82. Nacht
admin am Dez 22nd 2011
82. Nacht“Nach einem Weilchen erkannte mich der Hauptmann endlich. “Gott sei gelobt,” rief er, mich umarmend aus, “Ich bin höchst erfreut, dass euer glückliches Geschick mein Unrecht gut gemacht hat. Hier sind eure Waren, die ich immer sorgfältig aufbewahrt und zum Teil in den Häfen, wo wir gelandet sind, verhandelt habe. Ich übergebe sie euch, nebst dem dafür Gelösten.” Ich nahm sie in Empfang und bezeigte dem Hauptmann die ihm gebührende Erkenntlichkeit. Von der Insel Selahath steuerten wir nach einer anderen Insel, wo ich mich mit Gewürznägelein, Zimt und anderen Spezereien versah. Als wir von dort weiter segelten, sahen wir eine 20 Ellen lange und 20 Ellen breite Schildkröte1), auch bemerkte ich einen kalbartigen Fisch, der Milch gab, und dessen Haut so hart ist, dass man Schilder daraus zu machen pflegt. Ich sah einen anderen, welcher die Gestalt und die Farbe eines Kamels hatte. Endlich, nach langer Schifffahrt, kam ich in Balsora an und kehrte von dort nach Bagdad mit so vielen Reichtümern zurück, dass ich ihre Anzahl gar nicht wusste. Ich gab wieder den Armen einen beträchtlichen Teil davon und kaufte noch mehrere große Landgüter zu den schon erworbenen.” So beendigte Sindbad die Geschichte seiner dritten Reise. Er ließ hierauf dem Hindbad wieder hundert Zeckinen geben, und lud ihn auf den folgenden Tag zur Erzählung seiner vierten Reise ein. Hindbad und die übrige Gesellschaft begaben sich nach Hause, und am folgenden Tage setzte, nach beendetem Mittagsmahl, Sindbad die Erzählung seiner Abenteuer fort. Vierte Reise Sindbads des Seefahrers, nach den sundischen Inseln“Die Reize,” sagte er, “der Vergnügungen und der Ergötzlichkeiten, denen ich mich nach meiner dritten Reise ergab, waren nicht mächtig genug, um mich von ferneren Reisen zurückzuhalten. Ich ließ mich von ferneren Reisen zurückzuhalten. Ich ließ mich aufs neue von der Leidenschaft, Handel zu treiben und neue Dinge zu sehen, hinreißen, brachte meine Geschäfte in Ordnung, und nachdem ich einen Vorrat von Waren beisammen hatte, der sich zum Absatz für die Orte eignete, welche ich zu besuchen beabsichtigte, reiste ich ab. Ich nahm den Weg nach Persien, durchstreifte mehrere Provinzen dieses Landes und gelangte in einen Seehafen, wo ich mich einschiffte. Wir gingen unter Segel, und hatten bereits mehrere Häfen des festen Landes und östlicher Inseln berührt, als wir eines Tages bei einer bedeutenden Überfahrt von einem Windstoß überrascht wurden, welcher den Schiffshauptmann zwang, die Segel zu streichen, und alle nötigen Befehle zur Vermeidung der uns drohenden Gefahr zu geben. Aber alle unsere Vorsichtsmaßregeln waren unnütz, die Schiffswendung misslang, die Segel zerrissen in tausend Fetzen und das Schiff, welches nicht mehr zu regieren war, geriet auf eine Reihe verborgener Felsen, und scheiterte dermaßen, dass eine große Anzahl von Kaufleuten und Matrosen ertrank und die Ladung unterging …” 1) Aelian beschreibt eine Schildkröte von 15 Fuß Länge, deren Schild zur Bedachung eines Hauses hingereicht hätte. Mandeville versichert, dass er in Calonak bei Java Schildkrötenschilder gesehen hätte, welche drei Menschen zum Obdach hätten dienen können. Dieses Märchen als PDF downloaden? – Klicken sie oben rechts. Dieses Märchen als EPUB downloaden? – Klicken Sie unten.
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Tags: 1001 Nacht, Märchen
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