Gaetano Donizetti – Anna Bolena
admin am Jan 24th 2012
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Gaetano Donizetti
Anna Bolena
Tragische Oper in zwei Akten
Personen
Heinrich der Achte, König von England
Anna Boulen, seine Gemahlin
Johanna Seymour, Hoffräulein der Königin
Lord Rochefort, Bruder der Königin
Lord Richard Percy
Smeton, Page und Musikus der Königin
Sir Hervey, Hauptmann der Leibwache
Hofdamen und Pagen der Königin
Hofleute. Lords. Leibwache des Königs
Der erste Akt spielt in Windsor, der zweite zu London, im Jahre 1586.
Erster Akt.
Großer Saal im Schlosse zu Windsor.
Erste Scene.
Hofherren. Später Johanna Seymour.
CHOR.
Er kommt noch nicht? Seyd stille!
Er wird nicht kommen? Und Anna?
Sie duldet still, doch trauert sie,
Ihr Stern wird untergehen,
Des Königs Herz, so wandelbar,
Sucht neuer Liebe Lust.
Des finstern Argwohns ganze Macht
Tobet in seiner Brust.
JOHANNA.
Mehr, als ich es ertragen kann,
Ist sie mir zugewendet,
Ist ihr nicht meine Schuld bewußt,
Ist wohl ihr Aug’ gebleudet.
Wie mir die Ruhe raubet
Der schuldbewußte Sinn.
Zweite Scene.
Vorige. Anna. Damen. Pagen. Smeton.
ANNA.
Warum dies ernste Schweigen im geselligen Saale?
Selbst Deine Launen, immer so heiter,
Kannst Du heute nicht finden,
Und kein Lächeln erblick’ ich.
JOHANNA.
Wer könnte lächeln, in froher Laune,
Wenn der Königin Miene
Nur Trauer kündet.
ANNA.
Verstimmt wohl mag ich scheinen,
Doch ohne Grund! Sorgen, finstre Schwermuth
Und Kummer rauben mir die Freude
Seit so manchem Tage.
SMETON.
Die Arme!
JOHANNA.
Ich zittre bei jedem ihrer Worte.
ANNA.
Smeton, tritt vor!
SMETON.
Königin!
ANNA.
Nimm Deine Harfe und brich dieses Schweigen
Durch Deine Lieder, durch den Klang der Saiten,
Bis sich der König naht.
JOHANNA.
Nun athm’ ich wieder.
ANNA.
Laßt uns aufmerksam hören!
SMETON.
Für sie mein Leben!
Lächelt der Liebe Rosenkelch,
Und Kummer drückt Dich nieder,
Scheucht mich Dein stiller Schmerz,
Giebt Trost Dein Lächeln wieder.
Vor meines Auges Strahlen
Schwinden des Lebens Qualen,
Und Lunens sanftes Himmelslicht
Strahlet Dein Zauberblick.
Sieht Dich mein Aug’ so reizerfüllt
Und still durch’s Leben gehen,
Glaub’ ich der ersten Liebe Schmerz
Im Mädchenblick zu sehen.
Herrsche auf Englands Throne,
Doch leicht entbehrt die Krone
Der mit des Blickes Allgewalt
Dringet in jedes Herz.
ANNA.
Schweige! o schweige!
SMETON.
Gebieterin! o Gott!
CHOR.
Tief ist ihr Herz erschüttert.
ANNA.
Wie dieses Jünglings süßes Lied
Mächtig das Herz beweget,
Der ersten Liebe Schmerz und Lust
Noch in der Brust sich reget;
Ihn werd’ ich nie vergessen,
Der dieses Herz besessen.
Und nicht Ersatz gewähret mir
Der Glanz, der mich umgiebt.
Doch
Tags: Anna Bolena, Gaetano Donizetti, Oper
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