Gustav Schwab - Die Sieben gegen Theben
admin am Mrz 29th 2008
ein Dankopfer bringen zu wollen, dafür, daß alle seine Feinde jetzt aus der
Welt verschwunden seien. Als nun die ganze Bürgerschaft auf öffentlichem Markte,
aber mit widerwilligem Herzen erschienen war - denn das gemeine Volk hatte es
immer mit dem liebreichen Könige Kresphontes gehalten und betrauerte auch jetzt
seinen Sohn Aipytos, in welchem es die letzte Hoffnung verloren glaubte -, da
überfiel Aipytos den opfernden König und stieß ihm den Stahl ins Herz. Jetzt
eilte Merope mit dem Diener herbei, und beide zeigten dem Volke in dem Fremdling
Aipytos den totgeglaubten rechtmäßigen Erben des Thrones. Dieses begrüßte ihn
jubelnd, und noch an demselben Tage nahm der Jüngling den erledigten Thron seines
Vaters Kresphontes ein und bezog, eingeführt von der Mutter, die Königsburg.
Er bestrafte jetzt die Mörder seines Vaters und seiner Brüder wie die Mitanstifter
des Mordes. Im übrigen gewann er durch sein zuvorkommendes Wesen selbst die
vornehmen Messenier und durch seine Freigebigkeit alle, die zum Volke gehörten,
und erwarb sich ein solches Ansehen, daß seine Nachkommen sich Aipytiden statt
Herakliden nennen durften.
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