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Karl May – Im Reiche des silbernen Löwen IV

admin am Okt 14th 2011

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Im Reiche des silbernen Löwen IV

Im Grabe
Unter den Ruinen
Vor dem Rennen
Zusammenbruch

Erstes Kapitel.

Im Grabe.
Es war eine eigenartige Stimmung, in welcher ich mich befand, als mich der Ustad hinauf nach der mir zugedachten Wohnung führte. Es war nicht Spannung, noch viel weniger Neugierde. Ich hatte das Gefühl, als ob eine schon längst in mir lebende und doch niemals ganz in das Bewußtsein getretene Sehnsucht nun in Erfüllung gehen werde, als ob mir ein Glück bevorstehe, auf welches ich schon längst, aber ohne mein Wissen, vorberei­tet worden sei. Warum war ich dabei so ernst, als ob auf jeder der Stufen, welche wir emporstiegen, eine Gestalt aus vergan­genen Tagen stehe und stumm mahnend die Hand erhebe?
Als wir oben vor der Wohnung des Ustad angekommen waren, sah ich eine zweite Treppe. Auf ihrer Biegung stand ein bren­nendes Licht. Er zeigte hinauf und sagte:
»Du wirst da über mir wohnen. Und doch so tief, so tief, wie ich heut nicht mehr wohnen möchte!«
Ich sah ihn fragend an. Da legte er mir die Hand auf die Schul­ter und fuhr fort:
»Effendi, fürchtest du dich vor Gespenstern?«


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Karl May – Im Reiche des silbernen Löwen III

admin am Okt 14th 2011

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Im Reiche des silbernen Löwen III

In Basra
Ueber die Grenze
Am Tode
Ein Bluträcher
Ahriman Mirza

Erstes Kapitel.
In Basra.
Jedem Leser von »Tausend und eine Nacht« ist der Name Basra bekannt, weil die ebenso schöne wie kluge Erzählerin Schehe­rezade einen Teil ihrer Märchen in dieser einst so hochberühm­ten Stadt spielen ließ. Basra, früher auch Bassora oder Balsora genannt, ist die älteste der am Euphrat und Tigris gelegenen Khalifenstädte und wurde im Jahre 636 von Omar gegründet, um den Persern die Verbindung mit dem Meere und so den Seeweg nach Indien abzuschneiden.
Zu jener Zeit lag an der damaligen, jetzt vollständig vertrock­neten Mündung des Flusses die alte Stadt Teredon oder Dirido­tis, welche wegen der Fruchtbarkeit ihrer Gegend Jahrhunderte lang von den Arabern zu den vier Paradiesen der Moslemin ge­rechnet wurde. Sie stand seit Nebukadnezar bis zur Zeit der macedonischen Diadochen in Blüte und ist auch uns besonders dadurch bekannt, daß Nearchos, der Jugendfreund Alexanders des Großen, im Herbste des Jahres 325 mit seiner Flotte vom Indusdelta herüberkam und hier in Teredon landete. Zwischen diesem Handelsplatze und Basra entstand ein Wettbewerb, aus welchem die damals noch junge Khalifenstadt als Siegerin her-


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Karl May – Im Reiche des silbernen Löwen II

admin am Okt 14th 2011

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Im Reiche des silbernen Löwen II

Reiseerzählung

Beim Turm von Babel
Vor Gericht
Osman Pascha
Wieder im Turm
Frohe Heimkehr
Ein Rätsel

Beim Turm von Babel
Am Tage nach dem am Schlusse des vorigen Bandes beschrie­benen Abende unternahmen wir den geplanten Ritt nach dem Turm von Babylon, jetzt von den dortigen Beduinen Birs Nim­rud genannt. Man rechnet von Bagdad nach Hilla oder Hilleh drei kurze Tagereisen. Mit unsern schnellen Pferden brauchten wir nicht so lange Zeit, und darum fiel es uns nicht ein, den Ritt schon am Vormittag zu beginnen; wir ließen vielmehr grad wie damals die größte Tageshitze vorüber und ritten, nachdem wir uns von unserem Wirte und seinem dicken Onbaschi verab­schiedet hatten, den Fluß hinauf und über die Brücke nach dem rechten Tigrisufer.
Als wir von dort aus einen Blick zurücksandten, lag die Stadt, grad wie damals, in hellem Sonnenglanz vor unsern Augen. Links sahen wir den Volksgarten, die von Midhat Pascha ange­legte Pferdebahn und die Quarantäneanstalt, hierauf das Kastell und hart am Wasser das Gouvernementgebäude; rechts lag die Vorstadt mit der alten Mostansir. Dann dehnte sich die von Mi­narehs und Moscheekuppeln überragte Häusermasse aus, über die sich der Dunst- und Staubschleier breitete, welcher Bagdad eigen ist.


