849. Nacht
admin am Dez 22nd 2011
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849. Nacht “Ich bin der Hauptmann dieses Schiffes,” antwortete der Franke, “und ich bin ausdrücklich von Genua nach Alexandrien gekommen, um Euch zu entführen und Euch der Vielgeliebten meines Herzens zu bringen.” Einige Tage darauf gewahrte man ein Kaufschiff mit vierzig Kaufleuten von Alexandrien. Der Hauptmann befahl sogleich, Jagd darauf zu machen. Als er es eingeholt, geentert und erobert hatte, ließ er es nachschleppen und setzte seine Fahrt nach Genua fort. Ehe sie in den Hafen einliefen, ließ der Hauptmann sich ans Land setzen und ging allein nach einem Palast, der am Ufer des Meeres lag. Eine junge Frau, die mit einem großen Schleier verhüllt war, so dass man ihre Züge unmöglich erkennen konnte, trat ihm entgegen und fragte ihn, ob er den kostbaren Stein brächte und auch den Besitzer desselben hergeführt hätte. Der Hauptmann meldete, dass er ihren Befehl glücklich ausgeführt hätte, und übergab ihren Händen den kostbaren Stein. Er kam sodann wieder aufs Schiff, welches Sieg prangend fröhlich in den Hafen einlief. Als dem König des Landes die Ankunft des Schiffshauptmanns gemeldet wurde, begab er sich in Begleitung seiner Leibwache an Bord und fragte ihn, ob seine Reise glücklich abgelaufen wäre. “Sehr glücklich,” antwortete der Hauptmann, “denn ich habe ein Kaufschiff erobert mit einundvierzig muselmännischen Kaufleuten.” Der König befahl, sie ans Land zu setzen. Sie stiegen aus, je zwei aneinander gefesselt, durchzogen einen Teil der Stadt und wurden nach dem Diwan geführt. Der König folgte ihnen zu Pferde in Begleitung des Schiffshauptmanns und der vornehmsten Herren seines Hofes. Als der König sich auf seinen Thron gesetzt und den Hauptmann zu seiner Rechten auf einem niedrigeren Stuhl hatte Platz nehmen lassen, befahl er, die unglücklichen Muselmänner vorzuführen, und fragte den ersten, der hervortrat, wer er wäre. Er hatte nicht sobald geantwortet, er wäre aus Alexandrien, als auf einen Wink des Fürsten der Scharfrichter ihm sogleich den Kopf von den Schultern fliegen ließ. Der zweite, der dritte und die folgenden bis zum vierzigsten hatten auf dieselbe Antwort alle dasselbe Schicksal. Es war nur noch Alaeddin Abulschamat übrig, welcher, Zeuge dieses traurigen Schicksals seiner Gefährten, ihr gemeinsames Unglück beweinte und erwartete, dass die Reihe auch an ihn käme, indem er Gott anflehte, sich seiner zu erbarmen. “Es ist um Dich geschehen, armer Alaeddin!”, sagte er bei sich selber, “in welcher unseligen Schlinge hast Du Dich fangen lassen!” “Wo bist Du her, Muselmann?”, fragte der König ihn mit strengem Ton. “Aus Alexandrien,” antwortete er. “Scharfrichter, tue Deine Pflicht!”, rief der König. Schon hatte der Scharfrichter den Arm aufgehoben, um Alaeddin das Haupt abzuschlagen, als eine alte Nonne sich plötzlich an die Stufen des Thrones vordrängte und sich an den König wandte, welcher aufgestanden war, so wie die ganze Versammlung, aus Ehrerbietung. “Herr,” hob sie an, “hatte ich Euch nicht gebeten, des Klosters zu gedenken, wenn der Schiffshauptmann etliche Gefangene mitbrächte, und davon einen oder zwei zum Dienst der Kirche zu bewahren?” “Ihr kommt etwas spät, gute Mutter,” antwortete der König, “indessen hier ist noch einer übrig, der steht Euch zu Diensten.” Die Nonne wandte sich zu Alaeddin und fragte ihn, ob er sich mit dem Kirchendienst befassen wollte, und fügte hinzu, wenn er sich dessen weigerte, so würde sie ihn hinrichten lassen wie seine Gefährten. Dieses Märchen als PDF downloaden? – Klicken sie oben rechts. Dieses Märchen als EPUB downloaden? – Klicken Sie unten.
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Tags: 1001 Nacht, Märchen
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