Blog Archive

Gustav Schwab – Die Sagen Trojas

admin am Okt 13th 2011

Zweiter Teil

Die Sagen Trojas

Erstes Buch

Trojas Erbauung

In uralten Zeiten wohnten auf der Insel Samothrake, im Ägäischen Meere, zwei
Brüder, Iasion und Dardanos, Söhne des Zeus und einer Nymphe, Fürsten des Landes.
Von diesen wagte Iasion, als ein Göttersohn, seine Augen zu einer Tochter des
Olymp zu erheben, warf eine ungestüme Neigung auf die Göttin Demeter und wurde
zur Strafe seiner Kühnheit von seinem eigenen Vater mit dem Blitze erschlagen.
Dardanos, der andere Sohn, verließ, tief betrübt über den Tod seines Bruders,
Reich und Heimat und ging hinüber auf das asiatische Festland an die Küste Mysiens,
da wo die Flüsse Simois und Skamander vereinigt in das Meer strömen und das
hohe Idagebirge sich nach dem Meere abgedacht in eine Ebene verliert. Hier herrschte
der König Teukros, kretischen Ursprungs, und nach ihm hieß auch das Hirtenvolk
jener Gegenden Teukrer. Von diesem Könige wurde Dardanos gastfreundlich aufgenommen,
bekam einen Strich Landes zum Eigentum und die Tochter des Königs zur Gemahlin.
Er gründete eine Ansiedlung, das Land wurde nach ihm Dardania und das Volk der
Teukrer von nun an Dardaner genannt. Ihm folgte sein Sohn Erichthonios in der
Herrschaft, und dieser zeugte den Tros, nach welchem die Landschaft nun Troas,
der offene Hauptort des Landes Troja, und Teukrer oder Dardaner jetzt auch Trojaner
oder Troer genannt wurden. Nachfolger des Königs Tros war sein ältester Sohn
Ilos. Als dieser einst das benachbarte Land der Phryger besuchte, wurde er von
dem Könige Phrygiens zu eben angeordneten Kampfspielen eingeladen und trug hier
im Ringkampfe den Sieg davon. Er erhielt als Kampfpreis fünfzig Jünglinge und
ebenso viele Jungfrauen, dazu eine buntgefleckte Kuh, die ihm der König mit
der Weisung eines alten Orakelspruches übergab: wo sie sich niederlegen würde,
da sollte er eine Burg gründen. Ilos folgte der Kuh, und da sie sich bei dem
offenen Flecken lagerte, der seit seinem Vater Tros der Hauptort des Landes
und seine eigene Wohnung war, auch schon Troja hieß, so baute er hier auf einem
Hügel die feste Burg Ilion oder Ilios, auch Pergamos geheißen, wie denn das
ganze Wesen von nun an bald Troja, bald Ilion, bald Pergamos genannt wurde.
Ehe er jedoch die Burg anlegte, bat er seinen Ahnherrn Zeus um ein Zeichen,
daß ihm die Gründung derselben genehm sei. Am folgenden Tage fand er das vom
Himmel gefallene Bild der Göttin Athene, Palladion genannt, vor seinem Zelte
liegen. Es war drei Ellen hoch, hatte geschlossene Füße und hielt in der rechten
Hand einen erhobenen Speer, in der andern Rocken und Spindel. Mit diesem Bilde
hatte es folgende Bewandtnis: Die Göttin Athene wurde nach der Sage von ihrer
Geburt an bei einem Triton, einem Meergott, erzogen, der eine Tochter namens
Pallas hatte, die gleichen Alters mit Athene und ihre geliebte Gespielin war.
Eines Tages nun, als die beiden Jungfrauen ihren kriegerischen Übungen oblagen,
traten sie zu einem scherzhaften Wettkampfe einander gegenüber. Eben wollte
die Tritonentochter Pallas einen Streich auf ihre Gespielin führen, als Zeus,
für seine Tochter bangend, den Schild aus Ziegenfell, die Ägis, dieser vorhielt.
Dadurch erschreckt, blickte Pallas furchtsam auf und wurde in dem Augenblicke
von Athene tödlich verwundet. Tiefe Trauer bemächtigte sich der Göttin, und
sie ließ zum dauernden Andenken ein recht ähnliches Bild ihrer geliebten Gespielin
Pallas verfertigen, legte demselben einen Brustharnisch von dem gleichen Ziegenfelle,
wie der Schild war, um, der nun auch Ägispanzer oder Ägide hieß, stellte das
Bild neben die Bildsäule des Zeus und hielt es hoch in Ehren. Sie selbst aber
nannte sich seitdem Pallas Athene. Dieses Palladion nun warf, mit Einwilligung
seiner Tochter, Zeus vom Himmel in die Gegend der Burg Ilios herunter, zum Zeichen,
daß Burg und Stadt unter seinem und seiner Tochter Schutze stehe.

Der Sohn des Königs Ilos und der Eurydike war Laomedon, ein eigenmächtiger
und gewalttätiger Mann, welcher Götter und Menschen betrog. Dieser dachte darauf,
den offenen Flecken Troja, der noch nicht befestigt war wie die Burg, mit einer
Mauer zu umgeben und so zu einer förmlichen Stadt zu machen. Damals irrten die
Götter Apollo und Poseidon, die sich gegen Zeus, den Göttervater, empört hatten
und aus dem Himmel gestoßen waren, heimatlos auf der Erde umher. Es war der
Wille des Zeus, daß sie dem Könige Laomedon an der Mauer Trojas bauen helfen
sollten, damit seine und Athenes Lieblingsstadt der Zerstörung trotzende Mauern
hätte. So führte sie denn ihr Geschick in die Nähe von Ilios, als eben mit dem
Bau der Stadtmauern begonnen wurde. Die Götter machten dem Könige Laomedon ihre
Anträge, und da sie auf der Erde nicht bloß müßig gehen durften noch ohne Arbeit
mit Ambrosia gespeist wurden, so bedingten sie sich einen Lohn aus, der ihnen
auch versprochen ward, und fingen nun an zu frönen. Poseidon half unmittelbar
bei dem Bau; unter seiner Leitung stieg die Ringmauer breit und schön, eine
undurchdringliche Schutzwehr der Stadt, in die Höhe. Phöbos Apollo weidete inzwischen
das Hornvieh des Königes in den gewundenen Schluchten und Tälern des waldreichen
Gebirges Ida. Die Götter hatten versprochen, auf diese Weise dem Könige ein
Jahr lang zu frönen. Als nun diese Frist abgelaufen war, auch die herrliche
Stadtmauer fertig stand, entzog der trügerische Laomedon den Göttern gewaltsam
ihren gesamten Lohn, und als sie mit ihm rechteten und der beredte Apollo ihm
bittere Vorwürfe machte, da jagte er beide fort, mit der Androhung, dem Phöbos
Hände und Füße fesseln zu lassen, beiden aber die Ohren zu verstümmeln. Mit
großer Erbitterung schieden die Götter und wurden Todfeinde des Königs und des
Volkes der Trojaner; auch Athene kehrte sich von der Stadt, die bisher unter
ihrem Schutz gestanden, ab, und schon jetzt war, einer stillschweigenden Einwilligung
des Zeus zufolge, die eben erst mit stattlichen Mauern versehene Hauptstadt
mit ihrem Königsgeschlecht und Volke diesen Göttern, zu welchen sich mit dem
glühendsten Hasse in kurzer Zeit auch Hera gesellte, zum Verderben überlassen.

Priamos, Hekabe und Paris

Das weitere Los des Königes Laomedon und seiner Tochter Hesione ist schon von
uns berichtet worden. Ihm folgte sein Sohn Priamos in der Regierung. Dieser
vermählte sich in zweiter Ehe mit Hekabe oder Hekuba, der Tochter des phrygischen


Tags: , ,

Filed in Erzählungen, Sagen | Kommentare deaktiviert

Gustav Schwab – Die Sieben gegen Theben

admin am Okt 13th 2011

Sechstes Buch

Die Sieben gegen Theben

Polyneikes und Tydeus bei Adrast

Adrastos, der Sohn des Talaos, König von Argos, hatte fünf Kinder, darunter
zwei schöne Töchter, Argia und Deïpyle. Über diese war ihm ein seltsamer Orakelspruch
geworden: er werde dieselben dereinst einem Löwen und einem Eber zu Gemahlinnen
geben. Vergebens besann sich der König, welchen Sinn dieses dunkle Wort haben
könnte, und als die Mägdlein herangewachsen waren, gedachte er sie so zu vermählen,
daß die ängstliche Wahrsagung auf keine Weise erfüllt werden könnte. Aber das
Götterwort sollte nicht zuschanden werden. Von zweierlei Seiten kamen zwei Flüchtlinge
durch Argos’ Tore. Aus Theben war Polyneikes von seinem Bruder Eteokles verjagt
worden; Tydeus, des Öneus Sohn, war aus Kalydon geflohen, wo er auf der Jagd
einen Verwandtenmord, nicht absichtlich, verübt hatte. Beide Flüchtlinge trafen
sich vor dem Königspalaste von Argos. In der Dunkelheit der Nacht hielten sie
sich für Feinde und gerieten miteinander ins Handgemenge. Adrastos hörte das
Waffengetümmel unter seiner Burg, stieg bei Fackelschein von ihr herab und trennte
die Streitenden. Als ihm nun zur Rechten und zur Linken je einer der Helden
stand, die noch eben miteinander gekämpft hatten, so erstaunte der König wie
vor einem plötzlichen Gesichte, denn von dem Schilde des Polyneikes blickte
ihm ein Löwenhaupt, von dem des Tydeus starrte ihm ein Eberkopf entgegen. Der
erstere trug solches Abzeichen auf dem Schilde zu Ehren des Herakles, der andere
hatte sich das Wappen zum Andenken an die Jagd des Kalydonischen Ebers und Meleagers
gewählt. Adrastos sah jetzt die Deutung jenes dunkeln Orakelwortes vor sich,
und aus den Flüchtlingen wurden ihm Schwiegersöhne.

