839. Nacht
admin am Dez 22nd 2011
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839. Nacht Als der Wali ihm seinen Auftrag bekannt gemacht hatte, sagte Alaeddin zu ihm: “Ihr könnt herein treten und in meinem Haus alle Euch gut dünkenden Untersuchungen vornehmen.” “Ich bitte Euch tausend mal um Entschuldigung, Herr,” sagte der Wali etwas verlegen. Ihr seid über allen Verdacht erhaben, und Gott verhüte, dass ein Mann wie Ihr sich solcher Treulosigkeit und Verräterei schuldig machen könnte!” “Richtet Euren Auftrag aus,” erwiderte Alaeddin, “keine Rücksicht kann Euch davon entbinden.” Der Wali, die Richter und die Zeugen traten also in Alaeddins Haus unter Anführung Komakoms, der ihre Untersuchung nach dem Zimmer leitete, in welches er in jener Nacht sich eingeschlichen hatte. Als er sich der Marmorplatte näherte, unter welcher er die von ihm selber entwendeten Sachen verscharrt hatte, ließ er absichtlich seinen eisenbeschlagenen Stock darauf niederfallen, so dass sie in Stücke zersprang. Als nun der Emir Chaled etwas Glänzendes darunter erblickte, rief er aus: “Der Himmel selber hat unsere Schritte nach dieser Stelle geleitet; denn wir entdecken hier einen Schatz, der Euch gehört: Kommt näher und seht, worin er besteht.” Alle Leute des Walis hatten sich um ihn versammelt, und als man die entwendeten Sachen erkannt hatte, wurde eine Verhandlung darüber aufgesetzt, welche besagte, dass diese Sachen in dem Haus Alaeddins Abulschamat verscharrt gefundne wären. Die Leute des Walis fielen hierauf über Alaeddin her, rissen ihm den Turban ab, und nachdem sie ihm die Hände auf den Rücken gebunden hatten, versiegelten sie alle seine Sachen. Achmed Komakom verlor nicht das eigentliche Ziel seiner Unternehmung aus den Augen. Er stieg schleunig nach dem Zimmer der schönen Jasmin hinauf, entführte sie daraus mit Gewalt, obwohl sie schwanger war, und brachte sie zu seiner Mutter, der er befahl, sie auf der Stelle den Händen Chatums, der Frau des Walis, zu überliefern: Was auch sogleich ausgeführt wurde. Als Habdalum Besasa diejenige erblickte, in die er so sterblich verliebt war, fühlte er seine Kräfte sich herstellen und ließ die lebhafteste Freude blicken. Er wollte sich ihr nahen, um ihr sein Vergnügen über ihren Anblick kundzugeben. Aber Jasmin, voll Unwillen, sagte zu ihm, wenn er sich nicht auf der Stelle entfernte, so stände sie nicht für die Folgen, welche sein Anblick ihr einflößte. “Ich würde mich eher Töten,” rief sie aus, “als einem solchen Ungeheuer angehören, wie Du bist!” “Schöne Jasmin,” sagte Habdalum am ganzen Leib zitternd, “ich flehe Euch an, unternehmt nichts gegen ein Leben, das mir so teuer ist.” Die Frau des Walis wollte auch die heftige Bewegung, worin sie Jasmin sah, besänftigen und sagte zu ihr mit Freundlichkeit: “Duldet, schöne Sklavin, dass mein Sohn Euch ganz seine glühende Leidenschaft zu erkennen gebe, welche Ihr ihm eingeflößt habt. Er kann nicht mehr leben ohne Euch.” “Elender,” rief Jasmin aus, “kann ich denn zugleich zweien Herren gehören? Und seit wann dürfen die Hunde ungestraft die Wohnung des Löwen betreten?” Habdalum Besasa sank vor Verzweiflung auf ein Sofa nieder und ließ mehr als jemals für sein Leben fürchten. Bei diesem Anblick ging die Frau des Wali wutschnaubend auf die Sklavin los und sagte zu ihr: “Elende, Du willst mich also meines Sohne berauben? Aber Du sollst Dich nicht lange meiner Langmut erfreuen: Bald wird Dein Alaeddin sein Leben schmachvoll an einem Galgen beschließen.” “Wohlan,” rief Jasmin aus, “ich werde mich glücklich schätzen, ihm meine Liebe zu beweisen, indem ich ihm ins Grab nachfolge.” Dieses Märchen als PDF downloaden? – Klicken sie oben rechts. Dieses Märchen als EPUB downloaden? – Klicken Sie unten.
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Tags: 1001 Nacht, Märchen
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