Duftger Rauch

Leicht wie Hauch!

CHOR DER SOLDATEN.

Doch wir sehen nicht Carmen in ihrer Mitte.

ALLGEMEINER CHOR.

Ah! sie kommt! Carmen naht mit flüchtigem Schritte.

CHOR DER JUNGEN LEUTE.

Carmen! sieh, wir folgen am Fusse dir.

Carmen, ach, sei artig, gib Antwort hier

Und nenn uns den Tag, wo dein Sinn endlich bricht,

Und wo dein sprödes Herz uns von Liebe spricht.

CARMEN.

Wann ich Liebe euch schenk? fürwahr, das weiss ich nicht,

Wohl niemals vielleicht – ‘s kann morgen schon sein –

Eins weiss ich gewiss: Heute? – Nein!

Nr. 5. Habanera.

CARMEN.

Ja, die Liebe hat bunte Flügel,

Solch einen Vogel zähmt man schwer;

Haltet fest sie mit Band und Zügel,

Wenn sie nicht will, kommt sie nicht her.

Ob ihr bittet, ob ihr befehlet,

Und ob ihr sprecht und ob ihr schweigt,

Nach Laune sie den erwählet,

Und heftig liebt, der stumm sich zeigt.

CHOR.

Ja, die Liebe hat bunte Flügel usw.

CARMEN.

Die Liebe von Zigeunern stammet,

Frägt nach Rechten nicht, Gesetz und Macht;

Liebst du mich nicht, bin ich entflammet,

Und wenn ich lieb, nimm dich in acht.

CHOR.

Die Liebe von Zigeunern stammet usw.

CARMEN.

Glaubst den Vogel du schon gefangen,

Ein Flügelschlag – ein Augenblick,

Er ist fort, und du harrst mit Bangen;

Eh du’s versiehst – ist er zurück.

Weit im Kreise siehst du ihn ziehen,

Bald ist er fern, bald ist er nah.

Halt ihn fest, und er wird entfliehen,

Weichst du ihm aus – flugs ist er da.

CHOR.

Glaubst den Vogel du schon gefangen usw.

Nr. 6. Scene.

CHOR DER JUNGEN LEUTE.

Carmen, sieh, wir alle folgen dir.

Carmen, ach, sei artig, gib Antwort hier,

Wann dein Sinn endlich bricht

Und dein Herz von Liebe uns spricht?

CHOR DER CIGARRENARBEITERINNEN.

Die Liebe von Zigeunern stammet usw.

Nr. 6a. Rezitativ.

JOSÉ. Ha, das heiss ich doch Unverschämtheit! Wie mit dem Sträusschen so geschickt sie mich traf, wie mit einer Kugel! Dieser Duft ist berauschend, und die Blume, wie schön! – Und das Mädchen – sollt wirklich Hexen es geben, ist sie eine, ganz gewiss.

MICAËLA. José!

JOSÉ. Micaëla!

MICAËLA. Ich bin da!

JOSÉ. Welche Freude!

MICAËLA. Mich hat die Mutter hergesendet!

Nr. 7. Duett.

JOSÉ. Wie? du kommst von der Mutter? Ach, die Teure, die Gute –

MICAËLA. Als Botin komm ich her und bring mit frohem Mute dieses Schreiben.

JOSÉ. Wie – ein Schreiben?

MICAËLA.

Und noch dies Stückchen Gold,

Um aufzubessern deinen knappen Sold.

Und noch –

JOSÉ.

Was noch?

MICAËLA.

Und noch, – wie soll ich’s sagen, –

Und noch hat mir die Mutter etwas aufgetragen,

Von hohem Wert für einen guten Sohn,

Wohl mehr als Gold und reicher Lohn.

JOSÉ.

So sprich, mein Mädchen, was sie gegeben?

Sag es mir!

MICAËLA.

Nun, wohlan, es sei!

Was sie von Herzen gab, ich überbring es treu!

Sonntag war’s, aus der Kirche gingen wir soeben,

Sie sprach zu mir mit sanftem Ton:

»Nun mach dich auf den Weg, nach der Stadt hinzureisen,

Gott sei mit dir, mein Kind, er wird den Pfad dir weisen.

Er führet sicher dich zu José, meinem Sohn,

Sag dem teuren Kind meiner Schmerzen,

Mutterliebe währt ew’ge Zeit,

Dass sie sein Bildnis trägt im Herzen,

Was er getan, sie gern verzeiht.

Lebe wohl!« sprach mit feuchtem Blicke

Sie zu mir, »und den heissen Kuss,

Den ich auf deine Lippen drücke,

Bring ihn dar als der Mutter Gruss.«

JOSÉ.

Einen Kuss meiner Mutter?

MICAËLA.

Für den Sohn gab sie mir;

Und wie ich ihn empfing, geb ich ihn treulich dir!

JOSÉ.

Ich seh die Mutter dort, sie ruft zurück mir im Bilde

Das stille Tal und das Haus, wo meine Wiege einst stand,

Ach, gerne denk deiner ich, mein teures Heimatland.

Es schlägt mein Herz so stark, und doch wird mir so milde.

Ich seh die Mutter dort, wo meine Wiege stand,

Ruft sie zurück im Bilde. –

MICAËLA.

Er sieht die Mutter dort, sie ruft zurück ihm im Bilde

Das stille Tal und das Haus, sein teures Heimatland.

Wie schlägt sein Herz so stark, und doch wird ihm so milde,

Er sieht die Mutter dort, wo seine Wiege stand,

Ruft sie zurück im Bilde.

JOSÉ.

Wer weiss es, welcher Dämon sich gegen mich wendet?

Selbst in der Ferne schützt mich der Mutter Wort –

Und dieser Kuss, den sie gesendet,

Entreisst mich der Gefahr, er sei mein Schirm und Hort.

MICAËLA.

Die Gefahr dich bedroht? welch Dämon kann das sein?

O vertrau es mir an.

JOSÉ.

Nichts! nein!

Lasse das Fragen, sei ohne Sorgen,

Und sag mir, wann heimwärts du ziehst.

MICAËLA.

Ich? diesen Abend, und bin bei der Mutter schon morgen.

JOSÉ.

Bei meiner Mutter? o sag, wenn du sie siehst;

Dass ich sie lieb aus vollem Herzen,

Mein Dasein nur ihr ist geweiht.

Mög es lindern der Trennung Schmerzen,

Dass sie liebt und verzeiht,

Dass ich treu dir ins Auge blicke,

Sag es ihr, und den heissen Kuss,

Den ich auf deine Lippen drücke,

Bring ihr den, als des Sohnes Gruss.

MICAËLA.

Ich schwör’s, den heissen Kuss, den gegeben du mir,

José, wie ich’s versprach, ich bring’ ihn treulich ihr.

JOSÉ, MICAËLA.

Ich seh die Mutter dort, usw.

Er sieht die Mutter dort, usw,

Nr. 7a. Rezitativ.

JOSÉ. Bleibe da, während hier den lieben Brief ich lese.

MICAËLA. Nicht doch, ich gehe jetzt und später kehr ich zurück.

JOSÉ. Warum willst du fort?

MICAËLA. Weil ich denke, dass besser es ist, wenn ich gehe; noch manches hab ich zu besorgen.

JOSÉ. Du kehrst zurück?

MICAËLA. Bald bin ich hier.

JOSÉ. Fürchte nichts, o Mutter! Dein Sohn wird deine Wünsche mit Freuden stets erfüllen. Lieb ich doch Micaëla, sie soll mein Weibchen sein, trotz deiner Blumen, du braune Hexe.

Nr. 8. Chor.

ZUNIGA.

Was ist dort geschehen?

CHOR DER CIGARRENARBEITERINNEN.

1. GRUPPE.

Kommt zu Hilf! hört ihr das Geschrei?

2. GRUPPE.

Kommt zu Hilf! Eilet schnell herbei!

1. GRUPPE.

Carmen begann den Streit,

2. GRUPPE.

Nein, nein, sie ist nicht schuldig! ‘s ist nicht wahr.

1. GRUPPE.

Sie war es, sie ist so ungeduldig,

Sie hat den ersten Streich getan.

2. GRUPPE.

Nein, höret sie nicht an.

O hört uns an

Carmen hat’s nicht getan,

Herr Soldat, hört uns an.

1. GRUPPE.

Nein, hört sie nicht an,

O hört uns an.

Nein, nein, sie hat’s getan!

Herr Soldat, hört uns an!

2. GRUPPE.

Mercédès beim Wickeln sprach:

Mir ist zuwider das Laufen,

Möchte einen Esel kaufen,

Reiten bis hierher gemach.

1. GRUPPE.

Carmen, wie es schon ihr Brauch,

Hob an mit spöttischen Mienen:

Wozu soll ein Esel dienen?

‘s ging mit einem Besen auch.

2. GRUPPE.

Mercédès nichts schuldig blieb,

Ihr Mundwerk geht wie am Schnürchen:

Wünsche ich mir so ein Tierchen,

Geschieht’s ja nur dir zulieb!

1. GRUPPE.

Auf dem Esel kannst verkehrt

In Parade du sitzen,

Aus der Stadt mit Nesselspitzen

Peitscht man dich, wie sich’s gehört.

ALLE.

Kaum heraus dieses Wort war,

Lagen sie sich in dem Haar,

Eh man’s versah, zu spät es war,

Lagen sie sich in dem Haar.

ZUNIGA.

Zum Teufel! mit dem Schrein und Plaudern!

Hinein, José! und nehmt mit Euch zwei Mann,

Sehet nach, was es gibt und schafft Ruh ohne Zaudern.

CHOR.

1. GRUPPE.

Carmen begann den Streit.

2. GRUPPE.

Nein, nein! sie ist nicht schuldig!

1. GRUPPE.

Sie ist so ungeduldig!

2. GRUPPE.

‘s ist nicht wahr!

1. GRUPPE.

Sie hat den ersten Streich getan.

ZUNIGA.

Heda! fort mit dem Weibsvolk und schafft freie Bahn.

CHOR.

Mein Herr! nein, höret sie nicht an,

Sie war’s, die es getan!

O hört uns an,

Die hat’s getan.

2. GRUPPE.

Carmen hat’s nicht getan,

Herr Soldat, hört uns an,

1. GRUPPE.

Nein, nein, sie hat’s getan

Herr Soldat hört uns an.

Carmen den Streit fing an,

Sie führt den blutigen Streich!

2. GRUPPE.

Mercédès hat’s getan!

Sie ging entgegen ihr gleich.

1. GRUPPE.

Carmen hat’s getan

2. GRUPPE.

Mercédès fing an.

1. GRUPPE.

Ja, ja, ja!

2. GRUPPE.

Nein, nein, nein!

ALLE.

Sie hat zuerst den Streich getan.

1. GRUPPE.

Carmen zuerst fing an

Sie war’s, sie hat’s getan.

2. GRUPPE.

Mércède’ hat’s getan

Sie war’s, sie hat’s getan.

Nr. 9. Lied und Rezitativ.

CHOR. Mein Offizier, ein Streit entspann sich droben, wohl zuerst nur in Worten, dann kam’s zu Messerstichen, ‘s ward ein Mädchen verwundet.

ZUNIGA. Und durch wen?

JOSÉ. Hier durch diese!

ZUNIGA. Du hast’s gehört, was hast du zu erwidern?

CARMEN.

Tralalalala!

Brenne, schneide und foltre, dass reden ich soll,

Tralalalala!

Doch, ich trotze dem Himmel, dem Eisen, dem Feuer.

ZUNIGA. Keine Lieder will hören ich, gib Antwort auf meine Frage sogleich.

CARMEN.

Tralalalala!

Das Geheimnis ist mein, und ich hüte es wohl.

Tralalalala!

Ja, ich lieb ihn, im Tode noch ist er mir teuer.

Rezitativ.

ZUNIGA.

Willst lassen das Singen du nicht,

Nun, so magst im Gefängnis du singen nach Lust.

CHOR.

Ins Gefängnis mit ihr.

ZUNIGA. Beim Teufel! leicht, wie es scheint, führt dein Händchen das Messer!

CARMEN.

Tralalalala.

ZUNIGA.

‘s ist doch schade um diese Kleine, reizend das Schmollen ihr lässt.

Doch gilt es hier, Ernst ihr zu zeigen.

Bindet ihr die Hände fest!

CARMEN.

Wo führst du mich hin?

JOSÉ.

Nach dem Befehl folgst du mir ins Gefängnis!

CARMEN.

Und kannst du mich nicht befreien?

JOSÉ.

Leider nein, folgen muss ich dem Befehl.

CARMEN. Doch ich weiss, dass für mich den Befehlen des Chefs du trotzest, alles tust, was ich von dir will, und warum? Weil du mich liebest!

JOSÉ. Ich dich lieben?

CARMEN. Ja, mein Freund! Die Blume, die ich dir geworfen, du weisst, die Blume der Hexe, die du in der Brust noch verbirgst, sie übt den Zauber.

JOSÉ.

Sprich nicht mehr zu mir, schweige still!

Nicht hör ich länger dich an!

Nr. 10. Seguidilla und Duett.

CARMEN.

Draussen am Wall von Sevilla

Wohnet mein Freund Lillas Pastia,

Dort tanze ich die Seguidilla

Und trink Manzanilla!

Dort, bei meinem Freunde Lillas Pastia.

Ach, besser ist es doch zu zweien,

Langweilig ist’s, allein zu sein.

So soll mir, seinen Arm zu leihen,

Der Liebste mein Begleiter sein.

Der Liebste mein? wenn ich ihn hätte!

Ich jagt ihn gestern erst davon.

Mein armes Herz ist ohne Zweifel,

Frei, wie der Vogel in der Luft.

Ich zähl die Liebsten dutzendweise,

Keiner gefällt mir sicherlich.

So schliesst die Woche im Geleise,

Und wer mich mag, den liebe ich.

Wer kommt mir denn liebend entgegen,

Wer findet wohl das rechte Wort?

‘s ist nicht Zeit, das zu überlegen,

Mit dem Liebsten muss schnell ich fort.

JOSÉ.

Jetzt schweig – ich hab das Sprechen dir verboten überhaupt.

CARMEN.

Ich sprach ja nicht mit dir, ich sing für mich nur eben,

Dabei denk ich – das Denken, mein ich, ist wohl erlaubt,

Ich denk an den Mann, lieb und wert,

An den Offizier, den ich lieb, mehr als mein Leben

Und dem mein Herz für ew’ge Zeit gehört.

JOSÉ.

Carmen!

CARMEN.

Mein Offizier ist, ich kann’s nicht verhehlen,

Nicht Kapitän, auch nicht Leutnant, er ist nur Sergeant,

Doch, was hat ein Zigeunerkind auszuwählen?

Bin zufrieden mit seinem Stand.

JOSÉ.

Carmen, ach, mir schwinden die Sinne,

Kaum mehr weiss ich, was ich beginne,

Dein Versprechen, es bindet dich,

Wenn ich dich liebe, ach, dann liebst du auch mich?

CARMEN.

Ja.

JOSÉ.

Bei Lillas Pastia!

CARMEN.

Wir tanzen dort die Seguidilla.

JOSÉ.

Wir tanzen dort.

CARMEN.

Trinken vereint Manzanilla.

JOSÉ.

Carmen! Du hältst dein Wort?

CARMEN.

Ach! draussen am Wall usw.

Nr. 11. Finale.

ZUNIGA.

Hier der Befehl! Nun geht und haltet gute Wache.

CARMEN.

Unterwegs geb ich dir einen Stoss

Mit der ganzen Kraft, und der lässet mich los;

Strauchle dann, falle hin, das andre ist meine Sache.

Von José abgeführt, lacht sie Zuniga ins Gesicht.

Die Liebe von Zigeunern stammet,

Fragt nach Rechten nicht, Gesetz und Macht;

Liebst du mich nicht, bin ich entflammet,

Und wenn ich lieb, nimm dich in acht!

Vorhang.

Zweiter Aufzug.

Zigeunerschenke.

Nr. 12. Zigeunerlied.

CARMEN.

Was ist des Zigeuners höchste Lust?

Wenn heimatliche Töne klingen,

Erinnerung mit leisen Schwingen

Ein süss Gefühl weckt in der Brust.

Hört ihr der Tamburinen Klang,

Das Rauschen der Gitarre-Saiten?

Wie lustig sie den Tanz begleiten;

Dazu ertönt Zigeunersang.

Tralalala!

Wie leuchten auf der Haut so braun

Die Ringe und das Goldgeschmeide;

Wie herrlich ist im bunten Kleide

Das Zigeunermädchen anzuschaun.

Der Tanz wird vom Gesang belebt,

Erst schüchtern, unentschlossen, leise,

Dann immer mehr im Wirbelkreise

Das Blut sich brausend in den Adern hebt.

Tralalala!

Zigeuner hält mit starkem Arm

Den Leib der Tänzerin umfangen.

Wie glühen Augen ihr und Wangen,

Ihm wird ums Herz so wohl und warm.

Wie hebet freudig sich der Sinn,

Dem Klang der Instrumente lauschend,

Im Gedränge sich wild berauschend,

Der Zigeuner fliegt im Tanz dahin.

Tralalala!

CARMEN, FRASQUITA, MERCÉDÈS.

Tralala, tralala!

Nr. 12a. Rezitativ.

FRASQUITA. Ihr Herren, Pastia sagt –

ZUNIGA. Was will er denn von uns, der gute Pastia?

FRASQUITA. Er sagt, der Herr Corregidor will, dass man schliesse die Schenke.

ZUNIGA. Nun denn, so gehen wir. Ihr aber kommt doch mit?

FRASQUITA. Nicht doch, wir bleiben hier.

ZUNIGA.

Und du, Carmen, du folgst mir doch?

Du, Schelmin, gesteh es nur ein, dass du mir zürnst.

CARMEN. Ich zürnen Euch? Warum?

ZUNIGA. Der Soldat, den für dich man damals eingesperrt –

CARMEN. Ach, was ist aus dem Armen geworden?

ZUNIGA. Heut verliess er die Haft.

CARMEN. Er ist frei! O wie schön!

CARMEN, FRASQUITA, MERCÉDÈS. Gut Nacht, ihr lieben süssen Herrn!

Nr. 13. Chor.

Ein Hoch dem Torero!

Es leb Escamillo!

Ja, bringt ihm ein Hoch.

ZUNIGA. Seht mit Fackeln man begleitet hier den Sieger des Zirkus von Granada! Schnell, Herr Wirt, bringt uns Wein! Er soll hier mit uns trinken auf seinen letzten Sieg, und auf die Zukunft auch! Ein Hoch dem Torero.

ALLE.

Ein Hoch dem Torero!

Es leb Escamillo!

Ja, bringt ihm ein Hoch.

Nr. 14. Lied.

ESCAMILLO.

Euren Toast kann ich wohl erwidern.

Mit euch, ihr Herren, sind wir ja nah verwandt,

Und der Torero reicht seinen Brüdern,

Eilt er wie sie zum Kampf, die fröhliche Hand.

Saht ihr wohl schon am heiligen Feste

Den weiten Zirkus von Menschen voll?

Bis hoch hinauf sitzen die Gäste,

Lärmen und schrein, ein Getöse ist es wie toll,

Mancher zittert, und mancher schweiget,

Mancher blickt hinab mit wilder Wut,

‘s ist der Tag, wo sich der Tapfre zeiget

Und erprobt den wahren Mut.

Drum rasch voran, mit Mut voran! Ach! –

Auf in den Kampf, Torero!

Stolz in der Brust,

Siegesbewusst.

Wenn auch Gefahren dräun,

Sei wohl bedacht,

Dass ein Aug dich bewacht

Und süsse Liebe lacht.

CHOR.

Auf in den Kampf usw.

ESCAMILLO.

Plötzlich wie im Zauberkreise

Ein bang Entsetzen sich in den Zügen malt,

‘s herrscht Totenstille rings in dem Kreise,

Durch den Zwinger bricht heraus der Stier mit Allgewalt.

Er stürzt vor, treibt in die Enge

Ein stolzes Ross – es fällt – begräbt den Picador.

»Ah, bravo Toro!« heulet die Menge.

Wütend rennt der Stier im Kreise umher, Kopf hoch empor.

Die wucht’gen Hörner wild er senket,

Es fliesset rings das Blut – er brüllet fürchterlich.

Alles flieht – an den Pforten rüttelt –

Da tret auf den Kampfplatz ich

Mit Mut voran! Ach!

Auf in den Kampf usw.

CHOR.

Auf in den Kampf usw.

Nr. 14a. Rezitativ.

ESCAMILLO. Du Schöne, o sprich, sag deinen Namen mir, bei meinem nächsten Siege will laut ich ihn nennen.

CARMEN. Carmen, Carmencita, mein Herr, Euch zu dienen.

ESCAMILLO. Sag, wenn ich dich liebte, hätt ich Hoffnung?

CARMEN. Jenun, beim Warten ist nichts zu verlieren.

ESCAMILLO. Die Antwort ist wohl nicht sehr zärtlich, doch ich lasse die Hoffnung nicht schwinden und warte.

CARMEN. Ich kann’s Euch nicht verbieten, auch ist Hoffnung so süss.

ZUNIGA. Da du mir nicht folgst, holdes Kind, so komm ich wieder.

CARMEN. Wagt das nicht, rat ich Euch!

ZUNIGA. Bah! Ich wag es doch!

FRASQUITA. Kommt herein, sagt, was gibt’s Neues!

DANCAÏRO. ‘s ist nicht so schlecht, was ich berichte. Heut Nacht sollen wir Waren schaffen zur Stadt, jedoch dazu brauchen wir euch.

FRASQUITA, MERCÉDÈS, CARMEN. Ihr brauchet uns?

DANCAÏRO. Ihr müsst die Zöllner halten uns fern.

Nr. 15. Quintett.

DANCAÏRO.

Ich hab ein Geschäft vorzuschlagen.

FRASQUITA UND MERCÉDÈS.

Ist’s auch was Gutes? saget mir.

DANCAÏRO.

Wunderbar und wird uns was tragen;

Jedoch dabei sein müsset ihr.

FRASQUITA, MERCÉDÈS, CARMEN.

Wie wir? im Ernst? dabei sein müssen wir?

DANCAÏRO, REMENDADO.

Ja, ihr, im Ernst, dabei sein müsset ihr.

Denn wir gestehen es in Demut ein,

Wir sind dafür viel zu schwach, allein.

Wo es sich dreht um Schurkerei,

Spitzbüberei und Prellerei,

Hat man gewonnen sicher viel.

Ist so ein Weib mit in dem Spiel.

Wo das fehlt,

Der Mann sich nur quält,

Und bringt nichts von der Hand

Zu Stand.

FRASQUITA, MERCÉDÈS, CARMEN.

Wo das fehlt, usw.

DANCAÏRO, REMENDADO.

Gesteht es ein,

Es muss so sein.

FRASQUITA, MERCÉDÈS, CARMEN.

Wir sehen es ein,

Es mag so sein!

ALLE.

Wo es sich dreht um Schurkerei usw.

DANCAÏRO.

Nun abgemacht, ihr seid dabei?

FRASQUITA, MERCÉDÈS.

Nun denn, es sei!

DANCAÏRO.

Doch allsogleich!

CARMEN.

Ach! nur ein Wort!

Wenn ihr beide so wollt, geht fort.

Ich wünsch euch viel Glück auf die Reise;

Doch ich bleib da, geht ohne mich!

DANCAÏRO, REMENDADO.

Ach, das ist seltsam, sicherlich.

Hast du bedacht? auf diese Weise,

Carmen, du lässest uns im Stich.

DANCAÏRO.

Doch den Grund sage uns, Carmen, so sprich!

FRASQUITA, MERCÉDÈS, DANCAÏRO, REMENDADO.

Sag den Grund!

CARMEN.

Ich will es ehrlich eingestehn.

DIE VIER ANDEREN.

So sprich! was ist’s?

CARMEN.

Warum ich nicht mit euch will gehn?

DIE VIER ANDEREN.

Nun denn?

CARMEN.

Weil ich innig liebe!

DIE VIER ANDEREN.

Ach, das ist gut, sie spricht von Liebe!

Wie, du liebst?

CARMEN.

Ja, ich liebe!

DANCAÏRO.

Ach, geh! Carmen, wer da ernsthaft bliebe!

CARMEN.

Bin verliebt mit rasender Glut.

DANCAÏRO, REMENDADO.

Ei! wunderbar, ich muss gestehen,

‘s ist drollig, wenn so Carmen spricht;

Und ist ja öfters schon geschehen,

Dass du vergessen Liebe, wie Pflicht!

CARMEN.

Ihr Freunde! ehrlich will ich’s sagen,

Ich geh mit euch heut abend nicht.

Ihr müsst darob euch nicht beklagen,

Doch der Lieb selge Lust gilt mir mehr als die Pflicht.

DANCAÏRO.

Das ist doch nicht dein letztes Wort?

CARMEN.

Ei, ganz gewiss.

REMENDADO.

Nur fort!

Auf deine Freunde nimm Bedacht.

DIE VIER ANDEREN.

O komm mit uns, Carmen, in dieser Nacht

Auf dich wir zählen,

Du darfst nicht fehlen,

Wir sagen’s frei.

CARMEN.

Ich weiss es wohl und stimm euch völlig bei.

ALLE.

Wo es sich dreht um Schurkerei,

Spitzbüberei und Prellerei usw.

Auf Ehre, wahrhaftig, es ist gewiss,

Dass man gewinnet viel,

Ist so ein Weib im Spiel,

Denn auf die Frauen

Kann man bauen.

Nr. 15 a. Rezitativ.

DANCAÏRO. Sag, wen erwartest du?

CARMEN. Den Soldat, von dem ich euch erzählt, der sich, um mich zu retten, selber einsperren liess.

REMENDADO. Fürwahr, der Spass war gut!

DANCAÏRO. Wer weiss, ob der sich’s nicht überlegt, her zu kommen. Bist du auch sicher, dass er kommt?

Nr. 16. Lied.

JOSÉ.

He, holla!

Halt! Wer da?

Mann von Alcala!

CARMEN.

Hört ihr ihn? – Er ist da!

JOSÉ.

Wo willst hinaus du da,

Mann von Alcala?

Meinem Feind entgegen,

Mit dem blanken Degen

In den Staub ihn legen.

Ist’s so in der Tat,

Dann passiert, Soldat!

Wo’s die Ehre gilt,

Wo ein holdes Frauenbild,

Sind wir alle da,

Wir von Alcala!

FRASQUITA.

Es ist ein Dragoner.

MERCÉDÈS.

Und wie hübsch er ist!

DANCAÏRO.

Ha, das wär für uns ein wackrer Kamerad.

REMENDADO.

Such ihn zu gewinnen.

CARMEN.

Niemals folgt er uns.

DANCAÏRO.

Den Versuch mache doch!

CARMEN.

Sei’s! ich will’s versuchen.

JOSÉ.

He, holla!

Halt! wer da?

Mann von Alcala!

Wo willst hinaus du da,

Mann von Alcala?

Treu in Tod und Leben

Zu dem Liebchen eben,

Dem ich mich ergeben.

Ist’s so in der Tat,

Dann passiert, Soldat!

Wo’s die Ehre gilt,

Wo ein holdes Frauenbild,

Sind wir alle da,

Wir von Alcala!

Nr. 16a. Rezitativ.

CARMEN. Bist du endlich da?

JOSÉ. Carmen!

CARMEN. Du kommst aus deiner Haft?

JOSÉ. Zwei Monate sass ich fest.

CARMEN. Du beklagst dich?

JOSÉ. Keineswegs! Zu leiden galt’s für dich! Viel mehr noch würd ich dulden!

CARMEN. So liebst du mich?

JOSÉ. Ob ich dich liebe?

CARMEN. Hier waren heut Offiziere als Gäste, es wurde auch getanzt

JOSÉ. Du hast getanzt?

CARMEN. Ich will wetten, dich quälet Eifersucht.

JOSÉ. Gewiss! Liebt ich dich sonst?

CARMEN. Nur sacht, mein Freund, nur sacht!

Nr. 17. Duett.

CARMEN.

Tanzen will ich zu Eurer Ehr,

Und Ihr sollt sehn, mein Herr,

Mich selber zu begleiten im stande bin ich.

Setzet Euch, Don José!

Nun beginn ich!

Carmen tanzt und schlägt die Castagnetten.

JOSÉ. O halte ein, Carmen! einen Moment, mein Leben!

CARMEN. Und warum? sprich, was gibt’s?

JOSÉ. Hörst du nicht? Das ist – ja, es sind die Trompeten, die das Zeichen geben, zur Heimkehr naht die Frist.

CARMEN.

Bravo! Bravo! will’s nicht behagen

Dem Herrn zu tanzen

Nach der Castagnetten Schlägen,

So schickt zum Glück

Der Himmel selbst die Musik.

JOSÉ. Nein, du verstehst mich nicht, Carmen, es ist das Zeichen, – ich muss nun fort, nach Haus, ins Quartier, zum Appell.

CARMEN.

Ins Quartier? Zum Appell?

Ha! wie töricht ohnegleichen

War doch mein gutes Herz,

Mit Lachen und mit Scherz,

In voller Lust bereit,

Zu kürzen ihm die Zeit.

Bald mit Tanz, bald mit Sang,

Und sag ich’s ohne Zwang,

Selbst mein Herz ward schwach!

Traterata! da beim Trompetenklang!

Traterata! springt er schnell in die Höh

Und will fort. – Nun, so geh!

Da nimm deinen Helm, den Säbel, das Gehänge –

Nun, mein Junge, so geh! zur Kaserne dich dränge!

JOSÉ.

O spotte nicht, Carmen! Wie unrecht tust du mir.

Mir bricht das Herz entzwei, soll ich von dannen ziehen.

Noch hat kein Weib vor dir, bei meinem Eid!

Erfüllt die Seele mir mit solchem heissen Glühen.

CARMEN.

Traterata! da ruft es zum Appelle!

Traterata! Ich komme noch zu spät!

O mein Gott! ‘s geht zum Appelle,

Ach, mein Kopf ist verdreht,

Hinweg! nur schnelle!

Ist das deine Liebe zu mir?

JOSÉ.

Du zweifelst noch an meiner Lieb zu dir?

CARMEN.

Lass mich!

JOSÉ.

Wohlan! so hör mich an!

CARMEN.

Nein, nein, ich will nichts hören,

Dein Beteuern und Schwören

Soll mich nimmer betören.

Nein, nein, nein!

JOSÉ.

Ja, ich will es so, höre mich an!

Er zieht aus der Brusttasche den Cassienstrauss hervor.

Hier an dem Herzen treu geborgen,

Die Blume, sieh, von jenem Morgen;

Entblättert, welk in Kerkerluft,

Behielt sie noch den süssen Duft.

Ach, wie bange sind die düstern Stunden

Dem geschlossnen Aug hingeschwunden!

Vom Duft berauschet, lag ich da –

In dunkler Nacht dein Bild ich sah.

Ich fluchte dir in wildem Grimme,

Und grollend sprach hier eine Stimme:

Warum doch fügt es das Geschick,

Dass du erschienst vor meinem Blick?

Dann die bittre Lästerung beklagend,

Dann bald hoffnungsvoll, dann verzagend,

Durchbebt mein Herz der stille Schmerz,

Ich bat zu Gott mit heissem Flehn:

Ach, teures Mädchen, dich wiederzusehn.

Da standest du vor meinen Blicken.

Klar fühlte ich, es war um mich getan,

Du meine Wonne, mein Entzücken!

Dein ist mein Herz, und ewig dir gehör ich an!

Carmen, ich liebe dich!

CARMEN.

Nein, du liebst mich nicht!

JOSÉ.

Ha, was sagst du?

CARMEN.

Nein, du liebst mich nicht, nein!

Denn, von Lieb gerührt,

Hätt’st längst du mich hinweg geführt.

Dort in der Felsen wilde Klüfte

Würdest du fliehen jetzt mit mir;

JOSÉ.

Carmen!

CARMEN.

Auf einem Pferde flögst du schier

Hin, wie ein Sturmwind brausend durch die Lüfte,

Auf dem Sattel die Braut vor dir,

Dort gibt es in der Berge Ferne,

Heimlichen Aufenthalt für dich,

Du folgtest gerne,

Liebtest du mich!

JOSÉ.

Carmen!

CARMEN.

Es hausen dort nur deinesgleichen.

Kein Offizier, dem blindlings gehorchen du musst.

Dort tönt zum Appelle kein Zeichen.

Das den Geliebten reisst von der liebenden Brust,

Offen die Welt, nicht Sorgen drücken,

Unbegrenzt dein Vaterland,

Nur dein Wille gilt als höchste Macht,

Und voran, das seligste Entzücken

Die Freiheit lacht.

JOSÉ.

O Gott! Carmen!

CARMEN.

Dort in der Felsen wilde Klüfte

Würdest du fliehen jetzt mit mir!

JOSÉ.

Ha, schweige!

CARMEN.

Komm, lass uns eilen fort von hier,

Auf einem Pferde flögst du schier

Hin, wie ein Sturmwind durch die Lüfte,

Auf dem Sattel die Geliebte vor dir,

Fühltest du Liebe zu mir.

JOSÉ.

Schweig, o schweig, hab Mitleid doch mit mir,

Mein Gott!

CARMEN.

O teurer Freund! ist bange dir?

O sprich: fühlst du nicht Lieb zu mir?

JOSÉ.

Ach lasse ab, o schweig, hab Mitleid mit mir!

O mein Gott! weh mir.

CARMEN.

Komm, lass uns fliehen weit von hier,

Dort in die Berge folge mir!

O fliehen wir, o folge mir!

JOSÉ.

Carmen, schweig, weh mir.

Nein! ich will nichts hören! o schweig!

Die Fahne verlassen, schnöde feig?

Welche Schande! entehrt mich zu sehen,

Nein! nimmermehr!

CARMEN.

Nun wohl! geh!

JOSÉ.

Carmen! hör mein Flehen!

CARMEN.

Nein! ich lieb dich nicht mehr! geh, ich hasse dich.

Nimmermehr siehst du mich! –

JOSÉ.

O höre, Carmen!

Wohlan! lebe wohl! auf ewig – leb wohl!

CARMEN.

So geh! Hinweg!

Nr. 18. Finale.

ZUNIGA von draussen.

Holla! Carmen – holla!

JOSÉ.

Wer klopft? wer ist da?

CARMEN.

O schweig!

ZUNIGA.

Ich öffne selber und komme!

Ach, pfui, da seht die Fromme!

Nicht glücklich ist die Wahl, ‘s macht wenig Ehre dir,

Da den Sergeanten nehmen, wenn dir winkt der Offizier!

Zu José.

Du, geh mach weiter.

JOSÉ.

Nein!

ZUNIGA.

Du gehst im Augenblick!

JOSÉ.

Ich weiche nicht zurück.

ZUNIGA.

Unverschämter!

JOSÉ.

Zum Teufel! es ist um Euch getan!

CARMEN.

Halt ein, rühr ihn nicht an!

Zu mir, zu mir!

Zigeuner und Schmuggler erscheinen plötzlich von allen Seiten.

Mein Kapitän! Mein Offizier! es spielt die Liebe Euch

Fürwahr da einen schlechten Streich.

Denn, seht, Ihr kommet heut

Zu ungelegner Zeit;

Und leider sind gezwungen wir,

Soll nicht Verrat uns drohen hier,

Ein Stündchen Euch der Freiheit zu berauben.

DANCAÏRO UND REMENDADO.

Mein lieber Herr, wir bitten sehr,

Verlassen müssen wir dies Haus, Ihr wollt erlauben,

Ihr geht doch mit sogleich,

Wenn wir ersuchen Euch?

CARMEN.

Die Abendluft geniesset.

DANCAÏRO UND REMENDADO.

Ihr willigt ein?

Nun sprecht, was Ihr beschliesset.

ZUNIGA.

Ei, ganz gewiss, um so mehr,

Als ihr höflich seid!

Und so gewichtgen Gründen widersteht man schwer.

Doch hütet euch, treff ich euch in spätrer Zeit.

DANCAÏRO.

Du mein Gott! ‘s ist so Kriegsgebrauch,

Doch, unterdes, mein Offizier,

Ist’s Euch gefällig – gehen wir!

REMENDADO UND DIE MÄNNER.

Ist’s Euch gefällig – gehen wir!

CARMEN.

Nun, bist du uns ganz zugewandt?

JOSÉ.

Ja, weil ich muss!

CARMEN.

Ach, das klingt nicht sehr galant.

Doch was liegt daran? Ganz unser du bist,

Wenn du erst siehst:

Offen die Welt – nicht Sorgen drücken

Unbegrenzt dein Vaterland.

Nur dein Wille gilt als höchste Macht,

Und voran: das seligste Entzücken,

Die Freiheit lacht!

ALLE.

O folg uns in felsige Klüfte,

Wilder, doch rein wehn dort die Lüfte,

Entschliess dich mit uns zu gehn,

Und du wirst mit Staunen sehn:

Offen die Welt, nicht Sorgen drücken;

Unbegrenzt dein Vaterland!

Nur dein Wille gilt als höchste Macht,

Und voran: das seligste Entzücken,

Die Freiheit lacht!

Vorhang.

Dritter Aufzug.

Wilde Gebirgsgegend, dunkle Nacht.

Nr. 19. Sextett und Chor.

CHOR.

Nur mutig die Schlucht hinab, ihr Kameraden,

Dem, der waget, reicher Lohn gebührt,

Doch behutsam, auf rauhen Pfaden

Ein falscher Tritt zum Abgrund führt.

CARMEN, FRASQUITA, MERCÉDÈS JOSÉ, DANCAÏRO, REMENDADO.

Trefflich belohnt sich die Mühe fürwahr,

Doch eh’ man an das Ziel gelangt, gilt’s klug sein und verwegen,

Wir führen hier ein Leben voll Gefahr.

So winket uns auf sonniger Höh, in tiefer Schlucht entgegen,

Ob uns Blitze bedrohn oder tobt der Orkan,

Ob uns Felsen umstarren und Giessbäche schäumen,

Ob Soldaten wir finden auf unserer Bahn,

Die, in Dunkelheit spähend, die Pfade umsäumen!

Ohne Sorgen, nur mutig voran.

VORIGEN UND CHOR.

Nur mutig die Schlucht hinab usw.

Nr. 19 a. Rezitativ.

DANCAÏRO. Ihr ruhet hier ein Stündchen aus, Kameraden. Wir wollen uns erst überzeugen, ob der Weg auch frei ist, ob die Bresche im Walde nicht besetzt mit Wachen ist.

CARMEN. Worüber sinnest du?

JOSÉ. Ich erinnerte mich, dass nicht weit von hier lebt eine brave Frau, die noch für ehrlich mich hält. – Ach, leider täuscht sie sich.

CARMEN. Wer ist denn dieses Weibchen?

JOSÉ. Höre, Carmen, darüber lass jeden Scherz! ‘s ist meine Mutter!

CARMEN. Ei nun, geh doch wieder heim zu der Mutter, denn unser Handwerk passt doch nicht für dich, und das beste wär wohl, wenn du gingest noch heute.

JOSÉ. Verlassen soll ich dich?

CARMEN. Und noch heute!

JOSÉ. Von dir mich trennen, Carmen?! Sprichst du noch einmal solch ein Wort –

CARMEN. Willst du wohl gar mich töten? – Seine Blicke! sie verzehren mich! Doch was liegt wohl daran? Das Geschick mag sich erfüllen!

Nr. 20. Terzett.

MERCÉDÈS, FRASQUITA.

Mische, hebe, weissagen wir!

Drei Karten sind da, viere hier.

So lasset uns die Karten befragen,

Ja, ganz gewiss die Zukunft sie uns sagen,

Zeigt uns den Mann, der Lieb gesteht,

Und wer dies treue Herz verrät.

Nun denn – fang an.

FRASQUITA.

Da, ein Jüngling, schmuck von Gestalt,

Sein Herz fühlt für mich süsses Wehe.

MERCÉDÈS.

Der Meine ist reich, doch sehr alt,

Aber dennoch spricht er von Ehe.

FRASQUITA.

Er entführt mich auf seinem Ross,

Sprengt mit mir in felsige Klause.

MERCÉDÈS.

Ich sehe ein herrliches Schloss,

In dem ich als Königin hause.

FRASQUITA.

Ewig währt die Liebe zu mir,

Jeder Tag bringt Lust nur und Freude.

MERCÉDÈS.

Von Silber und Gold strotz ich schier,

Edelgestein, Perlen und Seide.

FRASQUITA.

Wohl hunderte folgen ihm nach,

Banditenchef ist sein Gewerbe.

MERCÉDÈS.

Da sieh, und der Meinige!

Ach ja!

Er stirbt – Ach!

Ich bin Witwe und erbe!

FRASQUITA, MERCÉDÈS.

Ach, wie gut das ist, die Karten zu fragen.

Ja, ganz gewiss die Zukunft sie uns sagen!

Zeigt uns den Mann, der Lieb gesteht,

Und wer dies treue Herz verrät!

MERCÉDÈS.

Das Glück!

FRASQUITA.

Die Lieb!

CARMEN.

Lasst sehn, was für mich übrig blieb?

Carreau, Pique! – der Tod!

Wohl les ich, was uns droht,

Früher für mich – später für ihn – der Tod.

Wenn dir die Karten einmal bittres Unheil künden,

Vergebens mische sie,

So oft du frägst, du wirst die gleiche Antwort finden,

Die Karten lügen nie.

Ist dir bestimmt im Schicksalsbuch das Glück, der Segen,

So mische unverzagt,

Stets auf dieselbe Art wird sich die Karte legen

Und dir nur Gutes sagt.

Hat aber prophezeit den Lebenslauf zu enden,

Des Schicksals Machtgebot,

Die Karten unerbittlich magst du drehn und wenden,

Sie künden stets den Tod.

Dann mische zwanzigmal mit zitternd bangen Händen

Die Karten, unerbittlich, sie künden stets den Tod.

Mir droht der Tod, ewig der Tod.

FRASQUITA, MERCÉDÈS.

Wie schön das ist, die Karten zu fragen usw.

Das Glück, die Lieb, wie schön – o Gott!

CARMEN.

O düstres Los, mir droht – der Tod.

Nr. 20 a. Rezitativ.

CARMEN. Was gibt’s?

DANCAÏRO. Wir wollen versuchen durchzukommen, hoffentlich wird’s gehn. Ihr bleibet hier, José, bewachet unsre Waren.

FRASQUITA. Der Weg ist nicht ganz frei?

DANCAÏRO. Nein! Am Walle die Bresche, sie ist besetzt, drei Zöllner wachen dort, ich sah sie selbst. Ihr müsst uns von ihnen befrein.

CARMEN. Nehmet nur die Waren und geht, ihr kommet durch, wir stehn dafür.

Nr. 21. Ensemble.

FRASQUITA, MERCÉDÈS, CARMEN.

Ach, die Zöllner sind nur Sünder,

Lieben ja die Frau’n und hübsche Kinder,

Und mancher spielt gerne den Galan,

Ach, lasst uns, wir schaffen freie Bahn!

ZIGEUNERINNEN.

Ach, die Zöllner sind nur Sünder usw.

ALLE.

Zöllner sind Sünder!

MERCÉDÈS.

Aber öfters zart und fein.

ALLE.

Lieben die Frau’n –

CARMEN.

Werden uns auch günstig sein.

ALLE.

und hübsche Kinder

FRASQUITA.

Wollen ihrer Huld sich freun!

MERCÉDÈS.

Ein braver Zöllner lässt uns zur Stadt hinein.

ALLE FRAUEN.

Ach, die Zöllner sind auch Sünder usw.

DANCAÏRO, REMENDADO, MÄNNER.

Die Zöllner sind ja doch nur Sünder,

Sie lieben Frau’n und hübsche Kinder,

Und mancher spielet den Galan,

Drum lasset sie gewähren, denn sie schaffen freie Bahn.

FRASQUITA, MERCÉDÉS, CARMEN.

Hier gilt es nicht Kämpfe, nicht Schlachten,

Es ist ein Krieg anderer Art,

Ein wenig schwärmen oder schmachten

Ein süsses Wort, freundlich und zart

Sollten sie gar Küsschen verlangen,

Gibt man sie auch, was liegt daran?

ALLE FRAUEN.

Doch zum Ziele wird man gelangen,

Wir kommen durch, frei ist die Bahn.

ZIGEUNERINNEN.

Die Conterbande langet an!

ALLE.

Die Zöllner sind ja doch nur Sünder,

Lieben Frau’n und hübsche Kinder,

Und mancher spielet den Galan.

ALLE FRAUEN.

Lasset uns, wir schaffen freie Bahn,

Lasset uns voran!

Ja, voran

Frei ist, die Bahn!

Nr. 22. Rezitativ und Arie.

MICAËLA. Hier in der Felsenschlucht sollen hausen die Schmuggler. Hier soll er sein, ich werd ihn sehn. – Mir wird so bang an diesem Schreckensorte. O mein Gott, gib Kraft mir, ihn zu retten!

Ich sprach, dass ich furchtlos mich fühle,

Und, trotz Gefahr, Mut meine Seele belebt. –

Doch wenn ich auch die Tapfre spiele,

Vor Angst und Schreck mir das Herz erbebt.

Wild ist der Ort, voll Grauen,

Und ich bin hier allein; doch Mut – was zag ich mehr?

Ja, nur auf ihn dort will ich bauen,

Du wirst mich schützen, Gott, mein Herr!

Jenem Weibe nah’ ich mit Bangen,

Das frech sein reines Herz getrübt,

In ihrem Netze hält sie gefangen

Den Mann, den ich so heiss geliebt.

Man sagt, sie sei schön und gefährlich,

Ach, sie zu sehen, welche Pein!

Doch darf ich erbeben? Nein, o nein!

Vor sie tret ich offen und ehrlich:

Ach, nur Mut wird Gott der Schwachen leihn,

Mein Gott, du wirst mir Mut verleihn,

Ja, ich sprach usw.

Nr. 22a. Rezitativ.

MICAËLA. Doch täusch ich mich nicht? – Dort, dort auf jenem Felsen, er ist’s, José – José! – Er scheint mich nicht zu sehn. Doch was ist das? – Er legt an sein Gewehr – Gott, meiner Kraft hab ich allzuviel zugetraut!

ESCAMILLO. Eine Linie tiefer, und alles wär vorbei!

JOSÉ. Wer da? Stehet still!

ESCAMILLO. Ei, sachte nur, mein Freund!

Nr. 23. Duett.

ESCAMILLO.

Ich bin Escamillo – in dem Stierkampfe Sieger!

JOSÉ.

Escamillo?

ESCAMILLO.

Ich bin’s!

JOSÉ.

Hab gehört schon von Euch.

Willkommen seid Ihr hier, doch wahrlich, es wär klüger,

Wenn nicht hierher Ihr kämt.

ESCAMILLO.

Es war ein dummer Streich.

Aber ich bin verliebt, mein Freund, will’s ehrlich sagen,

Und in der Tat, es däucht kein echter Spanier mir,

Der für sein Liebchen nicht das Leben wollte wagen.

JOSÉ.

Dieses Liebchen, o sprecht – ist es hier?

ESCAMILLO.

Ganz gewiss. – Zigeunerin, so wie es scheint.

JOSÉ.

Wie ist ihr Name?

ESCAMILLO.

Carmen!

JOSÉ.

Carmen!

ESCAMILLO.

Carmen – ja, mein Freund.

Es hat bis jetzt ihr Herz einem Soldaten angehört,

Der ihr zulieb verliess des Regimentes Fahne.

JOSÉ.

Carmen!

ESCAMILLO.

Sie liebten sich – vorbei ist’s, wie ich ahne.

Carmens Liebe nie länger als sechs Wochen währt.

JOSÉ.

Und doch seid Ihr verliebt?

ESCAMILLO.

Ei, freilich.

Verliebt, mein teurer Freund, zum Wahnsinn,

Ihr findet’s wohl verzeihlich.

JOSÉ.

Doch wenn man ein Zigeunerkind dem Stamme entrissen

So zahlt man auch, das müsst Ihr wissen!

ESCAMILLO.

Wie? Man bezahlt? Sei’s – desto besser!

JOSÉ.

Nur eine Münze gilt: »Das blinkende Messer«.

ESCAMILLO.

Das blinkende Messer?

JOSÉ.

Versteht Ihr wohl?

ESCAMILLO.

Ach, der Fall ist ja klar.

Und der Soldat, Ihr seid es ohne Zweifel,

Der Carmens Liebster ist – oder war.

JOSÉ.

Ja, alle Teufel!

ESCAMILLO.

Das freut mich wirklich sehr.

So wagen wir den Kampf, er gereicht mir zur Ehr.

JOSÉ.

Ha! er wagt es, mich zu höhnen,

Wild erwacht in mir die Wut –

Sein Blut kann nur den Schimpf versöhnen,

Fliessen soll sein Blut!

ESCAMILLO.

Eitler Liebe wollt ich frönen,

Und nun gilt es Kampfesmut,

Ich finde statt der Schönen

Den Liebsten, das ist gut!

BEIDE.

Mag der Kampf entscheiden;

Nun wehre dich!

‘s gilt einem von beiden –

Sei’s Hieb – sei’s Stich.

Nr. 24. Finale.

CARMEN.

Halt ein! halt ein! José!

ESCAMILLO.

Ach! der Gedanke macht mich beben,

Dass Carmen selbst es war, die rettete mein Leben! zu José

Mein Soldat! lebe wohl! Auf bald’ges Wiedersehen.

Das Messer in der Hand – wir uns entgegenstehen,

Bestimm den Tag, wo sich der Kampf erneuern soll.

DANCAÏRO.

Es ist genug, lasst jetzt den Streit!

Wisst, wir müssen nun fort, mein Freund,

Entferne dich, es ist Zeit!

ESCAMILLO.

Nur noch ein Wort, bevor ich zu gehn bin bereit:

Ich lad euch alle ein, dort in Sevillas Mauern

Zum nächsten Stiergefecht, wo gefeiert ich bin,

Und ich sag nur ein Wort:

Wer mich liebt, der ist dort!

Mein Freund, was soll das Lauern?

Was ich sprach, ja, hat offnen Sinn,

Hier meine Freundeshand zum Abschied nehmet hin.

JOSÉ.

Hüte dich wohl, Carmen, müde bin ich der Qual!

ESCAMILLO von fern.

Auf in den Kampf, Torero,

Stolz in der Brust, siegesbewusst;

Wenn auch Gefahren dräun,

Sei wohl bedacht,

Dass ein Aug dich bewacht

Und süsse Liebe lacht!

Vorhang.

Vierter Aufzug.

Platz in Sevilla. Es ist der Tag eines Stiergefechtes. Auf dem Platze herrscht grosse Bewegung.

Nr. 25. Chor.

VERKÄUFER, VERKÄUFERINNEN.

Nur zwei Cuartos, nur zwei Cuartos!

Fächer zum fächeln kühler Luft,

Hier Orangen, welch süsser Duft,

Hier Programme, deutlich genau,

Hier Wein, hier Wasser, hier Cigaretten,

Nur zwei Cuartos, nur zwei Cuartos.

Señoras und Caballeros!

ZUNIGA.

Gebt Orangen, schnell.

VERKÄUFERINNEN.

Nehmet hier, den Damen mag es wohl bekommen!

EINE VERKÄUFERIN.

Schön Dank, mein schmucker Herr Offizier,

ALLE.

Hättet ihr die schönren genommen

Fächer zum fächeln kühler Luft usw.

ZUNIGA.

Zwei Fächer gib, gute Frau!

EIN ZIGEUNER.

Sehet hier die schönen Lorgnetten!

ALLE.

Nur zwei Cuartos usw.

Ballett.

Nr. 26. Marsch und Chor.

KINDER.

Ha, sie naht, es ist die Quadrilla!

CHOR.

Seht sie da, sie kommt herbei – es ist die Quadrilla.

Seht sie hier mit Schwert und mit Lanze,

Die Quadrilla der Toreros,

Wie das strahlt im sonnigen Glanze!

Schwingt hoch empor Mützen und Sombreros,

Ha, sie naht, es ist die Quadrilla der Toreros!

KINDER.

Ach, da kommen auch Alguazile!

Wo’s ein Fest gibt, fehlen die nie,

Leider sind es ihrer zu viele,

Hole doch der Teufel sie.

Hurra!

CHOR.

Hol der Teufel sie – hurra!

Grüssen wir die tapferen Reihn

Jener Männer, genannt »Chulos«.

Bravo! Viva! Lasst uns schrein:

Jenen tapfern Reihn Chulos,

Ein Hoch den Banderilleros!

Die Mienen tollkühn und verwegen,

Da seht! Geschmückt mit Bändern wunderbar,

Mit Golde ausgelegt die Degen,

Da seht! Begrüsst die wackre Schar!

Ein Hoch den Banderilleros!

Was sehn in der Sonne wir blitzen?

Es sind die Picadors – wie sind sie schön,

Wenn mit blanken, eisernen Spitzen

Kühn dem Stier sie entgegengehn.

Da kommt er! Der Tapfre! Escamillo!

Hoch ruft dem Torero!

Stolz in der Brust,

Siegesbewusst!

Dem in blutig heisser Schlacht

Stets das Glück treulich hat gelacht.

Escamillo erscheint. Neben ihm Carmen.

CHOR.

Hoch Escamillo!

Seht sie hier mit Schwert und mit Lanze usw.

Bravo, viva, bravo!

ESCAMILLO zu Carmen.

Liebst du mich treu und innig und willst mir angehören,

Dann sieh hin; dort im Kampf, sollst du stolz sein auf mich,

Wenn du wahrhaft liebst.

CARMEN.

Escamillo, ich lieb dich und ich kann dir es schwören,

Noch nie hab ich geliebt einen Mann, so wie dich.

BEIDE.

Ja – ich liebe dich!

MEHRERE STIMMEN.

Platz! Platz für den Señor Alkalde!

FRASQUITA.

Carmen, darf ich dir raten?

Geh fort und bleib nicht da!

CARMEN.

Und warum? sprich, was gibt’s?

MERCÉDÈS.

Er ist da!

CARMEN.

José?

MERCÉDÈS.

Ja! Don José,

In der Menge dort lauernd verbirgt er sich.

CARMEN.

Ja, ja, ich seh ihn.

FRASQUITA.

O, hüte dich! –

CARMEN.

Ich bin nicht das Weib, das sich fürchtet und zagt,

Ich erwart ihn – hör ihn an, was er sagt.

MERCÉDÈS.

Carmen, glaub mir und hüte dich.

CARMEN.

Ich fürchte nichts!

FRASQUITA.

O, hüte dich!

Nr. 27. Duett und Finale.

CARMEN.

Du bist’s?

JOSÉ.

Ich bin’s!

CARMEN.

Es ward mir schon die Kunde,

Dass du nicht weit entfernt, dass du mir stelltest nach;

Selbst Gefahr für mein Leben brächte diese Stunde,

Doch ich bin furchtlos – feige Flucht wäre Schmach.

JOSÉ.

Ich will dir ja nicht drohn – ich bitte – sieh mich beben.

Ich fleh zu dir, o Carmen! Die Vergangenheit sei vergeben.

Komm, ziehn wir beide fort,

Wir beginnen ein neues Leben

Weit von hier, an fernem Ort.

CARMEN.

Was du verlangst, es ist unmöglich!

Fern von mir ist Heuchelei,

Es bleibt mein Herz unbeweglich,

Und zwischen uns ist es vorbei,

Und was mein Los auch sei,

Zwischen uns ist es vorbei!

JOSÉ.

O Carmen, nur ein Wort noch höre,

Ach, zu mir wiederkehre;

Ich reisse ja aus diesem Abgrund dich

Und deine Ehre!

O folge mir, ich rette dich und mich.

CARMEN.

Nein, all dein Flehn ist vergebens,

Mag mir Tod auch künden dein Blick.

Und wär’s das Ende meines Lebens,

Nein, nein! ich weiche keinen Schritt zurück.

JOSÉ.

Carmen, nur ein Wort noch höre usw.

CARMEN.

Nicht länger mein Herz betör,

Es schlägt nimmermehr für dich,

Mag der Tod ereilen mich.

Eh’ ich zu dir wiederkehre,

Fest unwandelbar ist mein Entschluss;

Verlasse mich!

JOSÉ.

Wie, du liebst mich nicht mehr?

CARMEN.

Nein, ich liebe dich nicht mehr!

JOSÉ.

Doch all mein Hoffen und mein Lieben

Ist ewig treu nur dir geblieben.

CARMEN.

Wozu die Worte noch? sie klingen hohl und leer.

JOSÉ.

Carmen, mein Herz ist treu geblieben,

Wohlan! ich bleibe treu den Scharen,

Und bin Bandit wie sie,

Ich tue, was du willst,

Ja, höre wohl:

Wenn du der Liebe heisses Sehnen stillst.

Ach, denke doch vergangner Zeit zurück,

Wo wir so selig waren.

Zu deinen Füssen lieg ich hier,

Carmen, geh nicht von mir.

CARMEN.

Es weichet Carmen keinem Gebot!

Frei will ich sein, frei selbst noch im Tod.

CHOR im Zirkus.

Viva! Viva! ach, wie so herrlich!

In dem blutgen Sand wie gefährlich

Rennt der Stier dem Kämpfer entgegen,

Seht da, wie Escamillo zieht seinen Degen –

Wie das Tier gereizt auf ihn springt –

Ob der Stoss ihm glücklich gelingt?

Seht da, seht da, Victoria!

JOSÉ.

Wohin eilst du?

CARMEN.

Lasse mich!

JOSE.

Dem dort man Beifall schreit –

Ha! Er ist es, den du liebst!

CARMEN.

Lasse mich!

JOSÉ.

Bei meiner Seligkeit,

Du gehest nicht von hier!

Carmen! nein, folgen musst du mir.

CARMEN.

Lasse mich, Don José, ich kann nicht mit dir ziehn.

JOSÉ.

Du gehst zum Stelldichein? sprich! so liebst du ihn?

CARMEN.

Ich lieb ihn und selbst im letzten Augenblick

Sag ich’s laut: »Er nur ist all mein Glück.«

CHOR im Zirkus.

Viva! Viva! ach, wie so herrlich!

In dem blut’gen Sand wie gefährlich

Rennt der Stier dem Kämpfer entgegen,

Seht da, Escamillo zieht seinen Degen,

Siegsbewusst

Ihm zielt nach der Brust.

JOSÉ.

Dahin, was mir wert war und teuer,

Das Heil meiner Seele entflohn,

Indessen du – ein Ungeheuer,

In seinen Armen lachest Hohn!

Bei meinem Blut! – das darf nicht sein!

Carmen! du folgst mir! du bist mein!

CARMEN.

Nein, nimmermehr!

JOSÉ.

Zauderst du – ist’s um dich getan.

CARMEN.

Wohlan! so töte mich oder gib frei die Bahn!

CHOR im Zirkus.

Victoria!

JOSÉ.

So sprich dein letztes Wort,

Dämon! folgest du mir?

CARMEN.

Fort! Fort!

Diesen Ring, den du einst als Liebespfand gegeben,

Da!

JOSÉ.

Nun denn, so stirb!

Zieht seinen Dolch und stürzt auf Carmen los.

CHOR im Zirkus.

Auf in den Kampf, Torero!

Stolz in der Brust

Siegesbewusst!

Wenn auch Gefahren dräun,

Sei wohl bedacht, –

Dass ein Aug dich bewacht

Und süsse Liebe lacht.

JOSÉ stösst ihr den Dolch in die Brust. Sie sinkt nieder und stirbt.

Seht mich hier, blutgerötet,

Ja, ich hab sie getötet! –

Ach, Carmen! du mein angebetet Leben!

Alguazils und Soldaten treten vor, um José festzunehmen. Allgemeine Gruppe.

Ende.

Hector Berlioz – Béatrice et Bénédict

Hector Berlioz

Béatrice et Bénédict

Opéra comique en 2 actes

Personnages

Don Pedro, général de l’armée sicilienne (Basse)

Claudio, aide de camp du général (Baryton)

Bénédict, officier sicilien, ami de Claudio (Ténor)

Léonato, gouverneur de Messine

Héro, fille de Léonato (Soprano)

Béatrice, nièce de Léonato (Soprano)

Ursule, dame d’honneur d’Héro (Mezzo-soprano)

Deux Valets

Un Messager

Un Tabellion

Somarone, maître de chapelle (Basse)

Musiciens, Choristes

Peuple Sicilien

Seigneurs et Dames de la cour du gouverneur

La scène est à Messine.

Acte premier

Dans le parc du gouverneur de Messine

Au premier plan, à gauche, un petit bosquet, derrière lequel on peut, des deux côtés, se cacher ou d’où l’on peut se montrer; tout auprès, un siège de repos. A droite, en face, une statue; à ses pieds, des fleurs, dont quelques-unes peuvent être cueillies.

Dans le fond, une terrasse, élevée de quelques degrés, ouverte et accessible des quatre côtés, courant en travers de la scène. Du côté des spectateurs, et vers le fond de la scène’ elle débouche sur un escalier.

A gauche, la terrasse conduit vers les parties les plus sombres du parc; à l’entrée se voit une fontaine. A droite, la terrasse conduit au château du gouverneur. Dans la profondeur de la scène, la ville de Messine, en contre-bas.

En perspective, à droite, le palais du gouverneur, sur une colline; à ses pieds une partie de la ville; à gauche, la mer.

L’action commence en plein jour, et se poursuit jusqu’à l’arrivée de la nuit. A la fin, la lune se lève; la lumière se réfléchit sur la mer et les fontaines. Autant que possible, obscurité sur le parc à gauche; illuminer brillamment le château à droite.

La droite et la gauche sont prises du point de vue du spectateur.

Acte Premier

La scène représente le parc du gouverneur de Messine.

Scène première

Le peuple sicilien, entrant.

N° 1.

CHŒUR.

Le More est en fuite. Victoire!

Don Pedro s’est couvert de gloire.

A ses braves honneur!

Vive la Sicile!

Que les monts et la plaine, et la cour et la ville

Répètent le nom du vainqueur!

LES FEMMES.

Pour ce vaillant, cueillons des roses

A l’ombre des myrtes écloses!

LES HOMMES.

Pour ses nobles guerriers

Tressons des lauriers!

TOUS.

Le More est en fuite. Victoire!

Etc.

Scène II

Léonato, Héro, Béatrice.

LÉONATO. Enfin cette guerre est terminée! Les Mores ont été taillés en pièces, et les survivants ont été trop heureux de pouvoir remonter sur leurs vaisseaux et regagner l’Afrique, d’où ils ne seront pas tentés de revenir. Don Pedro, notre illustre général, arrive aujourd’hui même.

HÉRO. Ah! mon père, quel bonheur! et … Claudio le suit, sans doute?

LÉONATO. Assurément! Claudio n’est-il pas le bras droit du général?

BÉATRICE. Il est vrai, le général est si fort engoué de lui …

LÉONATO. Au reste, nous allons avoir des détails, on m’annonce un message.

Scène III

Les Mêmes, un Messager.

LE MESSAGER, remettant une lettre à Léonato. Monseigneur, je vous annonce l’arrivée du général. Quand je l’ai quitté, il n’était qu’à trois lieues de Messine.

LÉONATO, sans interrompre la lecture de sa lettre. Combien d’hommes avez-vous perdus dans cette action?

LE MESSAGER. Très peu, et aucun officier de marque.

LÉONATO. Le prix d’une victoire est doublé, quand le vainqueur ramène tout son monde. Je vois, par cette lettre, que Don Pedro a conféré d’éclatants témoignages de satisfaction au jeune Claudio.

HÉRO, à part, avec joie. Dieu!

LE MESSAGER. Il les a mérités par une conduite à laquelle Don Pedro à rendu justice, et il a été au- delà de ce que promettait son âge. C’est un agneau qui s’est conduit comme un lion.

BÉATRICE. Veuillez me dire, je vous prie, si le seigneur Matamore est de retour, ou non, de la guerre.

LE MESSAGER. Je ne connais dans l’armée personne de ce nom, madame.

HÉRO. Ma cousine veut parler du seigneur Bénédict.

LE MESSAGER. Oh! il est de retour, et aussi agréable que jamais. C’est encore un vaillant.

BÉATRICE. Vaillant auprès d’une dame; mais qu’est- il en face d’un guerrier?

LE MESSAGER. Brave devant un brave, et homme en face d’un homme. Lui aussi a, dans cette guerre, rendu d’importants services.

BÉATRICE. Vous aviez des vivres avariés, et il vous a aidés à les consommer. C’est un intrépide gastronome, il a un excellent estomac.

LÉONATO. Veuillez, monsieur, ne pas mal juger de ma nièce! Il y a entre elle et le seigneur Bénédict une guerre d’épigrammes, et ils ne se rencontrent jamais qu’il ne s’engage entre eux une escarmouche d’esprit.

BÉATRICE. Hélas! il a perdu beaucoup de son esprit dans notre dernière rencontre. Quel est maintenant son frère d’armes? Car il en prend un nouveau tous les mois.

LE MESSAGER. Est-il possible?

BÉATRICE. Très possible. Ses affections changent, comme la forme de sa toque, à chaque mode nouvelle.

LE MESSAGER. Je vois, madame, que ce gentilhomme n’est pas dans vos papiers.

BÉATRICE. Non! s’il y était, je les brûlerais tous. Mais qu’est, je vous prie, son frère d’armes?

LE MESSAGER. Il est habituellement dans la compagnie du noble Claudio.

BÉATRICE. Mon Dieu! il s’attachera à lui, comme la fièvre. On le gagne plus facilement que la peste, et à l’instant même on devient fou. Dieu soit en aide au noble Claudio! S’il a attrapé le Bénédict, il lui en coûtera plus de six mille ducats avant d’être guéri.

LE MESSAGER. Je tâcherai, madame, d’être de vos amis.

BÉATRICE. Je vous le conseille.

LÉONATO. Ma nièce, vous ne deviendrez jamais folle.

BÉATRICE. Non, tant que la canicule ne viendra pas en janvier.

LE MESSAGER. Je vais au devant du général. Il sort.

Scène IV

CHŒUR. Le More est en fuite. Victoire!

BÉATRICE, l’interrompant. Assez! assez! aurez- vous bientôt fini de nous chanter: Gloire et victoire, Guerriers et lauriers? Quelles rimes! Voilà les suites de la guerre! Je me sauve. Elle sort, Léonato la suit bientôt après.

HÉRO. Ne l’écoutez pas, mes amis. Continuez! Je suis heureuse, moi, de vous entendre et de partager votre joie.

Scène V

HÉRO, LE CHŒUR Héro parcourt les groupes en ayant l’air de se réjouir avec eux du retour de l’armée.

N° 2. – Chœur.

Le More est en fuite. Victoire!

Don Pedro s’est couvert de gloire.

A ses braves, honneur!

Vive la Sicile!

Que les monts et la plaine, et la cour et la ville

Répètent le nom du vainqueur!

Le Chœur sort en dansant.

Scène VI

HÉRO, seule.

N° 3. – Air.

Je vais le voir. Son noble front rayonne

De l’auréole du vainqueur.

Cher Claudio, que n’ai-je une couronne!

Je te la donnerais, je t’ai donné mon cœur.

Il me revient fidèle.

Plus d’angoisse mortelle!

Mes tourments sont finis,

Nous allons être unis!

De sa constance,

De sa vaillance,

Ma main sera le prix.

Scène VII

Don Pedro, accompagné de sa suite; Claudio, Bénédict, Léonato, Héro, Béatrice.

LÉONATO. Recevez mes félicitations, général! La Sicile est délivrée par vous. Notre île entière tressaille de joie et de reconnaissance.

DON PEDRO. Épargnez-moi, mon cher Gouverneur! je n’aime pas à entendre parler de ce que j’ai fait. Grâce à Dieu et à la valeur de ces jeunes braves Montrant Claudio et Bénédict, l’ennemi a pris la fuite, après des pertes énormes. J’en suis heureux autant que vous. Mais, n’en parlons plus! Nous avons, si je ne me trompe, un sujet plus doux d’entretien. Saluant Héro. C’est demain, n’est-ce pas, que …

Léonato lui fait signe de se taire, et l’emmène dans le fond en parlant bas.

BÉNÉDICT. Eh! mais, pourtant ce que nous avons fait n’est pas trop mal: cinq mille morts restés sur le champ de bataille …

CLAUDIO, courant à Héro, remonte. Chère Héro!

HÉRO. Cher Claudio! Ils s’éloignent vers le fond du jardin en causant.

BÉATRICE à Bénédict. Oh! sans doute, les héros de l’Iliade, Alexandre et César, ne sont rien auprès de vous, et ce serait pitié de parler, le même jour, de leurs exploits et des vôtres.

BÉNÉDICT. Eh! quoi, signora Dédain, vous vivez encore?

N° 4. – Duo.

BÉATRICE.

Comment le Dédain pourrait-il mourir?

Vous êtes vivant! on le verrait naître

S’il n’existait pas;

Et tant qu’ici-bas

Vous oserez paraître,

Pour son bon plaisir,

Il ne voudra pas en sortir.

BÉNÉDICT.

Aimable Dédain, on est trop heureux

D’endurer vos coups! Que ne suis-je maître

De suivre vos pas!

Oui, tant qu’ici-bas

Vous daignerez paraître

Pour ravir nos yeux,

Qui donc voudrait aller aux cieux?

BÉATRICE.

J’ai pitié de votre ironie!

BÉNÉDICT.

Moi, railler! certes, je le nie ….

Mais franchement, non.

Vous avez raison,

Je suis insensible,

D’humeur inflexible,

Et c’est un vrai bonheur pour nous,

Qu’adoré de toutes les femmes,

Enflammant, malgré moi, tant d’âmes,

Je ne sois point aimé de vous.

BÉATRICE.

N’ayez à ce sujet aucune inquiétude!

BÉNÉDICT.

De vous déplaire en tout je ferai mon étude,

J’aurais trop de chagrin de vous désespérer.

BÉATRICE.

Vous pouvez, sans effort, seigneur, vous rassurer.

ENSEMBLE.

Mais quel plaisir étrange

Trouvé-je à l’irriter!

Comme un cœur qui se venge,

Je sens le mien bondir et palpiter.

Un frisson de colère

Me prend quand je le / la vois;

Son rire m’exaspère,

Et je tremble à sa voix.

BÉNÉDICT.

Dieu du ciel, faites-moi la grâce

De ne pas femme m’octroyer,

Montrant Béatrice.

Brune, surtout!

BÉATRICE.

Quelle menace!

BÉNÉDICT.

Mieux vaut en enfer m’envoyer.

BÉATRICE.

Dieu du ciel, faites-moi la grâce

De ne pas m’imposer d’époux,

Montrant Bénédict.

Barbu, surtout!

BÉNÉDICT.

Quelle menace!

BÉATRICE.

Je le demande à deux genoux.

Reprise de l’ensemble

Mais quel plaisir étrange

Etc …

Béatrice sort.

Scène VIII

Bénédict, Don Pédro, se rapprochant avec Léonato, et suivi à quelque distance de Claudio et d’Héro.

LÉONATO, à Héro. Ma fille, suivez-moi!

Il l’emmène.

Scène IX

Don Pedro, Claudio, Bénédict.

Bénédict fait un mouvement pour sortir.