Polyneikes erhielt die Hand der älteren Tochter, Argia; die jüngere Tochter,
Deïpyle, wurde dem Tydeus zuteil. Beiden gab er zugleich das Versprechen, sie
in ihre väterlichen Reiche, aus denen sie vertrieben waren, wieder einzuführen.

Zuerst wurde der Feldzug gegen Theben beschlossen, und Adrastos sammelte seine
Helden, sieben Fürsten, ihn selbst einbegriffen, mit sieben Scharen um sich.
Ihre Namen waren Adratos, Polyneikes, Tydeus; Amphiaraos und Kapaneus, der erste
der Schwestergemahl Adrasts, der andere ein Schwestersohn; endlich seine zwei
Brüder, Hippomedon und Parthenopaios. Aber Amphiaraos, der Schwager des Königs,
der früher lange sein Feind gewesen, war ein Prophet, und als solcher sah er
den unglückseligen Ausgang des ganzen Feldzuges voraus. Nachdem er nun sich
vergebens bemüht hatte, den Adrastos und die übrigen Helden von ihrem Vorhaben
abwendig zu machen, suchte er einen Schlupfwinkel auf, den nur seine Gemahlin,
Eriphyle, die Schwester des Königes, kannte, und verbarg sich dort aufs sorgfältigste.
Lange suchten ihn die Helden vergebens, und ohne ihn, den er das Auge seines
Heeres zu nennen pflegte, wagte Adrast den Feldzug nicht zu unternehmen. Nun
hatte Polyneikes, als er aus Theben flüchtig werden mußte, das Halsband und
den Schleier mitgenommen, die unglückbringenden Geschenke, die einst Aphrodite
der Harmonia zu ihrem Beilager mit Kadmos, dem Gründer Thebens, verehrt hatte
und die jedem, der sie trug, das Verderben brachten. Diese Gaben hatten auch
wirklich schon der Harmonia selbst, der Semele, der Mutter des Bakchos, und
der Iokaste den Untergang gebracht. Zuletzt hatte sie Argia, die Gemahlin des
Polyneikes, die auch unglücklich werden sollte, besessen, und jetzt beschloß
ihr Gemahl, mit einem derselben, dem Halsbande, die Eriphyle zu bestechen, daß
sie ihm und seinen Kampfgenossen den Aufenthalt ihres Gatten verriete. Als das
Weib, das längst die Nichte um den herrlichen Schmuck, den ihr der Fremdling
zugebracht, beneidet hatte, die funkelnden Edelsteine und Goldspangen an dem
Halsbande sah, konnte sie der Lockung nicht widerstehen, hieß den Polyneikes
folgen und zog den Amphiaraos aus seiner Zufluchtsstätte hervor. Jetzt konnte
dieser der Anschließung an den Feldzug um so weniger entgehen, als er schon
früher, da er sich mit dem Adrastos ausgesöhnt und von ihm die Schwester zur
Ehe erhalten hatte, das Versprechen gegeben, bei jeder künftigen Streitigkeit
mit dem Schwager die Entscheidung seiner Gattin zu überlassen. Er tat seine
Rüstung an und sammelte seine Krieger. Bevor er jedoch auszog, rief er seinen
Sohn Alkmaion zu sich und verpflichtete diesen mit einem heiligen Schwure, ihn
nach seinem Tode, sobald derselbe kundbar würde, an der treulosen Mutter zu
rächen.

Auszug der Helden, Hypsipyle und Opheltes

Auch die übrigen Helden rüsteten sich, und bald hatte Adrastos ein gewaltiges
Heer um sich versammelt, das, in sieben Heerhaufen abgeteilt und von sieben
Helden befehligt, unter dem Schalle der Zinken und Trompeten jauchzend und voll
Hoffnung die Stadt Argos verließ. Aber schon auf dem Wege stellte sich das Unglück
ein. Sie waren in den Wald von Nemea gelangt, wo alle Quellen, Flüsse und Seen
ausgetrocknet waren und des Tages Hitze mit brennendem Durste sie quälte. Panzer
und Schilde wurden ihnen zu schwer; der Staub, der sich von dem Zug auf der
Straße erhob, setzte sich ihnen auf den dürren Gaumen, selbst ihren Rossen trocknete
der Schaum von dem Maule hinweg, und sie bissen knirschend mit trockenen Nüstern
in den Zaum. Während nun Adrastos nebst einigen Kriegern vom Heere vergebens
nach Quellen die Waldungen durchirrte, stießen sie auf einmal auf ein trauerndes
Weib von seltener Schöne, das einen Knaben an der Brust, mit wallenden Haaren
und in ärmlicher Kleidung, doch mit königlicher Miene, unter dem Schatten eines
Baumes saß. Der überraschte König glaubte nicht anders, als eine Nymphe des
Waldes vor sich zu sehen, warf sich vor ihr auf ein Knie und flehte sie für
sich und die Seinigen um Rettung aus der Not an, mit welcher der Durst sie bedrohe.
Aber die Frau antwortete mit gesenktem Auge und demütiger Stimme: »Fremdling,
ich bin keine Göttin; du magst, wie dein herrliches Aussehen mich vermuten läßt,
von Göttern stammen; wenn an mir etwas Übermenschliches, so muß es nur mein
Leiden sein, denn ich habe mehr geduldet, als sonst Sterblichen zu leiden auferlegt


Tags: ,

Filed in Erzählungen, Sagen | Kommentare deaktiviert

Gustav Schwab – Bellerophontes

admin am Okt 13th 2011

Fünftes Buch

Bellerophontes

Sisyphos, der Sohn des Aiolos, der listigste aller Sterblichen, baute und beherrschte
die herrliche Stadt Korinth auf der schmalen Erdzunge zwischen zwei Meeren und
zwei Ländern. Für allerlei Betrug traf ihn in der Unterwelt die Strafe, daß
er einen schweren Marmorstein, mit Händen und Füßen angestemmt, von der Ebene
eine Anhöhe hinaufwälzen mußte. Wenn er aber schon glaubte, ihn auf den Gipfel
gedreht zu haben, so wandte sich die Last um, und der tückische Stein rollte
wieder in die Tiefe hinunter. So mußte der gepeinigte Verbrecher das Felsstück
wieder von neuem und immer von neuem emporwälzen, daß der Angstschweiß von seinen
Gliedern floß.