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Karl May – Im Reiche des silbernen Löwen I

admin am Okt 14th 2011

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Im Reiche des silbernen Löwen I

Reiseerzählung

Dschafar
Am Makik-Natun
Der »Löwe der Blutrache«
Auf dem Tigris
In Bagdad

ERSTES KAPITEL

Dschafar
Wohl die meisten meiner Leser kennen Winnetou, den Häupt­ling der Apatschen, den edelsten Indianer, den besten und treusten Freund, den ich gehabt habe; sie wissen jedenfalls auch, daß und wie er gestorben ist. Er erhielt im tiefen Krater des Hancock-Berges im Kampfe gegen die Sioux eine Kugel in die Brust und verschied kurze Zeit darauf in meinen Armen. Wir schafften seine Leiche nach den Gros Ventre-Bergen und be­gruben sie dort im Thale des Metsur-Flusses. Mir blieb die trau­rige Pflicht, nach dem Süden zu reiten, um den Apatschen zu melden, daß ihr geachtetster und bewundertster Anführer nicht mehr am Leben sei.
Das war ein Ritt, an den ich noch heute am liebsten gar nicht denken mag. Winnetous Tod hatte mich so tief ins Leben ge­troffen, daß ich ein ganz anderer geworden war. Sonst immer heiter und voller Vertrauen auf mich selbst, brachte ich es jetzt nicht zum leisesten Lächeln, und aller Lebensmut schien mir abhanden gekommen zu sein. Ich wollte allein mit mir sein und mied die Menschen, und mußte ich auf meinem einsamen, wei­ten Ritte ja einmal in einem Fort oder einer Ansiedelung vor-


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Karl May – Im Lande des Mahdi III

admin am Okt 14th 2011

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Im Lande des Mahdi III

Aufgehängt
Gerechte Vergeltung
Thut wohl Denen, die Euch hassen!
Die letzte Sklavenjagd

Aufgehängt
Unser nächstes Ziel war, wie bereits erwähnt, der Maijeh Sem­kat, zu deutsch der Maijeh der Fische. Dieser Name sagte uns, daß wir dort auf reichliche Fleischnahrung rechnen konnten. Drei Tage brauchten wir bis dorthin. Dann mußten wir das Schiff verlassen und den Landweg antreten. Aber wie? Mar­schieren? Durch diese sumpfige Gegend! Das wäre eine böse Anstrengung gewesen, bei welcher wir nur höchst langsam vor­wärts gekommen wären. Also reiten? Ja; aber auf was für Tie­ren? Pferde und Kamele giebt es in diesen Regionen nicht; sie sind vollständig unnütz und gehen überhaupt sehr schnell zu Grunde. Man bedient sich dort eines Reittieres, welches freilich nicht so edel wie das arabische Roß und nicht so oft besungen wie das »Schiff der Wüste« ist, nämlich des Ochsen.
Diese Tiere gedeihen am sümpfereichen Obernile ganz vortreff­lich. Sie sind stark, schnell, gelehrig und dabei recht gutmütig. Die Reitochsen scheinen sich durch Zucht herausgebildet zu ha­ben und eine Rasse für sich zu sein. Natürlich werden sie auch zum Tragen von Lasten verwendet.
Konnten wir solche Tiere bekommen, so hatte die Berechnung der Zeit ein sehr günstiges Resultat für uns. Ibn Asl wollte im