DON PEDRO. Bénédict, ne partez pas! Le gouverneur me charge de vous inviter à une fête qu’il donne ce soir dans son palais, et dont un de vos amis sera le héros. A Claudio. Vous y viendrez aussi, Claudio. Devinez-vous quel peut être cet ami de Bénédict?

CLAUDIO. Mon général … je ne sais … je n’ose croire …

BÉNÉDICT. Oh! c’est lui. Voilà le héros! Je le vois trembler.

DON PEDRO. En effet, c’est Claudio qui sera dès ce soir l’heureux époux de sa belle fiancée. A Claudio. La mission que vous m’aviez confiée a pleinement réussi. Léonato consent à ne plus retarder votre mariage.

CLAUDIO. Se peut-il?

DON PEDRO. Oui, et, dans l’espoir de cette réunion, instruit d’ailleurs dès longtemps de votre belle conduite à l’armée, il avait tout préparé pour la cérémonie. A ce soir, donc! L’exemple ne vous tente- t-il pas, Bénédict?

BÉNÉDICT. Moi?

N° 5. – Trio.

BÉNÉDICT.

Me marier? Dieu me pardonne!

Ah! j’aime mieux dans un couvent,

Moisir sous le froc tristement,

Et que l’univers m’abandonne.

CLAUDIO ET DON PEDRO.

Quelle fureur! Dieu vous pardonne

De maudire un lien charmant,

Et de préférer le couvent

Au bonheur que l’hymen nous donne!

BÉNÉDICT.

Oui, oui, plutôt moisir dans un couvent!

D’une femme, il est vrai que je reçus la vie;

Elle m’éleva, je l’en remercie;

Mais si, malgré tout, je ne me soucie

Que fort peu de porter de hauts bois sur le front,

Les femmes me pardonneront.

Par ma défiance,

De toutes les blesser je n’ai pas le vouloir;

Je ne saurais pourtant avoir

En l’une d’elles confiance,

Et ma conclusion,

C’est que je veux mourir garçon.

Ensemble.

BÉNÉDICT.

Me marier? Dieu me pardonne!

Ah! j’aime mieux, dans un couvent,

Moisir sous le froc tristement,

Et que l’univers m’abandonne.

CLAUDIO ET DON PEDRO.

Quelle fureur! Dieu vous pardonne

De maudire un lien charmant,

Et de préférer le couvent

Au bonheur que l’hymen nous donne!

CLAUDIO.

Impie!

DON PEDRO.

Ingrat!

CLAUDIO.

Blasphémateur!

BÉNÉDICT.

J’admire votre noble ardeur,

CLAUDIO.

Une douce compagne!

BÉNÉDICT.

Que la ruse accompagne

DON PEDRO.

Qui berce vos ennuis!

BÉNÉDICT.

Et qui trouble vos nuits!

CLAUDIO.

Une constante amie!

BÉNÉDICT.

Une intime ennemie!

DON PEDRO.

Qui vieillit avec vous!

BÉNÉDICT.

Qui vieillit avant nous!

CLAUDIO.

Un charme, une grâce!

BÉNÉDICT.

Qu’un hiver efface!

DON PEDRO

Un trésor d’amour!

BÉNÉDICT.

Qu’épuise an seul jour!

CLAUDIO.

Source de vie!

BÉNÉDICT.

Caquet de pie!

DON PEDRO.

Fidélité!

BÉNÉDICT.

Fragilité!

CLAUDIO.

Tendresse!

BÉNÉDICT.

Faiblesse!

DON PEDRO.

Cœur pur!

BÉNÉDICT.

Peu sûr!

CLAUDIO ET DON PEDRO.

Maître …

BÉNÉDICT.

Traître!

CLAUDIO ET DON PEDRO.

Doux!

BÉNÉDICT.

Houx!

Reprise de l’ensemble.

BÉNÉDICT.

Me marier? Dieu me pardonne

Etc.

CLAUDIO ET DON PEDRO.

Quelle fureur! Dieu vous pardonne!

Etc.

BÉNÉDICT.

Si jamais Bénédict au joug peut se soumettre,

Il consent, ou le diable m’emporte, à voir mettre,

Comme une enseigne, sur son toit,

Ces mots écrits: »Ici l’on voit

Bénédict, l’homme

Marié.«

DON PEDRO ET CLAUDIO.

Comme

Nous rirons tous, le jour

Qu’on le verra pâle d’amour.

Ensemble.

BÉNÉDICT.

Ah! l’étrange folie!

Non, jamais de ma vie,

De matrimoniomanie

Je ne vis un exemple égal.

Je ris de leur instance,

Et de leur persistance

A prôner le destin banal,

CLAUDIO ET DON PEDRO.

Ah! l’étrange folie!

Non, jamais de ma vie,

De matrimoniophobie

Je ne vis un exemple égal.

Rions de sa prudence,

Et de sa persistance

A craindre l’accident fatal!

BÉNÉDICT, ironiquement.

Je vous quitte, messieurs, vous me convertiriez.

Il sort à droite.

Scène X

Don Pedro, Claudio.

DON PEDRO. Par le ciel! Il faut que nous en venions à bout. La seule femme qui convienne à cet étourdi, c’est Béatrice.

CLAUDIO. Comme aussi le seul homme qui convienne à cette folle, c’est Bénédict.

DON PEDRO. Eh bien! laissez-moi faire et, si votre aimable fiancée veut me venir en aide, nous parviendrons è réaliser le projet de ce mariage invraisemblable, dont le Gouverneur vient aussi de m’entretenir, et nous verrons, avant qu’il soit peu, Bénédict l’homme marié. Je vais communiquer mon plan à Héro; suivez-moi chez elle! vous connaîtrez la comédie et le rôle que je prétends vous y faire jouer. Voici venir les musiciens que le seigneur Léonato veut, ce soir, faire entendre à la fête; ils viennent répéter leur épithalame.

CLAUDIO. Laissons-les à leur discordante étude!

Ils sortent à droite.

Scène XI

Somarone, suivi de Chanteurs et de Musiciens portant des hautbois.

Les vrais joueurs de hautbois restent à l’orchestre.

SOMARONE, venant de gauche. Allons! chacun de vous doit maintenant savoir sa partie, ou il ne la saura jamais; voyons l’ensemble. Ah! c’est un bel ouvrage, et que j’ai mis plus de huit jours à composer. Placez-vous, placez-vous! Ici!.. Ici donc!.. là, en me regardant. Bon! il me tourne le dos. Mais, malheureux, comment verras-tu la mesure? … Il faudra donc que je te la batte sur la tête ou sur les épaules? … Ah! j’oubliais … êtes-vous d’accord, vous autres?

UN MUSICIEN. Oui, oui, parfaitement!

SOMARONE. Voyons, donne ton la.

Le premier hautbois donne le la.

SOMARONE, à l’autre. Et toi?

Le second hautbois donne le la bémol qu’il tient en même temps que le la naturel du premier.

SOMARONE, portant la main à ses oreilles. Ah! aïe! Holà! Pouah! misérable! Veux-tu bien t’accorder tout de suite! … Il y a de quoi déchirer des oreilles d’âne. Voilà comment vous avez osé l’autre soir, exécuter ma sérénade! Vous avez juré de m’assassiner! Ils s’accordent.

SOMARONE, à peu près satisfait. Enfin!.. Y êtes- vous?.. Je n’ai plus à vous donner qu’une dernière instruction, mais la plus importante. Je ne ferai pas de longs discours sur ma musique. Il lève son bâton de conducteur en l’air, comme pour marquer la première mesure et, parcourant d’un regard superbe les rangs des exécutants.: Mesdames et Messieurs, le morceau que vous allez avoir l’honneur d’exécuter est un chef-d’œuvre! Comme çons! … Il bat la mesure.

N° 6. – Epithalame Grotesque.

CHŒUR Premier couplet, chanté fort.

Mourez, tendres époux

Que le bonheur enivre!

Mourez! pourquoi survivre

A des instants si doux?

Comme la nuit calme et rêveuse,

Qu’une mort bienheureuse

Descende paisible sur vous!

Mourez, tendres époux

Que le bonheur enivre!

Mourez! pourquoi survivre

A des instants si doux?

SOMARONE, aux choristes. Ah! mon Dieu! vous me beuglez cet épithalame comme un De profundis! Vous ne comprenez donc pas … ce … ce chef- d’œuvre?.. Un chant de bonheur! un chant d’amour! qui doit ravir en extase les mariés … la nuit … qui doit s’envoler … s’exhaler … comme un parfum d’harmonie vers leur chambre nuptiale!

Scène XII

Les précédents, Bénédict venant de droite.

BÉNÉDICT, à part, dans le fond. Je ne conçois pas qu’un homme, qui voit combien est insensé celui qui se soumet à l’empire de l’amour, puisse, en devenant amoureux, tomber dans l’insigne folie qu’il a ridiculisée dans autrui et s’offrir en butte à ses propres sarcasmes.

Somarone, pendant le monologue de Bénédict, examine attentivement un passage de sa partition.

SOMARONE. Un instant! je veux changer quelque chose à la seconde ritournelle.

Il écrit quelques notes au crayon sur son manuscrit.

BÉNÉDICT, continuant son monologue. Et cependant, tel est Claudio. J’ai vu un temps où l’harmonie la plus délicieuse à son oreille, c’était le son du fifre et du tambour, et maintenant il leur préfère de langoureuses mélodies! J’ai vu un temps où il eût fait dix lieues à pied pour voir une bonne armure; à présent, il passera dix nuits à combiner la coupe d’un nouveau pourpoint. Du diable si l’amour fait jamais de moi un sot de ce calibre!

Il disparaît.

SOMARONE, après avoir écrit, il va montrer le passage modifié, au 1er hautbois. Essaie-moi cela! Le hautbois joue quelques mesures.

BÉNÉDICT, pendant le solo de hautbois. Ah! des musiciens!.. une répétition!.. Écoutons!

SOMARONE. Très bien! Peste! à première vue! Oh! tu es un gaillard! J’écrirai pour toi un joli saltarello dans ma nouvelle messe.

Scène XIII

Don Pedro, Claudio, Somarone, Bénédict.

BÉNÉDICT, reparaissant dans un coin du jardin. Ah! voici le Général et notre amoureux chevalier.

DON PEDRO, à Somarone. Eh bien! nous ferez- vous entendre la musique en question?

SOMARONE. Oui, Excellence! oui, Altesse! Monseigneur … et avec de nouveaux agréments que je viens d’y ajouter. Il tend son bâton de chef d’orchestre à un domestique. Emportez ceci! et apportez-moi le bâton n° 37, le bâton ducal!.. Le domestique sort. C’est le bâton, Monseigneur, dont je me sers devant les personnes … les personnes de qualité, dans les circonstances … solennelles …

DON PEDRO. Certainement, mon cher Maestro, je suis très flatté … mais …

SOMARONE. Monseigneur, je connais mes devoirs. Le domestique revient et lui tend respectueusement sur un plat d’argent un bâton en ivoire et ébène. Somarone, prenant délicatement sur le plat le nouveau bâton, dit. Ivoire et ébène, Monseigneur; noir et blanc! Cela imprime à l’exécution un caractère à la fois riant et sombre.

DON PEDRO. Très bien!

SOMARONE. Et c’est précisément le double caractère du morceau que je suis fier de vous faire entendre. Aux musiciens. Riant et sombre, vous entendez; c’est la vie et la mort, tout est là … Allons! … à nous! Il bat la mesure avec toutes sortes de gestes exagérés. Don Pedro et Claudio sont assis sur un des côtés du théâtre. Sur l’autre côté sont le pupitre et l’estrade de Somarone. A sa droite et à l’entrée d’une des coulisses, on voit deux faux joueurs de hautbois devant leurs pupitres.

N° 6 bis. – Épithalame Grotesque.

Second couplet chanté doux

Mourez, tendres époux

Que le bonheur enivre!

Mourez! Pourquoi survivre

A des instants si doux?

Perdus dans l’extase infinie,

Oublieux de la vie,

Au ciel ensemble envolez-vous!

Mourez, etc.

DON PEDRO. Comment? »mourez.« Il ne faut pas que les époux meurent! Quelles diables de paroles est cela?

SOMARONE. Monseigneur, cela se dit en haute poésie.

DON PEDRO. Ah! en haute poésie … en haute … très bien!

SOMARONE, à part. Il est un peu … bourgeois, le général.

DON PEDRO. Après tout, les époux ne s’en porteront pas plus mal. D’ailleurs vos chanteurs prononcent les vers de telle sorte qu’on ne les entendra pas. Quant à la musique, mon cher maestro, ah! la musique.. elle est excellente … savante … A part. Je n’y a rien compris.

CLAUDIO. Ni moi non plus.

SOMARONE, bas à Don Pedro. Mais les chanteurs sont pitoyables.

BÉNÉDICT, bas, en se montrant à travers la charmille. Dis donc plutôt: impitoyables!

SOMARONE. C’est une fugue, monseigneur.

DON PEDRO. Ah! diable! et pourquoi une fugue?

SOMARONE. Le mot fugue veut dit fuite, et j’ai fait une fugue à deux sujets, à deux thèmes, pour faire songer les deux époux à la fuite du temps.

DON PEDRO. Bravo! c’est admirable. Musique symbolique!

SOMARONE. Philosophique!

CLAUDIO. Cabalistique!

BÉNÉDICT, bas. Et sudorifique, car il est en nage.

SOMARONE. Ah! si vous entendiez cela bien exécuté! …

DON PEDRO. Vous êtes trop sévère, vos choristes ont chanté d’une façon fort passable. Il parle bas è Claudio.

BÉNÉDICT. Si mes chiens avaient hurlé de la sorte, je les aurais pendus sans miséricorde. Pourvu que ces voix discordantes ne me présagent pas quelque malheur!

DON PEDRO, à Claudio. C’est convenu. A Somarone. Entendez-vous, maestro? Procurez-vous encore quelque chanteurs de choix, car ce morceau nous plaît, et nous voulons qu’il produise tout son effet, cette nuit, sous les fenêtres de la charmante Héro. Venez me trouver ensuite! j’aurai peut-être d’autres ordres à vous donner.

SOMARONE. Ah! … Ah! … Monseigneur, Excellence! … Altesse! … Général! … Vous prenez les grands moyens! … Ce sera superbe! … Il sort avec les musiciens.

Scène XIV

Don Pedro, Claudio, Léonato entrant, Bénédict, caché.

DON PEDRO. Eh bien, Léonato, avez-vous fait de nouvelles observations, et croyez-vous toujours Béatrice amoureuse de Bénédict?

LÉONATO. Plus que jamais, je venais pour vous en parler.

CLAUDIO, bas à Don Pedro. Avancez toujours, il nous écoute. Haut. Pour moi, je n’aurais jamais cru qu’elle pût se prendre d’affection pour un homme.

LÉONATO. Ni moi; mais le merveilleux de l’affaire, c’est de la voir aimer Bénédict, l’homme qu’elle paraissait abhorrer le plus.

BÉNÉDICT, à part. Serait-il possible? Et le vent soufflerait-il dans cette direction?

LÉONATO. Je vous avoue, général, que je ne sais qu’en penser. Mais vous ne pouvez concevoir jusqu’où va la violence de son amour pour lui.

DON PEDRO. C’est peut-être une feinte.

CLAUDIO. Je serais porté à le croire.

LÉONATO. Une feinte, dites-vous? Alors il faut convenir que jamais passion feinte ne contrefit à ce point l’énergie d’une passion véritable.

DON PEDRO. Par quels signes sa passion se manifeste-t-elle?

CLAUDIO, bas. Garnissez bien l’hameçon, le poisson va mordre.

LÉONATO. Par quels signes? On la voit assise, immobile.. A Claudio. Ma fille vous a dit en quel état …

CLAUDIO. Elle me l’a dit, en effet.

DON PEDRO. En quel état? Parlez! Vous me surprenez. J’aurais cru son cœur à l’épreuve de toutes les attaques de l’amour.

LÉONATO. Je l’aurais juré, surtout en ce qui concerne Bénédict.

DON PEDRO. Lui a-t-elle fait connaître ses sentiments?

LÉONATO. Non, elle jure de ne jamais les lui révéler.

CLAUDIO. Il est vrai, Héro l’assure. »Eh quoi, dit- elle, lui écrirais-je que je l’aime, après toutes les marques de dédain que je lui ai prodiguées?« Léonato. C’est ce qu’elle disait tout à l’heure en prenant la plume pour lui écrire. Elle a commencé une lettre qu’elle a presqu’aussitôt déchirée en mille morceaux, se reprochant d’être assez immodeste pour écrire à un homme qui ne fera que rire de ses avances. »Je juge de lui par moi, a-t-elle dit; s’il m’écrivait, je me moquerais do lui«.

CLAUDIO. Puis, fille est tombée à genoux, pleurant, sanglotant, s’arrachant les cheveux, se frappant la poitrine, exhalant à la fois des prières et des imprécations.

LÉONATO. Son exaltation, au dire de ma fille, a atteint maintenant un degré de violence à faire craindre qu’elle n’attente à ses jours.

BÉNÉDICT, à part. Je prendrais tout cela pour un piège, dans la bouche de tout autre que cette barbe grise: je ne puis croire que l’imposture se cache sous des dehors si vénérables.

DON PEDRO. Si elle s’obstine à cacher ses sentiments à Bénédict, il serait convenable que quelque autre se chargeât de l’en instruire.

CLAUDIO. A quoi bon? Il s’en ferait un jeu, et ce serait pour lui un prétexte à de nouveaux sarcasmes contre cette infortunée.

DON PEDRO. S’il en était capable, on ferait, en le pendant, une œuvre méritoire. Une femme aussi accomplie, vertueuse, à n’en point douter!

CLAUDIO. Et charmante!

DON PEDRO. Et d’une raison supérieure en tout, excepté dans son amour pour Bénédict.

LÉONATO. Oh! général, quand la raison est aux prises avec la passion, il y a dix à parier contre un que c’est la passion qui l’emportera. Je le déplore à juste titre, et comme son oncle et comme son tuteur.

DON PEDRO. Plût à Dieu qu’elle m’eût pris pour l’objet de sa folle tendresse! Mettant à l’écart toute haute considération, je l’eusse épousée. J’ai envie d’en parler à Bénédict pour voir ce qu’il dira.

CLAUDIO. N’en faites rien, mon Général! que plutôt Béatrice, cédant aux conseils d’Héro, étouffe son amour!

LÉONATO. Cela est impossible; son cœur périrait à la tâche.

Les personnages qui se sont peu à peu éloignés en causant, disparaissent.

BÉNÉDICT, sortant de sa cachette. Ce n’est pas une plaisanterie; leur conversation est sérieuse. Ils plaignent Béatrice; il paraît que sa passion est au comble. Elle m’aime! Je dois la payer de retour. J’ai entendu le blâme dont je suis l’objet … Il se cache.

Don Pedro, revenant avec Claudio et Léonato. Eh bien, nous reparlerons de cela avec votre fille; en attendant, laissons les choses comme elles sont. J’aime Bénédict, et je souhaiterais que, jetant sur lui-même un regard modeste, il s’avouât, en toute humilité, combien il est indigne d’une telle femme.

LÉONATO. Voulez-vous venir, Général? le dîner est prêt.

CLAUDIO, bas. Si, après cela, il n’en est pas amoureux fou, je ne veux plus compter sur rien.

Ils sortent à gauche.

Scène XV

BÉNÉDICT, se montrant tout à fait. Non, il faut que le monde soit peuplé! quand je disais que je mourrais garçon, je ne pensais pas devoir vivre jusqu’à ce que je fusse marié. Ils disent que Béatrice est belle, c’est une vérité que je puis certifier moi- même; qu’elle est vertueuse, je n’en disconviens pas; qu’elle montre une raison supérieure en tout, hormis dans l’amour qu’elle a pour moi. En effet, ce n’est pas une grande preuve de raison qu’elle donne là; ce n’est pas non plus une preuve de folie, car je vais être effroyablement amoureux d’elle.

N° 7. – Rondo.

Ah, je vais l’aimer, mon cœur me l’annonce.

A son vain orgueil je sens qu’il renonce.

Je vais l’admirer,

Je vais l’adorer,

L’idolâtrer!

Fille ravissante,

Béatrice! O dieux!

Le feu de ses yeux,

Sa grâce agaçante,

Son esprit si fin,

Son charme divin,

Tout séduit en elle,

Et sa lèvre appelle

Un baiser sans fin.

Ah! je vais l’aimer, mon cœur me l’annonce.

A son vain orgueil je sens qu’il renonce.

Je vais l’admirer,

Je vais l’adorer,

L’idolâtrer.

Chère Béatrice!

Ciel! il se pourrait …

Elle m’aimerait …

O joie! ô supplice!

Un pareil bonheur,

Est-il pour mon cœur?

Si c’était un songe!

O cruel mensonge!

O rage! ô fureur!

Non … Je vais l’aimer, mon cœur me l’annonce.

A son vain orgueil je sens qu’il renonce.

Je vais l’admirer,

Je vais l’adorer,

L’idolâtrer.

Voici la belle Héro et son amie, je ne me sens pas d’humeur en ce moment à faire de l’esprit avec elles. Je suis mal à mon aise. Allons rêver ailleurs! Il sort à gauche.

Scène XVI

Héro, Ursule.

HÉRO. Je sais bien bon gré à mon père de m’avoir dispensée d’assister à ce banquet. Je suis si fatiguée de tous ces préparatifs … Nous signons le contrat ce soir … Mon cœur est plein de joie; mais le bruit et la foule me sont insupportables.

URSULE. Voilà votre mélancolie qui vous reprend. Vous étiez si gaie tout à l’heure!

HÉRO. Oui, j’étais entrée dans l’esprit du rôle que mon père a voulu me faire jouer. C’était si plaisant de savoir ma cousine aux écoutes dans la chambre voisine de la mienne, pendant que nous faisions l’éloge de Bénédict, et que nous parlions de son violent amour pour elle! Amour qu’il est si loin d’éprouver et qu’il n’éprouvera jamais!

URSULE. Ah! non, certes! pas plus qu’elle n’aimera Bénédict. Ce sont deux êtres incapables d’un tendre sentiment, et surtout d’un tendre sentiment l’un pour l’autre.

HÉRO. Pourtant, la porte étant ouverte, je la voyais dans une glace sans qu’elle s’en doutât, et, au moment où tu as dit: »Le malheureux en mourra!«, elle a fait un mouvement si brusque que j’ai failli partir d’un éclat de rire qui eût tout compromis.

URSULE. N’importe! j’ai peine à croire que la ruse ait chance de succès.

HÉRO. Je ne le crois guère non plus. C’est pourquoi il ne faut pas pousser trop loin cette plaisanterie. Béatrice nous en voudrait à la mort, si elle se doutait que nous avons voulu nous moquer d’elle. Soupirant Ah! …

Elles vont s’asseoir sur un banc de gazon.

N° 8. – Nocturne.

URSULE.

Vous soupirez, madame!

HÉRO.

Le bonheur oppresse mon âme.

Je ne puis y songer sans trembler malgré moi.

Claudio! Claudio! Je vais donc être à toi.

Ensemble.

Nuit paisible et sereine!

La lune, douce reine,

Qui plane en souriant;

L’insecte des prairies,

Dans les herbes fleuries

En secret bruissant;

Philomèle

Qui mêle

Aux murmures du bois

Les splendeurs de sa voix;

L’hirondelle

Fidèle

Caressant sous nos toits

Sa nichée en émois;

Dans sa coupe de marbre

Ce jet d’eau retombant,

Écumant;

L’ombre de ce grand arbre

En spectre se mouvant,

Sous le vent;

Harmonies

Infinies,

Que vous avez d’attraits

Et de charmes secrets

Pour les âmes attendries!

2e Couplet.

URSULE.

Quoi? vous pleurez, madame!

HÉRO.

Ces larmes soulagent mon âme;

Tu sentiras couler les tiennes à ton tour,

Le jour où tu verras couronner ton amour.

Ensemble.

Respirons en silence

Ces rosés que balance

Le souffle du zéphir!

A sa fraîche caresse

Livrons nos fronts! … il cesse

Et meurt dans un soupir.

Nuit paisible et sereine,

Etc … Etc.

Elles s’éloignent en effeuillant des roses.

Acte Deuxieme

La scène représente un grand salon du palais du Gouverneur. Une porte à droite et une autre à gauche. On entend dans la salle voisine, par la porte de gauche, toute grande ouverte, un bruit de verres, d’assiettes et de voix confuses. Un domestique sort à la course de la salle du festin, traverse la scène et ressort par la porte opposée. Un autre paraît, exécutant l’évolution contraire, et entre dans la salle du festin. Le premier reparaît portant une grande fiasque de vin.

Scène première

Domestiques

Voix de la salle du festin.

Du vin! du vin!

PREMIER DOMESTIQUE. Oui! oui! On y va! Après le festin des maîtres, le festin des valets. Parce que c’est jour de noces, il faut que tout le monde ici fasse ripaille, jusqu’aux soldats du général, jusqu’à ces chanteuses, jusqu’à cette canaille de musiciens que Monseigneur a voulu festoyer aussi!

DEUXIÈME DOMESTIQUE, sortant de la salle du festin. Va donc leur porter ta dame Jeanne! Ils sont altérés comme les cendres de l’Etna. Et cela ne suffira pas encore.

PREMIER DOMESTIQUE. Je n’ai pas besoin de me presser. N’est-ce pas une honte qu’il nous faille servir de tels misérables?

DEUXIÈME DOMESTIQUE. Des soudards!

PREMIER DOMESTIQUE. Des bohémiens!

DEUXIÈME DOMESTIQUE. Des gourgandines!

PREMIER DOMESTIQUE. Des joueurs de flûte!

DEUXIÈME DOMESTIQUE. Oui, mais le Somarone a le pied leste, et ce gros âne, le bien nommé, vient de me le faire sentir … en un certain endroit …

PREMIER DOMESTIQUE. Il a rué?

DEUXIÈME DOMESTIQUE. Ah! et de quelle force! …

SOMARONE, de la salle du festin. Holà! valets! du vin donc! per Bacco!

PREMIER DOMESTIQUE. Le voilà qui brait maintenant! Allons, je vais le faire taire.

VOIX DE LA SALLE. Du vin! de par tous les diables, du vin! La cave est donc vide?

PREMIER DOMESTIQUE, se précipitant avec sa fiasque vers la salle du festin. Voilà, Messeigneurs! A l’autre. Reviens vite!

Il entre, le 2e domestique sort à la course.

VOIX DE LA SALLE DU FESTIN. Te moques-tu, maraud! une bouteille! Il en faut dix! Autres voix. Vingt! Autres voix. Cent! Alerte! décampe!

Le 1er domestique sort à la course de la salle du banquet; au moment où le 2e entre sur la scène par la porte opposée, portant une fiasque énorme sur chaque bras.

PREMIER DOMESTIQUE, tournant la tête du côté de la salle du festin. J’y vole, messeigneurs! J’y vole!

DEUXIÈME DOMESTIQUE, tournant la tête du côté de la porte par laquelle il entre, et ayant l’air de répondre à quelque interlocuteur éloigné. Impossible! on ne peut pas se passer de moi.

Les deux domestiques se heurtent l’un contre l’autre et tombent sur le théâtre.

PREMIER DOMESTIQUE. Butor!

DEUXIÈME DOMESTIQUE. Animal! Tu as failli me faire casser mes bouteilles. Au diable les gens serviles! Quel besoin as-tu de te presser ainsi?

PREMIER DOMESTIQUE. Eh! pardieu! ils ont le diable au corps, ils boivent à faire frémir, ils crient, ils chantent, ils vont faire improviser le Somarone.

DEUXIÈME DOMESTIQUE. Je veux entendre cela.

Il entre. L’autre sort du côté opposé. Chants dans la salle voisine Préludes de trompettes et de guitares, rumeurs de table.

SOMARONE. Je veux bien vous improviser quelque chose; mais accompagnez-moi tous; vous, les chanteuses, avec vos guitares, vous les soldats, avec vos trompettes, avec les tambourins, avec tous les instruments favoris de Mars et de Bacchus! Il chante.

N° 9. – Improvisation.

Le vin de Syracuse

Accuse

Une grande chaleur

Au cœur

De notre île

De Sicile,

Vive ce fameux vin

Si fin,

Vive ce fameux vin

Si fin!

LE CHŒUR.

Vive ce fameux vin

Si fin!

SOMARONE.

Mais la plus noble flamme,

Douce à l’âme

Comme au cœur

Du buveur,

C’est la liqueur vermeille

De la treille

Des coteaux de Marsala

Qui l’a!

LE CHŒUR.

Il a raison, et sa rare éloquence

S’unit à la science

Du vrai buveur.

Honneur

A l’improvisateur!

LE CHŒUR ET SOMARONE.

Ensemble.

Le vin de Syracuse

Accuse

Etc.

VOIX DIVERSES, parlé.

Bravo! Bravo! Voyons le second couplet!

SOMARONE, entrant sur la scène, suivi d’une partie du chœur. Le second! Ah! le second! Je ne suis pas plus embarrassé pour le premier. Je vous en improviserais trente.

VOIX DIVERSES. Non! non! C’est assez de deux! Allez, maestro! Silence, donc!

Les guitares et les trompettes restent dans la coulisse.

SOMARONE, chantant.

Le vin …

Le vin fin …

De Syracuse …

Accuse …

Oui, certes! le vin

De Syracuse …

LE CHŒUR.

Poète divin,

Ta muse

Abuse,

Tu le vois,

De notre patience.

Assez d’éloquence,

Rimeur aux abois,

Bois!

Le vin de Syracuse

Accuse

Une grande chaleur

Au cœur.

De notre île

De Sicile.

Vive ce fameux vin

Si fin!

Mais la plus noble flamme,

Douce à l’âme

Comme au cœur

Du buveur,

C’est la liqueur vermeille

De la treille

Des coteaux de Marsala

Qui l’a!

A la fin de ce chœur, le 1er domestique reparaît portant un panier plein de fiasques et de bouteilles d’énormes dimensions. Cris de joie à son entrée dans la salle du festin.

VOIX DIVERSES. Viva! Viva! A la bonne heure! Voilà un garçon intelligent!

SOMARONE. Portons le panier dans le jardin, nous y boirons au clair de lune.

VOIX. Oui, oui, c’est une idée. Nous danserons le Saltarello.

SOMARONE. Mais dansons et buvons vite, car l’heure de la cérémonie approche, et nous devons nous y présenter … dans un état … décent, s’il est possible.

VOIX DIVERSES.

Au jardin! Au jardin!

Ils sortent et traversent le théâtre en chantant.

Mais la plus noble flamme,

C’est le vin de Marsala

Qui l’a.

Scène II

Béatrice, entrant très agitée.

N° 10. – Air.

Dieu! que viens-je d’entendre?

Je sens un feu secret

Dans mon sein se répandre.

Bénédict … se peut-il? Bénédict m’aimerait?

… … … … … … … … .

Il m’en souvient, le jour du départ de l’armée,

Je ne pus m’expliquer

L’étrange sentiment de tristesse alarmée

Qui de mon cœur vint s’emparer.

Il part, me dis-je, il part, je reste!

Est-ce la gloire, est-ce la mort

Que réserve le sort

A ce railleur que je déteste?

Des plus noires terreurs

La nuit suivante fut remplie …

Les Mores triomphaient, j’entendais leurs clameurs.

Des flots du sang chrétien la terre était rougie.

En rêve je voyais Bénédict haletant,

Sous un monceau de morts, sans secours, expirant.

Je m’agitais sur ma brûlante couche.

Des cris d’effroi s’échappaient de ma bouche.

En m’éveillant, enfin, je ris do mon émoi.

Je ris de Bénédict, de moi,

De mes sottes alarmes …

Hélas! Ce rire était baigné de larmes.

Il m’en souvient, le jour du départ de l’armée,

Etc.

Je l’aime donc?.. Oui, Bénédict, je t’aime.

Je ne m’appartiens plus. Je ne suis plus moi-même.

Sois mon vainqueur,

Dompte mon cœur!

Viens, viens, déjà ce cœur sauvage

Vole au-devant de l’esclavage!

Adieu, ma liberté,

Ma frivole gaîté,

Adieu dédains, adieu folies,

Adieu, mordantes railleries!

Béatrice, à son tour,

Tombe victime de l’amour.

Scène III

Entrent Ursule et Héro, Béatrice.

HÉRO, entrant de gauche. Qu’as-tu donc, Béatrice? Quelle agitation! Je ne te vis jamais ainsi.

BÉATRICE. Moi?.. je … rien!

HÉRO. Allons! tu auras vu Bénédict, je gage. Tu ne peux le rencontrer sans te laisser aller à des accès de colère qui, pardonne à ma franchise! semblent peu dignes de toi.

URSULE. Et qu’il est si loin de mériter!

HÉRO. Ursule a raison; le caractère de Bénédict est bien changé, il ne parle maintenant de toi qu’avec des expressions qui t’étonneraient fort … Mais tu le hais à un point …

BÉATRICE. Assez, cousine!

HÉRO. C’est pourtant un brave et charmant gentilhomme.

URSULE. Plus à plaindre qu’à blâmer.

BÉATRICE. Si vous continuez, je vous quitte.

HÉRO. Allons! taisons-nous, mais je te voudrais voir devenir plus humaine. Je suis si heureuse …

N° 11. – Trio.

HÉRO ET URSULE, ensemble.

Je vais d’un cœur aimant,

Héro d’un cœur aimant,

Être / Sera la joie et le bonheur suprême.

Mon / Son cher Claudio m’aime, / l’aime,

Et mon / son époux restera mon / son amant.

BÉATRICE, avec un accent tendre.

Tu vas d’un cœur aimant

Être la joie et le bonheur suprême.

Ton cher Claudio t’aime

Et ton époux restera ton amant.

HÉRO ET URSULE, à part, en regardant Béatrice.

Quelle douceur! Quel changement!

URSULE, À Béatrice.

Eh quoi! madame, un seul moment

A ces deux cœurs porteriez-vous envie?

Et cette liberté, charme de votre vie,

Pourriez-vous la donner pour un époux amant?

BÉATRICE.

Un amant! un époux! à moi! de l’esclavage

Traîner la chaîne en frémissant!

Ah! j’aime mieux dans un couvent

Voir se flétrir la fleur de mon bel âge

Sous le cilice et le noir vêtement.

HÉRO.

Certes, belle cousine,

A ton cœur fier l’hymen serait fatal;

Et si d’un cavalier que ta taille divine,

Tes traits si beaux, ton esprit sans égal,

Auraient forcé de te rendre les armes,

Les yeux pour toi fondaient en larmes

Avec Ursule.

Ne va / N’allez pas, un jour,

D’un tendre retour

Payer son amour!

BÉATRICE.

Je me moque, chère cousine,

De tous ces paladins à la mine assassine,

Ne crains pas que pour eux je faiblisse à mon tour!

Non, non, le plus vaillant m’eût-il rendu les armes,

Je rirais de ses larmes,

Et d’un tendre retour

On ne me verrait pas payer son fol amour.

URSULE.

Dans le mariage, hélas! l’habitude,

Spectre à l’œil éteint,

Où l’ennui se peint,

Amène trop souvent dégoûts et lassitude.

Et tardifs remords.

Et bientôt après, c’est la jalousie,

Ce monstre aux yeux verts,

Vomi des enfers,

Oui vient empoisonner une innocente vie

Par d’affreux transports.

Ah! si Claudio … Ciel! un tel outrage!..

Devait pour moi se refroidir ….

BÉATRICE, égarée.

Ah! j’en mourrais de rage.

HÉRO.

Pour une autre me fuir …

Dieu! n’être plus aimée …

BÉATRICE.

J’en perdrais la raison.

HÉRO.

Etre par lui trompée!

BÉATRICE.

Ah!

HÉRO.

Délaissée!

BÉATRICE.

Ah! le fer! le poison!

HÉRO, riant.

Lionne en furie!

Quoi! la jalousie

Aurait sur tes sens

Un pareil empire?

Mais, j’ai voulu rire.

Non, non, je le sens,

Avec Ursule.

Je vais / Héro d’un cœur aimant

Être / Sera la joie et le bonheur suprême.

Mon / Son cher Claudio m’aime, / l’aime,

Et mon / son époux restera mon / son amant.

BÉATRICE, rêvant.

Héro d’un cœur aimant

Sera la joie et le bonheur suprême.

Son cher Claudio l’aime,

Et son époux restera son amant.

HÉRO. On nous attend, chère Ursule! nous avons à peine le temps d’achever ma parure. Viens-tu, Béatrice?

BÉATRICE. Je vous suis.

Elle tombe sur un banc, absorbée par ses pensées. Elle écoute le chœur suivant avec une émotion croissante.

N° 12. – Chœur Lointain.

Derrière la scène.

Viens, viens, de l’hyménée

Victime fortunée!

Viens charmer tous les yeux,

Viens parer tes cheveux

De la fleur virginale!

La pompe nuptiale

Se prépare, l’époux attend;

Le sourire des cieux descend.

Viens, viens! l’heureux époux attend.

A la fin du chœur, Béatrice, qui avait le visage caché dans ses mains, se lève par un mouvement brusque et, se dirigeant vivement vers une des coulisses de gauche, y rencontre Bénédict qui en sort.

Scène IV

Bénédict, Béatrice.

BÉATRICE, apercevant Bénédict. Ciel!

BÉNÉDICT, apercevant Béatrice. Ah!

Ils restent un instant interdits.

BÉNÉDICT. Madame!

BÉATRICE. Seigneur!..

BÉNÉDICT. On vous cherche …

BÉATRICE. Vous me cherchiez? …

BÉNÉDICT. Je n’ai pas dit cela … les convives du gouverneur s’étonnent de votre absence.

BÉATRICE. Je pense bien qu’ils s’étonnent peu de la vôtre. On sait que vous êtes toujours où vous ne devriez pas être.

BÉNÉDICT. Où je ne devrais pas être? … Mais pourquoi ne serais-je pas ici?

BÉATRICE. Pourquoi y êtes-vous? Que me voulez- vous? Je ne puis faire un pas sans vous rencontrer. Vous êtes mon ombre. Vous me poursuivez. Vous m’obsédez!

BÉNÉDICT. Que ne puis-je être plus que votre ombre, et ne pas vous quitter davantage! … je vous jure …

BÉATRICE. Je vous jure que votre raillerie est tout à fait déplacée et fort inutile, car je comprends, je devine le vrai sens de toutes vos paroles … Vous croyez … me rendre ridicule, et faire croire … aux gens … que je vous crois … mais n’en croyez rien. A part. Ah! mon Dieu! je ne sais plus ce que je dis. Haut. Le ridicule est à moi, oui, je m’en sers pour fustiger les gens qui me déplaisent.

BÉNÉDICT, à part. Qu’elle est belle!

BÉATRICE. Et vous êtes de ceux-là A part. Je suis brutale.

BÉNÉDICT. Madame!

BÉATRICE. Je vous déteste. A part. Pauvre malheureux!

BÉNÉDICT. Calmez-vous, madame!

BÉATRICE. Je vous exècre.

BÉNÉDICT. Je ne puis dire …

BÉATRICE, éclatant en sanglots. Mais que me voulez-vous?

BÉNÉDICT, très ému. Je.. ne … puis … dire que … je vous aie jamais aimée …

BÉATRICE, riant aux éclats. Ah! ah! ah! Je l’espère bien.

BÉNÉDICT. Mais si …

BÉATRICE. Quoi?

BÉNÉDICT. Si … je pouvais trouver en vous quelque indulgence … jamais un cœur …

BÉATRICE. Allez! … Allez donc! La rime est: constance. Décochez-moi un madrigal! vous en êtes capable, vous êtes poète! Ah! ah! ah!

BÉNÉDICT, attendri. Si je ne suis pas poète, je veux tâcher de le devenir, pour mériter au moins vos railleries; je souffre trop de vous voir injuste.

BÉATRICE, à part. Comme il m’aime! Haut. A la bonne heure! Mais, par grâce, laissez-moi enfin! Je … je …

BÉNÉDICT. Je me retire … pardonnez si j’ai troublé votre solitude. A part. Quel amour! Son âme est bouleversée! Adorable femme!

BÉATRICE, contenant à peine un nouvel accès de larmes. Mais, partez-donc! Allons! voici les fiancés maintenant! Le gouverneur, le Général, tous les invités! Où me cacher? Elle s’essuie les yeux et veut se sauver vers le fond. Léonato l’arrête.

Scène V

Léonato, Don Pedro, Claudio, Bénédict, un Tabellion, Héro, Béatrice, Ursule, Seigneurs et dames de la cour du Gouverneur.

LÉONATO, ramenant Béatrice. Restez, ma chère nièce! et vous, Bénédict, pouvez-vous quitter ma fille en un pareil moment?

N° 13. – Morceau d’Ensemble.

Tous les personnages et le chœur.

MARCHE NUPTIALE.

Dieu qui guidas nos bras pour chasser l’infidèle,

Préside à cet heureux moment!

Ange du chaste hymen, viens prendre sous ton aile

HÉRO ET CLAUDIO.

Un / Ce couple amoureux et constant! / charmant!

Dieu de l’amour, de la jeunesse,

Il réunit beauté, jeunesse.

Bénis ma sincère tendresse,

Gloire, fidélité, tendresse.

Comble de tes faveurs

Deux fidèles cœurs.

Ces deux nobles cœurs,

Dieu qui guidas nos bras pour chasser l’infidèle!

Etc.

LÉONATO, au tabellion. Tout est-il prêt?

LE TABELLION. Oui, monseigneur. Cet acte est en bonne forme, il n’y manque plus que la signature.

DON PEDRO. Approchez, Claudio! Claudio signé. A vous, charmante Héro! Héro signe à son tour. Prenant la plume et la passant ensuite aux seigneurs siciliens. A nous maintenant, à nous les joyeux témoins.

LE TABELLION, tirant un autre papier de son portefeuille. Voici le second contrat. Où sont les fiancés?

LÉONATO, avec une feinte surprise. Le second?

DON PEDRO, de même. Qui encore se marie donc ici?

LE TABELLION. Oui. J’ai été requis pour préparer un deuxième contrat; le voici.

LÉONATO. Ah ça! il faut pourtant trouver des fiancés! A l’assistance. Qui se sentirait ici la fantaisie de se marier? Bénédict fait un mouvement. Léonato l’arrêtant; Oh! je ne parle pas pour vous, on sait bien …

BÉNÉDICT, s’élançant vers Béatrice. M’aimez- vous?

BÉATRICE. Non, pas plus que de raison.

BÉNÉDICT. Il faut alors que votre oncle, le Général et Claudio aient été induits en erreur, car ils m’ont juré que vous m’aimiez.

BÉATRICE. M’aimez-vous?

BÉNÉDICT. Non, pas plus que de raison.

BÉATRICE. Il faut alors que ma cousine et Ursule se soient étrangement trompées, car elles m’ont juré que vous m’aimiez.

BÉNÉDICT. Ils juraient que vous m’aimiez à en perdre la tête.

BÉATRICE. Elles juraient que vous mouriez d’amour pour moi.

BÉNÉDICT. Il n’en était rien. Vous ne m’aimez donc pas?

BÉATRICE. Non, vraiment, je ne vous aime que d’amitié.

LÉONATO. Allons, ma nièce, j’ai la certitude que vous l’aimez.

CLAUDIO, tirant un papier de sa poche. Et moi, je ferais le serment qu’il est amoureux d’elle, car voici un papier écrit au crayon de sa main; je l’ai trouvé tout à l’heure sur un banc du jardin. C’est le commencement d’un sonnet sorti de son cerveau et destiné à Béatrice.

HÉRO, en tirant un autre. Et en voici un autre tombé, ce matin, de la poche de ma cousine; il est de son écriture et contient des réflexions sur Bénédict, qui prouvent qu’elle était au moins fort préoccupée de ce gentilhomme.

BÉNÉDICT. Miracle! Voilà nos mains qui déposent contre nos cœurs! A Béatrice. Allons, je veux bien que vous soyez ma femme; mais je vous jure que, si je vous prends, c’est par compassion.

BÉATRICE. Je ne veux pas vous refuser; mais je vous jure que c’est bien malgré moi. Ce que j’en fais n’est que pour vous sauver la vie, car on m’a dit que vous étiez sur le point de mourir de consomption.

BÉNÉDICT. Silence! je vous coupe la parole.

Il l’embrasse.

DON PEDRO. Eh bien, Bénédict?

BÉNÉDICT, l’interrompant. Voulez-vous que je vous dise? … Un collège tout entier de faiseurs d’épigrammes ne me ferait pas changer d’idée; croyez-vous que je me soucie d’une satire ou d’un sarcasme? Non, celui qui s’inquiète des propos d’autrui n’osera jamais rien faire qui ait le sens commun; bref, j’ai résolu de me marier, et tout ce qu’on peut dire à l’encontre m’est parfaitement indifférent; vous auriez donc tort de rétorquer contre moi mon propre langage, car l’homme est une créature changeante, et c’est par là que je conclus. Il va signer le contrat. Béatrice et les témoins signent ensuite.

DON PEDRO. Bravo, l’orateur!

LÉONATO, et l’assistance. Bravo! Bravo!

CLAUDIO, à la cantonade. Entrez, vous autres!

Scène VI

Somarone entre, suivi de ses musiciens et de quatre choristes portant chacun au bout d’un bâton un écriteau retourné. Les quatre porteurs d’écriteaux se rangent à côté les uns des autres, vers le milieu du théâtre. Somarone fait signe aux musiciens de commencer. Le porteur du 1er écriteau, placé à gauche du spectateur, avance d’un pas et fait faire un demi-tour à son écriteau, qui se présente alors son côté écrit, où se lit en grosses lettres le mot: ICI.

LE CHŒUR, chantant.

Ici …

Le porteur du 2e écriteau imite le premier.

LE CHŒUR.

l’on voit …

Le porteur du 3e écriteau imite le 2e.

LE CHŒUR.

Bénédict …

Le porteur du 4e écriteau, comme les précédents.

LE CHŒUR.

l’homme marié.

Tous éclatent de rire.

BÉNÉDICT, parlé. Oui, oui, oui, oui, l’homme marié, et très heureux de l’être.

N° 13. – Scherzo.

BÉNÉDICT.

L’amour est un flambeau,

BÉATRICE.

L’amour est une flamme,

BÉNÉDICT.

Un feu follet qui vient on ne sait d’où,

BÉATRICE.

Qui brille et disparaît pour égarer notre âme,

BÉNÉDICT.

Attire à lui le sot et le rend fou.

BÉATRICE.

Folie, après tout, vaut mieux que sottise.

Ensemble.

Adorons-nous donc et, quoi qu’on en dise,

Un instant soyons fous!

Aimons-nous!

Je sens à ce malheur ma fierté résignée.

Sûrs de nous haïr! donnons-nous la main

Oui, pour aujourd’hui la trêve est signée:

Nous redeviendrons ennemis demain.

TOUS, AVEC LE CHŒUR.

Demain! Demain!

Hector Berlioz – Beatrice und Benedikt

Hector Berlioz

Beatrice und Benedikt

Oper in zwei Akten

Personen

Don Pedro, Befehlshaber der sicilianischen Armee

Leonato, Gouverneur von Messina

Hero, dessen Tochter

Beatrice, Leonato’s Nichte

Claudio, Adjutant Don Pedro’s

Benedict, sicilianischer Officier, Freund Claudio’s

Somarone, Kapellmeister

Ursula, Hero’s Gesellschaftsdame

Ein Notar

Musiker, Sänger und Sängerinnen

Volk von Messina

Hochzeiksgäste

Gefolge des Don Pedro und des Gouverneurs

Diener

Tänzer

Tänzerinnen

Diener

Ort der Handlung: Messina. Beginnt Mittags und endet in derselben Nacht.

Erster Akt

Ein prächtiger Park vor dem Palast Leonato’s rechts, zu welchem Stufen führen.

Im Vordergrunde links ein kleines Bosket, davor ein Ruhesitz. Rechts gegenüber eine Statue, zu deren Füßen Blumen. Im Hintergrunde Ausblick auf Messina und auf das Meer.

1. Scene.

Volk von Messina strömt freudig erregt vom Hintergrunde her ein.

Nr. 1. Chor.

Der Feind ist geschlagen,

Victoria!

Die tapferen Helden sind uns schon nah!

Don Pedro kehrt wieder,

Singt Sieges-Lieder!

Triumph laßt erschallen!

Durch Straßen und Hallen

Verkündet die glorreiche That:

Der Retter Sicilien’s naht!

DIE FRAUEN.

Dem siegreichen Führer

Laßt Rosen uns pflücken,

Den Pfad seines Ruhmes

Ihm blühend zu schmücken!

DIE MÄNNER.

Seiner muthigen Schaar

Flechtet Lorbeer in’s Haar!

ALLGEMEINER CHOR.

Der Feind ist geschlagen,

Victoria!

Die tapferen Helden sind uns schon nah!

Don Pedro kehrt wieder,

Singt Sieges-Lieder!

Triumph laßt erschallen!

Durch Straßen und Hallen

Verkündet die glorreiche That:

Der Retter Siciliens naht!

Heil seiner That!

Heil, Heil! Er naht!

Lebhafte Bewegung im Volke. Leonato mit Gefolge aus dem Hintergrund. Das Volk tritt nach beiden Seiten zurück. Hero und Beatrice treten aus dem Palast.

2. Scene.

Volk. Leonato. Hero. Beatrice. Später Tänzer.

LEONATO sehr lebhaft.

Er kommt, der Held, der uns den Sieg errang!

Des Volkes Jubel nur hält ihn zurück.

Gleich ist er hier.

HERO schwärmerisch, sehr warm.

Und mit ihm Claudio!

LEONATO.

Der Feldherr nennt ihn seine rechte Hand

Und theilt mit ihm den Ruhm.

HERO.

Dem Himmel Dank!

BEATRICE.

Und kam mit ihm auch Signor Eisenfresser?

LEONATO lachend.

Der Name ist mir fremd, wen meint die Nichte?

HERO.

So nennt die Muhme Signor Benedict.

LEONATO.

Man lobt an ihm den Muth und heit’re Laune!

Er haute tüchtig d’rein $150

BEATRICE.

Ja! Bei der Tafel!

HERO.

Mißkennt die Muhme nicht, ‘s ist Uebermuth!

Sie kämpfen stets mit Witz und scharfen Worten

BEATRICE.

Sein Witz ist lahm, sein Wort ist ohne Sinn!

LEONATO.

Und doch ist’s Claudio’s Freund!

BEATRICE.

Den tröste Gott!

Das Fieber wär’ mir lieber als die Freundschaft!

Das läßt uns frei doch immer Tag um Tag.

Trommelwirbel aus der Ferne.

LEONATO.

Der Feldherr kommt! Stimmt an das Siegeslied.

Leonato nach dem Hintergrunde, dem Don Pedro entgegeneilend, ab.

Nr. 2. Chor.

Der Feind ist geschlagen!

Victoria!

BEATRICE den Chor heftig unterbrechend.

Genug! Genug! $150

Habt Ihr das Lied noch nicht zum Ueberdruß gesungen?

Und welche Reime! Lieder $150 wieder, schallen $150 hallen

Heftig.

Ich halt’ es nicht mehr aus!

Ab in den Palast.

HERO zum Volk.

Hört nicht auf sie!

Fahrt, Freunde, fort! Mein Herz theilt Euren Jubel!

CHOR.

Der Feind ist geschlagen,

Victoria!

Die tapferen Helden sind uns schon nah!

Don Pedro kehrt wieder,

Singt Sieges-Lieder!

Triumph laßt erschallen!

Verkündet die glorreiche That:

Der Retter Siciliens naht!

Heil seiner That!

Heil, Heil! Er naht!

Während dieses Chores geht Hero nach der Seite zu ab, nachdem sie vorher auf den Stufen des Palastes mit ungeduldiger Sehnsucht nach der Stadt geblickt hat. Das Volk hat sich ganz nach dem Hintergrund gedrängt Tänzer treten auf.

Nr. 2 bis National-Tanz: Sicilienne.

Volk und Tänzer verschwinden dem Hintergrunde

zu.

3. Scene.

Hero tritt wieder, aus dem Parke kommend, auf.

Nr. 3. Arie.

Er ist mir nah! Er kehrt mir wieder!

Sein edles Auge wird mir strahlen,

Jetzt noch verklärt vom Heldenruhm!

Bald soll ich ihn umfassen,

Bald nie mehr ihn verlassen,

Ach, unaussprechlich süßes Glück,

Der Himmel führt ihn mir zurück!

Noch glaub’ ich’s kaum, $150

Ist’s nicht ein Traum? $150

Laß, theurer Mann,

Den Kranz auf’s Haupt Dir drücken:

Komm’ an mein Herz,

Die Liebe soll Dich schmücken!

O, Liebe ohne Schranken!

O, Treue ohne Wanken!

Vergessen sind die Thränen,

Die ich um ihn geweint,

Ruh’ kann mein Herz erst finden,

Wenn er mit mir vereint.

Ich baue fest

Auf meines Helden Lieben!

Er blieb mir treu,

Wie ich ihm treu geblieben!

O, Liebe ohne Schranken!

O, Treue ohne Wanken!

Mein Claudio ist mir nah,

Schon ist er da!

Leonato ist mit Don Pedro und seinem Gefolge eingetreten. Don Pedro begrüßt die, inzwischen wieder aus dem Palast gekommene Beatrice. Aus dem Gefolge tritt Claudio zu Hero vor.

4. Scene.

Don Pedro. Leonato. Hero. Beatrice. Claudio. Benedict.

CLAUDIO.

Geliebte Hero!

HERO.

Claudio, theurer Freund!

Sie ziehen sich zurück. Don Pedro begrüßt das Paar. Benedict tritt vor. Alle, außer Beatrice und Benedict, gehen im Gespräch in den Garten, wo sie ab und zu sichtbar werden.

BEATRICE.

Ihr seid auch wieder da?

BENEDICT.

Und Ihr seid noch am Leben?

BEATRICE.

Wie vielen Feinden habt Ihr denn den Tod gegeben?

BENEDICT.

Ja, rathet nur, es kann $150

BEATRICE.

Vielleicht die Hälfte sein.

BENEDICT.

Zählt Ihr Euch nicht dazu, Fräulein Verachtung?

BEATRICE.

Nein!

Nr. 4. Duett.

BEATRICE.

Wie sollte »Verachtung« wohl sterben,

So lange Ihr noch lebt?

Ihr sorgt, daß sie nie kann verderben,

Weil Ihr die Nahrung ihr gebt!

Selbst Höflichkeit, vor Euch

Würde Verachtung sogleich!

Da Ihr, Verweg’ner, wagt,

Vor Augen ihr zu treten,

Und keck sie anzureden,

Macht sie nun lachend auf Euch Jagd!

BENEDICT.

Mein Fräulein, Ihr fordert zum Kampf mich auf’s Neue

Mit altem Uebermuth?

Nur zu! Ich bewies, daß ich Zungen nicht scheue,

Auch damit fecht’ ich gut!

Ich sehnte oft so sehr

Nach Euch mich wieder her!

Wenn er uns erscheint

Mit Schönheit geschmückt,

Die Jeden entzückt:

Vermeidet man nimmer den Feind!

BEATRICE.

Feig sucht Ihr

Mit Schmeichelei zu siegen?

BENEDICT.

Schmeicheln? Ich?

Dann müßt’ ich unterliegen!

Doch $150 sei es bekannt $150

Ich war zu galant;

Ich bin unempfindlich,

Bleib’ unüberwindlich!

In mich zwar sind alle Frauen verliebt,

Doch Alle lasse vergeblich ich schmachten:

Ich lernte die Liebe gründlich verachten,

Ein Glück, daß Ihr $150 nicht auch mich liebt!

BEATRICE.

So hört: daß ich hierin $150

Ganz Eurer Meinung bin!

BENEDICT.

Ich will ja nur vor Allen

Recht gründlich Euch mißfallen.

Ach! zu schmerzlich wär’ es mir,

Wenn in mich verliebt auch Ihr!

BEATRICE.

Und ich schwöre Euch zum Lohn:

Unausstehlich seid Ihr schon! $150

Für sich.

Ha! seltenes Vergnügen,

Verlegen ihn zu seh’n!

Ich muß ihn noch besiegen;

Der Bösewicht

Soll noch um Gnade fleh’n.

BENEDICT gleichzeitig; für sich.

Welch’ reizendes Vergnügen,

Im Zorne sie zu seh’n!

Sie muß mir unterliegen,

Eh’ weich’ ich nicht!

Sie soll um Gnade fleh’n.

BEATRICE ebenso.

Unsre Frauen-Ehre

Räch’ an ihm ich sogleich;

Sein Widerstand vermehre

Nur den Triumph zugleich.

BENEDICT ebenso.

Aller Männer-Ehre

Vertret’ ich heldenreich:

Ihr Widerstand vermehre

Mir den Triumph zugleich.

Laut.

Müßt’ ich einst finden

Für all’ meine Sünden

Durch eine Frau mein Strafgericht:

Blond nur sei sie nicht!

BEATRICE.

Das darf ich nie verzeih’n.

BENEDICT.

Denn die wär’ mir doch

Zu große Pein. $150

BEATRICE.

Sollt’ ich noch finden

Für all’ meine Sünden

Durch einen Mann mein Strafgericht:

Nur ohne Bart!

BENEDICT.

Ha! Das verzeih’ ich nicht.

BEATRICE.

O Himmel, höre mich!

Die Strafe wär’ zu hart!

Für sich.

Ha, seltenes Vergnügen,

Verlegen ihn zu seh’n!

Ich muß ihn noch besiegen;

Der Bösewicht

Soll noch um Gnade fleh’n!

BENEDICT ebenso.

Welch’ reizendes Vergnügen,

Im Zorne sie zu seh’n!

Sie muß mir unterliegen,

Eh’ ruh’ ich nicht:

Sie soll um Gnade fleh’n!

Don Pedro kommt mit Leonato, Claudio und Hero wieder zurück. Leonato führt Hero in den Palast. Beatrice folgt ihnen mit einer spöttischen Geberde gegen Benedict, der diese lachend erwiedert. Benedict besinnt sich dann einen Augenblick, will Beatrice folgen, wird aber von Don Pedro zurückgehalten, der ihn anruft.

5. Scene.

Don Pedro. Claudio. Benedict.

DON PEDRO.

He, Signor Benedict!

BENEDICT.

Mein Feldherr! zu Befehl!

DON PEDRO.

Ihr seid durch mich zum Hochzeitsfest geladen,

Der Gouverneur vermählt die Tochter.

BENEDICT.

Wann?

DON PEDRO.

Heut Nacht!

BENEDICT.

An wen?

DON PEDRO.

An Euren Freund!

BENEDICT.

Dann hab’ ich keinen mehr; wer freit, ist mir verloren.

Bist Du’s, mein Claudio, so leb’ auf ewig wohl!

DON PEDRO.

Dir schlägt wohl auch die Stunde!

BENEDICT.

Mir?

Er schüttelt sich.

Nr. 5. Terzett.

Ich Ehemann? Gott soll mich bewahren!

Nein, lieber will in ein Kloster ich geh’n,

Eher noch sollt’ dort Ihr büßen mich seh’n,

Ja $150 lieber möchte zur Hölle ich fahren!

CLAUDIO UND DON PEDRO.

Welch’ Schreckensschwur! Gott mög’ ihn verzeihen!

Frevelnd verhöhnt er das zärtlichste Band!

Sein Hochmuth will lieber ein Büßergewand,

Als je der Liebe das Leben weihen.

BENEDICT.

Zwar einer Frau $150 es ist wahr $150

Verdanke ich mein Leben;

Daß mich ein Weib gebar,

Muß ich ihr wohl vergeben:

Aber $150 als Dank dafür

Mich krönen zu lassen

Mit der bekannten Ehemann-Zier $150

Will meiner Stirne nicht passen!

Leicht könnt’ als Eh’gemahl

Der besten aller Frauen

Ich ungerecht mißtrauen;

So bleibe mir denn freie Wahl:

Keiner von Allen

Je zu gefallen.

Und das Ende vom Lied:

Besser, daß Alle man mied!

Ich Ehemann? Gott soll mich bewahren!

Lieber noch möcht’ in ein Kloster ich geh’n,

Eher noch sollt’ Ihr dort büßen mich seh’n,

Ja $150 lieber möchte zur Hölle ich fahren!

CLAUDIO UND DON PEDRO.

Welch’ Schreckensschwur! Gott mög’ ihn verzeihen!

Frevelnd verhöhnt er das zärtlichste Band;

Sein Hochmuth will lieber ein Büßergewand,

Als je der Liebe das Leben weihen!

CLAUDIO.

Der Hohn,

DON PEDRO.

Der Trotz $150

CLAUDIO.

Geht doch zu weit!

BENEDICT.

Weil selbst zu sehr verliebt Ihr seid!

CLAUDIO.

So verachtet Ihr alle Frauen?

BENEDICT.

Nein $150 Keiner will ich nur trauen!

DON PEDRO.

Das süßeste Liebesglück?

BENEDICT.

Nein $150 nur das Ehe-Geschick.

CLAUDIO.

Den Trost in all’ unsern Leiden!

BENEDICT.

Die sie erst selbst uns bereiten!

DON PEDRO.

Unseres Lebens Gefährte!

BENEDICT.

Unserer Freiheit Beschwerde.

CLAUDIO.

Mit Schönheit geziert!

BENEDICT.

Die gar bald sich verliert!

DON PEDRO.

Das häusliche Glück!

BENEDICT.

Ein klägliches Stück!

CLAUDIO.

Die Quelle von Freuden $150

BENEDICT.

Die Viele bereuten!

DON PEDRO.

Die Sympathie $150

BENEDICT.

Und Disharmonie $150

CLAUDIO.

Der Treue $150

BENEDICT.

Und Reue $150

DON PEDRO.

Verein $150

BENEDICT.

Und Pein!

CLAUDIO UND DON PEDRO.

Die heilige $150

BENEDICT.

Langweile $150

CLAUDIO UND DON PEDRO.

Ehe!

BENEDICT.

Wehe!

Ich Ehemann? Gott soll mich bewahren!

Lieber noch möcht’ in ein Kloster ich geh’n,

Eher noch sollt’ Ihr dort büßen mich seh’n,

Ja $150 lieber möchte zur Hölle ich fahren!

CLAUDIO. DON PEDRO.

Welch’ Schreckensschwur! Gott mög’ ihn verzeihen!

Frevelnd verhöhnt er das zärtlichste Band;

Sein Hochmuth will lieber ein Büßergewand,

Als je der Liebe das Leben weihen!

BENEDICT.

Sollte je Benedict

Dem Ehe-Joche sich beugen,

Straft ihn, wie Ihr wollt,

Mit den tollesten Streichen.

An seinem Haus schreibt dann

Die Worte an:

»Hier ist $150 zu seh’n $150 Benedict $150 Als Ehemann.«

CLAUDIO. DON PEDRO.

Wir merken’s gut, nehmt Euch in Acht!

Ihr werdet noch von uns verlacht!

BENEDICT.

Leicht konnt’ ich das versprechen,

Nie sollt Ihr an mir rächen,

Was an den Frauen ich verbrach!

Nie fleh’ ich um Barmherzigkeit,

Zur Buße bin ich stets bereit!

Könnt’ Ihr verliebt mich seh’n,

Mag, was Ihr wollt, gescheh’n.

CLAUDIO. DON PEDRO.

Denkt nur an das Versprechen!

Wir werden einst schon rächen,

Was an den Frauen Ihr verbracht!

Wir strafen ohne Barmherzigkeit,

Denn Eure Frechheit geht zu weit!

Wenn wir verliebt Euch seh’n,

Dann soll’s Euch schlimm ergeh’n!

Benedict lachend ab, in den Palast.

DON PEDRO.

Ein Ehefeind ist Benedict geblieben;

Doch wett’ ich d’rauf, er ist es nur zum Schein, $150

Drum muß er heut noch rasend sich verlieben

Und morgen schon um Beatrice frei’n!

CLAUDIO.

Um Beatrice, wie? $150 In wenig Tagen

Hätt’ sich dies Paar im Wortgefecht erschlagen!

DON PEDRO.

Auf Euren Beistand bau’ ich meinen Plan.

Claudio verneigt sich zustimmend.

Doch still! Ich seh’ die Musikanten nah’n,

Die heute Nacht hier ihre Kunst beweisen!

Wär’ sie von Eis und Benedict von Eisen:

Der Zauberklang von echt’ und falschen Tönen

Lockt ihn in’s Ehenetz sammt seiner Schönen!

Beide ab in den Palast.

6. Scene.

Somarone. Musiker. Sänger und Sängerinnen.

Somarone, Musiker, welche Instrumente haben, Sänger und Sängerinnen treten auf.

SOMARONE.

Jetzt hab’ ich’s satt!

Was steckt die Nasen Ihr in’s Notenblatt?

Kennt Ihr noch nicht die Noten, lernt Ihr’s nimmer!

Ich fürchte fast, Ihr habt noch keinen Schimmer!

Die Musiker stimmen.

Halt! Wozu bin ich da? Erst stimmt den reinen Ton!

CHOR DER MUSIKER.

Maëstro, hört Ihr nicht? Wir stimmen schon!

Sie stimmen.

SOMARONE schreiend.

Halt! Halt’ ein mit Deinem Lärm, Gesell!

Du sprengst mir ja das Trommelfell!

Setz’ ein jetzt: A!

Zum Anderen.

Nun Du!

Beide blasen A und As.

Was? Der bläst nun As! Intrigue scheint mir das!

Ihr wollt den Ruhm des Meisterwerk’s mir rauben,

Zur Pein der Hörer schmeichelt Ihr den Tauben.

Die Musiker blasen.

So geht’s! Seid Ihr jetzt fertig?

CHOR DER MUSIKER frisch.

Ja!

SOMARONE.

Ihr Sänger, tretet an! Nun kommt En’r Theil!

Was steht Ihr da und habt Maulaffen feil!

Könnt Ihr’s noch nicht?

CHOR DER SÄNGER ängstlich.

Nein!

SOMARONE unwillig.

Nun, so nehmt die Noten!

Die Musiker haben inzwischen von Dienern herbeigebrachte Pulte aufstellen lassen. Die Sänger stellen sich in Ordnung. Somarone dirigirt.

Nr. 6. Chor.

Die Choristen singen diesen Chor aus ihren Stimmen und mit etwas übertriebenem Ausdruck.

O stirb, Du holdes Paar, von Liebesglück berauscht!

Dies wär’ der schönste Tod, den Ihr mit keinem tauscht.

Das Leben ist ein Traum, die Welt ein Jammerthal;

Wenn Ihr im Glücke sterbt, entgeht Ihr spät’rer Qual!

Wir preisen Euch im Chor, mit feierlichem Klang,

Gleichgut zum Hochzeitslied, als wie zum Grabgesang.

SOMARONE zornig.

Was soll das Schrei’n? Ihr weckt mit dem Spektakel ja die Todten,

Und sollt den Lebenden Entzückung zeigen!

Wie Weihrauch soll das Lied zum Fenster steigen!

Zu einem Oboebläser auf der Bühne.

Und Du, mein Söhnchen, blase die Figur hier!

Oboist bläst.

Recht brav, mein Sohn!

Zu Allen.

Nun noch einmal zusammen!

Er giebt sein Zeichen zum Anfang. Während des folgenden Chores ruft Somarone.

Mit Salbung! Meine Herren, mit Salbung! $150

Au, Au! Der Rhythmus! Zusammen! Zusammen!

Nicht schleppen! Jetzt in Extase! Nun zart und süß!

Leicht! Leicht! Vorwärts, vorwärts! Zart! Zart!

Ausdrucksvoll! $150 Zart! Leicht! Salbungsvoll!

So, so, so, so, so ist’s recht!

Nr. 6bis.

Chor

Mit Oboesolo. Sanfter und besser gesungen, wie das erste Mal.

O stirb, Du holdes Paar, von Liebesglück berauscht!

Dies wär’ der schönste Tod, den Ihr mit keinem tauscht.

Das Leben ist ein Traum, die Welt ein Jammerthal;

Wenn Ihr im Glücke sterbt, entgeht Ihr spät’rer Qual.

Wir preisen Euch im Chor, mit feierlichem Klang,

Gleich gut zum Hochzeitslied, als wie zum Grabgesang.

Somarone, die Musiker und die Sänger nach dem Hintergrunde zu, links ab. Diener nehmen die Pulte

weg.

7. Scene.

Benedict. Später Leonato. Pedro. Claudio.

BENEDICT tritt heftig aus dem Palast. $150 Sonnen-Untergang.

Nein! Das ertrag’ ich nicht! Ein Mann wie der,

Ein Held, den nur die Kriegsdrommete freute,

Zum Narr’n geworden durch die Thorheit Liebe,

Der dem Gesäusel einer Flöte lauscht!

Man kommt! $150 Ich will’s nicht seh’n!

Er verbirgt sich hinter dem Bosket. Don Pedro mit Leonato und Claudio aus dem Palast.

DON PEDRO.

Was bringt Ihr uns für wunderliche Mähr?

Die holde Beatrice sei verliebt?

LEONATO.

Ja, auf mein Wort! Und über beide Ohren!

CLAUDIO leise zu Don Pedro, mit Seitenblick auf Benedict.

Der Vogel sitzt im Netz!

LEONATO.

Noch mehr; ihr Abgott $150

DON PEDRO.

Nun?

LEONATO.

Ist Benedict!

BENEDICT.

Wie? Weht daher der Wind?

LEONATO.

Sie schien ihn zu verachten. Keinen Spott,

Schlagfertig wie sie ist mit ihrer Zunge,

Hat sie gespart. Er gab’s ihr tüchtig wieder,

Doch immer hatte sie das letzte Wort!

DON PEDRO.

Und Alles, ihre Liebe zu verbergen?

LEONATO.

So sagt mir Hero, die ihr Zimmer theilt!

Bei Tage spottet sie, doch sinkt der Abend,

Schickt sie verliebte Seufzer nach den Sternen,

Und flüstert leis’ im Traume: »Benedict«!

DON PEDRO.

Unglaublich scheint’s! Ihn, den Weiberfeind!

Und hat sie nie ihm ihre Lieb’ gezeigt?

LEONATO.

Im Gegentheil! Sie schwört, daß sie ihn hasse,

Läßt ihm kein gutes Haar, neckt ihn beständig.

Kurz: Wenn die Liebe Wahn $150 hier ist sie Tollheit,

Die eh’r sich selbst vernichtet als gesteht!

BENEDICT leise, für sich.

Ich hielt’s für Scherz, für eitel Fopperei,

Wenn nicht der Greis, der Oheim, es berichtet’!

CLAUDIO zu Don Pedro.

Jetzt zündet schon der Funke in dem Zunder!

LEONATO.

Sie wird sich nie vor Benedict verrathen.

DON PEDRO.

So müßt’s ein And’rer thun $150

LEONATO.

Verhüt’ es Gott!

Er triebe nur mit ihrer Neigung Spott!

Sie ist verständig immerdar geblieben,

Und toll nur darin, Benedict zu lieben.

Sie lachen. Don Pedro ab mit Leonato, Claudio folgt $150 Benedict kommt rasch hervor.

BENEDICT.