Sein Enkel war Bellerophontes, der Sohn des Korintherköniges Glaukos. Wegen
eines unvorsätzlichen Mordes flüchtig, wandte sich der Jüngling nach Tiryns,
wo der König Prötos regierte. Bei diesem wurde er gütig aufgenommen und von
seinem Morde gereinigt. Aber Bellerophontes hatte von den Unsterblichen schöne
Gestalt und männliche Tugenden empfangen. Deswegen entbrannte die Gemahlin des
Königes Prötos, Anteia, in unreiner Liebe zu ihm und wollte ihn zum Bösen verführen.
Aber der edelgesinnte Bellerophontes gehorchte ihr nicht. Da verwandelte sich
ihre Liebe in Haß; sie sann auf Lüge, ihn zu verderben, erschien vor ihrem Gemahl
und sprach zu ihm: »Erschlage den Bellerophontes, o Gemahl, wenn dich nicht
selbst unrühmlicher Tod treffen soll, denn der Treulose hat mir seine strafbare
Neigung bekannt und mich zur Untreue gegen dich verleiten wollen.« Als der König
solches vernommen, bemächtigte sich seiner ein blinder Eifer. Weil er jedoch
den verständigen Jüngling so liebgehabt hatte, vermied er den Gedanken, ihn
zu ermorden, denn er machte ihm Grauen. Aber dennoch sann er auf sein Verderben.
Er schickte daher den Unschuldigen zu seinem Schwiegervater Iobates, dem Könige
von Lykien, und gab ihm ein zusammengefaltetes Täfelchen mit, das er dem letzteren
bei seiner Ankunft in Lykien gleichsam als einen Empfehlungsbrief vorweisen
sollte; auf dieses waren gewisse Zeichen eingeritzt, die den Wink enthielten,
den Überbringer hinrichten zu lassen. Arglos wandelte Bellerophontes dahin,
aber die allwaltenden Götter nahmen ihn in ihren Schutz. Als er, übers Meer
nach Asien gefahren, am schönen Strome Xanthos angekommen war und also Lykien
erreicht hatte, trat er vor den König Iobates. Dieser aber, ein gütiger, gastfreundlicher
Fürst nach der alten Sitte, nahm den edeln Fremdling auf, ohne zu fragen, wer
er sei, noch, woher er komme. Seine würdige Gestalt und sein fürstliches Benehmen
genügten ihm zur Überzeugung, daß er keinen gemeinen Gast beherberge. Er ehrte
den Jüngling auf jede Weise, gab ihm alle Tage ein neues Fest und brachte den
Göttern von Morgen zu Morgen ein neues Stieropfer. Neun Tage waren so vorübergegangen,
und erst als die zehnte Morgenröte am Himmel aufstieg, fragte er den Gast nach
seiner Herkunft und seinen Absichten. Da sagte ihm Bellerophontes, daß er von
seinem Eidam Prötos komme, und wies ihm als Beglaubigungsschreiben das Täfelchen
vor. Als der König Iobates den Sinn der mörderischen Zeichen erkannte, erschrak
er in tiefster Seele; denn er hatte den edlen Jüngling sehr liebgewonnen. Doch
mochte er nicht denken, daß sein Schwiegersohn ohne gewichtige Ursache die Todesstrafe
über den Unglücklichen verhänge; glaubte also, dieser müsse durchaus ein todeswürdiges
Verbrechen verübt haben. Aber auch er konnte sich nicht entschließen, den Menschen,
der so lange sein Gast gewesen war und durch sein ganzes Benehmen sich seine
Zuneigung zu erwerben gewußt hatte, geradezu umzubringen. Er gedachte ihm deswegen
nur Kämpfe aufzutragen, in denen er notwendig zugrunde gehen müßte. Zuerst ließ
er ihn das Ungeheuer Chimära erlegen, das Lykien verwüstete und das göttlicher,
nicht menschlicher Art emporgewachsen war. Der gräßliche Typhon hatte es mit
der riesigen Schlange Echidna gezeugt. Vorn war es ein Löwe, hinten ein Drache,
in der Mitte eine Ziege; aus seinem Rachen ging Feuer und entsetzlicher Gluthauch.
Die Götter selbst trugen Mitleiden mit dem schuldlosen Jüngling, als sie sahen,
welcher Gefahr er ausgesetzt wurde. Sie schickten ihm auf seinem Wege zu dem
Ungeheuer das unsterbliche Flügelroß Pegasus, das Poseidon mit der Medusa gezeugt
hatte. Wie konnte ihm aber dieses helfen? Das göttliche Pferd hatte nie einen
sterblichen Reiter getragen. Es ließ sich nicht einfangen und nicht zähmen.
Müde von seinen vergeblichen Anstrengungen war der Jüngling am Quell Pirene,
wo er das Roß gefunden hatte, eingeschlafen. Da erschien ihm im Traume seine
Beschirmerin Athene; sie stand vor ihm, einen köstlichen Zaum mit goldenen Buckeln
in der Hand, und sprach: »Was schläfst du, Abkömmling des Aiolos? Nimm dieses
rossebändigende Werkzeug; opfre dem Poseidon einen schönen Stier und brauche
des Zaums.« So schien sie dem Helden im Traume zuzusprechen, schüttelte ihren
dunklen Ägisschild und verschwand. Er aber erwachte aus dem Schlafe, sprang
auf und faßte mit der Hand nach dem Zaume. Und, o Wunder, der Zaum, nach dem
er im Traume gegriffen, der Wachende hielt ihn wirklich und leibhaft in der
Hand. Bellerophontes suchte nun den Seher Polyidos auf und erzählte ihm seinen
Traum sowie das Wunder, das sich in demselben zugetragen. Der Seher riet ihm,
das Begehren der Göttin ungesäumt zu erfüllen, dem Poseidon den Stier zu schlachten
und seiner Schutzgöttin Athene einen Altar zu bauen. Als dies alles geschehen
war, fing und bändigte Bellerophontes das Flügelroß ohne alle Mühe, legte ihm
den goldenen Zaum an und bestieg es in eherner Rüstung. Nun schoß er aus den
Lüften herab und tötete die Chimära mit seinen Pfeilen. Hierauf schickte ihn
Iobates gegen das Volk der Solymer aus, ein streitbares Männergeschlecht, das
an den Grenzen von Lykien wohnte, und nachdem er wider Erwarten den härtesten
Kampf mit diesen glücklich bestanden, so wurde er von dem Könige gegen die männergleiche
Schar der Amazonen gesandt. Auch aus diesem Streite kam er unverletzt und siegreich
zurück. Nun legte ihm der König, um dem Verlangen seines Eidams doch endlich
nachzukommen, eben auf diesem Rückwege einen Hinterhalt, wozu er die tapfersten
Männer des lykischen Landes ausersehen hatte. Aber keiner von ihnen kehrte zurück,


Tags: , ,

Filed in Erzählungen, Sagen | Kommentare deaktiviert

Gustav Schwab – Aus der Heraklessage

admin am Okt 13th 2011

Viertes Buch

Aus der Heraklessage

Herakles der Neugeborne

Herakles war ein Sohn des Zeus und der Alkmene, Alkmene eine Enkelin des Perseus;
der Stiefvater des Herakles hieß Amphitryon, auch er war ein Enkel des Perseus
und König von Tiryns, hatte jedoch diese Stadt verlassen, um in Theben zu wohnen.

Hera, die Gemahlin des Zeus, haßte ihre Nebenbuhlerin Alkmene und gönnte ihr
den Sohn nicht, von dessen Zukunft Zeus den Göttern selbst Großes verkündet
hatte. Als daher Alkmene den Herakles geboren, glaubte sie ihn vor der Göttermutter
in dem Palaste nicht sicher und setzte ihn an einem Platze aus, der noch in
späten Zeiten das Heraklesfeld hieß. Hier wäre das Kind ohne Zweifel verschmachtet,
wenn nicht ein wunderbarer Zufall seine Feindin Hera selbst, von Athene begleitet,
des Weges geführt hätte. Athene betrachtete die schöne Gestalt des Kindes mit
Verwunderung, erbarmte sich sein und bewog die Begleiterin, dem Kleinen ihre
göttliche Brust zu reichen. Aber der Knabe sog viel kräftiger an der Brust,
als sein Alter erwarten ließ; Hera empfand Schmerzen und warf das Kind unwillig
zu Boden. Jetzt hob Athene dasselbe voll Mitleid wieder auf, trug es in die
nahe Stadt und brachte es der Königin Alkmene als ein armes Findelkind, das
sie aus Barmherzigkeit aufzuziehen bat. So war die leibliche Mutter, aus Angst
vor der Stiefmutter, bereit gewesen, die Pflicht der natürlichen Liebe verleugnend,
ihr Kind umkommen zu lassen; und die Stiefmutter, die von natürlichem Hasse
gegen dasselbe erfüllt ist, muß, ohne es zu wissen, ihren Feind vom Tode erretten.
Ja noch mehr: Herakles hatte nur ein paar Züge an Heras Brust getan, aber die
wenigen Tropfen Göttermilch waren genügend, ihm Unsterblichkeit einzuflößen.

Alkmene hatte indessen ihr Kind auf den ersten Blick erkannt und es freudig
in die Wiege gelegt. Aber auch der Göttin blieb nicht verborgen, wer an ihrer
Brust gelegen und wie leichtsinnig sie den Augenblick der Rache vorübergelassen
habe. Sogleich schickte sie zwei entsetzliche Schlangen aus, die, das Kind zu
töten bestimmt, durch die offenen Pforten in Alkmenes Schlafgemach geschlichen
kamen und, ehe die Dienerinnen des Gemaches und die schlummernde Mutter selbst
es innewurden, sich an der Wiege emporringelten und den Hals des Knaben zu umstricken
anfingen. Der Knabe erwachte mit einem Schrei und richtete seinen Kopf auf.
Das ungewohnte Halsband war ihm unbequem. Da gab er die erste Probe seiner Götterkraft:
er ergriff mit jeder Hand eine Schlange am Genick und erstickte die beiden mit
einem einzigen Druck. Die Wärterinnen hatten die Schlangen jetzt wohl bemerkt;
aber unbezwingbare Furcht hielt sie ferne. Alkmene war auf den Schrei ihres
Kindes erwacht; mit bloßen Füßen sprang sie aus dem Bett und stürzte Hilfe rufend
auf die Schlangen zu, die sie schon von den Händen ihres Kindes erwürgt fand.
Jetzt traten auch die Fürsten der Thebaner, durch den Hilferuf aufgeschreckt,
bewaffnet in das Schlafgemach; der König Amphitryon, der den Stiefsohn als ein
Geschenk des Zeus betrachtete und liebhatte, eilte erschrocken herbei, das bloße
Schwert in der Hand. Da stand er vor der Wiege, sah und hörte, was geschehen
war; Lust, mit Entsetzen gemischt, durchbebte ihn über die unerhörte Kraft des
kaum gebornen Sohnes. Er betrachtete die Tat als ein großes Wunderzeichen und
rief den Propheten des großen Zeus, den Wahrsager Tiresias, herbei. Dieser weissagte
dem Könige, der Königin und allen Anwesenden den Lebenslauf des Knaben: wie
viele Ungeheuer auf Erden, wie viele Ungetüme des Meeres er hinwegräumen, wie
er mit den Giganten selbst im Kampfe zusammenstoßen und sie besiegen werde und
wie ihm am Ende seines mühevollen Erdenlebens das ewige Leben bei den Göttern
und Hebe, die ewige Jugend, als himmlische Gemahlin erwarte.

Die Erziehung des Herakles

Als Amphitryon das hohe Geschick des Knaben aus dem Munde des Sehers vernahm,
beschloß er, ihm eine würdige Heldenerziehung zu geben, und Heroen aller Gegenden
versammelten sich, den jungen Herakles in allen Wissenschaften zu unterrichten.
Sein Vater selbst unterwies ihn in der Kunst; einen Wagen zu regieren; den Bogen
spannen und mit Pfeilen zielen lehrte ihn Eurytos, die Künste der Ringer und
Faustkämpfer Harpalykos. Kastor, der Zeuszwilling, unterrichtete ihn in der
Kunst, schwerbewaffnet und geordnet im Felde zu fechten. Linos aber, der greise
Sohn Apollos, lehrte ihn den Gesang und den zierlichen Schlag der Leier. Herakles
zeigte sich als gelehrigen Knaben; aber Härte konnte er nicht ertragen; der
alte Linos war ein grämlicher Lehrer. Als er ihn einst mit ungerechten Schlägen
zurechtwies, griff der Knabe nach seinem Zitherspiel und warf es dem Hofmeister
an den Kopf, daß dieser tot zu Boden fiel. Herakles, obgleich voll Reue, wurde
dieser Mordtat halber vor Gericht gefordert; aber der berühmte gerechte Richter
Rhadamanthys sprach ihn frei und stellte das Gesetz auf, daß, wenn ein Totschlag
Folge der Selbstverteidigung gewesen, Blutrache nicht stattfinde. Doch fürchtete
Amphitryon, sein überkräftiger Sohn möchte sich wieder Ähnliches zuschulden
kommen lassen, und schickte ihn deswegen auf das Land zu seinen Ochsenherden.
Hier wuchs er auf und tat sich durch Größe und Stärke vor allen hervor. Als
ein Sohn des Zeus war er furchtbar anzusehen. Er war vier Ellen lang, und Feuerglanz
entströmte seinen Augen. Nie fehlte er im Schießen des Pfeils und im Werfen
des Spießes. Als er achtzehn Jahre alt geworden, war er der schönste und stärkste
Mann Griechenlands, und es sollte sich jetzt entscheiden, ob er diese Kraft
zum Guten oder zum Schlimmen anwenden werde.

