Gustav Schwab - Äneas - Dritter Teil
admin am Mrz 29th 2008
hin, doch hielt er die bewehrte Rechte zurück; und schon wollte seine Seele
sich zum Mitleid kehren, als er zum Unheil des Besiegten an dessen Schulter
das Wehrgehenk des arkadischen Fürstensohnes Pallas erblickte, des holden Jünglings,
den Turnus erschlagen hatte. Da entbrannte sein Schmerz und Zorn aufs neue,
und schrecklich im Grimme rief er: »Wie? du, den der Raub der Meinigen schmückt,
solltest mir entrinnen? Pallas, Pallas opfert dich mit diesem Stoß und nimmt
Rache an dem verfluchten Blut!« So sprach Äneas und tauchte stürmisch sein Schwert
in die ihm entgegengestreckte Brust des Feindes. Turnus sank zu Boden; Kälte
durchrieselte ihm die Glieder, und unwillig floh sein Schatten aus dem erstarrenden
Leibe hinab zur Unterwelt.
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