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Karl May – Im Lande des Mahdi II

admin am Okt 14th 2011

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Im Lande des Mahdi II

Der Mahdi
Gefangen
Am Sumpf des Fiebers
Beim »Vater der Fünfhundert«
Die Seribah Aliab

ERSTES KAPITEL

Der Mahdi
Kordofan, dieses ganz eigenartige Land, ist von jeher das Durchzugsgebiet vieler wandernder Stämme und darum war die Bevölkerung desselben schon vor der Eroberung durch Mehe­med Ali eine außerordentlich gemischte. Dann brachten die Fel­lahta und die Baschibozuks des Vicekönigs das Blut aller klein­asiatischen Rassen unter das Volk. Griechen, Levantiner, Arme­nier, Arnauten haben sich mit den schwarzen Stämmen des Sü­dens vermischt und zwischen den Abkömmlingen derselben wohnen wieder die reinblütigen Enkel ganzer Nomadenstämme, weiche aus dem Hedschas herüberwanderten.
Kordofan gehört zu den Sudanländern. Da das Wort Sudan, al­lerdings schon im Mittelalter gebräuchlich, ein jetzt so viel ge­hörtes ist, so dürfte eine kurze Bemerkung über dasselbe am Platze sein. Beled es Sudan, das ist der vollständige Name. »Beled« heißt Land, und »es« ist der Artikel. Sudan ist der ge­brochene Artikel von »aswad« = schwarz (Plural »sud«). Beled es Sudan heißt also das Land der Schwarzen. Der Ton wird nicht, wie man oft hört, auf die erste, sondern auf die zweite Silbe gelegt; man sagt also nicht Suhdan, sondern Sudahn.


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Karl May – Im Lande des Mahdi I

admin am Okt 14th 2011

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Im Lande des Mahdi I

Erstes Kapitel. Ein Chajjal
Zweites Kapitel. Der Reïs Effendina
Drittes Kapitel. Im Siut
Viertes Kapitel. Unter der Erde
Fünftes Kapitel. In der Wüste
Sechstes Kapitel. Die Sklavinnen

ERSTES KAPITEL

Ein Chajjal
Die Siegreiche,»EI Kähira«und»Bauwaabe el bilad esch schark«, das Thor des Orientes, so nennt der Ägypter die Hauptstadt seines Landes. Wenn die erstere Bezeichnung längst nicht mehr am Platze ist, so besteht die zweite doch zu vollem Recht. Kairo ist wirklich die Pforte des Ostens. Als solche ist diese Stadt dem Andrange occidentaler Einflüsse am meis­ten ausgesetzt, und die einst»Siegreiche«ist so altersschwach geworden, daß sie demselben kaum mehr zu widerstehen ver­mag. Sie wird von Jahr zu Jahr fränkischer, und da, wo ein hochgestellter Europäer einfach niedergestochen wurde, nur weil er behauptete, daß der Sultan die Aja Sofia in Stiefeln be­trete, da kann heutzutage jeder Giaur die fünfhundertdreiund­zwanzig Moscheen Kairos besuchen, ohne gezwungen zu sein, seine Füße zu entblößen.
Shepheards Hotel, das»Neue Hotel«, das Hotel d’Orient, das Hotel du Nil, das Hotel des Ambassadeurs und zahlreiche öf­fentliche Kosthäuser, Cafés und Restaurants bieten dem Frem­den vollständige Befriedigung aller Bedürfnisse, welche die Hei­mat ihm anerzogen hat; aber viel, sehr viel muß er dafür be-


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Karl May – Ein Abenteuer auf Ceylon