Herakles am Scheidewege

Herakles selbst begab sich um diese Zeit von Hirten und Herden weg in eine
einsame Gegend und überlegte bei sich, welche Lebensbahn er einschlagen sollte.
Als er so sinnend dasaß, sah er auf einmal zwei Frauen von hoher Gestalt auf
sich zukommen. Die eine zeigte in ihrem ganzen Wesen Anstand und Adel, ihren


Tags: , ,

Filed in Erzählungen, Sagen | Kommentare deaktiviert

Gustav Schwab – Die Argonautensage

admin am Okt 13th 2011

Zweites Buch: Die Argonautensage

Iason und Pelias

Von Aison, dem Sohne des Kretheus, stammte Iason ab. Sein Großvater hatte in
einer Bucht des Landes Thessalien die Stadt und das Königreich Iolkos gegründet
und dasselbe seinem Sohne Aison hinterlassen. Aber der jüngere Sohn, Pelias,
bemächtigte sich des Thrones; Aison starb, und Iason, sein Kind, war zu Chiron
dem Zentauren, dem Erzieher vieler großer Helden, geflüchtet worden, wo er in
guter Heldenzucht aufwuchs. Als Pelias schon alt war, wurde er durch einen dunkeln
Orakelspruch geängstigt, welcher ihn warnte, er solle sich vor dem Einschuhigen
hüten. Pelias grübelte vergeblich über dem Sinne dieses Worts, als Iason, der
jetzt zwanzig Jahre den Unterricht und die Erziehung des Chiron genossen hatte,
sich heimlich aufmachte, nach Iolkos in seine Heimat zu wandern und das Thronrecht
seines Geschlechtes gegen Pelias zu behaupten. Nach Art der alten Helden war
er mit zwei Speeren, dem einen zum Werfen, dem andern zum Stoßen, ausgerüstet;
er trug ein Reisekleid und darüber die Haut von einem Panther, den er erwürgt
hatte; sein unbeschorenes Haar hing lang über die Schultern herab. Unterwegs
kam er an einen breiten Fluß, an dem er eine alte Frau stehen sah, die ihn flehentlich
bat, ihr über den Strom zu helfen. Es war die Göttermutter Hera, die Feindin
des Königes Pelias. Iason erkannte sie in ihrer Verwandlung nicht, er nahm sie
mitleidig auf die Arme und watete mit ihr durch den Fluß. Auf diesem Wege blieb
ihm der eine Schuh im Schlamme stecken. Dennoch wanderte er weiter und kam zu
Iolkos an, als sein Oheim Pelias gerade mitten unter dem Volke auf dem Marktplatze
der Stadt dem Meeresgotte Poseidon ein feierliches Opfer brachte. Alles Volk
verwunderte sich über seine Schönheit und seinen majestätischen Wuchs. Sie meinten,
Apollo oder Ares sei plötzlich in ihre Mitte getreten. Jetzt fielen auch die
Blicke des opfernden Königes auf den Fremdling, und mit Entsetzen bemerkte er,
daß nur der eine Fuß desselben beschuhet sei. Als die heilige Handlung vorüber
war, trat er dem Ankömmling entgegen und fragte ihn mit verheimlichter Bestürzung
nach seinem Namen und seiner Heimat. Iason antwortete mutig, doch sanft: er
sei Aisons Sohn, sei in Chirons Höhle erzogen worden und komme jetzt, das Haus
seines Vaters zu schauen. Der kluge Pelias empfing ihn auf diese Mitteilung
freundlich und ohne seinen Schrecken merken zu lassen. Er ließ ihn überall im
Palaste herumführen, und Iason weidete seine Augen mit Sehnsucht an dieser ersten
Wohnstätte seiner Jugend. Fünf Tage lang feierte er hierauf das Wiedersehen
mit seinen Vettern und Verwandten in fröhlichen Festen. Am sechsten Tage verließen
sie die Zelte, die für die Gäste aufgeschlagen waren, und traten miteinander
vor den König Pelias. Sanft und bescheiden sprach Iason zu seinem Oheim: »Du
weißt, o König, daß ich der Sohn des rechtmäßigen Königes bin und alles , was
du besitzest, mein Eigentum ist. Dennoch lasse ich dir die Schaf- und Rinderherden
und alles Feld, das du meinen Eltern entrissen hast; ich verlange nichts von
dir zurück als den Königzepter und den Thron, auf welchem einst mein Vater saß.«
Pelias war in seinem Geiste schnell besonnen. Er erwiderte freundlich: »Ich
bin willig, deine Forderung zu erfüllen, dafür sollst aber auch du mir eine
Bitte gewähren und eine Tat für mich ausrichten, die deiner Jugend wohl ansteht
und deren mein Greisenalter nicht mehr fähig ist. Denn mir erscheint seit lange
in nächtlichen Träumen der Schatten des Phrixos und verlangt von mir, ich solle
seine Seele zufriedenstellen, nach Kolchis zum Könige Aietes reisen und von
da seine Gebeine und das Vlies des goldenen Widders zurückholen. Den Ruhm dieser
Unternehmung habe ich dir zugedacht. Wenn du mit der herrlichen Beute zurückkehrst,
sollst du Reich und Zepter in Besitz nehmen.«

Anlaß und Beginn des Argonautenzuges

Mit dem Goldenen Vliese aber verhielt es sich also: Phrixos, ein Sohn des böotischen
Königs Athamas, hatte viel von der Nebengattin seines Vaters, seiner bösen Stiefmutter
Ino, zu dulden. Um ihn vor ihren Nachstellungen zu bewahren, raubte ihn, mit
Hilfe seiner Schwester Helle, die eigene Mutter Nephele. Sie setzte die Kinder
auf einen geflügelten Widder, dessen Vlies oder Fell von gediegenem Golde war
und welchen sie von dem Gotte Hermes zum Geschenk erhalten hatte. Auf diesem
Wundertiere ritten Bruder und Schwester durch die Luft über Land und Meere hin.
Unterwegs wurde das Mägdlein von Schwindel überwältigt. Sie fiel in die Tiefe
und fand ihren Tod in dem Meere, das von ihr den Namen Helles Meer oder Hellespontos
erhielt. Phrixos kam glücklich in das Land der Kolchier an der Küste des Schwarzen
Meeres. Hier wurde er von dem Könige Aietes gastfreundlich aufgenommen, der
ihm eine seiner Töchter zur Gattin gab. Den Widder opferte Phrixos dem Zeus,
dem Beförderer der Flucht; sein Vlies gab er dem Könige Aietes zum Geschenk.
Dieser weihte dasselbe dem Ares und befestigte es mit Nägeln im einem Haine,
der diesem Gott geheiligt war. Zur Bewachung des Goldenen Vlieses bestellte
Aietes einen ungeheuren Drachen; denn ein Schicksalsspruch hatte sein Leben
vom Besitze dieses Widderfelles abhängig gemacht. Das Vlies wurde in der ganzen
Welt als ein großer Schatz betrachtet, und lange trug man sich auch in Griechenland
mit der Nachricht von demselben. Manchen Helden und Fürsten gelüstete es darnach;
so hatte Pelias nicht falsch gerechnet, wenn er hoffte, seinen Neffen Iason
durch die Aussicht auf eine so herrliche Beute zu reizen. Iason ließ sich auch
bereitwillig finden; er durchschaute nicht die Absicht seines Oheims, ihn in
den Gefahren dieses Zuges untergehen zu lassen, und verpflichtete sich feierlich,
das Abenteuer zu bestehen. Die berühmtesten Helden Griechenlands wurden zu dem
kühnen Unternehmen aufgefordert. Am Fuße des Berges Pelion, aus einer Holzart,
die im Meere nicht fault, wurde unter Athenes Leitung von dem geschicktesten
Baumeister Griechenlands ein herrliches Schiff mit fünfzig Rudern erbaut und