Warum denn toll? Das seh’ ich doch nicht ein!

Es überrascht mich zwar, doch $150 weshalb sollt’s nicht sein?

Die Liebe geht absonderliche Pfade,

Und Amor’s Pfeil trifft Herzen ohne Gnade.

Ich bin nicht schlecht gebaut, nicht fad ist mein Gesicht:

Daß sie mich liebt, ist neu; unmöglich $150 ist es nicht.

Er kommt nach vorn. $150 Nachdenklich.

Gesetzt, die Kund’ sei wahr $150 und alle Zweifel schwinden,

Nun, so ist’s mein Geschick, darin muß man sich finden.

Schön ist sie, das ist wahr, ein sittsam munt’res Kind.

Wenn ich’s bis jetzt nicht sah, war’s, weil ich toll und blind.

Und wenn sie gar mich liebt, ich sag’ es mit Entzücken,

Die Arme öffne ich, sie an mein Herz zu drücken.

Nr. 7. Rondo.

Ich liebe sie schon!

Mein Herz hat gesprochen!

Jetzt darf ich’s gesteh’n,

Der Bann ist gebrochen.

Ihr will ich verzeihen

All’ meine Pein;

Ihr will ich mich weihen,

Und ihr nur allein!

Wie wagt’ ich zu glauben,

Daß lieben sie kann?

Daß je könnte rauben

Ihr Herz auch ein Mann?

Sie ist zum Entzücken!

So klug, so gewandt

Noch Keine ich fand!

O, dürft’ ich erst küssen

Den reizenden Mund

Zum ewigen Bund!

Ich liebe sie schon,

Mein Herz hat gesprochen!

Jetzt darf ich’s gesteh’n,

Der Bann ist gebrochen.

Theure Beatrice!

Ich vergött’re Dich,

Und Du $150 liebest mich?

O Jubel, o Wonne!

Doch $150 schweige mein Mund,

Bis durch sie es mir kund.

Ach, darf ich’s denn glauben!

Kann nichts mir sie rauben?

Sollt’ Täuschung es sein?

Nein, nein, nein, nein!

Sie liebt auch mich,

Ihr Herz hat gesprochen!

Ich darf mir’s gesteh’n,

Der Bann ist gebrochen!

Ab in den Hintergrund nach links.

Es ist Dämmerung eingetreten und wird langsam Nacht. Beim Eintritt der Dunkelheit wird der Palast erleuchtet.

8. Scene.

Hero und Ursula lebhaft aus dem Palast.

URSULA.

Erzählt, wie ging es aus?

HERO.

Ich denke, gut!

Ich that, ganz wie mein Vater mir befohlen.

Geheimnißvoll beugt ich mich zur der Muhme,

Als ich die Rosen in das Haar ihr steckte

Und flüsterte: »Ich wüßte Einen wohl,

Der mich um diesen Liebesdienst beneidet.«

Sie lachte erst, dann fiel sie in Gedanken,

Dann rieth sie hin und her, beschwor mich endlich,

Neugierig, wie sie ist!

URSULA.

Das wäre Jede

In solchem Fall!

HERO.

Den Namen zu verrathen.

Erst sträubt’ ich mich; dann, wie von ungefähr,

Nannt’ ich den Namen: Benedict! Sie stutzte!

Erst ward sie roth bis in das Haar hinein

Und warf das Köpfchen zürnend in den Nacken,

Dann ward sie blaß und sah mich zweifelnd an.

Ich aber sprach, wie mich der Vater lehrte;

Ihr Zürnen schwand. Sie horchte schweigend zu.

So kämpft’ sie zwischen Weinen, zwischen Lachen!

Und wie unglaublich ich sein Werben malte,

Sie glaubte mir und sah so vor sich hin!

Da lief ich fort $150 der Vogel ist im Garn!

URSULA.

So bringt der Zufall Amor’n oft Gelingen,

Den trifft sein Pfeil, der fängt sich in den Schlingen.

HERO.

Mich reut es fast, daß, selbst den Pfeil im Herzen,

Ich keck gewagt, mit And’rer Glück zu scherzen.

Sie seufzt. $150 Hier ist es ganz Nacht geworden. Beide setzen sich auf die Bank im Bosket.

Nr. 8. Duett Recitativ.

URSULA.

Warum der tiefe Seufzer?

HERO.

Auch vor dem Glücke kann uns bangen,

Wenn die Stunde nun da,

Die so heiß wir ersehnt.

Claudio! Claudio!

Bald schon, bald bin ich Dein!

Mondschein beleuchtet die Bühne und spiegelt sich auf dem Wasser.

Notturno.

BEIDE.

O Nacht von Zauber erfüllt!

Der Mond lächelt hernieder,

Die Welt ruht glanzumhüllt!

Nur dort die einsame Grille

Lockt mit klagender Stimme

Durch die friedliche Stille

Aus den Blumen hervor.

Und die Nachtigallen jubeln

Ihren Liebes-Gesang

Zu den Sternen empor;

Aus flüsternden Platanen

Schwebt der wonnige Klang

Zu dem lauschenden Ohr.

Heller schimmert die Welle,

Leiser rauschet die Quelle,

Sanfter der Wipfel dunkeles Meer $150

Stiller und stiller wird Alles umher.

Harmonie im Welten-All!

Nur die liebessel’ge Brust

In unnennbarer Lust

Giebt dir vollen Wiederhall!

Sie erheben sich von der Bank.

Recitativ.

URSULA.

Wie? Thränen im Auge?

HERO.

Es sind ja nur Thränen der Wonne!

Sie erleichtern das Herz

Im Glückes-Uebermaß.

Auch Du lernst sie einst kennen,

Mit der Liebe Gewalt!

BEIDE.

Nur Liebe kann verstehen

Das unsichtbare Wehen,

Die Sprache der Natur:

Und ihrem verklärenden Walten

Erscheinen die Traumgestalten

Mit nie geahnter Pracht

Im süßen Zauber der Nacht.

Natur von Wonne erfüllt!

Der Mond lächelt hernieder,

Die Welt ruht glanzumhüllt.

Nur dort die einsame Grille

Lockt mit klagender Stimme

Durch die friedliche Stille

Aus den Blumen hervor.

Und die Nachtigallen jubeln

Ihren Liebesgesang

Zu den Sternen empor;

Aus flüsternden Platanen

Schwebt der wonnige Klang

Zu dem lauschenden Ohr.

Heller schimmert die Welle,

Leiser rauschet die Quelle,

Sanfter der Wipfel dunkeles Meer, $150

Stiller und stiller wird’s rings umher.

Harmonie im Welten-All!

Nur die liebessel’ge Brust

In unnennbarer Lust

Giebt dir vollen Wiederhall!

Harmonie im Welten-All!

Beide wandeln, mit verschlungenen Armen, langsam quer über den vorderen Theil der Bühne. Hero lehnt ihr Antlitz auf Ursula’s Schulter, um ihre Thränen zur verbergen. $150 Ursula trocknet Hero’s Thränen und sucht sie zu beruhigen, bis Hero wieder lächelt. $150 Ursula pflückt einen Rosenstrauß, während Hero in Träumen versunken bleibt. $150 Ursula reicht Hero die Rosen. Hero, $150 den Arm auf Ursula’s Schulter gelehnt, entblättert die Rosen träumerisch, während Beide langsam nach dem Hintergrunde gehen. Beide

verschwinden in den Park.

Der Vorhang fällt langsam.

Zweiter Akt

Im Palaste des Gouverneurs. $150 Großer Saal, durch dessen Säulen man in einen zweiten, kleineren sieht, in welchem Somarone mit seinen Sängern und Musikern, bei einem Trinkgelage sitzend, sichtbar ist. Glänzende Beleuchtung. Im Vordergrunde, also im großen Saale, Tanz.

1. Scene.

Tänzer. Tänzerinnen. Somarone. Musiker. Sänger. Sängerinnen. Diener.

Nach dem Ballet.

CHOR DER MUSIKER aus dem kleinen rückwärtigen Saale, mit den Gläsern auf die Tische klopfend.

He! Holla! Per Bacco! Wein! Mehr Wein!

Marsala! Syracuser! Wein, Wein, Wein!

Diener bringen Wein.

EINZELNE.

Und Ihr, Herr Somarone,

Improvisirt uns einen Rundgesang!

SOMARONE.

Recht gern! Doch Ihr begleitet mich!

Trompeter, blast! Guitarren in die Hand!

Des Mars und Bachus Zauberklänge

Begleitet Ihr mein Lied!

Die Sängerinnen, Sänger und Musiker bilden eine malerische Gruppe; Guitarren in den Händen der Frauen, Blasinstrumente von Musikern gespielt u.s.w. Andere heben die Gläser.

Nr. 9. Trinklied.

SOMARONE das Glas in der Hand.

Der Wein von Syrakus

Ist Kenner-Genuß!

Dem Lavastrome gleich

Durchglühet er Euch.

Ob am Aetna-Rand

Seine Wiege stand?

Trinkt Syrakuser Wein,

Schenkt ein!

CHOR.

Trinkt Syrakuser Wein,

Schenkt ein!

SOMARONE.

Doch $150 ein edler Getränke

Ist Marsala!

CHOR.

Marsala!

SOMARONE.

Keiner kommt ihm nah’!

Der beseelt, inspirirt,

Wie bei mir man verspürt.

Aechtes Landes-Kind,

Wie wir Alle sind,

Trinkt Sicilianer Wein

Allein!

Einige schlagen mit den Gläsern auf den Tisch.

CHOR.

Ein prächtig Lied!

Genial improvisirt.

Nun singt

Und trinkt

Ihm nach,

Wenn Ihr’s versteht.

Hoch lebe, hoch

Unser Meister-Poet!

SOMARONE UND CHOR.

Der Wein von Syrakus

Ist Götter-Genuß;

Dem Lavastrome gleich

Durchglühet er Euch.

Ob am Aetna-Rand

Seine Wiege stand?

Trinkt Syrakuser Wein,

Schenkt ein!

Doch ein edler Getränke

Ist Marsala,

Keiner kommt ihm nah’!

Der begeistert zum Lied,

Wie man hier ersieht!

Aechtes Landes-Kind,

Wie wir Alle sind,

Trinkt Sicilianer Wein

Allein!

CHOR sich erhebend.

Bravo! Bravo! Noch einen Vers!

SOMARONE.

Noch einen? $150 O, noch ein Dutzend, wenn Ihr wollt!

Alle sind, mit Gläsern oder Instrumenten in der Hand, nach vorne gekommen.

SOMARONE im Vordergrunde. $150 Mit sichtlichen Zeichen der Betrunkenheit.

Der Wein $150 der Wein, (Hm!)

Nun $150 der Wein von Syrakus

Macht leicht $150 confus.

CHOR lachend.

O, großer Poet,

Du wirst verdreht!

Trink mehr noch

Vom Marsala-Wein,

Dann fällt Dir was ein.

Wir singen Dir’s vor

Im Chor:

SOMARONE UND CHOR.

Der Wein von Syrakus

Macht leicht confus;

Einer Tromba gleich

Umwirbelt er Euch;

An der Scylla Strand

Wohl die Wiege stand?

Trinkt Syrakuser Naß

Vom Faß!

Doch ein edler Getränke

Ist Marsala,

So wie dieser da!

Der beseelt, inspirirt,

Wie bei uns man verspürt.

Aechtes Landes-Kind,

Feurig und geschwind,

Trinkt Sicilianer Wein

Allein!

Ein Diener mit einem ungeheuren Flaschenkorb tritt ein.

CHOR.

Hoch! Hoch! Hurrah!

Die Flaschen werden dem Diener abgenommen.

SOMARONE.

Nun in den Park! Im Mondschein trinkt sich’s kühler!

Doch bleibt mir nüchtern, wenn Ihr’s könnt!

Wir haben heut’ noch viel zu schaffen.

CHOR.

In den Park! In den Park!

Im Abgehen singend.

‘s giebt kein edler Getränke

Als Marsala!

Hoch der Wein von Marsala!

La, la!

Attacca.

Nr. 10.

2. Scene.

Beatrice allein.

Während des Vorspiels erregt auftretend; sie ist in festlichem Anzuge.

Recitativ.

Gott! Was hab’ ich vernommen!

Mein Herz jauchzt empor,

Meine Brust will zerspringen:

Benedict $150 ist’s ein Traum?

Benedict $150 liebte mich?

Arie.

Ich ahnt’ es längst,

Er liebt nur mich!

Doch wollt’ ich nimmer

Mir’s gestehen.

Als zum Kampf er gezogen,

Da fühlt’ ich allzusehr,

Wie er mir sei gewogen,

Wie der Abschied ihm so schwer!

Und auch meine Brust

Schlug für ihn

Unbewußt.

Er zog von dannen $150

Kehrt er wohl wieder?

Hat er den Sieg,

Den Tod gefunden?

Fragt’ ich mich bang’

In trüben Stunden.

Dann sah ich oft im Traum

Ihn von Gefahr umgeben:

Der Feind stürmt’ wild herbei $150

Ich vernahm sein Geschrei,

In Strömen floß das Blut,

Den Unsern sank der Muth, $150

Ich sah, wie er noch stand,

Wie er focht, wuthentbrannt,

Dann sah ein Schwert ich blinken,

Seine Brust traf der Stahl! ….

Ich sah ihn sinken,

Sah seine Todesqual ….

Ich schreie laut,

Ruf’ um Hilfe,

Flieg’ herbei $150

Schon war’s zu spät,

Er verschied

In meinem Arm.

Entsetzt fahr’ ich empor, $150

Sein Tod war nur ein Traum,

Ich lache über mich

Und ihn,

Spotte seiner Gefahren,

Und doch,

Mein Herz erbebt’,

So oft ich sein gedachte.

Er liebt ja mich,

Ich wußt’ es längst,

Doch wollt’ ich nimmer

Mir’s gestehen.

Als zum Kampf er gezogen,

Da fühlt’ ich allzusehr,

Wie er mir sei gewogen,

Wie der Abschied ihm so schwer.

Und auch meine Brust

Schlug für ihn

Unbewußt $150

Er liebt nur mich,

Ich wußt’ es längst!

Lieb’ ich auch ihn? $150

Ja, Benedict, ich liebe Dich!

Dir will ich angehören,

Nur Dir will Treu’ ich schwören;

Du hast gesiegt,

Mein Stolz erliegt!

O komm’!

Ich lieb’ Dich treu und wahr!

Lebwohl

Du Uebermuth, auf immerdar!

Dein Ziel, Du hast es erreicht,

Dein Herz hat das meine erweicht!

Mein Hohn verstummt,

Mein Spott versiegt,

Mein Mädchenstolz, er unterliegt!

Unsre Geister sind verwandt!

Nimm als Preis denn meine Hand!

Du bist aller Opfer werth:

Du hast lieben mich gelehrt!

Beatrice wendet sich zum Abgehen, wird aber von der, mit Ursula eintretenden Hero zurückgehalten.

3. Scene.

Beatrice. Hero, als Braut gekleidet, ohne Schleier und Kranz. Ursula, gleichfalls im Festschmucke. Später 4 Brautjungfern, dann Herren und Damen.

HERO.

Was fehlt Dir, Beatrice? $150 So allein,

Dem Festesjubel fern?

BEATRICE.

Mir ist nicht wohl,

Verstimmt, zerstreut. Hero, ich möchte weinen,

Und wenn ich lache, so versteh’s als Thränen.

URSULA.

Seid Ihr verliebt?

BEATRICE.

Was meint die Närrin?

URSULA.

Nichts!

Gott schenke Jedem, was sein Herz begehrt!

BEATRICE.

Ich bin recht krank, mir steigt das Blut zu Kopf!

URSULA.

Legt Benedictenkraut Euch auf das Herz,

Das ist probat!

BEATRICE heftig.

Was, Benedict? Ihr lacht?

Was meint Ihr mit der plumpen Anspielung?

URSULA.

Ich meint’ Signore Benedict. Nun, der

Schwur einst die Liebe ab, $150 und jetzt, beim Himmel,

Ist er verliebt wie and’re Menschenkinder!

BEATRICE zu Hero, sehr erregt.

Sie treibt mich fort mit albernem Geschwätz!

HERO.

Dein Zustand ängstigt mich,

Schwärmerisch.

die ich so glücklich bin!

Nr. 11. Terzett.

HERO.

Den Mann, den so hoch ich verehrt,

Soll durch meine Hand ich beglücken;

Mein Leben erhält

Durch ihn erst Werth,

Ich preise das Loos,

Das durch ihn mir bescheert!

URSULA.

Den Mann, den so hoch sie verehrt,

Will durch ihre Hand sie beglücken;

Ihr Leben erhält

Durch ihn erst Werth,

O, seliges Loos,

Das die Liebe bescheert!

BEATRICE träumerisch.

Den Mann, den so hoch Du verehrt,

Darfst mit Deiner Hand Du beglücken!

Dein Leben erhält

Einen neuen Werth!

Glücklich Dein Loos,

Das die Liebe bescheert!

HERO UND URSULA bei Seite, Beatrice beobachtend.

Welch’ sanfter Ton?

Sie scheint bewegt, $150

Das Mittel wirkt!

URSULA.

Doch wie?

Mir scheint das Herz Euch schwer?

Ist’s etwa Neid,

Der unsre Freundin quält?

Nein, nein!

Ihr liebt die Freiheit viel zu sehr,

Ihr thut mir leid,

Ihr bleibt ja unvermählt!

BEATRICE.

Ich voll Neid? Ich vermählt?

Nein, nie!

Folgsam gehorchen dem Ehe-Tyrann?

Er mein Herr?

Nimmermehr!

Lieber will ich in Klostermauern

Mein Leben vertrauern,

Eh’ ich mich beuge je einem Mann!

HERO.

O, Himmel! Verhüte das Loos:

Daß je ihr kaltes Herz

Empfände Liebes-Schmerz!

Das Unglück wäre zu groß!

Wenn Deine Schönheit einst,

Dein hoher Geist,

Der so stolz sich erweist,

Das Herz des edelsten Mannes besiegen,

Du schmachtend siehst ihn vor Dir liegen.

HERO UND URSULA.

Komme nie der Tag,

Wo Du mußt gestehen,

Daß der Liebe Flehen

Auch Dein Herz erlag!

BEATRICE.

Nimmer traue ich Männerschwüren,

Lasse durch Seufzer mich niemals rühren,

Nie erweicht mich der zärtlichste Ton!

Könnt’ auch den stolzesten Mann ich besiegen,

Schmachtend ließe den Armen ich liegen,

Seine Thränen verlacht’ ich,

Seine Schwäche veracht’ ich,

Mein Hohn nur wär’ sein Lohn!

URSULA.

Oft im besten Ehestand

Muß man erfahren,

Daß mit den Jahren

Die Liebe schwand.

Dann kommt zu spät die Reu’!

Ach! schwerer ist Nichts zu wahren,

Als $150 Männer-Treu!

HERO.

Dann schleicht sich herein

Die Eifersucht!

Sie kommt über Nacht

Mit furchtbarer Macht

HERO UND URSULA.

Sie quält in dämonischer Lust

Die liebende Brust

Mit höllischer Pein!

HERO.

Ha! Wenn mein Gemahl ….

Gott! Welcher Gedanke!

Wenn er kalt mich verließ,

Wenn mein Herz er verstieß,

Wenn er bräche die Treue, ….

Welche Qual!

BEATRICE sich vergessend.

Ha! Könnt’ er mich verschmähen!

Rasend würd’ ich vor Wuth:

Sühnen müßt’ es sein Blut!

HERO lachend.

Was hat so in Wuth Dich gebracht?

Hat Eifersucht denn auch noch Macht

Im kältesten Herzen?

Doch $150 ist’s nicht Frevel, zu scherzen?

Mich liebt ja Claudio allein,

Bald ist er mein!

HERO.

Den Mann, den so hoch ich verehrt,

Soll durch meine Hand ich beglücken;

Mein Leben erhält

Durch ihn erst Werth,

Ich preise das Loos,

Das die Liebe bescheert.

BEATRICE.

Den Mann, den so hoch Du verehrt,

Darfst durch Deine Hand Du beglücken!

Dein Leben erhält

Einen neuen Werth,

Glücklich Dein Loos,

Das die Liebe bescheert!

URSULA.

Den Mann, den so hoch sie verehrt,

Will durch ihre Hand sie beglücken,

Ihr Leben erhält

Durch ihn erst Werth,

O seliges Loos,

Das die Liebe bescheert!

Vier Brautjungfern, weiß gekleidet, treten mit Schleier und Kranz ein.

URSULA.

Wir müssen fort, der Trauung Stunde schlug

Und man erwartet Euch!

HERO.

In Gottes Namen!

Komm’! Beatrice!

BEATRICE.

Ja! Ich folg’ Euch gleich.

Damen und Herren sind eingetreten. Hero wird von den Mädchen mit Schleier und Kranz bekleidet und geht dann an der Spitze des $150 den nachfolgenden Chor singenden $150 Brautzuges mit Ursula ab. Beatrice sieht ihnen träumerisch nach.

Nr. 12. Brautlied.

CHOR.

Komm’, komm’! die Stunde nahet!

Komm’, hochbeglückte Braut!

Reine, zarte Mädchenblüthe,

Die in holder Scham erglühte:

Flicht den Brautkranz Dir in’s Haar,

Laß Dich führen zum Altar!

Der Geliebte harret Dein,

Dir der Treue Schwur zu weih’n.

Komm’, hochbeglückte Braut,

Der Gatte harret Dein!

Beatrice hat während des Gesanges schon ihr Angesicht verhüllt, als wenn sie Thränen zurückhalten wollte.

4. Scene.

Beatrice. Benedict.

Benedict tritt, vorsichtig sich umblickend, auf; Beatrice sieht ihn erst, als sie sich umwendet. Beide erschrecken.

BEATRICE.

Ach!

BENEDICT verlegen.

Ach! Schöne Beatrice,

Man sucht Euch.

BEATRICE erschrocken.

Mich? $150 Ihr sucht mich, Benedict?

BENEDICT sich fassend.

Wie? Sagt ich das? Nicht achtet d’rauf. Seit Kurzem

Sprech’ ich, was früher nimmer ich gedacht.

BEATRICE gefaßt.

Und denkt, was Ihr nicht spracht?

BENEDICT.

Vielleicht auch das!

BEATRICE.

So könnt Ihr, was Ihr spracht, auch nicht vertreten.

Was denkt Ihr jetzt?

BENEDICT.

Ich denk’, daß ich Euch liebe!

BEATRICE.

Das klingt so seltsam, fast, als wär’ es wahr!

BENEDICT.

Es ist so wahr, als es Euch seltsam scheint!

Bei meinem Schwert: Du liebst mich, Beatrice!

Und zwingen will ich den, mein Schwert zu essen,

Der sagt: Ich lieb’ Dich nicht.

BEATRICE.

Verzeih’ mir’s Gott!

Ich war bereit zu einer argen Sünde!

Fast hätt’ ich Euch gesagt, daß ich Euch liebe.

BENEDICT.

Thut’s denn und schwört bei Eurem ganzen Herzen!

BEATRICE.

Das wäre Meineid, denn, wenn ich Euch liebte,

Wär’ Euer ja mein Herz und nicht mehr mein!

BENEDICT.

Besiegelt’s durch ‘nen Kuß!

BEATRICE ausweichend.

Nicht Lohn noch Strafe

Will ich für meine Liebe.

BENEDICT.

Dann sprich, für welche meiner Fehler Du mich liebst?

BEATRICE.

Für alle, denn sie stehen so zusammen,

Daß keine Tugend zwischen sie sich drängt.

Sag’ lieber, $150 weshalb liebst Du meine Tugend?

BENEDICT.

Weil Deine Fehler selbst mir Reize scheinen.

Und ich so keinen missen wollte! Komm’! Zu Deinem

Oheim!

BEATRICE.

Das ist zu spät, $150 da kommt er selbst!

5. Scene.

Don Pedro. Leonato. Hero mit Schleier und Kranz. Clandio. Beatrice. Benedict. Notar. Ursula. Hochzeitsgäste. Gefolge. Diener.

Alle treten in feierlichem Zuge ein.

Nr. 13.

Um den Festzug einzuführen und auf der Bühne zu ordnen, bedarf das Ensemble einer Instrumental $150 Einleitung. Deshalb sollen, nach Anordnung des Componisten, die ersten 13 Takte im Orchester erst allein gespielt und dann mit Chor repetirt werden.

Großes Ensemble.

Beatrice. Hero. Ursula. Benedict. Claudio. Don Pedro und Chor.

ALLE.

Herr! der die Kraft uns gab,

Daß wir den Feind bezwungen,

Blick’ gnädig jetzt auf uns herab!

HERO UND CLAUDIO.

Du, dem die Herzen kund,

Den preisen alle Zungen:

O, seg’ne unsern Liebesbund!

Erhöre unser heißes Fleh’n,

Vernimm den Schwur der ew’gen Treue!

Laß stets uns Deine Pfade geh’n,

Gieb unserm Bund die rechte Weihe!

ALLE UEBRIGEN.

Du, dem die Herzen kund,

Den preisen alle Zungen:

O, seg’ne diesen Ehe-Bund!

Erhöre, Herr, ihr heißes Flehn,

Hör’ ihren Schwur der ew’gen Treue!

Dies Paar laß Deine Pfade geh’n,

Gieb ihrem Bund die rechte Weihe!

ALLE.

Herr, der die Kraft uns gab,

Daß wir den Feind bezwungen:

Blick’ gnädig jetzt auf uns herab!

Ein Tisch mit Schreibzeug ist gebracht worden, zu welchem der Notar jetzt tritt und seine Papiere dort ausbreitet.

LEONATO.

Ist Alles bereit?

NOTAR.

Die Kontrakte sind fertig;

Noch fehlt die Unterschrift.

LEONATO zu Claudio.

So zeichne denn zuerst, mein theurer Sohn!

Claudio unterschreibt.

DON PEDRO.

Nun, holde Braut!

Hero unterzeichnet.

NOTAR.

Die Zeugen später! Nun erst den Kontrakt!

DON PEDRO.

Es ist gescheh’n!

NOTAR.

Der erste, ja! Allein

Der zweite noch!

DON PEDRO.

Und wer will noch hier frei’n?

NOTAR.

Ein zweites Paar, so wurde ich entbeten,

Das auch gewillt, heut’ in die Eh’ zu treten!

Benedict tritt zagend vor.

LEONATO.

Ihr, Ehefeind, Ihr seid’s doch sicher nicht?

BENEDICT leise und hastig zu Beatrice.

Liebt Ihr mich, Fräulein?

BEATRICE.

Nein! Nicht mehr als billig!

BENEDICT.

So ist es Trug, was Euer Oheim spricht?

BEATRICE.

Liebt Ihr mich denn?

BENEDICT.

Das Herz ist leidlich willig,

Allein die Lippe ist’s noch immer nicht!

BEATRICE.

So hat die Muhme mich und Ursula

Schelmisch getäuscht. Sie schwuren mir, Ihr liebtet!

BENEDICT.

Und nehmen will ich Dich, weil der Kontrakt

Doch einmal fertig!

BEATRICE.

Und ich schlage ein,

Um Gotteswillen, weil kein Schlimm’rer da!

Benedict und Beatrice unterzeichnen rasch den Kontrakt.

LEONATO.

Herbei! Herbei! Und stimmet an!

Somarone ist mit Musikern und Sängern aufgetreten, stellt Alle auf und giebt mit dem Taktstock ein Zeichen. Zugleich kommen 4 Diener, welche Stangen mit Inschriften tragen, die noch nicht zu sehen sind, weil die Schrift nach rückwärts

gekehrt ist. $150 Andere Diener tragen den Tisch schnell fort. $150 Die 4 Diener stehen in der Mitte in einer Linie; rechts und links die Musiker. $150 Alle Uebrigen weichen nach beiden Seiten zurück. Beatrice und Benedict allein, verwundert im Vordergrunde.

Nr. 14.

ERSTER DIENER. dreht beim zweiten Schlag der großen Trommel rasch seine Stange um, so daß die Inschrift zu lesen ist: »Hier ist«.

ALLE, AUßER BENEDICT UND BEATRICE. auf Benedict mit Fingern weisend, und von der Inschrift ablesend.

»Hier ist.«

ZWEITER DIENER. dreht beim dritten Schlag rasch seine Stange, auf der zu lesen ist:

»Zu seh’n«.

ALLE. wie oben.

»Zu seh’n.«.

DRITTER DIENER. ebenso beim vierten Schlag.

ALLE.

»Benedict.«.

VIERTER DIENER. ebenso beim fünften Schlag.

ALLE.

»Als Ehemann.«.

Alle lachen.

BENEDICT.

Lacht immer zu! $150 Der Ehemann weiß sich zu trösten!

Das war ein schwerer Sieg, den Ihr errungen!

Ihr habt ein liebend Paar zur Eh’ gezwungen!

Nr. 15.

Gegenseitige Beglückwünschungen und Begrüßungen. Das Vorspiel muß unterstützt werden von sehr vornehmen Manieren auf der Bühne.

Scherzo-Duettino.

Benedict und Beatrice sind nach dem Vordergrund gekommen.

BENEDICT.

Die Liebe lodert empor,

BEATRICE.

Sie flackert hin und her,

BENEDICT.

Ein Irrlicht $150 bricht sie hervor,

Wer weiß $150 woher?

BEATRICE.

Blitzt auf und huscht vorbei,

Und schließt die tollsten Ehen!

BENEDICT.

Was hilft’s, daß klug man sei?

Schon ist’s geschehen!

BEATRICE.

Mich rührte das stumme

Schmachten des Armen!

BENEDICT.

Mich jammert’ die heiße

Liebe der Armen!

BEATRICE.

Ich war allzu weich.

BENEDICT.

Ich erhörte Euch.

BEIDE.

Nur aus Erbarmen!

Unser letzter Streich

Sei der tollste zugleich:

Ich liebe Euch!

Das Unglück ist nun da,

Wer weiß denn, wie’s geschah?

Bei verlorenem Spiel

Hilft die Reue nicht viel!

BEATRICE.

Scheint er mir doch werth,

Daß man sich bekehrt,

Hat sich brav gewehrt!

BENEDICT.

Scheint sie mir doch werth,

Daß man sich bekehrt,

Hat sich brav gewehrt!

BEIDE.

Heute bleibe der Liebe Sieg;

Morgen beginne auf’s Neue der Krieg!

ALLE.

Der Krieg!

Benedict umarmt Beatrice, Claudio Hero.

Ende.

Hector Berlioz – Benvenuto Cellini

Hector Berlioz

Benvenuto Cellini

Opéra en deux actes

Personnages

Benvenuto Cellini, ciseleur florentin

Giacomo Balducci, trésorier du pape

Fieramosca, sculpteur du pape

Le Cardinal Salviati, camerlingue

Francesco,

Bernardino, chefs d’atelier de Cellini

Pompeo, spadassin, ami de Fieramosca

Un Cabaretier

Teresa, fille de Balducci

Ascanio, élève de Cellini

Le Faux Trésorier,

Arlequin,

Polichinelle,

Colombine,

Deux Spadassins, Personnages muets

Servantes et voisines de Balducci,

Ciseleurs,

Fondeurs,

Masques,

Sbires,

Moines,

Suite du cardinal,

Peuple, Chœurs

La scène se passe à Rome, an seizième siècle, sous le pontificat de Clément VII, les lundi, mardi gras, et mercredi des Cendres.

Le drame que l’on offre à tes yeux, spectateur,

N’est point un pur roman indigne de croyance;

Les faits sont vrais, tu peux en prendre connaissance

Aux mémoires écrits par le grand Ciseleur.

Cellini vit le jour dans la belle Florence;

Il fut en même temps bon orfèvre et sculpteur,

Il sut défendre Rome en savant artilleur,

Et suivit à Paris François premier de France.

Il était violent et souvent sans raison;

Très prompt à la riposte il tua plus d’un homme,

Et mainte fois ne dut qu’au talent son pardon.

Ce n’était pas un ange, on le voit, mais en somme

Il n’eut jamais au cœur de basse affection

Et toujours il aima l’art avec passion.

Acte premier

Premier tableau

Lundi Gras

L’appartement de messer Giacomo Balducci au tomber de la nuit. Sur le devant, à gauche, une table entre deux fauteuils à dossier. Deux portes: une à gauche, une au fond. A droite, une fenêtre. La nuit augmente graduellement.

Scene I

Balducci, Teresa.

Teresa regarde par la fenêtre: Balducci entre par la porte du fond, achevant de s’habiller.

Introduction.

BALDUCCI.

Teresa … mais où peut-elle être?

Thérèse … à la fenêtre!

Je l’ai pourtant bien défendu;

N’avez-vous donc pas entendu?

Pour prendre l’air l’heure est fort belle

Depuis un siècle que j’appelle.

Le pape m’attend … mon bâton,

Mes gants, ma dague, et ce carton …

Teresa prend tour à tour ces objets sur la table et les lui présente.

C’est à damner un saint, un ange!

En vérité, c’est bien étrange

Que le pape ainsi dérange

Un trésorier soir et matin

Pour Cellini, ce libertin,

Ce paresseux, ce Florentin!

Aussi pourquoi, notre saint père,

Prendre en Toscane un ciseleur,

Quand vous aviez votre sculpteur

Fieramosca, dont c’est l’affaire?

Il sort.

TERESA.

Enfin il est parti,

Tout de bon, … je respire,

Ouf … quel ennui!

C’était un vrai martyre.

Chœur de masques au dehors.

BALDUCCI, rentrant.

D’où vient ce bruit?

TERESA.

O Dieu! serait-ce lui!

Cellini, Francesco, Bernardino et masques au dehors.

Tra la la la

De profundis!

Carnaval père

Ce soir enterre

Un de ses fils!

Mais soyez sages,

O grands enfants

De tous les âges,

De tous les rangs;

Homme ni femme

Ne pleurez pas,

Buvez à l’âme

De lundi gras!

BALDUCCI.

A ma porte quel, tapage!

C’est Cellini, je le gage,

Avec ses mauvais sujets:

Prenons garde à ses projets.

Il s’approche de la fenêtre et reçoit une grêle de fausses dragées qui lui couvrent le corps et le visage de taches blanches.

Cellini, Francesco, Bernardino et le chœur de

masques.

Vive la joie!

Les morts sont morts;

Dieu nous envoie

Un joyeux corps,

Un gai compère

Encor plus gras

Que feu son frère;

Ne pleurons pas.

Ensemble.

BALDUCCI.

Ah! marauds! infâme engeance!

C’est sa bande, l’insolent!

Me couvrir ainsi de blanc

Lorsqu’il faut qu’en diligence

Je me rende au Vatican!

Va, de toi j’aurai vengeance

Quelque jour, maudit Toscan!

BALDUCCI, à Teresa qui éclate de rire.

Oui, riez, la belle affaire!

Pour changer il est trop tard,

Ah! grand Dieu! chez le saint père

J’aurai l’air d’un léopard!

Teresa s’approche de la fenêtre à son tour et reçoit une pluie de fleurs.

Ensemble.

BALDUCCI.

C’est bien lui, je vais descendre!

Misérable, ose m’attendre!

C’est ce fat, votre enjoleur!

Moi l’épine, et vous la fleur!

Lui Cellini, lui mon gendre!

Mille fois plutôt me pendre!

Ah! malheur à lui, malheur!

Ce Florentin,

Ce paresseux, ce libertin!

Ose m’attendre,

Gueux à pendre!

TERESA.

Oui, c’est lui, c’est votre gendre!

Croyez-vous me faire prendre

Un mari contre mon cœur?

Renoncez à cette erreur,

Colombine est à Léandre;

Moi la femme de Cassandre!

Ah! malheur à lui, malheur!

Cellini, Francesco, Bernardino et le chœur de masques.

De profundis!

Carnaval père

Ce soir enterre

Un de ses fils!

Mais soyez sages,

O grands enfants

De tous les âges,

De tous les rangs;

Homme ni femme

Ne pleurez pas,

Buvez à l’âme

De lundi gras!

Scene II

TERESA, seule.

Parmi les fleurs qu’on vient de lui jeter elle ramasse un bouquet.

Les belles fleurs … un billet … Cellini!

Quelle imprudence …

Elle lit.

Eh quoi! venir ici?

Ce soir même … Ah! grand Dieu! mais mon père

Est bien loin, et l’instant est propice … Que faire?

Air

Entre l’amour et le devoir

Un jeune cœur est bien à plaindre,

Ce qu’il désire il doit le craindre,

Et repousser même l’espoir.

Se condamner à toujours feindre,

Avoir des yeux et ne point voir,

Ah! comment le pouvoir?

Un jeune cœur est bien à plaindre

Entre l’amour et le devoir.

Quand j’aurai votre âge,

Mes chers parents,

Il sera bien temps

D’être plus sage;

Mais à seize ans

Ce serait dommage.

Oh! dès qu’à mon tour

Je serai grand’mère,

Alors, laissez faire!

Malheur à l’amour!

Scene III

Teresa, Cellini.

TERESA.

J’entends quelqu’un monter …

Cellini! …

CELLINI.

Teresa! ne fuyez pas ma vue!

TERESA.

Cellini, près de vous je ne puis pas rester!

CELLINI.

Ah! ce langage me tue!

TERESA.

Du bruit ….

CELLINI.

Rassurez-vous …

TERESA.

On vient … je suis perdue!

Partez!

CELLINI.

Ce bruit n’est rien, sur mon honneur!

C’est le gai carnaval qui dehors parle en maître.

Laissez-le sous votre fenêtre

Agiter son grelot moqueur,

Et calmez, Teresa, calmez votre frayeur.

Trio.

CELLINI.

Vous que j’aime plus que ma vie,

O Teresa! je viens savoir

Si loin de vous, triste et bannie,

Mon âme doit perdre l’espoir.

TERESA.

Las! votre amour n’est que folie,

Un vain tourment et sans espoir!

Il faut m’oublier pour la vie,

Car je ne dois plus vous revoir.

Scene IV

Les Précédents, Fieramosca.

FIERAMOSCA, un gros bouquet à la main, entrant par la porte du fond.

Ce n’est pas en forçant les grilles,

En mettant bas portes, verrous,

Que l’on gagne le cœur des filles;

Mais en marchant à pas de loups.

CELLINI.

Non, par les saints, par la madone! …

FIERAMOSCA, épouvanté.

Dieu! Cellini, cachons-nous là!

Il entre dans la chambre de Teresa.

CELLINI.

Je ne puis croire, ô Teresa,

Qu’amour jamais vous abandonne

Aux bras de ce Fieramosca!

TERESA.

Ah! me préserve ma patronne

De ce malheur, car je sens là

Que je mourrai, si l’on me donne

A ce Fieramosca.

FIERAMOSCA, entr’ouvrant la porte.

Ah! si j’osais parler tout haut!

Ah! si j’osais souffler un mot!

Ensemble.

CELLINI.

Eh bien! donc, Teresa, ma vie,

Au nom des saints, je viens savoir

Si loin de vous, triste et bannie,

Mon âme doit perdre l’espoir.

TERESA.

Mais votre amour n’est que folie,

Un vain tourment et sans espoir.

Il faut m’oublier pour la vie,

Non, je ne dois plus vous revoir.

CELLINI ET TERESA.

Fieramosca! …

CELLINI.

Ce plat faquin!

TERESA.

Qui … moi sa femme! … je préfère

Cent fois la mort la plus amère!

FIERAMOSCA, brandissant son bouquet.

Si j’avais ma rapière en main!

CELLINI.

Ah! mourir, chère belle,

Qu’avez-vous dit là?

Cette voie est cruelle,

O ma Teresa!

Non, prenons l’autre route

Aux gazons fleuris,

Que jamais ne redoute

Un cœur bien épris.

TERESA.

L’autre route, et laquelle?

Ne me cachez rien.

FIERAMOSCA.

Si j’avais ma rapière en main!

CELLINI.

Ne soyez pas rebelle,

Ecoutez-moi bien.

TERESA, à voix basse.

Parlez plus bas.

CELLINI.

Demain soir, mardi gras.

TERESA.

Demain soir, mardi gras.

FIERAMOSCA, derrière le fauteuil placé à la gauche de la table.

Gras?

CELLINI.

Surtout n’y manquez pas.

FIERAMOSCA.

Je n’entends pas.

CELLINI.

Venez place Colonne,

TERESA.

Place Colonne.

FIERAMOSCA.

Colonne?

CELLINI.

Au coin où Cassandro,

TERESA.

Où Cassandro …

FIERAMOSCA.

Cassandro?

CELLINI.

Au peuple romain donne

Un opéra nouveau.

FIERAMOSCA.

Un opéra nouveau?

CELLINI.

Là, tandis qu’en délire

Sa troupe fera rire

Votre père aux éclats,

Vous, vous prendrez le bras

TERESA.

Je prendrai le bras …

FIERAMOSCA.

Le bras?

CELLINI.

D’un moine en robe brune,

TERESA.

D’un moine en robe brune …

FIERAMOSCA.

Brune?

CELLINI.

Et d’un pénitent blanc.

TERESA.

D’un pénitent blanc …

FIERAMOSCA.

Blanc?

CELLINI.

L’un sera votre amant,

TERESA.

Vous!

FIERAMOSCA.

Lui?

TERESA.

Vraiment?

CELLINI.

Et l’autre mon élève.

TERESA.

Votre élève?

FIERAMOSCA.

Son élève?

CELLINI.

Alors je vous enlève,

TERESA.

Il m’enlève!

FIERAMOSCA.

Enlève?

CELLINI.

Et soudain tous les deux

Nous allons à Florence,

TERESA.

A Florence …

FIERAMOSCA.

A Florence?

CELLINI.

Couler des jours heureux:

CELLINI ET TERESA.

Et soudain pour Florence,

Le cœur plein d’espérance,

Nous partons tous les deux.

FIERAMOSCA.

Tous les deux?

TERESA.

O Cellini! se peut-il faire

Que je laisse ainsi mon père?

N’est-ce point blesser les cieux?

CELLINI.

Offenser le ciel, non, je pense,

Votre père bien plus l’offense

En voulant que sa Teresa,

Comme une fleur, tombe et s’altère

Dans l’ombre d’un couvent austère,

Où la main d’un Fieramosca.

TERESA.

Fieramosca! Fieramosca!

FIERAMOSCA.

O trésorier! que n’es-tu là!

TERESA.

C’en est fait, ma haine est trop forte;

Dans mon âme sa voix l’emporte.

Mon ami, prenons espoir,

A demain, à demain soir!

CELLINI.

A demain soir!

FIERAMOSCA.

A demain soir!

CELLINI.

Redirai-je le lieu, l’heure du rendez-vous?

TERESA, avec empressement et à haute voix.

Oui.., ce sera … disons-nous?

CELLINI, tendrement et avec un léger accent d’ironie.

Plus bas, parlez plus bas!

Demain soir, mardi gras,

TERESA.

Demain soir, mardi gras …

FIERAMOSCA, passant pour mieux entendre derrière le second fauteuil placé à la droite de la table.

Demain soir, mardi gras …

CELLINI.

Vous n’y manquerez pas?

TERESA.

Non.

CELLINI.

Vous n’y manquerez pas?

TERESA.

Je n’y manquerai pas.

FIERAMOSCA.

Je n’y manquerai pas.

CELLINI.

Venez place Colonne,

TERESA.

Place Colonne,

FIERAMOSCA.

Place Colonne.

CELLINI.

Au coin où Cassandro,

TERESA ET FIERAMOSCA.

Au coin où Cassandro,

CELLINI.

Au peuple romain donne

Un opéra nouveau.

TERESA ET FIERAMOSCA.

Donne un opéra nouveau.

CELLINI.

Là, tandis qu’en délire

Sa troupe fera rire

Votre père aux éclats,

Vous …

TERESA.

Moi …

FIERAMOSCA.

Lui …

CELLINI.

Vous prendrez le bras

TERESA.

Oui, je prendrai le bras

FIERAMOSCA.

Elle prendra le bras

CELLINI.

D’un moine en robe brune,

TERESA.

D’un moine en robe brune,

FIERAMOSCA.

Elle prendra le bras

D’un moine en robe brune,

CELLINI.

Et d’un pénitent blanc,

TERESA.

Et d’un pénitent blanc.

FIERAMOSCA.

Et d’un pénitent blanc.

CELLINI.

L’un sera votre amant,

TERESA.

L’un sera mon amant,

FIERAMOSCA.

L’un sera son amant.

CELLINI.

Et l’autre mon élève.

TERESA.

Votre élève …

FIERAMOSCA.

Son élève …

CELLINI.

Alors je vous enlève.

TERESA.

Il m’enlève!

FIERAMOSCA.

Il l’enlève!

CELLINI.

Et soudain tous les deux

Nous allons à Florence

TERESA.

A Florence,

FIERAMOSCA.

A Florence!

CELLINI.

Couler des jours heureux.

TERESA.

Couler des jours heureux.

FIERAMOSCA.

Vivre heureux!

Ensemble.

TOUS LES TROIS.

Et soudain pour Florence,

Le cœur plein d’espérance,

CELLINI.

Nous partons tous les deux.

FIERAMOSCA.

Ils partent tous les deux!

Ensemble.

CELLINI.

Ravissante promesse!

O moments pleins d’ivresse!

Pour mon cœur que vous êtes doux!

Amour, sous ton aile

Garde, garde ma belle

Fidèle

A son rendez-vous.

TERESA.

Mère de tendresse,

Vierge que sans cesse

J’implore à genoux,

Pardonne à ma voix rebelle,

Et viens calmer celle

D’un père en courroux.

FIERAMOSCA.

Ah! femelle traîtresse!

Perfide tigresse!

Prenez garde à vous.

Ensemble.

CELLINI ET TERESA.

Oui, la mort éternelle!

Nous aurions bien tort,

La jeunesse doit-elle

Chercher là le port.

Quand l’amour nous apprête

Un doux avenir;

Ne tournons point la tête

Laissons-le venir.

Tyrans des cœurs fidèles,

O vieillards jaloux!

Les amours ont des ailes

Pour fuir loin de vous.

Ah! partons tous les deux,

Fuyons loin de leurs yeux,

Et vers d’autres lieux

Allons couler des jours heureux;

Oui, soudain pour Florence,

Le cœur plein d’espérance,

Nous partons tous les deux.

FIERAMOSCA.

Ah! femelle traîtresse,

Perfide tigresse,

Prenez garde à vous!

Ma haine, en plainte éternelle

Changera, cruelle!

Vos projets si doux.

Je saurai déranger ce charmant rendez-vous,

Je saurai déjouer votre projet si doux;

Ah! prenez garde à vous!

CELLINI.

A demain!

TERESA.

A demain!

FIERAMOSCA.

A demain, à demain!

Ensemble.

TOUS LES TROIS.

A demain soir, à demain!

CELLINI, à voix basse en se retirant.

Place Colonne.

TERESA.

Chut!

CELLINI.

Près du théâtre.

TERESA.

Bien.

CELLINI.

Un moine blanc.

TERESA.

J’y serai …

FIERAMOSCA.

Bien.

Nous y serons …

CELLINI ET TERESA.

Espérons!

TOUS LES TROIS.

A demain!

TERESA.

Ciel! nous sommes perdus, c’est le pas de mon père …

CELLINI.

Etes-vous sûre?

TERESA.

Le voici!

FIERAMOSCA, refermant sur lui la porte de la chambre de Teresa.

Comme un furet, moi, je me cache ici.

CELLINI.

O Teresa! que devenir, que faire?

Votre chambre …

TERESA.

Oh! non pas; mon Dieu, secourez-moi!

CELLINI.

Le voici …

TERESA.

Le temps presse,

CELLINI.

Où fuir?

TERESA.

Je meurs d’effroi!

CELLINI, se jetant à tout hasard derrière la porte d’entrée.

Ah! je suis pris, ma foi!

Scene V

Les précédents, Balducci.

La porte en s’ouvrant cache Cellini, et Balducci surpris de voir sa fille encore debout oublie de la refermer. Il entre, tenant à la main un flambeau allumé.

BALDUCCI.

Eh quoi! ma fille, encor dans la salle à cette heure!

Il va bientôt sonner minuit.

TERESA, interdite et montrant la porte de sa chambre.

Mon père … un homme …

BALDUCCI.

Un homme en ma demeure?

TERESA.

Un homme … quand j’allais me coucher … un grand bruit!

BALDUCCI, prenant sur la table le flambeau et la canne qu’il y a déposés en arrivant.

Un homme ici, ma chère fille, un homme!

Vite un flambeau, ma canne … que j’assomme

Ce brigand, ce voleur de nuit.

Il entre dans la chambre.

TERESA, à Cellini.

Profitez du départ de mon père!

Cellini, fuyez soudain.

CELLINI.

Merci, mon ange tutélaire,

A demain soir, à demain!

Il s’échappe.

Scene VI

Teresa, Balducci, Fieramosca.

TERESA.

De frayeur je me sens toute émue.

BALDUCCI, dans la chambre de sa fille.

Ah, brigand! je te tiens …

TERESA.

Dieu! quel bruit!

Dans ma chambre on s’était introduit?

BALDUCCI, amenant Fieramosca.

Suis-moi, drôle, ou sinon je te tue.

Quoi, c’est vous!

TERESA, surprise et enchantée.

O capture imprévue!

FIERAMOSCA.

Ce n’est point un voleur …

BALDUCCI.

C’est bien pis.

Un larron de boudoir couvert d’ambre!

Répondez çà, monsieur le beau fils,

Qu’étiez-vous venu faire en sa chambre?

FIERAMOSCA.

C’est bien simple, eh! chez vous je venais …

BALDUCCI.

Vous étiez tout venu …

FIERAMOSCA.

Oui, j’étais

En visite …

BALDUCCI.

A cette heure en visite

Chez ma fille, impudence maudite!

TERESA.

Tant d’audace! il me rend interdite!

FIERAMOSCA.

L’apparence est trompeuse.

BALDUCCI.

Ah! tais-toi!

L’apparence, âme impure!

FIERAMOSCA.

Mais, messer Balducci, je vous jure …

BALDUCCI.

C’est un fait … laissez là l’imposture.

FIERAMOSCA.

Oh! mon Dieu! vous croyez que c’est moi?

BALDUCCI.

Oui vraiment je le crois!

TERESA.

Oh! le traître!

FIERAMOSCA.

Eh bien! non,

BALDUCCI.

Et qui donc pourrait-ce être,

Effronté?

FIERAMOSCA.

Mais, parbleu, Cellini!

TERESA.

Cellini!

BALDUCCI.

Cellini!

FIERAMOSCA.

Cellini!

BALDUCCI.

C’est trop fort, tu te dis Cellini!

FIERAMOSCA.

Mais non pas … je vous dis …

BALDUCCI, ouvrant la fenêtre.

C’est fini!

A nous, voisines et servantes!

TERESA, par la fenêtre.

Gaetana! Barbarina!

BALDUCCI.

Petronilla! Catarina!

Scolastica! Proserpina!

BALDUCCI ET TERESA, qui sort par la porte du fond pour appeler au secours.

A nous, voisines et servantes!

FIERAMOSCA.

Ecoutez-moi, cessez ce train!

LES VOISINES, au dehors.

On s’assomme chez le voisin;

Quel est ce bruit, pourquoi ce train?

BALDUCCI.

A mon secours, un libertin,

Un coureur de femmes galantes

Est chez ma fille! entrez soudain,

Venez chasser ce libertin!

FIERAMOSCA.

Je ne suis point un libertin,

Un coureur de femmes galantes.

BALDUCCI, ouvrant la fenêtre et Teresa rentrant.

Oui, maintenant gare à tes reins,

Tu vas tomber en bonnes mains.

Ce n’est que le bras féminin

Qui peut montrer le droit chemin

Aux gens de mœurs extravagantes,

Aux gens sans cœur, sans loi, ni frein.

FIERAMOSCA, épouvanté.

Aux mains des femmes … quel destin!

Suis-je Orphée en proie aux Bacchantes!

Scene VII

Les précédents, le chœur des voisines et des servantes.

Le chœur entre successivement en trois groupes. Toutes les fois que Fieramosca se présente à la porte pour s’échapper, il en trouve un qui lui ferme le passage et qui le ramène sur le devant de la scène. Les voisines et les servantes ont à la main lanternes, lampes et gueux. Toutes à demi vêtues et les bras tendus comme des harpies.

LE CHŒUR.

Ah! maître drôle, ah! libertin!

On va t’apprendre, suborneur,

Les respects dus à notre honneur,

Tu vas prendre un bain!

BALDUCCI ET TERESA.

Bien.

LE CHŒUR.

Entraînons-le dans le jardin,

Sous le jet d’eau du grand bassin!

Ensemble.

Laissons-le jusqu’à demain

Dans le bassin,

Toute la nuit au bain;

Libertin,

Gueux sans frein!

Vieux coupable!

Misérable!

Tu vas prendre un bain.

Elles le poursuivent.

Ah! drôle, on l’attrapera bien …

TERESA ET BALDUCCI.

Entraînez-le dans le jardin,

Oui, c’est très bien!

Au grand bassin,

Jusqu’à demain!

Suborneur, libertin,

Gueux sans frein,

Vieux coupable!

Misérable!

Tu vas prendre un bain.

Ah! traître … on t’attrapera bien.

FIERAMOSCA.

Quoi! me traîner dans le jardin!

Jusqu’à demain

Sous le jet d’eau du grand bassin!

C’est un meurtre enfin.

Quelles mégères! quelle horreur!

Moi, sans frein? sans honneur?

Quelles mégères! … de leurs mains

Comment tirer mes membres sains!

Il court de tous côtés pour leur échapper.

Où fuir leurs faces effrayantes,

Je suis Orphée.. Orphée … au milieu des Bacchantes!

Quels monstres, ah! comment m’échapper de leurs mains!

Il finit pas s’ouvrir un passage et s’enfuit poursuivi par le chœur.

Deuxième Tableau

Mardi Gras

Scene VIII

Le théâtre représente la place Colonne à l’angle de la rue du Corso. Au fond, la Colonne Antoine et une fontaine. A droite, un théâtre de pasquinades. A gauche, une taverne.

Cellini, Bernardino, Francesco, ouvriers Ciseleurs, amis et élèves de Cellini.

TOUS.

A boire, à boire, à boire!

Servez-nous vite à boire!

On apporte du vin.

BERNARDINO, fredonnant.

Chantons!

CELLINI.

Soit, mais pour Dieu, pas de chansons à boire!

Pas d’ignoble refrain

Sentant la taverne et le vin.

Chantons, mais que nos chants soient un hymne à la gloire

Des ciseleurs et de notre art divin.

Chant des Ciseleurs.

LE CHŒUR.

La terre aux beaux jours se couronne

De gerbes, de fruits et de fleurs;

Mais l’homme dans ses flancs moissonne

En tous temps des trésors meilleurs.

Honneur aux maîtres ciseleurs!

Le jour, les diamants sommeillent,

Le soleil éteint leurs splendeurs;

Mais quand vient la nuit, ils s’éveillent

Avec les étoiles leurs sœurs,

Honneur aux maîtres ciseleurs!

Les métaux, ces fleurs souterraines

Aux impérissables couleurs,

Ne fleurissent qu’au front des reines,

Des papes et des empereurs.

Honneur aux maîtres ciseleurs!

Quand le maître cisèle

L’or comme un soleil luit,

Le diamant ruiselle

Comme un torrent qui fuit,

Le rubis étincelle

Comme un feu dans la nuit.

Quand naquit la lumière,

Le génie aux beaux-arts

Divisa la matière;

Il en fit quatre parts:

L’architecte eut la pierre,

Au peintre la couleur,

Le marbre au statuaire,

Mais l’or au ciseleur!

Les métaux ces fleurs souterraines, etc.

BERNARDINO.

Amis, avant qu’on recommence,

Je demande un peu de silence:

Pour mieux entonner le refrain,

Il nous faut des fiasques de vin.

LE CHŒUR.

A boire encor, du vin, du vin.

Scene IX

Les précédents, un Cabaretier.

LE CABARETIER, la voix traînante.

Que voulez-vous? la cave est vide.

CELLINI.

Que dis-tu là, cervelle aride?

LE CABARETIER.

Je dis que … vous avez trop bu;

Et si vous voulez encor boire

Il faut …

LE CHŒUR, impatienté.

Il faut …

LE CABARETIER.

Il faut payer votre mémoire.

LE CHŒUR.

Montre-nous donc ce qui t’est dû?

LE CABARETIER, prenant des mains d’un de ses garçons une longue perche marquée de nombreuses entailles, servant à désigner les bouteilles vendues.

Voici, messieurs, le contenu

De cette liste exorbitante.

Vin blanc d’Orvieto,

Aleatico,

Et Maraschino,

Trente fiasques, trente.

CHŒUR.

Comment trente!

LE CABARETIER.

Vin de Marsalla,

Vin de Brienza,

Et de Cosenza,

Trente autres, soixante.

LE CHŒUR.

Soixante!

LE CABARETIER.

Vin mousseux d’Asti,

Vin de Lipari,

Lacryma-Christi,

Ce qui fait cent trente.

CHŒUR.

Cent trente!

Ah! consternation,

Abomination,

Qui tombent sur nos têtes;

CELLINI.

Non, jamais les trompettes

Du jugement dernier

Ne sauraient effrayer

Plus que la voix fatale …

CELLINI ET LE CHŒUR.

Et la liste infernale …

De ce … cabaretier.

CELLINI.

Comment sortir d’embarras …

LE CHŒUR ET BERNARDINO saisissant aux mains du cabaretier sa longue perche.

Maître,

Si nous rossions un peu ce traître.

Le chœur lâche le cabaretier qui s’enfuit.

CELLINI.

Mauvais moyen que celui-là;

Il vaut mieux attendre … peut-être

Ascanio nous délivrera.

LE CHŒUR.

Ascanio! vraiment le voilà!

Scene X

Les précédents, Ascanio portant un sac d’argent.

CHŒUR.

C’est le sauveur! viva!

CELLINI, courant à son élève.

Viens, enfant, qu’on t’embrasse

Et qu’on te débarrasse

De ce fardeau pesant.

ASCANIO.

Un instant, un instant,

Le vin après la gloire.

Maître, que ta mémoire

Se réveille un moment.

Air.

Cette somme t’est due

Par le pape Clément

Pour fondre la statue

Que l’Italie attend

De ton noble talent.

Or donc, je ne te laisse

Ce pesant sac d’argent

Que sur une promesse,

Un solennel serment,

Que demain ta statue,

Maître, sera fondue;

Il me faut ton serment.

CELLINI.

Soit, je le jure, enfant.

LE CHŒUR.

Nous le jurons, enfant.

TOUS, d’un ton solennel, excepté Ascanio.

Cette somme était due

Par le pape Clément

Pour fondre la statue

Que l’Italie attend.

CELLINI ET LE CHŒUR.

De mon travail, enfant.

De son noble talent,

TOUS.

Or donc, si l’on nous laisse

Ce pesant sac d’argent,

CELLINI ET LE CHŒUR.

Je t’en fais la promesse,

Crois-en notre promesse,

CELLINI.

Je t’en fais le serment,

LE CHŒUR.

Nous t’en faisons serment,

CELLINI ET LE CHŒUR.

Sans délai, ma / la statue

Demain sera fondue

Comme ce sac d’argent.

Nous le jurons!

ASCANIO.

Mes amis, maintenant,

Ma conscience est nette:

Payez donc votre dette;

Mon argent, le voilà.

CELLINI.

Comment! rien que cela?

LE CHŒUR.

Ah! la chétive somme!

ASCANIO.

C’est un si vilain homme

Que ce vieux trésorier!

CELLINI, appelant.

N’importe … Sommelier!

Contrefaisant la voix du cabaretier.

J’acquite ton mémoire …

LE CABARETIER, prenant l’argent.

Merci, voulez-vous boire?

LE CHŒUR.

Oui-dà, du vin …

CELLINI.

Mes amis plus de vin!

Le cabaretier s’en va.

Mais que notre vengeance

Frappe ce juif mesquin,

Qui dans son arrogance

Me traite en vrai faquin.

LE CHŒUR.

Oui, vengeance! vengeance!

Scene XI

Les précédents, Fieramosca, au fond à gauche.

CELLINI, attirant le chœur à droite pour ne pas être entendu des garçons du cabaret qui desservent les tables.

Ecoutez tout à l’heure.

Je sais que Balducci

Quittera sa demeure

Pour venir voir ici

Les belles pasquinades

De maître Cassandro.

Eh bien! chez Cassandro

Nous-mêmes camarades,

Dans de folles parades

Drapons le Giacomo.

LE CHŒUR.

Par Dieu! le rôle est beau.

CELLINI.

Anathème, anathème

Sur le visage blème

Du seigneur Giacomo!

LE CHŒUR.

Anathème, anathème

Sur le visage blême

Du seigneur Giacomo!

Par Dieu! le rôle est beau,

Faire rire tout Rome

D’un tel homme …

Vite, vite chez Cassandro.

TOUS, avec enthousiasme.

Les métaux, ces fleurs souterraines

Aux impérissables couleurs,

Ne fleurissent qu’au front des reines,

Des papes et des empereurs,

Honneur aux maîtres ciseleurs!

Ils entrent en courant chez Cassandro.

Scene XII

Fieramosca, puis Pompeo.

Dans le fond des promeneurs circulent.

FIERAMOSCA, qui les a épiés de loin.

C’est trop fort! comploter à mon nez, sans pudeur,

Et je les laisserais faire!

Non pas … non pas …

POMPEO, qui arrive par le fond.

Eh bien, frère!

Qu’as-tu donc?

FIERAMOSCA.

Ce que j’ai, j’étouffe de colère!

Cellini …

POMPEO, tranquillement.

Qu’a fait ce hâbleur?

FIERAMOSCA, le serrant dans ses bras.

Ah! Pompeo, mon ami, mon sauveur!

POMPEO.

Ah! je sais … l’on m’a dit …

FIERAMOSCA.

Déjà …

POMPEO.

La chose est claire.

On t’a rossé, cher fils!

FIERAMOSCA.

Oui, mon cher Pompeo;

Mais le pis est que Thérèse et son père

Viennent ce soir voir Cassandro.

POMPEO.

Eh bien! quel mal?

FIERAMOSCA.

Quel mal! ils vont sur le tréteau,

Les traîtres, amuser le seigneur Giacomo

Pour lui donner le change;

Et lorsque le canon, tiré du fort Saint-Ange,

Dans nos mains soufflera les Moccoli, soudain

Un moine blanc, suivi d’un capucin,

Doit enlever Teresa, ma maîtresse.

POMPEO, enthousiasmé.

Ah! bravo!

FIERAMOSCA.

Quoi! bravo? … ce moine est Cellini?

Ce capucin, c’est son ami

Ascanio …

POMPEO.

Je vois bien … Bravo! … vive l’adresse!

FIERAMOSCA.

Que je m’expose ou non à quelque affront nouveau …

Moi je vais avertir le seigneur Giacomo,

Nous verrons s’il dira bravo!

POMPEO, le retenant.

Imbécile!

FIERAMOSCA.

Vraiment?

POMPEO.

Misérable cerveau!

Puisque tu sais son stratagème,

Trompe le trompeur même,

Vole-lui son plan.

FIERAMOSCA.

Mais comment?

POMPEO.

Viens le premier toi-même en moine blanc,

Et puis enlève …

FIERAMOSCA.

Oui, la chose est facile;

Mais s’il me voit, le spadassin

Va me tomber dessus.

POMPEO.

Per Bacco! sois tranquille!

Ne serai-je pas là moi-même en capucin?

Je suis un ferrailleur s’il est un spadassin.

FIERAMOSCA, réfléchissant.

Allons, allons, c’est bien.

Air.

Ah! qui pourrait me résister,

Suis-je pas né pour la bataille?

Malheur à qui m’ose irriter!

Malheur surtout a qui me raille!

Le moulinet

Est bientôt fait,

En quarte, en tierce,

Toujours je perce.

Vive l’escrime! c’est mon fort.

Une, deux, trois; une, deux; une … mort!

O Teresa! pour toi mon âme

Brûle des feux les plus ardents;

C’est un volcan toujours en flamme,

Un Vésuve aux bonds effrayants.

Je t’aime tant que pour te plaire

J’irais, je crois, faire la guerre

A l’enfer, à ses habitants,

J’irais même jusqu’à combattre

Ce malandrin de Cellini.

Le malheureux! … cent comme lui

Ne pourraient pas encor m’abattre.

Non, rien ne peut me résister;

Suis-je pas né pour la bataille?

Malheur à qui m’ose irriter!

Malheur surtout à qui me raille!

Le moulinet

Est bientôt fait,

En quarte, en tierce,

Toujours je perce.

Vive l’escrime! c’est mon fort.

Une, deux, trois; une, deux; une … mort!

Sans pitié je perce son cœur,

Je suis vainqueur!

POMPEO.

Viens, le temps passe.

FIERAMOSCA.

Cher Pompeo, que je t’embrasse!

POMPEO.

Prenons un froc et ne crains rien

Tout ira bien.

Ils sortent.

Scene XIII

Teresa, Balducci, Cellini, Ascanio, Fieramosca, Pompeo, les élèves de Cellini, les bateleurs, les danseurs, peuple, masques et sbires.

Final

Le théâtre de Cassandro s’anime; deux baladins sonnent de la trompette à chaque coin; deux autres au milieu déroulent une immense affiche où se lisent ces mots: Le roi Midas ou les oreilles d’âne, opéra-pantomime. Quelques masques et le peuple commencent à circuler sur la place.

Entrent d’abord Balducci et Teresa par la coulisse de gauche.

BALDUCCI, donnant le bras à sa fille.

Vous voyez, j’espère,

Que je suis bon père;

Moi, juge sévère

Des plus grands acteurs,

Je consens, ma chère,

A voir pour vous plaire

La farce grossière

De ces bateleurs.

Il quitte le bras de sa fille et va lire l’affiche de Cassandro.

TERESA, sur l’avant scène, à part.

Ah! que vais-je faire?

Laisser mon vieux père

Seul à ses douleurs.

Elle va rejoindre son père dans le fond.

ASCANIO ET CELLINI.

L’un en pénitent blanc, l’autre en moine brun, arrivent par la coulisse de droite.

Prudence et mystère,

Moine blanc / Capucin mon frère,

Laissons d’abord faire

Nos chers bateleurs;

Puis à nous l’affaire.

Alors, cher beau-père,

Va chez le notaire,

Ne va pas ailleurs.

Cellini et Ascanio ont traversé la scène de droite à gauche.

Teresa et son père redescendent à droite.

Ensemble.

TERESA.

Ah! que vais-je faire?

Laisser mon vieux père

Seul, et dans les pleurs.

Mais bientôt, j’espère,

Viendra le notaire

Calmer ses douleurs.

BALDUCCI.

Vous voyez? j’espère,

Que je suis bon père;

Moi, juge sévère

Des plus grands acteurs,

Je consens, ma chère,

A voir pour vous plaire

La farce grossière

De ces bateleurs.

ASCANIO ET CELLINI.

Prudence et mystère,

Capucin / Moine blanc mon frère,

Laissons d’abord faire

Nos chers bateleurs;

Puis à nous l’affaire.

Alors, cher beau-père,

Va chez le notaire,

Ne va pas ailleurs.

Ils se perdent tous les quatre dans la foule.

BOURGEOIS DE ROME.

De Cassandro la farce est prête,

Il va jouer le roi Midas.

Amis, bourgeois, ne partez pas,

Nous sifflerons tous à tue-tête,

S’il ne nous fait rire aux éclats.

Entrent des femmes et des jeunes garçons avec des cymbales et des tambours de basque à la main. Ils se disposent à danser.

CHŒUR.

Venez, venez, peuple de Rome,

Applaudir le grand Cassandro!

CHŒUR DU PEUPLE, sur la place et applaudissant les danseurs.

Bravo! bravo! bravo! bravo!

LES BATELEURS.

Venez, venez, voir l’habile homme,

Il va monter sur son tréteau!

CHŒUR DU PEUPLE.

Bravo! bravo! bravo! bravo!

LES BATELEURS.

Venez, venez, peuple de Rome,

Applaudir le grand Cassandro!

Venez, venez, voir l’habile homme,

Il va monter sur son tréteau!

LE PEUPLE.

Mais déjà la foule,

Que le plaisir suit,

Sur Rome déroule

La joie et le bruit.

Et l’amour, l’ivresse,

La danse et les jeux,

Chassent la tristesse

Des cœurs et des yeux.

LES BATELEURS.

Venez, peuple de Rome,

Applaudir Cassandro!

LE PEUPLE.

Sonnez, trompettes!

Sonnez, musettes!

Bravo! bravo!

LES BATELEURS.

Venez, venez voir l’habile homme,

Il va monter sur son tréteau!

LE PEUPLE.

Sonnez, trompettes!

Sonnez, musettes!

Gais tambourins!

LES BATELEURS.

Accourez, arlequins,

Médecins

Et pasquins!

LE PEUPLE.

Vive la joie!

Que l’on s’y noie

Jusqu’aux mentons.

LES BATELEURS.

Masques noirs, ventres ronds,

Venez voir les bouffons.

LE PEUPLE.

Le carnaval

Est un grand bal

Où, rois et gueux,

Tous sont heureux.

Ensemble.

LES BATELEURS.

Venez, venez, peuple de Rome,

Applaudir le grand Cassandro!

Venez, venez voir l’habile homme,

Il va monter sur son tréteau!

LES HOMMES DU PEUPLE.

Allons, allons, peuple de Rome,

Applaudir le grand Cassandro.

LES FEMMES ET LES ENFANTS.

Bravo! bravo! bravo! bravo!

LES HOMMES DU PEUPLE.

Allons, allons voir l’habile homme,

Il va monter sur son tréteau.

LES FEMMES ET LES ENFANTS.

Bravo! bravo! bravo! bravo!

LES BATELEURS.

Sans nous la fête est incomplète,

Messieurs, ne vous éloignez pas;

Restez, restez, la farce est prête,

Elle est digne du mardi-gras.

LES DANSEURS ET UNE PARTIE DU PEUPLE.

Maudit bavard, vieille trompette,

Tes quolibets n’amusent pas,

Sur le tréteau, crie et tempête,

Pour nous la danse a plus d’appas.

LES BATELEURS.

Accourez, venez voir les fameux bateleurs!

Ah! que le diable emporte avec lui les danseurs!

Le spectacle commence. Le rideau, qui cachait le fond du théâtre de Cassandro, se tire et laisse voir les acteurs. Sur un riche fauteuil est assis un personnage semblable, de figure et de costume, à Balducci. A ses côtés sont deux Suisses de la garde du pape; l’un porte un sac d’argent et l’autre une lyre et une couronne de laurier. Le peuple s’assemble devant le théâtre. Balducci et sa fille louent un banc pour mieux voir la parade.

LE PEUPLE.

Silence! silence! silence!

Assez dansé! chut! Cassandro commence.

LES FEMMES.

Cassandro commence,

Allons, allons! faisons silence.

LE PEUPLE.

Oh! le plaisant visage! … ah! bravo! c’est bien lui,

Le trésorier, le seigneur Balducci.

BALDUCCI.

Ah! c’est ainsi!

Me mettre en scène,

Moi, Balducci?

TERESA.

Partons d’ici.

BALDUCCI.