admin am Okt 14th 2011

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Ein Abenteuer auf Ceylon

1.
Ich stand auf dem Leuchtthurm von Point de Galle, versunken im Genusse des herrlichen Panorama’s, welches sich unten zu meinen Füßen ausbreitete. Im Hafen lagen eine Menge Fahr­zeuge vor Anker; ein- und auslaufende Schiffe belebten die Scene; es waren unter ihnen alle Größen und Gattungen vom größten und prachtvollsten europäischen Dampfer bis herunter zur erbärmlichen chinesischen Dschonke vertreten. Kleine Fel­seninseln, von Kokospalmen und Pandanen bestanden, ragten aus den schimmernden Fluthen empor. Zwischen ihnen zogen sich Korallengärten hin, zwischen denen wundervolle rothe und blaue Fische schwammen; Haifische zerrten an dem Kadaver eines todten Hundes; vielgliedrige Krabben krochen die Stei­lung der Felsen hinan. Die Häuser und Hütten der Stadt lagen schalkhaft unter den Kronen der Palmen versteckt, und wo die reinlichen Straßen sich dem Blicke offen zeigten, da war eine Menge von Lebenserscheinungen, weidende Zebuochsen, schwarze Schildwachen, lustwandelnde Ladys, durchsichtig wei­ße englische Kinder mit braunen singhalesischen Ammen, ta­bakrauchende eingeborene Kinder, behäbig und stolz einher-


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Karl May – Durch die Wüste

admin am Okt 14th 2011

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Durch die Wüste

»Giölgeda padishanün«.
Reise-Erinnerungen aus dem Türkenreiche von Karl MayAbu el Nassr.
»Und ist es wirklich wahr, Sihdi, daß Du ein Giaur bleiben willst, ein Un­gläubiger, welcher verächtlicher ist als ein Hund, widerlicher als eine Rat­te, die nur Verfaultes frißt?«
»Ja.«
»Effendi, ich hasse die Ungläubigen und gönne es ihnen, daß sie nach ih­rem Tode in die Dschehenna kommen, wo der Teufel wohnt; aber Dich möchte ich retten vor dem ewigen Verderben, welches Dich ereilen wird, wenn Du Dich nicht zum Ikrar bil Lisan, zum heiligen Zeugnisse, be­kennst. Du bist so gut, so ganz anders als andere Sihdis, denen ich ge­dient habe, und darum werde ich Dich bekehren, Du magst wollen oder nicht.«
So sprach Halef, mein Diener und Wegweiser, mit dem ich in den Schluch­ten und Klüften des Dschebel Aures herum gekrochen und dann nach dem Dra el Haua heruntergestiegen war, um über den Dschebel Tarfaui nach Seddada, Kris und Dgasche zu kommen, von welchen Orten aus ein Weg über den berüchtigten Schott Dscherid nach Fetnassa und Kbilli führt.
Halef war ein eigentümliches Kerlchen. Er war so klein, daß er mir kaum bis unter die Arme reichte, und dabei so hager und dünn, daß man hätte behaupten mögen, er habe ein volles Jahrzehnt zwischen den Löschpa­pierblättern eines Herbariums in fortwährender Pressung gelegen. Dabei


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Karl May – Die Sklavenkaravane

admin am Okt 14th 2011

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Die Sklavenkarawane

Ein Dschelabi
Eine Ghasuah
Die Waka’a en nahr
El Hamdulillah

Ein Dschelabi
»Haï es sala« – rief der fromme Schech el dschemali, der An­führer der Karawane -»auf zum Gebete! El Asr ist da, die Zeit der Kniebeugung, drei Stunden nach Mittag!«
Die Männer kamen herbei, warfen sich auf den sonnendurch­glühten Boden nieder, ließen den Sand durch die Hände gleiten und rieben sich denselben an Stelle des fehlenden, zur vorge­schriebenen Waschung nötigen Wassers sanft gegen die Wan­gen. Dabei sprachen sie laut die Worte der Fathha, der ersten Sure des Korans:
»Im Namen des allbarmherzigen Gottes! Lob und Preis dem Weltenherrn, dem Allerbarmer, der da herrschet am Tage des Gerichts. Dir wollen wir dienen und zu dir wollen wir flehen, auf daß du uns führest den rechten Weg, den Weg derer, die sich deiner Gnade freuen, und nicht den Weg derer, über welche du zürnest, und nicht den der Irrenden!«
Dabei knieten die Betenden in der Kibbla, das heißt mit dem Gesichte nach der Gegend von Mekka gerichtet. Sie fuhren un­ter fortgesetzten Verbeugungen fort, sich mit dem Sande zu waschen, bis der Schech sich erhob und ihnen damit das Zei­chen gab, daß die gottesdienstliche Handlung zu Ende sei. Das


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