Tags: , ,

Filed in Erzählungen, Sagen | Kommentare deaktiviert

Gustav Schwab – Meleager und die Eberjagd

admin am Okt 13th 2011

Drittes Buch

Meleager und die Eberjagd

Öneus, der König von Kalydon, brachte die Erstlinge eines mit besonderer Fülle
gesegneten Jahres den Göttern dar; der Demeter Feldfrüchte, dem Bakchos Wein,
Öl der Athene und so jeder Gottheit die ihr willkommene Frucht, nur Artemis
wurde von ihm vergessen, und ihr Altar blieb ohne Weihrauch. Dies erzürnte die
Göttin, und sie beschloß, Rache an ihrem Verächter zu nehmen. Ein verheerender
Eber wurde von ihr auf die Fluren des Königes losgelassen. Glut sprühten seine
roten Augen, sein Nacken starrte; aus dem schäumenden Rachen schoß es ihm wie
ein Blitzstrahl, und seine Hauer waren gleich riesigen Elefantenzähnen. So stampfte
er durch Saaten und Kornfelder hin; Tenne und Scheuer warteten vergeblich auf
die versprochene Ernte; die Trauben fraß er mitsamt den Ranken, die Olivenbeeren
mitsamt den Zweigen ab; Schäfer und Schäferhunde vermochten ihre Herden, die
trotzigsten Stiere ihre Rinder nicht gegen das Ungeheuer zu verteidigen. Endlich
erhub sich der Sohn des Königes, der herrliche Held Meleager, und versammelte
Jäger und Hunde, den grausamen Eber zu erlegen. Die berühmtesten Helden aus
ganz Griechenland kamen, zu der großen Jagd eingeladen, unter ihnen auch die
heldenmütige Jungfrau Atalante aus Arkadien, die Tochter des Iason. In einem
Walde ausgesetzt, von einer Bärin gesäugt, von Jägern gefunden und erzogen,
brachte die schöne Männerfeindin ihr Leben im Walde zu und lebte von der Jagd.
Alle Männer wehrte sie von sich ab, und zwei Zentauren, die ihr in dieser Einsamkeit
nachstellten, hatte sie mit ihren Pfeilen erlegt. Jetzt lockte sie die Liebe
zur Jagd hervor in die Gemeinschaft der Helden. Sie kam, ihr einfaches Haar
in einen Knoten gebunden, über den Schultern hing ihr der elfenbeinerne Köcher,
die Linke hielt den Bogen; ihr Antlitz wäre an Knaben ein Jungferngesicht, an
Jungfrauen ein Knabengesicht gewesen. Als Meleager sie in ihrer Schönheit erblickte,
sprach er bei sich selbst: ›Glücklich der Mann, den diese würdiget, ihr Gatte
zu sein!‹ Mehr zu denken erlaubte ihm die Zeit nicht, denn die gefährliche Jagd
durfte nicht länger aufgeschoben werden.

Die Schar der Jäger ging einem Gehölze mit uralten Stämmen zu, das, in der
Ebene anfangend, sich einen Bergesabhang hinanzog. Als die Männer hier angekommen
waren, stellten die einen Netze, die andern ließen die Hunde von der Fessel
los, wieder andere folgten schon der Fährte. Bald gelangte man in ein abschüssiges
Tal, das die geschwollenen Waldbäche ausgehöhlt; Binsen, Sumpfgras, Weidengebüsch
und Schilfrohr wucherten unten im Abgrunde. Hier hatte das Schwein im Versteck
gelegen, und von den Hunden aufgejagt, durchbrach es das Gehölz wie ein Blitzstrahl
die Wetterwolke und stürzte sich wütend mitten unter die Feinde. Jünglinge schrien
laut auf und hielten ihm die eisernen Spitzen ihrer Speere vor; aber der Eber
wich aus und durchbrach eine Koppel von Hunden. Geschoß um Geschoß flog ihm
nach, aber die Wunden streiften ihn nur und vermehrten seinen Grimm. Mit funkelndem
Auge und dampfender Brust kehrte er um, flog wie ein vom Wurfgeschosse geschleuderter
Felsblock auf die rechte Flanke der Jäger und riß ihrer drei, tödlich verwundet,
zu Boden. Ein vierter, es war Nestor, der nochmals so berühmte Held, rettete
sich auf die Äste eines Eichbaumes, an dessen Stamm der Eber grimmig seine Hauer
wetzte. Hier hätten ihn die Zwillingsbrüder Kastor und Pollux, die hoch auf
schneeweißen Rossen saßen, mit ihren Speeren erreicht, wenn das borstige Tier
sich nicht ins unzugängliche Dickicht geflüchtet hätte. Jetzt legte Atalante
einen Pfeil auf ihren Bogen und sandte ihn dem Tier in das Gebüsch nach. Das
Rohr traf den Eber unter dem Ohr, und zum erstenmal rötete Blut seine Borsten.
Meleager sah die Wunde zuerst und zeigte sie jubelnd seinen Gefährten: »Fürwahr,
o Jungfrau«, rief er, »der Preis der Tapferkeit gebühret dir!« Da schämten sich
die Männer, daß ein Weib ihnen den Sieg streitig machen sollte, und alle zumal
warfen ihre Speere; aber gerade dieser Schwarm von Geschossen verhinderte die
Würfe, das Tier zu treffen. Mit stolzen Worten erhob jetzt der Arkadier Ankaios
die doppelte Streitaxt mit seinen beiden Händen und stellte sich, zum Hieb ausholend,
auf die Zehen. Aber der Eber stieß ihm die beiden Hauer in die Weichen, ehe
er den Streich vollführen konnte, und er stürzte, von Blut gebadet, mit entblößtem
Gedärmen auf den Boden. Dann warf Iason1) seinen Speer; allein diesen lenkte
der Zufall in den Leib des Keladon. Endlich schoß Meleager zwei Speere hintereinander
ab. Der erste fuhr in den Boden, der zweite dem Eber mitten in den Rücken. Das
Tier fing an zu toben und sich im Kreise zu drehen. Schaum und Blut quoll aus
seinem Munde, Meleager versetzte ihm mit dem Jagdspieß eine neue Wunde in den
Hals, und nun fuhren ihm von allen Seiten die Spieße in den Leib. Der Eber,
weit auf der Erde ausgestreckt, wälzte sich sterbend in seinem Blute. Meleager
stemmte seinen Fuß auf den Kopf des Getöteten, streifte mit Hilfe seines Schwertes
die borstige Hülle seines Rückens vom Leibe des Tieres nieder und reichte sie
mitsamt dem abgehauenen Haupte, aus dem die mächtigen Hauer hervorschimmerten,
der tapferen Arkadierin Atalante. »Nimm die Beute hin«, sprach er, »die von
Rechts wegen mir gehörte; ein Teil des Ruhmes soll auch auf dich kommen!« Diese
Ehre mißgönnten die Jäger dem Weibe, und rings in der Schar erhob sich ein Gemurmel.
Mit geballten Fäusten und lauter Stimme traten vor Atalante die Söhne des Thestios
hin, Meleagers Muttersbrüder. »Auf der Stelle«, riefen sie, »lege die Beute
nieder, Weib, und erschleiche nicht, was uns zugehört; deine Schönheit dürfte
dir sonst wenig helfen, und dein verliebter Gabenspender auch nicht!« Mit diesen
Worten nahmen sie ihr das Geschenk weg und sprachen dem Helden das Recht ab,
darüber zu verfügen. Dies ertrug Meleager nicht. Vor Jähzorn knirschend, schrie
er: »Ihr Räuber fremden Verdienstes! Lernet von mir, wieweit Drohungen von Taten
verschieden sind!« Und damit stieß er dem einen, und eh der sich besinnen konnte,
auch dem andern Oheim den Stahl in die Brust.

Althaia, die Mutter Meleagers, war auf dem Wege nach dem Göttertempel, um Dankopfer


Tags: ,

Filed in Erzählungen, Sagen | Kommentare deaktiviert

Gustav Schwab – Pandaros

admin am Okt 13th 2011

Drittes Buch

Pandaros

Auf dem Olymp war eine große Götterversammlung: Hebe wandelte an den Tischen
umher und schenkte Nektar ein. Die Götter tranken einander aus goldenen Pokalen
zu und schauten auf Troja nieder. Da ward von Zeus und Hera Trojas Untergang
beschlossen. Der Vater der Götter wandte sich zu seiner Tochter Athene und befahl
ihr, auf den Kampfplatz hinabzueilen und die Trojaner zu versuchen, daß sie
die auf ihren Sieg stolzen Griechen wider den Vertrag zu beleidigen anfingen.
Pallas Athene mischte sich sofort unter das Getümmel der Trojaner, nachdem sie
die Gestalt des Laodokos, der ein Sohn Antenors war, angenommen. In dieser Verhüllung
suchte sie den Sohn Lykaons, den trotzigen Pandaros, auf, der ihr zu dem Werke
geschickt schien, das ihr der Vater aufgetragen. Dieser war ein Verbündeter
der Trojaner und aus Lykien mit seiner Heerschar hergekommen. Die Göttin fand
ihn bald, in der Mitte der Seinigen stehend. Sie trat nahe zu ihm, klopfte ihm
auf die Schulter und sprach: »Höre, kluger Pandaros, jetzt könntest du etwas
tun, wodurch du bei allen Trojanern dir Preis und Dank verdientest, vor allem
von Paris, der dir gewiß mit den herrlichsten Geschenken lohnen würde. Siehst
du dort Menelaos, den hochmütigen Sieger stehen? Wage es und drücke deinen Pfeil
auf ihn ab.«

So sprach die verhüllte Göttin, und das Herz des Toren gehorchte ihr. Schnell
entblößte er den Bogen, öffnete den Deckel des Köchers, wählte einen befiederten
Pfeil, legte ihn auf die Sehne, und bald sprang das Geschoß vom schwirrenden
Horn. Athene aber lenkte den Pfeil auf den Leibgurt, so daß er zwar durch diesen
und den Harnisch drang, aber nur die oberste Haut ritzte, jedoch so, daß das
Blut aus der Wunde rann und den Menelaos ein leichter Schauer durchflog. Wehklagend
umringten ihn Agamemnon und die Genossen. »Teurer Bruder«, rief der König, »dir
zum Tode hab ich das Bündnis geschlossen; die treulosen Feinde haben es mit
Füßen getreten. Zwar werden sie es büßen, und ich weiß gewiß, daß der Tag kommt,
wo Troja mit Priamos und dem ganzen Volke hinsinkt; mich aber erfüllt dein Tod
mit dem bittersten Schmerz. Wenn ich ohne dich heimkehre und deine Gebeine auf
trojanischem Boden am unvollendeten Werk dahinmodern, mit welcher Schmach würde
mich das Vaterland empfangen; denn einem andern, nicht mir ohne dich, ist beschieden,
Troja zu erobern und Helena fortzuführen. Und auf dein Grab springend, wird
der Trojaner Hohnreden führen über dich, Hohnreden über mich. Spaltete sich
doch die Erde, mich zu verschlingen!« Aber Menelaos tröstete seinen Bruder.
»Sei ruhig«, sprach er, »das Geschoß hat mich nicht zum Tode verwundet; mein
Leibgurt hat mich geschützt.« »O daß dem so wäre«, seufzte Agamemnon und beschickte
durch seinen Herold eilig den heilkundigen Machaon. Dieser kam, zog den Pfeil
aus dem Gurt, löste diesen, öffnete den Harnisch und beschaute die Wunde; dann
sog er selbst das quellende Blut heraus und legte ihm eine lindernde Salbe auf.