Non, non, merci.

Pour voir ceci

Puisqu’on m’amène,

Je verrai tout

Jusqu’au bout!

Je veux au pape

Dire ce soir

Comme on nous drape,

Et comme on sape

Notre pouvoir.

LE PEUPLE.

Paix donc là-bas!

On n’entend pas!

CELLINI, reparaissant avec Ascanio, sur le devant de la scène, à gauche.

Vois-tu Thérèse?

ASCANIO.

Elle est là-bas.

FIERAMOSCA, en moine blanc, arrivant à droite, avec Pompeo en moine brun.

Vois-tu Thérèse?

POMPEO.

Elle est là-bas.

TERESA.

Ah! quel malaise!

Quel embarras!

LE PEUPLE.

On n’entend pas.

La pantomime! paix là-bas!

BALDUCCI.

Que je me taise?

Je ne veux pas.

LES HOMMES DU PEUPLE.

Paix! paix!

LES FEMMES.

Paix donc, là-bas!

Faites silence!

Chut! on commence,

Faites silence!

Colombine vient annoncer que deux fameux chanteurs, Arlequin et Polichinelle, vont se

présenter devant leur juge et disputer la palme du chant. Le faux trésorier ordonne qu’ils paraissent.

Arlequin s’avance d’abord une lyre à la main, puis se montre Polichinelle, coiffé d’une paire d’oreilles d’âne.

UNE PARTIE DU PEUPLE.

Voici maître arlequin,

Premier ténor romain!

UN AUTRE PARTIE DU PEUPLE.

Fulcinella! c’est un chanteur de la Toscane,

Mais est-ce un homme ou bien un âne?

LES FEMMES SEULES.

Chut! on commence,

Faisons silence,

Faisons silence;

Regardons bien

Maître arlequin.

Faisons silence,

Faisons silence.

LES HOMMES, impatientés et s’adressant aux femmes.

Paix donc!

LES FEMMES, continuant plus bas.

Regardons bien,

Faisons silence,

Faisons silence.

Arlequin s’accompagnant de la lyre chante une ariette d’un caractère doux et tendre. Pendant cette romance le peuple continue de parler, et le faux trésorier bâille et s’endort sur son trône.

Ensemble.

LES HOMMES DU PEUPLE.

Bien, bien, bien,

C’est très bien,

Paix donc …

LES FEMMES.

Regardons bien

Maître arlequin;

C’est un fameux ténor romain,

Regardons bien,

Regardons bien.

TOUS.

Ah! bravo, comme il chante! ah! quel gosier divin!

Comme il déroule

Son chapelet;

Comme il roucoule,

Pour un muet.

Polichinelle chante à son tour en s’accompagnant de la grosse caisse. Pendant ce morceau lourd et trivial le peuple observe le plus profond silence, et le faux trésorier ravi se pâme d’aise et bat la mesure

à contre-temps.

QUELQUES HOMMES DU PEUPLE montrent le faux trésorier.

Il plaît fort au vieil homme:

Vois donc comme

Il se tord!

BALDUCCI.

C’est trop fort!

AUTRE PARTIE DU CHŒUR.

Vois donc le vieux, grand Dieu! félicita!

Ah! ah! quel butor, ah! ah!

Lorsque Polichinelle a eu fini de chanter Arlequin se présente pour recevoir le prix du chant. Le faux trésorier, avec un geste de mépris, le repousse. Polichinelle arrive à son tour; le juge enthousiasmé lui pose sur la tête une couronne de laurier.

LE PEUPLE.

Soyez surpris

S’il a le prix,

Son juge a des oreilles

Toutes pareilles.

BALDUCCI.

Marauds!

TERESA.

Chut! vos cris

Redoublent les ris.

Arlequin mécontent, prend sa batte et rosse son rival et le distributeur des grâces. Colombine en vain s’y oppose.

LE PEUPLE.

Bravo!

BALDUCCI.

Marauds, lever la main sur moi!

LE PEUPLE.

Midas!

TERESA.

Mon père!

BALDUCCI, furieux il s’élance, armé de sa canne, sur le théâtre de Cassandro.

Attends, c’est fait de toi!

LE PEUPLE.

Après la comédie

Voici la tragédie;

Vive le carnaval!

L’original

Auprès de la copie:

Nous allons voir quel est

De vous deux le plus laid.

Tous le spectateur s’avancent vivement vers le fond de la scène comme pour voir le résultat de la lutte engagée entre Balducci et les bateleurs. Cri général. A ce moment la nuit tombe. Les moccoli

apparaissent. La rué et la place s’illuminent à la clarté d’une foule de petites bougies portées par les masque, qui les soufflent et les rallument en se poursuivant.

FIERAMOSCA À POMPEO, sur le devant de la scène.

Viens pas à pas,

Fendons la presse,

Offrons le bras

A ma maîtresse.

CELLINI À ASCANIO, sur le devant de la scène.

Viens pas à pas,

Fendons la presse,

Offrons le bras

A ma maîtresse.

TERESA, sur le devant de la scène au milieu, et dans la surprise.

Un moine blanc … c’est Cellini!

Que vois-je? un autre ici!

Deux capucins …

FIERAMOSCA, d’un côté.

C’est moi!

CELLINI, de l’autre.

C’est moi!

TERESA.

Dieu! lequel est-ce?

LE CHŒUR.

Moccoli!

FIERAMOSCA ET CELLINI.

Prenez mon bras …

LE CHŒUR DES MASQUES, se poursuivant.

Moccolo, Moccoli!

A mort les Moccoli!

CELLINI.

Quoi! par l’enfer et mon patron,

Un autre moine … ah! trahison!

POMPEO, à Fieramosca.

Va, ne crains rien, marche quand même.

FIERAMOSCA.

Ah! maudit froc, sot stratagème!

ASCANIO.

Vengeons-nous de la trahison.

POMPEO.

Va, ne crains rien, tiens bon, tiens bon.

CELLINI, tirant son épée.

Qui que tu sois, homme ou démon,

C’est fait de toi!

FIERAMOSCA.

Pompéo! à moi …

Vite en avant.

ASCANIO, courant après Fieramosca.

Attends, toi qui prends le devant?

TERESA.

Ciel! au secours! qu’on les arrête!

LE PEUPLE, les retenant.

Etes-vous fous un jour de fête?

Vous avez donc perdu la tête?

CELLINI, se dégageant.

Non, je n’ai pas perdu la tête,

Non.

FIERAMOSCA, reculant devant l’épée d’Ascanio.

A mon secours!

POMPEO, combattant.

Tiens bon!

CELLINI, pressant plus vivement Pompeo.

Non, non,

Je n’ai pas perdu la tête …

FIERAMOSCA, se sauvant, poursuivi par Ascanio.

A mon secours …

CELLINI, perçant Pompeo.

Non! … non! …

POMPEO, tombant.

Ah! je suis mort!

Tous les porteurs de moccoli s’arrêtent et se groupent autour de Pompeo, étendu par terre.

LE PEUPLE.

Un homme mort! vite à la garde … Un mort!

BALDUCCI, revenant sur le devant de la scène à droite, sans canne et les habits en désordre.

Un meurtrier … ma fille … un mort!

FIERAMOSCA, reparaissant à gauche, toujours poursuivi par Ascanio.

A mon secours … Pomp … mort!

LE PEUPLE, montrant Cellini.

Oui, c’est ce moine … oui … qu’on l’arrête,

Son arme brille et fume encor.

Des sbires arrêtent Cellini.

CELLINI.

Je suis perdu!

FIERAMOSCA.

Je suis sauvé!

ASCANIO.

Mon pauvre maître!

FRANCESCO ET BERNARDINO.

Le maître est pris!

FIERAMOSCA.

On tient le traître!

BALDUCCI, FRANCESCO ET LES BATELEURS.

Maudite nuit!

CELLINI ET TERESA.

Cruel destin!

LES FEMMES DU PEUPLE.

Un si bel homme!

LES HOMMES DU PEUPLE.

Ah! quel coquin!

Les élèves et amis de Cellini feignent de partager l’indignation générale.

FRANCESCO, BERNARDINO, BALDUCCI, FIERAMOSCA ET LE PEUPLE.

Assassiner un capucin! …

Un camaldule, ah! c’est infâme!

C’est un brigand de l’Apennin;

C’était l’amant de quelque femme;

Soldats, gardez bien l’assassin!

Ensemble.

LE CHŒUR.

C’est un brigand de l’Apennin;

C’était l’amant de quelque femme;

Ah! c’est infâme!

C’est la vendetta, c’est certain.

TERESA.

Ah! malheureux! c’est infâme!

Le traiter comme un assassin.

CELLINI.

Terrible nuit, cruel destin!

Ah! c’est infâme!

Me traiter comme un assassin.

ASCANIO.

Ah! mon cher maître! c’est infâme!

Le traiter comme un assassin.

Tout à coup le canon du fort Saint-Ange tonne; à ce signal, toutes les lumières portées par les masques s’éteignent subitement, et une obscurité profonde envahit la place.

CELLINI.

A moi, mes amis,

A moi, je suis pris!

Les amis de Cellini profitent de la nuit pour s’élancer sur les gardes. Leur mouvement soudain met la confusion dans le peuple. Cellini se dégage et se sauve.

LE PEUPLE.

On n’y voit pas!

BALDUCCI, FIERAMOSCA ET UNE PARTIE DU CHŒUR.

Gardes, tenez-vous l’homme?

LE PEUPLE.

A nous soldats!

LES SBIRES.

A nous, bourgeois de Rome!

TERESA ET ASCANIO.

Ciel! il s’est enfui.

FIERAMOSCA ET BALDUCCI.

Maudit canon! le drôle était saisi.

Ensemble.

BALDUCCI, FIERAMOSCA ET LE PEUPLE.

Maudit canon du fort Saint-Ange,

Pour que la langue te démange,

Par Dieu! l’instant est bien choisi;

Sans toi le drôle était saisi.

TERESA, ASCANIO, FRANCESCO, BERNARDINO ET LES ÉLÈVES DE CELLINI.

Ah! cher canon du fort Saint-Ange,

Pour que le jour en nuit se change,

Merci! l’instant est bien choisi;

Car les soldats l’avaient saisi.

BALDUCCI, cherchant sa fille.

Thérèse, à moi …

TERESA.

Mon père!

ASCANIO, reconnaissant Teresa.

Ah! chut! prenez mon bras.

Venez, je vais guider vos pas.

Ascanio donne son bras à Teresa et l’emmène en cherchant à éviter Fieramosca et Balducci.

Ensemble.

LE PEUPLE ET LES AMIS DE CELLINI.

Au meurtre! ah! Dieu! l’on nous assomme!

A l’aide! au meurtre! quel fracas!

Maudit canon! on tenait l’homme!

La foule augmente! on n’y voit pas!

Le brigand s’enfuit! quel fracas!

On ne l’atteindra pas.

BALDUCCI.

Teresa! Teresa! ma fille! quel fracas!

Je n’y vois pas.

FIERAMOSCA.

Maudit canon!

Ah! trahison!

A l’aide! au meurtre! ah! quel fracas!

Ah! le brigand s’échappe … on n’y voit pas!

BALDUCCI, se heurtant contre Fieramosca.

Le moine blanc!

FIERAMOSCA.

Quoi!

BALDUCCI, criant.

Je tiens l’homme.

FIERAMOSCA.

Etes-vous …

LES SBIRES.

Bien, bien … nous voici

FIERAMOSCA.

Etes-vous fous? …

BALDUCCI.

Gardez-le bien.

LES SBIRES.

Merci.

BALDUCCI.

Teresa!

LE PEUPLE.

Le gueux, c’est lui!

LES ÉLÈVES DE CELLINI.

Ah, c’est Fieramosca!

FIERAMOSCA.

Je ne suis pas …

LE PEUPLE ET LES SBIRES.

Si … si …

Vite, marchons …

FIERAMOSCA.

Vous me prenez pour …

LES SBIRES ET LE PEUPLE.

L’homme …

Oui! oui! c’est bon …

FIERAMOSCA.

Mais je me nomme

Fieramosca, vous dis-je.

LES SBIRES.

En prison, l’assassin!

BALDUCCI, appelant toujours.

Thérèse! …

VOIX DIVERSES, partant de tous les coins de la place.

Il est pris, l’assassin!

Ensemble.

UNE PARTIE DU PEUPLE ET FRANCESCO.

Ah! meurtrier, lâche assassin,

Nous le tenons, nous saurons bien

Te faire pendre

A la potence, vaurien!

UNE AUTRE PARTIE DU PEUPLE, BERNARDINO ET BALDUCCI.

Assassiner un capucin!

Mais quel coquin!

Nous saurons bien

Te faire pendre

A la potence, vaurien!

FIERAMOSCA.

M’emprisonner comme un païen,

Un assassin!

Moi … moi … Fieramosca … me pendre

Je suis bon citoyen.

TOUS.

Ah! Dieu! de l’air! j’étouffe! faites place!

Nous n’en sortirons pas.

BALDUCCI, appelant toujours sa fille.

Ma fille! Teresa! … je ne l’aperçois pas.

FIERAMOSCA, faisant des efforts pour dégager son cou de la main des sbires.

Ah! Dieu! J’étouffe, ah! ne m’étranglez pas!

TOUS.

O Dieu! la foule augmente!

Quelle tourmente!

Nous n’en sortirons pas!

Ah! quel chaos, quel embarras!

Ah! quel fracas!

Fin du Premier Acte.

Acte Deuxième

Troisième Tableau

Mercredi des Cendres.

L’atelier de sculpture de Cellini. Au fond, une large fenêtre donnant sur la rue. A droite, au fond, une porte. A gauche, le modèle en plâtre de la statue colossale de Persée. Auprès un marchepied, et à terre un marteau et quelques instruments de travail. Il est petit jour.

Scene I

Teresa, Ascanio sur le pas de la porte entr’ouverte.

TERESA.

Ah! qu’est-il devenu? Jésus! où peut-il être?

ASCANIO refermant la porte.

Il ne peut tarder à paraître,

Teresa, n’ayez point d’effroi.

TERESA.

Il est pris! il est pris, ou mort, je vous le jure!

ASCANIO.

Ni l’un ni l’autre, croyez-moi;

Mon maître n’est pas homme à servir de pâture

Aux estafiers du pape, aux sbires de la loi.

TERESA.

Mais qui peut l’arrêter?

CHŒUR DE MOINES BLANCS en dehors.

Vas spirituale, Maria, sancta Mater, ora pro nobis.

ASCANIO.

Silence … écoutez?

Il court à la fenêtre.

TERESA.

Qu’est-ce!

Il vient? …

ASCANIO quittant la fenêtre.

Hélas! ce bruit, qui monte avec tristesse

Vers la voûte des cieux,

N’est que la voix des confréries

Qui vont, chantant des litanies,

Accomplir ici près quelque devoir pieux.

LE CHŒUR moins éloigné.

Vas honorabile, Maria, sancta Mater, ora pro nobis.

TERESA.

Quelle angoisse!

ASCANIO.

Espérons!

TERESA.

Prions!

Ensemble.

Prions!

Prière à deux voix et chœur

LE CHŒUR un peu plus rapproché.

Rosa purpurea, Maria, sancta Mater, ora pro nobis.

TERESA, À GENOUX, ET ASCANIO debout à côté d’elle.

Sainte Vierge Marie,

Etoile du matin,

LE CHŒUR plus près.

Turris Davidica, Maria, sancta Mater, ora pro nobis.

TERESA ET ASCANIO.

Que ta lueur chérie

Verse un rayon divin

LE CHŒUR plus près.

Turris eburnea, Maria, sancta Mater, ora pro nobis.

TERESA ET ASCANIO.

Verse un rayon divin

Sur mon sombre / Sur son triste destin.

LE CHŒUR qui commence à passer devant la fenêtre.

Stella matutina, Maria, sancta Mater, ora pro nobis.

TERESA ET ASCANIO.

Sainte Vierge Marie,

Etoile du matin,

LE CHŒUR continuant à défiler jusqu’à la fin de la scène.

Turris eburnea, Maria, sancta Mater, ora pro nobis.

TERESA ET ASCANIO.

Ramène, je t’en prie,

Ramène mon / un tendre amant.

LE CHŒUR.

Vas honorabile, Maria, sancta Mater, ora pro nobis.

TERESA ET ASCANIO.

Ramène mon / un tendre amant.

Près de mon / Auprés d’un cœur souffrant.

LE CHŒUR.

Rosa purpurea, Maria, sancta Mater, ora pro nobis.

TERESA ET ASCANIO.

Oh! conduis mon / Oh! ramène un amant

Près de mon / Auprès d’un cœur souffrant.

LE CHŒUR.

Stella matutina, Maria, sancta Mater, ora pro nobis.

Scene II

Les précédents, Cellini.

Il entre précipitamment. Il est encore vêtu en moine blanc; sa robe est ensanglantée.

CELLINI.

Teresa!

TERESA.

Cellini!

ASCANIO.

Cellini!

CELLINI.

Oui, mes enfants, près de vous me voici.

TERESA.

Ah! le ciel soit béni!

Vous n’êtes point blessé, j’espère?

CELLINI.

Non, Dieu merci! rassurez-vous, ma chère;

Je n’ai rien eu qu’un peu de peur.

Il m’a fallu tout mon bonheur

Pour me tirer d’affaire. Ah! c’est une merveille!

TERESA ET ASCANIO.

Comment!

CELLINI.

Oui, prêtez-moi l’oreille,

Et vous en conviendrez, la chose est sans pareille.

Ma dague en main, protégé par la nuit,

Devant mes pas je disperse la foule;

De tout côté, sous mes coups, à grand bruit,

Le mur vivant qui m’enfermait s’écroule,

Et je peux fuir, je fuis … mais on me suit!

Les cris de mort de cette populace,

Cet habit blanc qui les met sur ma trace,

Tout dans ma course et m’arrête et me glace!

Une seconde encore, ô désespoir!

Et je touche à ma perte!

Mais une porte est restée entr’ouverte,

Je m’y blottis. Ils n’ont pas pu me voir:

Je la referme! Ils ont perdu ma piste …

Oh! béni soit mon patron qui m’assiste,

Et toi, Thérèse, une pensée à toi!

Tout haletant de fatigue et d’émoi.

Le cœur me manque et le sol fuit sous moi!

TERESA.

Juste ciel! achève, l’effroi

Même à ton côté me dévore!

CELLINI.

Quand je repris l’usage de mes sens,

Les toits luisaient aux blancheurs de l’aurore

Les coqs chantaient, et le bruit des passants

Retentissait sur le pavé sonore.

Comment rentrer chez moi sans être vu,

Sans que ma robe aux sbires me trahisse?

Des moines blancs, ô bonheur imprévu!

Passent par là se rendant à l’office.

Vêtu comme eux, dans leurs rangs je me glisse

A tout hasard … mon étoile propice

Par ce chemin les conduit, Dieu merci!

Et, mieux encor, je te retrouve ici.

TERESA très émue.

Ah! que jamais Dieu ne nous désunisse!

ASCANIO.

Mais n’est-il plus de dangers à courir?

CELLINI.

La mort est sur moi suspendue! …

Mes amis, il faut nous enfuir.

TERESA.

Nous enfuir? …

CELLINI.

Sur-le-champ.

ASCANIO avec consternation.

Mais, maître, ta statue! …

CELLINI.

Au diable ma statue, et le pape, et la loi! …

Je ne pense aujourd’hui qu’à partir au plus vite

A Teresa.

Avec toi, chère enfant. Ascagne, pour sa fuite

Va chercher un cheval.

ASCANIO.

Maître, comptez sur moi,

Je reviens tout de suite.

Il sort par la coulisse de droite.

Scene III

Teresa, Cellini.

TERESA.

Ah! le ciel, cher époux,

Se déclare pour nous!

Puisqu’après cette épreuve

Il nous a réunis,

N’est-ce pas? c’est la preuve

Que nos vœux sont bénis.

Cette nuit, que d’alarmes!

Mais la nuit cède au jour;

Le jour sèche les larmes,

Et voici de retour

Le bonheur et l’amour.

CELLINI.

Oui, ma belle, en ce jour,

Ne songeons qu’à l’amour.

O ma jeune maîtresse!

Hâtons-nous de jouir

De la paix que nous laisse

Le temps prompt à s’enfuir.

Le passé n’est qu’une ombre;

Ne donnons rien au sort,

L’avenir est trop sombre;

Sachons vivre d’abord,

Et puis vienne la mort!

TERESA.

Ah! vite, vite!

Hâtons-nous! quitte

Ce vêtement

Taché de sang!

CELLINI se dépouillant de sa robe de moine qu’il dépose sur un siège à droite.

Oui, le temps passe!

Jetons cela;

Mais à sa place,

Va prendre là

Cette cuirasse!

TERESA.

Tiens la voilà!

Choisis l’épée

La mieux trempée,

Un bouclier! …

CELLINI.

Que de courage,

Mon gentil page,

Mon écuyer!

Ensemble.

TERESA.

Ah! le ciel, cher époux,

Se déclare pour nous,

Puisqu’après cette épreuve

Il nous a réunis;

N’est-ce pas? c’est la preuve

Que nos vœux sont bénis.

Il est pour nous, que rien ne nous sépare;

Oui, du ciel tous nos vœux sont bénis

Il est pour nous, il se déclare!

CELLINI.

Oui, le ciel est pour nous;

Puisqu’après cette épreuve

Il nous a réunis,

Oui c’est bien la preuve

Que nos vœux sont bénis.

Il est pour nous, que rien ne nous sépare

Oui, du ciel tous nos vœux sont bénis,

Il est pour nous, il se déclare!

Avec enthousiasme.

Quand des hauteurs de la montagne,

L’aigle inquiet,

Entend la voix de sa compagne

Prise au filet,

Il jette aux vents son cri de guerre

Fond sur les rets,

Et fuit avec la prisonnière,

Loin des forêts!

En vain le plomb, en vain la poudre

Sifflent dans l’air,

Son aile va devant la foudre

Comme l’éclair!

Gagnons Florence; dans son aire

L’aigle toscan

Brave et dédaigne le tonnerre

Du Vatican!

Scene IV

Les précédents, Ascanio accourant.

ASCANIO.

Ah! maître! … mon cher maître! …

CELLINI.

Qu’est-ce?

ASCANIO.

Le trésorier avec Fieramosca! …

Je les ai vus par la fenêtre! …

TERESA.

Mon père!

CELLINI.

Ne crains rien.

ASCANIO.

Ah! mon Dieu! les voilà!

Cellini s’empresse de cacher Teresa derrière la statue de Persée.

Scene V

Teresa, Ascanio, Cellini, Balducci, Fieramosca, qui en voyant Cellini recule vers la porte.

Sextuor.

BALDUCCI, SA canne à la main.

Ah! je te trouve enfin,

Coureur de grand chemin,

Ravisseur, spadassin,

Misérable assassin!

CELLINI.

Eh! maître Giacomo, pourquoi cette colère,

Et tant de bruit chez moi?

BALDUCCI.

Hypocrite! rends-moi ma fille! elle est chez toi!

Rends-la-moi!

Ou ce bâton …

Levant sa canne sur Cellini.

CELLINI.

Malheureux!

TERESA se découvrant.

Ah! mon père!

Je tombe à vos genoux!

BALDUCCI.

Te voilà donc, vipère!

C’est fort bien honorer ta mère!

Fuir du logis pour suivre un spadassin!

Qui t’aurait cru l’âme si noire?

TERESA.

Ah! mon père, daignez me croire …

CELLINI.

Votre fille jamais n’eut un pareil dessein:

Je suis le seul coupable.

BALDUCCI.

A d’autres tes sornettes.

Ravisseur de filles honnêtes!

Je sais … ce que je sais … et vous, à la maison! …

Vite, qu’on tourne le talon!

CELLINI se mettant entre eux.

Arrêtez! j’aime votre fille!

BALDUCCI.

Eh! que m’importe à moi l’amour d’un tel faquin?

CELLINI.

J’en suis aimé!

BALDUCCI.

Tant pis!

CELLINI.

L’honneur d’une famille …

BALDUCCI.

Veut qu’à l’instant elle quitte un coquin.

CELLINI.

Vous abusez! …

TERESA.

Mon père!

BALDUCCI.

Ça!

Que l’on me suive, allons!

TERESA.

Cellini!

CELLINI.

Teresa!

BALDUCCI désespérant de les séparer.

A moi, Fieramosca! … mon gendre! …

Voici ta femme! … emmène-la!

ASCANIO, TERESA, CELLINI ET FIERAMOSCA.

Grand Dieu! que viens-je d’entendre?

FIERAMOSCA timidement.

S’avançant vers Teresa.

Ma femme! … allons … pressons le pas! …

CELLINI.

Maraud, si tu touches son bras! …

BALDUCCI à Fieramosca.

Allons, va donc, mon gendre!

FIERAMOSCA reculant.

Moi! faire une esclandre!

CELLINI.

Maraud! si tu fais un pas,

En enfer je te fais descendre!

Ensemble.

TERESA à Cellini.

Modérez-vous!

ASCANIO.

Quel gendre!

FIERAMOSCA.

Moi! faire une esclandre!

BALDUCCI.

Va donc, mon gendre!

Scene VI

Ascanio, Teresa, Cellini, le Cardinal, Fieramosca, Balducci, suite du cardinal.

TOUS.

Le cardinal! de la prudence!

Vite à genoux! paix et silence!

Vite à genoux!

Ils s’agenouillent.

LE CARDINAL d’un ton paternel.

A tous péchés pleine indulgence,

O mes enfants, relevez-vous!

De tous les droits de la puisance,

La pitié sainte et la clémence

A notre cœur sont les plus doux.

Pour vos péchés pleine indulgence,

O mes enfants, relevez-vous!

FIERAMOSCA ET BALDUCCI.

Justice à nous, seigneur et maître!

A vos pieds saints nous venons mettre

Notre supplique … oh! vengez-nous!

LE CARDINAL.

Justice! eh! mais, que voulez-vous?

Mes chers amis relevez-vous!

BALDUCCI.

Un infâme a ravi ma fille,

Terni l’honneur de ma famille!

FIERAMOSCA.

Le poignard d’un lâche ennemi

A terrassé Pompeo, mon ami!

LE CARDINAL.

Et le coupable en tout ceci?

BALDUCCI ET FIERAMOSCA.

O monseigneur! il est ici;

C’est Cellini!

TOUS.

Cellini!

BALDUCCI.

Voici ma fille et le coupable!

FIERAMOSCA montrant la robe sanglante que Cellini vient de quitter.

Voici le sang et le coupable.

ASCANIO ET TERESA.

Non, Cellini n’est pas coupable!

LE CARDINAL.

Cellini le coupable! …

Un meurtre avec enlèvement!

En vérité, c’est effroyable!

A Cellini.

Tu feras donc toujours le diable,

Incorrigible garnement?

CELLINI.

Non, non, je ne suis pas coupable;

Daignez m’entendre un seul moment.

LE CARDINAL impatienté.

Et ma statue, et ma statue,

Dis-moi, qu’est-elle devenue?

CELLINI.

Elle n’est pas encor fondue.

LE CARDINAL.

Depuis le temps, quoi! pas encor?

TOUS.

Elle n’est pas fondue encor!

LE CARDINAL.

A quoi donc t’a servi mon or?

A flétrir le cœur d’un vieux père,

Percer les gens de ta rapière,

Et puis passer la nuit entière

Au cabaret, à boire frais?

BALDUCCI ET FIERAMOSCA.

C’est vrai!

CELLINI, TERESA ET ASCANIO.

Non! non!

BALDUCCI ET FIERAMOSCA.

Taisez-vous!

LE CARDINAL.

Paix!

Vraiment, je suis bien débonnaire!

A Cellini.

Un autre aura décidément

Le soin de fondre ta statue.

TERESA, ASCANIO, BALDUCCI ET FIERAMOSCA.

Un autre fondre sa statue!

CELLINI.

Un autre fondre ma statue! …

Dieu! … Sur ma tête en ce moment

La foudre est-elle descendue?

Juste Ciel! vous verrez sous mon bras

Moule et statue

Voler en éclats,

Avant qu’une main vulgaire …

TERESA ET ASCANIO.

Grand Dieu! que va-t-il faire?

FIERAMOSCA, BALDUCCI, ET LE CARDINAL.

Téméraire!

Devant ton prince n’es-tu pas?

CELLINI exaspéré.

Oui, que la Vierge me pardonne,

Et le Saint-père et ma patronne!

Mais nul artiste autre que moi,

Fût-il Michel-Ange, ma foi!

Ne mettra ma statue en fonte.

Plutôt la mort que cette honte!

LE CARDINAL.

Ah! c’est ce que nous allons voir! Holà!

Gardes, qu’on m’obéisse!

De cet homme qu’on se saisisse!

Sur l’ordre du cardinal, une partie des gardes qui stationnaient à la porte s’avance; mais Cellini, un marteau à la main, s’est élancé sur le marchepied adossé au modèle de sa statue.

CELLINI.

Ce plâtre entier disparaîtra,

Pas un morceau ne restera

Avant que l’un d’eux me saisisse.

Il lève le marteau pour briser sa statue.

LE CARDINAL.

Arrête! arrête! enfant maudit!

Ensemble.

TERESA ET ASCANIO.

Ah! qu’a-t-il fait et qu’a-t-il dit?

Oser braver le prince en face!

BALDUCCI ET FIERAMOSCA.

Quel scélérat et quel bandit!

Oser braver le prince en face!

LE CARDINAL ET BALDUCCI.

Quelle audace!

LE CARDINAL.

Ah! çà, démon!

Noire cervelle!

Pour te calmer que faut-il donc,

Esprit rebelle?

CELLINI.

De mes fautes l’entier pardon.

LE CARDINAL.

Tu l’auras sans confession.

ASCANIO, TERESA, BALDUCCI ET FIERAMOSCA.

Il l’aura sans confession!

LE CARDINAL.

Je l’ai dit, il aura pleine absolution.

CELLINI.

Ce n’est pas tout! Je veux encore

Celle qui m’aime et que j’adore.

LE CARDINAL.

Tu veux ta grâce et Teresa?

BALDUCCI ET FIERAMOSCA.

O monseigneur, arrêtez là!

CELLINI.

Et puis je veux, outre cela,

Le temps de fondre ma statue.

LE CARDINAL.

Quoi! tout cela?

CELLINI.

Rien que cela.

TOUS.

Rien que cela!

Ensemble.

LE CARDINAL.

Le démon me tient en laisse;

Il sait pour l’art tout mon amour.

L’insolent rit tout bas de ma faiblesse;

Mais avant peu j’aurai mon tour.

BALDUCCI.

Le démon le tient en laisse;

Il sait pour l’art tout son amour.

Il rit de sa faiblesse;

Mais nous rirons à notre tour.

FIERAMOSCA.

Le démon rit de sa faiblesse,

Mais nous rirons à notre tour.

TERESA.

Funeste jour!

Dieu! prends pitié de mon amour!

ASCANIO.

O noble hardiesse!

O le bon tour!

CELLINI.

Je le tiens! ah! j’aurai mon tour;

Je sais pour l’art tout son amour.

LE CARDINAL à Cellini.

Pour ton travail quel temps faut-il?

CELLINI.

S’il plait à Dieu,

Cette journée encor m’est nécessaire.

LE CARDINAL.

Te suffit-elle?

CELLINI.

Oui, j’espère:

Depuis longtemps la fournaise est en feu.

LE CARDINAL faisant signe aux gardes de se retirer.

Soit, j’y consens! …

A ce mot, Cellini dépose son marteau et se rapproche du cardinal.

Mais, maître drôle,

Souviens-toi bien de ma parole:

Moi-même, à l’atelier, ce soir,

Expressément je viendrai voir

Comment ton œuvre sera faite.

Or, si la fonte n’a pas lieu,

A la justice, de par Dieu!

Je livrerai ta tête.

Si Persée enfin n’est fondu

Dès ce soir tu seras pendu.

TERESA.

Pendu!

ASCANIO.

Pendu!

FIERAMOSCA.

Pendu!

BALDUCCI.

Pendu!

LE CARDINAL.

C’est, je le crois, bien entendu.

BALDUCCI.

Mais, monseigneur, s’il fait en sorte

De finir en temps voulu,

Et Thérèse …

LE CARDINAL.

Eh! que m’importe

Thérèse à moi? … c’est entendu:

A l’instant il sera pendu.

FIERAMOSCA.

Mais, monseigneur, s’il fait en sorte

De finir en temps voulu,

Et Pompée …

LE CARDINAL.

Eh! que m’importe

Pompée à moi? … c’est entendu,

A l’instant il sera pendu.

Ensemble.

TERESA, ASCANIO, BALDUCCI ET FIERAMOSCA.

Pendu! … pendu!

Si Persée enfin n’est fondu

Eh quoi? grand Dieu! lui! pendu!

Ah! c’en est fait! il est perdu!

C’est bien! le fat sera pendu!

CELLINI ironiquement au cardinal.

Pour mes péchés quelle indulgence!

O monseigneur, que de bonté! pendu!

LE CARDINAL.

Oui, pendu!

LE CARDINAL.

Ah! maintenant de sa folle impudence

Il n’ose s’applaudir.

C’était trop d’insolence,

Et je dois le punir.

CELLINI.

Ah! je me sens trop de puissance,

Dieu m aidant, je dois réussir.

Ensemble.

TERESA.

Plus de chance!

Son sort est de périr!

Contre lui Dieu même se range!

Hélas! comment pourrait-il réussir?

ASCANIO.

Qu’importe qu’on se venge!

Que la fange

Sur ses pas vienne à jaillir!

Dans le cœur il a trop de puissance

Pour défaillir.

Dieu chérit l’assurance.

Le grand cœur! j’ai bonne espérance;

Le lion de Florence

Ne craint pas les combats!

Leur basse vengeance

Ne triomphera pas!

CELLINI.

Je brave leur vengeance!

Ah! dans l’âme j’ai trop de puissance

Trop d’ardeur pour me voir aujourd’hui défaillir

Dieu m’aidant, je saurai réussir!

Le lion de Florence

Ne craint pas les combats;

Leur basse vengeance

Ne triomphera pas!

TERESA.

Ah! c’en est fait! je perds toute espérance!

Seul contre tous, peut-il donc réussir?

Je n’ai plus qu’à mourir

De regrets, de souffrance!

Il n’est plus d’espérance!

De son audace Dieu s’offense:

La céleste vengeance

Le voue au trépas!

BALDUCCI ET FIERAMOSCA.

Ah! maintenant de sa folle imprudence

Le fat n’ose plus s’applaudir:

C’était trop d’insolence,

Il fallait le punir.

Cette fois je vais donc assouvir ma vengeance!

Bonne espérance!

Pour le coup ce hautain, ce fat, ce fier à bras,

A la fin, le voilà mis à bas!

O fureur, ô vengeance

Accourez à grands pas!

LE CARDINAL.

Ah! c’en est fait! je n’ai plus d’indulgence,

Je devais le punir:

C’était trop d’insolence,

Il fallait en finir.

Qu’il s’arrange! A ma juste sentence

Il n’échappera pas!

CHŒUR de la suite du Pape.

Quelle impudence!

C’est trop peu de la potence

Pour punir justement sa coupable arrogance.

Quelle indulgence!

L’insolent n’en mérite pas!

Quatrième Tableau

Scene VII

Le théâtre représente une partie de l’atelier de fonderie établi dans le Colisée. Au fond, un rideau cachant la fournaise et les ouvriers fondeurs. Deux portes à droite à gauche. Différents ouvrages de Cellini, en or, en argent, en bronze et en étain, répandus çà et là à terre, ou posés sur des dressoirs.

L’horloge sonne quatre heures.

ASCANIO seul.

Il entre en gambadant par la coulisse de gauche.

Air.

Tra la, la, la, la, la …

Mais qu’ai-je donc? … Tout me pèse et m’ennuie!

Mon âme est triste … Mais bah! tant pis!

Quand vient la mélancolie

Que d’ennui j’ai le cœur pris,

Tra la, la, la … moi je chante et je ris,

Moi soudain je m’étourdis.

C’est donc ce soir que l’on baptise

Dans le feu notre enfant d’airain:

Le Colisée est son église,

Le cardinal est le parrain,

Et les témoins tout le peuple romain!

Tra la, la, la, la, la …

Mais qu’ai-je donc? … etc …

Ah! ah! ah! ah! la bonne scène!

– A moi, mes gardes! qu’on l’entraîne?

– Chut, Eminence! … ou ce marteau …

– Tout beau! tout beau! je capitule;

Dès qu’on avance, je recule.

– Alors, primo, je veux ma grâce! – Concedo!

Et secondo je veux Teresa. – Concedo!

Tout à coup monseigneur s’arrête,

De mon maître il lui faut la tête,

Rien que cela?

Ah! ah! ah! ah!

– Si Persée enfin n’est fondu,

Dès ce soir tu seras pendu.

Pendu! pendu! c’est convenu! Ah! ah! ah! monseigneur,

Quel faveur!

Mais qu’ai-je donc? … etc …

… … … … … … …

Ascanio, sur un geste de Cellini, entre par la coulisse de droite dans la fonderie d’où sort son maître.

Scene VIII

CELLINI seul et pensif.

Seul pour lutter, seul avec mon courage!

Et Rome me regarde! … Allons, vents inhumains,

Soufflez, gonflez les flots et vogue dans l’orage

La nef de nos sombres destins!

Air.

Sur les monts les plus sauvages

Que ne suis-je un simple pasteur,

Conduisant aux pâturages

Tous les jours un troupeau voyageur!

Libre, seul et tranquille,

Sans labeur fatigant,

Loin des bruits de la ville,

Je chanterais gaîment;

Et le soir dans ma chaumière,

Ayant pour lit la terre,

Comme au bras d’une mère

Je dormirais content.

Sur les monts les plus sauvages, etc …

Scene IX

Cellini, Ascanio, chœur d’ouvriers fondeurs, en dehors.

LE CHŒUR.

Bienheureux les matelots,

Ces enfants des flots!

CELLINI avec humeur.

Allons! encor cette chanson plaintive!

LE CHŒUR.

Sur la mer joyeusement

Ils suivent le vent.

CELLINI.

Toujours avec cet air quelque malheur arrive.

LE CHŒUR.

Et quand sombre leur vaisseau,

L’onde est leur tombeau.

ASCANIO à part.

Funeste présage,

Que ce chant-là!

CELLINI.

Jamais mon ouvrage

Ne réussira

S’ils perdent courage.

S’adressant avec énergie à ses ouvriers.

C’est d’un fleuve de métaux

Que nous sommes matelots!

Régner sur l’onde est un jeu,

Quand on règne sur le feu!

ASCANIO ET CELLINI.

Allons, enfants, du cœur!

Redoublez tous de vigueur!

Allons, du cœur!

Mélangez le fer et l’étain;

Au succès nous boirons demain!

LE CHŒUR plus tristement encore.

Bienheureux les matelots,

Ces enfants des flots!

CELLINI prenant un tablier pour le ceindre autour de lui.

Vite, au travail, sans plus attendre!

On frappe à la porte.

Mais qui fait tout ce fracas?

ASCANIO qui a ouvert, revenant précipitamment.

Fieramosca!

CELLINI.

Quel surcroît d’embarras!

Scene X

Les précédents, Fieramosca et deux spadassins, porteurs d’immenses rapières.

CELLINI.

Que veut ce sot avec ses fier-à-bras?

FIERAMOSCA avec gravité.

Cellini, je viens de ce pas

En enfer te faire descendre.

CELLINI.

En enfer me faire descendre? …

Explique-toi, mauvais bouffon.

FIERAMOSCA.

Eh bien! je viens te demander raison

De tes injures.

CELLINI.

Toi, poltron?

Tu ne ris pas?

FIERAMOSCA.

C’est tout de bon.

ASCANIO.

C’est tout de bon?

FIERAMOSCA.

Et sur-le-champ.

ASCANIO.

Sans prendre haleine?

CELLINI.

Mais je ne puis sortir.

FIERAMOSCA.

Tu recules? …

CELLINI bondissant d’indignation.

Dégaine!

Nous nous battrons ici.

FIERAMOSCA.

Non, non!

Si je te tue en ta maison,

Je suis un assassin … c’est la loi.

CELLINI.

Fanfaron!

Je vois ce que tu veux, m’empêcher de rien faire;

Mais, grâce à Dieu, j’espère

Te donner promptement une bonne leçon.

Ton rendez-vous!

FIERAMOSCA.

Ici, tout près, derrière

Le cloître Saint-André: nous t’attendons.

CELLINI.

C’est bon.

Va devant, je te suis.

FIERAMOSCA jetant à Cellini des regards farouches.

Bien: qu’il ose s’y rendre,

En enfer je le fais descendre!

Il sort avec les deux spadassins par la porte de gauche.

Scene XI

Cellini, Ascanio.

CELLINI.

Quel contretemps que ce duel-là!

Vite, allons ma rapière!

Scene XII

Teresa en habit de voyage, Cellini.

CELLINI vivement et sans se retourner.

Encor Fieramosca!

Apercevant Teresa.

Teresa! Dieu du Ciel! Teresa!

TERESA.

Mon père nous trahit!

CELLINI.

Comment! que dis-tu là?

ASCANIO.

En vain son Eminence,

Prenant notre défense,

A décidé que Toscan ni Romain

Jusqu’à ce soir n’aurait droit à ma main.

CELLINI.

Eh bien! ma chère?

ASCANIO.

Bravant cet ordre saint, mon père

A voulu m’éloigner de la ville; mais moi

Je me suis échappée

Et je reviens à toi!

Scene XIII

Teresa, Cellini, Ascanio.

ASCANIO sans voir Teresa.

Maître, voici ton épée!

TERESA.

Une épée! … où vas-tu?

CELLINI.

Je reviens à l’instant.

TERESA.

Non, non! tu vas certainement

Te battre! … reste ici!

CELLINI.

Je ne le puis, vraiment!

TERESA.

Je m’attache à tes pas.

CELLINI.

Ne crains rien, chère enfant;

Je m’en vais envoyer au diable

Ton futur époux, ton amant!

TERESA.

Fieramosca?

CELLINI.

Le misérable!

Il vient de m’insulter!

TERESA.

C’est quelque guet-apens!

J’ai de sombres pressentiments!

CELLINI.

Rassure-toi.

TERESA.

Grand Dieu!

CELLINI.

Ce n’est pas un Hercule;

Ce n’est qu’un vil bouffon

Dont la bravade est ridicule,

Et que je vais punir d’une rude façon.

Il sort avec Ascanio.

Scene XIV

TERESA seule.

Quoi? ma prière est vaine!

Me laisser seule ici …

Pour se battre il est parti!

CHŒUR d’ouvriers fondeurs, en dehors.

Cellini! Cellini!

Non plus de travaux!

Laissons les fourneaux!

TERESA.

Qu’entends-je? … fuir! … rester! hélas! …

S’il ne revient pas,

Ma perte est certaine!

Scene XV

Teresa, Bernardino, Francesco et le chœur des ouvriers en tumulte, noirs de sueur et de fumée.

BERNARDINO, FRANCESCO ET LE CHŒUR.

Peuple ouvrier,

Que l’atelier

Vite se ferme.

A bas les marteaux!

Pelles et ciseaux!

Laissons nos fourneaux!

Quittons les travaux,

Et que le repos

Enfin mette un terme

A tous nos maux!

TERESA.

Dieu! quelle colère!

Que voulez-vous faire?

LE CHŒUR.

Sortir tous d’ici!

TERESA.

Eh! mais … mais Cellini.

LE CHŒUR.

Le maître sans gêne

Nous laisse la peine;

Ah! pour l’enrichir

C’est par trop souffrir!

TERESA.

De la patience,

Cellini s’avance,

Il va revenir.

LE CHŒUR.

Nous voulons sortir.

TERESA.

Ah! que devenir?

LE CHŒUR.

A nous sur la terre

Labeur et misère.

A nous le malheur,

Au maître l’honneur.

TERESA.

Allons, du courage!

Reprenez l’ouvrage.

LE CHŒUR.

C’est trop souffrir

Pour l’enrichir.

TERESA.

Vous serez, je gage,

Bien payés demain.

LE CHŒUR.

Demain? … nous sommes sans pain,

Nos enfants ont faim!

TERESA.

O sainte madone,

Hélas! n’abandonne

Jamais mon époux!

LE CHŒUR.

Allons-nous-en tous!

TERESA.

Je m’attache à vous.

LE CHŒUR.

Non, non; laissez-nous,

C’est pure folie!

TERESA.

Je vous en supplie!

Scene XVI

Les précédents, Fieramosca.

TERESA apercevant Fieramosca.

O ciel! il est mort!

Elle tombe presque évanouie dans les bras de Bernardino et de Francesco.

LE CHŒUR.

D’où vient ce transport?

FIERAMOSCA étonné.

Ah! que signifie

Cette clameur-là?

LE CHŒUR.

Secourons-la,

Elle perd la vie.

TERESA revenant à elle.

O bons ouvriers!

Vengez votre maître

Tué par ce traître

Aux bras meurtriers!

LE CHŒUR.

Quoi! l’infâme traître

A tué le maître!

TERESA.

C’est un spadassin!

LE CHŒUR.

A mort! l’assassin!

FIERAMOSCA se débattant.

Ah! point de colère!

Je suis votre ami!

Les ouvriers en le secouant font tomber de l’or de ses poches.

LE CHŒUR.

Quoi! tant d’or sur lui!

Qu’en voulait-il faire?

FIERAMOSCA.

Je venais en frère

Vous faire

Gagner un meilleur salaire,

Hélas! que celui

Qu’on vous donne ici.

LE CHŒUR.

Au diable! merci!

De ton vil salaire

Que pouvons-nous faire

Pour l’égorgeur

Du grand ciseleur?

Vite, à la chaudière.

FIERAMOSCA criant.

Ah! ah! je suis votre ami!

LE CHŒUR.

A mort! vite à la chaudière.

Scene XVII

Les précédents, Cellini et Ascanio.

CELLINI.

Holà! qu’est ceci?

LE CHŒUR ET TERESA sautant au cou de Cellini.

Grand Dieu! Cellini!

CELLINI.

Eh! oui, me voici!

TERESA.

Quel bonheur! j’ai craint que la vie

Ne te fût ravie,

O mon cher époux!

LE CHŒUR.

Nous l’avons craint tous.

CELLINI.

Ah! … rassurez-vous.

A Fieramosca encore tout essouflé.

Chez moi, téméraire,

Que viens-tu donc faire,

Quand le fer en main

Je t’attends en vain.

FIERAMOSCA tremblant.

Je viens sans mystère …

Je viens …

LE CHŒUR montrant l’or qu’ils ont ramassé.

Pour tâcher

De nous embaucher.

CELLINI.

Comment! soudoyer

Tout mon atelier?

Je sens ma colère! …

FIERAMOSCA plus tremblant.

Je viens … cher confrère …

Je viens …

CELLINI.

Tu viens pour travailler.

LE CHŒUR.

Comment? comment? travailler!

CELLINI.

Oui, oui, travailler …

Couvrez-moi ce drôle

Du noir tablier,

Et dans l’atelier

Qu’il fasse son rôle,

Ou par Dieu!

LE CHŒUR.

Bien! c’est drôle!

ASCANIO, TERESA ET LE CHŒUR.

Allons, fier vulcain,

Accepte ce rôle,

Ou tu prends un bain

Dans un flot d’airain.

FIERAMOSCA pendant qu’on l’habille.

J’aime mieux ce rôle

Que de prendre un bain

Dans un flot d’airain.

ASCANIO, FRANCESCO ET BERNARDINO.

A l’atelier!

LE CHŒUR.

Peuple ouvrier

Rentre à pas leste,

Et que les marteaux,

Pelles et ciseaux

Achèvent le reste

De nos travaux.

Rentrons, et que les fourneaux

Sortant du repos

Achèvent le reste

De nos travaux,

Retournons aux fourneaux,

Reprenons nos travaux.

Ensemble.

TERESA ET ASCANIO.

Allons! aux fourneaux!

Et que les marteaux,

Pelles et ciseaux

Sortant du repos

Achèvent le reste

De nos travaux.

CELLINI, TERESA ET ASCANIO.

Rentrez tous aux fourneaux

Achever vos travaux!

La bonne tournure!

Plaisante figure!

FIERAMOSCA.

J’aime mieux ce rôle

Que de prendre un bain

Dans un flot d’airain.

Le chœur rentre dans la fonderie, suivi de Fieramosca, qui sur un geste de Cellini se résigne à l’y précéder.

Scene XVIII

Teresa, Ascanio.

TERESA.

Ah! le calme renaît dans mon âme inquiète,

Mais le ciel est encor bien noir!

ASCANIO.

Du courage! avant la tempête,

Au port nous entrerons ce soir.

Scene XIX

Les précédents, le Cardinal et sa suite, Balducci, puis Cellini.

ASCANIO.

Le cardinal!

Il va au-devant de Cellini qui parait.

BALDUCCI stupéfait.

Thérèse ici!

TERESA.

Mon père! …

LE CARDINAL imposant silence an trésorier.

Arrêtez, Balducci!

Il se tourne vers Cellini.

Eh bien! démon, as-tu fini?

CELLINI.

Non, pas encor; mais, Dieu merci,

Tout va très bien. Le feu mugit sous la chaudière

Et les flots ardents du métal

Vont descendre à votre signal

Dans les entrailles de la terre.

BALDUCCI.

Le fanfaron!

LE CARDINAL.

Fausse gaîté!

Avec son sang-froid affecté

Le drôle en ce moment m’outrage;

Mais patience!.. Allons, commence.

Scene XX

Le rideau se lève et laisse voir l’intérieur du Colysée où est établie la fonderie. Au fond, le cirque est garni de spectateurs; à droite, le fourneau tout en feu et une échelle conduisant à la chaudière; au milieu, la rigole destinée à recevoir le métal en fusion. Il fait nuit, l’atelier est éclairé par des torches. A gauche, un siège d’honneur où le cardinal prend place, entouré de toute sa suite.

FIERAMOSCA.

Du métal!

Du métal! il nous faut du métal!

Ou bien nous suspendons l’ouvrage!

CELLINI.

Que dis-tu fondeur infernal?

FIERAMOSCA.

Du métal! il nous faut du métal!

Ou bien nous suspendons l’ouvrage!

CELLINI.

Je vais voir … Contre-temps fatal!

Il va vers la fournaise.

BALDUCCI reconnaissant Fieramosca.

Fieramosca!.. quel équipage?

FIERAMOSCA embarrassé.

Oh! je conviens! …

BALDUCCI.

Quel noir visage!

Vraiment, je ne vous comprends pas.

FIERAMOSCA.

Entre artiste ne doit-on pas

S’entr’aider?

CELLINI revenant l’air soucieux.

A Fieramosca.

Allons! … à l’ouvrage!

Fieramosca, sur un geste impérieux de Cellini, retourne à la fournaise et Cellini le suit presque aussitôt.

Ensemble.

TERESA ET ASCANIO.

Quelle pâleur sur son visage!

O Dieu! ne l’abandonne pas!

BALDUCCI ET LE CARDINAL.

Quelle pâleur sur son visage!

Je le crois dans un mauvais pas!

CELLINI revenant, l’air brusque et agité.

Au cardinal.

Pardonnez, il faut l’œil du maître:

De métal je viens de repaître

La chaudière, elle est toute en feux:

A présent tout va pour le mieux.

Les ouvriers travaillent avec un redoublement d’activité.

BERNARDINO accourant effrayé.

Maître! la fonte se fige!

TOUS.

La fonte se fige!

BERNARDINO.

Du métal!

CELLINI.

Tout est-il fondu?

BERNARDINO.

Tout: il en faut d’autre, vous dis-je!

CELLINI.

Je n’en ai plus. Je suis perdu!

TOUS.

Il n’en a plus, il est perdu!

LE CARDINAL.

Le fanfaron est confondu!

BALDUCCI.

Le spadassin sera pendu!

LES OUVRIERS.

Du métal! le temps se passe!

CELLINI balbutiant.

Attends! … que faut-il que je fasse? …

Comment parer ce coup fatal?

LES OUVRIERS redoublant de cris.

Du métal! du métal! du métal!

CELLINI exaspéré, levant les mains au ciel.

Seigneur, use de ton pouvoir!

Dans ta main est le seul remède!

Si tu ne veux pas que je cède

Au désespoir,

Aide-moi donc, puisque je m’aide! …

Je suis sauvé! … Dieu, m’est en aide! …

A Francesco et à Bernardino.

Prenez tout ce que je possède!

Ne laissez rien dans l’atelier.

FRANCESCO ET BERNARDINO.

Quoi! tous vos chefs-d’oeuvre!!!

CELLINI.

N’importe!

Or, argent, cuivre, bronze; emporte,

Et jette tout dans le brasier.

A l’exemple de Cellini, Ascanio, Francesco, Bernardino et les ouvriers s’emparent de tous les ouvrages que contient l’atelier, et les lancent dans la chaudière.

Ensemble.

TERESA.

Hélas! la force m’abandonne!

Va-t-il malgré tout réussir?

Hector Berlioz – Benvenuto Cellini

Hector Berlioz

Benvenuto Cellini

Oper in drei Aufzügen

Personen

Der Kardinal Salviati

Giacomo Balducci, Schatzmeister des Papstes

Teresa, seine Tochter

Benvenuto Cellini, ein florentinischer Goldschmied

Ascanio, Lehrling Cellini’s

Francesco,

Bernardino, Künstler aus der Werkstätte Cellini’s

Fieramosca, Bildhauer des Papstes

Pompeo, ein Raufbold, Freund des Fieramosca

Ein jüdischer Schenkwirth

Ein Officier

Stumme Personen

Der falsche Balducci

Harlekin

Polichinello

Colombine

Zwei Soldaten

Chöre

Dienerinnen und Nachbarinnen von Balducci

Goldschmiede

Gießer, Masken, Häscher, Mönche, Gefolge des Kardinals, Volk

Die Handlung geschieht zu Rom, um 1532, unter dem Papste Clemens VII., am Montage vor Fastnacht, am Fastnachttage und Aschermittwoch.

Erster Akt.

Fastnacht-Montag

Erster Auftritt.

Die Scene stellt einen glänzenden Saal im Palaste Balducci’s vor.

Balducci. Teresa.

Introduktion.

BALDUCCI.

Teresa! – Nun, wo mag sie sein?

Wieder am Gaffen?!

Du hörtest doch, was ich befahl,

Vom Fenster! Ein- für allemal!

Was machst du hier? Herr meines Lebens,

Und stundenlang ruf’ ich vergebens.

Zum Papst muß ich gleich – meinen Stock!

Den Dolch – die Handschuh – und meinen Rock.

‘s ist wahrlich, um davon zu laufen,

Man möcht’ dem Satan sich verkaufen,

Nicht ein Stündchen zum Verschnaufen,

‘s ist schlimmer, als die ärgste Frohn

Für Cellini, o Schimpf und Hohn,

Den florentinischen Kujon!

Was seine Heiligkeit auch denken –

Schafft den toskan’schen Goldschmied an,

Und hat doch hier den großen Mann,

Fieramosca – den so zu kränken! –

Ab.

Zweiter Auftritt.

Recitativ.

TERESA.

Wohl mir, daß er allein

Nun mich ließ. – O, welch Behagen!

Nein, diese Pein

War länger nicht zu tragen.

CELLINI, FRANCESCO, BERNARDINO UND CHOR DER MASKEN hinter der Scene.

Tra la la la –

De profundis!

Wird verderben

Und sterben

Karneval,

Weint ihr gewiß!

De profundis!

TERESA.

Gott, Cellini ist’s!

CELLINI.

Ihr großen Kinder,

Narren, seid weise.

CHOR.

Ihr großen Kinder,

Junge und Greise,

Weint nicht, genießt in Eil’

Des Pokals,

Trinkt auf das Seelenheil

Karnevals.

De profundis!

Teresa nähert sich dem Fenster, wo sie von einem Blumenregen überschüttet wird. Indem sie die Blumen aufhebt, findet sie ein Billet.

Recitativ.

TERESA.

Welch schöner Strauß! – und ein Brief! – Cellini!

Wie unvorsichtig! – Und wie! – er kommt hierher!

Heute Abend, ach, mein Gott – doch mein Vater!

Ist nicht hier – Und die Zeit so gelegen –

Was thu’ ich?

Kavatine.

Wenn zwischen Pflicht und Wunsch du bangst,

Wie bist, o Herz, du zu beklagen!

Vor der Erfüllung mußt du zagen,

Selbst Hoffnung mehrt nur deine Angst.

Wie du auch wallst, darfst leis nur schlagen,

Mußt bergen scheu, was du errangst,

Entsagen da, wo du verlangst –

Wenn zwischen Pflicht und Wunsch du bangst.

Wie bist, o Herz, du zu beklagen!

Vor der Erfüllung mußt du zagen,

Selbst Hoffnung mehrt nur deine Angst.

Dritter Auftritt.

Teresa. Cellini.

Recitativ und Duett.

Teresa. Cellini!

CELLINI.

Teresa! Niemand wird hier uns stören –

TERESA.

Cellini, ach bedenkt, wenn der Vater uns sieht –

CELLINI.

Ach, diesen Namen zu hören!

TERESA.

Man kommt.

CELLINI.

Seid unbesorgt.

TERESA.

Laßt Euch beschwören.

Entflieht.

CELLINI.

‘s ist blinder Lärm, der zu uns drang,

Es ist Held Karneval, den sie mit Lust umschwärmen,

Laßt vorm Fenster sie unten lärmen

Bei der Schellen lustigem Klang,

Drum kein Zagen, Teresa, kein Zagen mache euch bang.

O du mein Lieb, du, nach dem ich trachte,

Teresa, Geliebte, ende die Qual,

Willst du, daß fern dir ich verschmachte,

Entsage, entsage jeder Hoffnung Strahl?

TERESA.

Ach, daß an Lieb dein Herz je dachte! Cellini,

Sie bringt nur Leiden ohne Zahl –

Laß von der Liebe, laß von der Gluth, die dich entfachte,

Wir sehn uns heut’ zum letzten Mal.

Vierter Auftritt.

Terzett.

Fieramosca. Die Vorigen.

FIERAMOSCA.

Man zerschlägt keine Fensterscheiben,

Man fällt nicht mit der Thür ins Haus,

Will man Liebe mit Glück betreiben,

Schleicht mäuschenstill man ein und aus.

CELLINI.

O laß bei allen Heil’gen dich beschwören.

FIERAMOSCA.

Ha, Cellini, schnell dort hinein –

CELLINI.

Ich darf’s nicht denken, Teresa, nein,

Du einem Andern angehören,

Dein Herz dem Gecken Fieramosca schenken!

TERESA.

Nein, die Madonna wird mich hören,

Wird diese Schmach vom Haupt mir lenken,

Viel eher würde den Tod ich leiden

Als Fieramosca gehören.

FIERAMOSCA.

Ha! Dürft’ ich mit der Sprach’ heraus,

Wart’ nur, ich wollte dich schon lehren!

CELLINI.

Drum, o mein Lieb’, Teresa,

Stille mein Sehnen,

O sag’ mir heut’,

Du höchstes Glück,

Nach dem ich einzig trachte,

Willst du, daß fern dir ich schmachte,

Entsage jeder Hoffnung letztem Strahl?

TERESA.

Ach, dein Hoffen,

Cellini, ist eitles Wähnen,

Die Pflicht gebeut,

Mir winkt kein Glück,

Mein wartet bange Qual,

Mir leuchtet kein Stern,

Der sonst mir lachte,

Wir sehn uns heut’ zum letzten Mal.

CELLINI.

Fieramosca, ein solcher Geck!

TERESA.

Fieramosca! Sein Weib? Erbarmen! Lieber werbe

Der Tod um meine Hand – wohlan, ich sterbe!

FIERAMOSCA.

O, hätt’ ich mein Rappier zur Hand.

CELLINI.

Nein, dir soll Wonne winken,

Sterben sollst du nicht;

Laß den Muth nur nicht sinken,

Hör’, was Liebe spricht.

Schön’ren Weg zu erwählen

Voller Seligkeit,

Darf nur Muth dir nicht fehlen,

Den die Liebe leiht.

TERESA.

Will die Furcht überwinden,

Zeig’ den Weg mir nur –

CELLINI.

Jedes Glück wirst du finden,

Folgst du seiner Spur.

TERESA.

Sprich nicht so laut!

CELLINI.

Zum Schluß des Karnevals –

TERESA.

Zum Schluß des Karnevals –

FIERAMOSCA.

Zum Schluß des Karnevals?

CELLINI.

Geh’ morgen jedenfalls –

TERESA.

Ich gehe jedenfalls –

FIERAMOSCA.

Ich gehe jedenfalls!

CELLINI.

Zum großen Platz Colonna komm –

TERESA.

Zum Platz Colonna?

FIERAMOSCA.

Zum Platz Colonna?

CELLINI.

Cassandro spielt im Zelt –

TERESA.

Cassandro spielt im Zelt –

FIERAMOSCA.

Cassandro!

CELLINI.

Die Oper, die für Rom Er eigens hat bestellt.

FIERAMOSCA.

Eine Oper – aha!

CELLINI.

Dein Vater wird indessen

Beim Spiel dich ganz vergessen,

Laut lacht er mit dem Schwarm –

Du –

TERESA.

Ich?

FIERAMOSCA.

Ha!

CELLINI.

Du reichst dann schnell den Arm.

TERESA.

Ich reiche schnell den Arm –

FIERAMOSCA.

Sie reicht dann schnell den Arm.

CELLINI.

Dem Mönch in weißem Kleide –

TERESA.

Dem Mönch in weißem Kleide –

FIERAMOSCA.

Da reicht sie ihren Arm

Dem Mönch in weißem Kleide –

CELLINI.

Dem Kapuziner dann –

TERESA.

Dem Kapuziner dann –

FIERAMOSCA.

Dem Kapuziner dann –

CELLINI.

Jener Mönch – sieh mich an!

TERESA.

Du!

FIERAMOSCA.

Er!

TERESA.

Fürwahr?

CELLINI.

Mein Schüler ist der Zweite –

TERESA.

Wie, dein Schüler?

FIERAMOSCA.

Wie? sein Schüler?

CELLINI.

Wir geben dir Geleite –

TERESA.

– Mir Geleite –

FIERAMOSCA.

– Ihr Geleite –

CELLINI.

Dann eilen froh wir fort,

Toskana zu erreichen.

TERESA.

Nach Toskana?

FIERAMOSCA.

Nach Toskana?

CELLINI.

Und selig ruh’n wir dort.

CELLINI UND TERESA.

O Wonne ohne Gleichen

Wenn wir Florenz erreichen,

Drum flieh’n wir eilig fort.

FIERAMOSCA.

Eilig fort?

TERESA.

O, Cellini, welch’ herbe Schmerzen

Bringt die Flucht dem Vaterherzen,

Trifft mich nicht des Himmels Fluch?

CELLINI.

Dich des Himmels Fluch? nein, o nein, süßes Leben!

Mag dein Vater davor erbeben,

Seine Tochter so zu quälen!

Du sollst dein Leben einsam vertrauern,

Im Kloster verwelken, vergeh’n in düstern Klostermauern,

Oder gar als Weib dieses Fieramosca!

TERESA.

Fieramosca! Fieramosca!

FIERAMOSCA.

Ha! wo doch bleibt der Herr Papa?

TERESA.

Ha, sei’s gewagt, ich hasse ihn unsäglich;

Er mein Mann – ihn sehen täglich! –

Fasse Muth, scheuche die Sorgen,

Morgen Nacht fliehen wir – also morgen!

CELLINI.

Also morgen!

FIERAMOSCA.

Also morgen!

CELLINI.

Hast du auch wohl behalten

Stund’ und Ort zum nächt’gen Rendez-vous?

TERESA.

Ja – Platz Colonna, sprachst du –

CELLINI.

Nur leise! Sprich nicht so laut!

Zum Schluß des Karnevals etc.

Ensemble.

CELLINI.

O wie süß sie erklangen,

Mir ins Herz wonnig drangen,

Diese Wort’ aus deinem Mund!

Der Gott, den wir ehren,

Er wird Leid von uns wehren,

Gewähren

Die seligste Stund’.

TERESA.

Jungfrau, sieh mein Bangen,

In bedrängter Stund’

Laß mich Schutz erlangen.

Wolle Muth gewähren,

Lindre meines Vaters Zähren,

Dem Bunde wolle Schutz gewähren,

Lindre Vaterzähren,

Segne unsern Bund!

FIERAMOSCA.

Weiber, falsche Schlangen!

Wart’, dich will ich fangen,

Du toskan’scher Hund!

Bald soll Lust in Leid sich kehren,

Wenn Ketten dich beschweren

Tief in Kerkers Grund.

CELLINI UND TERESA.

Drum, ans Sterben zu denken

Wäre Thorheit nur,

Jugend soll froh uns lenken

Auf der Liebe Spur.

Wenn uns Leiden umsponnen,

Süße Liebe lohnt’s,

Hymen gönnt uns die Wonnen

Seines Wonnemonds.

Ob durch Schloß man und Riegel

Uns zu trennen dacht’,

Treue Liebe hat Flügel,

Spottet jeder Macht.

Ja, hin zum Arnostrand

Flieh’n wir Hand in Hand.

Im neuen Vaterland

Umschling’ uns fest der Liebe Band.

O Wonne ohne Gleichen,

Wenn wir Florenz erreichen,

Drum eilig flieh’n wir fort!

FIERAMOSCA.

Leider habt euren Plan

Ohne mich ihr gemacht,

Ich zerstör’ euren Wahn

Noch vor morgen Nacht,

Nehmt euch in Acht!

CELLINI.

Morgen denn!

TERESA.

Morgen denn!

FIERAMOSCA.

Morgen denn! Morgen denn!

ALLE DREI.

In stiller Nacht!

CELLINI.

Am Platz Colonna –

TERESA.

Still!

CELLINI.

Dort am Theater –

TERESA.

Gut!

CELLINI.

Ein weißer Mönch –

TERESA.

Ja, ich komm’! –

FIERAMOSCA.

Gut!

Ich fehle nicht.

ALLE DREI.

Morgen Abend,

Ganz gewiß!

TERESA.

Gott! mein Vater ist da, eilig hör’ ich ihn kommen –

CELLINI.

Hörst du ihn wirklich?

TERESA.

Ja, er naht –

FIERAMOSCA.

Da scheint mir gut, ich halt’ mich separat. –

Fünfter Auftritt.

Balducci. Die Vorigen.

BALDUCCI.

Ei, was! Teresa! Was hast du so spät noch zu schaffen?

Was weilst du hier, zu welchem Zweck?

TERESA.

Mein Vater – ein Mann –

BALDUCCI.

Ein Mann! Wo? Meine Waffen!

TERESA.

Ja, ja! Als ich schlafen wollt’ gehn – welch ein Schreck –

BALDUCCI.

Ein Mann im Zimmer, weh’ dem Gauner, dem Strolche!

Schnell her das Licht, Teresa, ich erdolche

Diesen Dieb, wo ich ihn entdeck’!

TERESA.

Keinen Augenblick länger verziehe.

Cellini! – Er ging hinein.

CELLINI.

Hab Dank, mein Schutzgeist, ich entfliehe.

Bis morgen denn. Ewig dein!

Ab.

Sechster Auftritt.

Teresa. Balducci. Fieramosca.

TERESA.

Welch ein Schreck! Meine Kraft fühl’ ich weichen –

BALDUCCI.

Ha, Bandit, hab ich dich!

TERESA.

Himmel, ach!

Schlich sich wirklich ein Mann ins Gemach?

BALDUCCI.

Folg’mir, Räuber, du erliegst meinen Streichen –

Wie! seid Ihr’s?

TERESA.

Welch ein Fang ohne Gleichen!

FIERAMOSCA.

Ein Bandit bin ich nicht –

BALDUCCI.

Teufel auch!

Ein frisirter Bandit, noch viel schlimmer!

Sagt mir, Herr, ist das Sitte und Brauch,

Sich zu Mädchen zu schleichen ins Zimmer?

TERESA.

Ja, mein Herr, was führt Euch in mein Zimmer?

FIERAMOSCA.

‘s ist ganz einfach, ich wollte – meinen Besuch Euch nur machen.

BALDUCCI.

Unverschämt! – Ei, so soll dich –

FIERAMOSCA.

Freund, so seid doch klug,

Hört mich doch an – auf mein Wort

BALDUCCI.

Schon genug!

Auf, Nachbarinnen, auf, ihr Frauen!

TERESA.

Gaetana! Barbarina!

BALDUCCI.

Petronella, Catarina!

Scolastica!

FIERAMOSCA.

Macht doch ein Ende diesem Schrei’n –

BALDUCCI UND TERESA.

Herbei! Herbei!

NACHBARINNEN hinter der Scene.

Bei Balduccis brach man wohl ein?

Was mag das für ein Lärmen sein?

BALDUCCI.

Kommt schnell herbei, das Herrchen fein,

Den Dirnenjäger anzuschauen,

Er schlich sich bei Teresa ein. Herbei

Und jagt ihn aus dem Haus im Verein.

FIERAMOSCA.

Ich bin kein Herrchen – bin nicht fein –

Vor allen Dirnen fühl’ ich Grauen.

BALDUCCI.

Nun wahret Euch; sie kommen schon,

Die sprechen aus ganz andrem Ton!

Der Weiber Hand führt gern den Mann

Der Tugend steile Dornenbahn.

Merkt’s Euch, wenn sie nach Haus Euch sandten,

Und schleicht nicht mehr den Mädchen nach.

FIERAMOSCA.

Den Frauen zum Spotte! Weh’ mir, ach!

Orpheus bin ich, ein Opfer der Bacchanten!

Siebenter Auftritt.

Die Vorigen. Chor der Nachbarinnen und Mägde Balducci’s.

CHOR.

Süßes Herrchen! O, Schätzchen fein,

Wart’, man lehrt dich achten Weiberehr’!

Und du verführst kein Mädchen mehr.

Fort, ins Bad hinein!

Auf, führet ihn zum Garten ein,

Dort bleibt er bis zum Frührothschein.

Der Springbrunn’ steigt so klar und rein,

Dort soll er kühl gebettet sein.

Komm, Schätzchen, komm, da hilft kein Schrei’n –

Das Bad soll trefflich dir gedeih’n.

BALDUCCI UND TERESA.

Ja ja, so recht! Werft ihn hinein.

Da wird er kühl gebettet sein!

FIERAMOSCA.

O, welche Qual, o, welche Pein,

Sie tauchen ins Bassin mich ein.

Welch wildes Heer! O, die Megären!

Ach, wie soll ich mich befrei’n?

Ende des ersten Aktes.

Zweiter Akt.

Fastnacht-Dienstag

Die Scene stellt den innern Hof einer Taverne vor.

Erster Auftritt.

CELLINI allein.

Noch eine Stunde, und der Plan ist gelungen,

Hält Teresa mir Wort.

Du holder Liebesgott, sei unser Hort!

Von allen Herzen, die dir schlagen,

Soll mein’s am seligsten sein!

Liebe, sei grausam nicht,

Führ’ uns glücklich zum schönsten Port!

Romanze.

Dem Ruhm allein galt mein Bestreben;

Schon sah die Kunst ich hoch entzückt

Den Glorienschein ums Haupt mir weben,

Womit sie Auserwählte schmückt.

