Gustav Schwab - Der Tod des großen Ajax
admin am Mrz 29th 2008
Scheitel desselben den Lokrerfürsten, wie einst der Ätna den Enkelados, deckte.
So unterlag er, von der Erde und vom Meere zugleich bezwungen.
Die Schiffe der Danaer irrten indessen schwankend und leck auf der stürmenden
See umher; viele waren geborsten, viele von den Wogen verschlungen; die Meerflut
tobte fort, und der Regen strömte herab, als drohte dem nahen Lande eine zweite
Deukalionische Flut. Jetzt wurde auch noch die Steinigung des Palamedes an den
unglücklichen Griechen gerächt. Auf Euböa herrschte nämlich noch immer der Vater
dieses Helden, Nauplios. Als dieser an seiner Küste die griechische Flotte erblickte,
die mit dem fürchterlichen Sturme rang, gedachte er der hinterlistigen Ermordung
seines geliebten Sohnes, um welchen er nun so viele Jahre trauerte. Die Rachelust
war in seinem Herzen nie eingeschlummert, und jetzt endlich hoffte er sie büßen
zu können. Er eilte an den Strand, ließ längs des Kapharischen Vorgebirges,
den gefährlichsten Klippen gegenüber brennende Fackeln aufstecken und machte
dadurch in den Griechen den Glauben rege, daß es Rettungszeichen seien, welche
mitleidige Uferbewohner für sie aufgepflanzt hätten. In dieser Hoffnung steuerten
die Danaer mit Begierde auf die Klippen zu, und viele ihrer Schiffe fanden hier
den Untergang.
Zugleich ergoß sich das Meer von Troja, auf des grollenden Poseidon Befehl,
über sein Gestade und zerstörte alle Bollwerke und Mauern, welche die Griechen
bei ihren Schiffen und vor der belagerten Stadt aufgeführt hatten. Und so war
bald von der ungeheuern Unternehmung nichts mehr übrig als der Schutthaufen
Trojas und einige Schiffe voll zurückkehrender Helden und gefangener Trojanerinnen,
die, vom Sturme da- und dorthin zerstreut, mit Mühe und nach langen und mannigfaltigen
Drangsalen die Küsten Griechenlands wieder erreichten, wo nur weniger Sieger
ungetrübte Glückseligkeit wartete.
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