Während der Arzt und die Helden so um den verwundeten Menelaos beschäftigt
waren, rückten die Schlachtreihen der Trojaner schon heran; auch die Griechen
hüllten sich wieder in ihre Wehren, und Agamemnon übergab dem Eurymedon Rosse
und Wagen mit der Weisung, sie ihm zu bringen, wenn er ihn vom Durcheilen der
Schlachtordnung ermattet sehe. Dann flog er zu Fuß unter die Scharen der Streiter
und ermunterte sie zur Abwehr, die Mutigen belebend, die Saumseligen tadelnd.
So gelangte er auf seinem Gange zu den Kretern, die gewappnet ihren Heerführer
Idomeneus umringten. Dieser stand an ihrer Spitze, kampflustig wie ein Eber.
Die hinteren Reihen munterte sein Freund Meriones auf. Als Agamemnon die Scharen
sah, wurde sein Herz fröhlich. »Du bist mir doch der Besten einer, Idomeneus«,
rief er ihnen zu, »bei jedem Geschäfte, im Kriege wie beim Mahle, wenn man den
funkelnden Ehrenwein in den mächtigen Krügen mischt: Wenn da die andern ihr
bescheidenes Maß trinken, so steht dein Becher immer voll wie der meinige. Jetzt
aber stürme mit mir in die Schlacht, wie du dich so oft gegen mich gerühmt.«
»Wohl bleibe ich dein treuer Genosse, König«, erwiderte jener, »geh nur andere
anzuspornen, bei mir bedarf es dessen nicht. Möge Tod und Verderben die bundbrüchigen
Trojaner treffen!«

Jetzt erreichte Agamemnon die beiden Ajax, hinter denen ein ganzes Gewühl von
Fußvolk einherzog. »Wenn doch«, rief ihnen der König im Vorübereilen zu, »ein
Mut wie der eurige den Busen aller Danaer beseelte, dann sollte die Burg des
Priamos bald unter unsern Händen in Trümmer fallen.« Nun traf er weiterschreitend
auf Nestor. Dieser ordnete gerade seinen Heerhaufen: voran die Helden mit Roß
und Wagen, viele und tapfere Männer zu Fuße hinten, die Feigen in die Mitte
gedrängt. Dazu ermahnte er sie mit weisen Worten: »Wage sich mir keiner mit
seinem Streitwagen zu weit vor, weiche mir auch keiner zurück; stößt Wagen auf
Wagen, so strecket die Lanze vor.« Wie ihn Agamemnon die Seinigen so ermahnen
hörte, rief er ihm zu: »O Greis, möchten dir die Knie folgen und deine Leibeskraft
ausreichen, wie dir der Mut noch den Busen füllt. Könnte doch ein anderer dir
die Last des Alters abnehmen, daß du zum Jüngling umgeschaffen würdest!« »Wohl
möchte ich jetzt der sein, der ich einst war«, antwortete ihm Nestor, »doch
haben die Götter den Menschen nicht alles zugleich verliehen. Mögen die jüngeren
Speere werfen; ich begleite meine Männer mit Worten und weisem Rate, den auch
das Alter geben kann.« Freudig ging Agamemnon an ihm vorüber und stieß jetzt
auf Menestheus, den Sohn des Peteos, um den die Athener geschart waren und neben
welchem die Kephallenier in dichten Schlachtreihen unter Odysseus standen. Beider
Haufen ruhten in Erwartung und wollten andere Züge voranstürmen lassen. Dies
verdroß den Völkerfürsten, und er sprach mürrisch zu ihnen: »Was schmieget ihr
euch so zusammen, ihr beiden, auf andere harrend? Wenn wir Braten schmausen
und Wein trinken, seid ihr immer die ersten; nun aber würdet ihr es nicht ungerne


Tags: ,

Filed in Erzählungen, Sagen | Kommentare deaktiviert

Gustav Schwab – Prometheus

admin am Okt 13th 2011

Prometheus

Himmel und Erde waren geschaffen: das Meer wogte in seinen Ufern, und die Fische spielten darin; in den Lüften sangen beflügelt die Vögel; der Erdboden wimmelte von Tieren. Aber noch fehlte es an dem Geschöpfe, dessen Leib so beschaffen war, daß der Geist in ihm Wohnung machen und von ihm aus die Erdenwelt beherrschen konnte.
Da betrat Prometheus die Erde, ein Sprößling des alten Göttergeschlechtes, das Zeus entthront hatte, ein Sohn des erdgebornen Uranossohnes Iapetos, kluger Erfindung voll. Dieser wußte wohl, daß im Erdboden der Same des Himmels schlummre; darum nahm er vom Tone, befeuchtete denselben mit dem Wasser des Flusses, knetete ihn und formte daraus ein Gebilde nach dem Ebenbilde der Götter, der Herren der Welt. Diesen seinen Erdenkloß zu beleben, entlehnte er allenthalben von den Tierseelen gute und böse Eigenschaften und schloß sie in die Brust des Menschen ein. Unter den Himmlischen hatte er eine Freundin, Athene, die Göttin der Weisheit. Diese bewunderte die Schöpfung des Titanensohnes und blies dem halbbeseelten Bilde den Geist, den göttlichen Atem ein.

So entstanden die ersten Menschen und füllten bald vervielfältigt die Erde. Lange aber wußten diese nicht, wie sie sich ihrer edlen Glieder und des empfangenen Götterfunkens bedienen sollten. Sehend sahen sie umsonst, hörten hörend nicht; wie Traumgestalten liefen sie umher und wußten sich der Schöpfung nicht zu bedienen. Unbekannt war ihnen die Kunst, Steine auszugraben und zu behauen, aus Lehm Ziegel zu brennen, Balken aus dem gefällten Holze des Waldes zu zimmern und mit allem diesem sich Häuser zu erbauen. Unter der Erde, in sonnenlosen Höhlen, wimmelte es von ihnen, wie von beweglichen Ameisen; nicht den Winter, nicht den blütenvollen Frühling, nicht den früchtereichen Sommer kannten sie an sicheren Zeichen; planlos war alles, was sie verrichteten. Da nahm sich Prometheus seiner Geschöpfe an; er lehrte sie den Auf- und Niedergang der Gestirne beobachten, erfand ihnen die Kunst zu zählen, die Buchstabenschrift; lehrte sie Tiere ans Joch spannen und zu Genossen ihrer Arbeit brauchen, gewöhnte die Rosse an Zügel und Wagen; erfand Nachen und Segel für die Schiffahrt. Auch fürs übrige Leben sorgte er den Menschen. Früher, wenn einer krank wurde, wußte er kein Mittel, nicht was von Speise und Trank ihm zuträglich sei, kannte kein Salböl zur Linderung seiner Schäden; sondern aus Mangel an Arzneien starben sie elendiglich dahin. Darum zeigte ihnen Prometheus die Mischung milder Heilmittel, allerlei Krankheiten damit zu vertreiben. Dann lehrte er sie die Wahrsagerkunst, deutete ihnen Vorzeichen und Träume, Vogelflug und Opferschau. Ferner führte er ihren Blick unter die Erde und ließ sie hier das Erz, das Eisen, das Silber und das Gold entdecken; kurz, in alle Bequemlichkeiten und Künste des Lebens leitete er sie ein.

Im Himmel herrschte mit seinen Kindern seit kurzem Zeus, der seinen Vater Kronos entthront und das alte Göttergeschlecht, von welchem auch Prometheus abstammte gestürzt hatte.

Jetzt wurden die neuen Götter aufmerksam auf das eben entstandene Menschenvolk. Sie verlangten Verehrung von ihm für den Schutz, welchen sie demselben angedeihen zu lassen bereitwillig waren. Zu Mekone in Griechenland ward ein Tag gehalten zwischen Sterblichen und Unsterblichen, und Rechte und Pflichten der Menschen bestimmt. Bei dieser Versammlung erschien Prometheus als Anwalt seiner Menschen, dafür zu sorgen, daß die Götter für die übernommenen Schutzämter den Sterblichen nicht allzu lästige Gebühren auferlegen möchten. Da verführte den Titanensohn seine Klugheit, die Götter zu betrügen. Er schlachtete im Namen seiner Geschöpfe einen großen Stier, davon sollten die Himmlischen wählen, was sie für sich davon verlangten. Er hatte aber nach Zerstückelung des Opfertieres zwei Haufen gemacht; auf die eine Seite legte er das Fleisch, das Eingeweide und den Speck, in die Haut des Stieres zusammengefaßt, und den Magen oben darauf, auf die andere die kahlen Knochen, künstlich in das Unschlitt des Schlachtopfers eingehüllt. Und dieser Haufen war der größere. Zeus, der Göttervater, der allwissende, durchschaute seinen Betrug und sprach: »Sohn des Iapetos, erlauchter König, guter Freund, wie ungleich hast du die Teile geteilt!« Prometheus glaubte jetzt erst recht, daß er ihn betrogen, lächelte bei sich selbst und sprach: »Erlauchter Zeus, größter der ewigen Götter, wähle den Teil, den dir dein Herz im Busen anrät zu wählen.« Zeus ergrimmte im Herzen, aber geflissentlich faßte er mit beiden Händen das weiße Unschlitt. Als er es nun auseinandergedrückt und die bloßen Knochen gewahrte, stellte er sich an, als entdeckte er jetzt eben erst den Betrug, und zornig sprach er: »Ich sehe wohl, Freund Iapetionide, daß du die Kunst des Truges noch nicht verlernt hast!«