Doch ich entsag’ den Lorbeerkränzen,

Seh’ ich Teresas Auge hell erglänzen.

Sieh her, o Lieb!

Zum Opfer bring’ ich Glanz und Ehre dir!

Sei gnädig ihr, sei gnädig mir.

In der Geliebten friedlich Walten

Drang nie ein Hauch der Schmerzen ein;

Fern von dem Meer, wo Stürme schalten,

Glich es dem Quell im stillen Hain.

Doch diesem Glück will sie enteilen,

Will meine Noth, mein Elend theilen –

Sieh her, o Lieb!

Zum Opfer bringt sie ihren Frieden mir!

Sei gnädig ihr, sei gnädig mir.

Zweiter Auftritt.

Cellini. Bernardino. Francesco.

Goldarbeiter, Freunde und Schüler Cellini’s.

CHOR DER CISELEURE.

He, Wein! he, Wein! Bringt Wein her!

Bringt eilig Wein uns her!

FRANCESCO.

Freunde, singt!

CELLINI.

Wohl! aber hört, singt keine Kneipenlieder,

Keinen zot’gen Refrain, gewürzt von der Weinschenke Dunst.

Ja singt, doch unser Lied halle Hymnen gleich wieder,

Töne dem Ruhm unsrer hohen Kunst.

Gesang der Goldschmiede.

CHOR.

Schmückt auch schön sich die Erde im Mai

Mit Gräsern und Blumen voll Pracht,

Holt der Mensch doch noch Schön’res herbei,

Erhebt den Schatz tief im Bergesschacht:

Dem Goldschmied sei ein Hoch gebracht!

Sitzt man beim Ciseliren –

Gold, wie glänzest du reich!

Die Rubine brilliren

Und funkeln feuergleich.

Demant hat nicht Gewalt bei Tage,

Denn die Sonn’ hat dann zu viel Macht.

Doch Nachts ist die Zeit,

Wo er hell strahlt,

Als wie sein Bruder, der Stern,

Der am Himmel hält Wacht:

Dem Goldschmied sei ein Hoch gebracht!

BERNARDINO.

Hört an, eh’ wir das Lied nun enden,

Bleib uns leer das Glas nicht in Händen;

Ein Vivat zu weih’n unsrem Stand,

Sei der Becher voll bis zum Rand.

CHOR.

He, Wein her, bringt Wein!

Dritter Auftritt.

Die Vorigen. Der Wirth jüdisch-grotesk.

WIRTH mit näselnder Stimme.

Was wollt ihr denn? Der Keller ist leer!

CELLINI.

Willst, alter Schelm, du uns belügen?

WIRTH.

Ich sag, daß ihr betrunken seid.

Und wollt mehr des Weins ihr noch trinken,

So laßt Zechinen blinken.

CHOR.

Und was denn sind wir schuldig dir?

WIRTH.

Da seht, ihr Herrn, lest es nur selbst,

Damit ihr seht, daß ich nicht lüge.

Erst Orvietowein,

Aleatico,

Dann Maraschino –

Volle dreißig Krüge –

CHOR.

Wie so? Dreißig!

WIRTH.

Dann rothen Ischia,

Später Procida,

Und dann Nicita

Macht zusammen sechzig.

CHOR.

Sechzig Krüge?!

WIRTH.

Mousseux von Asti,

Wein von Lipari,

Lacryma Christi,

Das macht hundertdreißig.

CHOR nachäffend.

Lacryma Christi –

Hundertdreißig!

Kerl, mach nicht blauen Dunst,

Nennst du das Rechenkunst?

Was sagt ihr zu dem Wichte?

CELLINI.

Nein, beim jüngsten Gerichte

Tönt der Posaune Klang

Nicht so schrecklich und bang,

Wie dies Schenkenereignis,

Wie dies Sündenverzeichnis,

Herr Wirth – wie dein Gesang!

Was thun? Wer hilft uns heraus?

CHOR und Bernardino.

Schändlich!

Man macht’s durch Prügel ihm verständlich.

CELLINI.

Nein, Freunde, nein, folgt meinem Rath,

Warten wir ein wenig, bis endlich

Ascanio als Erlöser naht.

CHOR.

Seht dort Ascanio, er ist’s in der That!

Vierter Auftritt.

Die Vorigen. Ascanio.

CHOR.

Ja! Er rettet uns, Viva!

CELLINI.

Laß, o Kind, dich umarmen,

Und nehmet aus Erbarmen

Ihnen ab das schwere Joch.

ASCANIO.

Einen Augenblick noch!

Ein Auftrag führt mich her zu euch.

Meister, dies Gold soll dein sein –

Unter einer Bedingung.

Arie.

Dieses Gold dir zu spenden

Hat der Papst mich gesandt,

An das Werk es zu wenden,

Das dein Genius erfand

Um zu schmücken dies Land.

Doch nur dann darfst du berühren

Dieser Goldstücke Rand,

Wenn den Eid mit heil’gen Schwüren

Du mir schwörst unverwandt:

Morgen den Guß des Perseus

Mit eignen Händen zu vollenden!

CELLINI.

Wohl, nimm den Schwur zum Pfand.

CHOR.

Nimm unsern Schwur zum Pfand.

ALLE.

Also uns dies Gold zu spenden

Hat der Papst dich gesandt,

Zum Werk es zu verwenden.

CELLINI.

Das mein Genius erfand

Um zu schmücken dies Land.

CHOR.

Das sein Genius erfand

Um zu schmücken dies Land.

Aber ehe wir berühren

Dieser Goldstücke Rand,

Leisten wir mit heil’gen Schwüren

Dir den Eid unverwandt:

Morgen mit eig’nen Händen

Den Perseus zu vollenden,

So wahr dies Gold dann schwand!

Dies schwört dir unsre Hand!

ASCANIO.

Euch zu helfen im Stand

Bin ich durch dies Versprechen.

Nun bezahlt eure Zechen,

Hier das Gold, seht her!

CELLINI.

Ha, Schmach! Bringst du nicht mehr?

CHOR.

Ach! Nein, das ist zu ärmlich!

ASCANIO.

Ein erbärmlicher Geizhals

War Balducci von je!

CELLINI.

Was liegt dran! Wirthschaft, he!

Ahmt die Stimme des Wirths nach.

Da sieh Zechinen blinken!

WIRTH.

Habt Dank! Wollt ihr noch trinken?

CHOR.

Ja, ja, gebt Wein!

CELLINI.

Freunde nein, keinen Wein,

Doch strafen und beschämen

Laßt uns Balducci heut’,

Deß schändliches Benehmen

Uns Rache streng gebeut.

CHOR.

Ja, laßt Rache uns nehmen.

Fünfter Auftritt.

Die Vorigen. Fieramosca.

CELLINI.

Hört mich an, unverzüglich

Sei kund euch mein Plan.

Ganz unbesorgt und vergnüglich

Wird Freund Balducci nah’n.

Wir wollen ihn kopiren;

Cassandro steht uns bei.

Balducci’s Konterfei

Soll heut’ die Bühne zieren.

Laut soll Rom applaudiren

Und schwören, daß er’s sei.

CHOR.

Herrlicher Spaß! Wir Alle sind dabei!

ALLE.

Gold ist die Blüthe, die nimmer verblüht,

Das haben die Kön’ge bedacht;

Als Kron’ es gar herrlich erglüht,

Ist nur der Kön’ge und Kaiser Tracht:

Dem Goldschmied sei ein Hoch gebracht!

Sie gehen schnell ab.

Sechster Auftritt.

Fieramosca. Später Pompeo.

FIERAMOSCA.

Das ist stark! Ein Komplott voller Trug und Verrath!

Doch ich verderb’ euch die Freude noch heut’.

Noch heut’!

POMPEO.

Was giebt’s heute?

Sprich, Kumpan!

FIERAMOSCA.

Was es giebt? Sieh dem Zorn mich zur Beute –

Cellini –

POMPEO.

So sprich, Kamerad.

FIERAMOSCA.

Ach, Pompeo, steh’ mir bei, schaffe Rath –

POMPEO.

Ja, man weiß, in der Stadt –

FIERAMOSCA.

Man weiß? –

POMPEO.

Sagen’s die Leute,

Daß geprügelt du wardst –

FIERAMOSCA.

Ja, mein Freund und Rather,

Doch Schlimm’res noch droht. Jetzt beim Abendgeläute

Kommt meine Braut und ihr Vater.

POMPEO.

Ist das so schlimm?

FIERAMOSCA.

So schlimm? Man wird auf dem Theater

Ihn äffen – Feuer speien wird er, wie ein Krater

Vor Wuth ob diesem Hohne;

Und löst man auf der Engelsburg dann die Kanone,

Und die Moccoli löschte jeder aus – ganz leis

Naht dann ein weißer Mönch mit einem Kapuziner,

Und man entführt Teresa – Niederträchtig!

POMPEO.

Exquisit!

FIERAMOSCA.

Exquisit! Stimmt dich das so heiter?

Cellini ist’s und sein Begleiter,

Ascanio –

POMPEO.

Ich versteh’ – Bravo! Der Plan ist prächtig!

FIERAMOSCA.

Ob auch der Weiber Heer mich neuem Spotte weiht,

Balducci wisse gleich, was man ihm hält bereit,

Laßt doch seh’n, ob er Bravo! schreit.

POMPEO.

O du Schwachkopf!

FIERAMOSCA.

Wie so?

POMPEO.

Dein Verstand reicht nicht weit.

Die Lügner muß man selbst belügen,

Die Betrüger betrügen –

Wie gefällt dir das?

FIERAMOSCA.

Sprich nur leis!

POMPEO.

Du kommst ihm zuvor als weißer Mönch,

Entführst sie selber.

FIERAMOSCA.

Ja, das läßt sich erwägen –

Wie aber dann, wenn wüthend mich

Der Raufbold überfällt?

POMPEO.

Per bacco! Hier mein Degen!

Als Kapuziner verkappt begleit’ ich schützend dich,

Und ist ein Raufbold er – ein Todtschläger bin ich.

FIERAMOSCA.

Wohlan – wohlan, es sei!

Arie.

Ha! reizt nicht thöricht meine Wuth,

Ich bin zum Helden wie geboren;

O, wehe dem, der mir was thut,

Und wer mich auslacht, ist verloren.

Leg’ ich erst los,

Geht’s Stoß auf Stoß

In Quart und Terzen –

Und immer ziel’ ich nach dem Herzen.

Hoch leb’ die Fechtkunst, meine Lust!

O Teresa, dir glüht dies Herze

Voll höllenheißer Gluth.

Ich leide an vulkan’schem Schmerze,

Wie ein Krater tobt wild mein Blut.

Ja, holdes Kind, dir zu Gefallen

Stutzt’ ich dem Satan selbst die Krallen,

Ja, ihm selbst und der Höllenbrut.

Ja, käm’ Cellini jetzt daher,

Er sollte mir d’ran glauben,

Ich schont’ ihn nicht, den armen Wicht!

Der arme Kauz! Hundert wie ihn

Streckt’ ich dahin ohn’ alle Gnade.

Nein! reizt nicht thöricht meine Wuth,

Ich bin zum Helden wie geboren;

O, wehe dem, der mir was thut,

Und wer mich auslacht, ist verloren.

Leg’ ich erst los,

Geht’s Stoß auf Stoß,

In Quart und Terzen –

Und immer ziel’ ich nach dem Herzen.

Hoch leb’ die Fechtkunst, meine Lust!

Eins, zwei, drei – eins, zwei – In die Brust!

Tief ins Herz mein Schwert tauch’ ich ein,

Tief hinein!

Der Sieg ist mein!

Sie gehen ab.

Verwandlung.

Siebenter Auftritt.

Teresa, Balducci, Cellini, Ascanio, Fieramosca, Pompeo, die Schüler Cellini’s. Tänzer, Volk, Masken und Sbirren.

Finale.

Der Colonna-Platz und ein Theil der Korso-Straße.

BALDUCCI.

Kind, du magst’s erwägen,

Viel Gewicht drauf legen,

Einzig deinetwegen

Folg’ ich dieser Spur.

Was sie spielen mögen,

‘s ist nichts dran gelegen.

Man weiß ja doch, sie pflegen

Schlechter Possen nur.

TERESA.

Ach, wie durft’ ich hegen

Jeder Pflicht entgegen

So verweg’nen Liebeswunsch!

Zürne nicht, Natur.

ASCANIO UND CELLINI.

Listig und verwegen,

Degen wider Degen,

Wenn sich Schlangen regen

Auf der Liebe Flur.

Dann Florenz entgegen

Auf geheimen Stegen.

Amor! gönne Segen, gönne Glück

Treuem Liebesschwur.

TERESA, ASCANIO UND CELLINI.

Listig und verwegen etc.

BALDUCCI.

Kind, du magst’s erwägen etc.

RÖMISCHE BÜRGER.

Gleich wird der Vorhang sich bewegen,

Das Stück beginnt streng nach der Uhr.

CHOR DER POSSENREIßER.

Ihr Römer, kommt zu applaudiren

Die Oper, die man Midas nennt.

CHOR DES VOLKES.

Bravo, bravo, bravo, bravo!

DIE POSSENREIßER.

Ein großer Narr wird debütiren

Mit ganz erstaunlichem Talent.

CHOR DES VOLKES.

Bravo! Bravo! Bravo! Bravo!

CHOR DER POSSENREIßER.

Ihr Römer, kommt etc. etc. etc.

VOLK.

Schon wogt es in Schwärmen

Zum Tanze der Nacht,

Ganz Rom ist zu Lärmen

Und Jubel entfacht.

Das Leid ist versunken,

Die Sorge entschwebt,

Wenn Karneval trunken

Das Scepter erhebt.

POSSENREIßER.

Kommt ihr Karnevalsleut’,

König Midas ist heut’.

VOLK.

Die Trompeten dröhnen!

Pfeifen hell ertönen!

Das Tamburin fällt ein.

POSSENREIßER.

Kommt, die Ohren, die grauen,

Des Midas zu schauen.

VOLK.

Die Trompeten dröhnen etc. etc. etc.

POSSEUREIßER.

Kommt ihr Dickbäuche her!

Das Parterre ist noch leer!

Ihr werdet das Fest doch nicht stören,

Ihr Herren, bleibet doch hier

Die Oper des Midas zu hören,

Des Karnevals Krone und Zier!

Der Karneval

Ist ein Pokal,

Draus jeder zecht,

König und Knecht.

Nun schweiget! Nun schweiget, nun schweiget!

Tanzet nicht mehr! Still! Der Vorhang schon steiget.

WEIBER.

Seht den Vorhang steigen!

Nun still, nun still! lasset uns schweigen!

MÄNNER.

O, welch ein närr’scher Alter –

Balducci ist’s, des Papstes Schatzverwalter.

BALDUCCI.

Was seh’ ich! Ist’s möglich? Ich auf der Brettern?

EIN THEIL DES VOLKES.

Herr Harlekin, tritt vor,

Roms köstlichster Tenor.

EIN ANDERER THEIL DES VOLKES.

Pasquarello! ein Sänger in Florenz geboren.

Seht nur den Menschen mit Eselsohren!

DIE WEIBER allein.

Ei haltet Ruh’ doch!

Hört ruhig zu doch!

Sprecht nicht so laut,

Harlekin schaut!

MÄNNER.

Still doch!

DIE WEIBER leiser.

Gebet wohl Acht!

Nun laßt uns schweigen!

Ensemble.

MÄNNER.

Schön! Schön! Schön!

O, wie schön!

Still doch! …..

WEIBER.

Hört, wie das klingt!

Harlekin singt.

Er trägt was vor!

Welch’ ein Tenor!

ALLE.

Ach, Bravo! Wie klingt das schön.

Welch reine Kehlentön’!

Wie er manierlich

Den Alten kirrt,

Wie er so zierlich

Und zärtlich girrt.

EINIGE MÄNNER DES VOLKES.

Wie der Alte sein Entzücken

Nun auszudrücken sucht.

BALDUCCI.

Ha, verrucht!

ANDERE AUS DEM VOLKE.

Der Alte lauscht

Ganz lustberauscht.

Felicita!

Ha ha ha ha!

O welch ein Narr!

BALDUCCI.

Ihr Schufte, die ihr mich höhnt,

Mich ärgert, foppt und neckt,

Mein Stock lehr’ euch Respekt.

VOLK.

Dem Lustspiel im Geleite

Folgt nun die Schattenseite,

Wer von den Zweien siegt?

Das Urbild liegt

Mit der Kopie im Streite.

Wer mag doch von den Zwei’n

Wohl am ärgsten häßlich sein!

FIERAMOSCA zu Pompeo.

Nur durch den Schwarm!

Laß uns nicht weichen,

Daß wir den Arm

Der Holden reichen.

CELLINI zu Ascanio.

Nur durch den Schwarm!

Laß uns nicht weichen,

Daß wir den Arm

Der Holden reichen.

TERESA.

Ein weißer Mönch winket mir –

Doch wie! – Ein zweiter hier?

FIERAMOSCA.

Ich bin’s!

CELLINI.

Ich bin’s!

TERESA.

Gott, wer der Rechte?

VOLK.

Moccolo! Moccoli!

FIERAMOSCA.

Ich bin’s, ich bin’s!

O komm! Die Freunde sind’s.

VOLK.

Moccolo! Moccoli!

Verlöscht die Moccoli!

CELLINI.

Ha! Bei der Höll’ und Pluto’s Thron,

Wir sind verrathen, Fluch und Hohn!

POMPEO.

Halte nur Stand, hier giebt es Schläge!

FIERAMOSCA.

Das Mönchsgewand ist mir im Wege.

ASCANIO.

Rächt den Verrath! Es fließe ihr Blut!

POMPEO.

Halte nur Stand! Nur Muth, nur Muth!

CELLINI.

Ob du ein Mensch, ob Satans Brut,

Mit dir ist’s aus.

Das Schwert heraus!

FIERAMOSCA.

Pompeo! Schnell!

ASCANIO.

Halt Stand doch, du kühner Gesell!

TERESA.

Weh mir! Eilt herbei! Treibt sie von hinnen!

VOLK.

Was wollt ihr thun? Welch ein Beginnen!

Seid ihr denn ganz und gar von Sinnen?

CELLINI.

Nein, du sollst mir nicht entrinnen,

Nein!

FIERAMOSCA.

Pompeo, hilf!

POMPEO.

Schlag drein!

CELLINI.

Nein, nein,

Nein, du sollst mir nicht entrinnen.

FIERAMOSCA.

Pompeo, hilf!

CELLINI.

Nein, nein.

POMPEO.

Ach, das traf gut!

VOLK.

Ein Mensch im Blut!

Schnell holt die Wache!

BALDUCCI.

Welch Schreckenswort!

Teresa! Meine Tochter! Ein Mord!

FIERAMOSCA.

Wer rettet mich – Pomp … todt!

VOLK.

Dort jener Mönch, er that’s, führt ihn von hinnen,

Sein Schwert ist noch vom Blute roth!

FRANCESCO, BERNARDINO, BALDUCCI, FIERAMOSCA UND VOLK.

Der Kapuziner schwimmt im Blut,

Verruchter Mörder, weh’ dir, wehe!

Geschah’s um Gold, aus Liebeswuth?

Gleich viel! Daß ihm sein Recht geschehe.

Soldaten, haltet strenge Hut!

Ensemble.

CHOR.

Weh’ dir, verruchte Räuberbrut!

Daß er der Rache nicht entgehe!

Ha! weh’ ihm, wehe!

Ja! Der Vendetta floß dies Blut.

TERESA.

Feige Lügner, wehe euch, wehe!

Ungerecht ist eure Wuth.

CELLINI.

O Schreckensnacht, hier gilt es Muth, Daß ich entgehe

Des rohen Haufens blinder Wuth.

ASCANIO.

Ach, theurer Meister, weh’, ach wehe!

Die Menge schreit nach deinem Blut!

Es ertönen drei Kanonenschüsse, worauf alle Lichter verlöschen.

CELLINI.

Eilt, Freunde, herbei,

Zu Hilfe herbei!

VOLK.

Finster die Nacht!

BALDUCCI, FIERAMOSCA UND EIN THEIL DES VOLKES.

Garden, habet wohl Acht!

VOLK.

Auf, haltet ihn!

SBIRREN.

Laßt ihn nicht flieh’n!

TERESA UND ASCANIO.

Er ist entfloh’n.

FIERAMOSCA UND BALDUCCI.

Verdammter Schuß! Der Mörder lief davon!

VOLK.

Dieser Schuß sagt Romas Söhnen,

Sich jeder Freude zu entwöhnen.

Wird erst die Asche eingeweiht,

Dann endet alle Fröhlichkeit.

BALDUCCI UND FIERAMOSCA.

Schreckensschuß, verwünschtes Dröhnen,

Warum auch grade jetzt ertönen?

Den Galgen hielt man schon bereit,

Da hast den Mörder du befreit.

TERESA, ASCANIO, FRANCESCO, BERNARDINO UND SCHÜLER CELLINI’S.

Habe Dank, Kanone, für dein Dröhnen,

Dir soll ein stürmisch Hoch ertönen,

Du kamst fürwahr zu rechter Zeit,

Denn schon war er dem Tod geweiht.

BALDUCCI.

Teresa!

TERESA.

Mein Vater!

ASCANIO.

Still! Hört meine Bitt’!

Folgt mir! Ich leite Euren Schritt!

Ensemble.

VOLK UND FREUNDE CELLINI’S.

Zu Hilfe! O Gott, welch ein Bangen!

Zu Hilfe! He, Wache! Gebt doch Acht!

Verwünschter Schuß! Er war gefangen!

Erbarmen uns Armen! O Schreckensnacht!

O, welch ein Toben und Schrei’n!

Der Räuber entfloh! Hinterdrein!

Den holt ihr nimmermehr ein!

BALDUCCI.

Teresa, o Tochter! Komm zu mir!

Welch Dunkel hier!

VOLK.

Zu Hilfe, he, Wache! Er ist befreit!

Der Mörder ist entronnen! O Dunkelheit!

BALDUCCI.

Der weiße Mönch!

FIERAMOSCA.

Was?

BALDUCCI.

Auf! Ihn einzusperren!

Kommt heran!

FIERAMOSCA.

Was ficht euch an?

Ich bin Fieramosca, ihr Herren!

Ich bin ein Ehrenmann.

Ensemble.

EIN THEIL DES VOLKES UND FRANCESCO.

Ha, Mörderbrut, Diebsgesicht,

Du sollst die Fesseln nicht mehr sprengen!

Nein, jetzt entrinnst du uns nicht,

Du sollst am Galgen heut’ noch hängen.

EIN ANDRER THEIL DES VOLKES, BERNARDINO UND BALDUCCI.

Bist uns entflohn

Und hofftest schon,

Dich durchzudrängen,

Doch heut’ noch sollst du hängen.

FIERAMOSCA.

Ach, wenn den Strick

Sie ums Genick

Mir wirklich schlängen!

Mich wirklich hängen!

VOLK.

O Gott, macht Platz – Erbarmen Uns Armen.

Man kann nicht mehr hinaus!

BALDUCCI.

O Tochter! Teresa! Mein Aug’ erblickt sie nicht!

FIERAMOSCA.

O Gott! Erbarmen! Weh mir, erdrückt mich nicht!

ALLE.

O Gott, es wächst der Menge

Tobend Gedränge

Wie des Meeres Gebraus.

O, welch Gezerr! O, welch Gezaus!

O, welch ein Graus!

Ende des zweiten Aktes.

Dritter Akt.

Aschermittwoch

Erster Auftritt.

Recitativ.

Teresa und Ascanio.

TERESA.

Nicht zurück ist er noch; ob ihm die Flucht gelang?

ASCANIO.

So zweifelt Ihr? Nur Muth, Teresa, er weilt nicht lang!

Zweiter Auftritt.

Recitativ.

TERESA allein.

Ach, sein Gesang weckt mir nur Schmerzen!

Weh’, daß ich floh von dem Vaterherzen.

Dritter Auftritt.

Teresa. Francesco. Bernardino.

CHOR DER GIEßER hinter der Scene

Seemann kühn auf hoher See

Weiß von keinem Weh.

FRANCESCO.

Dies Lied! Ich hör’s nicht gerne von den Leuten!

CHOR.

Frank und frei, wie Meeresfluth,

Frank ist und frei sein Muth.

BERNARDINO.

So oft dies Lied ertönt, hat’s Böses zu bedeuten.

CHOR.

Sinkt sein Schiff ins Meer hinein,

Wiegt die Well’ ihn ein.

BERNARDINO.

Der klägliche Gesang

Schafft träges Blut.

FRANCESCO.

Der Guß wird mißlingen,

Wenn wir nicht mit Muth

Aufs Neu’ sie durchdringen.

Des Metalles Gluthenpracht,

Brüder, ist in eurer Macht.

Beherrscht der Seemann die Fluth,

Wir beherrschen Feuersgluth!

FRANCESCO UND BERNARDINO.

Drum, Kinder, muthig dran!

Greift die Arbeit rüstig an!

Zinn und Eisen sei

Nein und schlackenfrei.

Wenn der Guß gelang,

Dann töne Becherklang.

Beide ab.

CHOR.

Seemann kühn auf hoher See

Weiß von keinem Weh.

Vierter Auftritt.

Arie.

ASCANIO allein.

Tralalalala!

Was fehlt mir doch? Allen Muth fühl’ ich weichen!

Mein Herz ist bang,

Jedoch, was thut’s!

Ob mich Sorgen auch beschleichen,

Räumen müssen sie dies Herz

Dem Gesang und dem Scherz.

Ha ha ha, das war zum Lachen!

Er ahmt Balducci nach.

Soldaten her! Wo sind die Wachen?

Er ahmt Cellini nach.

Still! Teresa, ich bin hier!

Teresa nachahmend.

O Gott, wie kann ich’s fassen,

Den armen Vater zu verlassen!

Cellini nachahmend.

O folge mir, trau’ meinen Schwüren!

Teresa nachahmend.

Wie? Zwei in Mönchsgewand!

Fieramosca nachäffend.

O folge mir, laß dich entführen!

Teresa nachahmend.

Ein Andrer – nimmt meine Hand!

Doch der Schuß tönt zu guter Stunde,

Hüllt tief in Dunkel die weite Runde.

Und Teresa,

Hahahaha!

Reicht lachend und doch weinend fast

Mir den Arm, und wir fliehen in Hast.

Und er – entspringt!

Die Flucht im Dunklen leicht gelingt.

Hahaha! O, welche Nacht,

Lieber Meister, welche Nacht!

Was fehlt mir doch? etc. etc. etc.

Fünfter Auftritt.

Teresa. Ascanio.

Recitativ.

TERESA.

Ach, er kehrt nicht zurück. Himmel, wo mag er weilen?

ASCANIO.

Bald hierher zu Euch wird er eilen.

Teresa, er ist wohl geborgen.

TERESA.

Wär’ es wahr? Ach nein, er ist verloren!

ASCANIO.

Seid ohne Sorgen.

Mein Meister ist zu bessrem Los wohl geboren,

Hat mit des Papstes Sbirren und Häschern nichts gemein.

TERESA.

Ach, bang schlägt dieses Herz.

CHOR DER BÜßERMÖNCHE hinter der Scene.

Vas spirituale, Maria, sancta mater, ora pro nobis.

ASCANIO.

Hörtet ihr?

TERESA.

Welch ein Ton!

ASCANIO.

Ach, fromme Büßer sind’s in dichten Reihen,

Auf zu Gott ihr Flehen spricht,

Dem sie allein ihr Leben weihen.

Sie singen fromme Litaneien,

Wohl kommen sie hierher, zu üben heil’ge Pflicht.

CHOR.

Vas honorabile, Maria, sancta mater, ora pro nobis.

TERESA.

Welche Angst!

ASCANIO.

Faßt nur Muth!

TERESA.

Auch wir wollen beten!

BEIDE.

Auch wir wollen beten!

Preghiera.

TERESA, ASCANIO UND CHOR.

Rosa purpurea, Maria, sancta mater, ora pro nobis.

TERESA UND ASCANIO.

Jungfrau, du Stern der Meere,

Voll Strahlenglanz und Pracht,

CHOR.

Turris davidica, Maria, sancta mater, ora pro nobis.

TERESA UND ASCANIO.

Gieb, daß ein Strahl verkläre

Auch dieses / ihres Herzens Nacht,

CHOR.

Turris eburnea, Maria, sancta mater, ora pro nobis.

TERESA UND ASCANIO.

In dieses / ihres Herzens Nacht,

Das bang in Schmerzen wacht.

CHOR.

Stella matutina, Maria, sancta mater, ora pro nobis.

TERESA UND ASCANIO.

Jungfrau, du Stern der Meere,

Erhöre mein / ihr Gebet.

CHOR.

Turris eburnea etc. etc.

TERESA UND ASCANIO.

Gieb, daß er wiederkehre

Um den dies / ihr Herz dich fleht.

CHOR.

Vas honorabile etc. etc.

TERESA UND ASCANIO.

Um den dies / ihr Herz dich fleht.

Dies Aug’ in Thränen steht.

Ihr Aug’ in Thränen steht.

CHOR.

Rosa purpurea etc. etc.

TERESA UND ASCANIO.

Um den dies / ihr Herz dich fleht.

Sechster Auftritt.

Cellini. Die Vorigen.

Recitativ.

CELLINI.

Teresa!

TERESA UND ASCANIO.

Cellini!

CELLINI.

Wohl mir, daß glücklich zu euch ich gelangt.

TERESA.

Sei’s dem Himmel gedankt!

Wardst du verwundet nicht im Streite?

CELLINI.

Nein, Theure, nein! Mir stand mein Glück zur Seite.

Diesmal ward Schreck mir nur zu Theil,

Doch wahrlich dank’ ich nur dem Zufall

Meine Rettung.

Ein Wunder darf ich’s nennen. –

TERESA UND ASCANIO.

O sprich!

CELLINI.

Hör’ an, du sollst erkennen:

Hilft Liebenden ein Gott, kann kein Wille sie trennen.

Im Schutz der Nacht mit dem Dolch in der Hand

Mit kühnem Muth zertheilt’ ich die Menge.

Ob wie ein Wall auch das Volk mich umstand,

Mit Hieb und Stoß bracht’ ich den Wall zum Weichen.

So konnt’ ich flieh’n – doch weh! – man setzt’ mir nach,

Hinter mir drein toben Männer und Frauen –

Mein weißes Kleid war im Dunkel zu schauen –

Schon haschten mich dieser Wüthenden Klauen –

In einem Augenblick, o Hohn und Schmach!

Sah ich mich verloren!

Da – schon erschöpft – eine Thür seh’ ich offen –

Ich stürz’ hinein – da rieselt kalt mir ein Schauer durchs Gebein –

Die Sinne schwinden mir – und Ohnmacht hüllt sie ein.

TERESA.

Himmel ach, vor Bangen und Pein

Fühl’ ich jede Nerve erbeben!

CELLINI.

Als ich das Aug’ nun wieder hob empor,

Sah Sonnenstrahl um die Dächer ich schweben.

Der Hähne Kräh’n drang von fern in mein Ohr,

Und freudig begrüßt’ ich den Tag.

Wie kehr’ ich ungeseh’n nach Haus zurück,

Daß nicht mein Kleid den Sbirren mich verrathe –

Da gehn die Mönche im Zug, o welch Glück,

Zum heil’gen Dienst in weißem Ornate.

Im weißen Rock schloß ich mich an in Eile,

Auf gut Glück – und es war mir zum Heile,

Denn ihren Weg lenkte hierher die Schar,

Sag, o sag an, Geliebte, ob das kein Wunder war?

TERESA.

Ja, ganz gewiß, Gott schützt ein liebend Paar!

ASCANIO.

Aber, wenn neue Gefahren dir droh’n?

CELLINI.

Wir warten nicht, bis sie sich rächen,

Nach Toskana flieh’n wir noch heut’.

TERESA.

Wir entfliehn?

CELLINI.

Ja, sogleich!

ASCANIO.

Doch Meister – dein Versprechen –

CELLINI.

Der Teufel hol’ den Perseus und den Papst obendrein!

Heut’ sinne ich nur eins: Rom den Rücken zu drehen,

O Teresa, mit dir. Ascanio! du magst gehen,

Alles halte bereit!

ASCANIO.

Meister, wart’ auf mich,

Gleich bin ich zurück!

Siebenter Auftritt.

Die Vorigen. Ascanio.

ASCANIO.

Ach, Meister, weh’ uns, wehe!

CELLINI.

Was giebt’s? Rede!

ASCANIO.

Es eilt mit Fieramosca Balducci schnell herbei.

Sie sind schon in des Hauses Nähe!

TERESA.

Gott, mein Vater!

CELLINI.

Fürchte nichts.

ASCANIO.

Ah, da sind sie schon.

Achter Auftritt.

Die Vorigen. Balducci. Fieramosca.

Sextett.

BALDUCCI.

Ha! du entrinnst mir nicht,

Jetzt naht dir das Gericht,

Du Bandit, Bösewicht,

Du entrinnst mir nicht.

CELLINI.

Oho, Meister Giaccomo! Was ist Euch denn geschehen,

Daß Ihr so tobt und schnaubt?

BALDUCCI.

Frecher Heuchler! wo ist Teresa, die du geraubt?

Her mit ihr, sonst soll mein Stock …

CELLINI.

Seid Ihr toll?

TERESA.

Hör’ mein Flehen!

Sieh, Vater, mich hier knien.

BALDUCCI.

Wagst du, mich anzusehen?

Große Ehre, ich muß gestehen,

Häufst du auf deines Vaters greises Haupt.

Du nimmst Fieramosca – das schwör’ ich!

Du reichst noch heut’ ihm deine Hand.

CELLINI, TERESA UND ASCANIO.

Weh’ mir! Hilf Himmel, was hör’ ich!

FIERAMOSCA.

Wär’s wahr? O Himmel, was hör’ ich!

Mein Weibchen! So komm! Folg’ deinem Mann.

CELLINI.

Hinweg! Wag’s und rühre sie an!

BALDUCCI.

Herr Eidam! macht ein Ende!

FIERAMOSCA.

Zum Droh’n hebt er die Hände!

CELLINI.

Wagt nur einen Schritt, daß ich zur Höll’ Euch sende!

BALDUCCI.

Herr Eidam!

ASCANIO.

Der Feigling!

TERESA.

Endet den Streit!

Neunter Auftritt.

Die Vorigen. Der Kardinal mit Gefolge.

ALLE.

Der Kardinal! Nun wird sich’s zeigen.

Beuget die Knie – lasset uns schweigen.

DER KARDINAL.

Gnade den Sündern allerwegen!

Kinder des Herrn, o stehet auf!

Ob wir auch streng des Rechtes pflegen,

Ist doch Verzeih’n der höchste Segen,

Der uns vergönnt im Erdenlauf.

Gnade den Sündern allerwegen,

Kinder des Herrn, o stehet auf!

FIERAMOSCA UND BALDUCCI.

O laß Gerechtigkeit uns werden,

Wir nah’n mit heftigen Beschwerden,

Fleh’n dich um Rache an Beide zugleich.

KARDINAL.

Um Rache? Sagt an, was that man euch?

O, meine Freunde, erhebet euch!

BALDUCCI.

Ein Bandit hat mein Kind entwendet,

Mir meine Ehr’ geraubt, geschändet –

FIERAMOSCA.

Eines Räubers Dolch hat umgebracht

Mir meinen Freund vergangne Nacht.

KARDINAL.

Wer ist der Schuld’ge? Sagt es mir.

BALDUCCI UND FIERAMOSCA.

O Monseigneur, er steht vor dir,

‘s ist Cellini!

ALLE.

Cellini!

BALDUCCI.

Hier meine Tochter, und hier der Schuld’ge.

FIERAMOSCA.

Hier ist das Blut – und er der Schuld’ge.

ASCANIO UND TERESA.

Nein, Cellini ist nicht der Schuld’ge!

KARDINAL.

Cellini ist der Thäter?

Ermordung und Mädchenraub sogar,

Das ist zu arg, bei meinem Leben!

Doppelte Gräu’l hast du begangen

Und doppelte Strafe harret dein.

CELLINI.

Nein, nein, o wollt Gehör mir geben,

Ich mach’ Euch Alles offenbar.

KARDINAL.

Und dann der Guß, ward er vollbracht?

Dir ward das Gold gespendet!

CELLINI.

Der Guß –

KARDINAL.

Sag an!

CELLINI.

Er ward noch nicht vollendet.

KARDINAL.

Wie, die Frist verstrich?

Fürwahr, das ist nicht zu ertragen!

Ein Andrer soll, ja ganz bestimmt,

Ein Andrer soll den Perseus gießen.

TERESA, ASCANIO, BALDUCCI UND FIERAMOSCA.

Ein Andrer soll den Perseus gießen?!

CELLINI.

Ein Andrer meinen Perseus gießen?

Kein andrer Meister außer mir,

Und ständ’ Michel Angelo hier

Soll den Perseusguß vollenden.

Der Tod soll eh’r mein Leben enden!

KARDINAL.

Das sei denn doch sogleich erprobt!

Heda! Wachen! Führt zum Arreste

Diesen Menschen fort auf die Feste.

Und das gleich.

CELLINI.

In Trümmer schlag ich’s hier zur Stell’,

Kein Stück bleibt ganz von dem Modell,

Dann verfahrt, wie Ihr wollt, mit dem Reste.

KARDINAL.

Laß ab doch! Laß ab doch! Verwünschter Wicht!

Ensemble.

KARDINAL.

Du Dämon, sprich! Wie doch erlangt man deine Huld?

CELLINI.

Gänzlich Vergeben für meine Schuld –

KARDINAL.

Gut, sei es denn!

CELLINI.

Und noch das Eine:

Die ich entführt, bleibe die Meine.

KARDINAL.

Gnade willst du und Teresa?

FIERAMOSCA UND BALDUCCI.

O, Eminenz, gebt es nicht zu!

KARDINAL.

Schweigt!

CELLINI.

Und außerdem will ich allein,

Ich allein den Perseus gießen.

KARDINAL.

Und wie viel Zeit brauchst du dazu?

CELLINI.

Ich bring’ den Guß in einer Stunde wohl zu Tage.

KARDINAL.

In einer Stunde?

CELLINI.

Wie ich sage.

Im Ofen glüht des Metalls Feuerfluß.

KARDINAL.

Wohl, mag es sein, nun aber höre,

Und denk’ an das, was ich hier schwöre.

In’s Atelier tret’ ich ein,

Nehme selbst dort in Augenschein,

Ob zum Gusse Alles fertig ist.

Wenn du den Guß dann nicht vollbracht,

Dann sag’ dem Leben gute Nacht,

Dann sei des Tod’s gewärtig.

Steht Perseus nicht vor meinem Blick

Heute noch – dann winkt dir der Strick.

Nun schmiede selbst dir dein Geschick.

CELLINI.

Gnade den Sündern allerwegen!

O Eminenz! wie gnadenvoll!

TERESA UND ASCANIO.

O, welch verwünscht’ Geschick,

Mein Gott! Ihm winkt der Strick!

FIERAMOSCA UND BALDUCCI.

Zeigt nicht der Guß sich bald dem Blick,

Dann droht dem Wicht der Tod, der Strick.

KARDINAL.

Heda! Bewacht die Thüre!

Bleibt, Herr Prahlhans, nur hier; ich geh’ da hinein,

Damit ich selber seh’,

Ob man die Flamme schüre.

Ist’s wie er sprach, daß mit Kraft jeder schaffe,

Um ihm zu helfen. –

Auch Ihr, Herr Meister Laffe!

Legt Hand an und steht müßig nicht.

FIERAMOSCA.

Wie? Ich?

KARDINAL.

Ja, ja! Thut Eure Pflicht.

Zehnter Auftritt.

Recitativ.

CELLINI allein.

Ich bin allein, nur Muth blieb mir zur Seite,

Ganz Rom schaut mein Beginnen. Roma!

Wohlauf, du Sturmesnoty

Schwell an die grause Fluth und schaukl’ im Wellenstreite

Des Schicksals zerbrechliches Boot.

Welch’ ein Leben!

Arie.

Möchte gehn auf Bergeshalde,

Meine Herde weidend als Hirt,

Wo zum hoch entleg’nen Walde

Selten sich verirrt eines Wandrers Fuß.

Frei und einsam möcht’ ich schwärmen,

Wo der Lärm verhallt,

Ohne Last, die mich preßt, ohne Härmen,

Wie säng’ ich froh im Wald!

Dann, wenn längst die Sonn’ gesunken,

Möcht’ im Moose still ich liegen,

Und selig träumend ruh’n hier

Wie an der Mutterbrust.

Elfter Auftritt.

Cellini. Ein Officier.

Recitativ.

OFFICIER.

Es harrt die Eminenz.

Zwölfter Auftritt.

KARDINAL.

Wohlan, beginne!

Der Vorhang im Hintergrunde erhebt sich und man sieht das Innere der Gießerei.

Finale.

FIERAMOSCA.

Mehr Metall! Ja, wir brauchen Metall!

Sonst kommt unsre Arbeit ins Stocken!

CELLINI.

Schickt dich Satan herauf, mir zur Qual?

FIERAMOSCA.

Mehr Metall! Sonst geräth der Guß ins Stocken.

FRANCESCO UND BERNARDINO.

Meister! Der Guß wird gerinnen!

ALLE.

Der Guß wird gerinnen!

BERNARDINO.

Mehr Metall!

CELLINI.

Wie viel thut euch Noth?

BERNARDINO.

Viel! Alles Metall ist schon drinnen.

CELLINI.

Ich hab’ nichts mehr – das ist mein Tod!

ALLE.

Er hat keins mehr – ihm droht der Tod.

KARDINAL.

Der Prahler ist in großer Noth!

BALDUCCI.

Der Strick ihm droht, ihm winkt der Tod!

CELLINI.

O Gott, winkt mir kein Hoffnungsstrahl?

DIE ARBEITER.

Mehr Metall, mehr Metall, mehr Metall!

CELLINI.

O Herr! Du allein hast die Macht,

Der du die Welten hältst in Händen –

Von meinem Haupt die Schmach zu wenden!

Gott ist mein Schutz! Ich will’s vollenden!

Eilt schnell in’s Atelier hinein –

Leert alle Tische, jeden Schrein.

FRANCESCO UND BERNARDINO.

Wie, all deine Werke –?

CELLINI.

Hinein!

Laßt es Gold, Silber, Kupfer sein –

Dort in der Gluth schmelzet es ein.

TERESA.

Weh mir, alle Kraft fühl’ ich weichen!

O Gott! ob den Guß er vollbringt?

KARDINAL.

Sein Muth ist fürwahr ohne Gleichen!

Laßt seh’n, ob den Guß er vollbringt.

BALDUCCI.

O seht, welch ein Narr ohne Gleichen,

Der ins Verderben lachend springt.

CELLINI.

Ach, ich bin toll! Seht, ihr Schranzen, zumal

Du Rival! Sehet All’!

Ob mir Genie

Ein Gott verlieh,

O seht!

O späht!

Und lest!

Er stürzt auf die rauchende Form zu, zerschlägt sie mit gewaltigen Schlägen. Er deutet auf die lateinische Inschrift auf dem Sockel der Statue.

Si quis te laeserit ego tuus ultor ero.

Nachdem unter Cellini’s Schlägen die Form zerbrochen ist, kommt die Statue des Perseus zum Vorschein.

Cellini sinkt auf ein Knie.

TERESA, ASCANIO, KARDINAL UND BALDUCCI.

Es ist nicht möglich! Unglaublich!

DIE ARBEITER.

Vivat! Bravo, Cellini! Viktoria!

Dreizehnter Auftritt.

DIE WEIBER UND KINDER DER ARBEITER eilen Herbei.

Viktoria! Viktoria!

FIERAMOSCA.

Macht Platz! Macht Platz! laßt voll Entzücken

Den theuren Freund ans Herz mich drücken.

BALDUCCI.

Er hat’s vollbracht!

Ich hab’s gedacht!

CELLINI.

Wer ist nun der Feigste von den Zweien?

Schwere Wahl! – Eminenz, Gott ließ mein Werk gedeihen.

KARDINAL.

Da Muth dir und Kraft Gott verliehen,

Da Kühnheit du und Kunst erprobet,

Erfüllt sei, was dir ich gelobet,

Und ich verzeihe dir, Cellini!

CELLINI.

O Gott, du gabst Muth mir im Leiden,

Stärke nun diese Brust

Zu tragen solche Lust.

ARBEITER.

Vivat!

ASCANIO, TERESA, FIERAMOSCA.

Ew’gen Ruhm unserm Meister!

ALLE.

Gold ist Blüthe, die nimmer verblüht,

Das haben die Kön’ge bedacht:

Als Kron’ es gar herrlich erglüht,

Ist nur der Kön’ge und Kaiser Tracht.

Dem Goldschmied sei ein Hoch gebracht!

Hector Berlioz – La Damnation de Faust

Hector Berlioz

La Damnation de Faust

Légende Dramatique en Cinq Actes et Dix Tableaux

Distribution

Marguerite

Faust

Méphistophélès

Brander

Paysans et Paysannes Hongrois, Soldats et Cavaliers Hongrois, Buveurs, Soldats et Etudiants, Hommes et Femmes du Peuple, Sylphes, Gnomes, Follets, Démons, Damnés, Anges, etc.

Premier Acte

La Gloire

La scène représente un pavillon-véranda qui s’étend sur toute la largeur du premier plan avec des fenêtres gothiques très hautes. A partir du second plan (invisible au lever du rideau) et jusqu’au fond du théâtre, un paysage riant avec des champs de fleurs; de petits monticules accessibles et praticables montent progressivement en plusieurs courbes jusqu’en heut du dernier plan où se trouvent les portes d’une forteresse.

Scene Premiere

Au lever du rideau, le premier plan seulement est éclairé à bleu par la rampe; la véranda seule est visible. A gauche, une table avec plusieurs grands livres. Sur la table faisant face au public, une tête de squelette: à droite de la table, un fauteuil dans lequel Faust est assis, la tête appuyée sur sa main droite.

FAUST seul.

Le vieil hiver a fait place au printemps;

La nature s’est rajeunie;

Des cieux la coupole infinie

Laisse pleuvoir mille feux éclatants.

Je sens glisser dans l’air la brise matinale;

De ma poitrine ardente un souffle pur s’exhale.

J’entends autour de moi le réveil des oiseaux,

Le long bruissement des plantes et des eaux.

Oh! qu’il est doux de vivre au fond des solitudes

Loin e la lutte humaine et loin des multitudes.

Peu à peu le jour a paru, précédé de toutes les phases de l’aurore. Quand le jour est complet on entrevoit très clairement, à travers les fenêtres, le paysage décrit au commencement de l’acte.

A l’approche du jour, Faust, qui s’était assis pour travailler, se trouve distrait par le chant des oiseaux et la brise matinale; il donne quelques signes d’impatience. Peu à peu, gagné par la beauté du site, il s’approche du vitrail du milieu, y appuie sa tête et respire à pleins poumons l’air du matin.

Lorsque le jour est complet, il recule émerveillé de la beauté de la nature; mais bientôt son indifférence le reprend et il retourne mélancoliquement à sa table de travail.

Scene II

Faust, Chœur des Paysans

Ronde des Paysans

La première partie du Chœur des Paysans se chante en coulisse. Faust est retourné a sa table de travail.

CHŒURS DES PAYSANS.

»Les bergers quittent leurs troupeaux,

Pour la fête ils se rendent beaux;

Rubans et fleurs sont leur parure;

Sous les tilleuls, les voilà tous

Dansant, sautant comme des fous.

Ha! ha! ha! ha!

Landerida!

Suivez donc la mesure!«

FAUST.

Quels sont ces cris? Quel est ce bruit lointain? …

Entrée des chœurs.

Pendant ce premier couplet et la ritournelle de la ronde arrivent de toutes parts, des paysans, hommes, femmes et enfants; on les voit à travers les vitraux s’aborder, jacasser; tout le va-et-vient d’une rencontre matinale.

Plusieurs danseuses se détachent des groupes et, aux acclamations des autres, elles montent sur le plateau et se mettent à danser. Tous les autres paysans et paysannes se groupent en diverses poses pittoresques sur toutes les hauteurs des monticules.

FAUST regardant par la fenêtre.

Ce sont des villageois, au lever du matin,

Qui dansent en chantant sur la verte pelouse.

De leur plaisir ma misère est jalouse.

DEUXIÈME COUPLET DE LA RONDE.

»Ils passaient tous comme l’éclair,

Et les robes volaient en l’air;

Mais bientôt on fut moins agile:

Le rouge leur montait au front,

Et l’un sur l’autre dans le rond,

Ha ha! ha! ha!

Landerida!

Tous tombaient à la file.«

TROISIÈME COUPLET DE LA RONDE.

»Ne me touchez donc point ainsi!

– Paix. ma femme n’est point ici!

Profitons de la circonstance!«

»Dehors il l’emmena soudain,

Et tout pourtant allait son train,

Ha! ha! ha! ha!

Landerida!

La musique et la danse.«

Scene III

Aussitôt la danse finie, tous les paysans commencent à regarder avec inquiétude du côté de la forteresse. Quelques-uns se détachent et montent sur les hauteurs. Ils gesticulent en se montrant l’armée qui sort de la forteresse pour marcher au combat.

La scène s’obscurcit un peu.

FAUST.

Mais d’un éclat guerrier ces campagnes se parent

Ah! les fils du Danube aux combats se préparent!

Avec quel air fier et joyeux

Ils portent leur armure! et quel feu dans leurs yeux!

Tout cœur frémit à leur chant de victoire;

Le mien seul reste froid, insensible à la gloire.

Marche Hongroise

La marche de l’armée hongroise commence lentement à travers la montagne, traversant quatre fois la scène avant d’arriver devant les vitraux de la véranda, et s’éloigne par la droite. Elle se continue sans interruption.

Au grondement du canon, arrive par les portes de la forteresse, sur la haute cime de la montagne, le clergé entouré de grands dignitaires. En ce moment

toute la marche s’arrête et se trouve enchaînée et échelonnée sur toute la scène.

Tous les personnages ainsi disposés, excepté ceux placés sur le même plateau que le clergé, tournent le dos et regardent le clergé. Les porte-drapeaux se détachent des rangs et présentent leurs insignes aux prêtres qui les embrassent et les bénissent. Toute l’armée est à ce moment à genoux.

Après avoir reçu la bénédiction, les soldats se lèvent en brandissant leurs armes, agitent leurs drapeaux et se remettent en route.

Le ciel s’est obscurci entièrement et la marche continue jusqu’aux mesures au pas de charge, à la lueur des flambeaux portés par quelques soldats du défilé …

Faust, attiré par ce spectacle héroïque, se sent peu à peu entraîné par le fanatisme patriotique. Des rêves de gloire passent devant ses yeux. Au moment de la bénédiction des étendards, son émotion est au comble; mais bientôt ses regards se fixent sur la fête de squelette qui se trouve sur la table. A la pensée du carnage des champs de bataille des horreurs de la guerre, il prend cette tête et la soulevant de la main droite, il étend la gauche vers l’armée qui passe, conduite par un rêve chimérique qui doit finir

par la souffrance et la mort.

Le rideau baisse sur les derniers accords de la marche qui continue jusqu’à la fin.

Fin du premier Acte.

Deuxième Acte

La Foi.

La scène représente la chambre de travail de Faust en Allemagne, intérieur d’un savant au moyen-âge, avec une grande bibliothèque à gauche. A droite, une grande cheminée gothique et demi-rustique devant laquelle est accroupi un barbet. Derrière ce décor de fond, et invisible au public, un intérieur d’église, avec tout le nombreux personnel qu’elle comporte, s’étend jusqu’au fond de la scène.

Scene Premiere

FAUST seul dans son cabinet de travail.

Sans regrets j’ai quitté les riantes campagnes

Où m’a suivi l’ennui.

Sans plaisir je revois nos altières montagnes;

Dans ma vieille cité je reviens avec lui.

Oh! je souffre! je souffre! et la nuit sans étoiles

Qui vient d’étendre en moi son silence et ses voiles,

Ajoute encore à mes sombres douleurs.

Son regard se fixe sur le flacon qui se trouve sur sa table.

Mais pourquoi mon regard s’arrête-t-il impuissant?

Ce flacon à mes yeux est-il donc un aimant?

Essence des doux sucs qui procure la mort

Je te vois, et la douleur s’apaise en mon corps.

Dans la mort trouverai-je ce qui manque à ma vie?

Le secret du néant qui fuit mon âpre envie!

Allons, il faut finir! … Mais je tremble … Pourquoi

Trembler devant l’abîme entr’ouvert devant moi? …

O coupe trop longtemps à mes désirs ravie,

Viens, viens, noble cristal, verse-moi le poison

Qui doit illuminer

Ou tuer ma raison,

Il porte la coupe à ses lèvres … Sons de cloches, chants religieux.

Scene II

Chant de la Fete de Paques

A l’attaque de la première note de »Christ vient de ressuciter«, tout le fond de la chambre de Faust disparaît peu à peu, laissant entrevoir, comme dans un rêve, l’intérieur d’une église remplie de monde: chœurs, hommes, femmes et enfants, tous agenouillés. Au fond, devant l’autel et faisant face au public, trois prêtres exerçant la liturgie pascale; des enfants de chœur avec des encensoirs qu’ils font mouvoir de temps en temps.

Au moment où l’orchestre attaque le Chant de Pâques, Faust arrête la coupe qu’il portait à ses lèvres; il reste extasié comme transporté dans un souvenir d’enfance en se tournant vers le fond.

CHŒUR.

»Christ vient de ressuciter! …

FAUST.

Qu’entends-je? …

CHŒURS.

Quittant du tombeau

Le séjour funeste,

Au parvis céleste

Il monte plus beau.

Vers les gloires immortelles

Tandis qu’il s’élance à grands pas,

Ses disciples fidèles

Languissent ici-bas.

Hélas! c’est ici qu’il nous laisse

Sous les traits brûlants du malheur.

O divin maître! ton bonheur

Est cause de notre tristesse.

Mais croyons en sa parole éternelle

Nous le suivrons un jour

Au céleste séjour

Où sa voix nous appelle.

Hosanna!

Hosanna!«

Faust a toujours gardé machinalement la coupe entre ses mains comme s’il l’avait oubliée. A un moment donné, gagné par la piété, il veut joindre ses mains pour prier; il voit alors la coupe et se souvient de ce qu’il voulait faire. Une lutte intérieure se peint sur son visage; sa main crispée tient la coupe et veut de nouveau l’approcher de ses lèvres.

Peu à peu, le visage tourné vers le fond, il a reculé jusqu’à l’avant scène à droite; aux dernières notes de l’Hosanna, il jette violemment la coupe à terre et, s’inclinant devant l’autel, il repasse a gauche en

chantant.

FAUST.

O Souvenirs! … O mon âme tremblante!

Sur l’aile de ces chants vas-tu voler aux cieux? …

A partir de ce moment il se trouve à l’avant-scène à gauche, face au public et comme illuminé, et continue à chanter jusqu’à la fin.

La foi chancelante

Revient, me ramenant la paix des jours pieux,

Mon heureuse enfance,

La douceur de prier,

La pure jouissance

D’errer et de rêver

Par les vertes prairies,

Aux clartés infinies

D’un soleil de printemps! …

O baiser de l’amour céleste

Qui remplissais mon cœur de doux pressentiments

Et chassais tout désir funeste! …

L’église disparaît et l’on revoit dans un demi-jour la chambre de Faust, comme au lever du rideau. Faust tombe à genoux, face au public, en chantant avec le chœur comme dans un rêve:

Hosanna! Hosanna!

FAUST seul.

Hélas! doux chants du ciel, pourquoi dans sa poussière

Réveiller le maudit? Hymnes de la prière,

Pourquoi soudain venir ébranler mon dessein?

Vos suaves accords rafraîchissent mon sein.

Chants plus doux que l’aurore,

Retentissez encore:

Mes larmes ont coulé, le ciel m’a reconquis.

A ce moment, le barbet disparaît brusquement et l’on aperçoit Méphistophélès accroupi à la place du chien.

Scene III

Mephistopheles, Faust

MÉPHISTOPHÉLÈS se levant brusquement.

O pure émotion! Enfant du saint parvis!

Je t’admire, docteur! les pieuses volées

De ces cloches d’argent

Ont charmé grandement

Tes oreilles troublées!

FAUST.

Qui donc es-tu, toi dont l’ardent regard

Pénètre ainsi que l’éclat d’un poignard,

Et qui, comme la flamme,

Brûle et dévore l’âme?

MÉPHISTOPHÉLÈS.

Vraiment, pour un docteur, la demande est frivole!

Je suis l’esprit de vie, et c’est moi qui console.

FAUST.

C’est là ton pouvoir?

MÉPHISTOPHÉLÈS.

Je te donnerai tout: le bonheur, le plaisir;

Tout ce que peut rêver le plus ardent désir.

FAUST.

Si jamais par ton mirage menteur,

Ne fût-ce qu’un instant, je puis croire au bonheur,

Que pour moi tout soit fini.

Acceptes-tu ce défi?

MÉPHISTOPHÉLÈS.

Tope!

FAUST.

Si jamais je dis au moment qui passe

Arrête toi! tu es beau, toi dont la joie m’enlace;

Que la cloche des morts m’enlève au trépas.

MÉPHISTOPHÉLÈS.

Songes-y bien! nous ne l’oublierons pas.

FAUST.

Eh bien, pauvre démon, fais-moi voir tes merveilles.

MÉPHISTOPHÉLÈS.

Certes! j’enchanterai tes yeux et tes oreilles.

Au lieu de t’enfermer, triste comme le ver

Qui ronge tes bouquins, viens, suis-moi, change d’air.

FAUST.

J’y consens.

MÉPHISTOPHÉLÈS.

Partons donc pour connaître la vie,

Et laisse le fatras de ta philosophie.

Faust et Méphistophélès disparaissent.

Le théâtre s’obscurcit complètement, tant la scène que la salle, pendant les vingt mesures d’orchestre qui suivent, et le jour reparaît brusquement sur le

tableau de la Cave d’Auerbach, à Liepzig.

Troisième Tableau

Le Jeu, La Boisson

La Cave d’Auerbach, a Liepzig

A droite, au fond, les marches de l’escalier conduisant à la rue; une dizaine de tables. Les buveurs remplissent la scène groupés autour des tables, ils ont tous la face abrutie par l’excès des boissons.

Faust et Méphistophélès se tiennent debout à l’avant-scène à gauche; Brander est placé à une table de droite; les chœurs jouent et boivent.

Scene IV

Faust, Méphistophélès, Brander Étudiants, Bourgeois et Soldats

CHŒUR DES BUVEURS.

A boire encore! du vin

Du Rhin!

MÉPHISTOPHÉLÈS.

Voici, Faust, un séjour de folle compagnie,

Ici vins et chansons réjouissent la vie.

Pendant le chœur qui suit, Méphistophélès espère attirer Faust par le vice. – Faust regarde la table des joueurs et, sous l’influence de Méphistophélès, il commence à s’y intéresser; mais bientôt une querelle survient et l’un des joueurs assène un coup de poing sur la figure de son adversaire. Faust se recule et va à une autre table, mais, à la vue des buveurs qui ont l’air de l’inviter avec des gestes complètement abrutis et des faces d’ivrognes, il s’éloigne au fond, écœuré; Méphistophélès le suit dépité.

CHŒUR.

Oh! qu’il fait bon quand le ciel tonne

Rester près d’un bol enflammé,

Et se remplir comme une tonne

Dans un cabaret enfumé!

J’aime le vin et cette eau blonde

Qui fait oublier le chagrin.

Quand ma mère me mit au monde;

J’eus un ivrogne comme parrain.

Oh! qu’il fait bon, etc., etc.

QUELQUES BUVEURS.

Qui sait quelque plaisante histoire?

En riant le vin est meilleur.

A toi, Brander!

AUTRES BUVEURS.

Il n’a plus de mémoire!

BRANDER ivre.

J’en sais une, et j’en suis l’auteur.

TOUS.

Eh bien donc, vite!

Brander se lève et s’avance en chancelant.

BRANDER.

Puisqu’on m’invite,

Je vais vous chanter du nouveau.

TOUS.

Bravo! Bravo!

Chanson de Brander

Brander, debout, face au public, l’œil hagard, complètement abruti, sans faire un geste.

PREMIER COUPLET.

»Certain rat, dans une cuisine,

Etabli comme un vrai frater.

S’y traitait si bien, que sa mine

Eut fait envie au gros Luther.

Mais un beau jour le pauvre diable,

Empoisonné, sauta dehors,

Aussi triste, aussi misérable

Que s’il eût eu l’amour au corps.

CHŒUR.

Que s’il eût eu l’amour au corps.

DEUXIÈME COUPLET.

Il courait devant et derrière,

Il grattait, reniflait, mordait,

Parcourait la maison entière;

La rage à ses maux ajoutait,

Au point qu’à l’aspect du délire

Qui consumait ses vains efforts,

Les mauvais plaisants pouvaient dire:

Il a, ma foi, l’amour au corps.

CHŒUR.

Il a, ma foi, l’amour au corps.

TROISIÈME COUPLET.

Dans le fourneau le pauvre sire

Crut pourtant se cacher très bien;

Mais il se trompait, et, le pire,

C’est qu’on l’y fit rôtir enfin.

La servante, méchante fille,

De son malheur rit bien alors.

Ah! disait-elle, comme il grille,

Il a vraiment l’amour au corps.

CHŒUR.

Il a vraiment l’amour au corps

Requiescat in pace. Amen.«

BRANDER.

Pour l’amen, une fugue, une fugue, un choral!

Improvisons un morceau magistral.

MÉPHISTOPHÉLÈS à demi-voix, à Faust.

Ecoute bien ceci! nous allons voir, docteur,

La bestialité dans toute sa candeur.

Faust et Méphistophélès sont tous deux sur les marches de l’escalier du fond à droite, Méphistophélès au-dessus de Faust. Tous les buveurs se lèvent en titubant, un broc de boisson à la main; ils prennent des attitudes pieuses, mais complètement ivres.

CHŒUR fugue sur le thème de la chanson de Brander.

Amen. Aa.. a.. men … A.. men. Amen.

MÉPHISTOPHÉLÈS s’avançant.

A l’apparition de Méphistophélès, les buveurs terrifiés reculent vers leurs tables. Faust s’assied à une table de droite.

Vrai Dieu, messieurs, votre fugue est fort belle,

Et telle

Qu’à l’entendre on se croit aux saints lieux!

Souffrez qu’on vous le dise;

Le style en est savant, vraiment religieux;

On ne saurait exprimer mieux

Les sentiments pieux

Qu’en terminant ses prières, l’Eglise

En un seul mot résume. Maintenant,

Puis-je à mon tour riposter par un chant

Sur un sujet non moins touchant

Que le vôtre

Les buveurs entre eux mystérieusement et avec des regards idiots:

CHŒUR.

Ah ça! mais se moque-t-il de nous?

Quel est cet homme?

Oh! qu’il est pâle, et comme

Son poil est roux!

N’importe! Volontiers. Autre chanson. A vous.

Chanson de Méphistophélès

Méphistophélès, prenant le milieu de la scène

PREMIER COUPLET.

»Une puce gentille

Chez un prince logeait;

Comme sa propre fille

Le brave homme l’aimait

Et l’histoire l’assure,

Par son tailleur un jour,

Lui fit prendre mesure

Pour un habit de cour.

DEUXIÈME COUPLET.

L’insecte, plein de joie,

Dès qu’il se vit paré

D’or, de velours, de soie,

Et de croix décoré,

Fit venir de province

Ses frères et ses sœurs,

Qui, par ordre du prince,

Devinrent grands seigneurs.

TROISIÈME COUPLET.

Mais ce qui fut bien pire,

C’est que les gens de cour,

Sans en oser rien dire,

Se grattaient tout le jour.

Cruelle politique!

Ah! plaignons leur destin,

Et dès qu’une nous pique

Ecrasons-la soudain.

CHŒUR.

Ah! ah! bravo!

Bravissimo!

Ecrasons-la soudain.«

FAUST.

Assez! fuyons ces lieux où la parole est vile,

La joie ignoble et le geste brutal.

N’as-tu d’autres plaisirs, ne pourrais-tu me rendre

La jeunesse, oh! mon guide infernal?

MÉPHISTOPHÉLÈS.

Ah! tu veux la jeunesse! suis-moi.

Une trappe s’ouvre au milieu du théâtre d’où s’élance un jet de flammes dans lequel Faust et Méphistophélès disparaissent. Les buveurs tombent à la renverse épouvantés.

Fin du deuxieme Acte.

Troisième Acte

L’Amour sensuel

Prélude Symphonique

Le rideau se lève sur une vallée de roses; tout le théâtre est rempli de roses aux tiges dorées et aux feuilles argentées. Faust est rajeuni et couché sur un banc de roses. Méphistophélès se tient derrière lui.

Scène Première

MÉPHISTOPHÉLÈS.

Voici des roses

De cette nuit écloses.

Sur ce lit embaumé,

O mon Faust bien-aimé,

Repose!

Dans un voluptueux sommeil,

Où glissera sur toi plus d’un baiser vermeil,

Où des fleurs pour ta couche ouvriront leurs corolles,

Ton oreille entendra de divines paroles.

Ecoute! les esprits de la terre et de l’air

Commencent, pour ton rêve, un suave concert.

Scène II

Faust, Méphistophélès, Chœur de Gnomes et de Sylphes

Chœur de Gnomes et de Sylphes.

Pendant ce chœur, plusieurs roses de droite et de gauche se métamorphosent en danseuses presque nues, couvertes seulement de voiles roses. Elles passent tour à tour devant Faust endormi en prenant des poses voluptueuses.

Songe de Faust

CHŒUR DE SYLPHES ET DE GNOMES.

Dors, heureux Faust, dors! Bientôt, sous un voile

D’or et d’azur, tes yeux vont se fermer;

Songes d’amour vont enfin te charmer,

Au fond des cieux va briller ton étoile.

»De sites ravissants

La campagne se couvre,

Et notre œil y découvre

Des prés, des bois, des champs

Et d’épaisses ramées,

Où de tendres amants

Promènent leurs pensées.

Mais plus loin sont couverts

Les longs rameaux des treilles,

De bourgeons, pampres verts,

Et de grappes vermeilles.

Vois ces jeunes amants,

Le long de la vallée,

Oublier les instants

Sous la fraîche fouillée.

Marguerite apparaît au milieu des roses.

MÉPHISTOPHÉLÈS avec le chœur.

Une beauté les suit

Ingénue et pensive;

A sa paupière luit

Une larme furtive.

Faust! elle t’aimera

Bientôt.

FAUST endormi.

Margarita!

La vision disparaît.

Pendant cette partie du chœur, des gnomes ont envahi la scène et cherchent à saisir les danseuses qui fuient en zizag de tous côtés.

CHŒUR.

A l’entour des montagnes

Le lac étend ses flots,

Dans les vertes campagnes

Il serpente en ruisseaux.

Là de chants d’allégresse

La rive retentit.

D’autres chœurs là sans cesse

La danse nous ravit.

Les uns gaîment s’avancent

Autour des coteaux verts,

De plus hardis s’élancent

Au sein des flots amers.

Les gnomes disparaissent.

Partout l’oiseau timide,

Cherchant l’ombre et le frais,

S’enfuit d’un vol rapide

Au milieu des marais.

Tous, pour goûter la vie,

Tous cherchent dans les cieux

Une étoile chérie

L’image de Marguerite réapparaît.

Qui s’alluma pour eux.«

Dors, dors!

FAUST endormi.

Margarita!

CHŒUR.

C’est elle

Qu’Amour te destine. Regarde! qu’elle est belle!

La vision disparaît.

MÉPHISTOPHÉLÈS.

Le charme opère, il est à nous

C’est bien, jeunes esprits, je suis content de vous.

.. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. ..

Bercez, bercez son sommeil enchanté.

Ballet des Sylphes

Les sylphes se balancent quelque temps en silence dans les airs autour de Faust endormi et disparaissent peu à peu.

FAUST s’éveillant.

Quelle céleste image! Oh! qu’ai-je vu! Quel ange

Au front mortel!

Où le trouver! Vers quel autel

Traîner à ses pieds ma louange? …

MÉPHISTOPHÉLÈS.

Eh bien il faut me suivre encore

Jusqu’à cette alcôve embaumée

Où repose ta bien-aimée.

A toi seul ce divin trésor!

Des étudiants voici la joyeuse cohorte

Qui va passer devant sa porte;

Parmi ces jeunes fous, au bruit de leurs chansons,

Vers ta beauté nous parviendrons.

Mais contiens tes transports et suis bien mes leçons.

Fin du troisième Acte.

Quatrième Acte

L’Amour idéal

Le théâtre est coupé en deux; soit une partie prise sur le tiers et l’autre sur les deux tiers de la scène.

Le tiers de la scène, à gauche, représente la chambre de Marguerite avec deux portes ouvrant l’une sur la rue, l’autre au fond, à gauche, sur le jardin qui se trouve derrière la chambre. Chaque fois qu’on ouvre cette porte on doit apercevoir le jardin; les arbres dépassent la hauteur de la maisonnette qui n’a qu’un rez-de-chaussée.

Dans la chambre au fond, à droite, un lit de jeune fille; au second plan, à gauche, appuyé contre un pilier, un grand fauteuil gothique placé dos au public. Le pilier termine une galerie à colonnettes d’un style gothique très simple. Quelques meubles, faïences images, paraissent sur les murs; à gauche, une commode.

A droite, au premier plan, un pan coupé, une église avec un escalier de trois ou quatre marches. Au-dessus du parvis de l’église, une croix qui peut s’éclairer ou s’éteindre à volonté. Les piliers de l’église sont ajourés avec une loge obscure derrière, c’est dans l’un des piliers qu’a lieu l’apparition de

Faust pendant le rêve de Marguerite. Entre l’église et la maison de Marguerite, une large rue avec un rideau de place publique au fond.

Scène Première

Faust, Méphistophélès, Soldats, Étudiants

Chœur de Soldats et Chanson D’Étudiants

Au lever du rideau, des soldats arrivant par le fond, mêlés à des étudiants, envahissent la place et la rue en chantant.

LES SOLDATS.

»Villes entourées

De murs et remparts,

Fillettes parées,

Aux malins regards,

Victoire certaine

Près de vous m’attend;

Si grande est la peine

Le prix est plus grand.

Au son des trompettes,

Les braves soldats

S’élancent aux fêtes

Ou bien aux combats;

Fillettes et villes

Font les difficiles;

Bientôt tout se rend.

Si grande est la peine, le prix est plus grand.«

LES ÉTUDIANTS.

Jam nox stellata velamina pandit; nune bibendum et amendum est! Vita brevis fugaxque uoluptas. Gaudeamus igitur, gaudeamus! …

Nobis subridente luna, per urbem quœrentes puellas eamus! ut cras, fortunali Cœsares, dicamus: Veni, vedi, vici! Gaudeamus igitur, gaudeamus!