Zeus beschloß, sich an Prometheus für seinen Betrug zu rächen, und versagte den Sterblichen die letzte Gabe, die sie zur vollendeteren Gesittung bedurften, das Feuer. Doch auch dafür wußte der schlaue Sohn des Iapetos Rat. Er nahm den langen Stengel des markigen Riesenfenchels, näherte sich mit ihm dem vorüberfahrenden Sonnenwagen und setzte so den Stengel in glostenden Brand. Mit diesem Feuerzunder kam er hernieder auf die Erde, und bald loderte der erste Holzstoß gen Himmel. In innerster Seele schmerzte es den Donnerer, als er den fernhinleuchtenden Glanz des Feuers unter den Menschen emporsteigen sah. Sofort formte er, da des Feuers Gebrauch den Sterblichen nicht mehr zu nehmen war, ein neues Übel für sie. Der seiner Kunst wegen berühmte Feuergott Hephaistos mußte ihm das Scheinbild einer schönen Jungfrau fertigen; Athene selbst, die, auf Prometheus eifersüchtig, ihm abhold geworden war, warf dem Bild ein weißes, schimmerndes Gewand über, ließ ihr einen Schleier über das Gesicht wallen, den das Mädchen mit den Händen geteilt hielt, bekränzte ihr Haupt mit frischen Blumen und umschlang es mit einer goldenen Binde, die gleichfalls Hephaistos seinem Vater zulieb kunstreich verfertigt und mit bunten Tiergestalten herrlich verziert hatte. Hermes, der Götterbote, mußte dem holden Gebilde Sprache verleihen und Aphrodite allen Liebreiz. Also hatte Zeus unter der Gestalt eines Gutes ein blendendes Übel geschaffen; er nannte das Mägdlein Pandora, das heißt die Allbeschenkte, denn jeder der Unsterblichen hatte ihr irgendein unheilbringendes Geschenk für die Menschen mitgegeben. Darauf führte er die Jungfrau hernieder auf die Erde, wo Sterbliche vermischt mit den Göttern lustwandelten. Alle miteinander bewunderten die unvergleichliche Gestalt. Sie aber schritt zu Epimetheus, dem argloseren Bruder des Prometheus, ihm das Geschenk des Zeus zu bringen. Vergebens hatte diesen der Bruder gewarnt, niemals ein Geschenk vom olympischen Herrscher anzunehmen, damit dem Menschen kein Leid dadurch widerführe, sondern es sofort zurückzusenden. Epimetheus, dieses Wortes uneingedenk, nahm die schöne Jungfrau mit Freuden auf und empfand das Übel erst, als er es hatte. Denn bisher lebten die Geschlechter der Menschen, von seinem Bruder beraten, frei vom Übel, ohne beschwerliche Arbeit, ohne quälende Krankheit. Das Weib aber trug in den Händen ihr Geschenk, ein großes Gefäß mit einem Deckel versehen. Kaum bei Epimetheus angekommen, schlug sie den Deckel zurück, und alsbald entflog dem Gefäße eine Schar von Übeln und verbreitete sich mit Blitzesschnelle über die Erde. Ein einziges Gut war zuunterst in dem Fasse verborgen, die Hoffnung; aber auf den Rat des Göttervaters warf Pandora den Deckel wieder zu, ehe sie herausflattern konnte, und verschloß sie für immer in dem Gefäß. Das Elend füllte inzwischen in allen Gestalten Erde, Luft und Meer. Die Krankheiten irrten bei Tag und bei Nacht unter den Menschen umher, heimlich und schweigend, denn Zeus hatte ihnen keine Stimme gegeben; eine Schar von Fiebern hielt die Erde belagert, und der Tod, früher nur langsam die Sterblichen beschleichend, beflügelte seinen Schritt.

Darauf wandte sich Zeus mit seiner Rache gegen Prometheus. Er übergab den Verbrecher dem Hephaistos und seinen Dienern, dem Kratos und der Bia (dem Zwang und der Gewalt). Diese mußten ihn in die skythischen Einöden schleppen und hier, über einem schauderhaften Abgrund, an eine Felswand des Berges Kaukasus mit unauflöslichen Ketten schmieden. Ungerne vollzog Hephaistos den Auftrag seines Vaters, er liebte in dem Titanensohne den verwandten Abkömmling seines Urgroßvaters Uranos, den ebenbürtigen Göttersprößling. Unter mitleidsvollen Worten und von den roheren Knechten gescholten, ließ er diese das grausame Werk vollbringen. So mußte nun Prometheus an der freudlosen Klippe hängen, aufrecht, schlaflos, niemals imstande, das müde Knie zu beugen. »Viele vergebliche Klagen und Seufzer wirst du versenden«, sagte Hephaistos zu ihm, »denn des Zeus Sinn ist unerbittlich, und alle, die erst seit kurzem die Herrschergewalt an sich gerissen1), sind hartherzig.« Wirklich sollte auch die Qual des Gefangenen ewig oder doch dreißigtausend Jahre dauern. Obwohl laut aufseufzend und Winde, Ströme, Quellen und Meereswellen, die Allmutter Erde und den allschauenden Sonnenkreis zu Zeugen seiner Pein aufrufend, blieb er doch ungebeugten Sinnes. »Was das Schicksal beschlossen hat«, sprach er, »muß derjenige tragen, der die unbezwingliche Gewalt der Notwendigkeit einsehen gelernt hat.« Auch ließ er sich durch keine Drohungen des Zeus bewegen, die dunkle Weissagung, daß dem Götterherrscher durch einen neuen Ehebund2) Verderben und Untergang bevorstehe, näher auszudeuten. Zeus hielt Wort; er sandte dem Gefesselten einen Adler, der als täglicher Gast an seiner Leber zehren durfte, die sich, abgeweidet, immer wieder erneuerte. Diese Qual sollte nicht eher aufhören, bis ein Ersatzmann erscheinen würde, der durch freiwillige Übernahme des Todes gewissermaßen sein Stellvertreter zu werden sich erböte.

Jener Zeitpunkt erschien früher, als der Verurteilte nach dem Spruch des Göttervaters erwarten durfte. Als er viele Jahre an dem Felsen gehangen, kam Herakles des Weges, auf der Fahrt nach den Hesperiden und ihren Äpfeln begriffen. Wie er den Götterenkel am Kaukasus hängen sah und sich seines guten Rates zu erfreuen hoffte, erbarmte ihn sein Geschick, denn er sah zu, wie der Adler, auf den Knien des Prometheus sitzend, an der Leber des Unglücklichen fraß. Da legte er Keule und Löwenhaut hinter sich, spannte den Bogen, entsandte den Pfeil und schoß den grausamen Vogel von der Leber des Gequälten hinweg. Hierauf löste er seine Fesseln und führte den Befreiten mit sich davon. Damit aber Zeus’ Bedingung erfüllt würde, stellte er ihm als Ersatzmann den Zentauren Chiron, der erbötig war, an jenes Statt zu sterben; denn vorher war er unsterblich. Auf daß jedoch des Kroniden Urteil, der den Prometheus auf weit längere Zeit an den Felsen gesprochen hatte, auch so nicht unvollzogen bliebe, so mußte Prometheus fortwährend einen eisernen Ring tragen, an welchem sich ein Steinchen von jenem Kaukasusfelsen befand. So konnte sich Zeus rühmen, daß sein Feind noch immer an den Kaukasus angeschmiedet lebe.

1. Zeus hatte den Kronos (Saturn), seinen Vater, und mit ihm die alten Götterdynastie gestürzt und sich des Olymps mit Gewalt bemächtigt. Iapetos und Kronos waren Brüder, Prometheus und Zeus Geschwisterkinder.

2. Mit der Thetis.


Tags: , ,

Filed in Erzählungen, Sagen | Kommentare deaktiviert

Gustav Schwab – Sagen des klassischen Altertums

admin am Okt 12th 2011

Gustav Schwab - Sagen des klassischen Altertums

Gustav Schwab - Sagen des klassischen Altertums

Sagen des klassischen Altertums – Index

Die gesamten Sagen des klassischen Altertums als PDF Ebook downloaden (ca. 5.7MB)

Erster Teil

Erstes Buch

Dieses Buch als PDF Ebook downloaden

  • Prometheus
  • Die Menschenalter
  • Deukalion und Pyrrha
  • Io
  • Phaëthon
  • Europa
  • Kadmos
  • Pentheus
  • Perseus
  • Ion
  • Dädalos und Ikaros

Zweites Buch: Die Argonautensage

Dieses Buch als PDF Ebook downloaden

  • Iason und Pelias
  • Anlaß und Beginn des Argonautenzuges
  • Die Argonauten zu Lemnos
  • Die Argonauten im Lande der Dolionen
  • Herakles zurückgelassen
  • Pollux und der Bebrykenkönig
  • Phineus und die Harpyien
  • Die Symplegaden
  • Weitere Abenteuer
  • Iason im Palaste des Aietes
  • Medea und Aietes
  • Der Rat des Argos
  • Medea verspricht den Argonauten Hilfe
  • Iason und Medea
  • Iason erfüllt des Aietes Begehr
  • Medea raubt das Goldne Vlies
  • Die Argonauten, verfolgt, entkommen mit Medea
  • Weitere Heimfahrt der Argonauten
  • Neue Verfolgung der Kolcher
  • Letzte Abenteuer der Helden
  • Iasons Ende

Drittes Buch

Dieses Buch als PDF Ebook downloaden

  • Meleager und die Eberjagd
  • Tantalos
  • Pelops
  • Niobe
  • Salmoneus

Viertes Buch: Aus der Heraklessage

Dieses Buch als PDF Ebook downloaden

  • Herakles der Neugeborne
  • Die Erziehung des Herakles
  • Herakles am Scheidewege
  • Des Herakles erste Taten
  • Herakles im Gigantenkampfe
  • Herakles und Eurystheus
  • Die drei ersten Arbeiten des Herakles
  • Die vierte Arbeit des Herakles bis zur sechsten
  • Die siebente, achte und neunte Arbeit des Herakles
  • Die drei letzten Arbeiten des Herakles
  • Herakles und Eurytos
  • Herakles bei Admetos
  • Herakles im Dienste der Omphale
  • Die späteren Heldentaten des Herakles
  • Herakles und Deïanira
  • Herakles und Nessos
  • Herakles, Iole und Deïanira. Sein Ende

Fünftes Buch

Dieses Buch als PDF Ebook downloaden

  • Bellerophontes
  • Theseus
  • Des Helden Geburt und Jugend
  • Seine Wanderung zum Vater
  • Theseus in Athen
  • Theseus bei Minos
  • Theseus als König
  • Der Amazonenkrieg
  • Theseus und Peirithoos. Lapithen- und Zentaurenkampf
  • Theseus und Phädra
  • Theseus auf Frauenraub
  • Theseus’ Ende
  • Die Sage von Ödipus
  • Des Ödipus Geburt, Jugend, Flucht, Vatermord
  • Ödipus in Theben, heiratet seine Mutter
  • Die Entdeckung
  • Iokaste und Ödipus strafen sich
  • Ödipus und Antigone
  • Ödipus auf Kolonos
  • Ödipus und Theseus
  • Ödipus und Kreon
  • Ödipus und Polyneikes

Sechstes Buch

Dieses Buch als PDF Ebook downloaden

  • Die Sieben gegen Theben
  • Polyneikes und Tydeus bei Adrast
  • Auszug der Helden. Hypsipyle und Opheltes
  • Die Helden vor Theben angekommen
  • Menökeus
  • Der Sturm auf die Stadt
  • Der Brüder Zweikampf
  • Kreons Beschluß
  • Antigone und Kreon
  • Haimon und Antigone
  • Kreons Strafe
  • Bestattung der thebanischen Helden
  • Die Epigonen
  • Alkmaion und das Halsband
  • Die Sage von den Herakliden
  • Die Herakliden kommen nach Athen
  • Demophoon
  • Makaria
  • Die Rettungsschlacht
  • Eurystheus vor Alkmene
  • Hyllos, sein Orakel und seine Nachkommen
  • Die Herakliden teilen den Peloponnes
  • Merope und Aipytos

Zweiter Teil: Die Sagen Trojas

Erstes Buch

Dieses Buch als PDF Ebook downloaden

  • Trojas Erbauung
  • Priamos, Hekabe und Paris
  • Der Raub der Helena
  • Die Griechen
  • Botschaft der Griechen an Priamos
  • Agamemnon und Iphigenia
  • Abfahrt der Griechen. Aussetzung des Philoktetes
  • Die Griechen in Mysien. Telephos
  • Paris zurückgekehrt
  • Die Griechen vor Troja

Zweites Buch

Dieses Buch als PDF Ebook downloaden

  • Ausbruch des Kampfes. Protesilaos. Kyknos
  • Palamedes und sein Tod
  • Taten des Achill und Ajax
  • Polydoros
  • Chryses, Apollo und der Zorn des Achill
  • Versuchung des Volkes durch Agamemnon
  • Paris und Menelaos

Drittes Buch

Dieses Buch als PDF Ebook downloaden

  • Pandaros
  • Die Schlacht. Diomedes
  • Glaukos und Diomedes
  • Hektor in Troja
  • Hektor und Ajax im Zweikampf
  • Waffenstillstand
  • Sieg der Trojaner
  • Botschaft der Griechen an Achill
  • Dolon und Rhesos
  • Zweite Niederlage der Griechen
  • Kampf um die Mauer
  • Kampf um die Schiffe
  • Die Griechen von Poseidon gestärkt
  • Hektor von Apollo gekräftigt
  • Tod des Patroklos
  • Jammer Achills

Viertes Buch

Dieses Buch als PDF Ebook downloaden

  • Achill neu bewaffnet
  • Achill und Agamemnon versöhnt
  • Schlacht der Götter und Menschen
  • Kampf des Achill mit dem Stromgotte Skamander
  • Schlacht der Götter
  • Achill und Hektor vor den Toren
  • Der Tod Hektors
  • Leichenfeier des Patroklos
  • Priamos bei Achill
  • Hektors Leichnam in Troja
  • Penthesilea
  • Memnon
  • Der Tod des Achill
  • Leichenspiele zu Ehren Achills

Fünftes Buch

Dieses Buch als PDF Ebook downloaden

  • Der Tod des großen Ajax
  • Machaon und Podaleirios
  • Neoptolemos
  • Philoktet auf Lemnos
  • Der Tod des Paris
  • Sturm auf Troja
  • Das hölzerne Pferd
  • Die Zerstörung Trojas
  • Menelaos und Helena. Polyxena
  • Abfahrt von Troja. Ajax des Lokrers Tod

Dritter Teil

Erstes Buch: Die letzten Tantaliden

Dieses Buch als PDF Ebook downloaden

  • Agamemnons Geschlecht und Haus
  • Agamemnons Ende
  • Agamemnon gerächt
  • Orestes und die Eumeniden
  • Iphigenia bei den Tauriern

Zweites Buch: Odysseus. Erster Teil

Dieses Buch als PDF Ebook downloaden

  • Telemach und die Freier
  • Telemach bei Nestor
  • Telemach zu Sparta
  • Verschwörung der Freier
  • Odysseus scheidet von Kalypso und scheitert im Sturm
  • Nausikaa
  • Odysseus bei den Phäaken
  • Odysseus erzählt den Phäaken seine Irrfahrten (Kikonen. Lotophagen. Zyklopen. Polyphem)
  • Odysseus erzählt weiter (Der Schlauch des Äolos. Die Lästrygonen. Kirke)
  • Odysseus erzählt weiter (Das Schattenreich)
  • Odysseus erzählt weiter (Die Sirenen. Skylla und Charybdis. Thrinakia und die Herden des Sonnengottes. Schiffbruch. Odysseus bei Kalypso)
  • Odysseus verabschiedet sich von den Phäaken

Drittes Buch: Odysseus. Zweiter Teil

Dieses Buch als PDF Ebook downloaden

  • Odysseus kommt nach Ithaka
  • Odysseus bei dem Sauhirten
  • Telemach verläßt Sparta
  • Gespräche beim Sauhirten
  • Telemach kommt heim
  • Odysseus gibt sich dem Sohne zu erkennen
  • Vorgänge in der Stadt und im Palast
  • Telemach, Odysseus und Eumaios kommen in die Stadt
  • Odysseus als Bettler im Saal
  • Odysseus und der Bettler Iros
  • Penelope vor den Freiern
  • Odysseus abermals verhöhnt
  • Odysseus mit Telemach und Penelope allein
  • Die Nacht und der Morgen im Palaste
  • Der Festschmaus
  • Der Wettkampf mit dem Bogen
  • Odysseus entdeckt sich den guten Hirten
  • Die Rache
  • Bestrafung der Mägde
  • Odysseus und Penelope
  • Odysseus und Laërtes
  • Aufruhr in der Stadt durch Athene gestillt
  • Der Sieg des Odysseus

Viertes Buch: Äneas. Erster Teil

Dieses Buch als PDF Ebook downloaden

  • Äneas verläßt die trojanische Küste
  • Den Flüchtlingen wird Italien versprochen
  • Sturm und Irrfahrten. Die Harpyien
  • Äneas an der Küste Italiens. Sizilien und der Zyklopenstrand. Tod des Anchises
  • Äneas nach Karthago verschlagen
  • Venus von Jupiter mit Rom getröstet. Sie erscheint ihrem Sohne
  • Äneas in Karthago
  • Dido und Äneas
  • Didos Liebe betört den Äneas
  • Äneas verläßt auf Jupiters Befehl Karthago

Fünftes Buch: Äneas. Zweiter Teil

Dieses Buch als PDF Ebook downloaden

  • Der Tod des Palinurus. Landung in Italien. Latinus. Lavinia
  • Lavinia dem Äneas zugesagt
  • Juno facht Krieg an. Amata. Turnus. Die Jagd der Trojaner
  • Ausbruch des Krieges. Äneas sucht bei Euander Hilfe
  • Der Schild des Äneas
  • Turnus beim Lager der Trojaner
  • Nisus und Euryalus
  • Sturm des Turnus abgeschlagen
  • Äneas kommt ins Lager zurück
  • Äneas und Turnus kämpfen. Turnus tötet den Pallas
  • Turnus von Juno gerettet. Lausus und Mezentius von Äneas erschlagen

Sechstes Buch: Äneas. Dritter Teil

Dieses Buch als PDF Ebook downloaden

  • Waffenstillstand
  • Volksversammlung der Latiner
  • Neue Schlacht. Kamilla fällt
  • Unterhandlung. Versuchter Zweikampf. Friedensbruch. Äneas meuchlerisch verwundet
  • Äneas geheilt. Neue Schlacht. Sturm auf die Stadt
  • Turnus stellt sich zum Zweikampf und erliegt. Ende

Nachtrag

Dieses Buch als PDF Ebook downloaden

  • Aktäon
  • Prokne und Philomela
  • Prokris und Kephalos
  • Äakos
  • Philemon und Baucis
  • Arachne
  • Midas
  • Hyakinthos
  • Atalante
  • Zethos und Amphion
  • Die Dioskuren
  • Melampus
  • Orpheus und Eurydike
  • Keyx und Halkyone

Tags: ,

Filed in Erzählungen, Sagen | Kommentare deaktiviert