Déjà la nuit étend ses voiles étoilés; c’est l’heure de boire et d’aimer. La vie est courte et le plaisir fugitif! Réjouissons-nous donc, réjouissons-nous! Pendant que la lune nous sourit, allons par la ville cherchant les jeunes filles, pour que demain, heureux Césars, nous disions: »Je suis venu, j’ai vu, j’ai vaincu!«. Réjouissons-nous donc, réjouissons- nous!

LES DEUX CHŒURS ENSEMBLE, LES SOLDATS.

Villes entourées, etc.

FAUST, MÉPHISTOPHÉLÈS, LES ÉTUDIANTS.

Jam nox stellata, etc.

Les soldats et les étudiants s’éloignent peu à peu par le fond et le bruit de leurs chants se perd dans le

lointain.

Scène II

Faust, Méphistophélès

Méphistophélès et Faust entrent par la rue du fond. Méphistophélès montre à Faust la maison de Marguerite et lui ouvre la porte. Faust entre dans la chambre. Méphistophélès sort par le fond.

Des tambours et des trompettes sonnent la retraite au loin.

FAUST seul dans la chambre de Marguerite.

Merci, doux crépuscule! Oh! sois le bienvenu!

Eclaire enfin ces lieux, sanctuaire inconnu,

Où je sens en mon front glisser comme un beau rêve,

Comme le frais baiser d’un matin qui se lève.

C’est de l’amour, j’espère … Oh! comme on sent ici

S’envoler le souci!

Que j’aime ce silence, et comme je respire

Un air pur! … O Seigneur,

Après ce long martyre,

Que de bonheur!

O jeune fille! ô ma charmante

O ma trop idéale amante!

Quel sentiment j’éprouve en ce moment fatal!

Que j’aime à contempler ton chevet virginal!

Quel air pur je respire!

Seigneur! Seigneur!

Après ce long martyre,

Que de bonheur!

Faust, marchant lentement, examine avec une curiosité passionnée l’intérieur de la chambre de Marguerite.

Scène III

Méphistophélès, Faust.

MÉPHISTOPHÉLÈS arrivant du fond du jardin.

La voici, je l’entends! Dans ce riant jardin

Cache-toi!

FAUST à demi-voix.

Dieu! mon cœur se brise dans la joie!

MÉPHISTOPHÉLÈS.

Profite des instants. Adieu, modère-toi,

Ou tu la perds.

Il lui montre la porte du jardin.

Bien! mes follets et moi,

Nous allons vous chanter un bel épithalame.

Il sort dans la rue.

FAUST.

O calme-toi, mon âme.

Il sort par le jardin.

Scène IV

Marguerite, Faust, caché dans le jardin.

MARGUERITE entrant, une lampe à la main.

Que l’air est étouffant!

J’ai peur comme une enfant;

C’est mon rêve d’hier qui m’a toute troublée …

En songe je l’ai vu … lui … mon futur amant.

Qu’il était beau! Dieu! j’étais tant aimée

Et combien je l’aimais!

Nous verrons-nous jamais

Dans cette vie? …

Folie! …

Le Roi de Thulé

Chanson gothique

PREMIER COUPLET.

»Autrefois un roi de Thulé

Qui jusqu’au tombeau fut fidèle,

Reçut, à la mort de sa belle,

Une coupe d’or ciselé.

Comme elle ne le quittait guère,

Dans les festins les plus joyeux

Toujours une larme légère

A sa vue humectait ses yeux.

DEUXIÈME COUPLET.

Ce prince à la fin de sa vie,

Lègue ses villes et son or,

Excepté la coupe chérie

Qu’à la main il conserve encor.

Il fait à sa table royale,

Asseoir ses barons et ses pairs,

Au milieu de l’antique salle

D’un château que baignaient les mers.

TROISIÈME COUPLET.

Le buveur se lève et s’avance

Auprès d’un vieux balcon doré;

Il boit et soudain sa main lance

Dans les flots le vase sacré.

Le vase tombe; l’eau bouillonne,

Puis se calme aussitôt après.

Le vieillard pâlit et frissonne;

Il ne boira plus désormais.«

Elle se laisse tomber dans le fauteuil.

.. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. ..

Autrefois, un roi …. de Thulé …

Jusqu’au tombeau … fut fidèle …

Profond soupir.

Ah!

Elle s’endort.

Scène V

Sur la place, devant la maison de Marguerite.

Evocation.

MÉPHISTOPHÉLÈS.

Esprit des flammes inconstantes,

Accourez! j’ai besoin de vous.

De toutes parts: de la terre, des coulisses, du fond, des murs, en un mot, de partout, apparaissent des feux follets qui voltigent en tous sens sur la scène et sautillent autour de Méphistophélès.

Follets capricieux, vos lueurs malfaisantes

Vont charmer une enfant et l’amener à nous.

Au nom du diable, en danse!

Et vous, marquez bien la cadence,

Ménétriers d’enfer, ou je vous eteins tous!

Les follets disparaissent.

Scène VI

Méphistophélès, Marguerite, Chœur des Follets.

Menuet des Follets.

Rêve de Marguerite.

Scène mimée.

Méphistophélès remonte la scène et va se placer dans l’encoignure de la maison et de la rue, au fond à gauche … Il fait un geste comme pour évoquer l’arrivée de Marguerite … Celle-ci arrive par la dernière rue de droite; elle marche comme dans un rêve, le regard fixe, jusqu’à l’avant-scène; arrivée là, elle paraît se demander où elle se trouve; elle lève les yeux et aperçoit l’église. Alors elle reprend courage; sa figure exprime le contentement; elle se tourne vers l’église et veut joindre les mains pour prier; mais Méphistophélès l’en empêche par un geste et elle est toute étonnée, après trois essais, dé ne pouvoir unir ses mains …

Méphistophélès l’attire vers lui; elle s’en approche en marchant à reculons … et, se retournant, elle se trouve face à face avec Méphistophélès: terrifiée, elle recule jusqu’à l’avant-scène … Méphistophélès marche vers Marguerite qui recule et se détourne en

cachant sa figure. Méphistophélès l’attire à lui et lui montre Faust qui apparaît dans le pilier de l’église. Marguerite toute émue, le regarde tendrement comme poussée par une force irrésistible … Faust disparaît … La croix au-dessus de l’église s’éclaire. Marguerite pleine d’espérance tend les bras vers la croix et se met à prier avec ferveur … A la vue de la croix, Méphistophélès se cache sous son manteau et se retire lentement vers le fond … La croix disparaît; Méphistophélès fait réapparaître l’image de Faust … Marguerite se sent attirée par cette vision; mais, au moment où elle va approcher, l’image disparaît et la croix s’éclaire à nouveau. Marguerite se met à prier en pleurant et tombe lentement à genoux … La croix disparaît et Marguerite tombe inanimée sur les marches de l’église.

Les feux follets réapparaissent partout par centaines et s’agitent dans les airs … Méphistophélès, d’un geste, fait relever Marguerite et lui commande de disparaître … Dominée par le regard de Méphistophélès, elle sort à reculons par le fond à droite en marchant toujours comme dans an rêve.

Méphistophélès reste seul en scène; Marguerite est toujours endormie dans son fauteuil …

Sérénade de Méphistophélès avec Chœur de Follets

MÉPHISTOPHÉLÈS faisant le mouvement d’un homme qui joue de la vielle.

Maintenant,

Chantons à cette belle une chanson morale

Pour la perdre plus sûrement.

Devant la maison

De celui qui t’adore,

Petite Louison,

Que fais-tu dès l’aurore,

Au signal du plaisir

Dans la chambre du drille

Tu peux bien entrer fille

Mais non fille en sortir.

CHŒUR.

Ha!

Eclat de rire sec et strident.

MÉPHISTOPHÉLÈS.

Il te tend les bras:

Près de lui tu cours vite:

Bonne nuit, hélas!

Bonne nuit ma petite.

Près du moment fatal

Fais grande résistance,

S’il ne t’offre d’avance

Un anneau conjugal.

CHŒUR.

Il te tend les bras, etc.

Ha!

MÉPHISTOPHÉLÈS.

Chut! disparaissez! … silence! …

Allons voir roucouler nos tourtereaux.

Scène VII

Faust, Marguerite

Faust entre par la porte du jardin; Marguerite s’éveille

MARGUERITE.

Grands dieux!

Que vois-je! est-ce bien lui? dois-je en croire mes yeux?

FAUST.

Ange adoré, dont la céleste image

Avant de te connaître illuminait mon cœur,

Enfin, je t’aperçois, et du jaloux nuage

Qui te cachait encor, mon amour est vainqueur.

Marguerite, je t’aime!

MARGUERITE.

Tu sais mon nom! Moi-même

J’ai souvent dit le tien:

Faust! …

FAUST.

Ce nom est le mien;

Un autre le sera, s’il te plaît davantage.

MARGUERITE.

En songe je t’ai vu tel que je te revois.

FAUST.

En songe tu m’as vu! …

MARGUERITE.

Je reconnais ta voix,

Tes traits, ton doux langage …

FAUST.

Et tu m’aimais?

MARGUERITE.

Je … t’attendais.

FAUST.

Marguerite adorée!

MARGUERITE.

Ma tendresse inspirée

Etait d’avance à toi.

FAUST.

Marguerite est à moi.

MARGUERITE.

Mon bien aimé, ta noble et douce image

Avant de te connaître illuminait mon cœur!

Enfin, je t’aperçois, et du jaloux nuage,

Qui te cachait encor, ton amour est vainqueur.

FAUST.

Ange adoré, etc.

MARGUERITE.

Je ne sais quelle ivresse,

Brûlante, enchanteresse,

Dans ses bras me conduit.

FAUST.

Marguerite! ô tendresse!

Cède à l’ardente ivresse

Qui vers toi me conduit.

Faust la prend dans ses bras.

MARGUERITE.

Quelle langueur s’empare de mon être! …

FAUST.

Au vrai bonheur dans mes bras tu vas naître,

Viens …

MARGUERITE.

Dans mes yeux des pleurs …

Tout s’efface … Je meurs …

Scène VIII

Faust, Marguerite, Méphistophélès.

MÉPHISTOPHÉLÈS entrant brusquement.

Allons, il est trop tard!

MARGUERITE.

Quel est cet homme?

FAUST.

Un sot.

MÉPHISTOPHÉLÈS.

Un ami.

MARGUERITE.

son regard

Me déchire le cœur.

MÉPHISTOPHÉLÈS.

Sans doute je dérange …

FAUST.

Qui t’a permis d’entrer?

MÉPHISTOPHÉLÈS.

Il faut sauver cet ange!

Déjà tous les voisins, éveillés par nos chants,

Accourent désignant la maison aux passants.

En raillant Marguerite, ils appellent sa mère.

La vieille va venir …

FAUST.

Que faire!

MÉPHISTOPHÉLÈS.

Il faut partir.

FAUST.

Damnation!

MÉPHISTOPHÉLÈS.

Vous vous verrez demain; la consolation

Est bien près de la peine

MARGUERITE.

Oui, demain, bien-aimé. Dans la chambre prochaine

Déjà j’entends du bruit.

FAUST.

Adieu donc, belle nuit

A peine commencée! Adieu, festin d’amour

Que je m’étais promis!

MÉPHISTOPHÉLÈS.

Partons, voilà le jour

Des voisins envahissent la scène en gesticulant.

FAUST.

Te reverrai-je encore, heure trop fugitive,

Où mon âme au bonheur allait enfin s’ouvrir?

MÉPHISTOPHÉLÈS.

La foule arrive:

Hâtons-nous de partir!

CHŒUR DE VOISINS ET DE VOISINES DANS LA RUE.

Holà! mère Oppenheim, vois ce que fait ta fille!

L’avis n’est pas hors de saison;

Un galant est dans ta maison,

Et tu verras dans peu s’accroître ta famille.

MARGUERITE.

Ciel! entends-tu ces cris? Devant Dieu je suis morte.

Si l’on te trouve ici!

MÉPHISTOPHÉLÈS.

Viens! on frappe à la porte

FAUST.

O fureur!

MÉPHISTOPHÉLÈS.

O sottise!

MARGUERITE.

Adieu. Par le jardin

Vous pouvez échapper.

FAUST.

O mon ange! A demain!

MÉPHISTOPHÉLÈS.

A demain! à demain!

FAUST.

Je connais donc enfin tout le prix de la vie,

Le bonheur m’apparaît et je vais le saisir.

L’amour s’est emparé de mon âme ravie,

Il comblera bientôt mon dévorant désir.

MARGUERITE.

O mon Faust bien aimé, je te donne ma vie!

Pourrai-je te charmer au gré de mon désir? …

L’amour s’est emparé de mon âme ravie,

Il m’entraîne vers toi: te perdre c’est mourir.

MÉPHISTOPHÉLÈS.

Je puis donc à mon gré te traîner dans la vie,

Fier esprit! sans combler ton dévorant désir,

L’amour en t’enivrant doublera la folie,

Et le moment approche où je vais te saisir.

FAUST.

Je connais donc enfin, etc.

MARGUERITE.

O mon Faust bien-aimé, etc.

MÉPHISTOPHÉLÈS.

Je puis donc à mon gré, etc.

CHŒUR au dehors.

Holà! etc., etc.

Fin du quatrième Acte.

Cinquième Acte

Chambre de Marguerite

Scène Première

Marguerite, Chœur D’Étudiants et de Soldats

MARGUERITE seule.

I

»D’amour, l’ardente flamme

Consume mes beaux jours.

Ah! la paix de mon âme

A donc fui pour toujours!

II

Son départ, son absence,

Sont pour moi le cercueil,

Et loin de sa présence,

Tout me paraît en deuil.

III

Alors ma pauvre tête

Se dérange bientôt;

Mon faible cœur s’arrête,

Puis se glace aussitôt.

IV

Sa marche que j’admire,

Son port si gracieux,

Sa bouche au doux sourire,

Le charme de ses yeux,

V

Sa voix enchanteresse

Dont il sait m’embraser,

De sa main la caresse,

Hélas! et son baiser,

VI

D’une amoureuse flamme

Consument mes beaux jours.

Ah! la paix de mon âme

A donc fui pour toujours!

VII

Je suis à ma fenêtre

Ou dehors tout le jour;

C’est pour le voir paraître

Ou hâter son retour.

VIII

Mon cœur bat et se presse

Dès qu’il le sent venir;

Au gré de ma tendresse

Puis-je le retenir!

IX

O caresses de flamme!

Que je voudrais un jour

Voir s’exhaler mon âme

Dans ses baisers d’amour!«

Tambours et trompettes sonnant la retraite. – Chœurs de soldats et d’étudiants qui se font entendre dans le lointain.

CHŒUR.

Au son des trompettes,

Les braves soldats

S’élancent aux fêtes

Ou bien aux combats.

Si grande est la peine

Le prix est plus grand.

MARGUERITE.

Bientôt la ville entière au repos va se rendre.

Clairons, tambours du soir déjà se font entendre.

Avec des chants joyeux,

Comme le soir où l’amour offrit Faust à mes yeux.

CHŒUR.

Jam nox stellata velamina pandit.

Per urbem quœrentes puellas eamus.

MARGUERITE.

Il ne vient pas!

Hélas!

Elle sort.

Changement a vue.

Scène II

Invocation a la Nature

La scène représente des forêts et des cavernes; à droite, à l’avant scène, une grande croix champêtre.

FAUST seul au milieu de la scène, appuyé contre un rocher.

Nature immense, impénétrable et fière,

Toi seule donnes trêve à mon ennui sans fin;

Sur ton sein tout-puissant je sens moins ma misère;

Je retrouve ma force et je crois vivre enfin.

Oui, soufflez ouragans! criez, forêts profondes!

Croulez, rochers! Torrents, précipitez vos ondes!

A vos bruits souverains ma voix aime à s’unir.

Forêts, rochers, torrents, je vous adore! Mondes

Qui scintillez, vers vous s’élance le désir

D’un cœur trop vaste et d’une âme altérée

D’un bonheur qui la fuit.

Scène III

Faust, Méphistophélès.

MÉPHISTOPHÉLÈS arrivant par le fond et regardant Faust.

Cette âme à moi librement donnée

Me serait-elle dérobée?

Il demande au ciel ses plus nobles emblèmes,

A la terre ses voluptés suprêmes,

Et rien n’apaise les tourments de ce cœur.

Ce mot fatal:

Temps, arrête-toi! il ne le dit pas.

Reste la vieille sensiblerie humaine,

Dernier moyen de perdition certaine.

Tu coucheras dans une fosse immonde,

C’est là la fin imbécile du monde!

S’approchant de Faust.

A la voûte azurée

Aperçois-tu, dis-moi, l’astre d’amour constant?

Son influence, ami, serait fort nécessaire;

Car tu rêves ici, quand cette pauvre enfant,

Marguerite …

FAUST.

Tais-toi!

MÉPHISTOPHÉLÈS.

Sans doute il faut me taire,

Tu n’aimes plus! Pourtant en un cachot traînée,

Et pour un parricide à la mort condamnée …

FAUST.

Quoi!

MÉPHISTOPHÉLÈS.

En sorte

Que son amour pour toi la conduit …

FAUST.

Sauve-la,

Sauve-la, misérable

MÉPHISTOPHÉLÈS.

Ah! je suis le coupable!

On vous reconnaît là,

Ridicules humains! N’importe!

Je suis le maître encor de t’ouvrir cette porte;

Mais qu’as-tu fait pour moi

Depuis que je te sers?

FAUST.

Qu’exiges-tu?

MÉPHISTOPHÉLÈS.

De toi?

Rien qu’une signature

Sur ce vieux parchemin.

Je sauve Marguerite à l’instant, si tu jures

Et signes ton serment de me servir demain …

FAUST.

Eh! que me fait DEMAIN quand je souffre à cette heure?

Donne.

Il signe.

Voilà mon nom. Vers sa sombre demeure

Volons donc maintenant. O douleur insensée!

Marguerite, j’accours!

MÉPHISTOPHÉLÈS.

A moi! Vortex, Giaour!

Sur ces deux noirs chevaux, prompts comme la pensée,

Montons et au galop … La justice est pressée.

Ils sortent.

Scène IV

La Course à l’Abîme

Faust, Méphistophélès

Un vent d’orage souffle violemment.

FAUST dans la coulisse

Dans mon cœur retentit sa voix désespérée …

.. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. ..

Des femmes et des enfants arrivent effrayés et tombent à genoux.

O pauvre abandonnée!

CHŒUR DE PAYSANS agenouillés devant une croix champêtre.

Sancta Maria, ora pro nobis;

Sancta Magdalena, ora pro nobis.

FAUST dans la coulisse.

Prends garde à ces enfants, à ces femmes priant

Au pied de cette croix.

MÉPHISTOPHÉLÈS.

Eh qu’importe! en avant!

CHŒUR.

Sancta Magdalena, ora pro … – Ah! …

Un éclair frappe la croix qui tombe renversée, cris

d’effroi. Les femmes et les enfants se dispersent, épouvantés.

Faust et Méphistophélès apparaissent galopant sur leurs chevaux. – La pluie tombe à torrents.

FAUST.

Dieux! un monstre hideux en hurlant nous poursuit.

MÉPHISTOPHÉLÈS.

Tu rêves

FAUST.

Quel essaim de grands oiseaux de nuit!

Quels cris affreux! … ils me frappent de l’aile! …

MÉPHISTOPHÉLÈS retenant son cheval.

Le glas des trépassés sonne déjà pour elle,

As-tu peur? Retournons.

Ils s’arrêtent.

FAUST.

Non, je l’entends. Courons!

Les chevaux redoublent de vitesse.

Orchestre seul.

MÉPHISTOPHÉLÈS excitant son cheval.

Hop! hop! hop!

FAUST.

Regarde, autour de nous, cette ligne infinie

De squelettes dansant.

Avec quel rire horrible ils nous saluent!

MÉPHISTOPHÉLÈS animant les chevaux.

Enfant,

Hop! hop! … pense à sauver sa vie,

Hop! et ris-toi des morts.

Orchestre seul.

FAUST de plus en plus épouvanté et haletant.

Nos chevaux frémissent,

Leurs crins se hérissent,

Ils brisent leurs mors!

Je vois onduler

Devant nous la terre,

J’entends le tonnerre,

Il pleut du sang!!!

MÉPHISTOPHÉLÈS d’une voix tonnante.

Cohortes infernales!

Sonnez vos trompes triomphales!

Il est à nous!

FAUST.

Horreur!

MÉPHISTOPHÉLÈS.

Je suis vainqueur!

Ils tombent dans un gouffre.

Scène V

L’Enfer

Les décors représentant l’Enfer se déroulent avec une rapidité vertigineuse de bas en haut, pendant que la scène est envahie par la vapeur sur toute la largeur du théâtre.

Pandœmonium.

Faust est livré aux flammes.

CHŒUR DES DÉMONS.

Has! Irimiru Karabrao! Has!

LES PRINCES DES TÉNÈBRES.

De cette âme si fière

A jamais es-tu maître et vainqueur, Méphisto?

MÉPHISTOPHÉLÈS.

J’en suis maître à jamais

LES PRINCES DES TÉNÈBRES.

Faust a donc librement

Signé l’acte fatal qui le livre à nos flammes?

MÉPHISTOPHÉLÈS.

Il signa librement.

CHŒUR DES DÉMONS.

Has! Has!

Les Démons portent Méphistophélès en triomphe.

Tradi oun marexil firtru dinxé burrudixé, etc …

Fin du cinquième Acte.

Épilogue

Sur la Terre

QUELQUES VOIX vies profondeurs de la scène:

Alors l’Enfer se tut.

L’affreux bouillonnement de ses grands lacs de flammes,

Les grincements de dents de ses tourmenteurs d’âmes

Se firent entendre, et dans ses profondeurs

Un mystère d’horreur s’accomplit.

CHŒUR.

O terreurs!

Scène VI

Dans le Ciel

Pendant ce chœur, la scène commence à s’éclairer un peu en l’on aperçoit les toits et les tours d’une ville qui se trouve aux bas fonds de la scène. Des anges descendent du ciel et s’enfoncent dans les dessous comme s’ils descendaient dans l’intérieur de la ville. Puis ces mêmes anges reparaissent emportant le corps de Marguerite dans un groupe des plus poétiques. Tout le groupe remonte lentement vers le ciel avec Marguerite et le rideau

baisse sur les derniers accords.

CHŒUR D’ANGES.

Laus! … Hosanna! …

Elle a beaucoup aimé, Seigneur! …

Silence … Murmures harmonieux.

UNE VOIX DANS LES HAUTEURS DES CIEUX.

Margarita!!!

Apotheose de Marguerite

CHŒUR D’ESPRITS CÉLESTES.

Remonte au ciel, âme naïve

Que l’amour égara,

Viens revêtir ta beauté primitive

Qu’une erreur altéra.

Viens, les vierges divines,

Tes sœurs les Séraphines,

Sauront tarir les pleurs

Que t’arrachent encor les terrestres douleurs.

L’éternel te pardonne, et sa vaste clémence

Un jour sur Faust aussi peut-être s’étendra.

Conserve l’espérance

Et souris au bonheur. Viens, viens, Margarita.

Le rideau tombe.

Hector Berlioz – Faust’s Verdammung

Hector Berlioz

Faust’s Verdammung

Dramatische Legende in vier Abteilungen

Personen

Faust (Tenor)

Mephisto (Bariton oder Bass)

Margarete (Mezzo-Sopran)

Brander (Bass)

Die Fürsten der Finsternis (Bässe)

Eine Stimme von oben (Sopran)

Chor der Bauern

Osterchor

Chor der Trinker

Chor der Sylphen und Gnomen

Chor der Soldaten

Chor der Studenten

Chor der Irrlichter

Chor der Nachbarn

Chor der Höllengeister

Chor der Seraphim

Chor der himmlischen Geister

Erster Teil.

1. Scene

Ebene in Ungarn.

FAUST allein bei Sonnenaufgang.

Der Winter floh, der holde Lenz ist da,

Frei von Eis rauschen Strom und Bäche;

Und sieh’, von des Himmels Dom hernieder

Strahlt rein und mild neuen Licht’s gold’ner Glanz. –

Ich fühle sanft den Hauch der linden Morgenlüfte,

Und meine heisse Brust saugt atmend süsse Düfte.

Wie zart tönt mir ins Herz holder Vögel Gesang!

Erfrischt fühl’ ich von Bach und Wald mich hier umrauscht!

O Wonne, zu geniessen der Ruh’ friedlicher Fluren,

Fern aller Menschen Kämpfe und fern ihrem Gewühle!

Ferne ländliche und kriegerische Klänge ertönen – Bruchstücke des folgenden Bauerntanzes und des Rakoczy-Marsches.

2. Scene

Bauerntanz

CHOR.

Der Schäfer putzte sich zu Tanz

Mit bunter Jacke, Band und Kranz;

Heisa! He!

Schmuck war er angezogen!

Schon um die Linde war es voll,

Und Alles tanzte schon wie toll,

Juchheisa! Heisa!

He! Tra la la,

So ging der Fiedelbogen.

FAUST. Was tönt von fern? – Gesang vernimmt mein Ohr! – Den Tag, der neu erwacht, feiert fröhlich das Volk mit Tanz und mit Gesang dort auf grünendem Plane. Um ihre Lust muss ich Armer sie neiden. –

CHOR.

Doch hurtig in dem Kreise ging’s,

Sie tanzten rechts, sie tanzten links.

Heisa! He!

Und alle Röcke flogen.

Sie wurden rot, sie wurden warm,

Und ruhten atmend Arm in Arm,

Juchheisa! Heisa!

He! Tra la la,

Und Hüft’ an Ellenbogen.

Und tu’ mir doch nicht so vertraut!

Wie mancher hat nicht seine Braut,

Belogen und betrogen!

Er schmeichelte sie doch bei Seit’,

Und von der Linde scholl es weit,

Juchheisa! Heisa!

He! Tra la la,

Geschrei und Fiedelbogen.

(Goethe.)

3. Scene

Ein anderer Teil der Ebene mit vorüberziehenden Kriegerscharen

FAUST. Welch kriegerischer Glanz blitzt durch neblichte Ferne? – Ha, die Söhne der Donau, zum Kampfe gerüstet! – Mit Stolz schreiten freudig sie hin, zu streiten für die Heimat, für die Freiheit, für Recht! Im Siegesrausche erglüh’n ihre Herzen. – Nur das meine bleibt kalt, selbst dem Ruhme verschlossen! –

Ungarischer Marsch.

Das Heer zieht vorüber. – Faust entfernt sich.

Zweiter Teil.

4. Scene

In Norddeutschland.

FAUST allein in seinem Studirzimmer.

Ich verliess ohne Reu’ jene lachenden Auen,

Wo ich die Ruh’ nicht fand.

Freudlos kehr’ ich zurück zu den ragenden Gipfeln;

Freudlos wieder zu dir, du mein väterlich Haus.

O, ich leide, ich leide!

Und die Nacht ohne Sterne, die bang herniedersinkt,

Alles weithin umdüsternd,

Erhöht des Herzens unnennbare Qual.

O Erde, die für alle blüht, nur nicht für mich,

Wo, ach, find’ ich den Trost meinem freudlosen Leben? –

Suche ich denn umsonst? Vergeblich all’ mein Hoffen!

Nun wohl, so sei’s getan! – Doch, ich wanke! –

Warum erbeben vor dem Abgrund, der offen mir gähnt? –

O Schale, die so gern sonst meine Hand erfasste,

Komm, komm, edler Krystall, diesen Saft nimm ihn auf!

Der Trank bringe mir Licht, oder Tod meinem Sein!

Er setzt die Schale an den Mund – Glockenklang – Gesang in der Kirche.

Osterhymne.

CHOR.

Christ, Christ ist heut’ uns erstanden!

FAUST.

Was hör’ ich?

CHOR.

Entsteigend der Nacht seines dumpfen Grabes

Schwebt verklärt er auf zum himmlischen Reich;

Zu den Wonnen sel’gen Lebens zu

Erhob er sich glorreich empor.

Seine treuen Jünger

Liess schmachtend er hier zurück.

Weh’! Wehe! Schutzlos liess er die Jünger,

Tief gebeugt von zehrendem Schmerz.

O ew’ger Meister, dein Triumph,

Er brachte uns nur bittere Leiden!

O, ew’ger Meister, du lässt

Schmachtend tief gebeugt uns Jünger zurück!

FAUST.

Selig’ Erinnern!

O, ihr himmlischen Lieder,

Mein tief erhebend Herz, zu Gott tragt es empor.

Der schwankende Glaube erstarkt,

Bringt aus der Jugendzeit den Frieden mir.

Holde, sel’ge Kindheit, wie süss war dein Gebet! –

O, reine Himmelfreude, im Lenz auf blum’ger Au,

Über grünende Felder, durch den Wald, durch die Fluren

Wie im Traume zu geh’n. –

Sel’ger Kuss süsser Himmelsliebe,

Du fülltest mir das Herz mit ahnungsvoller Lust

Und verbanntest die Gefahr dunkler, böser Triebe.

CHOR.

Christ, Christ ist heut uns erstanden!

Entsteigend der Nacht seines dumpfen Grabes

Schwebt verklärt er auf zum himmlischen Reich.

Zu den Wonnen sel’gen Lebens hier

Erhob er sich glorreich empor.

Seine treuen Jünger

Liess schmachtend er hier zurück

Doch fegt wir glauben an sein Erbarmen,

Sein heilig Trosteswort,

An die himmlische Heimat, die er uns verheissen.

Hosanna!

FAUST.

Doch ach! warum denn weckt ihr himmlischen Gesänge

Mich Verlorenen auf?

Inbrünstige Gebete, was kommt ihr jetzt,

Zu hindern den festen Entschluss?

Wie der liebliche Klang mir belebet das Herz!

Heil’ge Morgengesänge, o, tönet weiter!

Heiss quillt die Träne mir vom Aug’,

Erde, nimm mich zurück!

5. Scene

MEPHISTO plötzlich erscheinend. O, Rührung wundersam! Du unschuldvolles Kind! Ich bewund’re dich traun! Denn das fromme Gebimmel dieser Glocken vom Dom scheint dem Doktor ja Seele und Hirn zu betören!

FAUST. Wer bist du, sprich! Du, dessen Flammenblick so schneidend scharf wie die Spitze des Dolch’s und glutsprüh’ndes Feuer brennt und senget die Seele.

MEPHISTO. Ho, Ho! Der weise Doktor zeigt heimliche Neugierd’! – Ich bin der Geist des Lebens, bin der Geist, der dir Trost bringt: ich schaffe Alles dir: Macht und Glanz, Glück und Lust, erfülle jeden Wunsch, den sehnend du erdenkst.

FAUST. Wohlan, seltsamer Gast, deine Wunder lass sehen!

MEPHISTO. Wunder sollen dein Aug’ und Ohr völlig berücken! Statt zu verschmachten hier, elend, gleich einem Wurm der sich vom Staub ernährt. – Auf, hinaus, in die Welt!

FAUST.

Ja, es sei!

MEPHISTO.

Lass uns zieh’n:

Lebensfreud’ zu erjagen!

Dem Alter lass den Gram,

Froh geniesse die Jugend!

Sie fahren durch die Lust ab.

6. Scene

Auerbachs Keller in Leipzig.

CHOR DER TRINKER.

Holla, schafft Wein! Den Wein vom Rhein!

MEPHISTO eintretend. Komm nur, Faust! ‘s ist ‘ne Schenke voll von lust’gen Burschen. Mit Liedern, Wein und Scherz eilt den Frohen der Tag hin!

CHOR.

Ha, wie ist’s schön,

Wenn’s draussen wild vom Himmel wettert,

Zu schlürfen des Rheines edlen Saft,

Voll wie ein Fass, sich zu betrinken!

Gott Bacchus soll heut’ Wunder tun!

Hoch, hoch der Wein, der süsse Tröster,

Er schwemmt die Sorgen mir hinweg!

Schon der Pathe bei meiner Taufe

Galt als ein Trinker stramm und fest. –

Ha, wie ist’s schön,

Wenn’s draussen wild vom Himmel wettert,

Zu schlürfen des Rhein’s edlen Saft!

Voll wie ein Fass im Keller drunten, sich zu betrinken!

Wunder soll Gott Bacchus heut’ tun!

Hoch, Gott Bacchus hoch!

Hoch der Rhein!

Hoch, hoch der Wein!

EINIGE.

Wer singt uns nun ein lustig’ Liedchen? Witz und Scherze würzen den Wein!

EIN ANDERER.

An Brandern ist’s!

MEHRERE.

Dem entschwand sein Gedächtnis!

BRANDER trunken.

Nein, ich weiss was, – ich selbst hab’s erdacht.

ALLE.

Ei, der Daus! Was denn?

BRANDER.

Wenn ihr’s begehret, so sing’ ich es Euch; gebet Acht!

ALLE.

Wohlan, gebt Acht!

Brander’s Lied.

Es war eine Ratt’ im Kellernest,

Lebte nur von Fett und Butter,

Hatte sich ein Ränzlein angemäst’t

Als wie der Doktor Luther.

Die Köchin hatt’ ihr Gift gestellt;

Da ward’s so eng ihr in der Welt,

Als hätte sie Lieb im Leibe.

CHOR.

Als hätt’ sie Lieb’, ja Lieb im Leib.

BRANDER.

Sie fuhr herum, sie fuhr heraus,

Und soff aus allen Pfützen,

Zernagt’, zerkratzt’ das ganze Haus,

Wollte nichts ihr Wüten nützen;

Sie tät gar manchen Aengstesprung;

Bald hatte das arme Tier genung,

Als hätt’ es Lieb’ im Leibe.

CHOR.

Als hätt’ sie Lieb’, ja Lieb’ im Leib.

BRANDER.

Sie kam vor Angst am hellen Tag

Der Küche zugelaufen,

Fiel an den Herd und zuckt’ und lag

Und tät erbärmlich schnaufen.

Da lachte die Vergifterin noch:

Ha! sie pfeift auf dem letzten Loch,

Als hätte sie Lieb’ im Leibe.

CHOR.

Als hätt’ sie Lieb’, ja Lieb’ im Leib.

Göthe.

Requiescat in pace! Amen.

BRANDER.

Nun stimmt an über’s »Amen« eine Fuge im Chor!

Ein akademisches Stück soll es sein!

MEPHISTO. Nun spitze fein das Ohr, und balde zeigt sich uns die Bestialität in ihrer vollen Pracht.

CHOR.

Fuge über das Motiv in Brander’s Lied.

Amen!

MEPHISTO. Schön Gruss, ihr Herrn! – Euer Sang ist erbaulich; so rührend, dass man wähnt, in der Kirche zu sein. Erlaubt mir, Euch zu sagen: Die Fug’ war höchst gelahrt, ihr Styl weih’voll sogar. Ich kenne nichts, was würd’ger wär’ für jenes tiefe Wort, mit dem die gläubigen Seelen die Andacht inbrünstig beschliessen. – Aber jetzt, wenn es Euch recht, singe ich Euch ein Lied, das wohl nicht minder rührsam ist, als das Eure.

CHOR. Sag’ mir, spottet er, verhöhnt er uns? – Wer kennt den Menschen? Ha, wie er bleich ist, wie rot seine Haare glüh’n! – Doch sei es! Meinethalb, singt Euer Lied! – Nur zu! Fangt an! –

Mephisto’s Lied.

Es war einmal ein König,

Der hatt’ einen grossen Floh,

Den liebt’ er gar nicht wenig,

Als wie seinen eig’nen Sohn.

Da rief er seinen Schneider,

Der Schneider kam heran:

»Da, miss dem Junker Kleider,

Und miss ihm Hosen an!«

In Sammet und in Seide,

War er nun angetan,

Hatte Bänder auf dem Kleide,

Hatt’ auch ein Kreuz daran,

Und war sogleich Minister,

Und hatt’ einen grossen Stern.

Da wurden seine Geschwister

Bei Hof auch grosse Herr’n.

Und Herr’n und Frau’n am Hofe,

Die waren sehr geplagt,

Die Königin und die Zofe,

Gestochen und genagt!

Und durften sie nicht knicken

Und weg sie jucken nicht.

Wir knicken und ersticken

Doch gleich, wenn einer sticht.

Göthe.

CHOR.

Ha, bravo, das war schön!

Ja so soll’s jedem Floh ergeh’n!

Wir knicken und ersticken

Doch gleich, wenn einer sticht.

FAUST. Rasch fort von diesem Ort, wo jedes Wort beleidigt, der Menschen Frohsinn und Witz mich verstimmt. Weisst du nicht and’re Freuden, kein trauliches Plätzchen mehr für mich, du, der Hölle Gesell’?

MEPHISTO.

Nun, da dies dir missfällt – hinweg!

Sie fahren ab.

7. Scene

Gebüsch und Auen am Ufer der Elbe.

MEPHISTO.

Sieh’ diese Rosen,

Die über Nacht erblühten

Auf diesem duftigen Beet.

O, mein teuerster Faust,

Hier ruhe!

Versink’ in wollustvollen Traum,

Wenn dich entzückt der ros’gen Lippen heisser Kuss,

Wenn die Blumen die Kelche voll Sehnsucht dir öffnen;

Und dein Ohr höre himmlisch berauschende Klänge.

O lausche, wie die Geister der Erde, der Luft,

Mit süssem Singen wiegen in Schlaf sanft dich ein

Faust’s Traum.

CHOR DER SYLPHEN UND GNOMEN.

Schlaf’, schlaf’, sel’ger Faust!

Gar bald schliesst in Schlaf

Ein duftiger Schleier dein Aug’,

Gold und azurgewebt

Hüllt er dich Sel’gen ein.

Hell strahlt dein Stern

Am Dome des Himmels dir.

Träumend schlürft

Liebeswonne dein Herz.

Entzückendes Geländ’,

So weit der Himmel blauet,

Wohin das Auge schauet,

Erfreut der Blumen Pracht

Und stille schatt’ge Lauben,

Wo Liebespaare traut

Hinwandeln in Gedanken. –

Und weithin sind bedeckt

Die Zweig’ der Rebengänge

Mit Knospen, Blüt’ an Blüt’

Und roten, vollen Trauben.

Sieh’ durch das schöne Tal

Die Liebespaare wandeln,

Vergessend ganz der Welt

Im Dunkel frischen Laubes.

Ein schönes Mädchen naht

Gedankenvoll und still,

Verstohl’ner Tränen Glanz

Ihr Auge weich verklärt.

Dies Mädchen dort, sie wird dein Liebchen sein!

MEPHISTO.

Sel’ger Faust!

Bald entschliesset ein Schleier,

Golden und azurgewebet

Dein Aug’. –

Hell strahlt dein Stern

Dir am Dome des Himmels. –

Sieh’ dieses schöne Mädchen!

Sie wird dein Liebchen sein!

FAUST.

Ach, auf die Augen

Gleitet sanft ein Schleier. –

Träumend.

Margarete!

CHOR.

Des Sees Fluten breiten

Sich rings um die Hügel,

Munt’re Bäche sich schlängeln

Durch die grünenden Au’n.

Hell in jauchzenden Chören

Den Ufern schallt’s entlang, ha –

Jubelnd finden sich And’re

Zum freud’gen Tanz vereint.

Die Berge zu erklimmen

Treibt Manchen froher Mut, ha –

Lustige Schwimmer spielen

In silberheller Flut.

FAUST.

Margarete, o Margarete!

CHOR.

Des Sees Fluten breiten

Sich rings um die Hügel,

Munt’re Bäche sich schlängeln

Durch die grünenden Au’n.

Fernhin flatternde Vögel

Suchen Schatten und Rast,

Fliehen schnellesten Fluges

Hin zu kühl feuchtem Grund.

Lebensgenuss lacht Allen,

Forschen im Himmelsraum

Nach dem leuchtenden Stern,

Der Glück dir verheissend strahlt.

FAUST.

Margarete!

CHOR.

Sie ist es, die Wonnige,

Die dir dein Stern beschied.

Schlaf’, schlaf’,

Sel’ger Faust, schlaf’, schlaf’!

MEPHISTO.

Der Zauber wirkt,

Bald ist er mein! –

Gut, gut, sehr gut, mein junges Volk,

Ihr habt mein Lob verdient!

Wiegt sanft ihn ein,

Sanft in seligen Traum!

Sylphentanz.

Die Geister schweben noch eine Weile um den schlafenden Faust und verschwinden dann allmählich.

FAUST. erwachend. Margarete! Welch’ ein Traum! Ist es wahr? Ha, welch’ ein reizend Wesen, welch’ lieblich Engelsbild! – Wo find’ ich sie, mich ihr zu weihen, anbetungsvoll ihr zu Füssen?

MEPHISTO. Schon gut – ich führ’ sogleich dich hin: zum berauschend süss duftenden Stübchen, wo sie ruht, die so heiss Geliebte. Dieser Schatz, Glücklicher, ist dein! – Dort kommt ein lust’ger Schwarm von Studenten und Kriegern, der an ihrem Häuschen wohl vorbeizieht. Der Jugend tolle Lust und freudiger Gesang sollen verkürzen uns den Weg. – Zähm’ die innere Glut, Folg’ getrost meinem Rat.

8. Scene

SOLDATENCHOR.

Soldaten und Studenten durch die Stadt wandernd.

Stolze Burgen,

Mauernumringt, hoch umwallt, Ihr Mädel

So reizend, wenn auch spröd ihr seid,

Die sichersten Siege

Winken hier uns’rem Mut!

Wenn schwer auch das Mühen,

Doch herrlich der Lohn!

Beim Klang der Trompeten

Der Tapf’re zieht aus

Zum fröhlichen Fest

Wie zum grimmigen Strauss!

Und Mädchen und Wälle,

So sehr sie sich sträuben,

Ergeben sich doch bald uns,

Ergeben sich doch,

Wenn schwer auch das Mühen,

Doch herrlich der Lohn!

(Burgen mit hohen

Mauern und Zinnen:

Mädchen mit stolzen,

Höhnenden Sinnen

Möcht’ ich gewinnen!

Kühn ist das Müh’n,

Herrlich der Lohn!

Und die Trompete

Lassen wir werben,

Wie zu der Freude,

So zum Verderben.

Das ist ein Stürmen!

Das ist ein Leben!

Mädchen und Burgen

Müssen sich geben.

Kühn ist das Mühen,

Herrlich der Lohn!

Und die Soldaten

Ziehen davon.) (Göthe.)

Studentenlied.

Jam nox stellata velamina pandit: nunc bibendum et amandum est! Vita brevis fugaxque voluptas. Gaudeamus igitur, gaudeamus!

Nobis subridente luna per urbem quaerentes puellas eamus: ut cras, fortunati Caesares, dicamus: veni vidi, vici! Gaudeamus igitur, gaudeamus!

Schon breitet die Nacht ihren bestirnten Schleier aus; nun gilt’s zu trinken und zu lieben! Kurz ist das Leben, flüchtig die Freude. Drum lasst uns lustig sein!

Beim lächelnden Monde durchstreifen wir nach Mägdlein spähend die Stadt, auf dass, gleich glücklichem Cäsar, wir am Morgen sagen können; Ich kam, sah und siegte! So lasst uns fröhlich sein!

Dritter Teil.

9. Scene

In der Ferne Zapfenstreich.

FAUST.

Abends in Margaretens Zimmer.

Hab’ Dank, dämmernder Abend,

O, herzlich grüss’ ich dich!

Erschliesse endlich mir

Dieses heil’ge Gemach.

Um die Schläfe mir weht’s

Wie holde, süsse Träume.

Gleich lindem Morgenduft

Kühlt es sanft mir die Stirne!

Liebe bist du’s?

Ist’s die ersehnte Liebe? –

Was auch die Seele trübt,

Jede Sorg’ hier entflieht,

Und heit’re, sel’ge Ruhe

Zieht leise mir ins wogende Herz. –

Anmutig’ Mädchen, innig Geliebte,

Du mein Leben, mein Heil, mein Engel!

Welches Gefühl durchbebt mich in diesem Augenblick!

Entzücken, ach, zu schau’n,

Wo die Unschuld verweilt.

Reinste Luft, die ich atme! –

Allgüt’ger Gott,

Nach solch’ bitteren Schmerzen,

Welch’ reines Glück!

Langsam umherschreitend, betrachtet Faust mit leidenschaftlicher Neugier das Innere des Gemachs.

10. Scene

MEPHISTO herbeieilend.

Horch, sie naht! Der Vorhang hier verberg’ dich vor ihr!

FAUST.

Gott! Die Freude sprenget mir mein Herz!

MEPHISTO. Den Augenblick nimm wahr – Leb’ wohl! Sei nicht zu rasch, sonst schreckst du sie! Faust verbirgt sich. So, meine Schar und ich, wollen jetzt euch ein schönes Hochzeitsliedchen singen. Ab.

FAUST.

Fassung, mein armes Herze!

11. Scene

MARGARETE mit einer Lampe. Wie schwül ist hier die Luft! – Mir bangt wie einem Kind! – Seit dem gestrigen Traume bin ich ganz verwandelt. Im Schlafe sah ich ihn, der all mein Sehnen nun. Wie war er schön! Gott, er liebt mich, o Wonne! Und wie lieb’ ich auch ihn! – Werd’ jemals ich ihn seh’n in diesem Leben? – O, Torheit!

Sie singt, indem sie sich auskleidet.

Es war ein König in Thule,

Gar treu bis an das Grab,

Dem sterbend seine Buhle

Einen gold’nen Becher gab.

Es ging ihm nichts darüber,

Er leert’ ihn jeden Schmaus;

Die Augen gingen ihm über,

So oft er trank daraus,

Und als er kam zu sterben,

Zählt’ er seine Städt’ im Reich,

Gönnt’ Alles seinen Erben,

Den Becher nicht zugleich.

Er sass beim Königsmahle,

Die Ritter um ihn her,

Auf hohem Vätersaale,

Dort auf dem Schloss am Meer.

Dort stand der alte Zecher,

Trank letzte Lebensglut

Und warf den heiligen Becher

Hinunter in die Flut.

Er sah ihn stürzen, trinken

Und sinken tief ins Meer.

Die Augen täten ihm sinken,

Trank nie einen Tropfen mehr.

Goethe.

12. Scene

MEPHISTO vor Margaretens Haus. Der Flackerflammen irre Geister eilt herbei, helfen sollt ihr mir! Eilt herbei, eilt herbei! – Mit eurem falschen Schein, euren tückischen Flammen, kommt, betört dieses Kind, dass es der Sünd’ verfall’! In Teufels Nam’, nun tanzet! Und ihr, streichet fest mir die Weise, der Hölle Fiedler ihr, sonst lösch’ ich flugs euch aus.

Tanz der Irrlichter.

MEPHISTO die Bewegung eines spielenden Leiermanns machend. Lasst uns jetzt dem unschuldigen Kind ein sittsam Liedchen singen, wir verderben sie sicher so!

Mephisto’s Ständchen mit dem Chor der Irrlichter.

Was machst du mir

Vor Liebchens Tür,

Kath’rinchen, hier

Bei frühem Tagesblicke?

Lass, lass es sein!

Er lässt dich ein,

Als Mädchen ein,

Als Mädchen nicht zurücke.

Nehmt euch in Acht!

Ist es vollbracht,

Dann gute Nacht

Ihr armen, armen Dinger!

Habt ihr euch lieb,

Tut keinem Dieb

Nur nichts zu Lieb’,

Als mit dem Ring am Finger! (Goethe.)

MEPHISTO. Schweigt, vergeht in Nichts! Die Irrlichter verschwinden. Jetzt Ruhe! Lasst uns lauschen dem Turteltaubenpaar!

13. Scene

MARGARETE. Faust erblickend. O Gott! was seh’ ich! Ist er es selbst? – Trügt mein Auge mich nicht?

FAUST.

Dein himmlisch Bild,

Du hehrer, lichter Engel,

War Sonne meinem Herzen,

Noch eh’ ich dich erschaut’.

Nun endlich nahst du mir:

Und jene neid’sche Wolke,

Die dich mir noch verbarg,

Ist verscheucht von der Liebe.

Margarete, Geliebte!

MARGARETE.

Du kennst meinen Namen?

Den deinen hab’ oft schon ich genannt:

Faust!

FAUST.

So heiss’ ich, du Traute!

Doch anders auch,

Wenn dir ein and’rer werter scheinet.

MARGARETE.

Im Traume sah ich dich

So, wie du vor mir stehst.

FAUST.

Im Traume – sahst du mich?

MARGARETE.

Hört’ auch der Stimme Laut,

Den Klang der süssen Worte.

FAUST.

Liebtest du mich?

MARGARETE.

Ich hofft’ auf dich –

FAUST.

Margarete, o Göttin!

MARGARETE.

Und in ahnendem Sehnen

Ward ich liebend dein!

FAUST.

Margarete ist mein!

MARGARETE.

Dein edles Bild,

Herrlichster, heiss Geliebter.

FAUST.

Dein himmlisch Bild,

Du hehrer, lichter Engel,

BEIDE.

War Sonne meinem Herzen,

Noch eh’ ich dich erschaut’!

Nun endlich nahst du mir:

Und jene neid’sche Wolke,

Die dich mir noch verbarg,

Ist verscheucht von der Liebe,

Sie verschwand vor dem Glanz deines Licht’s.

FAUST.

Margarete, mein Leben,

O stille meines Wunsches Ungestüm,

Der zu dir mich geführt.

MARGARETE.

Welcher Taumel der Wonne

Zieht zu ihm, zieht zu ihm dahin!

Auflodern Liebesgluten,

Zu dir zieht’s mich dahin!

Ein schmachtend Bangen

Füllet meine Seele!

FAUST.

Das höchste Glück, Herz an Herz,

Winkt uns wonnig. Komm, o komm!

MARGARETE.

In dem Aug’ die Trän’ –

Alles schwindet – o Gott –

Ich vergehe! ach, Geliebter!

14. Scene

MEPHISTO hastig eintretend.

Fort, Fort! es ist schon spät!

MARGARETE.

Wer ist der Mensch dort?

FAUST.

Ein Schelm!

MEPHISTO.

Nein, ein Freund!

MARGARETE.

Wie sein Blick mir beklemmet das Herz

MEPHISTO.

Verzeihung, wenn ich störe –

FAUST.

Was hat dich hergeführt?

MEPHISTO.

Es gilt dein Lieb zu retten!

Schon hat unser Gesang alle Nachbarn erweckt;

Herbei eilen sie, zeigen mit Fingern aufs Haus.

Margarete verhöhnend, rufen laut sie die Mutter;

Schon naht die Alte sich.

FAUST.

Was tun wir?

MEPHISTO.

Flieh’n wir von hier!

FAUST.

Hölle und Tod!

MEPHISTO.

Könnt euch ja morgen sehn:

Das sei heut’ euer Trost,

Schmerzen stillender Balsam.

MARGARETE.

Morgen, ja, liebster Freund!

In der Kammer hier neben

Schon hör’ ich die Mutter.

FAUST.

Dahin die schöne Nacht,

Die kaum uns erst begonnen,

Dahin der Liebe Glück,

Das uns ihr Schutz gewährt!

MEPHISTO.

Fort, fort! schon graut der Tag!

FAUST.

Wann kehrst du wieder mir,

Schnell entflohene Stunde,

Wo mein Herz hehrstes Glück,

Der Liebe Wonnen fand?

CHOR DER NACHBARN.

Holla, Frau Nachbarin,

Schaut doch nach Eurem Gretchen!

Der gute Rat kommt grad’ zur Zeit,

Hört, ins Haus schlich Euch ein Galan.

Lasst Ihr der Sach’ den Lauf,

Wird’s Eurer Ehre schaden!

MEPHISTO.

Schon naht die Menge. – Eilen rasch wir von hier!

MARGARETE.

Gott, Gott! Du hörst ihren Spott.

O, du Himmel, ich sterbe, wenn sie dich jetzt hier sehn!

MEPHISTO.

Horch’, man pocht an die Türe!

FAUST.

Missgeschick!

MEPHISTO.

Welche Torheit!

MARGARETE.

Leb’ wohl, leb’ wohl!

Durch jene Tür in den Garten entflieh!

FAUST.

Ach, bis morgen, mein Lieb!

MEPHISTO.

Ganz gewiss, morgen Nacht!

FAUST.

Endlich erkenn’ ich wieder den Wert dieses Lebens!

Liebe ist’s, sonnig hell,

Ihrem Ruf folg’ ich gern

Zu dir, wo mein Heil.

Du, o Göttin, erfüllst meine Seele mit Entzücken,

Wonnig gewährst du mir,

Was je ersehnt mein Herz!

MARGARETE.

O, mein Freund, teurer Faust! nimm mein Leben zu eigen!

Liebe füllt mir das Herz mit beglückender Wonne;

Sie erhält mich; dich lassen wär’ mein Tod.

MEPHISTO.

Jetzt verschlingt Dich die Lust dieses Lebens, stolzer Geist!

Nah’ ist schon die Stunde, wo für ewig du mein!

Nie Gewährung schafft den Wünschen Ruh:

Der Sinne toll Begehr im Genuss nur sich mehret!

CHOR DER NACHBARN.

Hört, in’s Haus schlich Euch ein Galan!

Lasst Ihr der Sach’ den Lauf,

Wird’s schaden Eurer Ehre.

Holla! Frau Nachbarin!

Seht doch nach Eurem Gretchen!

Holla, ha, ha, ha!

Vierter Teil.

15. Scene

MARGARETE allein in ihrem Zimmer.

Der Liebe heisse Flamme

Verzehret meinen Leib,

Und der Friede der Seele

Für ewig starb dahin.

Seine Flucht, sein Entfernen

Wecken mir bitt’re Schmerzen,

Und ohne seine Nähe

Weint um mich her die Welt.

Verwirrt sind meine Sinne,

Die Gedanken verstört,

Mein Herz in bangem Zagen

Wird so kalt, ach, wie Eis.

Sein Schreiten, wie so edel,

Wie herrlich die Gestalt;

So süss war des Mundes Lächeln,

So sanft seiner Augen Glanz.

Es klang so hold die Stimme,

Wenn sein Arm mich umschlang,

Ich empfand seiner Hand zartes Schmeicheln

Und ach! ach! seinen Kuss!

Der Liebe heisse Flamme

Verzehret meinen Leib,

Und der Friede der Seele

Für ewig starb dahin!

Ich eile zu dem Fenster,

Vor die Türe, Tag um Tag,

Um endlich ihn zu sehen,

Ob er wieder zu mir kehret.

Mein Herz schlägt ihm entgegen,

Sobald es ahnet, dass er sich nahet.

O, führte meine Liebe

Ihn wieder mir zurück!

Wonneglühend’ Entzücken!

O dürfte nur einmal noch

Ich mich berauschen an seinem Kuss

Und dann vor Lust vergeh’n!

In der Ferne Trommeln und Trompeten, zur Ruhe blasend. Chor der Soldaten und Studenten.

CHOR DER SOLDATEN.

Beim Klang der Trompeten

Der Tapf’re zieht aus,

Zum fröhlichen Fest

Wie zum grimmigen Strauss.

Wenn schwer auch das Mühen,

Doch herrlich der Lohn.

CHOR DER STUDENTEN.

Jam nox stellata velamina pandit. Per urbem quaerentes puellas eamus.

MARGARETE. Der Tag neigt seinem Ende, und die Stadt geht zur Ruhe. – Dem abendlichen Ruf der Trommeln und Trompeten vermischt sich froher Sang. So auch war’s jene Nacht, wo zuerst ihn ich sah! – Doch er kommt nicht – kehrt nicht zurück! – Weh mir! – o Tod! –

16. Scene

Wald und Höhlen. Beschwörung der Natur.

FAUST allein.

Natur, du mächt’ge, ew’go und allgewaltige,

Die einzig du gewährest Rast meinem steten Schmerz,

Lieg’ ich dir an der Brust, fühl’ mein Elend ich minder,

Neu erfasst mich das Leben, kräftigen Wollens Macht. –

Ja, wild heule Orkan, und kracht, ihr Riesenwälder!

Stürz’ ein, du starrer Fels! Du Strom, lass deine Wogen brausen!

Freudig eint sich mein Ruf eures Tosens Gewalt!

O Wald, o Fels, o Strom, euch bet’ ich staunend an!

Funkelndes Sternenheer, empor zu dir schwingt sich mein Wunsch;

Das bange Sehnen einer Seele, die lechzet nach dem Glück, das sie floh.

17. Scene

Recitativ und Jagd.

MEPHISTO zu Faust auf den Felsen steigend. An dem blauen Himmel schautest du wohl gar der treuen Liebe Stern? Es könnt’ sein, Einfluss, Freundchen, grad’ jetzt uns wohl nützen! Denn du träumst ruhig hier und dort das arme Kind, Margarete –

FAUST. O, schweig!

MEPHISTO. Natürlich sollt’ ich schweigen: Du liebst nicht mehr! Und doch – geschleppt zum dumpfen Kerker, und als Mörd’rin der Mutter zum Tode verurteilt –

FAUST. Wie!

MEPHISTO. Die Hörner der Jäger erschallen im Wald.

FAUST. Vollende! Hört’ ich recht? – Margarete in Haft!

MEPHISTO. Ein bräunliches Getränke, ein ganz unschuld’ges Gift, das sie von dir erhielt, die Mutter einzuschläfern, wenn Nachts euch die Liebe berauscht’, ist am Unglücke schuld! Süsse Freuden ersehnend, jede Nacht dich erwartend, gab sie es ihr stets. Einmal reicht’ sie zu viel und den Tod gab’s der Alten. Nun, verstehst du wohl jetzt?

FAUST. Himmel und Hölle!

MEPHISTO. Und dahin hat die Liebe für dich sie gebracht!

FAUST. Rette sie! Eile, hilf ihr, Verworf’ner!

MEPHISTO. Ha! bin ich jetzt der Schuld’ge? Wie feige und erbärmlich die Menschen doch sind! – Was liegt d’ran! – Wohl hab’ ich Macht genug, diesen Kerker zu öffnen. – Doch, was empfing ich schon von Dir für diesen Dienst?

FAUST. Was forderst du?

MEPHISTO. Von dir? – Nur ein paar kurze Worte hier auf dies Pergament. Ich rette Margarete sofort, wenn du schwörst und den Pakt du unterschreibst, dass morgen du mir dienst.

FAUST. Was kümmert mich das Morgen, wenn heute ich leide. Nimm hin! Er unterzeichnet. Die Unterschrift! – Ohne Zögern nun eilen wir zum Kerker sogleich. – O unsagbares Wehe! – Margarete zu dir!

MEPHISTO. Zu mir, Vortex, Giaour! Steigt auf dieses Pferd, schnell fliegt es wie der Blitz. Und nun, fort, im Galopp, denn das Blutgericht säumt nicht!

18. Scene

Die Höllenfahrt.

Faust und Mephisto auf schwarzen Rossen dahinbrausend.

FAUST. Schmerzlich tönt mir ins Herz der Armen wehvoll Klagen! – O schmählich Verlass’ne!

CHOR VON LANDLEUTEN vor einem Kreuze auf dem Felde knieend.

Sancta Maria, ora pro nobis!

Sancta Magdalena, ora pro nobis!

FAUST. O störe nicht die Kinder und Frauen, die betend knien vor dem Kreuz!

MEPHISTO.

Was geht’s uns an? Fort, vorbei!

CHOR.

Sancta Margarita – ah!

Frauen und Kinder stürzen entsetzt davon.

FAUST.

Gott, ein grauenvoll Gespenst folget heulend uns nach!

MEPHISTO.

Du träumest!

FAUST. Was will dort der nächt’gen Vögel Schwarm? – Hörst du den Schrei? Ihre Schwingen mich peitschen!

MEPHISTO. sein Ross bändigend. Die Todtenglocke hör’ ich schon erklingen für sie Hast du Furcht? Kehr’n wir um! Sie halten an.

FAUST. Vorwärts, nur fort, zu ihr! Die Rosse stürmen rascher dahin.

MEPHISTO. sein Ross antreibend. Hop! Hop! Hop!

FAUST. Schau, dort rings um uns her ein unendlich Gedränge, tanzend Totengebein mit grässlich hohlem Grinsen schlüpfet nickend vorbei!

MEPHISTO. Hop! Jetzt gilt es, sie zu retten. Lach’ des Geisterspuck’s! Hop! Hop!

FAUST in wachsendem Grauen, atemlos. Die Rosse sie schaudern, sie sträuben die Mähnen, zerreissen den Zaum! Ich fühle, o Graus, erbeben die Erde, und furchtbarer Donner rollt wild in der Tiefe!

MEPHISTO. Hop! Hop!

FAUST. Es regnet Blut! – –

MEPHISTO mit donnernder Stimme. Der Hölle mächt’ge Scharen, lasst dröhnend eure Siegestrompeten schallen; denn er ist mein!

Sie stürzen in einen Abgrund.

FAUST. Entsetzlich! Ha!

MEPHISTO. Sieger bin ich!

19. Scene

Pandämonium

CHOR DER VERDAMMTEN UND HÖLLENGEISTER.

Ha! Siegend der Gewaltige naht!

Ha! Greif’! Fass’! Würg’! –

DIE FÜRSTEN DER FINSTERNIS. Diese trotzige Seele, ist sie jetzt dir auf immer verfallen, o sprich?

MEPHISTO. Ja, ihr Meister bin ich!

DIE FÜRSTEN. Unterschrieb ohne Zwang Faust den furchtbaren Pakt, der ihn ewig verdammet?

MEPHISTO. Er ward mein ohne Zwang.

CHOR.

Orgie der Dämonen.

Sieg, Sieg!

Beuget euch dem Meister, der des Bösen Macht bewährte!

Stolze Seele, hör’ es: Deine Pein ist Lust uns!

Wir sind verdammt zu rächen jede Schuld, hassen, was da lebt!

Sied’, sprüh’ und zische, Glutmeer, flamme auf und spei’ aus

Giftesqualm zur Qual der uns Verfall’nen!

Jede Schuld zu rächen wir verdammt bis zum Tag, wenn der Mächt’ge erscheint

Und Vernichtung uns’res Schmerzensreich’s gebeut’!

Und auch uns schleudert dann in das Nichts! Ha!

Sie tanzen um ihn her.

Glutmeer, flamme auf,

Sprühe und zische!

Heule, Sturmwind!

Brod’le, qualmende Lache!

Tanzet, Dämonen,

Beugt euch den Fürsten:

Belzebub, Belphegor,

Astaroth, Mephisto!

Triumph dem Reiche der Nacht!

Triumph, rufet laut,

Triumph uns’rer Macht!

Hört, der Siegruf

Donnernd die Höll durchtönt:

Triumph!

Epilog auf der Erde.

EINE STIMME. Der Hölle Mund verstummt. Das furchtbare Gezisch aus ihren Flammenmeeren, der Teufel wild Geheul, der Schmerzensschrei der Seelen dringt nicht hinauf zur Erde. – Tief in des Abgrund’s Schlund hat ein grausig Geschick sich erfüllt!

KLEINER CHOR.

Wehe, weh!

Epilog im Himmel.

SERAPHIM. anbetend vor dem Herrn.

Lob, Preis, sei Gott in der Höhe! –

Der Büssenden verzeih, o Herr!

EINE STIMME VON OBEN.

Margarete! – – –

Margaretens Verklärung.

CHOR DER HIMMLISCHEN GEISTER.

Steig’ auf zu Gott, kindliche Seele,

Die aus Liebe fehlend litt.

Komm, nimm den Schmuck einst’ger Schönheit nun wieder.

Die durch Gram leidend getrübt.

Komm, die göttlichen Jungfrau’n,

Die Schwestern, tröstende Engel,

Trocknen die Zähren dir,

Welche irdisches Weh’ deinem Auge erpresst.

Sei stark in deinem Hoffen,

Strebe freudig zum ewigen Heil!

Komm, Margarete! Komm, komm!

Vincenzo Bellini – Norma

Vincenzo Bellini

Norma

Tragedia lirica in due atti

Personaggi

Pollione, Proconsole di Roma nelle Gallie (Tenore)

Oroveso, Capo dei Druidi (Basso)

Norma, Druidessa, figlia di Oroveso (Soprano)

Adalgisa, Giovane Ministra del tempio di Irminsul (Soprano)

Clotilde, Confidente di Norma (Mezzo-Soprano)

Flavio, Amico di Pollione (Tenore)

Due fanciulli, figli di Norma e di Pollione

Cori e comparse

Druidi – Bardi – Eubagi – Sacerdo

Tesse – Guerrieri e soldati galli

La scena è nelle Gallie, nella foresta sacra e nel tempio di Irminsul.

Atto primo

Scena prima

Foresta sacra de’ Druidi.

In mezzo, la quercia d’Irminsul, al pie’ della quale vedesi la pietra druidica che serve d’altare. Colli in distanza sparsi di selve. È notte; lontani fuochi trapelano dai boschi.

Al suono d’una marcia religiosa sfilano le schiere de’ Galli, indi la processione de’ Druidi. Per ultimo Oroveso coi maggiori Sacerdoti.

OROVESO.

Ite sul colle, o Druidi;

Ite a spiar ne’ cieli

Quando il suo disco argenteo

La nuova Luna sveli;

Ed il primier sorriso

Del verginal suo viso

Tre volte annunzi il mistico

Bronzo sacerdotal.

DRUIDI.

Il sacro vischio a mietere

Norma verrà?

OROVESO.

Sì, Norma.

DRUIDI.

Dell’aura tua profetica,

Terribil Dio, l’informa;

Sensi, o Irminsul, le ispira

D’odio ai Romani e d’ira.

Sensi che questa infrangano

Pace per noi mortal.

OROVESO.

Sì: parlerà terribile

Da queste guercie antiche;

Sgombre farà le Gallie

Dall’aquile nemiche;

E del suo scudo il suono,

Pari al fragor del tuono,

Nella città dei Cesari

Tremendo echeggerà.

TUTTI.

Luna, ti affretta a sorgere!

Norma all’altar verrà.

Si allontanano tutti e si perdono nella foresta; di quando in quando si odono ancora le loro voci risuonare in lontananza. Escono quindi da un lato Flavio e Pollione guardinghi e ravvolti nelle loro toghe.

Scena seconda

Pollione e Flavio.

POLLIONE.

Svanîr le voci! e dell’orrenda selva

Libero è il varco.

FLAVIO.

In quella selva è morte;

Norma tel disse.

POLLIONE.

Proferisti un nome

Che il cor m’agghiaccia.

FLAVIO.

Oh! che di’ tu! l’amante,

La madre de’ tuoi figli! …

POLLIONE.

A me non puoi

Far tu rampogna, ch’io mertar non senta;

Ma nel mio core è spenta

La prima fiamma, e un Dio la spense, un Dio

Nemico al mio riposo; al pie’ mi veggo

L’abisso aperto, e in lui m’avvento io stesso.

FLAVIO.

Altra ameresti tu?

POLLIONE.

Parla sommesso.

Un’altra, sì … Adalgisa …

Tu la vedrai … fior d’innocenza e riso,

Di candore e d’amor. Ministra al tempio

Di questo Dio di sangue, ella v’appare

Come raggio di stella in ciel turbato.

FLAVIO.

Misero amico! e amato

Sei tu del pari?

POLLIONE.

Io n’ho fidanza.

FLAVIO.

E l’ira

Non temi tu di Norma?

POLLIONE.

Atroce, orrenda

Me la presenta il mio rimorso estremo …

Un sogno …

FLAVIO.

Ah! narra.

POLLIONE.

In rammentarlo io tremo.

Meco all’altar di Venere

Era Adalgisa in Roma,

Cinta di bende candide,

Sparsa di fior la chioma;

Udia d’Imene i cantici,

Vedea fumar gl’incensi,

Eran rapiti i sensi

Di voluttade e amor.

Quando fra noi terribile

Viene a locarsi un’ombra;

L’ampio mantel druidico

Come un vapor l’ingombra.

Cade sull’ara il folgore,

D’un vel si copre il giorno;

Muto si spande intorno

Un sepolcrale orror.

Più l’adorata vergine

Io non mi trovo accanto;

N’odo da lunge un gemito,

Misto de’ figli al pianto …

Ed una voce orribile

Echeggia in fondo al tempio:

Norma così fa scempio

D’amante traditor.

Squilla il sacro bronzo.

FLAVIO.

Odi? … I suoi riti a compiere

Norma dal tempio move.

VOCI lontane.

Sorta è la luna, o Druidi;

Ite, profani, altrove.

FLAVIO.

Vieni: fuggiam … sorprendere,

Scoprire alcun ti può.

POLLIONE.

Traman congiure i barbari …

Ma io li preverrò …

Me protegge, me difende

Un poter maggior di loro;

È il pensier di lei che adoro,

È l’amor che m’infiammò.

Di quel Dio che a me contende

Quella vergine celeste

Arderò le rie foreste,

L’empio altare abbatterò.

Partono rapidamente.

Scena terza

Druidi dal fondo, Sacerdotesse, Guerrieri, Bardi, Eubagi, Sacrificatori, e in mezzo a tutti Oroveso.

CORO GENERALE.

Norma viene: le cinge la chioma

La verbena ai misteri sacrata;

In sua man come luna falcata

L’aurea falce diffonde splendor.

Ella viene; e la stella di Roma

Sbigottita si copre d’un velo;

Irminsul corre i campi del cielo

Qual cometa foriera d’orror.

Scena quarta

Norma in mezzo alle sue ministre. Ha sciolti i capelli, la fronte circondata di una corona di verbena, ed armata la mano d’una falce d’oro. Si colloca sulla pietra druidica, e volge gli occhi d’intorno come ispirata. Tutti fanno silenzio.

NORMA.

Sedizïose voci,

Voci di guerra avvi chi alzar si attenta

Presso all’ara del Dio? V’ha chi presume

Dettar responsi alla veggente Norma

E di Roma affrettar il fato arcano?

Ei non dipende da potere umano.

OROVESO.

E fino a quando oppressi

Ne vorrai tu? Contaminate assai

Non fur le patrie selve e i templi aviti

Dall’aquile latine? Omai di Brenno

Ozïosa non può starsi la spada.

TUTTI.

Si brandisca una volta.

NORMA.

E infranta cada.

Infranta, sì, se alcun di voi snudarla

Anzi tempo pretende. Ancor non sono

Della nostra vendetta i dì maturi.

Delle sicambre scuri

Sono i pili romani ancor più forti.

TUTTI.

E che ti annunzia il Dio? Parla: quai sorti?

NORMA.

Io nei volumi arcani

Leggo del cielo: in pagine di morte

Della superba Roma è scritto il nome …

Ella un giorno morrà; ma non per voi.

Morrà pei vizi suoi,

Qual consunta morrà. L’ora aspettate,

L’ora fatal che compia il gran decreto.

Pace v’intimo … e il sacro vischio io mieto.

Falcia il vischio; le Sacerdotesse lo raccolgono in canestri di vimini. Norma si avanza e stende le braccia al cielo. La luna splende in tutta la sua luce. Tutti si prostrano.

Preghiera.

NORMA E MINISTRE.

Casta Diva, che inargenti

Queste sacre antiche piante,

A noi volgi il bel sembiante

Senza nube e senza vel.

Tempra tu de’ cori ardenti,

Tempra ancor lo zelo audace,

Spargi in terra quella pace

Che regnar tu fai nel ciel.

TUTTI.

A noi volgi il bel sembiante

Senza nube e senza vel.

NORMA.

Fine al rito, e il sacro bosco

Sia disgombro dai profani.

Quando il Nume irato e fosco

Chiegga il sangue dei Romani,

Dal druïdico delubro

La mia voce tuonerà.

TUTTI.

Tuoni; e alcun del popol empio

Non isfugga al giusto scempio,

E primier da noi percosso

Il Proconsole cadrà.

NORMA.

Sì, cadrà … punirlo io posso …

(Ma punirlo il cor non sa.

Ah! bello a me ritorna

Del fido amor primiero,

E contro il mondo intero

Difesa a te sarò.

Ah! bello a me ritorna

Del raggio tuo sereno,

E vita nel tuo seno,

E patria e cielo avrò.)

TUTTI.

Sei lento; sì, sei lento,

O giorno di vendetta;

Ma irato il Dio t’affretta

Che il Tebro condannò.

Norma parte, e tutti la seguono in ordine.

Scena quinta

ADALGISA sola.

Sgombra è la sacra selva:

Compiuto il rito. Sospirar non vista

Alfin poss’io, qui dove a me s’offerse

La prima volta quel fatal romano

Che mi rende rubella al tempio, al Dio …

Fosse l’ultima almen! – Vano desìo!

Irresistibil forza

Qui mi trascina … e di quel caro aspetto

Il cor si pasce … e di sua cara voce

L’aura che spira mi ripete il suono.

Corre a prostrarsi sulla pietra d’Irminsul.

Deh! proteggimi, o Dio! perduta io sono.

Scena sesta

Pollione, Flavio e detta.

POLLIONE.

(Eccola. Va, mi lascia,

Ragion non odo.)

Flavio parte.

ADALGISA veggendolo, sbigottita.

Oh! Pollïon!

POLLIONE.

Che veggo!

Piangevi tu?

ADALGISA.

Pregava. Ah! t’allontana.

Pregar mi lascia.

POLLIONE.

Un Dio tu preghi atroce,

Crudele, avverso al tuo desire e al mio.

O mia diletta! il Dio

Che invocar devi è Amor …

ADALGISA.

Amor! deh! taci …

Ch’io più non t’oda.

Si allontana da lui.

POLLIONE.

E vuoi fuggirmi? e dove

Fuggir vuoi tu ch’io non ti segua?

ADALGISA.

Al tempio,

Ai sacri altari ch’io sposar giurai.

POLLIONE.

Gli altari! … e il nostro amor? …

ADALGISA.

Io l’obliai.

POLLIONE.

Va, crudele, e al Dio spietato

Offri in dono il sangue mio;

Tutto, ah! tutto ei sia versato,

Ma lasciarti non poss’io;

Sol promessa al Dio tu fosti …

Ma il tuo cuore a me si die’ …

Ah! non sai quel che mi costi

Perch’io mai rinunzi a te.

ADALGISA.

E tu pure, ah! tu non sai

Quanto costi a me dolente!

All’altare che oltraggiai

Lieta andava ed innocente …

Il pensiero al ciel s’ergea,

Il mio Dio vedeva in ciel …

Or per me spergiura e rea

Cielo e Dio ricopre un vel.

POLLIONE.

Ciel più puro e Dei migliori,

T’offro in Roma ov’io mi reco.

ADALGISA colpita.

Parti forse?

POLLIONE.

Ai nuovi albòri …

ADALGISA.

Parti, ed io? …

POLLIONE.

Tu vieni meco.

De’ tuoi riti è Amor più santo …

A lui cedi, ah! cedi a me.

ADALGISA più commossa.

Ah! non dirlo …

POLLIONE.

Il dirò tanto

Che ascoltato io sia da te.

Con tutta tenerezza.

Vieni in Roma, ah! vieni, o cara,

Dove è amore e gioia e vita;

Inebriam nostr’alme a gara

Del contento a cui ne invita …

Voce in cor parlar non senti,

Che permette eterno ben?

Ah! dà fede a’ dolci accenti,

Sposo tuo mi stringi al sen.

ADALGISA.

(Ciel! così parlar l’ascolto …

Sempre, ovunque, al tempio istesso …

Con quegli occhi, con quel volto

Fin sull’ara il veggo impresso …

Ei trionfa del mio pianto,

Del mio duol vittoria ottien …

Ciel! mi togli al dolce incanto,

O l’error perdona almen.)

POLLIONE.

Adalgisa!

ADALGISA.

Ah! mi risparmi

Tua pietà maggior cordoglio.

POLLIONE.

Adalgisa! e vuoi lasciarmi?

ADALGISA.

Non poss’io … seguir ti voglio.

POLLIONE.

Qui … domani all’ora istessa …

Verrai tu?

ADALGISA.

Ne fo promessa.

POLLIONE.

Giura.

ADALGISA.

Giuro.

POLLIONE.

Oh! mio contento!

Ti rammenta …

ADALGISA.

Ah! mi rammento.

Al mio Dio sarò spergiura,

Ma fedele a te sarò.

POLLIONE.

L’amor tuo mi rassicura;

E il tuo Dio sfidar saprò.

Partono.

Scena settima

Abitazione di Norma.

Norma, Clotilde, e due piccoli fanciulli.

NORMA.

Vanne, e li cela entrambi. – Oltre l’usato

Io tremo d’abbracciarli.

CLOTILDE.

E qual ti turba

Strano timor che i figli tuoi rigetti?

NORMA.

Non so … diversi affetti

Strazian quest’alma … – Amo in un punto ed odio

I figli miei! … Soffro in vederli, e soffro

S’io non li veggo. Non provato mai

Sento un diletto ed un dolore insieme

D’esser lor madre.

CLOTILDE.

E madre sei? …

NORMA.

Nol fossi!

CLOTILDE.

Qual rio contrasto!

NORMA.

Immaginar non puossi.

O mia Clotilde! … richiamato al Tebro

È Pollïon.

CLOTILDE.

E teco ei parte?

NORMA.

Ei tace

Il suo pensier. – Oh! s’ei fuggir tentasse …

E qui lasciarmi? … se obliar potesse

Questi suoi figli!

CLOTILDE.

E il credi tu?

NORMA.

Non l’oso.

È troppo tormentoso,

Troppo orrendo è un tal dubbio. Alcun s’avanza.

Va … li cela.

Clotilde parte coi fanciulli. Norma li abbraccia.

Scena ottava

Norma e Adalgisa.

NORMA.

Adalgisa!

ADALGISA da lontano.

(Alma, costanza.)

NORMA.

T’inoltra, o giovinetta.

T’inoltra. – E perché tremi? – Udii che grave

A me segreto palesar tu voglia.

ADALGISA.

È ver. – Ma, deh! ti spoglia

Della celeste austerità che splende

Negli occhi tuoi … Dammi coraggio, ond’io

Senza alcun velo ti palesi il core.

Si prostra, Norma la solleva.

NORMA.

Mi abbraccia, e parla. Che ti affligge?

ADALGISA dopo un momento d’esitazione.

Amore …

Non t’irritar … Lunga stagion pugnai

Per soffocarlo … – Ogni mia forza ei vinse …

Ogni rimorso. – Ah! tu non sai pur dianzi

Qual giuramento io fea! fuggir dal tempio …

Tradir l’altare a cui son io legata …

Abbandonar la patria …

NORMA.

Ahi! sventurata!

Del tuo primier mattino

Già turbato è il sereno! E come, e quando

Nacque tal fiamma in te?

ADALGISA.

Da un solo sguardo,

Da un sol sospiro, nella sacra selva,

A pie’ dell’ara ov’io pregava il Dio.

Tremai … sul labbro mio

Si arrestò la preghiera: e tutta assorta

In quel leggiadro aspetto, un altro cielo

Mirar credetti, un altro cielo in lui.

NORMA.

(Oh! rimembranza! io fui

Così rapita al sol mirarlo in volto.)

ADALGISA.

Ma non mi ascolti tu?

NORMA.

Segui … t’ascolto.

ADALGISA.

Sola, furtiva al tempio

Io l’aspettai sovente:

Ed ogni dì più fervida

Crebbe la fiamma ardente.

NORMA.

(Io stessa … anch’io

Arsi così: l’incanto suo fu il mio.)

ADALGISA.

Vieni, ei dicea, concedi

Ch’io mi ti prostri ai piedi:

Lascia che l’aura io spiri

De’ dolci tuoi sospiri,

Del tuo bel crin le anella

Dammi poter baciar.

NORMA.

(Oh! cari accenti!

Così li proferia …

Così trovava del mio cor la via.)

ADALGISA.

Dolci qual arpa armonica

M’eran le sue parole;

Negli occhi suoi sorridere

Vedea più bello un sole.

Io fui perduta, e il sono;

D’uopo ho del tuo perdono.

Deh! tu mi reggi e guida.

Me rassicura, o sgrida,

Salvami da me stessa,

Salvami dal mio cor.

NORMA.

Ah! tergi il pianto:

Alma non trovi di pietade avara.

Te ancor non lega eterno nodo all’ara.

Ah sì, fa core, abbracciami.

Perdono e ti compiango.

Dai voti tuoi ti libero,

I tuoi legami io frango.

Al caro oggetto unita

Vivrai felice ancor.

ADALGISA.

Ripeti, o ciel, ripetimi

Sì lusinghieri accenti.

Per te, per te s’acquetano

I lunghi miei tormenti.

Tu rendi a me la vita,

Se non è colpa amor.

NORMA.

Ma di’ … l’amato giovane

Quale fra noi si noma?

ADALGISA.

Culla non ebbe in Gallia …

Roma gli è patria …

NORMA.

Roma! …

Ed è? … prosegui …

Scena nona

Pollione e dette.

ADALGISA.

Il mira.

NORMA.

Ei! Pollïon! …

ADALGISA.

Qual ira?

NORMA.

Costui, costui dicesti?

Ben io compresi?

ADALGISA.

Ah! sì.

POLLIONE inoltrandosi, ad Adalgisa.

Misera te! che festi!

ADALGISA smarrita.

Io …

NORMA a Pollione.

Tremi tu? e per chi?

Alcuni momenti di silenzio. Pollione è confuso, Adalgisa tremante e Norma fremente.

Oh, non tremare, o perfido,

No, non tremar per lei …

Essa non è colpevole,

Il malfattor tu sei …

Trema per te, fellone …

Pei figli tuoi … per me …

ADALGISA tremante.

Che ascolto! … ah! … Pollïone?

Taci! t’arretri! … Ahimè!

Si copre il volto con le mani. Norma l’afferra per un braccio e la costringe a mirar Pollione, egli la segue.

NORMA.

Oh! di qual sei tu vittima

Crudo e funesto inganno!

Pria che costui conoscere

T’era il morir men danno.

Fonte d’eterne lagrime

Egli a te pur dischiuse;

Come il mio cor deluse,

L’empio il tuo cor tradì.

ADALGISA.

Oh! qual traspare orribile

Dal tuo parlar mistero!

Trema il mio cor di chiedere,

Trema d’udire il vero …

Tutta comprendo, o misera,

Tutta la mia sventura …

Essa non ha misura,

Se m’ingannò così.

POLLIONE.

Norma, de’ tuoi rimproveri

Segno, non farmi adesso.

Deh! a quest’afflitta vergine

Sia respirar concesso …

Copra a quell’alma ingenua,

Copra nostr’onte un velo …

Giudichi solo il cielo

Qual più di noi fallì.

NORMA.

Perfido!

POLLIONE.

Or basti.

Per allontanarsi.

NORMA.

Fermati.

POLLIONE.

Vieni …

Afferra Adalgisa.

ADALGISA dividendosi da lui.

Mi lascia, scòstati …

Sposo sei tu infedele.

POLLIONE con tutto il fuoco.

Qual io mi fossi oblio …

L’amante tuo son io,

È mio destino amarti …

Destin costei lasciar.

NORMA reprimendo il furore.

Ebben: lo compi e parti.

Ad Adalgisa.

Seguilo.

ADALGISA supplichevole.

Ah! pria spirar.

NORMA prorompendo.

Vanne, sì, mi lascia, indegno;

Figli oblia, promesse, onore …

Maledetto dal mio sdegno

Non godrai d’un empio amore.

Te sull’onde e te sui venti

Seguiran mie furie ardenti:

Mia vendetta e notte e giorno

Ruggirà d’intorno a te.

POLLIONE disperatamente.

Fremi pure, e angoscia eterna

Pur m’imprechi il tuo furore!

Questo amor che mi governa

È di te, di me maggiore …

Dio non v’ha che mali inventi

De’ miei mali più cocenti …

Maledetto io fui quel giorno

Che il destin t’offerse a me.

ADALGISA supplichevole a Norma.

Ah, non fia, non fia ch’io costi

Al tuo cor sì rio dolore …

Mari e monti sian frapposti

Fra me sempre e il traditore.

Soffocar saprò i lamenti,

Divorare i miei tormenti;

Morirò perché ritorno

Faccia il crudo ai figli, a te.

Squillano i sacri bronzi del tempio. Norma è chiamata ai riti.

DRUIDI coro interno.

Norma, all’ara! In tuon feroce

D’Irminsul tuonò la voce.

Norma, Norma, al sacro altar!

NORMA E ADALGISA.

Suon di morte a te s’intima;

Va, per te qui pronta ell’è.

POLLIONE.

Sì, la sprezzo, sì, ma prima

Mi cadrà il tuo Nume al pie’.

Ella respinge d’un braccio Pollione, e gli accenna di uscire. Pollione si allontana furente.

Fine del atto primo.

Atto secondo

Scena prima

Interno dell’abitazione di Norma.

Da una parte un letto romano coperto di pelle d’orso. I figli di Norma sono addormentati.

Norma con una lampa e un pugnale alla mano. – Siede e posa la lampa sopra una tavola. È pallida, contraffatta.

Dormono entrambi … non vedran la mano

Che li percuote. Non pentirti, o core;

Viver non ponno … Qui supplizio, e in Roma

Obbrobrio avrian, peggior supplizio assai …

Schiavi d’una matrigna. – Ah! no: giammai.

Sorge risoluta.

Muoiano, sì.

Fa un passo e si ferma.

Non posso

Avvicinarmi: un gel mi prende, e in fronte

Mi si solleva il crin. – I figli uccido!

Teneri figli …

Intenerendosi.

Essi, pur dïanzi

Delizia mia … essi nel cui sorriso

Il perdono del ciel mirar credei …

Ed io li svenerò? … di che son rei?

Risoluta.

Di Pollïon son figli:

Ecco il delitto. Essi per me son morti;

Muoian per lui,

E non sia pena che la sua somigli.

Feriam …

S’incammina verso il letto; alza il pugnale; essa dà un grido inorridita; i figli si svegliano.

Ah! no … son figli miei! miei figli!

Li abbraccia e piange.

Olà, Clotilde!

Scena seconda

Clotilde e detta.

NORMA.

Vola …

Adalgisa a me guida.

CLOTILDE.

Ella qui presso

Solitaria si aggira, e prega e plora.

NORMA.

Va.

Clotilde parte.

Si emendi il mio fallo … e poi … si mora.

Scena terza

Adalgisa e Norma.

ADALGISA con timore.

Me chiami, o Norma? … Qual ti copre il volto

Tristo pallor?

NORMA.

Pallor di morte. – Io tutta

L’onta mia ti rivelo.

Una preghiera sola

Odi e l’adempi, se pietà pur merta

Il presente mio duolo … e il duol futuro.

ADALGISA.

Tutto, tutto io prometto.

NORMA.

Il giura.

ADALGISA.

Il giuro.

NORMA.

Odi. – Purgar quest’aura

Contaminata dalla mia presenza

Ho risoluto; né trar meco io posso

Questi infelici … a te li affido …

ADALGISA.

O cielo!

A me li affidi?

NORMA.

Nel romano campo

Guidali a lui … che nominar non oso.

ADALGISA.

Oh! che mai chiedi?

NORMA.

Sposo

Ti sia men crudo; – io gli perdono e moro.

ADALGISA.

Sposo … Ah, non mai …

NORMA.

Pei figli suoi t’imploro.

Deh! con te, con te li prendi …

Li sostieni, li difendi …

Non ti chiedo onori e fasci;

A’ tuoi figli ei fian serbati;

Prego sol che i miei non lasci

Schiavi, abbietti, abbandonati …

Basti a te che disprezzata,

Che tradita io fui per te.

Adalgisa, deh, ti mova

Tanto strazio del mio cor.

ADALGISA.

Norma! ah! Norma, ancor amata,

Madre ancor sarai per me.

Tienti i figli. Ah, non fia mai

Ch’io mi tolga a queste arene.

NORMA.

Tu giurasti …

ADALGISA.

Sì, giurai …

Ma il tuo bene, il sol tuo bene.

Vado al campo ed all’ingrato

Tutti io reco i tuoi lamenti.

La pietà che mi hai destato

Parlerà sublimi accenti …

Spera, ah, spera … amor, natura

Ridestarsi in lui vedrai …

Del suo cor son io secura …

Norma ancor vi regnerà.

NORMA.

Ch’io lo preghi? … Ah! no: giammai.

Più non t’odo, parti … va …

ADALGISA.

Mira, o Norma, a’ tuoi ginocchi

Questi cari pargoletti.

Ah! pietà di lor ti tocchi

Se non hai di te pietà.

NORMA.

Ah! perché la mia costanza

Vuoi scemar con molli affetti?

Più lusinghe, più speranza

Presso a morte un cor non ha.

ADALGISA.

Cedi … deh cedi!

NORMA.

Ah! lasciami.

Ei t’ama.

ADALGISA.

Ei già sen pente.

NORMA.

E tu? …

ADALGISA.

L’amai … quest’anima

Sol l’amistade or sente.

NORMA.

O giovinetta! … E vuoi? …

ADALGISA.

Renderti i dritti tuoi,

O teco al cielo, agli uomini

Giuro celarmi ognor.

NORMA.

Hai vinto … hai vinto … Abbracciami.

Trovo un’amica ancor.

ADALGISA E NORMA.

Sì, fino all’ore estreme

Compagna tua m’avrai;

Per ricovrarci insieme

Ampia è la terra assai.

Teco del Fato all’onte

Ferma opporrò la fronte,

Finché il tuo core a battere

Io senta sul mio cor.

Partono.

Scena quarta

Luogo solitario presso il bosco dei Druidi, cinto da burroni e da caverne.

In fondo, un lago attraversato da un ponte di pietra.

Guerrieri Galli.

CORO I.

Non partì?

CORO II.

Finora è al campo,

Tutto il dice: i feri carmi,

Il fragor, il suon dell’armi,

Dell’insegne il ventilar.

TUTTI.

Attendiam: un breve inciampo

Non ci turbi, non ci arresti;

E in silenzio il cor si appresti

La grand’opra a consumar.

Scena quinta

Oroveso e detti.

OROVESO.

Guerrieri! a voi venirne

Credea foriero d’avvenir migliore.

Il generoso ardore,

L’ira che in sen vi bolle

Io credea secondar: ma il Dio non volle.

CORO.

Come! le nostre selve

L’aborrito Proconsole non lascia?

Non riede al Tebro?

OROVESO.

Un più temuto e fiero

Latino condottiero

A Pollïon succede.

CORO.

E Norma il sa? di pace

È consigliera ancor?

OROVESO.

Invan di Norma

La mente investigai.

CORO.

E che far pensi?

OROVESO.

Al fato

Piegar la fronte, separarci, e nullo

Lasciar sospetto del fallito intento.

CORO.

E finger sempre?

OROVESO.

Cruda legge! il sento.

Con ferocia.

Ah! del Tebro al giogo indegno

Fremo io pure, all’armi anelo;

Ma nemico è sempre il cielo,

Ma consiglio è il simular.

CORO.

Sì, fingiam, se il finger giovi;

Ma il furore in sen si covi …

Divoriamo in cor lo sdegno,

Tal che Roma estinto il creda:

Dì verrà che desto ei rieda

Più tremendo a divampar.

Guai per Roma allor che il segno

Dia dell’armi il sacro altar.

Partono.

Scena sesta

Tempio d’Irminsul. Ara da un lato.

Norma, indi Clotilde.

NORMA.

Ei tornerà. Sì, mia fidanza è posta

In Adalgisa; ei tornerà pentito,

Supplichevole, amante. Oh! a tal pensiero

Sparisce il nuvol nero

Che mi premea la fronte, e il sol m’arride

Come del primo amore ai dì felici.

Esce Clotilde.

Clotilde!

CLOTILDE.

O Norma! … Uopo è d’ardir!

NORMA.

Che dici?

CLOTILDE.

Lassa!

NORMA.

Favella.

CLOTILDE.

Indarno

Parlò Adalgisa e pianse.

NORMA.

Ed io fidarmi

Di lei dovea? Di mano uscirmi, e bella

Del suo dolore presentarsi all’empio

Ella tramava.

CLOTILDE.

Ella ritorna al tempio.

Triste, dolente implora

Di proferir suoi voti.

NORMA.

Ed egli?

CLOTILDE.

Ed egli

Rapirla giura anco all’altar del Nume.

NORMA.

Troppo il fellon presume.

Lo previen mia vendetta, e qui di sangue …

Sangue romano … scorreran torrenti.

Si appressa all’ara, e batte tre volte lo scudo di Irminsul.

DRUIDI coro interno.

Squilla il bronzo del Dio!

CLOTILDE.

Cielo! che tenti?

Scena settima

Accorrono da varie parti Oroveso, i Druidi, i Bardi e le Ministre. A poco a poco il tempio si riempie d’armati. Norma si colloca sull’altare.

TUTTI.

Norma! che fu? Percosso

Lo scudo d’Irminsul, quali alla terra

Decreti intima?

NORMA.

Guerra,

Strage, sterminio.

TUTTI.

A noi pur dianzi pace

S’imponea per tuo labbro!

NORMA.

Ed ira adesso,

Stragi, furore e morti.

Il cantico di guerra alzate, o forti.

Inno Guerriero.

I

TUTTI.

Guerra, guerra! Le galliche selve

Quante han quercie producon guerrier;

Qual sul gregge fameliche belve

Sui Romani van essi a cader.

II

Sangue, sangue! Le galliche scuri

Fino al tronco bagnate ne son.

Sovra i flutti del Ligeri impuri

Ei gorgoglia con funebre suon.

III

Strage, strage, sterminio, vendetta,

Già comincia, si compie, s’affretta:

Come biade da falci mietute

Son di Roma le schiere cadute.

Tronchi i vanni, recisi gli artigli,

Abbattuta ecco l’aquila al suol.

A mirar il trionfo de’ figli

Ecco il Dio sovra un raggio di sol.

OROVESO.

Né compi il rito, o Norma?

Né la vittima accenni?

NORMA.

Ella fia pronta.

Non mai l’altar tremendo

Di vittime mancò.

S’ode un interno tumulto.

Ma qual tumulto!

Scena ottava

Clotilde frettolosa e detti.

CLOTILDE.

Al nostro tempio insulto

Fece un Romano: nella sacra chiostra

Delle vergini alunne egli fu côlto.

TUTTI.

Un Romano?

NORMA.

(Che ascolto?

Se mai foss’egli?)

TUTTI.

A noi vien tratto.

NORMA.

(È desso!)

Scena nona

Pollione fra Soldati e detti.

OROVESO E CORO.

È Pollïon!

NORMA.

(Son vendicata adesso.)

OROVESO assai maestoso.

Sacrilego nemico, e chi ti spinse

A vïolar queste temute soglie,

A sfidar l’ira d’Irminsul?

POLLIONE con fierezza.

Ferisci!

Ma non interrogarmi.

NORMA svelandosi.

Io ferir deggio.

Scostatevi.

POLLIONE.

Chi veggio?

Norma!

NORMA.

Sì, Norma.

TUTTI.

Il sacro ferro impugna,

Vendica il tempio e il Dio.

NORMA.

Sì, feriamo.

Prende il pugnale dalle mani di Oroveso; ma poi si arresta.

TUTTI.

Tu tremi?

NORMA.

(Ah, non poss’io.)

TUTTI.

Che fia? perché t’arresti?

NORMA.

(Poss’io sentir pietà!)

TUTTI.

Ferisci.

NORMA.

Io deggio

Interrogarlo … investigar qual sia

L’insidïata o complice ministra

Che il profan persuase a fallo estremo.

Ite per poco.

TUTTI.

(Che far pensa?)

POLLIONE.

(Io fremo.)

Oroveso e il Coro si ritirano; il tempio rimane sgombro.

Scena decima

Norma e Pollione.

NORMA.

In mia mano alfin tu sei;

Niun potria spezzar tuoi nodi.

Io lo posso.

POLLIONE.

Tu nol dêi.

NORMA.

Io lo voglio.

POLLIONE.

E come?

NORMA.

M’odi.

Pel tuo Dio, pe’ figli tuoi …

Giurar dêi che d’ora in poi

Adalgisa fuggirai …

All’altar non la torrai …

E la vita io ti perdono …

E mai più ti rivedrò.

Giura.

POLLIONE.

No: sì vil non sono.

NORMA con furore represso.

Giura, giura.

POLLIONE con forza.

Ah! pria morrò.

NORMA.

Non sai tu che il mio furore.

Passa il tuo?

POLLIONE.

Ch’ei piombi attendo.

NORMA.

Non sai tu che ai figli in core

Questo ferro? …

POLLIONE con un grido.

Oh Dio! che intendo!

NORMA con pianto lacerante.

Sì, sovr’essi alzai la punta …

Vedi … vedi … a che son giunta!

Non ferii, ma tosto … adesso

Consumar potrei l’eccesso …

Un istante … e d’esser madre

Mi poss’io dimenticar.

POLLIONE.

Ah! crudele, in sen del padre

Il pugnal tu dêi vibrar.

A me il porgi.

NORMA.

A te!

POLLIONE.

Che spento

Cada io solo!

NORMA.

Solo! Tutti.

I Romani a cento a cento

Fian mietuti, fian distrutti …

E Adalgisa …

POLLIONE.

Ahimè!

NORMA.

Infedele

A’ suoi voti …

POLLIONE.

Ebben, crudele?

NORMA con furore.

Adalgisa fia punita,

Nelle fiamme perirà.

POLLIONE.

Ah! ti prendi la mia vita,

Ma di lei, di lei pietà.

NORMA.

Preghi alfine? indegno! è tardi.

Nel suo cor ti vo’ ferire.

Già mi pasco ne’ tuoi sguardi

Del tuo duol, del suo morire;

Posso alfine, e voglio farti

Infelice al par di me.

POLLIONE.

Ah! t’appaghi il mio terrore:

Al tuo pie’ son io piangente …

In me sfoga il tuo furore,

Ma risparmia un’innocente;

Basti, basti a vendicarti

Ch’io mi sveni innanzi a te.

Dammi quel ferro.

NORMA.

Che osi?

Scòstati.

POLLIONE.

Il ferro, il ferro!

NORMA.

Olà, ministri,

Sacerdoti, accorrete.

Scena ultima

Ritornano Oroveso, i Druidi, i Bardi e i Guerrieri.

NORMA.

All’ira vostra

Nuova vittima io svelo. Una spergiura

Sacerdotessa i sacri voti infranse,

Tradì la patria e il Dio degli avi offese.

TUTTI.

Oh delitto! oh furor! La fa palese.

NORMA.

Sì, preparate il rogo.

POLLIONE.

Oh! ancor ti prego.

Norma, pietà.

TUTTI.

La svela.

NORMA.

Udite. (Io rea,

L’innocente accusar del fallo mio?)

TUTTI.

Parla: chi è dessa?

POLLIONE.

Ah! non lo dir.

NORMA.

Son io.

TUTTI.

Tu! Norma!

NORMA.

Io stessa, il rogo ergete.

TUTTI.

(D’orror io gelo!)

POLLIONE.

(Mi manca il cor.)

TUTTI.

Tu delinquente!

POLLIONE.

Non le credete.

NORMA.

Norma non mente.

TUTTI.

Oh! quale orror!

NORMA.

Qual cor tradisti, qual cor perdesti

Quest’ora orrenda ti manifesti.

Da me fuggire tentasti invano;

Crudel Romano, tu sei con me.

Un nume, un fato di te più forte

Ci vuole uniti in vita e in morte.

Sul rogo istesso che mi divora,

Sotterra ancora sarò con te.

POLLIONE.

Ah! troppo tardi t’ho conosciuta …

Sublime donna, io t’ho perduta …

Col mio rimorso è amor rinato,

Più disperato, furente egli è.

Moriamo insieme, ah! sì, moriamo:

L’estremo accento sarà ch’io t’amo.

Ma tu morendo non m’aborrire,

Pria di morire perdona a me.

TUTTI.

Oh! in te ritorna, ci rassicura:

Canuto padre te ne scongiura:

Di’ che deliri, di’ che tu menti,

Che stolti accenti uscîr da te.

Il Dio severo che qui t’intende,

Se stassi muto, e il tuon sospende,

Indizio è questo, indizio espresso

Che tanto eccesso punir non de’.

Norma! … deh! Norma! scòlpati …

Taci? ne ascolti appena?

POLLIONE scuotendosi con un grido.

Cielo! e i miei figli?

POLLIONE.

Ahi! miseri!

NORMA volgendosi a Pollione.

I nostri figli?

POLLIONE.

Oh pena!

Norma, come colpita da un’idea, s’incammina verso il padre.

TUTTI.

Norma, sei rea?

NORMA disperatamente.

Sì, rea,

Oltre ogni umana idea.

TUTTI.

Empia!

NORMA ad Oroveso.

Tu m’odi!

OROVESO.

Scòstati.

NORMA a stento trascinandosi in disparte.

Deh! m’odi!

OROVESO.

Oh! mio dolor!

NORMA piano ad Oroveso.

Son madre …

OROVESO colpito

Madre!!!

NORMA.

Acquetati.

Clotilde ha i figli miei …

Tu li raccogli … e ai barbari

Li invola insiem con le …

OROVESO.

Giammai … giammai … va, lasciami.

NORMA s’inginocchia.

Ah! padre! … un prego ancor.

Deh! non volerli vittime

Del mio fatale errore …

Deh! non troncar sul fiore

Quell’innocente età.

Pensa che son tuo sangue …

Abbi di lor pietà.

Padre! tu piangi!

OROVESO.

Oppresso è il core.

NORMA.

Piangi e perdona.

OROVESO.

Ha vinto amore.

NORMA.

Ah, tu perdoni. – Quel pianto il dice.

POLLIONE E NORMA.

Contento (a) il rogo – ascenderò.

Io più non chiedo. – Io son felice.

OROVESO.

Ah! consolarmene – mai non potrò.

CORO.

Piange … prega … che mai spera?

Qui respinta è la preghiera.

Le si spogli il crin del serto:

Sia coperto di squallor.

I Druidi coprono d’un velo nero la Sacerdotessa.

Vanne al rogo: ed al tuo scempio

Purghi l’ara e lavi il tempio;

Maledetta all’ultim’ora,

Maledetta estinta ancor!

OROVESO.

Va, infelice!

NORMA incamminandosi.

Padre … addio.

POLLIONE.

Il tuo rogo, o Norma, è il mio.

Là più puro, là più santo

Incomincia eterno amor.

OROVESO.

Sgorga alfin, prorompi, o pianto:

Sei permesso a un genitor.

Fine

Vincenzo Bellini – Norma

Vincenzo Bellini
Norma

Tragische Oper in zwei Aufzügen

Personen

Sever, römischer Prokonsul in Gallien (Tenor)

Orovist, Haupt der Druidenpriester (Baß)

Norma, dessen Tochter, Oberpriesterin, eine Seherin (Sopran)

Adalgisa, Priesterin im Haine der Irminsäule (Sopran)

Klothilde, Normas Freundin (Sopran)

Flavius, Severs Begleiter (Tenor)

Zwei kleine Söhne Severs und Normas

Druidenpriester

Barden

Tempelwächter

Priesterinnen

Gallisches Kriegsvolk

Knaben

Ort der Handlung: Gallien, im und am heiligen Hain des Gottes Irmin und die Felsenwohnung Normas.

Im ersten Aufzug der heilige Hain des heidnischen Gottes Irmin. Dann die Felsenwohnung Normas. Im zweiten Aufzug dieselbe Felsenwohnung. Dann Waldgegend. Dann der heilige Hain wie im ersten Aufzug.

Zeit: 100 nach Christi Geburt.

Rechts und links vom Darsteller.

Spielzeit: Zwei Stunden fünfundvierzig Minuten.

Erste Aufführung: Mailand, Donnerstag, den 26. Dezember 1831.

Ouverture.

(Fünf Minuten.)

Erster Aufzug.

Nr. 1. Introduktion und Chor.

Der Vorhang hebt sich nach dem zwanzigsten Takte.

Der heilige Hain des heidnischen Gottes Irmin.

Rechts unter einer großen, mit Misteln bewachsenen Eiche auf Stufen die Säule des Gottes und der Druidenstein, der als Altar dient; an der Eiche aufgehängt das Schwert des Brennus neben einem Schild. Links hinten ein Felsenablauf.

Es ist Nacht; der Mond ist von Wolken bedeckt.

Rechts und links vom Darsteller.

Erster Auftritt.

Achtzehn gallische Anführer und Krieger. Weißgekleidete Druidenpriester. Vier Tempelwächter. Zwei Knaben. Dann Orovist, das Oberhaupt der Druiden.

Achtzehn gallische Krieger mit Schilden, Lanzen,

Keulen und Beilen bewaffnet, weißgekleidete Druidenpriester, zwei Tempelwächter mit großen Lanzen und umgehängten Hörnern, zwei Knaben mit Fackeln kommen von rechts hinter dem Druidenstein.

Orovist kommt als der letzte von rechts hinten und tritt zum Druidenstein.

Zwei Tempelwächter mit Lanzen und Hörnern folgen ihm und nehmen neben den beiden anderen Tempelwächtern Aufstellung.

Alle verbeugen sich vor dem Druidenstein rechts.

OROVIST.

Steig’ auf den Hügel, Druidenschar,

Späh’ durch die dunkeln Zweige,

Ob hell bestrahlend den Altar

Das neue Licht sich zeige!

Die Priester verneigen sich.

OROVIST.

Wenn es dem Ost entstiegen,

Erschallen die Gesänge

Der frohbewegten Menge,

Und dreimal tön’ das heil’ge Erz,

Kündend das Heil dem Land.

CHOR.

Norma bricht die geweihte Frucht

Im heil’gen Hain!

OROVIST.

Ja, Norma darf’s allein!

Allein!

CHOR.

Allein, allein!

Möge der Gott der Schlachten

Auf ihrer Stirne thronen,

Daß, die nach Rache schmachten,

Töten die Legionen,

Welche im blinden Rachedurst

Roma hierher gesandt, ja!

OROVIST.

Ja, es soll in wilder Flucht,

Römer, dein Heer erzittern!

Bald soll des Galliers schwere Wucht

Den Adlersitz zersplittern!

Schrecklich sei unsre Stimme,

Ähnlich des Donners Grimme!

OROVIST UND CHOR.

Bebe, du stolze Cäsarstadt,

Er naht, dein Rächer naht!

CHOR.

Schrecklich sei unsre

Stimme, ähnlich des Donners Grimme!

OROVIST.

Ähnlich des Donners Grimme!

CHOR.

Bebe, du stolze

Cäsarstadt, er nahet, der Rächer naht!

OROVIST.

Bebe, du Stadt! er naht, der Rächer naht!

Er verneigt sich gegen den Druidenstein und entfernt sich nach links über den Felsenablauf.

Die vier Tempelwächter und die beiden Knaben folgen ihm.

Die Priester und die Krieger gehen ebenso ab hinter dem Felsenablauf.

OROVIST UND CHOR entfernt.

Mond, wenn dein milder Strahl erglänzt,

Tritt Norma zum Altar!

Ihre Stimmen verhallen.

O Luna, erscheine!

Der römische Prokonsul Sever kommt, in seinen Mantel gehüllt, rasch und vorsichtig spähend, von rechts vorn.

Sein Begleiter Flavius mit Mantel und Schwert, folgt ihm.

Zweiter Auftritt.

Flavius, Sever zu seiner Linken. Dann Stimmen der Priester.

Nr. 2. Recitativ und Kavatine.

SEVER horchend.

Die Stimmen verhallen,

Frei finden wir die Pfade aus des Waldes Dunkel.

FLAVIUS tritt mahnend zu ihm.

Tod lauscht in diesem Walde,

Weissagte Norma.

SEVER.

O nenn’ den Namen nicht,

Er macht mich schaudern!

FLAVIUS erstaunt.

Wie deut’ ich das?

Die Traute, die Mutter deiner Söhne?

SEVER.

Dem Freundesherzen darf ich kühn

Vertrauen, was mich tief betrübet.

Einst liebt’ ich Norma,

Doch bald zerrissen der Liebe Bande,

Die Triebe, die mich an sie gefesselt;

Den Abgrund seh’ ich zu meinen Füßen,

Und muß hinab mich stürzen.

FLAVIUS dringlich.

Liebst eine andere du?

Er wendet sich beobachtend nach hinten.

SEVER mahnend sich umsehend.

O rede leise! Ja, ich liebe eine andere!

Adalgisa!

Du sollst sie sehen,

Des Lenzes schönste Blüte,

Die verborgen hier prangt.

Im Dienst des Tempels, des blutbefleckten Götzen,

Gleicht ihre Anmut

Einem Strahle der Sonne aus finstern Wolken.

FLAVIUS betroffen.

Ach, armer Freund!

Und schenkt sie dir Gegenliebe?

SEVER.

Wohl darf ich hoffen.

FLAVIUS warnend.

Wird Norma die Schmach nicht blutig rächen?

SEVER.

Entsetzen im Blicke, Medeen ähnlich

Glaubt’ ich sie zu erblicken.

Ein Traumbild –

FLAVIUS.

Erzähle!

SEVER.

Ha! die Erinnrung macht mich beben!

Kavatine.

SEVER.

Mit Adalgisa Hand in Hand

Träumt’ ich mich am Traualtare;

Sie trug ein weißes Brautgewand,

Blumen im Lockenhaare.

Hell brannten Hymens Fackeln schon,

Laut tönt’ ein Lied der Minne Lohn,

Da schwanden meine Sinne,

Und mich durchströmte ein Hochgefühl. –

Plötzlich taucht auf ein Schattenbild,

Schreitet langsam zum Tempel nieder;

Und ein Druidenmantel hüllt ein

Die halberstarrten Glieder.

Schnell brannte Hymens Fackel aus,

Schweigend entflohen alle;

Die frohgeschmückte Halle

Glich einem Leichenhaus!

Im Hintergrunde beginnt der Mondschein, vorn bleibt es dunkel.

Und ach, verschwunden war die Braut,

Samt den geliebten Söhnen;

Fernher erklang ihr Schmerzenslaut

Und meiner Kinder Stöhnen.

Da steigt aus dumpfer Gruft herauf

Ein Weib, den Stahl gerötet:

»Norma hat sie getötet,

So straft sie den Verrat!« –

Das heilige Erz ertönt links entfernt.

Der Mond wird allmählich sichtbar.

FLAVIUS.

Hörst du? – Ihrem Amte vorzustehn,

Nahet Norma dem heil’gen Haine!

CHOR DER PRIESTER links entfernt.

Luna erscheint am Horizont.

Fliehet, ihr Ungeweihten!

Flieht, Ungeweihte!

FLAVIUS drängend.

Eile!

SEVER bestimmt.

Ich bleibe!

FLAVIUS mahnend.

Hör’, o hör’ mich!

SEVER empört.

Schändliche!

FLAVIUS wie vorher.

Entflieh’!

SEVER nach links drohend.

Fürchtet meinen Zorn!

FLAVIUS gesteigert.

Fliehe nur schnell,

Gefahr bringt der Verzug!

SEVER ebenso.

Stürzen will ich den Götzendienst,

Entlarven den Betrug!

FLAVIUS wie vorher.

O eile nur schnell!

CHOR DER PRIESTER links entfernt.

Fliehet, ihr Ungeweihten!

FLAVIUS.

Gefahr brächte der Verzug!

SEVER mit Festigkeit.

Was mich kräftigt und beseelt,

Scheuet nicht der Menschen Stärke;

Was in der Gefahr mich stählt,

Liebe ist es, die Großes stets gebar.

Ihre Hand mir zu erringen,

Will ich kühn die Waffen schwingen,

In ihr Heiligtum zu dringen

Und zerstören den Altar.

FLAVIUS mit fortgesetzt mahnendem Drängen.

Eile!

Fliehe!

SEVER.

Stürzen will ich den Götzendienst!

FLAVIUS.

Gefahr bringt der Verzug!

Fliehe nur schnell!

SEVER.

Zerstören den Altar!

CHOR DER PRIESTER links entfernt.

Luna erscheint am Horizont,

Fliehet, ihr Ungeweihten! Ungeweihte!

SEVER.

Was mich kräftigt und beseelt,

Scheuet nicht der Menschen Stärke;

Was in der Gefahr mich stählt,

Liebe ist es, die Großes stets gebar.

Ihre Hand mir zu erringen,

Will ich meine Waffen schwingen,

In ihr Heiligtum zu dringen

Und zerstören den Altar!

Ich will zerstören nun den Altar!

Flavius zieht Sever ab nach links vorn.

Heller Mondschein fällt auf den Druidenstein (Altar) rechts.

Die vier Tempelwächter kommen im ersten Takt mit Hörnern auf den Felsenablauf links, bleiben oben stehen und blasen.

Die zwei Knaben mit Fackeln folgen und nehmen rechts vorn Aufstellung.

Priesterinnen mit Mantel, Schleier und Kranz kommen im fünften Takt von rechts hinter dem Druidenstein.

Orovist und die Priester kommen im neunten Takt von links hinter dem Felsenablauf.

Zwei Barden mit Harfen folgen den Priestern.

Die gallischen Krieger folgen von ebendaher zuletzt.

Dritter Auftritt.

Orovist. Priester. Priesterinnen. Tempelwächter. Barden. Krieger. Knaben.

Alle verneigen sich nach rechts gegen die Säule Irmins.

Ein Knabe geht hinauf zum Druidenstein, entzündet mit seiner Fackel die Opferflamme und kehrt auf seinen Platz zurück.

Nr. 3. Chor.

ALLE.

Norma schreitet, des Eisenkrauts Blüte

Schlingt sich heilig durch wallende Locken;

In der Hand glänzt die goldene Sichel

Als des wechselnden Mondes Symbol.

Sie erscheint, und die Sterne der Römer,

Glänzend erst, sind in Wolken verhüllet;

Sie strecken die Arme nach der Säule Irmins aus.

Irmin herrscht im Raume des Äthers,

Gleich Kometen, bedrohend die Welt.

Die vier Tempelwächter blasen.

Norma kommt von rechts hinter dem Druidenstein;

ihre Haare sind gelöst, ihr Haupt umgiebt ein Kranz von Eisenkraut, in der Hand trägt sie eine goldene Sichel.

Acht Dienerinnen folgen ihr; zwei Dienerinnen tragen je ein Bündel von Mistelzweigen; vier Dienerinnen tragen leere flache Körbchen.

Vierter Auftritt.

Die Vorigen. Norma. Dienerinnen.

Norma tritt hinauf vor den Druidenstein, legt die Sichel darauf und erhebt die Blicke wie begeistert zum Himmel.

Die acht Dienerinnen nehmen vor den Stufen des Druidensteins Aufstellung.

Hellster Mondschein überflutet Norma.

Allgemeine Stille.

Nr. 4. Scene und Kavatine.

NORMA.

Wer läßt hier Aufruhrstimmen,

Wer Kriegesruf ertönen?

Wollt ihr die Götter zwingen,

Eurem Willen zu folgen?

Wer wagt vermessen, gleich der Prophetin,

Der Zukunft Nacht zu lichten?

Wollt ihr der Götter Plan vorschnell vernichten?

Nicht Menschenkräfte können

Die Wirren dieses Landes schlichten.

OROVIST.

Wie lange noch soll lasten feindliches Joch

Auf Galliens Gefilden?

Die Tempel sind entheiligt,

Das Land die Beute von Roms

Gefräß’gen Adlern.

Nicht länger darf es rosten,

Das Schwert des großen Brennus!

CHOR mit energischer Bewegung.

Laß es rasch uns erheben!

NORMA.

Daß es zersplittre? – Zersplittre!

Ja, wenn tollkühn ihr versuchet,

Allzufrüh es zu zeigen!

Die Männer ziehen sich betroffen einen Schritt zurück.

NORMA.

Es sind die Tage eurer blutigen Rache

Noch nicht erschienen;

Der Römer Wurfgeschosse

Sind dem gallischen Beile

Noch viel zu mächtig.

OROVIST UND CHOR ruhig und gemessen.

Was kündet dir die Gottheit? Rede! weissage!

Höchste Aufmerksamkeit.

NORMA.

In den geheimen Blättern hab’ ich gelesen:

Dem Untergang verfallen ist jene stolze Roma,

Und Blutesbäche färben die mächtige Stadt!

Doch nicht durch Gallier,

Rom fällt durch eigne Schwäche,

Fällt durch Laster und Verrat!

Bedeutend.

Harret der Stunde, sie ist nicht fern,

Die Schmach und Elend rächet!

Friede gebiet’ ich, während die Mistel ich breche!

Sie streckt ihre Arme gen Himmel aus.

Die zwei Barden nehmen ihre Harfen zur Hand und spielen.

Die zwei Dienerinnen mit den Mistelbündeln gehen zu Norma hinauf und knieen vor sie hin.

Die vier Dienerinnen mit den leeren Körbchen ebenso.

Die letzten zwei Dienerinnen bleiben unten.

Norma nimmt die Sichel vom Druidenstein und erhebt sie segnend über die Mistelbündel.

Alle werfen sich auf die Kniee.

Der Mond leuchtet in seinem vollen Glanze.

Norma schneidet hierauf mit der Sichel die heilige Mistel von der Eiche und legt sie in die Körbchen der vier Dienerinnen; nach den fünfzehn Takten des Ritornells legt sie die Sichel auf den Druidenstein.

Die sechs Dienerinnen erheben sich, treten herunter und knieen unten wieder nieder.

NORMA.

Keusche Göttin im silbernen Glanze,

Thaue Segen auf die dir geweihte Pflanze!

Deines Anblicks laß uns erfreuen,

Wolkenfrei und schleierlos!

OROVIST UND CHOR.

Keusche Göttin im Silberglanze,

Thaue Segen auf diese Pflanze!

Deines Anblicks laß uns freuen,

Wolkenfrei und schleierlos!

NORMA.

Schleierlos, ja, schleierlos!

Laß nicht Zwietracht sich erneuen,

Träufle Balsam in die Wunden,

Bis den Frieden wir gefunden,

Der erkeimt aus deinem Schoß.

OROVIST UND CHOR.

Bis wir jenen Frieden aufgefunden,

Der entkeimt aus deinem Schoß!

Die zwei Barden enden ihr Harfenspiel.

Norma schreitet herab und nimmt die Mitte.

Alle erheben sich.

NORMA.

Nun trennt euch alle, kein Frevler wage

Diese Haine zu beschreiten;

Wenn die Götter schleudern ihre Racheblitze,

Um die Feinde zu zerstören,

Hört ihr vom Druidensitze

Meiner Stimme Donnerton!

Die Krieger erheben drohend die Waffen.

OROVIST UND CHOR feurig.

Rufe! Nicht einer soll entrinnen!

O gebiete! Laß uns beginnen,

Und als erstes Racheopfer

Falle der Prokonsul Roms!

Norma tritt noch etwas weiter vor, steht ganz für sich.

Die Dienerinnen mit den Körben voll Mistelzweigen gehen zu den einzelnen Gruppen und verteilen die Zweige.

NORMA.

Er fällt! Ich kann ihn töten!

Für sich.

Doch ihn töten? Mein Herz sagt nein! –

Entflohner, kehre wieder,

An meiner Brust erwarme,

Und diese mächt’gen Arme

Sind deines Lebens Pfand.

O kehre wieder mit heitern Blicken,

Nur du bist mein Entzücken,

Meine Seligkeit!

OROVIST UND CHOR unter sich.

Kommt langsam auch geschritten

Der süße Tag der Rache,

Ist doch in allen Hütten

Die Kampfeslust entbrannt;

Bleibet doch auf Berg’, in Hütten

Die Kampfeslust entbrannt!

NORMA für sich.

Ach! Entflohner, kehre wieder,

An meiner Brust erwarme,

Und diese mächt’gen Arme

Sind deines Lebens Pfand!

O kehre wieder mit heiteren Blicken,

Nur du bist mein Entzücken,

Meine Seligkeit!

OROVIST UND CHOR.

Es bleibt auf Bergen und in Hütten

Doch die Kampfeslust entbrannt!

NORMA für sich.

O sieh’ mein Sehnen,

Sieh’ meine Thränen,

O schlinge wieder

Der Liebe Band!

Kehre wieder, sieh’ meine Thränen!

OROVIST UND CHOR.

Zur Rache!

NORMA für sich.

Sieh’ die Thränen,

Sieh’ mein Sehnen,

Schlinge wieder

Der Liebe Band!

Sieh’ die Thränen,

O sieh’ mein Sehnen,

Schlinge wieder

Der Liebe Band!

OROVIST UND CHOR.

Auf den Bergen, in den Hütten

Bleibt die Kampfeslust entbrannt!

Die Knaben verlöschen das Feuer auf dem Druidenstein; einer nimmt die Sichel an sich.

Alle wenden sich zum Abgang nach rechts.

Norma, die Priesterinnen, die acht Dienerinnen, die Krieger gehen ab nach rechts hinten.

Orovist, die Priester, die Barden, die Tempelwächter, die Knaben entfernen sich nach rechts vorn.

Die Priesterin Adalgisa kommt von rechts hinter dem Druidenstein.

Fünfter Auftritt.

Adalgisa allein.

Nr. 5. Scene und Duett.

ADALGISA wird lebhaft nach dem achten Takte sichtbar; dann hält sie inne und schreitet, nachdem sie sich umgesehen, träumerisch vor.

Einsam sind diese Haine, fort die Druiden! –

Sie kommt weiter vor und preßt die Hände aufs Herz.

Ungesehen fließen nun meine Thränen,

Hier, wo ich zum erstenmale

Den Helden Roms, wehe mir! erblickte,

Der vergessen mich machte

Des Tempels, der Götter!

Wär’ der Traum doch vorbei!

Fruchtloses Hoffen! Ein unerklärlich

Sehnen bringt mich ihm nahe;

In seinem Anblick schwelgt mein krankes Auge;

Ich höre seine Stimme in Zephyrs Flüstern

Und im Säuseln der Blätter.

Sie eilt nach rechts zu dem Druidenstein und wirft sich auf die Kniee.

O beschütze mich, du Starker!

O beschütze mich, beschütze mich,

Du Starker, beschütze mich,

Es wanket, es wanket mein Glaube!

Du Starker, sei gnädig mir!

Mein Glaube, ach, mein Glaube wankt!

Sie erhebt sich langsam.

Der römische Prokonsul Sever kommt mit seinem Begleiter Flavius von links hinten.

Sechster Auftritt.

Adalgisa rechts vorn. Sever links hinten, Flavius an seiner Seite.

SEVER leise zu Flavius.

Da ist sie! Fort!

Ich will nichts weiter hören!

Flavius geht ab nach links hinten.

Siebenter Auftritt.

Adalgisa. Sever.

Sever kommt nach vorn.

ADALGISA bemerkt ihn, erschrocken.

Du! Du hier?

SEVER.

Was seh’ ich? Du hast geweint?

ADALGISA.

O sei barmherzig und laß mich beten!

SEVER.

Du flehst zu Göttern, die grausam,

Tyrannisch, stets abhold

Deinen Wünschen und den meinen.

Ach, Adalgisa, der Gott,

Zu dem wir rufen, ist Amor.

ADALGISA.

Weh’ mir, o schweige, nicht darf ich weilen.

Sie entfernt sich von ihm.

SEVER.

Willst du mich fliehen?

Welch Ort wäre so geheim,

Den ich nicht fände?

ADALGISA.

Der Tempel, des Gottes Altar,

Dem ich Treue geschworen.

SEVER.

Dem Gotte! und unsrer Liebe?

ADALGISA.

Muß ich entsagen! –

SEVER sehr leidenschaftlich.

Geh’ und opfre den falschen Göttern,

Opfre ihnen denn und bring’ mein Blut zur Sühne!

Er umschlingt Adalgisa.

Adalgisa sucht sich ihm zu entziehen.

SEVER.

Opfernd magst du, magst du’s vergießen,

Nimmer kann ich dich verlassen,

Nein, nein, dich nie verlassen! –

Adalgisa hat sich losgemacht und weist mit der Rechten nach rechts auf die Säule des Gottes Irmin, mit der Linken auf sich: »sie habe sich den Göttern geweiht!«

SEVER.

Nur dein Mund schwur den Altären,

Doch dein Herz, es schwur zu mir;

Mir nur sollst du angehören,

Niemals mehr entsag’ ich dir.

ADALGISA.

Ach, du weißt nicht, wie sehr ich leide,

Wie mein Herz dich warm verteidigt!

Dem Altare, den ich beleidigt,

Naht ich mich mit Kindesfreude.

Sie streckt hilfesuchend beide Arme nach der Säule des Gottes aus: »Vergebliches Flehen, ich bin schuldbeladen.«.

Heiter blickte einst mein Auge

Zu des Himmels Blau empor;

Nun ist mir sein Glanz entschwunden,

Da ich meine Ruh’ verlor.

SEVER.

Mildre Sitten, schönre Sonne

Bietet Rom, wohin wir eilen.

ADALGISA aufs höchste erschrocken.

Fort du? Fort du?

SEVER.

Zu neuen Thaten!

ADALGISA.

Fort du? Und ich?

SEVER.

Du folgst dem Gatten!

Amor ist der Gott der Götter,

Weiche seiner sanften Macht!

ADALGISA.

Unsre Priester, unsre Seher –

SEVER.

Sie schreien Wehe!

Und versinken dann in Nacht!

ADALGISA.

Ach, wer rettet? –

SEVER.

Von der Liebe bist du bewacht.

ADALGISA.

Nein, ich darf nicht,

Wachsam lauert der Verdacht.

SEVER.

Du könntest fliehen und mich verlassen?

Und mich verlassen? Adalgisa! Adalgisa!

Komm nach Rom, dem Schmuck der Städte,

Wo der Freude Nektarschale

Froh uns winkt zum Göttermahle

Und die Sorge sinkt in Lethe!

Säume nicht, die Feinde wachen,

Folge deines Herzens Ruf!

Glücklich sein und glücklich machen,

Welch ein herrlicher Beruf!

ADALGISA.

Ja, das sind die süßen Laute,

Ja, das sind die Liebeszeichen.

Welche Gott Irmins Vertraute

Vom Altare selbst verscheuchen!

Nimmer kann ich widerstehen

Diesem innern Herzensdrang!

Götter, hört mein heißes Flehen,

Zürnet nicht, daß mein Herz ich nicht bezwang!

SEVER drängend.

So komme!

ADALGISA zögernd.

Laß mich hier.

SEVER mit geöffneten Armen.

Sieh’ die Arme ausgebreitet!

ADALGISA.

Ach, laß mich!

SEVER.

Du könntest mich verlassen?

ADALGISA.

Ach, Schande mich begleitet.

SEVER.

Für mich nicht alles wagen?

ADALGISA.

O höre meine Stimme!

SEVER.

Adalgisa!

ADALGISA.

Sieh’, wie ich weine,

Sieh’ den Kampf der Pflicht und Liebe!

SEVER.

Adalgisa, gehorch dem Triebe!

ADALGISA.

Harre – du –

Ach, vergebens, ich bin die deine!

Umarmung.

SEVER.

Morgen in der Frührot Stunde

Harr’ ich dein!

ADALGISA.

Zum ew’gen Bunde!

SEVER.

Schwöre!

ADALGISA.

Heilig!

SEVER.

Geliebte Seele, ich darf hoffen?

ADALGISA.

Ja, du darfst hoffen,

Treulos bin ich den Altären,

Treu werd’ ich der Liebe sein!

SEVER.

Mildre Götter wirst du ehren,

Und verachten den Betrug –

ADALGISA.

Treu werd’ ich, ja, treu

Der Liebe sein,

Ja, treu der Liebe sein!

SEVER.

Verachten den Betrug und Schein,

Und treu der Liebe sein!

Er verläßt sie nach inniger Umarmung und geht ab nach links hinten.

Adalgisa wendet sich zum Abgang nach rechts hinten.

Verwandlung.

Nr. 6. Duett.

Der Vorhang hebt sich nach dem fünfundzwanzigsten Takte.

Normas Felsenwohnung mit einer Mittelöffnung, deren Vorhänge geschlossen sind; hinter den Vorhängen eine Lagerstätte mit einer Fensteröffnung darüber. Rechts eine Felsenöffnung als Eingang. Zur Rechten ein Steinaltar; mehr nach der Mitte hin auf Tierfellen ein Blocksitz. Links ein Herd; in seiner Nähe auf Tierfellen ein Ruhelager; an der linken Hinterwand ein Steintisch.

Es ist Tag.

Achter Auftritt.

Klothilde, die beiden Kinder Normas an der Hand führend; Norma ohne Mantel und Schleier zu ihrer Linken.

NORMA geht auf die Kinder zu und wendet sich bebend vor ihnen zurück; zu Klothilde.

Geh’ jetzt, ich will sie nicht mehr sehen!

Schauder ergreift mich,

Wenn ich sie will umarmen!

Sie setzt sich auf das Ruhelager links, mit dem Arm auf dem Lager ihren Kopf stützend.

KLOTHILDE.

Woher der Zwiespalt in deiner Brust?

Es sind so gute Kinder!

NORMA gepeinigt.

Frag’ nicht! – In diesem Herzen

Wechseln Gefühle. Bald herrscht die Liebe,

Bald hass’ ich meine Kinder. Bald macht ihr Anblick mir Freude,

Bald wieder Kummer. Jetzt möcht’ ich sie herzen,

Jetzt zornig strafen, bald mich und sie verwünschen,

Daß ich die Mutter.

KLOTHILDE.

Und du bist Mutter!

NORMA leidenschaftlich aufspringend.

O wär’ ich’s nicht.

KLOTHILDE rasch.

Du sprichst in Rätseln!

NORMA.

Du kannst mich nicht verstehen,

Du treue Seele.

Sehr wichtig.

Vom Senat berufen

Ist Sever.

KLOTHILDE.

Du wirst ihm folgen?

NORMA betroffen, langsam und düster.

Darüber schwieg sein Mund.

Mit steigender Aufregung.

Ach! Wenn er fliehen könnte,

Und mich verließe! Wenn er vergessen könnte

Mich und die Kinder!

KLOTHILDE.

Und glaubst du? –

NORMA mit einigen Schritten nach links.

Gewißheit! Sie wäre minder grausam

Als böse Ahnung, als trüber Zweifel! –

Ich höre Tritte!

Zu Klothilde.

Geh’, verbirg sie!

Klothilde geht mit den Kindern ab durch die Mittelvorhänge.

Die Vorhänge fallen hinter ihr wieder zu.

Adalgisa kommt mit dem Eintritt des Andante von rechts.

Neunter Auftritt.

Adalgisa, Norma zu ihrer Linken.

Adalgisa steht still.

NORMA.

Adalgisa!

ADALGISA für sich.

Herz, bleibe standhaft!

NORMA.

Tritt näher, du holdes Wesen!

Adalgisa bleibt stehen.

NORMA.

Komm näher! Du scheinst zu zittern?

Zu sprechen wünschest du mit mir,

Geheimes trägst du auf dem Herzen?

ADALGISA.

So ist’s. Doch du bist strenge,

Kennst nicht die Macht der Leidenschaft,

Der Schwäche bist du verschlossen.

Sie tritt näher und wirft sich vor Norma auf die Kniee.

Wo find’ ich Stärke, mein Herz

Dir zu entschleiern?

Dir mich zu entdecken!

NORMA.

Vertraue und rede, was betrübt dich?

ADALGISA nach einem Augenblick des Bedenkens.

Die Liebe –

Norma macht eine Bewegung.

ADALGISA.

O zürne nicht!

Lange hab’ ich gestritten, sie zu besiegen,

All’ meine Kraft verschwendet,

Eifrig gebetet – Ach, alles fruchtlos!

So wisse, was ich ihm zugeschworen:

Den Tempel meiden und den Altar,

Dem ich verlobt, verraten,

Mein Heimatland verlassen –

NORMA.

Halt ein, Verirrte!

Sie legt ihre Hand auf Adalgisas Haupt.

Im Morgenrot des Lebens

Ist dein Stern schon versunken?

Sie hebt Adalgisa auf und führt sie nach dem Ruhelager links.

Erzähle mir alles!

Sie sitzt und hält Adalgisas Hände.

Wie faßte dich die Glut?

ADALGISA zu Normas Füßen knieend.

Von einem Blicke, von einem Seufzer

Im geweihten Haine, dort am Altare,

Wo ich in Andacht flehte. Ich bebte,

Auf meiner Lippe starb das Wort des Gebetes.

Norma läßt allmählich Adalgisas Hände los und versinkt in träumerisches Erinnern.

ADALGISA.

Ich war versunken in nie geahnte Wonne,

Sah andre Himmel und andre Sonnen,

Er war mein alles, mein Himmel!

NORMA für sich.

O Rückerinnrung!

So war mein Los, so ward mein Aug’ geblendet,

Als es auf seinem ruhte.

ADALGISA.

Doch – du scheinst ja zerstreut?

NORMA.

Rede! Ich höre.

ADALGISA steht langsam auf.

Hier stahl er mir den Frieden,

Hier sah ich ihn manche Stunde;

Wenn er von mir geschieden,

Brannte des Herzens Wunde.

NORMA für sich.

Ach, so erging es mir!

ADALGISA.

Laß mich, rief er mit Flehen,

Dir in das Auge sehen –

NORMA für sich.

O Rückerinnrung!

ADALGISA entfernt sich einige Schritte von Norma; mehr für sich.

Laß mich aus deinen Augen –

NORMA für sich.

So hat auch er gesprochen!

ADALGISA.

Wonne und Hoffnung saugen,

Gieb mir des Haares Locke,

Nicht versage der Liebe Kuß!

NORMA für sich.

O süße Töne!

So haben sie auch einst

Dies unbewachte weiche Herz gebrochen!

ADALGISA in seligem Erinnern wie für sich.

Sanft, wie der Zephyr am Fliederstrauch,

Süß, wie die Töne der Harfe,

Klang seines Mundes Beredsamkeit –

Ich sah den Himmel offen.

NORMA für sich.

Ich fühlte gleichen Zauber!

ADALGISA weinend, sich Norma wieder nähernd.

Ach, da vergaß ich die Pflichten –

NORMA.

Du sollst nicht weinen.

ADALGISA.

Wirst du mich gnädig richten?

NORMA.

Ich bin nicht grausam.

ADALGISA.

Nun kennst du mein Vergehen.

NORMA.

Ich bin nicht grausam.

ADALGISA.

Wirst du mein Herz verdammen?

Verzweifelnd vor Norma zusammenstürzend und deren Kniee umfassend.

Rette mich vor mir selber,

Rette mich, rette mich, wenn du kannst!

NORMA.

O klage nicht, du Tiefbetrübte,

Noch ist zu lösen dein Gelübde.

ADALGISA.

Ach! wiederhole des Trostes süße Worte!

NORMA steht auf und hebt Adalgisa empor an ihre Brust.

Heil dir, o Heil!

Sie küßt sie.

Empfange diesen Schwesterkuß,

Ich will der Welt dich retten,

Sich von Adalgisa loslösend.

Denn dein Gelübde lös’ ich auf,

Ich breche deine Ketten!

Dir lacht das Glück der Liebe,

Die höchste Erdenlust.

ADALGISA.

O wiederhole noch einmal

Des Trostes süße Worte;

Geendet ist nun meine Qual,

Mir strahlt der Hoffnung Sonne!

Du hast hinweg genommen

Die Leiden meiner Brust,

Ja – ja – ha, welch süße Lust!

NORMA.

Dir wird noch lachen das Glück der Liebe,

Die höchste Lust – ach!

ADALGISA.

O wiederhol’ des Trostes Wort,

Des Trostes Wort – ach!

NORMA.

Empfange diesen Schwesterkuß,

Ich will der Welt dich retten.

Ja, dein Gelübde löse ich,

Ich sprenge deine Ketten.

Dir lacht das Glück der Liebe,

Die höchste Erdenlust,

Ja, ja, ja, höchste Lust!

ADALGISA.

O laß die Worte,

Laß mich sie hören!

Du hast weggenommen

Den Stachel der Brust,

Ja, ja, ach, welche Lust!

BEIDE.

Ach – ach, welche Lust!

NORMA drängt Adalgisa nach der Mitte und umarmt sie stürmisch.

Doch sprich, wie ist sein Name?

Mit einigen Schritten nach links.

Ist er vom Kriegerstande?

ADALGISA.

Gallien ist nicht sein Heimatland,

Er ist ein Römer!

NORMA ahnend.

Römer? Und heißt? Vollende! –

Sever kommt von rechts.

Zehnter Auftritt.

Sever rechts. Adalgisa in der Mitte, etwas zurückstehend. Norma links.

ADALGISA zeigt nach rechts.

Hier kommt er.

NORMA aufflammend.

Dieser? Sever!

ADALGISA.

Du zürnest?

NORMA gesteigert.

Sever ist dein Geliebter?

Täuscht mein Gehör mich?

ADALGISA.

Ach, nein!

SEVER zu Adalgisa.

Unheil hast du gestiftet!

ADALGISA betroffen.

Unheil?

NORMA zu Sever.

Bebest du? Und für wen

Magst du jetzt erbeben?

Ausbrechend.

Du sollst nicht beben für jene dort,

Nein, nicht für jene,

Die nur dein Hauch vergiftet!

Adalgisa bebt erschrocken mehr nach hinten zurück.

NORMA.

Sie nicht; du gabst dein Heuchelwort,

Du nur warst der Verräter!

Erbebe nur für dich, erbebe nur für dich,

Für deine Kinder, zittre für mich,

Für dich, Verräter, erzittre nur für dich,

Erzittre für dich, für dich und mich!

ADALGISA aufs höchste betroffen.

Was hör’ ich? Du? – Sever? – Rede! –

Sever wendet sich schweigend ab.

ADALGISA.

Nein, schweige! O Himmel!

Sie preßt, etwas in sich zusammensinkend, das Gesicht in die Hände. Norma tritt zu ihr. Sever hat nur für Adalgisa Sinn und Auge.

Nr. 7. Terzett.

NORMA.

Arme! geopfert ist dein Glück,

Ihm konntest du vertrauen!

Besser wär’s, giftigen Schlangenblick,

Sie zeigt nach Sever.

Als seine Blicke zu schauen!

Ach, deine holden Augen

Gleichen zwei Thränenbächen.

Brennende Qualen foltern

Zwei treue Herzen,

Die der Verräter treulos brach!

ADALGISA.

Ach, wann schließt sich des Zweifels Thor?

Schrecklich sind deine Züge!

Wahrheit verlangt mein scheues Ohr

Doch dieses Herz verlangt die Lüge.

NORMA zu Adalgisa.

Arme, geopfert ist dein Glück.

Ja, besser wär’s, gift’ger Schlangenblick,

Als diese Blicke, den Blick zu schauen.

ADALGISA.

Ahnung erfüllt mein banges Herz!

Was wird die Zukunft spenden?

Nie wird mein Jammer enden,

Wenn er den Eid mir brach.

NORMA zu Adalgisa.

Laß deine Thränen strömen,

Brennende Qualen foltern

Zwei Herzen, die er treulos brach,

Die der Verräter treulos brach!

SEVER.

Norma, in dieser Stunde nicht

Soll mich dein Zorn erreichen!

Er zeigt nach Adalgisa.

Sieh’ auf dies holde Angesicht,

Es stirbt dahin, sieh’, es will erbleichen!

Nicht in der Jungfrau Gegenwart

Sollst du den Schleier lüften;

Mag denn der Himmel richten,

Wer von uns beiden mehr verbrach!

Sieh’ dort die Arme,

Gebeugt von dem Harme,

Die ohne Schuld

Die rein, die nichts verbrach! –

NORMA.

Ja, besser wär’ es, Schlangenblick,

Nach Sever zeigend.

Als diesen Blick zu schauen! –

Du kannst es wagen! –

Laß den Thränen freien Lauf,

Beide sind, beide sind betrogen!

Beide hat er uns belogen,

Ja, uns belogen,

Da er seine Schwüre, seine Schwüre brach,

Er seinen Eid mir brach! –

ADALGISA tritt Norma näher.

Ach, wann schließt sich des Zweifels Thor?

Wahrheit verlangt mein scheues Ohr,

Doch dieser Busen verlangt die Lüge!

Ahnung erfüllt mein banges Herz,

Was wird die Zukunft spenden?

Nie wird mein Jammer enden,

Wenn er den Eid mir brach.

Ahnung, ja, sie erfüllt mein banges Herz!

O was wird mir die Zukunft spenden?

Ach, nie, niemals wird, nie sich mein Jammer enden,

Wenn er den Eid mir brach! –

Sie schmiegt sich bittend an Normas Schulter.

NORMA macht sich frei; empört zu Sever.

Schändlicher!

SEVER.

Du rasest!

Er will fort.

NORMA beobachtet beide mit größter Aufmerksamkeit; zu Sever.

Bleibe noch!

SEVER faßt Adalgisas Hand und will sie mit sich fortziehen.

Folge mir!

ADALGISA sich von ihm losreißend.

Nein, niemals folg’ ich dir!

Norma nennt dich Gatten!

SEVER.

Teure, dich hab’ ich erkoren!

ADALGISA.

Nein, niemals folg’ ich dir!

SEVER schließt Adalgisa fest in seine Arme.

Mein wirst du, hab’ ich geschworen.

ADALGISA.

Geh’, falscher Mann!

SEVER mit Feuer.

Für dich nur fühl’ ich allein

Heiße Liebe, für jene Haß!

Für jene empfind’ ich Haß!

NORMA.

Wohlan!

Mit erstickter Stimme.

Vollende den Meineid

Und fliehe!

Zu Adalgisa.

Folge ihm!

ADALGISA reißt sich von Sever los und eilt zu Norma hin.

Norma, o höre mich! gieb mir den Tod!

NORMA in höchster Leidenschaft die Mitte nehmend; zu Sever.

Ziehe hin, weil du vergessen

Deinen Schwur, der Kinder Ehre!

Doch läßt meines Fluches Schwere

Nie der Liebe froh dich werden!

Ziehe fort, weil du vergessen

Deinen Schwur, der Kinder Ehre!

Ziehe fort, weil du vergessen

Wort und Ehre!

Sie wendet sich nach links.

SEVER zu Norma.

Magst du fluchen im Thorengrimme,

Abscheu wecket dies tolle Wüten!

NORMA zu Sever.

Auf dem Lande, wie auf dem Meere

Wird ereilen dich meine Rache,

An dem Lager hält sie die Wache,

Rüttelt dich mit Allgewalt.

SEVER.

Magst du fluchen im Thorengrimme,

Abscheu weckt dies tolle Wüten;

Magst du Hassespläne brüten,

Mächt’ger ist der Liebe Stimme.

Fluche nur im Thorengrimme,

Abscheu weckt dies tolle Wüten,

Ja, dies Wüten!

ADALGISA norma anflehend.

O verzeihe, daß meine Leiden

Dir getrübet der Seele Ruhe!

SEVER zu Norma.

Sieh’ mich trotzen dem Schrei nach Rache,

Denn der Himmel schützt die Schwache.

Fluche mir im Thorengrimme,

Ja, ich trotze deiner Wut!

ADALGISA zu Norma.

O verzeihe, daß meine Leiden

Dir getrübt der Seele Ruhe!

NORMA zu Sever.

Fliehe!

ADALGISA.

Berge, Meere sollen scheiden

Ewig mich von dem Verräter!

NORMA.

Verräter!

ADALGISA.

O verzeih’, daß meine Leiden

Dir getrübt der Seele Ruhe –

SEVER.

Magst du fluchen, magst du wüten!

ADALGISA.

Deine Ruhe dir getrübt,

Ja, dir getrübt!

SEVER.

Sieh’ mich trotzen dem Schrei nach Rache,

Denn der Himmel, er schützt die Schwache!

NORMA.

Auf dem Lande, wie auf dem Meere

Wird ereilen dich meine Rache!

ADALGISA.

Dich nur will ich glücklich wissen,

Meine Schmerzen in mich verschließen;

Vater sei er seinen Kindern

Und das Grab mein Aufenthalt!

NORMA.

Ja, Verräter, meine Flüche

Stören deine Liebeslust!

SEVER.

Fluche nur im Thorengrimme,

Ja, ich trotze deiner Macht!

Deine Brust,

Sie fühlt sich schuldbewußt.

NORMA.

Nie, nie fühle du der Liebe Lust.

ADALGISA.

Ja, ja! Schweigen soll der Schmerz;

In der eignen Brust

Verschließen meine Schmerzen

Sich schuldbewußt!

Sever eilt ab nach rechts.

Adalgisa stürzt Norma zu Füßen.

Zweiter Aufzug

Nr. 8. Introduktion und Scene.

Der Vorhang hebt sich im fünfzigsten Takte.

Dieselbe Felsenwohnung Normas.

Die Mittelvorhänge sind zurückgeschlagen.

Es ist Nacht; durch die Fensteröffnung über der Lagerstätte hinten fällt das Mondlicht.

Erster Auftritt.

Norma. Ihre beiden Kinder schlafend auf der Lagerstätte hinter den Mittelvorhängen, vom Mond beschienen, der durch die Fensteröffnung darüber fällt.

NORMA kommt ohne Schleier, offene Haare, verstört und bleich, mit einer brennenden Lampe und einem Dolche von rechts; sie setzt die Lampe auf den Steintisch an der linken Hinterwand, tritt vor ihre beiden Söhne und neigt sich leicht über sie.

Beide im Schlafe! – Sie sehen nicht das Eisen,

Das sie durchbohren soll.

Sie drückt ihr Mitleid hinab.

Nicht rege dich, Erbarmen, sie müssen sterben!

Hier harrt der Tod und Schande trifft sie in Rom.

Ha, Normas Blut entehret! Zum Sklavendienst erniedrigt!

Könnt’ ich’s ertragen? Rasch vollbracht!

Sie macht einen Schritt, bleibt dann stehen.

Ja, wenn ich dem Lager nahe,

Faßt mich ein Schauder,

Es sträubt sich das Haar auf meinem Haupt!

Die Kinder töten –

Die hier in Unschuld noch schlummern? Sie,

Noch vor kurzem Wonne der Mutter,

Sie, deren süßes Lächeln

Die Verzeihung des Himmels mir verhießen!

Sie tötet dieser Stahl! Sind sie Verbrecher?

Es sind Severs Söhne: dies ihr Verbrechen!

Mir sind sie schon gestorben!

Sie mögen beide tot auch für ihn sein!

Er find’ sie als Leichen! – Wohlan!

Sie schreitet zur Lagerstätte hinten und erhebt den Dolch; plötzlich grell aufschreiend.

O nein! teure Kinder!

Die Kinder erwachen von diesem Aufschrei und richten sich auf.

NORMA kniet über sie gebückt und umfaßt sie.

Geliebte!

Sie beruhigt die Kinder und legt sie wieder zurück; noch knieend.

Herbei! Klothilde!

Klothilde kommt eilig von rechts.

Zweiter Auftritt.

Klothilde, Norma zu ihrer Linken. Die Kinder auf der Lagerstätte hinten.

NORMA.

Eile! Bringe mir Adalgisa!

KLOTHILDE.

Sie ist dir nahe!

Sie sucht einsame Pfade und weinet und betet.

NORMA erhebt sich.

Geh’!

Klothilde geht ab nach rechts.

Die Kinder schlafen wieder ein.

NORMA.

Meinen Fehltritt will ich bekennen

Und dann, dann sterben!

Adalgisa kommt von rechts.

Dritter Auftritt.

Adalgisa, Norma zu ihrer Linken. Die Kinder auf der Lagerstätte hinten.

Nr. 9. Recitativ und Duett.

ADALGISA furchtsam, mit gesenktem Blick.

Du willst mich sprechen?

Sie erhebt den Blick und geht rasch einige Schritte auf Norma zu; erschrocken.

Tief gefurcht die Stirne, bleich dein Gesicht?

NORMA.

Blässe des Todes!

Du sollst nun meine Schande erfahren!

Nur eine letzte Bitte höre und erfülle sie,

Wenn du Erbarmen hast

Mit dem gräßlichen Schmerz,

Der mich durchwühlet!

ADALGISA.

Alles, alles geschehe!

NORMA.

Du schwörest?

ADALGISA.

Ich schwöre!

NORMA.

So höre! Ein Ziel zu setzen

Dem mir verhaßten qualvollen Leben

Bin ich entschlossen.

Adalgisa macht eine erschrockene Bewegung.

NORMA.

Diese Teuern will ich nicht mit mir nehmen.

Sei ihnen Mutter!

ADALGISA heftig erschrocken.

Halt ein! Ich ihnen Mutter?

NORMA.

In der Römer Lager

Bring’ sie dem Manne,

Den ich zu nennen scheue.

ADALGISA.

Ach, was verlangst du!

NORMA.

Wird er dein treuer Gatte,

Sei sterbend ihm verziehen.

ADALGISA schaut schmerzlich zu Norma auf.

Gatte? Ha, nimmer!

NORMA groß, erhaben.

Sei unsern Kindern nun Mutter! –

Duett.

NORMA.

Diese Zarten jetzt beschütze,

Sei ihr Stab, sei ihre Stütze.

Nicht begehr’ ich Rang’ und Größe,

Hüten mögen sie die Herden;

Nur bedecke ihre Blöße

Und laß sie nicht Sklaven werden!

Immer wirst du daran denken,

Daß ich ihnen Mutter ward.

Freiheit wirst du ihnen schenken,

Sklavenlos ist allzuhart!

ADALGISA.

Hohe Norma, du Starke, Weise,

Bleibe Mutter, sei Freundin mir;

Deine Kinder kann ich dir nicht rauben,

Deinen Auftrag nimmer vollziehn!

NORMA.

Deine Eide –

ADALGISA.

Will ich halten,

Dir zum Heile, dir zum Gedeihen!

In das Lager will ich fliegen,

Deinen hehren Sinn zu künden;

Ja, mein Flehn wird ihn besiegen,

Meinen Mund mit Kraft beseelen.

Hoffe! Mit der Einsicht Waffen

Werd’ ich bald zurück ihn führen;

Hart ist nicht sein Herz geschaffen,

Norma herrschet noch darin.

NORMA.

Ich ihn bitten? Kannst du das glauben? Ich ihn?

ADALGISA.

Norma! O hör’ mich!

NORMA.

Ich darf nicht hören!

Mit der ausgestreckten Rechten.

Eile – fort!

ADALGISA.

Ach, nein, ich kann nicht! Ach, nein! –

Sie ergreift die ausgestreckte Rechte Normas.

Sieh’, o Norma, ach, hab’ Erbarmen,

Diese Pfänder verschmähter Liebe!

Habe Mitleid mit diesen Armen,

Eh’ du grausam, ja, grausam dich zerstörst!

NORMA ihre Hand von Adalgisa losmachend.

Ach, warum willst du mein Herz bewegen?

Neue Hoffnung soll ihm entkeimen?

Siehst doch, wie mit solchen Träumen

Du den stolzen Sinn verkehrst!

ADALGISA zeigt auf die Kinder.

Sieh’ die teuren Pfänder deiner Liebe,

O hab’ Erbarmen, ach!

Sieh’, o Norma, o hab’ Erbarmen!

Diese Pfänder der verschmähten Liebe,

Habe Mitleid mit diesen Armen,

Ehe du grausam dich zerstörest,

Dich grausam, dich selber zerstörst,

Dich selbst zerstörst!

NORMA.

Ach, warum, ach, warum willst du mein Herz,

Dieses Herz, ach! ach, warum denn mein Herz bewegen?

Ja, du willst nur mein Herz bewegen,

Neue Hoffnung soll ihm entkeimen!

Siehst du, wie mit solchen Träumen

Den Sinn mir, den Sinn mir verkehrst,

In mir verkehrst!

ADALGISA schließt die Mittelvorhänge und geht auf Norma zu.

Höre mein Flehen!

NORMA im Innersten bewegt, schwankend, hoffend.

Verlasse mich! Er liebt dich!

ADALGISA.

Er wird bereuen.

NORMA.

Und du?

ADALGISA.

Ich liebt’ ihn, nun kann

Ich ihm nur Mitleid weihen.

NORMA groß, bedeutend.

Du reine Seele! Du wolltest?

ADALGISA entsagend, feierlich.

Heiligen deine Rechte, oder mit dir

Auf ewig mich bergen in Waldes Nacht.

NORMA von Adalgisas Opfer aufs höchste ergriffen.

Ja, du siegest! umarme mich!

Gerührt, weich, mit Kuß und Umarmung.

Tugend, es siegt deine Macht!

Adalgisas Kopf in ihren beiden Händen haltend.

ADALGISA,NORMA.

Ja, bis zur letzten Lebensstunde

Bleib’ ich dir Freundin und treue Gefährte.

Ach, für zwei Herzen im engen Seelenbunde

Ist groß genug noch die weite Erde.

Sich umschlungen haltend.

Stürzt auch die Welt zusammen,

Steht der Altar in Flammen,

Halten zwei Schwesterherzen

Einander treu bewacht!

Verwandlung.

Nr. 10. Chor und Arie.

Der Vorhang hebt sich nach dem neunzehnten Takte.

Kurze Waldgegend.

Es ist früh am Morgen.

Vierter Auftritt.

Anführer und gallische Krieger mit Schilden, Lanzen, Keulen und Beilen bewaffnet.

Die Ersten kommen erregt von rechts vorn.

DIE ERSTEN.

Noch nicht fort?

DIE ZWEITEN.

Er ist im Lager, im Lager!

Nichts gewisser!

Die rauhen Klänge

Der Schlachtgesänge

Schallen laut empor!

Gebietrisch stehen

Adler noch am Lagerthor.

BEIDE in feurigem Unmute.

Ein kurzes Zaudern

Bringet unsern Plan zur Reife.

Wartet noch, wartet noch!

Ein kurzes Zaudern

Bringet unsern Plan zur Reife.

Ob sich Not und Elend häufe,

Gläubig blickt zu Gott empor!

In trotziger Ruhe.

Haltet still und keiner greife

Nun dem Rat der Götter vor!

Orovist kommt von links hinten.

Fünfter Auftritt.

Die Vorigen. Orovist.

OROVIST die Mitte nehmend.

Ihr Tapfern! Wohl durft’ ich hoffen,

Dem raschen Mut ein nahes Ziel zu zeigen;

Gern hätt’ ich euch befohlen,

Der Römer Stolz zu beugen.

Alle mit den Waffen in freudiger Bewegung.

OROVIST.

Doch – bezähmt euern Zorn!

Die Götter schweigen.

CHOR.

Schrecklich! soll in den Wäldern

Der verhaßte Prokonsul länger hausen?

Er ward nach Rom berufen!

OROVIST.

Er kehrt zurück zur Tiber,

Doch einen wildern Krieger

Gedenkt uns Rom zu senden.

CHOR.

Und Norma weiß? Und Frieden

Verkündet noch ihr Mund?

OROVIST.

Es war vergebens,

Zur Rach’ sie anzueifern.

CHOR.

Und was befiehlst du?

OROVIST.

Dem Schicksal die Stirn zu beugen,

Uns zu trennen und vorsichtig noch

Zu bergen unser Unternehmen.

CHOR trotzig, wild.

Warum Verstellung?

OROVIST.

Sie nur allein führt zum Ziele! –

Fluch den Römern! ihr Joch zu brechen,

Zucket krampfhaft diese Rechte!

Doch die Gottheit will nicht Gefechte,

Nur Verstellung rät sie an!

CHOR.

So laßt uns schweigen und schweigend harren,

Bis der Rache Stunden schlagen!

OROVIST.

Glaubt der Feind an unsre Schwächen,

Wird er sorglos sich entscharen:

Kommt die Stunde, soll er erfahren,

Daß der Gallier kämpfen kann!

CHOR.

Wehe Rom, wenn unsre Waffen

Stürmend seinen Adlern nahn!

Heuchelt denn, wenn heucheln nützet,

Wallt das Blut auch zornerhitzet!

Wehe Rom, wenn unsre Waffen

Stürmend seinen Adlern nahn!

Doch Verstellung rät sie an!

OROVIST.

Nur Verstellung rät sie an!

Kommt die Stund’, soll er erfahren,

Daß der Gallier kämpfen kann.

Doch Verstellung rät sie an!

Gruppe.

Verwandlung.

Nr. 11. Scene.

Der Vorhang hebt sich nach dem zehnten Takte.

Der heilige Hain des heidnischen Gottes Irmin wie zu Anfang des ersten Aufzuges.

Es ist Tag.

Sechster Auftritt.

Norma allein, wie im ersten Aufzug mit dem Kranz.

NORMA ruhig, doch freudig verklärt.

Er kehrt zurück!

Ja, fest kann ich vertrauen auf Adalgisa!

Er wird den Fehl bereuen,

Um Verzeihung flehn, wieder mein sein.

Ach! die süße Ahnung

Verscheucht die dunklen Wolken,

Die meine Stirn bedeckten!

Mit erhobenen Armen.

Es scheint die Sonne, wie in den Tagen

Unsrer jungen Liebe.

Klothilde kommt eilig von links.

Siebenter Auftritt.

Norma, Klothilde zu ihrer Linken. Dann nahe Stimmen.

NORMA tritt ihr erwartungsvoll entgegen.

Klothilde!

KLOTHILDE.

O Norma! Jetzt handle rasch!

NORMA.

Was sagst du?

KLOTHILDE.

Treulos!

NORMA.

Erzähle, berichte!

KLOTHILDE.

Umsonst flehte Adalgisa und weinte.

NORMA wendet sich von Klothilde ab nach vorn.

Ihr konnt’ ich trauen,

Ihr, meiner Feindin?

Sie log, die Falsche! bestürmte

Mein Herz mit Thränen!

Sie ist hingegangen, neu ihn zu fesseln!

KLOTHILDE.

Sie kehrt zurück zum Tempel,

Trauernd, beklommen,

Bereit, das Gelübde abzulegen.

NORMA ohne Klothilde anzusehen.

Und er?

KLOTHILDE.

Er schwur, vom Altar der Götter

Sich seine Braut zu rauben.

Norma giebt Klothilde ein Zeichen.

Klothilde entfernt sich nach rechts hinter dem Druidenstein.

NORMA.

Voll ist die Sündenschale

Und erwacht ist die Rache!

Ja, Blut soll fließen, römisches Blut,

Stromweis will ich’s vergießen!

Sie geht nach rechts hinauf zur heiligen Eiche, ergreift das dort hängende Schwert und schlägt dreimal damit auf den Schild.

Drommeten links in der Nähe.

CHOR links und rechts in der Nähe.

Schallt das Erz unsrer Gottheit?

Priesterinnen kommen mit Mantel, Schleier und Kranz von rechts hinter dem Druidenstein.

Orovist, Priester, vier Tempelwächter, zwei Barden, gallische Anführer und Krieger mit Schilden,

Lanzen, Keulen und Beilen bewaffnet, kommen von links, teils über den Felsenablauf.

Achter Auftritt.

Tempelwächter. Norma. Barden. Priesterinnen. Priester. Orovist. Krieger.

CHOR.

Norma, was soll’s?

Erklungen der Schild von Gott Irmin?

Wirst du der Erde Götterspruch künden?

NORMA hält das Schwert hoch.

Kämpfe! – Schlachten! – Vertilgung!

CHOR.

Doch hat erst heute dein prophet’scher Mund

Frieden geboten!

NORMA.

Die Götter zürnen und eure Feinde fallen!

Laßt Schlachtenruf erschallen,

Ihr starken Krieger! Kämpfet, kämpfet!

Nr. 12. Schlachtgesang.

CHOR begeistert gegen Norma.

Kämpfe! Kämpfe! die gallischen Eichen

Sind nicht stärker als Galliens Mann!

Wie das hungernde Raubtier die Herden,

Fallt die römischen Phalangen an.

Schlachtgemetzel! Vernichtung und Rache!

Falle Wucht und der Sturmbock erkrache!

Wie die Mistel der Sichel erlieget,

Sei der Römer durch Schwerter besieget!

Stürzt die Adler, beschneidet die Schwingen,

Tötet alles, was Waffen noch trägt!

Laßt ins Lager der Römer uns dringen,

Wo das Herz unsres Todfeindes schlägt.

Die Barden spielen die Harfe.

Die Krieger knieen nieder, erheben die Waffen, daß sie gesegnet werden.

Die Priester und Priesterinnen segnen die Waffen mit erhobenen Händen.

Norma auch segnet, das Schwert in der Linken vor sich hinhaltend, mit ihrer Rechten.

CHOR.

Auf, ihr kräftigen Söhne der Wälder!

Lasset den Boden mit Blut uns befeuchten,

In höchster Aufregung.

Daß die Strahlen der Sonne beleuchten

Roms Verderben und Galliens Sieg!

Die Krieger erheben sich und schlagen die Waffen aneinander.

Die vier Tempelwächter entfernen sich unauffällig nach rechts hinter dem Druidenstein.

Nr. 13. Recitativ und Duett.

OROVIST.

Du willst den Göttern opfern?

Noch gewahr’ ich kein Opfer.

NORMA.

Es wird sich stellen!

Es hat noch dem Altare

Ein Opfer nie gefehlt.

Lärmen rechts entfernt.

Doch welch Getümmel?

Klothilde kommt eilig von rechts hinter dem Druidenstein.

Neunter Auftritt.

Die Vorigen. Klothilde nimmt die Mitte und steht dann zurück.

KLOTHILDE.

Der Tempel ward geschändet

Durch einen Römer. In geweihter Halle,

Wo die Jungfrauen beten, ward er ergriffen.

Große Bewegung.

OROVIST UND CHOR.

Ha, ein Römer!

NORMA beiseite.

Was hör’ ich? Wenn er es wäre!

OROVIST UND CHOR nach rechts hinten sehend.

Der Frevler nahet!

Die vier Tempelwächter führen den entwaffneten Sever von rechts hinter dem Druidenstein herbei.

Zehnter Auftritt.

Die Vorigen. Sever Orovist zur Rechten. Die Tempelwächter.

NORMA beiseite.

Er ist es!

OROVIST UND CHOR.

Ha, Sever!

Norma giebt ein Zeichen.

Die Tempelwächter lassen Sever los und treten auf ihre vorige Stelle.

NORMA beiseite.

Süß ist der Rache Stunde!

Sie tritt über die Stufen herunter.

OROVIST.

Du Lästrer unsrer Götter,

Aus welchem Grund entweihtest du

Der frommen Jungfraun Zellen,

Betratest Gott Irmins Gebiet?

SEVER.

Durchbohrt mich, doch stellet keine Fragen!

NORMA.

Ich will ihn töten! Entfernet euch!

Sie tritt zwischen Sever und Orovist.

SEVER.

Wen seh’ ich? Norma!?

NORMA.

Ja, Norma!

OROVIST ergreift das Schwert eines Kriegers und reicht es Norma.

Das Heldenschwert ergreife,

Räche die Götter!

NORMA nimmt das Schwert.

Wohlan, es sei!

Sie erhebt es, um Sever zu durchbohren, hält inne.

OROVIST UND CHOR.

Du zögerst?

NORMA beiseite.

Ach, ich vermag’s nicht!

OROVIST UND CHOR.

Du wankst? – Darfst du noch zaudern?

NORMA beiseite.

Er flößt mir Mitleid ein.

OROVIST UND CHOR.

Durchstoß’ ihn!

NORMA unsicher und wankend.

Erst muß ich ihn befragen,

Ob er allein der Schuld’ge, ob jene Jungfrau

Nicht im geheimen Bunde stand mit dem Verführer;

Ich muß ihn sprechen ganz ohne Zeugen.

Sie giebt das Schwert an Orovist zurück.

OROVIST UND CHOR.

Welch Geheimnis?

SEVER für sich.

Ich bebe!

Die Priesterinnen, Klothilde, Orovist, Tempelwächter, Priester, Barden, Krieger gehen ab, woher sie kamen.

Elfter Auftritt.

Sever, Norma zu seiner Linken.

Duett.

NORMA schwer atmend.

Nun bist du in meinen Händen,

Niemand kann dich mehr erretten,

Ich vermag es.

SEVER.

Doch du darfst nicht!

NORMA.

Ja, ich will es!

SEVER.

Du, Norma?

NORMA.

Höre!

Schwöre mir bei unsern Söhnen

Und bei Phöbus Sonnenwagen,

Adalgisa zu entsagen, und mit ihr

Zum Altare nicht zu treten;

Und ich löse dann deine Ketten,

Sah heute dich, sah dich jetzt zum letztenmal!

Schwöre!

SEVER.

Nein! Ich bin nicht feige!

NORMA drängend.

Schwöre! Schwöre!

SEVER entschlossen.

Gieb mir den Tod!

NORMA.

Hoffest du,

Daß mir genüge nur dein Leben?

SEVER.

Es ist verfallen!

NORMA nahe an ihn herantretend.

Schon gezückt

Aufs Herz der Kinder war das Eisen!

SEVER aufschreiend.

Ha, unerhört!

NORMA schmerzlich weinend.

Schlummernd wollt’ ich sie ermorden!

Treulos ist mein Mut geworden,

Ich verschonte die Kinder; doch heute

Sind sie meine sichre Beute.

Zögre ferner, und ich vergesse,

Daß ich Gattin und Mutter bin.

SEVER außer sich.

Ha! Megäre, den Stahl entblöße!

Nimm mein Leben, o nimm es hin!

Kein Erbarmen!

NORMA.

Nur dich?

SEVER.

O daß ich allein als Opfer falle!

NORMA.

Meinst du? – Alle!

Tausend nicht von Römerleichen

Können meinen Grimm erweichen.

Adalgisa –

SEVER leidenschaftlich empört.

Auch sie?

NORMA.

Sie vergaß ihr Gelübde!

SEVER.

Willst du sie töten?

NORMA.

Büßen soll sie ihr Verbrechen,

Sterben heut’ den Flammentod!

SEVER flehend.

Strafe mich, den Missethäter,

Wende ab, was sie bedroht.

NORMA.

Sinkt dein Hochmut?

Zu spät nun. Verräter!

Durch das Wort, das jene richtet,

Wirst auch du, dein Glück vernichtet.

An dem Schmerz will ich mich weiden,

Lächeln bei dem Todesstöhnen;

Rächen mich, und euch verhöhnen

Kann ich jetzt, und will es auch!

Mit unterdrückter Stimme.

Kann mich rächen und euch verhöhnen;

Ja, bebet beide, ich will es auch!

SEVER.

Laß mich mein Verbrechen büßen!

Er kniet vor ihr.

Sieh’ mich hier zu deinen Füßen!

Richte mich mit strenger Wage,

Aber schone ihrer Tage.

Norma in vor Eifersucht rasender Bewegung.

SEVER.

Magst du mich allein verderben,

Segen sei mein letzter Hauch!

NORMA.

Durch das Wort, das jene richtet –

SEVER.

Laß mich mein Verbrechen büßen!

NORMA.

Wirst nun auch du –

SEVER.

Willst du nicht?

NORMA.

Dein Glück vernichtet!

SEVER.

Richte mich mit strenger Wage,

Aber schone ihrer Tage.

NORMA.

An dem Schmerz will ich mich weiden,

Lächeln bei dem Todesstöhnen,

Rächen mich und euch verhöhnen

Kann ich jetzt und will es auch.

SEVER.

Ungerechte!

NORMA.

Rache ist so süß!

SEVER.

Magst du mich allein verderben,

Segen sei mein letzter Hauch!

Er steht auf.

NORMA.

Rächen kann ich mich an beiden,

Und will es auch!

Ich kann und will und will es auch!

Nr. 14. Recitativ und Schlußarie.

SEVER.

Gieb mir das Eisen!

NORMA.

Du wagst es? Fort von mir!

SEVER stürzt nach rechts auf die Eiche zu, um das Schwert zu ergreifen.

Das Eisen! Das Eisen!

NORMA vertritt ihm den Weg und eilt hinauf.

Herbei, ihr Wächter!

Tempelpriester, erscheinet!

Sie ergreift das Schwert und schlägt dreimal auf den Schild.

Priesterinnen kommen zurück mit Mantel, Schleier und Kranz von rechts hinter dem Druidenstein.

Orovist, Priester, Tempelwächter, zwei Barden, gallische Anführer und Krieger mit Schilden, Lanzen, Keulen und Beilen bewaffnet, ebenso von links, teils über den Felsenablauf.

Zwölfter Auftritt.

Die Vorigen. Barden. Tempelwächter. Priesterinnen. Orovist. Priester. Krieger.

Norma schreitet herunter und in die Mitte.

Alle stehen erwartungsvoll.

NORMA.

Ein neues Opfer

Liefre ich eurem Grimme!

Eine Verruchte vom Priesterstande

Schloß schnöde Liebesbande,

Verriet die Götter,

Ward treulos ihrem Lande!

OROVIST UND CHOR.

Welch Verbrechen, welche Schmach!

Entdecke alles!

NORMA.

Ihr mögt den Holzstoß rüsten.

Vier Priester entfernen sich nach links hinten.

SEVER zu Norma.

Laß dich erweichen, töte sie nicht!

OROVIST UND CHOR.

Den Namen!

NORMA.

Vernehmt ihn! –

Sie zittert heftig; für sich.

Ich Thörin, darf ich eigne Schuld

An andern rächen?

CHOR.

Norma, den Namen!

SEVER zu Norma.

O nenn’ ihn nicht!

NORMA nach einem langen Blick auf Sever.

Ich selber!

Allgemeine größte Betroffenheit.

Alle stehen bewegungslos.

CHOR.

Du? – Norma?

NORMA.

Ich selber – entflammt den Holzstoß!

CHOR.

Mich fasset Grauen!

SEVER für sich.

Es bricht mein Herz.

CHOR.

Du uns betrügen?

Norma und Sever stehen ganz frei.

SEVER.

Ihr müßt nicht glauben –

NORMA.

Kann Norma lügen?

OROVIST UND CHOR in tiefster Trauer.

O welcher Schmerz!

NORMA zu Sever wie geflüstert.

In dieser Stunde sollst du erkennen,

Was für ein Herz du dein konntest nennen.

Du wolltest fliehen – du bist bezwungen,

Treuloser Römer, du bleibest hier!

Des Schicksals Stimme, der Götter Gnade.

Hat uns vereinigt am Todespfade;

Am Holzstoß hier nur in Flammenzungen

Hat deine Norma ein Grab mit dir.

SEVER zu Norma.

Da ich verloren, was ich besessen,

Kann deine Größe ich erst ermessen,

Und mit der Reue ist meine Liebe

Mit neuer Stärke zurückgekehrt.

NORMA.

Das Herz, das du gebrochen,

Der Liebe war es doch wert!

SEVER.

Ja, laß uns sterben so fest verschlungen –

Er umfaßt sie.

NORMA.

O grause Stunde!

SEVER.

Mein letzter Seufzer soll dir gehören,

Doch laß im Scheiden die Worte hören,

Daß der Verzeihung ich dennoch wert!

OROVIST UND CHOR.

O widerrufe die harten Worte,

Die unwillkürlich dem Mund entflogen!

Sag’, daß du rasest, daß du gelogen,

Daß nur im Wahnsinn die Lippe sprach.

Rein ist der Himmel, die Götter schweigen,

Und ruhig säuseln die alten Eichen.

O widerrufe, um wegzunehmen

Von dir die Strafe, von uns die Schmach,

Von uns die Schmach!

NORMA zu den Priestern.

Ich bin die Schuld’ge!

Zu Sever.

Du sollst erkennen,

Welch Herz du dein konntest nennen. –

Du sollst erkennen,

Welch Herz du dein konntest nennen!

Dahin! – Auf immer! – Dahin, dahin!

SEVER zu Norma.

Du wirst verzeihen! Nun laß uns sterben,

Einander wert. Du bist verloren,

Du bist verloren, erhabnes Wesen,

Verzeihe, verzeihe! Du bist verloren,

Erhabnes Wesen, dahin, dahin!

Zwei Priester kommen mit einem großen schwarzen Schleier von links hinten zurück und nehmen hinter Sever und Norma Aufstellung.

CHOR.

Norma! Ach, widerrufe! – Schweigst du? – Verstummt die Zunge?

NORMA leise zu Sever.

Himmel, meine Kinder!

SEVER leise.

Ach, elternlos! Verlassen!

NORMA ebenso.

Weh, unsre Kinder!

SEVER leise.

Sind Waisen!

CHOR.

Bist du die Schuld’ge, rede!

NORMA.

Ja!

Sie nähert sich plötzlich, von einem Gedanken ergriffen, Orovist.

Sever beobachtet beide mit gespannter

Aufmerksamkeit.

NORMA.

Doppelt ist mein Verbrechen!

CHOR.

Schrecklich!

NORMA zu Orovist.

O hör’ mich!

OROVIST.

Schändliche!

NORMA.

Vater, hör’ mich!

OROVIST.

O welcher Schmerz!

NORMA leise zu ihm.

Ich bin Mutter!

OROVIST entsetzt.

Mutter?

NORMA leise.

Verborgen hat Klothilde die teuern Pfänder;

Sei ihnen Vater, beschütze sie,

Ergreife mit ihnen die Flucht!

OROVIST leise.

Deine Kinder? Fort, lasse mich!

NORMA ebenso.

O Vater, es fleht dein Kind!

Sie fällt auf die Kniee.

SEVER UND CHOR.

Ha, welcher Schmerz!

NORMA immer leise zu Orovist.

Soll für der Mutter Frevelthat

Kindliche Unschuld büßen?

Kelche, die sich erschließen,

Früchte der bösen Saat?

Blut sind sie deines Blutes.

Kannst du sie wohl verstoßen?

O Vater, sei gnädig doch,

Erbarme dich!

Orovist weint.

SEVER für sich.

Er ist gerührt, es tritt ins Aug’

Ihm schon der Schmerz.

Mein Wunsch ist erfüllet

Und froh besteig’ ich nun das Gerüst!

Ja, mein Wunsch ist erfüllt,

Da er verzeiht,

Mein Wunsch erfüllet

Und froh besteig’ ich nun das Gerüst!

NORMA leise.

Vater, du weinst und verzeihest,

Du hast verziehen, das sagt die Thräne,

Mein Schmerz gestillet, mein Wunsch erfüllet

Und froh besteig’ ich nun das Gerüst!

Sie steht auf und umarmt Orovist.

OROVIST drückt sie bewegt und zärtlich ans Herz; leise.

Das Herz des Vaters hast du gerührt,

Es tritt ins Auge schon der Schmerz.

Tochter, ach, o bestieg’ ich

Selbst das Blutgerüst!

Mein Herz ist gebrochen!

Kann das dich trösten:

Dir sei verziehn, Tochter!

Ach, o bestieg ich selbst das Blutgerüst!

CHOR.

Weine, bete, o Druide,

Nimmer lächelt dir der Friede!

Nehmt den Schmuck aus ihrem Haar,

Dann zur Bahre, wo ihr sie

Als Opfer grüßt.

Die beiden Priester bedecken Norma mit dem schwarzen Schleier.

CHOR.

Zum Schafotte! Zum Flammentode!

Hebt die Fackeln! Macht rein die Lüfte!

Steig’, Verruchte, steig’, Verfluchte in das Grab!

OROVIST.

Geh’, du Arme!

NORMA sinkt unter dem Schleier zusammen.

Ach, ich scheide!

SEVER auf die Kniee stürzend.

Eine Flamm’ verzehrt uns beide!

NORMA.

Vater, ich scheide!

SEVER.

Unsere Liebe, sie reicht noch übers Grab!

OROVIST.

Du scheidest! Ach, es reicht

Des Vaters Liebe übers Grab!

Die beiden Priester wenden sich mit Sever und Norma nach hinten.

Vincenzo Bellini – I Puritani

Vincenzo Bellini

I Puritani

Opera seria in tre atti

Personaggi

Lord Gualtiero Valton

Sir Giorgio, suo Fratello

Lord Arturo Talbot

Sir Riccardo Forth

Sir Bruno Roberton

Enriehetta

Elvira, figlia di Lord Valton

Soldati di Cromvello

Dame

Paggi

Castellani e Castellane

Atto Primo.

Spazioso Terrapieno nella Fortezza.

Scena I.

Bruno e Soldati. Sentinelle.

SENTINELLA I.

All’ erta.

SENTINELLA II.

All’ erta.

TUTTE.

L’ alba apparì.

SENTINELLA I.

La tromba …

SENTINELLA II.

Rimbomba …

TUTTE.

Nuncia del dì.

CORO.

Quando la tromba squilla

Ratto il guerrier si desta:

L’ arme tremende appresta,

Alla vittoria va!

Pari del serro al lampo,

Se l’ ira in cor sfavilla,

Degli Stuardi il campo

In cenere anderà.

BRUNO.

O di Cromvel guerrieri,

Pieghiam la mente e il cor:

Ai mattutini cantici

Sacri al Divin Fattor.

CORO.

La Luna, il sol, le stelle,

Le tenebre e il fulgor,

Dan Gloria al Creator

In lor favelle.

La terra e i firmamenti

Esaltano il Signor.

A lui dian laudi e onor

Tutte le genti!

SOLDATO I.

Udisti?

SOLDATO II.

Udii …

TUTTI.

Fini!

BRUNO.

Al Re che fece il di

L’inno do’ puri cor!

Sali su i venti!

Scena II.

Coro di Castellani e Castellane.

I.

A festa.

II.

A festa.

TUTTI.

A festa.

Almo gioir s’ appresta;

A tutti rida il cor …

Cantate un casto amor.

CORO.

Garzon, che mira Elvira,

La bella Verginella,

L’appella la sua Stella,

Regina dell’ amor.

Quel occhie suo, quel viso

Nel labro suo quel riso

È rosa in sullo stel,

È un Genio che sta in Ciel.

I.

A festa.

II.

A festa.

TUTTI.

A festa.

Almo gioir s’appresta.

A tutti ride il cor.

Se a nozze invita amor.

Tutti partono.

Scena III.

Riccardo, e Bruno.

RICCARDO.

Or dove fuggo io mai? … Dove mai celo

Gli orrendi affanni miei? Come quei canti

Rispondono al mio cor funerei pianti!

O Elvira, o Elvira, o mio sospir söave,

Per scmpre io ti perdei’ ..!

Senza speme, ed amor … in questa vita

Or che rimane a me?

BRUNO.

La gloria e il Cielo

RICCARDO.

Qual voce? … che dicesti? … È vero, è vero!

BRUNO.

Apr’ il tuo core intero

All! amistà, n’avrai conforto …

RICCARDO.

È vano.

Ah! per sempre io ti perdei,

Fior d’amore, o mia speranza.

Ah! la vita ehe m’ avanza

Sarà vita di dolor …

Sarà esempio di terror! …

Quando errai per anni ed anni

Al poter della ventura,

Io sfidai sciagura e affanni

Nella speme del tuo amor.

Ah! qual sogno ingannator!

Breve marcia i Soldati trapasasno la scena.

BRUNO.

S’ apellan le schiere

A lor condottier.

RICCARDO.

Di gloria il sentiere

M’ è chiuso al pensier.

BRUNO.

Al grido d’ onore.

Non arde il tuo cor? …

RICCARDO.

Io ardo, e il mio ardore

È amore, è furor.

BRUNO.

Deh! poni in obblio

L’ età che fioriva

Ne’ sogni d’ amor.

RICCARDO.

Bel sogno bëato,

D’ amore e rontento,

O cangia il mio fato,

O cangia il mio cor.

Oh! come è tormento

Nel di del dolor

La dolce memoria

D’ an tenere amor.

Partono.

Scena IV.

Stanze d’ Elvira.

Elvira, e Sir Giorgio.

ELVIRA.

O amato zio, e mio secondo padre!

GIORGIO.

Perchè mesta così? m’ abbraccia, Elvira!

ELVIRA.

Deh! chiamami tua figlia!

GIORGIO.

O figlia, o nome

Che la vecchiezza mia consola e alletta,

Pel dolce tempo che ti veglio accanto

E pel söave pianto

Che in questo giorno d’ allegrezza pieno

Piove dal ciglio ad inondarmi il seno …

O figlia mia diletta,

Oggi sposa sarai …!

ELVIRA.

Sposa? No: mai!

Sai com’ arde in petto mio

Bella fiamma rilucente;

Sai ch’ è puro il mio desio,

Che innocente è questo cor.

Se tremante … all’ ara innante

Strascinata – un di sarò …

Forsennata – in quell’ istante

Di dolore io morirò …

GIORGIO.

Scaccia omai pensier si nero.

ELVIRA.

Morir sì … sposa, no, mai!

GIORGIO.

Che dirai se il Cavaliero

Qui vedrai, se tuo sarà?

ELVIRA.

Ciel! repeti, chi verrà?

GIORGIO.

Egli stesso …

ELVIRA.

Egli… Chi…

GIORGIO.

Arturo.

ELVIRA.

E fia vero?

GIORGIO.

Oh figlia … il giuro!

ELVIRA.

Desso!… Arturo? oh gioja’ Arturo?

GIORGIO E ELVIRA.

Non è sogno … Oh Arturo! / Oh Elvira! … oh amor!

GIORGIO.

Piangi, o figlia, nel mio seno:

Piangi, ah! piangi di contento.

Ti cancelli ogni tormento

Questa lagrima d’ amor.

E tu mira, o Dio pietoso,

L’ innocenza in uman velo:

Benedici tu dal Cielo

Questo giglio di candor.

ELVIRA.

Quest’ alma, al duolo avvezza,

Sì vinta è dal gioir,

Che ormai non può capir

Sì gran dolcezza.

Chi mosse a’ miei desir’

Il genitor?

GIORGIO.

Ascolta.

Surgea la notte solta,

Tacea la Terra e il Ciel,

Parea Natura avvolta

D’ un fosco e mesto vel.

L’ ora propizia ai miseri

Il ino pregar, tue lagrime,

M’ avvaloràr sì l’ anima

Ch’ io corsi al genitor.

ELVIRA.

O mio consolator.

GIORGIO.

Incominclai: »Germano,«

Nè più potei parlar;

Allor bagnai sua mano

D’un muto lagrimar.

Poi ripigliai tra i gemiti:

»L’ angelica tua Elvira

Al prode Artur sospira:

Se ed altre nozze andrà…

La misera morrà!«

ELVIRA.

Oh! spirto di pietà.

Sceso dal Ciel per me.

E il padre?

GIORGIO.

Ognor tacea…

ELVIRA.

Poscia?

GIORGIO.

Scalmò: »Riccardo

Chiese, e ottenea mia fe, …

Ella mia figlia avrà!«

ELVIRA.

Ciel! solo a udirti io palpito!…

E tu?

GIORGIO.

»La figlia misera«

Io ripetea, »morrà.«

»Ah, viva« ei mi dice,

E stringemi al sen.

Sia Elvira felice,

Sia lieta d’ amor.

ELVIRA.

Odi… Oh Ciel! qual suon si desta?

GIORGIO.

Ascoltiam, ti rassicura.

E il segnal di gente d’ arme.

ARMIGERI.

Viene il prode e nobil Conte

Artur Talbo Cavalier!

GIORGIO.

Non te ‘l dissi?

ELVIRA.

Oh! padre mio!

GIORGIO.

Pago alfine è il tuo desio!

ARMIGERI.

Lord Arturo varchi il ponte.

Fate campo al pro’ guerrier.

GIORGIO.

A quel suono, al nomo amato,

Al tuo core or presta fede:

Questo giorno avventurato

D’ ogni gioja è bel sorier …!

ELVIRA.

A quel nome, al mio contento,

Al mio core io credo appena.

Tanta gioja, oh Dio! pavento,

Non ho lena a sostener!

Partono.

CORO.

Ad Artur, de’ Cavalier’

Bel campione in giostra e amor,

Le donzelle ed i guerrier’,

Fanno festa e fanno onor.

Partono.

Scena V.

Sala d’ Arme.

Lord Arturo con alcuni Scudieri e Paggi, Elvira, Valton, Sir Giorgio, Damigelle con Castellani e Castellane, Bruno e Soldati.

UOMINI.

Ad Arturo!

DONNE.

A Elvira!

TUTTI.

Onor.

Coroniam beltà e valor!

DAMIGELLE.

Ella è sior di vergineile,

Bella al par di primavera:

Come l’ astro della sera

Spira all’ alma pace e amor.

SCUDIERI.

Bello egli è tra’ Cavalieri,

Com’ è il cedro alla toresta:

In battaglia egli è tempesta,

È campione in giostra e amor.

ARTURO.

A te, o cara, amor talora

Mi guidò furtivo, e in pianto;

Or mi guida a te d’ accanto

Tra le feste e l’ esultar

Al brillar di si bell’ ora,

Se rammento il duol passato,

Vo in ebbrezza… e son bëato,

M’ è celeste il giubilar!

ELVIRA.

Oh mio Arturo!

ARTURO.

Oh Elvira mia!

ELVIRA.

Or son tua!

ARTURO.

Sì, mia tu sei!

TUTTI.

Cielo, arridi a’ voti miei,

Benedici e fede e amor.

Scena VI.

Detti, poi Enrichetta.

VULTON.

Si compia senza me l’ augusto rito.

Mercè di questo scritto

Voi sino al tempio aperto passo avrete.

Tu gli accompagnerai.

Oh nobil Dama,

L’ Alto Anglican sovrano Parlamento.

Ti chiama al suo cospetto: io ti son scorta.

ENRICHETTA.

(Ahimè ehe sento!) E che da me si chiede?

VALTON.

A me s’ addice

Obbedir e tacer. Altro non lice.

ARTURO.

E di Stuardi amica?

GIORGIO.

È prigioniera

Da molte lune, e fu da ognun creduta

Amica de’ Stuardi, e messaggera

In mentito abito e nome.

ARTURO.

(Oh dio! Che ascolto!

E deciso il suo fato: essa è perduto.

Oh sventurata!)

ENRICHETTA.

(Qual pietà in quel volto!)

VALTON.

Oh figli! al tempio alle pompose feste

Accorra ognun. La nuzïale veste

Va, o diletta, a indossar. Ite voi seco.

Fuori del vallo i miei destrier’ sin presti

Che in breve io quì sarò. La nostra andata

Ci è sorza d’ affrettar.-Com’ io vi unisca

E a voi sorrida il Cielo, o coppia amata

Scena VII.

Enrichetta ed Arturo.

ENRICHETTA.

(Pietà e dolore

Sta in fronte, e fanno sicurtà del core)

Cavalier!

ARTURO.

S’ or ti è d’ uopo di consiglio,

Di soccorso, e d’ alta, in me t’ affida!

ENRICHETTA.

Se mi stesse sul capo alto periglio?

ARTURO.

Deh! parla … oh Dio!… che temi?

ENRICHETTA.

Breve ora, e sarò spenta!… ah, tu ne fremi …

ARTURO.

Sì, fremo … io fremo

Per te, per me, pel padre mìo che spento

Cadea fido ai Stuardi! E tu chi sei?

Oh!… chi tu sii, ti vo’ salvar.

ENRICHETTA.

È tardi!

Figlia a Enrico, a Carlo sposa

Pari ad essi avrò la sorte …

ARTURO.

Oh!… Regina …

ENRICHETTA.

Attendo morte!

ARTUR.

Taci, ah! taci, per pietà!

Fuor le mura … a tutti ascosa

Ti trarrò per vie secure…

Tu n’ andrai di quì…

ENRICHETTA.

Alla scure…

Scampo e speme… o Artur non v’ha…

ARTURO.

No, Regina, ancor v’ è speme:

O te salva … o spenti ìnsieme

ENRICHETTA.

Cangia, o Arturo, il pio consiglio.

Pensa al tuo mortal periglio.

Pensa a Elvira, il tuo tosoro,

Che ti attende ai sacro altar!

ARTURO.

Non parlar di lei che adoro

Di valor non mi spogliar.

ENRICHETTA.

Sventurata prigioniera,

Il mio iato io seguirò:

Giunse a me l’ estrema sera.

Per te l’ alba incomineiò!

ARTURO.

Sarai salva, o sventurata,

O la morte incontrerò:

E una sorte fortunata

Nel morire invocherò.

Scena VIII.

Elvira, Giorgio, e detti.

ELVIRA.

Son vergin vezzosa-in vesta di sposa:

Son bianca ed amil-qual giglio d’ April:

Ho chiome odorose-cui cinser tue rose:

Ho il seno gentil-del tuo bel monil.

ENRICHETTA, ARTURO, GIORGIO.

Si miro il tuo candor,

Mi par la Luna alìor

Che tra le nubi appar

La notte a consolar.

Se ascolto il tuo cantar,

Tn Angelo mi par

Che intuoni al primo albor

Inni al supperno amor.

ELVIRA.

Dimmi, s’ è ver che m’ ami…

ENRICHETTA.

Dimmi, o gentil, che brami?

ELVIRA.

Qual mattutina stella

Bella vogl’ io brillar.

Del crin le molli annella

Mi giova ad aggraziar.

ENRICHETTA.

Elvira mia diletta,

Son presta al tuo pregar.

ARTURO, GIORGIO.

Fanciulla e semplicetta

Ognor desia scherzar.

Scusar a te s’ aspetta

Suo troppo vezzeggiar.

ELVIRA.

A illegiadrir mia prova,

Deh! non aver a vil:

Il velo in foggia nova

Sul capo tuo gentil.

ENRICHETTA.

Il vezzo m’ alletta:

Mi è caron a secondar.

ELVIRA.

O bella ti celo

Le anella del crin,

Com’ io nel hel velo

Mi voglio celar.

Ascosa, o vezzosa,

Nel velo divin

Or sembri la sposa

Che vassi all’ altar.

ENRICHETTA.

Ascosa in bianco vel

Or posso, oh Dio, celar

L’ affanno, il palpitar,

L’ angoscia del mio cor!

Deh! tu pietoso Ciel,

Raccogli con favr

La prece di dolor.

Ch’ osai a te levar!

ARTURO.

Oh! come da quel vel.

Che le nasconde il crin,

Veggio un splendor divin

Di speme a balenar.

Deh! tu, pietoso Ciel,

M’ avviva il tuo favor:

Mi fa da un reo furor

La vittima salvar!

GIORGIO.

Elvira, col suo vel

Un zeffiretto appar,

Un’ iride sul mar,

Un silfo in grembo al fior;

T’ arrida, o cara, il Ciel

Col roseo sua favor.

Tal ch’ io ti veggia ognor

Tra vezzi a giubilar!

TALTON, CORO.

Elvira, mia / deh! Elvira

Il dì l’ ore avanza!

ELVIRA.

Ah! il core mi sento.

Per gioja balzar

M’ attendi, che in breve

Vogliamo ballar.

ARTURO, GIORGIO, ENRICHETTA.

Se il padre s’ adira

Ah! riedi a tua stanza:

Sarà il tuo fedel

Che t’ erni del vel.

Elvira parte con Giorgio.

Scena IX.

Enrichetta ad Arturo.

ENRICHETTA.

Sulla virginea testa

D’ una felice un bianco vel s’ addice.

A me non già…

ARTURO.

T’ arresta!

E’ chiaro don del Ciel! cosi ravvolta

Deluderai la vigilante scorta…

Tu mi sposa parrai…

Vieni.

ENRICHETTA.

Che dici mai?

Tu corri a tua ruina, a orribil sorte!

ARTURO.

Vieni… ah vieni… t’ involo a certa morte.

Scena X.

Riccardo, e detti.

RICCARDO.

Ferma. Invan rapir pretendi

Ogni ben ch’ io aveva in terra:

Quì ti sfido a mortal guerra,

Trema… ah! trema del mio acciar!

ARTURO.

Spezzo, o audace, il tuo furore;

La mortal disfida accetto:

Questo ferro nel tuo petto

Sino all’ elsa io vo’ piuntar.

ENRICHETTA.

Pace… pace… ah! v’ arrestate.

Per me sangue non versate.

ARTURO.

Ah! che fai?

RICCARDO.

La prigioniera?

ENRICHETTA.

Dessa io son!

ARTURO.

Tua voce altéra

Or cel ferre sosterrai.

Vien…

RICCARDO.

Con lei tu illeso andrai…

ARTURO.

E fia ver?

ENRICHETTA.

(Qual savellar!)

RICCARDO.

Più non vieto a voi l’ andar.

ARTURO, ENRICHETTA.

Gente appressa… o Ciel, fuggiamo!

RICCARDO.

Si fuggite… il vuole il Cielo!

ARTURO.

Pria che siam oltre le mura

Parlerai?

RICCARDO.

No! t’ assicura.

ARTURO.

Tu le giura.

RICCARDO.

Il giuro.

ARTURO, RICCARDO, ENRICHETTA.

Addio!

Arturo ed Enrichetta partono.

Scena XI.

Riccardo, Valton, Bruno, Elvira con Damigelle, indi Soldati Puritani, Castellani e Castellane.

RICCARDO.

È’ già al poate-passa il forte

E’ alla porte – Già n’ andò.

CORO.

Al tempio, al tempio, a festa!

ELVIRA.

Dov’ è Arturo?

RICCARDO.

Dianzi fu quì…

ELVIRA.

Ovo sei, o Arthur?…

RICCARDO.

Partì!

ELVIRA, RICCARDO, GIORGIO.

Già fuor delle mora – Laggiù alla pianura.

CORO.

La tua prigioniera – La rea messaggera

Col vil Cavaliero. – Ciascun sa un destriero

Spronando… volando… – Mirate celà!

VALTON.

Soldati, accorrete, coi bronci tuonate,

All’ arme appellate, correte… volate,

Pel erin trascinate i due traditor’!

TUTTI.

All’ arme!

VALTON.

T’ affretta.

TUTTI.

All’ arme!

CORO.

Vendetta!

ELVIRA.

La dama d’ Arturo è a bianco velata

La guarda e sospira sua sposa la chiama:

Elvira è la Dama? Non sono più Elvira!

CIORGIO, CORO.

Elvira? chi dici?

ELVIRA.

Io Elvira? ah! no… no!

CORO.

La misera è pallida…

E’ immobile e squallida…

Le luci non gira…

Sorride, sospira…

Demente si fa… Oh Cieli… pietà.

ELVIRA.

Arturo, ah! già ritorni? Dunque sei fid ancor?

Ah! vieni al tempio – fedele Arturo,

Eterna fede – mio ben ti giuro!

Com’ oggi è puro – sempre avrò il core.

Vivrò d’ amore – morrò d’ amor.

CORO.

Si crede all’ ara.. Giura ad Arture…

Ella sì tenera… Ei sì spergiuro…

Ella sì candida… Ei traditor…

Misera vergine – morrà d’ amor.

GIORGIO, RICCARDO, CORO.

Oh! come ho l’ anima – trista e dolente

Udendo i gemiti – dell’ innocente.

Oh! come perfido – il traditore

Che in tanti spasimi – Iasciò quel cor!

ELVIRA.

Ti veggo… già fuggi? O ingrato, abbandoni

Chi tanto t’amò!… Arturo.. oh Dio!.. no…

CORO.

Ahi! dura sciagura – ahi lutto e dolor!

Si bella, si pura – del ciel creatura:

Nel dì bel delitto – schernita, tradita!

Andrà maledetto – il vil traditor.

ELVIRA.

Qual febbre vorace – m’ uccide: mi oface,

Qual fiamma, qual’ ira m’avampa e martira!

Fantasmi perversi – fuggite dispersi!…

O in tanto furor – sbranatami il cor.

CORO.

Non casa, non spiaggia raccolga i fuggenti!

In odio del Ciel, in odio ai viventi;

Battuti dal venti – da orrende tempeste,

Non trovin lor teste – un luogo a posar,

Erranti piangenti – in orrida guerra

Col Cielo! la Terra – il mar, gli elementi

Da tutti fuggiti, schivati, rejetti,

Negli arsi lor petti – sia vita il penar.

Atto Secondo.

Stanza come nell’ Atto primo.

Scena I.

Castellani e Castellane, Puritani, Bruno e Giorgio; poi Riccardo.

CORO.

Qual novella?

GIORGIO.

Or prende posa.

CORO.

Sventurata!… E’ ognor dolente?

GIORGIO.

Mesta, e lieta…

CORO.

E’ senza tregua.

GIORGIO.

Splende Il senno… or si dilegna

Alla misera innocente,

TUTTI.

Come mai?

GIORGIO.

Dir lo poss’ io?

Se nel duol che m’ ange il seno

Ogni voce trema e muor!

CORO.

Deh! favella…

GIORGIO.

Mi lasciate.

CORO.

Ten preghiam.

GIORGIO.

A! no: cessate.

BRUNO, CORO.

Deh! ti muova quell’ ambascia

Che ci aggrava al tuo dolor.

GIORGIO.

Siate paggi… v’ appressate

Cinta di rose e col bel crin disciolto

Talor la cara vergine s’ aggira,

E shiede all’ aura, ai fior’ con mesto volto:

Ove andò Elvira!

Bianco-vestita, qual se all’ ara innante,

Adempie il rito e va cantando: Il giu o;

Poi grida per amor tutta tromante!

Ah vieni! Arturo!

CORO.

Ahi! figlia miscra – delira ancor!

Quanto fu barbaro – il seduttor!

GIORGIO.

Geme talor qual tortora amorosa,

Or cade vinta da mortal sudore,

Or l’ odi, al suon dell’ arpa lamentosa,

Cantar d’ amore.

Or scorge Artura nell’ altrui sembiante

Poi del suo inganno accorta, e di sua sorte,

Geme, piange, s’ affanna, e ognor più ammante

Invoca morte.

CORO.

Ahi! siglia misera – morir d’ emor!

Scenda una folgore – sul traditor.

RICCARDO.

Di suo fulgore il Ciel non sarà lento!

A scure infame Artur Talbo è dannato

Dall’ Anglican Sovrano Parlamento.

È giusto fato.

CORO.

Quaggiù nel mal che questa valle serra

Ahi buoni e ai tristi è memorando esempio

Se la destra di Dio tremenda afferra

Il crin dell’ empio.

RICCARDO.

Di Valton l’innocenze a voi proclama

Il parlamento, e ai primi onor’ Io chiama.

CORO.

Qual doglia, Valton, se vedran tue eiglia

Insana ancor la tua diletta siglia!

RICCARDO.

E non v’ ha speme

Alcuna?

GIORGIO.

Medic’ arte n’ assecura

Che una subita gioja, o gran sciaguro,

Potria sanar la mente sua smarrita.

CORO.

Qual mai t’ attendc, o Artur, pena infinita!

RICCARDO.

In me, Duce primier, parla Cromvello.

Il vil, che è ognora in suga,

E dal suo seno rigettò Inghilerrta,

Lunge ue stia. E sua rea fortuna,

O malizia. Io tragga a questa terra,

Non abbia grazia, nè pietade alcuua.

Il Corto parte.

Scena II.

Elvira, e detti.

ELVIRA.

Ah! rendetemi la speme.

O lasciatemi morir

GIORGIO.

Essa qui vien… la senti?

Oh! come è grave il suon de’ suoi lamenti

ELVIRA.

Qui la voce sua soave

Mi chiamava… e poi spari.

Qui giurava esser fedele,

Poi crudele – mi fuggì!

Ah? mai più qui assorti insiemo

Nella gioja de’ sospir’.

Ah! rendetemi la spemo

O lasciatemi morir.

GIORGIO, RICCARDO.

Quanto amore è mai raccolto

In quel volto e in quel dolor.

ELVIRA.

Chi sei tu:

GIORGIO.

Non mi ravvisi?

ELVIRA.

Padre mio!… mi chiami al tempio?

Non è sogno… oh! Arturo… oh amor!

Ah! tu sorridi… asciughi il pianto!

A Imen mi guidi… al ballo, al canto!

Ognun s’ appresta a nozze, a festa!

E meco in danze esulterà.

Tu pur meco danzerai?

Vieni a nozze!

GIORGIO, RICCARDO.

Oh Cielo!

ELVIRA.

Ei piange!

Egli piange.. Ei forse amò!

GIORGIO, RICCARDO.

Chi frenar il pianto può!

ELVIRA.

M’ odi; e dimmi: amasti mai?

RICCARDO.

Gli occhi affissa in sul mio volto,

Ben mi guarda, e lo vedrai…

ELVIRA.

Ah!… se piangi… ancor tu sai

Che un cor fido nell’ amar

Sempre vive di dolor!

GIORGIO.

Deh! t’ aequeta, o mia diletta,

Tregua al duol dal tempo aspetta.

ELVIRA.

Mai!…

RICCARDO, GIORGIO.

Clemente il Ciel ti sia.

ELVIRA.

Mai.

RICCARDO, GIORGIO.

L’ ingrato alfine obblia.

ELVIRA.

Ah! mai più ti rivedrò.

RICCARDO, GIORGIO.

Si fa mia la sua ferita,

Mi dispera e squarcia il cor.

ELVIRA.

O toglietemi la vita,

O rendetemi il mio amor!

RICCARDO, GIORGIO.

Tornò il riso in sul suo aspetto,

Qual pensiero in lei brillò?

ELVIRA.

Non temer del padre mio,

Co’ miei pianti il placherò.

Ogni affanno andrà in obblio,

Tanto amor consolerò.

GIORGIO.

Essa in pene è abbandonata,

Sogna il gaudio che perdè?

RICCARDO.

Qual bell’ alma innamorata

Un rival rapiva a me!

ELVIRA.

Vien, diletto, è in Ciel la Luna;

Tutto tacc intorno intorno:

Ein che spunti in Cielo il giorno,

Vien ti posa sul mio cor.

Deh! t’ affretta, o Arturo mio,

Riedi, o caro, alla tua Elvira:

Essa piange, e ti sospira.

Riedi, o caro, al primo amor.

GIORGIO, RICCARDO.

Possa un di, quell’ inselice,

Mercè acer di tanto affetto:

Possa un giorno nel diletto

Obbliare il suo dolor!

Ricovrarti ormai t’ addice,

Stende notte il cupu orror.

Elvira parte.

Scena III.

Giorgio. Riccardo.

GIORGIO.

Il rival salvar tu dei,

Il rival salvar tu puoi.

RICCARDO.

Io nol posso…

GIORGIO.

Tu non vuoi.

RICCARDO.

No!

GIORGIO.

Tu il salva?

RICCARDO.

Ei perirà!

GIORGIO.

Tu quell’ora ben rimembri

Che fuggì la prigionlera.

RICCARDO.

Si…

GIORGIO.

D’Artur fu colpa intera?

RICCARDO.

Tua favella ormai…

GIORGIO.

E’ vera.

RICCARDO.

Parla aperto…

GIORGIO.

Ho detto assai.

RICCARDO.

Fu voler del Parlamento,

Se ha colui la pena estrema

Di tutt’ altri l’ ardimentc

In Artur si domerà.

Io non l’ odio, lo no ‘l pavento,

Ma l’ indegno perirà.

GIORGIO.

Un geloso e reo tormento

Or t’ invade e accieca… ah’ trema!

Il timorso e lo spavonto

La tua vita strazierà.

Se il rival per te fia spento

Un’ altr’ alma il seguirà.

RICCARDO.

Chi?

GIORGIO.

Due vittimo farai!

E devunque te ne andrai

L’ omhra lor ii seguirà!

Se tra il nujo un fantasma vedral

Bianco, lieve.. che geme e sospira,

Sarà Elvira-che mesta s’ aggira,

E ti grida: io son morta per te.

Quando il Cielo è in tempesta più scuro

S’ odi un’ ombra affannosa, che freme,

Sarà Artur ehe t’ incalza, ti preme,

Ti minaccia do’ morti il suror.

RICCARDO.

Se d’Elvira il fantasma dolcente

M’ apparisce e m’ incalzi e s’ ardiri,

Le mie preci, i singulti, sospiri

Mi sapranno ottenere mercè.

Se l’ adiato fantasma d’ Arturo

Sanguinosa sorgesse d’ Averno,

Ripiombarlo agli Abissi in eterno

Lo farobbe il mio immenso furor.

GIORGIO.

Il duol che si m’ accora

Vinca la tua bell’ anima.

RICCARDO.

Han vinto le tue lagrime…

Mira, ho bagnato il ciglio.

GIORGIO, RICCARDO.

Ogni virtude onora

Chi han sensi di pietà.

GIORGIO.

Mia man non è ancor gelida!

Con te combatterà.

RICCARDO.

Forse dell’ alba al sorgere

L’ oste ci assalirà.

S’ ei vi sarà.

GIORGIO.

Morrà.

Sia voce di terror,

Anglia, vittoria, onor!

RICCARDO, GIORGIO.

Suoni la tromba, e intrepido

Io pugnerò da forte.

Bello è affrontor la morte

Gridando fedeltà!

Amor di gloria impavido

Mieta i sanguigni alleri,

Poi terga i bei sudori.

E i pianti la pietà.

Atto Terzo.

Loggia in un giardino.

Scena I.

Arturo, poi Elvira.

ARTURO.

Son salvo, alfin son salvo. I miei nemici

Fallira il colpo, e mi smarrir di traccia.

Oh! come è dolce, oh! come a un infelice,

Dopo il misero errar di riva in riva,

Toccar alfin la terra sua nativa.

Vedere ad abbraciar co lei che in core

Gli fu scolpita per la man d’ amore.

ELVIRA.

A una fonte afflitto e solo

S’assideva un Trovator.

E a sfogar l’immenso duolo

Sciolse un cantico d’amor

ARTURO.

La mia canzon d’amore!… Ah! Elvira ah! Elvira.

Ove t’aggiri tu?… Nessun risponde…

A te così io cantava

Di queste selve tra le dense fronde,

E tu allor facevi eco al canto mio!

Deh! se ascoltasti l’ ameroso canto..

Odi quel d’un afflitto odi il mio pianto.

Qual suon! Alcun s’apressa.

CORO.

Agli spaldi alle torri andiam!

ARTURO.

Ancor di me in traccia.

CORO.

Si cerchera, si trovera.

ARTURO.

O Dio, ove m’ aseondo?

CORO.

No, no! non fuggira.

ARTURO.

Ad altro lato vanno i furenti.

Son già lontani. Perche mai non oso

Porro il piede entro l’adorate soglie,

Dire a Elvira il mio duol, la fede mia?

Ah no perder potrei me stesso e lei.

Or si ripigli il canto. Forse a me

Verra, se al cor le suono,

Come nei di felici, quando uniti

Dicemmo: io t’ amo.

Carre a valle, corre a monte

L’ infelice pellegrin,

Ma il dolor gli è sempre a fronte,

Gli è com agno nel cammin.

Cerca il sonno a notte scura

L’infelice pellegrin,

Sogna e il desta la sciagura

Della patria e il suo destin.

Sempre eguali ha i luoghi e l’ore

L’infelice trovador.

L’esilito allor che muore

Ga sol posa al suo dolor

Scena II.

Elvira, ed Arturo.

ELVIRA.

Finì… me lassa! oh! come dolce all’ atma

Mi scendea quella voce… Oh Dio! finì..

Mi parve… Ah! rimembranze! ah! vani sogni!

Ah! mio Arturo, ove sei?

ARTURO.

A’ piedi tnoi,

Ivira, ah! mi perdona!

ELVIRA.

Arturo? è desso!

Sei pur tu?… Or non m’inganni?

ARTURO.

Ingannarti?… ah! no… giammai

ELVIRA.

Io vacillo… Temo afianni.

ARTURO.

Non temer… spariro i guai,

Ove a noi sorride amor.

Nel mirarti un solo istante

Io sospiro, e mi consolo

D’ogni pianto e d’ogni duolo

Che provai lontau da te.

ELVIRA.

Ch’ei provò lontan da me?…

Quanto tempo?… lo rammenti.

ARTURO.

Fur tre mesi…

ELVIRA.

Ah! no: tre secoli

Di sospiri e di tormenti;

Fur tre secoli d’orror!

Ti chiamava ad ogni istante!

Riedi, o Arturo, mi consola,

E rompeva ogni paiola

Coi singulti del dolor!

ARTURO.

Den! perdona… Ella era misera

Prigioniera… abbandonata.

ELVIRA.

Dì, se a te non era cara,

A che mai seguir colci?

ARTURO.

Or t’infingi, o ignori ch’ ella

Presso a Morte…

ELVIRA.

Chi? favella

ARTURO.

La Regina.

ELVIRA.

La Regina?

ARTURO.

Un indugio… e la meschina

Su d’un pulco a morte orribile…

ELVIRA.

E fia ver? Qual lume rapido

Or balena al mio pensier.

Dunque m’ami?

ARTURO.

E puoi temer?

ELVIRA.

Dunque vuoi?

ARTURO.

Star teco ognor.

Oh mia diletta Elvira

Amor, delizia e vita,

Non mi sarai rapita

Or che ti stringo al cor.

Ansante, ognor tremante

Ti chiamo… e ognor ti bramo…

Vicn; mi ripeti: io t’amo,

T’amo d’immenso amor.

ELVIRA.

Caro, non ho parola

Ch’ esprima il mio contento:

L’ alma elevar mi sento

In estasi d’amor.

Ansante… ognor tremante

Ti chiamo, e te sol bramo.

E mille volte: io t’amo,

A te ripete il cor.

ARTURO.

Ancor di nuovo questo suon molesto.

I mici nemici!

ELVIRA.

Si, quel suon funesto:

Io conesco quel suon… ma tu non sai

Che più no ‘l temo omai! – Nella mia stanza

Squarciato ho il vel di che s’orno sua testa…

Calpestai le sue pompe.. ed all’ aurora..

Con me tu ancora…

Verrai a festa e a danze!…

ARTURO.

Oh Dio, che dici?…

ELVIRA.

Così come tu guardi,

Mi guardar essi, e intender mai non sanno

Il parlar, il mio riso… il duol, l’affanno!

ARTURO.

Oh ti scuoti… tu vaneggi?

I.

Alto la!

II.

Fedel drapello.

I.

E chi viva?

II.

Anglia e Cromvello.

TUTTI.

Vincerà!

ARTURO.

Vien: ci è forza ormci partir!

ELVIRA.

Ah tu vuoi fuggirmi ancor?…

No: colei più non t’avrà.

ARTURO.

Vien.

ELVIRA.

T’ arresti il mi dolor.

ARTURO.

Taci…

ELVIRA.

O genti… ci vuol fuggir!

ARTURO.

Taci…

ELVIRA.

Ajuto per pietà!

ARTURO.

Ah!

Scena III.

Giorgio, Riccardo, Bruno, Armigeri, Castellani e Castellane, e detti.

GIORGIO.

E’ qui Arturo?

RICCARDO.

Arturo?

TUTTI.

Arturo!…

RICCARDO.

Cavalier, ti colse il Nume

Punitor de’ tradimenti.

GIORGIO, DONNE.

Oh infelice! un destin rio

A tal spiaggia or ti guidò!

RICCARDO, ARMIGERI.

Talbo Artur la patria oh Dio!

Te alla morte condannò.

ELVIRA.

Morte!

UOMINI.

A morte!

GIORGIO, DONNE.

Ahi! qual terror!

UOMINI.

Dio ragginnge i traditor’!

ELVIRA.

Che ascoltai?

CORO.

(Sì tramutò!

Si fe’ smorta… ed avvampò!)

ARTURO.

Credeasi, misera!

Da me tradita.

Traea la vita

In tal martin!

Or sfido i fulmini,

Disprezzo il Fato.

Se a lei da lato

Potrò morir!

ELVIRA.

Qual mai funeren

Voce funesta

Mi scuote e desta

Dal mio martir!

Io fui sì baibara,

Lo trassi a morte

M’ avrà consorte

Nel suo morir!

GIORGIO.

Quel suon funereo

Feral rimbomba,

Nel sen mi piomba,

M’ agghiaccia il cor!

Sol posso, ahi misero!

Tremar e fremere:

Non ha più lagrime

Il mio dolor..

RICCARDO.

Quel suon funereo,

Ch’ apre una tomba,

Cupo rimbomba,

M’ infonde orror.

La sorte orribile,

Spense già l’ ira,

Mi affanna e inspira

Pietà e dolor.

CORO DI DONNE.

Quel suon funereo

Feral rimbomba,

Al cor ci piomba,

Gelar ci fa!

Pur fra le lagrime

Speme ci affida

Che Dio ci arrida

Di sua pietà!

CORO DI PURITANI.

Quel suon funereo,

Ch’ apre una tomba,

Cupo rimbomba,

Infonde oror,

E Dio terribile:

In sua vendetta

Gli empj ei seatta,

Sterminator!

GIORGIO, RICCARDO, DONNE.

Sol ferocia or parla in voi!

La pietade Iddio v’apprenda!

RRUNO, UOMINI.

Dio commanda ai figli suoi

Che giustizia alfin si renda.

ARTURO.

O mia Elvira!…

ELVIRA.

E vivi ancor!…

ARTURO.

Teco io sono…

ELVIRA.

Ah! il tuo perdono!…

Per me a morte, a Arturo mio…

UOMINI.

Cada alfin l’ ultrice spada

Sovra il capo al traditor!

ARTURO.

Arrestate… vi scostate!

Paventate il mio furor.

Ella è tremante,

Ella è spirante:

Anime perside,

Sorde a pietà.

Un solo istante

L’ ire affrenate,

Poi vi saziate

Di erudelià.

PURITANI.

Ah vendetta su i ribaldi!

Si, vendetta!

TUTTI.

Suon d’ araldi?

È un messaggio.

DONNE.

Un divin raggio!

Esploriam.

TUTTI.

Che mai sarà?

GIORGIO.

Esultate, ah! sì esultate:

Già i Stuardi or vinti sono,

La dole’ aura del perdòno,

Ogni cor respirerà.

RICCARDO, PURITANI.

A Cromvello onore e gloria!

La vittoria – Il guiderà…

ELVIRA, ARTURO.

Dall’ angoseia al gaudio estromo

Par quest’ alma al Ciel rapita,

Ben so dir che sia la vita.

Or che tuo / tua l’ amor mi fa.

CORO.

Siate liete alme amorose:

Qual d’ amor foste doienti:

Lunpgi di per voi ridenti

Quest’ istante segnerà.